Piusbruderschaft dankt Papst Franziskus für „seine väterliche Geste“

Bischof Bernard Fellay
Bischof Bernard Fellay dankte dem Papst für „seine väterliche Geste“

(Rom/Menzingen) Die Priesterbruderschaft St. Pius X. dankte Papst Franziskus für die „väterliche Geste“, mit der er verfügte, daß die Lossprechung von den Sünden durch Priester der Piusbruderschaft während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit „gültig und erlaubt“ empfangen werden kann.

Das Generalhaus, der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Priesterbruderschaft, veröffentlichte ein entsprechendes Kommuniqué. Unterdessen gehen die Kontakte zwischen dem Generalrat der Bruderschaft und den zuständigen Stellen des Heiligen Stuhls weiter auf der Suche nach einer Lösung, die eine volle Gemeinschaft und die kanonische Anerkennung der Bruderschaft ermöglicht.

Kommuniqué des Generalhauses der Piusbruderschaft zum Papstbrief

Das Kommuniqué des Generalhauses der Priesterbruderschaft St. Pius X. zum Brief des Papstes Franziskus anlässlich des herannahenden Heiligen Jahres im vollständigen Wortlaut:

„Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat durch die Presse die Verfügungen von Papst Franziskus anlässlich des kommenden Heiligen Jahres vernommen.

Im letzten Abschnitt seines Briefes, den er an den Erzbischof Rino Fisichella, den Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung richtet, schreibt der Heilige Vater: ‚[Ich] bestimme […] in der Zwischenzeit in eigener Verfügung, dass diejenigen, die während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit das Sakrament der Versöhnung bei den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. empfangen, gültig und erlaubt die Lossprechung von ihren Sünden erlangen.‘

Die Priesterbruderschaft drückt dem Obersten Hirten für seine väterliche Geste ihren Dank aus. In der Verwaltung des Bußsakramentes hat sie sich immer und mit völliger Sicherheit auf die außerordentliche Jurisdiktion, wie es die Normae generales des Kanonischen Rechtes festhalten, gestützt. Aus Anlass dieses Heiligen Jahres will Papst Franziskus, dass alle Gläubigen, die bei den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. beichten möchten, dies ohne jede Beunruhigung tun können.

In diesem Jahr der Umkehr liegt es den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. am Herzen, mit neuem Großmut ihrem Amt als Beichtvater zu obliegen, indem sie dem Beispiel des unermüdlichen Einsatzes, das der hl. Pfarrer von Ars allen Priestern gegeben hat,  folgen.

Menzingen, den 1. September 2015

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican Insider

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24 Comments

    • Und die Moral von der Geschicht:
      „Schwimm in trübe Gewässer nicht!“
      Was lernen wir daraus: Nur im klaren Wasser bleibt man bei klarem Verstand!

  1. Das ist nur eine Taktik Roms. Ich hoffe, dass die gesamte Priesterbruderschaft standhaft bleibt, und der Konzilskirche nicht auf den Leim geht. „Rom hat den Glauben verloren“, sagte bereits Erzbischof Lefebvre im Oktober 1987 – und da hat sich daraufhin nichts geändert – im Gegenteil.

  2. Sehr gute Stellungnahme. An die Stelle der in Anspruch genommenen, außerordentlichen Beichtjurisdiktion tritt ordentliche Beichtvollmacht vorläufig während des Hl. Jahres. Ich vermute aber, sie wird danach nicht zurückgenommen, sondern Franziskus findet in der Zwischenzeit eine unerwartet-unkonventionelle Gesamtlösung.

  3. In Richard Wagners „Walküre“ sagt Wotan:

    „Doch mit dem ich vertrug,
    ihn darf ich nicht treffen;
    machtlos vor ihm erläge mein Mut:
    das sind die Bande, die mich binden:
    der durch Verträge ich Herr,
    den Verträgen bin ich nun Knecht.“

    FSSPX, hütet Euch.

    • Man kann übrigens auch Gefangener (Knecht) seines eigenen Stolzes sein: Theologisch bezeichnet man das als „Sünde gegen den HL. GEIST!“

    • „FSSPX, hütet Euch.“
      Das ist wohl war. Spätestens wenn sie die Anerkennung des Konzils und seines Geistes verlangen werdet ihr erkennen worum es ihnen geht.
      Per Mariam ad Christum.

  4. Es ist richtig, der Christ muss wachsam sein und bleiben. Das ist eines der großen Rätsel von
    Franziskus mit seinen Gegensätzen. Aber es ist in diesem Fall das Positive zu sehen. Christen
    können unbeschwert bei den Priestern der Bruderschaft beichten und zur Hl. Kommunion gehen.
    Obwohl das bisher auch erlaubt war, ist es für Unsichere jetzt eine offizielle Bestätigung. Es ist
    aber ausgeschlossen, dass sich die Piusbruderschaft umgarnen und vereinnahmen lässt.

  5. Das sehe ich auch so.
    Erst seine Hetze gegen den Pelegianismus, das Verhalten gegen die Franziskaner der Immakulata etc.
    Nein, er wirft einen Allgemeinplatz wie „Versoehnung“ in den Raum und am Ende kommt natuerlich die Forderung nach uneingeschraenkter Anerkennung des furchtbaren Konzils.
    Ich gehe sogar noch weiter, am Ende steht die Exkommunikation von FSSPX, die sich die Mietlingsbischoefe um Franz so sehnlichst wuenschen.

  6. Das ist sicher erfreulich.

    Die Fragen sind nur: Wie geht es nach Abschluß dieses Jahres der Barmherzigkeit weiter?

    Und: Ist sich der Papst dessen bewußt, daß sich die SSPX große Verdiense um die Weitergabe des vollen Glaubens erworben hat, somit auch nicht bloß Empfängerin „milder Gaben“ bzw. Gunsterweise ist?

  7. Analysieren wir doch nüchtern diesen Text der Bruderschaft:

    1. Sie erfuhr aus der Presse über F.s Verfügung. F. hat der Priesterbruderschaft selbst offenbar nichts mitgeteilt.

    2. Wenn F. sagt, er bestimme, dass die Gläubigen im heiligen Jahr „gültig und erlaubt“ bei der FSSPX beichten können, dann glaubt er, es sei vorher weder gültig noch erlaubt gewesen.

    Dass es nicht „erlaubt“ war, ist klar. Dass es aber nicht gültig gewesen sein soll, dürfte unklar bleiben. Und wenn es jetzt plötzlich gültig sein sein aufgrund eines reinen Willküraktes, wieso war es dann vorher ungültig? Chaos pur! Aber das kommt davon, wenn man dem Papst den uneingeschränkten, absoultistischen Jurisdiktionsprimat gibt – der Mensch ist der Mensch, und so hat es sich gezeigt.

    Eine Jurisdiktion, die die Gültigkeit von Beichten im neuen CIC aufs Schärfste einengt, wo sie doch sonst alles laufen lässt und damit auch das, was immer üblich war in der Kirche gekappt hatte. Die totale Verengung der Gültigkeit von Beichten gehört mit in das Programm des Glaubensabfalls.

    Es ist ohnehin zweifelhaft, dass das reuige Herz eines Sünders auf Granit beißen sollte, nur weil die Männer der Kirche den Geboten Gottes ungehorsam geworden sind und eine perverse Beichtpraxis eingeführt haben: man beichtet gar nicht mehr, aber wenn, dann nur bei Priestern, die selbst höchst zweifelhaft sind.

    Wie wohl Gott dieses erbärmliche Schauspiel sieht, das den Sünder trotz Reue brüskiert wissen wollte, den falschen Hirten aber höher bewertete als die Reue?

    O mein Gott!

    3. Die FSSPX setzt dem Gültigkeitsargument entgegen, dass ihre Beichten auch vorher schon gültig waren und warum.

    Wofür dankt sie dann aber dem „Heiligen Vater“?
    Dafür dass er ihnen zugesteht, was ihnen ihrer Ansicht nach, doch ohnehin gebührt?

    4. „Jahr der Umkehr“ – aha!
    Aus dem Vatikan heißt es allerdings „Jahr der Barmherzigkeit“.

    So labert man sich die Welt schön – und die Kirche.

    Wer ein bisschen logisch denkt, kann das alles nur als chaotisch, verwirrend und unwürdig empfinden.
    Und dies sowohl auf F.s Seite als auch aufseiten der FSSPX.

    • Wofür die FSSPX dankt? Das steht doch da: Für die väterliche Geste. Und eine solche ist an sich gut. Dafür kann man danken. Die Erklärung der Piusbruderschaft ist gelungene Diplomatie und ich zolle dieser Respekt. Die Wortwahl ist sehr gut.
      Soweit zu Ihrem Punkt 3.
      Zu Punkt 2: Ob Franziskus die Logik des Umkehrschlusses hier wirklich bewußt ist, ich weiß es nicht. Neige dazu, seine Worte nicht zu hoch zu hängen, der redet soviel Unbedachtes, daß sich solche Spekulationen eigentlich verbieten.
      Zu 4.: Umkehr ist das Entscheidende. Ihr dient auch die Barmherzigkeit. Wenn in der Erklärung also die Intention des Heiligen Jahres konsequent zuende gedacht wird und dies auch ausgedrückt ist, geht es noch besser?
      Was 1. angeht, so hoffe ich dies. Die Erklärung der FSSPX kam so schnell, daß es auch ein abgekartetes Spiel gewesen sein könnte. Und bei Abtreibung hören die Konservativen ja ohnehin zu. Andererseits ist die FSSPX doch recht klar aufgestellt und eine solche diplomatische Erklärung schütteln die wohl aus dem Ärmel. Das hätte früher fast jeder Bischof gekonnt.

    • Ich bin der Meinung, dass in diesen Zeiten der Verwirrung jeder Katholik schauen muss, was er an Nähe oder Distanz zu den versagenden kirchlichen Autoritäten vor seinem Gewissen vertreten kann, ohne dabei die Nähe zu Jesus Christus zu verlieren. Es gibt da einfach keine eindeutig „richtigen“ Lösungen mehr.

      Deshalb ist es müßig, sich unter Katholiken gegenseitig vorzuwerfen, dass man „zu sehr“ oder „zu wenig“ papsttreu ist und sich aneinander abzuarbeiten. Die Verantwortung für die Situation der Kirche liegt in erster Linie bei der Hierarchie und nicht bei den Gläubigen. Auch wenn viele von diesen gerne bei der Glaubenszerstörung mittun. Das bedeutet allerdings nicht, dass man nicht erklären können muss, warum man den eigenen Standpunkt für den besten hält, und sich einer sachlichen Diskussion der eigenen Argumente stellen sollte. Zum Schluss läuft es aber immer darauf hinaus, dass keiner nur gewinnende Argumente für sich hat, weil Gottes Wege mit Seiner Kirche ganz anders laufen, als alle menschliche Vorstellungskraft es jemals voraussah.

      Persönlich finde ich dieses Schreiben des Papstes , wie alle seine Aussagen, ziemlich verwirrend.

      Höchstwahrscheinlich hat ihm einfach die Dickköpfigkeit der Pius-Tradis imponiert und nun meint er, diese Leute müsse man doch auch für seine Vision der Kirche nutzbar machen können.

      Wie oft führt er sich auch hier wieder als „absoluter Herrscher“ über den Glauben und die Kirche auf, der aber in seinem Größenwahn gar nicht willens ist, die Auswirkungen seines Handels abzusehen.

      Dies Mal profitiert von diesem Narzismus auch mal die Piusbruderschaft. Der Shitstorm durch die bisher „Franziskus-Begeitsterten“ ist damit aber vorprogrammiert und ich bin gespannt, was von der großzügigen Geste am Ende noch übrig bleibt.

      Ich habe mich schon bei „Summorum Pontificium“ gefragt, wofür ich mich beim Papst eigentlich bedanken soll. Aber das ist meine deutsche Denkweise. In anderen, besonders den romanischen Ländern (das kenne ich aus eigener Erfahrung auch) ist so ein „Dankeschön“ für eine Nichtigkeit einfach eine Frage des höflichen Umgangs. Man tut es zähneknirschend, aber es gehört sich einfach so, und man würde sich nicht die Blöße geben, unhöflich zu sein, auch und gerade weil man danach sagen kann, dass man eigentlich nichts von dem „Geschenk“ hält.

      • Ihr erster Absatz trifft die Sachlage vermutlich auf den Punkt – allerdings hat zu dieser Verwirrung dann eben nicht nur das Vat. II, sondern auch das Vat. I erheblich beigetragen. Wäre der Primat des Papstes damals nicht so unglaublich übersteigert worden (wobei das Dekret Pastor aeternus ja nicht unfehlbar ist, sondern nur das Dogma am Ende, und das ist moderat…).

        Erst durch diese absurde Überhöhung des Papstes auch jenseits von ex cathedra-Akten (und diese Überhöhung kommt sowohl im restlichen, wenn auch fehlbaren Dekret zum Ausdruck, als auch später noch einmal extrem autoritär überzeichnet (noch mehr als ohnehin schon zuvor!!!) durch Pius X.) stellt uns Gläubige ja erst in diese Zerreißprobe.

        Dermaßen „total“ auf den Papst eingeschworen, können wir uns nicht mehr drehen und nicht mehr wenden.
        Denn alles, was hier läuft, alles, was die Bruderschaft sich leistet, die sich so hehr auf Pius X. und dessen superautoritäre Amtsauffassung beruft, ist ein einziger Hohn auf den vom Heldenpapst formulierten Papst-Absolutismus.
        Niemand verstößt extremer gegen den Primaten des Papstes als die FSSPX – sie lässt nichts aus, nicht mal unerlaubte Bischofsweihen.
        Das Anstößige daran ist aber nicht, dass sie es in der Glaubensnot erwägt und tut, sondern dass sie bei all dem eine völlig absurde und infantile Papstanhänglichkeit bekundet, die sie gleich anschließend wieder mit Füßen tritt.
        Daran kann man nur irre werden – oder die FSSPX-Herrscher sind etwas schwach im Fach Logik oder sie sind U-Boote.

        Man darf ja nicht übersehen, dass noch zu Zeiten des Honorius etwa kein derart absolutistisches Papstbild galt und auch im Arianerstreit sehr viel mehr Spielraum möglich war, sich dem Papst oder irrigen Bischöfen entgegenzustellen.

        Mit dem Vaticanum I und dann v.a. Pius X. war das aber per definitionem ausgeschlossen!

        Eine wirklich notwendige „Lücke“, um mit einem häretischen Papst fertigzuwerden, war damit ein für allemal kassiert worden!

        Das ist der Grund, warum ich allmählich den Verdacht habe, dass schon das Vat. I bei allem „konservativen“ Anschein (konservativ ist ja nicht immer richtig!) im Grunde den Keim für die nachfolgende Katastrophe gelegt hat.

        Wie man es dreht – es ist ein rundes Quadrat. Erkennt man den Papst nicht an, weil er ein Häretiker ist, verliert man den notwendigen Kontakt zur Jurisdiktion (auf Dauer – das supplet hält ja nicht ewig…). Erkennt man ihn an, bekennt man die Gemeinschaft mit einem Häretiker, was einen selbst zum Häretiker oder Schismatiker (im Falle fortgesetzten „Ungehorsams“ und „Widerstands“) qualifiziert.

        Aber eines glaube ich niemals: dass der Herr uns deshalb ins Leere laufen ließe.
        Nicht vom Papst leiten wir uns letztendlich her, sondern von Jesus Christus.
        Er ist der Herr, und wenn die Männer dermaßen versagen, wie sie es tun, dann schenkt der Herr sicherlich außerordenliche Gnaden denen, deren Herz aufrichtig ist.

        Sonst wäre das nicht unser Herr!

      • Hochgeehrte @T. de Ahumada,
        Mit Ihrem Kommentar haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.

        Die Priesterbruderschaft St.-Pius X hat natürlich auch gesehen, daß diese wichtige und natürlich die Bruderschaft primär betreffende Nachricht nicht an sie adressiert war, wie es die Höflichkeit und der gute Stil fordert, sondrn nur in einem Brief an Erzbischof Fisichella.

        Franziskus liebt es zu verdutzen, zu verwirren: das ist alles schon lange bekannt und hervorragend dokumentiert.
        Wenn man die Ereignisse und Aussagen der letzten zweieinhalb Jahren übersieht, ist es äusserst unklar wieso (wie in dem Schreiben ausgedruckt) gerade in diesem Tohuwabohu-laden sich „der Schoß der Kirche“ befinden würde.
        Natürlich sind die Sakramente, darunter die Beichte, bei der Priesterbruderschaft St.-Pius X gültig und erlaubt;
        in vielen Diözesen gibt es nämlich überhaupt in der modernistischen „Kirche“ keine Beichte, keine Krankensalbung mit Viatikum, kein Hl.Meßopfer, keine gültige Priesterweihe und Firmung mehr.
        Diese Sakramente werden nicht mehr angeboten; das Kirchenvolk ist durch 50 Jahr defekte und /oder nicht stattgefundene Katechese so ignorant, daß es von den Sakramenten nichts mehr versteht.
        Durch das zutiefst zerstörerische Wirken von einigen kriminellen Bischöfen ist die Sakramentalität ihrer Aktionen ausgeschlossen-damit entfällt auch die apostolische Sukzession.

        Die Einheit der Kirche wird immer in der Wahrheit begründet sein.
        Daß in dieser pastoralen Notsituation (in vielen Gebieten flandrns wird die Beichte überhaupt nicht mehr angeboten oder gleich durcheine (1x pro Jahr stattfindende!) Massendienst zur Versöhnung und Stärkung (vonBuße ist keine Rede mehr) ersetzt.
        Unter diesem Aspekt ist es eine väterliche Geste seitens Franziskus für die Gläubigen der modernen Kirche daß diese die Beichte bei den Priestern der FSSPX ablegen dürfen.
        DAs ist ein gewaltiges Pfund womit sich wuchern läßt: viele verängstigte Gläubigen, viele gläubige Menschen mit Skrupel, haben jetzt die Möglichkeit die FSSPX kennenzulernen auf ihrem ureigenstem Gebiet, nämlich die Linderung der pastoralen Nöten des schändlichst im Stich gelassenen Kirchenvolks.
        Was den „Dank“ betrifft, haben Sie recht:
        Merci hat eine andere Bedeutung als „Herzlichen Dank“;
        Und es wäre eine Torheit eine gute Chance zur Stärkung des Glaubens (und wohl auch zur Stärkung der fSSPX) nicht wahrzunehmen.
        .

      • Sehr geehrte Zeitschnur,
        Sie schreiben: „Wie man es dreht – es ist ein rundes Quadrat. Erkennt man den Papst nicht an, weil er ein Häretiker ist, verliert man den notwendigen Kontakt zur Jurisdiktion (auf Dauer – das supplet hält ja nicht ewig…). Erkennt man ihn an, bekennt man die Gemeinschaft mit einem Häretiker, was einen selbst zum Häretiker oder Schismatiker (im Falle fortgesetzten „Ungehorsams“ und „Widerstands“) qualifiziert.“

        Das ist, was ich damit meinte, dass hier keiner mehr sagen kann, dass er alle Argumente für sich hat.Wie man sich bezüglich Papst und „Amtskirche“ verhält, kann in einer Situation wie der unsrigen nur noch eine Frage der sehr persönlichen Gewissenentscheidung sein und ich werde den sprichwörtlichen „Teufel“ tun, über das Gewissen der Petrusbrüder oder der Sedisvakantisten zu richten, ja noch nicht einmal über das der „Neukatholiken“ werde ich richten. Ich kann mich erklären, warum ich dieses oder jenes selbst nicht vertreten kann und „Punkt“.

        Was das erste Vatikanum und die dadurch überhöhte Rolle des Papstes in der Kirche angeht, widerspreche ich Ihnen nicht. Diese Befürchtungen hat es wohl damals schon gegeben und nicht nur unter denen, die später zu den „Altkatholiken“ abgefallen sind. Allerdings kenne ich mich theologisch und historisch mit dem Primat nicht so gut aus, dass das mehr sein könnte, als meine persönliche Ansicht. –

        Im übrigen bin ich der Meinung, dass die Piusbruderschaft zwar sehr vieles falsch macht, weil sie aufgrund ihrer langen „Rettungsboot“-Situation inzwischen ziemlich „weltfremd“ geworden ist, dabei aber meistens eine gute Intention hat. Ich nehme in meinem Priorat in dieser Beziehung selten ein Blatt vor den Mund. Manche Priester können damit schlechter umgehen als andere. Das ist aber auch nur menschlich. Ich erwarte keine perfekte Gemeinschaft und ich bin mir bewusst, dass meine Kritik auch nicht immer verstanden wird. Letztlich ist die Bruderschaft für sich selbst verantwortlich. (Die Gläubigen, die sich ihn ihre Hände begeben ja auch.) Aber ich bin dankbar, dass es diese Priester gibt. Letzlich zählt nur unser Herr Jesus Christus und dessen Willen.

        Ich habe zwanzig Jahre als Konvertitin meinen Glauben in der „Amtskirche“ praktizieren müssen.Gegen das, was ich da erlebt habe, sind unsere internen „Tradi“-Empfindlichkeiten immer noch nur „Peanuts“ gewesen.

        Auch „Tradis“ sind nur Menschen.

    • Vergelt’s Gott für diesen wichtigen Kommentar!
      Die Jubelei mancher Zuschreiber hier ist völlig unverständlich.
      Wenn der Erzbischof Rom als vom Glauben abgefallen bezeichnet, man sich in seiner Bruderschaft einig ist, dass die Römer Liberale, also Ungläubige sind, dann muss man auch kohärent handeln und darf nicht noch Dankbarkeit bekunden, wo kein Dank geschuldet ist.

    • @adrien antoine:

      Ja, ich gebe Ihnen recht. Es ist die pastorale Notsituation die den Ausschlag gibt. Es ist aber auch der katholische Bildungsnotstand der zu berücksichtigen ist, und der herrscht ja leider auch unter den Klerikern. Selbst die wissen oft nicht mehr, wo im Glauben „oben“ und „unten“ zu verankern sind.

      Ich mag keinen Stab über Leute brechen, die sich vielleicht an „Medjugorje“ als letzten Strohhalm des Heils klammern. Die Leute wissen ja gar nicht mehr, warum das alles nicht stimmen kann. Die haben keine Voraussetzungen mehr, richtig von falsch zu unterscheiden. Da herrscht einfach heillose Verwirrung.

      Und wir untereinander (leider auch die Piusbruderschaft) erlauben uns den Luxus uns gegenseitig zu „exkommunizieren“ nur weil ein Priester die Messe „una cum“ oder auch nicht zelebriert, weil der eine von einem Bischof, der keinen Schimmer vom Katholisch-Sein mehr hat, „erlaubt“ wurde und der andere nicht.

      Wie gesagt, ich bin skeptisch gegenüber dem Papst und seinen Intentionen. Aber ich habe gestern abend Menschen erlebt, die Tränen der Rührung in den Augen hatten, weil sie jetzt in der Verwandtschaft als Katholiken wieder „rehabilitiert“ sind. Eine Dame (die eigentlich eine implizite Sedisvakantistin ist, aber aus familiären Gründen bisher gezwungen wurde, nur bei der Petrusbruderschaft zu praktiziern) sagte mir: „Das muss der Heilige Geist gewirkt haben. Ich bin mir sicher, dass dieser Mann das gar nicht will, dass ich mich jetzt endlich auf ihn berufen kann. Das ist wunderbar!“

      Man kann das natürlich auch hinterfragen, aber ich bin dankbar dafür, dass Bischof Fellay etwas dipomatischer ist, als ich es mit meiner persönlichen bitteren Erfahrungen oft in ähnlichen Situationen fertigbringen würde.

      Antworten

    • … schon klar – aber dass die FSSPX überhaupt ihr ganzes „Widerstandstheater“ spielt, lässt sich doch nur mit der Auffassung begründen, dass die „normalen“ Sakramente entweder zweifelhaft oder „schädlich“ (was immer das heißen soll) seien und diese unerlaubte Praxis unerlässlich für das Seelenheil der Katholiken sei. Oder nicht? Wenn nicht, warum macht man es dann?!

      Ein Dank ist daran – an dieser Begründungssituation – gemessen absurd, denn man widersteht ja dem Papst in dessen Wahn… und nicht in dessen rechter Sicht der Dinge.

  8. Ich sehe es ganz PRAGMATISCH und bin einfach nur froh, jetzt viel einfacher Mitgläubige aus meinem MARIANISCHEN Gebetskreis („Werk der Krone des Unbefleckten Herzens Mariens“) dazu bewegen zu können, in Innsbruck die dort täglich gefeierte Heilige Messe der PIUS-Brüder zu besuchen. Ausserdem kann mir so mein Beichtvater, der der PETRUS-Bruderschaft angehört, jetzt keinerlei Stress mehr machen, wenn ich das selber tue.

    Ansonsten bemühe ich mich um Gelassenheit im Sinne des Gamaliel aus der Apostelgeschichte: DIE WAHRHEIT WIRD SICH DURCHSETZEN! Also halten wir doch den Ball etwas flacher!

    • Nur dumm, dass offenbar auch Franziskus ein „Pius-Begeisterter“ ist; dies sollte für einen ED-Blogger Grund genug zu sein, hämische Kommentare, noch dazu losgelöst vom geschichtlichen Hintergrund, zu verfassen.

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