Vor der Bischofssynode – Vorrangige Option für die Familie (I)

Ehesakrament
Die Ehe, ein Sakrament

(Rom) Vom 4. bis 25. Oktober findet im Vatikan mit der XIV. Ordentlichen Generalversammlung der zweite und letzte Teil der Bischofssynode über die Familie statt. Unter dem Motto „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ soll die Bedeutung von Ehe und Familie auch im Heute deutlich gemacht und den Christen Hilfen geboten werden, auch schwierige Momente zu bestehen. Durch die Rede des emeritierten Kurienkardinals Walter Kasper beim Kardinalskonsistorium im Februar 2014, lenkte er die Diskussion rund um die Synode, aber auch beim ersten Teil der Synode im Oktober 2014 auf die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion. Eine Grundsatzfrage, die das Ehesakrament insgesamt berührt. Hinzukam bei der außerordentlichen Synode im vorigen Jahr der Versuch, eine Anerkennung der Homosexualität durch die Katholische Kirche zu erreichen.

Zur Verteidigung der kirchlichen Ehe- und Morallehre veröffentlichten drei Bischöfe eine Handreichung mit „100 Fragen und 100 Antworten im Zusammenhang mit der Synode“. In Anlehnung an die „Option für die Armen“, fordern Erzbischof Aldo di Cillo Pagotto SSS (Brasilien), Bischof Robert F. Vasa (USA) und Weihbischof Athanasius Schneider (Kasachstan) eine „Vorrangige Option für die Familie“. Katholisches.info hat darüber berichtet.

Die Handreichung wurde inzwischen auch ins Deutsche übersetzt und mit einem Vorwort von Kardinal Jorge Medina von der Initiative Supplica Filiale veröffentlicht. Dieser Internationale Appell an den Papst zur Zukunft der Familie ersucht im Zusammenhang mit der Bischofssynode mit einer „ergebenen Bitte“ Papst Franziskus, die katholische Ehe- und Morallehre zu bekräftigen. Diese Bitte wurde inzwischen bereits von über 400.000 Katholiken unterzeichnet.

Katholisches.info wird bis zur Synode und als systematische Vorbereitung auf die Synode in regelmäßigem Abstand zwei Fragen und Antworten der Handreichung veröffentlichen. Heute die ersten beiden Fragen und Antworten.

Die Menschen weigern sich, zu tun, was vom Worte Gottes vorgeschrieben ist. In Wahrheit betrachten sie das göttliche Wort selbst als Feind, aus dem einfachen Grund, dass es einen Befehl beinhaltet. Da ich dieses Wort wiedergebe, befürchte ich, dass auch ich von einigen als Feind betrachtet werde. Doch was liegt mir schon daran? Gott, der mich stark macht, treibt mich dazu, zu reden und die Einwände der Menschen nicht zu fürchten. Sollen sie es mögen oder auch nicht, ich werde reden!

Heiliger Augustinus von Hippo, 9. Predigt [über die Ehe], Nr. 3

1. Frage: Was ist eine Bischofssynode?

Antwort: Die Bischofssynode ist eine Dauereinrichtung der Katholischen Kirche. Sie wurde von Papst Paul VI. durch das Motu proprio Apostolica sollicitudo (15. September 1965) errichtet, mit dem Zweck, den Papst bei der Leitung der Weltkirche zu beraten, um so den vom 2. Vatikanischen Konzil verlangten „kollegialen Geist“ umzusetzen. Die Synode wird vom Papst einberufen und kann entweder als Generalversammlung, als außerordentliche Versammlung oder als Spezialversammlung zusammentreten.

2. Frage: Haben die Beschlüsse der Bischofssynode lehramtlichen Charakter und sind sie daher für die Gläubigen verbindlich?

Antwort: Die Synode hat ausschließlich beratende Funktion und keine lehramtliche Befugnis. Entscheidungsbefugnis hat sie nur dann – so wie jede andere Versammlung auch, wenn sie ihr vom Papst im Einzelfall übertragen wird. Im Allgemeinen holt sich der Papst von der Synode Anregungen, die er dann in einer postsynodalen Exhortatio Apostolica (Verlautbarung) veröffentlicht, wodurch die von der Synode durchgeführte Bewertung eines Themas der gesamten Kirche zugänglich gemacht wird.

Angaben zur Handreichung:
Aldo di Cillo Pagotto/Robert F. Vasa/Athanasius Schneider: Vorrangige Option für die Familie. 100 Fragen und 100 Antworten im Zusammenhang mit der Synode. Vorwort von Jorge A. Kardinal Medina, Edizioni Supplica Filiale, Roma 2015, www. supplicafiliale.org

Die gedruckte Ausgabe in deutscher Sprache kann angefordert werden bei:
Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum (TFP)
Gladiolenstrasse 11
60437 Frankfurt am Main
segreteria.supplicafiliale [a] outlook.com
www.tfp-deutschland.org

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Infovaticana

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1 Comment

  1. Kommunion für Geschiedene und Homosexualität sind keine Themen, die ernsthaft thematisiert
    werden können, denn von der Lehre der katholischen Kirche her, beinhalten diese schwere Sünden.
    Mir neuen Vokabeln und Halbwahrheiten wird hier das göttliche Gesetz missachtet und verwischt.
    Die Betreiber als solche haben offensichtlich keinen Glauben und keine Gottesfurcht. Wenn man
    bedenkt, es könnte der eine oder andere, wegen seines hohen Alters, schon morgen vor Gott ste-
    hen, kann man erst recht nicht verstehen, was diese Leute umtreibt.

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