Vor der Bischofssynode – Vorrangige Option für die Familie (III)

Die Ehe, ein Sakrament
Die Ehe, ein Sakrament

Aus der Handreichung Vorrangige Option für die Familie. 100 Fragen und 100 Antworten im Zusammenhang mit der bevorstehenden Bischofssynode über die Familie vom 4. bis 25. Oktober 2015 im Vatikan.

5. Frage: Wenn nicht die Lehre, kann dann zumindest die kirchliche Disziplin in Sachen Ehe und Familie von der Synode geändert werden?

Antwort: Die Synode ist nicht ermächtigt, die kirchliche Disziplin in Sachen Ehe und Familie zu ändern. Dies kann nur der römische Papst, jedoch immer nur im Einklang mit der offenbarten Wahrheit und für das Heil der Seelen.
„Die kirchliche Disziplin kann nicht als eine nur menschliche und verwandelbare Realität angesehen werden, sie hat eine viel breitere Bedeutung. Die Disziplin schließt auch göttliches Recht, wie die Zehn Gebote, ein, die keinen Veränderungen unterworfen sind, selbst wenn sie nicht doktrinärer Natur sind. Das Gleiche kann von allen Regeln des göttlichen Rechts gesagt werden. Die Disziplin beinhaltet sehr oft alles, was der Christ als Lebensauftrag betrachten soll, um ein treuer Diener Jesu Christi zu sein“ (Kardinal Velasio De Paolis, Die wiederverheirateten Geschiedenen und die Sakramente der Eucharistie und der Buße, Vortrag am Regionalen Kirchengericht Umbrien, 8. Januar 2015, S. 29).

6. Frage: Gleichwohl hört man immer wieder, dass der Papst doch wohl kaum zwei Synoden zum Thema Familie einberufen wird, nur um das schon Vorhandene zu bestätigen. Stehen wir also vor einer „pastoralen Wende“?

Antwort: Wenn es stimmt, dass man keine Synode einberuft, nur um eine Lehre zu bestätigen, wird man sie umso weniger einberufen, um eine Lehre zu leugnen. Gerade deshalb muss verhindert werden, dass gewisse theologische Strömungen der Synode pastorale Vorschläge unterbreiten, die der katholischen Lehre widersprechen oder zweideutige Sprachwendungen unterstützen, die die echten Probleme und die richtigen Lösungen verschleiern.

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Angaben zur Handreichung:
Aldo di Cillo Pagotto/Robert F. Vasa/Athanasius Schneider: Vorrangige Option für die Familie. 100 Fragen und 100 Antworten im Zusammenhang mit der Synode. Vorwort von Jorge A. Kardinal Medina, Edizioni Supplica Filiale, Roma 2015, www. supplicafiliale.org

Die gedruckte Ausgabe in deutscher Sprache kann angefordert werden bei:
Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum (TFP)
Gladiolenstrasse 11
60437 Frankfurt am Main
segreteria.supplicafiliale [a] outlook.com
www.tfp-deutschland.org

Text: Giuseppe Nardi
Bild: InfoVaticana

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Bereits im Jahre 1902 warnte 
der Bischof von Rottenburg - Paul Wilhelm von Keppler -
vor dem Aufkommen moderner „Reformbestrebungen“ mit dem „Markenzeichen“ einer verschwommenen Sprache, der Verschwommenheit aller Begriffe:
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„Allen „modernen“ Reformbestrebungen (ich kann die katholischen nicht ausnehmen) ist gemeinsam 
eine große Verschwommenheit aller Begriffe und Ziele, eine erstaunliche Unklarheit über das eigene Wollen und Können, ein planloses Herumfahren im Nebel.
Darin liegt ihre Schwäche, aber auch ihre Gefahr für die vielen Unreifen und Urteilslosen.
[….]
Ein untrügliches Symptom falscher Reformbestrebungen ist es daher, wenn dieselben nicht im Namen des Heiligen Geistes, sondern im Namen des „Geistes der Zeit“ ans Werk gehen.

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Jochen
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