Katharinenkloster mit Problemen – Wegen Islamisten bleiben Pilger und Besucher aus

Katharinenkloster
Katharinenkloster

(Kairo) Das berühmte griechisch-orthodoxe Katharinenkloster auf dem Sinai leidet unter erheblichen finanziellen Problemen. Grund ist der radikale Rückgang von Pilgern und Besuchern, seit im Februar 2014 islamistische Terroristen ein Attentat auf einen südkoreanischen Pilgerbus verübten, bei dem vier Christen getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden.

Jährlich besuchten Zehntausende Pilger und Touristen das Kloster am Fuß des Berges Horeb. Die Abschnürung begann bereits 2013, als ein Mönch des Klosters von Islamisten entführt worden war. Im Zusammenhang mit den blutigen Unruhen in Ägypten beim Militärputsch gegen Staatspräsident Mohammed Mursi von der Muslimbruderschaft, befürchteten die neuen Machthaber Terroranschläge der Dschihadisten auf das Kloster. Die Behörden erwogen die Schließung des Klosters „aus Sicherheitsgründen“. Die griechisch-orthodoxen Mönchen weigerten sich, das Kloster zu verlassen, das innerhalb der orthodoxen Christenheit den Status einer eigenen autokephalen Kirche genießt. Das hinderte die Behörden nicht, eine offizielle Schließung zu verordnen, wodurch der Pilger- und Besucherstrom versiegte.

Arbeitgeber für 400 Menschen

In der Vergangenheit gab das Kloster 400 Menschen eine Arbeit, vor allem bei der Bewirtschaftung von Weinbergen und Olivenhainen und anderen Zweigen der Landwirtschaft. Durch die behördliche Schließung verloren viele ihre Arbeit.

Die Schließung des Klosters von 2013 durch den ägyptischen Staat war bereits die dritte innerhalb von 40 Jahren. Die erste Schließung erfolgte 1977 durch Israel, als Ägyptens Staatspräsident Anwar el-Sadat Israel besuchte, die zweite 1982 durch Ägypten, nachdem die ägyptische Armee nach dem israelischen Abzug den Sinai wieder in Besitz nahm.

Eines der ältesten noch bewohnten Klöster der Welt

Das Katharinenkloster wurde um 550 gegründet und gilt mit seinen fast 1500 Jahren als eines der ältesten noch heute bewohnten Klöster der Christenheit. Derzeit leben zwei Dutzend griechisch-orthodoxe Mönche an den Hängen des Horeb. Der Abt hat den Rang eines Metropoliten. 2002 wurde das Kloster von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Nach dem Islamisten-Attentat auf die südkoreanischen Christen wurde die Grenze zwischen Israel und dem ägyptischen Sinai gesperrt. Wegen der unsicheren Lage meiden die meisten Pilgerreisenveranstalter den Besuch von Kloster und Berg Horeb. Für das Kloster ist diese Entwicklung zu einem beachtlichen Problem geworden.

Der Islamische Staat (IS) und andere islamische Terrororganisationen kontrollieren Teile der Sinaihalbinsel und befinden sich im bewaffneten Konflikt mit dem ägyptischen Staat. Nach dem Militärputsch gegen Mursi besetzte die palästinensische Hamas möglichst weite Teile des ägyptischen Hinterlandes zum Gazastreifen. Inzwischen haben längst andere islamistische Gruppen eine Teil-Kontrolle übernommen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons

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fredius

Es tut schon weh, wenn man liest, dass eines der ältesten christlichen Klöster, das weltbekannte
Katharinenkloster auf Sinai, finanzielle Probleme hat, und vom ägyptischen Staat aus Sicherheits-
gründen praktisch geschlossen worden ist. Die dort lebenden griechisch-orthodoxen Mönche wol-
len jedoch ausharren. Dieses fast 1500 Jahre alte Kloster und Zeuge der Christenheit, sollte fi-
nanziell unterstützt werden. Hier hätte die katholische Kirche in Deutschland eine Möglichkeit,
sinnvoll mit dem Kirchensteuergeld wirksam zu helfen, anstatt in unnützen Projekten wie in Mün-
chen und Rottenburg, Millionen zu verschleudern.

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