Massenpanik bei islamischer Haddsch nach Mekka – Mindestens 717 Tote

Über 700 Tote, mehr als 1000 Verletzte: Haddsch in Mekka
Über 700 Tote, mehr als 1000 Verletzte: Haddsch in Mekka

(Riad) Saudische Regierungsstellen korrigieren die Zahl der Todesopfer immer weiter nach oben. Bei der traditionellen Haddsch, der moslemischen Pilgerfahrt nach Mekka, kamen bei einem Massengedränge nach aktuellem Stand mindestens 717 Menschen ums Leben. Die Rede ist von „möglicherweise 800 Toten“. Zwei Millionen Moslems befinden sich derzeit in Mekka, um die Kaaba, den schwarzen Stein im Innenhof der Heiligen Moschee zu umrunden.

Der Großteil der Opfer soll aus dem Niger stammen. Für den saudischen Gesundheitsminister Khaled al-Falih, erst seit wenigen Monaten im Amt, sind die Opfer „schuld, weil sie sich in Bewegung gesetzt haben, ohne die Uhrzeiten einzuhalten“.

Dschamarat-Brücke: Ritus der Teufelssteinigung

Die Zahl der Verletzten wird derzeit mit „mehr als tausend angegeben“. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch unklar. Laut ersten Erhebungen der Rettungskräfte, habe eine „Zunahme des Zustroms“ von Menschen auf dem Weg zur Dschamarat-Brücke die Panik ausgelöst. An diesem Ort vollziehen die Pilger am letzten Tag ihrer Haddsch den Ritus der „Teufelssteinigung“. Immer wieder kommt es an der Dschamarat-Brücke zu Massenpanik mit zahlreichen Toten:

  • 1994 – 270 Tote
  • 1998 – 119 Tote
  • 2001 – 35 Tote
  • 2004 – 245 Tote
  • 2006 – 364 Tote
  • 2015 – mehr als 717 Tote

Die Behörden haben 4000 Rettungskräfte und 200 Rettungswagen zum Einsatz gebracht. Wegen der engen Weg zwischen dem Meer von Zelten und der enormen Anzahl von Personen werden die Rettungseinsätze aber behindert. Der saudische Zivilschutz bestätigte, daß sich das Unglück um 9 Uhr morgens (Ortszeit), rund fünf Kilometer von der Kaaba entfernt, ereignete

Laut Zivilschutz “waren die Pilger zur Brücke unterwegs, als eine plötzliche Zunahme der Pilgerscharen ein Gedränge auslöste, durch das Hunderte von Personen zu Boden stürzten”. Das Gelände wurde inzwischen weiträumig abgesperrt. Laut saudischen Behörden, handelt es sich „um das schlimmste Unglück in den vergangenen 25 Jahren“.

Wie BBC berichtete, stammen die meisten Opfer aus dem Niger. Andere Quellen sprechen von mindestens 50 Iranern, die sich unter den Toten befänden. Die Stadt Mina, wo sich das Unglück ereignete, liegt an der Straße, die Mekka mit der Ebene von Arafat verbindet. In der Ebene befindet sich eine kleine Erhebung, die als „Berg der Barmherzigkeit“ bekannt ist. Dort sollen sich, laut moslemischer Überlieferung, Adam und Eva nach der Vertreibung aus dem irdischen Paradies wiedergefunden haben

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

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1 Kommentar

  1. Eine Nachricht, die ich ungefähr so aufnehme wie der große König David die Nachricht den Tod seiner heidnischen Feinde aufgenommen hätte!

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