Totenmesse für Ex-Nuntius Wesołowski fand im Ritus für Laien statt

Jozef Wesolowski: Begräbnis als Laie
Jozef Wesolowski: Begräbnis als Laie

(Rom) Die Begräbnis von Józef Wesołowski, des ehemaligen Apostolischen Nuntius der Dominikanischen Republik und Titularerzbischofs, fand nicht im Ritus für Bischöfe, sondern für Laien statt. Wesołowski war von der Glaubenskongregation des sexuellen Kindesmißbrauchs für schuldig befunden und in den Laienstand zurückversetzt worden.

Der polnische Kurienerzbischof Konrad Krajevski, seit Sommer 2013 Päpstlicher Almosenier, leitete die Totenmesse für den ehemaligen polnischen Vatikan-Diplomaten, der im August 2013 von Papst Franziskus seines Amtes enthoben worden war (siehe Ex-Vatikandiplomat Wesołowski tot – Ihm drohten bis zu zehn Jahre Haft wegen Kindesmißbrauch).

Wesołowski war vom Vatikan verhaftet worden und stand unter Anklage. Im September 2014 hatte der Strafprozeß gegen den ehemaligen Bischof begonnen, mußte aber wegen gesundheitlicher Probleme Wesołowskis vertagt werden. Aus diesem Grund gewährte ihm Papst Franziskus Hausarrest.

Am 11. Juli 2015 sollte der Prozeß fortgesetzt werden, wurde aber, wegen der Verschlechterung von Wesołowskis Gesundheitszustandes erneut auf unbestimmte Zeit vertagt. Am 28. August ist der ehemalige Apostolische Nuntius gestorben. Ihm drohten bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Wesołowski hatte Rekurs gegen die Entscheidung der Glaubenskongregation eingelegt und seine Laisierung angefochten. Auch wenn das Urteil der Berufungsinstanz zum Zeitpunkt des Todes noch nicht veröffentlicht war, fand die Begräbnis für den Ex-Diplomaten dennoch mit dem Ritus für Laien statt. „Ein Zeichen des Respekts vor den unschuldigen Opfern“, so Vatican Insider.

Kurienerzbischof Krajewski hielt jedoch keine Predigt. Er forderte auf, „in Stille über den großen Schatz nachzudenken, den uns der Herr mit der Eucharistie geschenkt hat und ihn für unseren Bruder Józef darzubieten“. Es folgte eine lange Stille von fast zehn Minuten. „Eine Entscheidung des Zelebranten, Msgr. Konrad Krajewski“, wie der Vize-Vatikansprecher Pater Ciro Benedettini im Anschluß erklärte. Kurienerzbischof Krajewski wollte keine Stellungnahme abgeben.

Bei den Fürbitten wurde für Wesołowski und für die Opfer gebetet.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Santo Domingo Este

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3 Comments

  1. Frage, kann man eine gültig erteilte Priesterweihe oder Bischofsweihe überhaupt zurücknehmen, oder ist das eine Erfindung von Dr. Ratzinger, warum haben die Päpste zur Zeit der Kirchenspaltung davon keinen Gebrauch gemacht, man hätte sich theoretisch die ganze Kirchenspaltung erspart

  2. Ich finde es bedauerlich, dass ihm ein entsprechend seinem Rang zustehendes Begräbnis verweigert geblieben ist, es war ja noch kein abgeschlossener Prozess. Aber natürlich muss auch der Opfer Rechnung getragen werden.

    Wie auch immer. Ich bin Papst Franziskus sehr dankbar, dass der Pädophilie in den Reihen der Geistlichkeit weiterhin der Kampf angesagt ist. Man erinnere sich nur an den unsäglichen Kardinal Groer, der seine Finger nicht von Jungen lassen konnte. Entsetzlich wäre gewesen, wenn dieses schändliche Verhalten erst nach einer möglichen Papstwahl zum Vorschein gekommen wäre. Der Schaden für die Kirche wäre zugrunderichtend gewesen.

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