Piusbruderschaft dankt Papst Franziskus für „seine väterliche Geste“

Bischof Bernard Fellay
Bischof Bernard Fellay dankte dem Papst für „seine väterliche Geste“

(Rom/Menzingen) Die Priesterbruderschaft St. Pius X. dankte Papst Franziskus für die „väterliche Geste“, mit der er verfügte, daß die Lossprechung von den Sünden durch Priester der Piusbruderschaft während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit „gültig und erlaubt“ empfangen werden kann.

Das Generalhaus, der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Priesterbruderschaft, veröffentlichte ein entsprechendes Kommuniqué. Unterdessen gehen die Kontakte zwischen dem Generalrat der Bruderschaft und den zuständigen Stellen des Heiligen Stuhls weiter auf der Suche nach einer Lösung, die eine volle Gemeinschaft und die kanonische Anerkennung der Bruderschaft ermöglicht.

Kommuniqué des Generalhauses der Piusbruderschaft zum Papstbrief

Das Kommuniqué des Generalhauses der Priesterbruderschaft St. Pius X. zum Brief des Papstes Franziskus anlässlich des herannahenden Heiligen Jahres im vollständigen Wortlaut:

„Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat durch die Presse die Verfügungen von Papst Franziskus anlässlich des kommenden Heiligen Jahres vernommen.

Im letzten Abschnitt seines Briefes, den er an den Erzbischof Rino Fisichella, den Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung richtet, schreibt der Heilige Vater: ‚[Ich] bestimme […] in der Zwischenzeit in eigener Verfügung, dass diejenigen, die während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit das Sakrament der Versöhnung bei den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. empfangen, gültig und erlaubt die Lossprechung von ihren Sünden erlangen.‘

Die Priesterbruderschaft drückt dem Obersten Hirten für seine väterliche Geste ihren Dank aus. In der Verwaltung des Bußsakramentes hat sie sich immer und mit völliger Sicherheit auf die außerordentliche Jurisdiktion, wie es die Normae generales des Kanonischen Rechtes festhalten, gestützt. Aus Anlass dieses Heiligen Jahres will Papst Franziskus, dass alle Gläubigen, die bei den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. beichten möchten, dies ohne jede Beunruhigung tun können.

In diesem Jahr der Umkehr liegt es den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. am Herzen, mit neuem Großmut ihrem Amt als Beichtvater zu obliegen, indem sie dem Beispiel des unermüdlichen Einsatzes, das der hl. Pfarrer von Ars allen Priestern gegeben hat,  folgen.

Menzingen, den 1. September 2015

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican Insider

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Lea

Zu tief in trübe Gewässer
gelangte das Fischlein.
Und sah den klebrigen Greifarm nicht.

Malte

Und die Moral von der Geschicht:
„Schwimm in trübe Gewässer nicht!“
Was lernen wir daraus: Nur im klaren Wasser bleibt man bei klarem Verstand!

Piux

Das ist nur eine Taktik Roms. Ich hoffe, dass die gesamte Priesterbruderschaft standhaft bleibt, und der Konzilskirche nicht auf den Leim geht. „Rom hat den Glauben verloren“, sagte bereits Erzbischof Lefebvre im Oktober 1987 – und da hat sich daraufhin nichts geändert – im Gegenteil.

Tridentinus

Sehr gute Stellungnahme. An die Stelle der in Anspruch genommenen, außerordentlichen Beichtjurisdiktion tritt ordentliche Beichtvollmacht vorläufig während des Hl. Jahres. Ich vermute aber, sie wird danach nicht zurückgenommen, sondern Franziskus findet in der Zwischenzeit eine unerwartet-unkonventionelle Gesamtlösung.

Joseph-P

In Richard Wagners „Walküre“ sagt Wotan:

„Doch mit dem ich vertrug,
ihn darf ich nicht treffen;
machtlos vor ihm erläge mein Mut:
das sind die Bande, die mich binden:
der durch Verträge ich Herr,
den Verträgen bin ich nun Knecht.“

FSSPX, hütet Euch.

Zoe

Man kann übrigens auch Gefangener (Knecht) seines eigenen Stolzes sein: Theologisch bezeichnet man das als „Sünde gegen den HL. GEIST!“

Shuca

„FSSPX, hütet Euch.“
Das ist wohl war. Spätestens wenn sie die Anerkennung des Konzils und seines Geistes verlangen werdet ihr erkennen worum es ihnen geht.
Per Mariam ad Christum.

fredius

Es ist richtig, der Christ muss wachsam sein und bleiben. Das ist eines der großen Rätsel von
Franziskus mit seinen Gegensätzen. Aber es ist in diesem Fall das Positive zu sehen. Christen
können unbeschwert bei den Priestern der Bruderschaft beichten und zur Hl. Kommunion gehen.
Obwohl das bisher auch erlaubt war, ist es für Unsichere jetzt eine offizielle Bestätigung. Es ist
aber ausgeschlossen, dass sich die Piusbruderschaft umgarnen und vereinnahmen lässt.

michael

Das sehe ich auch so.
Erst seine Hetze gegen den Pelegianismus, das Verhalten gegen die Franziskaner der Immakulata etc.
Nein, er wirft einen Allgemeinplatz wie „Versoehnung“ in den Raum und am Ende kommt natuerlich die Forderung nach uneingeschraenkter Anerkennung des furchtbaren Konzils.
Ich gehe sogar noch weiter, am Ende steht die Exkommunikation von FSSPX, die sich die Mietlingsbischoefe um Franz so sehnlichst wuenschen.

Wolfram Schrems

Das ist sicher erfreulich.

Die Fragen sind nur: Wie geht es nach Abschluß dieses Jahres der Barmherzigkeit weiter?

Und: Ist sich der Papst dessen bewußt, daß sich die SSPX große Verdiense um die Weitergabe des vollen Glaubens erworben hat, somit auch nicht bloß Empfängerin „milder Gaben“ bzw. Gunsterweise ist?

zeitschnur
Analysieren wir doch nüchtern diesen Text der Bruderschaft: 1. Sie erfuhr aus der Presse über F.s Verfügung. F. hat der Priesterbruderschaft selbst offenbar nichts mitgeteilt. 2. Wenn F. sagt, er bestimme, dass die Gläubigen im heiligen Jahr „gültig und erlaubt“ bei der FSSPX beichten können, dann glaubt er, es sei vorher weder gültig noch erlaubt gewesen. Dass es nicht „erlaubt“ war, ist klar. Dass es aber nicht gültig gewesen sein soll, dürfte unklar bleiben. Und wenn es jetzt plötzlich gültig sein sein aufgrund eines reinen Willküraktes, wieso war es dann vorher ungültig? Chaos pur! Aber das kommt davon, wenn man… weiter lesen »
Kirchen-Kater
Wofür die FSSPX dankt? Das steht doch da: Für die väterliche Geste. Und eine solche ist an sich gut. Dafür kann man danken. Die Erklärung der Piusbruderschaft ist gelungene Diplomatie und ich zolle dieser Respekt. Die Wortwahl ist sehr gut. Soweit zu Ihrem Punkt 3. Zu Punkt 2: Ob Franziskus die Logik des Umkehrschlusses hier wirklich bewußt ist, ich weiß es nicht. Neige dazu, seine Worte nicht zu hoch zu hängen, der redet soviel Unbedachtes, daß sich solche Spekulationen eigentlich verbieten. Zu 4.: Umkehr ist das Entscheidende. Ihr dient auch die Barmherzigkeit. Wenn in der Erklärung also die Intention des… weiter lesen »
T. de Ahumada
Ich bin der Meinung, dass in diesen Zeiten der Verwirrung jeder Katholik schauen muss, was er an Nähe oder Distanz zu den versagenden kirchlichen Autoritäten vor seinem Gewissen vertreten kann, ohne dabei die Nähe zu Jesus Christus zu verlieren. Es gibt da einfach keine eindeutig „richtigen“ Lösungen mehr. Deshalb ist es müßig, sich unter Katholiken gegenseitig vorzuwerfen, dass man „zu sehr“ oder „zu wenig“ papsttreu ist und sich aneinander abzuarbeiten. Die Verantwortung für die Situation der Kirche liegt in erster Linie bei der Hierarchie und nicht bei den Gläubigen. Auch wenn viele von diesen gerne bei der Glaubenszerstörung mittun. Das… weiter lesen »
zeitschnur
Ihr erster Absatz trifft die Sachlage vermutlich auf den Punkt – allerdings hat zu dieser Verwirrung dann eben nicht nur das Vat. II, sondern auch das Vat. I erheblich beigetragen. Wäre der Primat des Papstes damals nicht so unglaublich übersteigert worden (wobei das Dekret Pastor aeternus ja nicht unfehlbar ist, sondern nur das Dogma am Ende, und das ist moderat…). Erst durch diese absurde Überhöhung des Papstes auch jenseits von ex cathedra-Akten (und diese Überhöhung kommt sowohl im restlichen, wenn auch fehlbaren Dekret zum Ausdruck, als auch später noch einmal extrem autoritär überzeichnet (noch mehr als ohnehin schon zuvor!!!) durch… weiter lesen »
Adrien Antoine
Hochgeehrte @T. de Ahumada, Mit Ihrem Kommentar haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Priesterbruderschaft St.-Pius X hat natürlich auch gesehen, daß diese wichtige und natürlich die Bruderschaft primär betreffende Nachricht nicht an sie adressiert war, wie es die Höflichkeit und der gute Stil fordert, sondrn nur in einem Brief an Erzbischof Fisichella. Franziskus liebt es zu verdutzen, zu verwirren: das ist alles schon lange bekannt und hervorragend dokumentiert. Wenn man die Ereignisse und Aussagen der letzten zweieinhalb Jahren übersieht, ist es äusserst unklar wieso (wie in dem Schreiben ausgedruckt) gerade in diesem Tohuwabohu-laden sich „der Schoß der… weiter lesen »
T. de Ahumada
Sehr geehrte Zeitschnur, Sie schreiben: „Wie man es dreht – es ist ein rundes Quadrat. Erkennt man den Papst nicht an, weil er ein Häretiker ist, verliert man den notwendigen Kontakt zur Jurisdiktion (auf Dauer – das supplet hält ja nicht ewig…). Erkennt man ihn an, bekennt man die Gemeinschaft mit einem Häretiker, was einen selbst zum Häretiker oder Schismatiker (im Falle fortgesetzten „Ungehorsams“ und „Widerstands“) qualifiziert.“ Das ist, was ich damit meinte, dass hier keiner mehr sagen kann, dass er alle Argumente für sich hat.Wie man sich bezüglich Papst und „Amtskirche“ verhält, kann in einer Situation wie der unsrigen… weiter lesen »
Arrow

Vergelt’s Gott für diesen wichtigen Kommentar!
Die Jubelei mancher Zuschreiber hier ist völlig unverständlich.
Wenn der Erzbischof Rom als vom Glauben abgefallen bezeichnet, man sich in seiner Bruderschaft einig ist, dass die Römer Liberale, also Ungläubige sind, dann muss man auch kohärent handeln und darf nicht noch Dankbarkeit bekunden, wo kein Dank geschuldet ist.

T. de Ahumada
@adrien antoine: Ja, ich gebe Ihnen recht. Es ist die pastorale Notsituation die den Ausschlag gibt. Es ist aber auch der katholische Bildungsnotstand der zu berücksichtigen ist, und der herrscht ja leider auch unter den Klerikern. Selbst die wissen oft nicht mehr, wo im Glauben „oben“ und „unten“ zu verankern sind. Ich mag keinen Stab über Leute brechen, die sich vielleicht an „Medjugorje“ als letzten Strohhalm des Heils klammern. Die Leute wissen ja gar nicht mehr, warum das alles nicht stimmen kann. Die haben keine Voraussetzungen mehr, richtig von falsch zu unterscheiden. Da herrscht einfach heillose Verwirrung. Und wir untereinander… weiter lesen »
Morgenes

Zu 3.:
Der Dank gilt nur der väterlichen „Geste“ und nicht einer Erlaubnis oder Genehmigung.

zeitschnur

… schon klar – aber dass die FSSPX überhaupt ihr ganzes „Widerstandstheater“ spielt, lässt sich doch nur mit der Auffassung begründen, dass die „normalen“ Sakramente entweder zweifelhaft oder „schädlich“ (was immer das heißen soll) seien und diese unerlaubte Praxis unerlässlich für das Seelenheil der Katholiken sei. Oder nicht? Wenn nicht, warum macht man es dann?!

Ein Dank ist daran – an dieser Begründungssituation – gemessen absurd, denn man widersteht ja dem Papst in dessen Wahn… und nicht in dessen rechter Sicht der Dinge.

Michael koppe

Ich sehe es ganz PRAGMATISCH und bin einfach nur froh, jetzt viel einfacher Mitgläubige aus meinem MARIANISCHEN Gebetskreis („Werk der Krone des Unbefleckten Herzens Mariens“) dazu bewegen zu können, in Innsbruck die dort täglich gefeierte Heilige Messe der PIUS-Brüder zu besuchen. Ausserdem kann mir so mein Beichtvater, der der PETRUS-Bruderschaft angehört, jetzt keinerlei Stress mehr machen, wenn ich das selber tue.

Ansonsten bemühe ich mich um Gelassenheit im Sinne des Gamaliel aus der Apostelgeschichte: DIE WAHRHEIT WIRD SICH DURCHSETZEN! Also halten wir doch den Ball etwas flacher!

Adrien Antoine

Sie haben es treffend gesagt.

Tradition und Glauben

Jemand hat hier einmal danach gefragt, ob es stimme, dass über 50% der bereits geweihten Priester der FSSPX die Bruderschaft verlassen hat. Nach https://zelozelavi.wordpress.com/2015/08/29/600-priester/ ist es sogar mehr, wenigstens für den angegebenen Zeitraum.

Der Autor scheint glaubwürdig und verfügt über viele Innenansichten.

Dies für unsere „Pius-Begeisterten“.

Carlo

Nur dumm, dass offenbar auch Franziskus ein „Pius-Begeisterter“ ist; dies sollte für einen ED-Blogger Grund genug zu sein, hämische Kommentare, noch dazu losgelöst vom geschichtlichen Hintergrund, zu verfassen.

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