Israel: Mordechai Vanunu / John Crossman, stellt achten Antrag auf Aufhebung der strengen Auflagen

Mordechai Vanunu John Crossman Israel Atombombe
John Crossman Mordechai Vanunu und die israelische Atombombe

(Tel Aviv) Mit der achten Eingabe an den Obersten Gerichtshof fordert der unter dem Namen John Crossman zum Christentum konvertierte israelische Nukleartechniker Mordechai Vanunu die Aufhebung der ihm auferlegten strengen Restriktionen, um zu seiner in Norwegen lebenden Frau reisen zu können.

Alle bisherigen Eingaben in den vergangenen elf Jahren wurden abgelehnt. Mordechai Vanunu, so seine amtliche Registierung, ist der Mann, der 1986 die bis dahin geheimgehaltene atomare Bewaffnung Israels aufgedeckt hatte. Offiziell bestreitet die israelische Regierung auch heute, über Atomwaffen zu verfügen.

Enthüller des israelischen Atomprogramms 1986 in Rom entführt – 18 Jahre Haft

Vanunu wurde, noch bevor die Enthüllung öffentlich bekannt wurde, vom israelischen Geheimdienst Mossad entführt und nach Israel gebracht. Angeklagt wegen Landesverrats und Angriffs auf die nationale Sicherheit wurde er 1988 zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Elf Jahre saß Vanunu in Isolationshaft. Erst nach Verbüßung der gesamten Haftstrafe wurde er 2004 unter strengen Auflagen entlassen.

Er darf das Land nicht verlassen. Wann immer er seine Unterkunft verläßt, muß er das den Sicherheitsbehörden mindestens 48 Stunden vorher melden. Er darf in der Öffentlichkeit mit Ausländern sprechen, aber jeweils nur mit einer Person und nicht länger als 30 Minuten. Telefon, Internetzugang und seine Unterkunft werden abgehört. Er darf kein Mobiltelefon benützen, keine Chat-Rooms aufrufen, keine Botschaften, Konsulate, Flughäfen oder Schiffshäfen betreten und muß sich in 500 Metern Mindestentfernung von der Staatsgrenze halten.

Crossman heiratete im Mai 2015 lutherische Theologin aus Norwegen

Enthüllung der Sunday Times. Fünf Tage zuvor war John Crossman vom Mossad in Rom entführt worden
Enthüllung der „Sunday Times“ (5.10.1986). Fünf Tage zuvor war John Crossman vom Mossad in Rom entführt worden

Mordechai Vanunu beantragte unter anderem die Aufhebung des Reiseverbots, um seine Frau in Norwegen besuchen zu können. Mit dem Namen John Crossman konvertierte Vanunu zum Christentum und wurde getauft. Im vergangenen Mai heiratete er die norwegische lutherische Theologin Kristin Joachimsen. Das Ja-Wort gab sich das Paar in der 1898 im Beisein von Kaiser Wilhelm II. in Jerusalem eingeweihten lutherischen Erlöserkirche. Joachimsen unterrichtet an der School of Theology in Oslo.

Vanunu arbeitete im Negev Nuclear Research Center von Dimona, als er 1986 der Sunday Times Details über die Anlage und das atomare Waffenprogramm Israels enthüllte.

Geboren wurde John Crossman 1954 als Mordechai Vanunu in Marrakesch, damals Französisch-Marokko. Die Kaufmannsfamilie orthodoxer, sephardischer Juden lebte in der Mellah, dem traditionellen jüdischen Viertel der Stadt. Als es in Marokko zu antisemitischen Vorfällen kam, emigrierte die Familie 1963 über die Jewish Agency nach Israel, wo sie im Wüstenort Beersheba angesiedelt wurde. Sein Vater widmete sich religiösen Studien und wurde dort als Rabbi anerkannt.

Marokkanischer Jude, Kampfpilot im Jom-Kippur-Krieg, Atomprogramm

Seinen Militärdienst leistete Mordechai Vanunu von 1971 bis 1974 als Pilot bei der Israelischen Luftwaffe und nahm am Jom-Kippur-Krieg teil. Anschließend nahm er an der Universität von Tel Aviv das Studium der Physik auf, das er nach einigen Semestern abbrach. 1976 nahm erveine Stelle als Techniker am Negev Nuclear Research Center an. 1979 begann er parallel im Negev an der Ben-Gurion-Universität ein Studium der Philosophie und der Geographie, das er 1985 erfolgreich abschloß.

Gleichzeitig distanzierte er sich zunehmend von der israelischen Außenpolitik, weshalb er als Mitarbeiter des nuklearen Forschungszentrums unter Beobachtung des Inlandsgeheimdienstes geriet. Ihm wurden später Kontakte zum Kommunismus nachgesagt, da Vanunu zahlreiche Auslandsreisen unternahm, die der israelische Nachrichtendienst aufmerksam registrierte.

1986 Konversion zum Christentum, Enthüllung, Entführung, Verurteilung

Hochzeit von John Crossman und Kirstin Joachimsen am 19. Mai 2015 in Jerusalemer Georgskathedrale
Hochzeit von John Crossman und Kristin Joachimsen (19. Mai 2015) in der anglikanischen Georgskathedrale Jerusalems

Im Juli 1986 konvertierte er während eines Australien-Aufenthalts mit dem Taufnamen John Crossman zum Christentum und schloß sich der Anglikanischen Kirche von Australien an. In Australien kam es zu Medienkontakten, die zu einer Einladung nach England führten. Im September desselben Jahres enthüllte Vanunu während seines London-Aufenthalts, einem Journalisten der Sunday Times das israelische Atomwaffenprogramm samt Photoaufnahmen.

Obwohl die Zeitung die Enthüllung erst am 5. Oktober veröffentlichte, hatte der israelische Geheimdienst bereits in Australien von den Medienkontakten erfahren. Um das gute israelisch-britische Verhältnis nicht zu belasten, wurde Vanunu vom Mossad nach Rom gelockt, dort am 30. September entführt und versteckt auf einem Schiff nach Israel gebracht.

Sechs Wochen leugnete Israel, etwas mit dem Verschwinden des Nukleartechnikers zu tun zu haben. Schließlich wurde von einem Regierungssprecher bestätigt, daß sich Vanunu in israelischer Haft befindet. Um seinen Aufenthalt zu verschleiern, wurde der Gefangene unter dem damals unbekannten Taufnamen John Crossmann registriert. 1988 erfolgte seine Verurteilung durch ein israelisches Gericht.

Seit er nach 18jähriger Haft unter strengen Auflagen 2004 freikam, lebt Crossman in der anglikanischen Niederlassung an der anglikanischen St. Georgs-Kathedrale von Jerusalem. Mehrfach wurde sein Zimmer von der Polizei durchsucht. Bereits 2004 stellte er einen Antrag auf Asyl und Staatsbürgerschaft in Norwegen. Die israelischen Behörden gehen davon aus, daß sich Vanunu bei Aufhebung der Reisebeschränkung nach Norwegen absetzen würde, wo seine Ehefrau lebt.

Im kommenden Monat wird der Oberste Gerichtshof über den Antrag entscheiden.

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews/Google

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73 Comments

  1. Eine äußerst schillernde Person und man fragt sich, was ihn antreibt – cui bono? Wer in geheimen Forschungszentren arbeitet, muss normalerweise Stillschweigen versprechen. Wenn einer für sein Land in einem militärischen Zentrum arbeitet, dann ist es überall auf der Welt Hochverrat, wenn er die inneren Vorgänge abfotografiert, die geheimen Informationen den westlichen Zeitungen anbietet und dies mit einer Verbissenheit und x-fach – nicht nur Israel würde mit so einem Mann nicht lange fackeln!

    Im Gegenteil – wären die Dinge wirklich so brisant, wäre dieser Mann in fast jedem mächtigeren Land der Welt kurzerhand ermordet und beseitigt worden. Dass er in israel einen normalen Prozess erhielt, spricht für Israel…oder dafür, dass die „Enthüllungen“ nicht „sooo“ wichtig sind, wie es dargestellt wird.

    Dass der Mann tatsächlich Kommunist wurde, nachdem er zuvor extrem rechts stand, ist eine Tatsache. Immerhin lässt sich die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei Israels nachweisen.

    Die ganze Sache ist gefundenes Fressen für die Atomkraft- und Atomwaffengegner aus aller Welt. Und sie spielen den Fall enorm hoch. Dem Mann wurde der alternative Nobelpreis verliehen – dem Preis, den der Grünenabgeordnete und Greenpeace-Aktivist Jakob von Uexküll gestiftet hat (Infos hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Wolmar_Jakob_von_Uexk%C3%BCll).

    Die Bekehrung zum Protestantismus – ja, was sagt uns das?

    Cui bono?
    Cui bono?

    Ja – cui bono, insbesondere bei Personen, die von einem Extrem ins andere fallen und durch die Mitgliedschaft in einer kommunistischen Partei mit Sicherheit interessant für eine der (ehemaligen) kommunistischen Supermächte waren bzw. sind, die systematisch arabische Staaten und palästinensische Terrorgruppen mit Waffen beliefert, ausgebildet und durch Propaganda unterstützt haben?

    • Na, der Nachweis der KP-Mitgliedschaft scheint ein ziemlicher Fake. Israel brachte viel Energie auf, um Vanunu nach seiner Verhaftung „unglaubwürdig“ zu machen.

      Apropos: Israel sollte für Christen kein goldenes Kalb sein, schon gar nicht für Katholiken. Das ist Politik, nichts mehr.

      • …ebenso sollte Israel auch keine negative Projektionsfläche sein, schon gar nicht für Katholiken, die mit ihrem Antijudaismus mehr Schaden angerichtet haben, als sich je noch einmal gutmachen lässt.

        Der rechtsgerichtete Katholik kommt ohne jüdische Strohmänner und „Zeugen“ gegen Israel oder das Judentum nicht aus – das ist in jedem Strategiespiel auch nur ein alter Hut.

        Und wie viele solcher Gestalten haben wir nicht auch, die aus der Kirche kommen oder kamen?
        Oder sprechen sie die Wahrheit über die von ihnen „enthüllten“ Machenschaften der Kirche?

        Auch die Negativzeichnung Israels ist Politik, nichts mehr – und immer noch bleibt stehen: Cui bono?

        Beantworten Sie diese Frage. Ich stellte sie bereits oben.

      • Übrigens habe ich das mit der Kommunistischen Partei aus dem Mund Vanunus selbst gelesen:

        „I met a Canadian author on my way to Greece, but nothing came of it. I traveled to Athens, Bangkok, and then went to Russia. I was 32 years old in a Moscow hotel, wondering if I should tell my story to the Red Army. I decided to leave, instead. The reason I had arrived there was that before I left the Dimona, I had checked out the Palestinian Communist Party to see how the communists worked. I was curious and wondered if they would help me once I left Israel. But when I witnessed the poverty and nothing but military cars everywhere, I decided to get out of there.“

        http://thearabdailynews.com/2015/05/08/mordechai-vanunu-reports-israel-renews-human-rights-restrictions-12th-year/

        Wie geagt: Das ist aus einem Interview, das Mordechai gegeben hat. Auch im Spiegel wird darüber berichtet:

        „Im Dezember 1985 werden in Dimona „aus wirtschaftlichen Gründen“, wie es heißt, 180 Arbeiter entlassen. Vanunu gehört zu ihnen – und tritt, noch bevor er seine Papiere abholt, in die KP ein („Beruf: Student“). Doch der Einzelgänger findet in der Partei keine Freunde, eine Liebesbeziehung zu einer Hebamme scheitert. Vanunu beschließt, eine Weltreise zu machen, Richtung Fernost. Er nimmt auch seine Kamera mit. Ferner im Gepäck: belichtete Filme mit brisanten Bildern, die der Atomwächter – angeblich unbemerkt – in der hoch geheimen Anlage gemacht hat.“

        http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29787350.html

        Die Merkwürdigkeiten des ganzen Falles werden insbesondere im Spiegelartikel aufgelistet – sie fallen aber einem halbwegs nüchternen Leser auch so auf. Man muss dazu durchaus nicht den Spiegel lesen…
        Zum Beispiel: Wie kommt im Jahr 1985 ein Israeli, der zuvor in geheimer Forschung in Israel tätig war, so ohne weiteres nach Moskau hinein?
        Na?
        Keine Klingeltöne allseits?
        So etwas ist unmöglich – also ICH wäre 1985 nicht ohne weiteres in die UdSSR reingekommen… schon vergessen, wie das damals alles war? Haben Katholiken ein so kurzes Gedächtnis?

        Nie im Leben sollte ein wahrer Katholik sich so eine dubiose Figur als Gallionsfigur heranziehen! Nie!

        (Und wer eine solche Warnung ausspricht, gibt damit keineswegs politische Bekenntnisse ab – es geht hier um den gesunden Menschenverstand und eine gewisse Vorsicht!)

      • Israel ist in moralischer Hinsicht heute kein bisschen besser als Deutschland. Trotzdem ist es Gottes Nation, ob das manchen Leuten gefällt oder nicht gefällt.
        Israel steht die schwerste Zeit seiner Geschichte erst bevor, die Jahre der Drangsal Jakobs. Die Nationen werden Israel militärisch einkreisen und gegen es Kriege führen, wobei ein großer Teil umkommen und nur ein Rest übrigbleiben wird. Aber in der höchsten Not wird es nach Jesus Christus als seinem Messias ausrufen, dann wird er kommen und es retten, und Israel wird für immer in Sicherheit leben. Aber die Zukunft jeder Nation –ihr Bestehen oder Vergehen– hängt von ihrer Stellung zu Israel ab. Das sind nicht meine Ideen, das sind Prophezeiungen der Bibel, die Sie nachlesen können.

      • @Lämmlein Genau das habe ich gemeint, darin kann ich nicht folgen, so sympathisch mir Israel (in manchen Dingen) auch sein mag. Politisch können wir darüber reden und sind uns wahrscheinlich sogar einig. Aber bitte: Schluss mit dem metaphysischen Ansatz, dieser irrigen Verklärung. Gottes AT-Bund mit den nachchristlichen Juden und dem Staat Israel koppeln? Ein grundsätzlicher Denkfehler, der im protestantischer Raum älter ist, im katholischen v.a. erst nach dem WKII auftaucht (deutsche Sühneleistung?, wegen kommunistischer Diskreditierung von Papst und Kirche? Abfärbung durch den Protestantismus?).
        Gott ist treu, ewig, immer, NUR, der Bund betrifft seit Christus die Christen. Eine ganz klare gerade Linie der Heilsgeschichte. Mit den nachchristlichen Juden hat er nichts mehr zu tun, die haben ihn verraten (das AT ist voll von Verrat). Das ganze AT erzählt von Treuen und Untreuen. Die treuen Juden haben den Messias erkannt und sind Ihm gefolgt, sie heißen seither Christen. Die vom Bund abgefallenen Juden heißen Juden. Diese Wortwahl ist leider unpassend und mitschuld an der heutigen Verwirrung.
        Gott ist treu, EIN Erlöser, EIN Mittler, EIN Weg zum Heil. Statt den Blinden (Juden) den Messias zu verkünden, vergeuden auch Katholiken Zeit, trotz Gologotha, eine falsche „Kontinuität“ und einen „verborgenen“ zweiten Heilsweg zu konstruieren, herbeizureden, sich aus den Fingern zu saugen. Auch dafür wird man sich einmal verantworten müssen.
        Den Juden ist das Kreuz ein Ärgernis, den Heiden eine Torheit: Wir Christen dürfen weder die einen noch die anderen darin bestärken, auch nicht indirekt und auch nicht indirektindirekt…
        Und den Deutschen ins Stammbuch: Bei aller Sühneleistung: Christus und das Kreuz stehen über Hitler und auch über dem Davidstern.
        Die Koordinaten müssen stimmen, sonst geht man in die Irre. Statt falsche Konstrukte: Mission, Verkündigung, Bekehrung, Rettung, Heil.

      • @ Louis

        Es ist definitiv ein Widerspruch zum NT, wenn Sie sagen, Gott habe mit den nachchristlichen Juden „nichts mehr zu tun“.

        Ihnen liegt eine Decke vor den Augen um der Heiden willen, aber diese Decke wird nach bitterstem Leiden am Ende der Zeiten von ihnen genommen und sie werden Jesus erkennen und annehmen als ihren Messias.

        Uns ist aufgetragen, wenn wir aus den Heiden stammen, uns nicht über die Unglücklichen zu erheben, sondern uns zu fürchten, denn wenn Gott schon edle Zweige ausgebrochen hat, wird er die unedlen Zweige aus den Völkern erst recht wieder ausbrechen aus dem edlen Stamm.

        Israel hat nach wie vor eine heilsgeschichtliche Bedeutung, ja, es muss sie haben, denn Gott ist einem Bund niemals untreu, auch wenn die Menschen untreu sind. Das widerspricht auch nicht der Tatsache, dass der alte Bund erweitert wurde auf alle Völker.

        Es wäre hilfreich, wenn antijudaistische Katholiken sich klarmachen, dass es logisch und auch mengentheoretisch zwei verschiedene Kategorien sind:

        Wenn eine Menge mit einem Alleinstellungsmerkmal umschlossen wird von einer anderen Menge, auf die das Alleinstellungsmerkmal übertragen wird, dann ist die ursprüngliche Menge deswegen nicht aufgelöst. Sie ist nur nicht mehr alleiniger Träger des Merkmals und aufgehoben in der Gestaltung des Merkmals in der umschließenden Menge.

        Und da Sie auf das AT verweisen: Gott hat Israel trotz aller Untreue IMMER die Treue gehalten. Und daran hat sich nichts geändert.

        Die spezielle Verkennung der Juden zur Zeit Jesu analysiert Paulus insbesondere in Römer 10.
        Wer das aufmerksam liest, wird sofort sich selbst darin erkennen müssen: der bigotte, moralisierende Katholik entspricht haargenau dem Bild des untreuen Juden, der aus seinen eigenen Werken gerecht zu sein glaubt.

        25 Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist;
        26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob.
        27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.«
        28 Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen.
        29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.
        30 Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams,1
        31 so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen.
        32 Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.
        33 O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!

        (Röm 11)

      • Louis, danke für Ihre Wormeldungen.
        Ich zitiere dazu noch einmal Theodor Haecker
        (http://gloria.tv/media/X26xtrDgfvr), der genau ausdrückt, was Sie schreiben:
        «Der Auserwählte ist immer «der Einzelne». Nun gab es aber doch ein auserwähltes Volk, das als Volk ein auserwähltes war! Wohl wahr, aber es genügt ein Blick, um zu sehn, dass innerhalb dieses auserwählten Volkes die wahrhaft Auserwählten die Einzelnen: die Väter, Moses und die Propheten waren; so dass auch das Volk auserwählt nur um dieser Einzelnen willen heisst, durch die Gott sich ihm offenbart hat, so wie das neue auserwählte Volk, das an die Stelle der Juden trat, die Kirche Christi, auserwählt und christlich heisst und ist durch Christus und die Heiligen. Seitdem aber diese herrscht, gibt es ein auserwähltes Volk im Sinne der Natur oder Rassebestimmung überhaupt nicht mehr, wiewohl es wirklich eines gegeben hat.
        (…)
        Die Juden, der edelste wie der gemeinste, leben auch heute noch vom Segen oder vom Fluche Gottes, der mit ihnen als Volk allein einen Bund geschlossen hat, den sie aber nur immer von neuem missverstanden, indem sie ihn selbstsüchtig, imperialistisch, preussisch-alldeutsch interpretierten; der ihnen zuerst sich geoffenbart hat; der ihnen zuerst seinen Sohn geschickt hat, der nach einer alten Weissagung sie nicht untergehen lässt, bis Christus wiederkommt, während jedes andere, bloss natürlich bestimmte Volk, wenn es die Gebote des Christentums, nachdem sie ihm einmal offenbart sind, nicht befolgt, ohne Gnade als solches den Gesetzen der verweslichen Natur unterworfen ist.
        (…)
        Aber um die Auseinandersetzung mit dem Christentum werden die Juden, eben weil sie «auserwählt» waren, unter keinen Umständen herumkommen, ich meine die ernste, die im Geist und in der Wahrheit, ich meine nicht die wissenschaftliche, die künstlerische, die philosophische, die literarische, die liberale, die tolerante, die symbolische, die entwicklungsgeschichtliche, die mythische, die theosophische, die humane, die vermittelnde, die soziale, die politische, die demokratische, die westliche, die östliche, die zionistische, die ästhetische die ethische oder was sonst noch die letzten Jahrzehnte an Ausflüchten ersonnen haben, um nur das religiöse Entweder-Oder: Ist Christus der Messias oder nicht? zu umgehn.»
        Theodor Haecker, Essays, Kösel-Verlag München 1958, p. 28ff

      • @ Klauspeter

        Haben Sie Louis Kommentar denn genau gelesen?
        Ich glaube nicht!
        Denn Louis bestreitet zentrale Aussagen, die auch Haecker macht.

        Was Sie von Theodor Haecker zitieren, entspricht dem, worauf auch ich die ganze Zeit hinweise: Gott hat seine Bindung an dieses Volk nicht aufgegeben. Ich zitiere aus Ihrem Zitat:

        „…der ihnen zuerst sich geoffenbart hat; der ihnen zuerst seinen Sohn geschickt hat, der nach einer alten Weissagung sie nicht untergehen lässt, bis Christus wiederkommt, während jedes andere, bloss natürlich bestimmte Volk, wenn es die Gebote des Christentums, nachdem sie ihm einmal offenbart sind, nicht befolgt, ohne Gnade als solches den Gesetzen der verweslichen Natur unterworfen ist….“

        Die Theorie, dass Gott immer nur den „Einzelnen“ auswähle, steht allerdings im krassen Widerspruch zur Schrift und blendet aus, dass die Erwählung vonseiten Gottes der Antwort des Menschen immer vorausgeht!

        Haecker unterscheidet hier nicht sauber zwischen der Erwählung Gottes, die vor unserem Wollen liegt und der Tatsache, dass der einzelnen sich dieser Erwählung gegenüber verweigern kann.

        Übertragen auf den Fall, um den es geht: jeder Jude ist von Gott her erwählt dazu, Christus zu erkennen. Ob der einzelne Jude das aber tut und sich dem hingibt, steht auf einem anderen Blatt.
        (Seit Jesus betrifft diese Erwähltheit alle Menschen, wenn auch nicht in der doppelten Erwähltheit wie bei den Juden, was aber für das Erwähltsein auf der Entweder-Oder-Ebene keine Bedeutung hat).

      • Louis
        Zuerst mal danke für Ihre höfliche Antwort.
        Ich seh’s gerade umgekehrt.
        Politisch gesehen kriegt man mit Israel auf kurze Sicht nur Ärger.
        Mein Grund, zu Israel zu stehen, mich an Israel zu halten, ist der, den Sie „metaphysisch“ nennen. Ich drücke es lieber so aus: ich vertraue auf die Verheißungen Gottes, deshalb bin ich mit Israel auf der richtigen Seite, und das ist es wert, Unannehmlichkeiten und noch mehr auf sich zu nehmen.
        https://youtu.be/FYZoMTVEV9k

  2. @zeitschnur

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Wenn man in einem derart sensiblen Bereich arbeitet, sollte das Stillschweigen eine Selbstverständlichkeit sein. Noch dazu in Israel, welches bis dato mächtige Feinde hat, welche das israelische Volk und den Staat Israel nach wie vor gerne von der Landkarte verschwinden ließen!

  3. Ob er „Kommunist“ ist, ist erstens nicht bewiesen und zweitens hier uninteressant. Tatsache ist: Vanunu/Crossman ist ein Held, weil er sich mit der übermächtigen, brandgefährlichen Atommacht Israel gewagt hat anzulegen. Mannesmut für Fürstenthronen.

    Juda verfolgt jeden seiner Feinde mit unnachsichtiger Gnadenlosigkeit. Dieser Mann braucht unser Gebet statt solcher besserwisserischer Nörgelkommentare.
    Übrigens: Anglikanismus ist nicht „Protestenatismus“, sondern eher eine Mischform aus Katholizismus und Protestantismus. Auf jeden Fall der kath. Kirche näher als die Protestanten.

    • Das soll wohl heissen:
      Worüber man nicht sprechen darf, darüber sollte man schweigen.
      Das wirft aber viele Fragen auf. Vanunu hat gesprochen, worüber er nicht sprechen hätte dürfen. Der Staat Israel leugnet Waffen, obwohl er sie hat usw.

  4. @Louis:
    Ihre Einschätzung bezüglich Israels teile ich vollkommen!
    Man vergißt nämlich, dass elf der zwölf Stämme Israels verschollen sind (mit großer Wahrscheinlichkeit aufgegangen im Völkermeer) und nur das kleine Königreich Juda übrigblieb.
    Daraus entwickelte sich die weitere Heilsgeschichte, das ist das unbestrittene Verdienst der Juden!
    Gottes neuer Bund (daher auch NEUES Testament) gilt nun den Christen, inklusive der bekehrten und der sich noch bekehrenden Juden.
    Das heutige Staatsgebilde Israel ist rein säkular (veranstaltet durch Gay-Paraden!),das wäre wohl in einem Gottesstaat der alten Form undenkbar, Salomo, David und Co. werden sich im Grabe wälzen!
    Dass ein säkularer Staat seine militärischen Interessen schützt, ist ja wohl logisch, der Herr Crossmann oder wie er nun heißt muss froh sein,dass er überhaupt noch lebt.

  5. …und v.a. sollten wir sehen, dass wir keine Christen mehr sind – Islam hin oder her, und Juden hin oder her.

    Das markanteste Zeichen der Endzeit ist der Glabensabfall derer, die einst Christen waren. Der Abfall geschieht mannigfach und auch durch die, die sich für fromm halten. Das jedenfalls ist uns eindringlich und warnend an vielen NT-Stellen gesagt – nur wir starren immer nur auf die bösen anderen und erkennen nicht, dass wir, vordergründig Jesus nennend, ihn eben doch nicht anerkennen als den Herrn. Wie die Juden träumen wir von einem starken Mann, der politisch siegt, und verkennen, wie er wirklich war und wo auf Erden seine letzte Station war.

    Wie die Juden und wie die Muslime wollen wir diesen Gekreuzigten nicht. Wir wollen Macht, eine zwanghaft katholische Gesellschaft. Wir träumen von angeblich perfekten alten Zeiten und merken gar nicht, dass es sie nie gab, weil es sie in diesem Äon schlicht deshalb nicht geben kann, weil – gäbe es sie – Jesus sich dann niemals hätte opfern müssen.
    Weil er sich aber selbst opfern musste, sollten wir wissen, von welcher Qualität alles Irdische ist – auch das „christlich“ irdische.

    Wissen wir es?

    Nein, wir sind wie Muslime oder Juden!

    Denen, die es nicht besser überliefert bekamen und das Heil noch gar nicht erfasst hatten, wird Gott wohl weniger Schuld anrechnen als denen, die die Segnungen und das Heil bereits gekostet und doch verraten und vertauscht haben gegen Magie, Wahn, Selbstgerechtigkeit, Machtpolitik und Zynismus: uns.

    „Sei daher nicht überheblich, sondern fürchte dich!“

    Das sagte Paulus den Heidenchristen, die sich glaubten über die ungläubigen Juden erheben zu dürfen (Röm. 11, 20b)

    Nichts kennt der Katholik heute weniger als die Furcht davor, selbst einmal von Ihm nicht erkannt zu werden.
    Der Katholik ist Nachfahre des Pharisäers und sitzt immer zu Gericht über andere.

    • woher wollen Sie so genau wissen,wovon „wir“ träumen!?
      Und stellen sie „uns“ nicht mit Juden und Moslems auf eine Stufe,jedenfalls nicht glaubenstechnisch,das muss ich mir aufs schärfste verbitten!
      Ihre flapsige Besserwisserei ist eine Mischung aus Unverschämtheit und Unterstellungen und nervt eigentlich nur noch.
      Gönnen Sie sich einfach mal eine Pause,die Allgemeinheit hier wird es Ihnen danken.

      • Danke, dass wenigstens noch jemand dem furchtbaren Vorbringen der Zeitschnur wehrt. Der ganze kommentar Zeitschnurs ist nichts Anderes als eine Unverschämtheit, die hier nun wirklich nicht veröffentlicht werden sollte. Das ist Kirchenfeindschaft pur.

      • Leider ist es die Realität – oder von welcher Kirche sprechen Sie? Etwa von einer Geistkirche wie die Protestanten? Schauen Sie sich die reale Kirche an…

        Wer ist ein Kirchenfeind?
        Wissen Sie, was ein „Kirchenfeind“ ist?
        Dass die Kirche einen Herrn hat, das juckt Sie sichtlich nicht. Sie missbrauchen Sie für ihre politischen Ressentiments…

        Ich argumentiere auf der Basis von Fakten.
        Sie und Ihre Spezln können mich nicht widerlegen – daher müssen Sie so dumpf herumballern.
        Man kennt das aus den islamischen Vorstädten: wer nicht sagt, was ich hören will, den machen wir propagandistisch und am liebsten noch physisch platt. Und was wahr ist, das bestimmt immer noch der fromme Mob.

        Wieder ein Beweis für das, was ich meine.

      • Natürlich macht das auch keinen Sinn. Hier ballert doch niemand herum. Was wollen Sie denn mit islamischen Vorstädten ? Diese sind hier doch kein Thema. Zur Sache ist da rein gar nichts von Ihnen vorgebracht.

      • Sehr richtig., Hr. Reinhold. Ich frage mich inwieweit diese Person mit „katholisches.info“ verstrickt ist. Jedenfalls sind ihre oberlehrerhafte Art, mit der sich z.B. erdreistet über Kardinal Merry del Val und andere zu urteilen ein Grund, diese Person am besten zu ignorieren. Aus ihr spricht Sophistik, Neid, Verbitterung und Hochmut.

      • Niemand aus dem Kommentarbereich ist mit Katholisches.info „verstrickt“. Katholisches.info wird von der Redaktion gestaltet. Der Kommentarbereich steht den Lesern offen. Zwischen den beiden Bereichen gibt es keinen Zusammenhang. Dies wurde bereits an anderer Stelle gesagt. Weder Herausgeber noch Redaktion beteiligen sich am Kommentarbereich, ausgenommen begründete Momente (wie im konkreten Fall), etwa zur Richtigstellung falscher Annahmen oder Behauptungen im Zusammenhang mit dieser Seite.
        Noch einmal: Kommentare stammen von Lesern und sollen die Möglichkeit zu einer zivilisierten Form des Gedankenaustausches zu den veröffentlichten Artikeln bieten.

      • Ich verstehe nicht, dass man solchen Tiraden gegen die Kirche hier pPatz einräumt. Das hat mit der überstrapazierten toleranz schon nichts mehr zu tun.

      • Einer durchsichtigen Kumpanei wegen derart giftigherumzuspritzen, dass die Redaktion einen Ordnungsruf aussprechen muss, sollte einem, der Kardinal Merry – dem Verfasser der Litanei der Demut – irgendwie noch persönlich gekannt haben will, schon zu denken geben.

      • Die Redaktion hat keinen „Ordnungsruf“ ausgesprochen, sondern – der Wahrheit wegen – eine notwendige Klarstellung vorgenommen.

      • Geschätzte Fr. Zeitschnur, da habe ich in der Hitze der Auseinandersetzung viel zu scharf formuliert. Das ist nicht recht und gehört sich auch so nicht. Jedoch finde ich Ihre Anwürfe wider Kardinal Merry del Val auch sehr ungerechnet. Ich habe viele Prälaten und einen späteren Kardinal gekannt, welche ihm treulich dienten und habe auch selber viel über ihn studiert und gelesen, sodaß ich Ihnen da nicht folgen kann.

      • Okay – alles in Ordnung! Danke.

        Aufgrund meines etwas jüngeren Alters (51 Jahren) habe ich den Msgr. natürlich nicht gekannt, auch nicht mehr Leute, die ihm „dienten“.
        Aber ich habe aus seiner Feder einiges gelesen, und es stößt mich aus verschiedenen Gründen ab.

        Und wenn ich schon so etwas lese wie die „Litanei der Demut“, dann gehen bei mir alle Warnlampen an. Für mich ist das vor allem Rhetorik: indem einer für sich selbst so demonstrativ „demütig“ tut, offenbart er, dass er nicht sich selbst, sondern allen anderen einen Rohrstock unter die Nase hält: „Wehe du bist nicht demütig!“ Damit kann man alles, auch die Wahrheit plattmachen. Mangelnde Demut warf man auch schon Jesus vor!

        Wir wissen im Grunde des Herzens, dass schon der bloße Ansatz, sich demütig über die Demut zu verbreiten, nichts als Hochmut ist. Denn eine Demut, die sich ihrer selbst bewusst ist, ist Hochmut…

        Mich hat am meisten dieses kleine Buch über Pius X. entsetzt: Mit einer geballten Ladung an Rhetorik wird dem Leser kein anderer Schluss mehr zugebilligt, als dass Pius X. ein Mega-Heiliger gewesen sein muss. So etwas nennt man heute „Propaganda“. Jeder noch so kleine Pups aus Papstes Hand wird hochgejubelt und verklärt. Dabei ist das meiste banal.
        Sätze wie, er (Merry) habe den Papst nie schwach gesehen – bei Paulus heißt es noch, der Geist Gottes sei überhaupt erst in den Schwachen mächtig –, stoßen mich ab, weil sie den Sinn des Evangeliums empfindlich pervertieren.

        Ich kann mir vorstellen, dass Sie das vielleicht so nicht sehen oder sehen wollen oder können. Das sei Ihnen ja auch unbenommen. Mir aber graut vor einem solchen Stil, der ja letztendlich, drehe man es wie man es wolle, doch nur zum Scheitern führte. Ich kann einfach keine guten Früchte erkennen – unabhängig von meinem geistigen Unbehagen angesichts der gelesenen Texte.

        Bei den Amici Israel lag der Kardinal falsch, wie überhaupt die antijüdischen Verschwörungstheorien einfach nur absurd sind – nach dem „geglückten“ Holocaust ist das offensichtlich.

        Im Dekret Pius XI. bleibt unklar, woran genau er Anstoß nimmt, der Zionismus jedenfalls wird nicht genannt. Eine Übereinstimmung in der Judenfrage gibt es bei den Vätern ohnehin nicht. Davon abgesehen hat das Vaticanum I die Väter eindeutig dem Lehramt untergeordnet (wie jede theologische Meinung). Nur wenn etwas „Neues“ der übereinstimmenden Überzeugung der Väter (!) UND natürlich der hl. Schrift und dem Lehramt widerspricht, spielen die Väter als negativer Beweis eine Rolle.

        Antizionismus war und ist aber nie Gegenstand einer Lehre gewesen. Vielmehr bleibt die Frage im raum stehen, warum die Kirche sich 2000 Jahre lang um Röm 9-11 gedrückt, ja in Meinungen diesen NT-Texten sogar notorisch widersprochen hat. Das ist für mich ein trübes Kapitel, denn auch dies hat das Vaticanum I nach dem Tridentinum noch einmal bekräftigt, dass das Schriftwort in sich selbst unfehlbar ist. Eine lehramtliche Auslegung, die dem Wortlaut direkt widerspricht, ist undenkbar.

      • Bereits 61 Kommentare in dieser Rubrik und das nur, weil Zeitschnur Dinge daher schwätzt, die gar nicht hergehören. Die peinliche gegnerschaft zur Kirche ist ja eine Zumutung.

      • Und in der Schule hätte es geheißen. „setzen, Fünf“, da völlig am Thema vorbei!
        So macht man Foren kaputt, kenne ich schon.
        Übrigens muß sich hier niemand entschuldigen, denn auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.

      • Ich möchte noch ein paar Hinweise geben auf die offizielle Lehre der Kirche. Im Röm. Katechismus beispielsweise wurde gelehrt:

        „Überdiess verschworen sich die Menschen aller Gattungen und aller Stände gegen den Herrn und seinen Gesalbten. Denn Juden und Heiden waren einverstanden und Urheber und Mithelfer des Leidens. Judas hat ihn verrathen. Petrus verläugnet. Die Übrigen haben ihn verlassen“ (5. Hauptstück, 4. Artikel, XIII)

        Bei den Predigtanweisungen im Anhang wird am Karfreitag die Schuld der Juden mit keinem Wort erwähnt.
        Dies natürlich nicht, weil sie keine Schuld hätten, sondern deswegen, weil die der anderen nicht geringer und der Kartag kein Anlass ist, von der eigenen Schuld abzulenken auf die der anderen!
        Wenn gesagt wird, dass alle – Heiden wie Juden – hier an seinem Tod gewirkt haben, dann trifft dies den Sachverhalt, denn er trug die Sünden der Welt und nicht der Juden allein.

        Die Juden als das auserwählte Volk, nach dem R.K. deswegen erwählt, weil es das schwächste und armseligste aller Völker war, hat den Messias – jedenfalls auf der Ebene der Hierarchie – verkannt. Nicht aber sämtliche Frauen, von denen überhaupt aus dem jüdischen Volk, aber auch den Samaritern UND Heiden die Rede ist. Da im Zusammenhang mit Jesus ALLE genannten Frauen IHN erkannten und anerkannten, hatte keiner der Männer eine Entschuldigung. Die Frau als „Hilfe“ des Mannes nach der Schöpfungsordnung war hier mit Maria in der ursprünglich goittgewollten Rolle wirksam. Das trifft nicht nur auf die Juden zu.
        Die Geschichte um Claudia, die Frau des Pilatus, eine Tochter des Kaisers Tiberius und eindeutige Heidin, wusste, dass ER unschuldig ist, weil Gott es ihr im Traum kundtat, und hat ihren Mann – entgegen dem, was einer Frau damals zustand – ausdrücklich ausrichten lassen, er dürfe diesen Mann nicht verurteilen!
        Da Frauen sich niemals in das politische Geschäft einmischen durften bei den Römern, war dieser Akt umso bemerkenswerter und muss Pilatus wie eine riesige Mahnung aufgeschienen sein.
        Aber auch er – obwohl er durch die dem Mann von Gott im Ursprung gesetzte „Hilfe“, nämlich seine Frau, die er den Quellen nach sogar sehr liebte, eindringlich und unabweisbar denselben Kenntnisstand erwerben MUSSTE wie das auserwählte Volk – wollte doch den Tod des Lammes Gottes.

        Es ist also völlig abstrus, wenn Christen den ungläubig verbliebenen Juden hier mit aller Härte verachten, wo sie jedem anderen Ungläubigen Milde zugestehen.

        Wie ich zeige hat die Kirche das nie gelehrt!

        Jesus starb vor allem um meinetwillen. Wenn ich Ihn da hängen sehe, dann weiß ich, dass meine Sünden IHN dahingebracht haben.

      • Ich habe sehr sorgfältig und mit Interesse Ihre Zeilen gelesen. Freilich kann ich Ihnen bei Ihrem Kommentar zu Pius X. und Raffael Merry del Val überhaupt nicht folgen. Das liegt wie gesagt auch an meiner persönlicher Prägung und auch nach privaten Studien des Lebens und des Wirkens der beiden betreffend seit vielen Jahrzehnten. Auch sehe ich viele Dinge aus einer anderer Perspektive als Sie, ich bin noch ganz ein Kind der alten romanitá. Jedoch möchte ich nochmals mein Bedauern ausdrücken, daß ich Ihnen gegenüber den gehörigen Anstand habe vermissen lassen.

      • Vielen Dank für diesen passgenauen Beweis dessen, was ich sagen wollte.

        Die Träume irregeleiteter Katholiken kann man auf diesem Forum und auch anderswo im Internet zuhauf lesen. Solche Foren mussten auch schon geschlossen werden.

        Kann ich mir schon vorstellen, dass eine klare Stimme, die daraufhinweist, Sie „nervt“. Und damit Ihre geistige Gewalttätigkeit Sie nicht bloßstellt, erdichten Sie auch noch flugs ganze Volksmassen, die mit Ihnen „genervt“ sind. Wie alle Feiglinge schaffen Sie es nicht, nur für sich zu sprechen…

        Es nervt den Überheblichen bekanntlich nichts mehr als die Wahrheit, und er will vor allem anderen den, der versucht, wahr zu bleiben, mundtot machen und ein Kollektiv gegen ihn aufbauen. Das ist offenbar „urkatholisch“, entspricht dem Hohelied der Liebe („langmütig“, „erträgt alles“ etc. ?!?!), den Seligpreisungen und der Feindesliebe…. denken Sie mal nach, wo Sie eigentlich stehen…

        Passt doch alles – quod erat demonstrandum: das ist nicht anders als im Islamismus.

      • Ich fürchte nichts und niemanden und schon gar nicht die Wahrheit.
        Sie sprechen mit der gleichen „klaren“ Stimme wie der Oberdiabolus F.,es ist wohl eher das verworrene Cescento der Hölle.
        Sie haben sich mit Ihren Postings schon mehr als einmal als Kirchenhasser geoutet,das sieht ja ein Blinder.
        Gut,wenn Sie hier als Advocatus Diaboli geduldet werden müssen die Betreiber des Forums entscheiden.

      • Wer kritisiert wird, weil er Dinge schreibt, die nun einmal nicht stimmen und selbst wenn sie stimmen, nicht in den Kontext passen, kann doch nun wirklich diejenigen, die den Weg weisen, nicht mit dem Islam in Verbindung bringen. Das macht einfach keinen Sinn. Wenn jemand ständig Pauschalurteile über ganze Kollektive aufstellt, dann sind es doch Sie. Durch abstreiten wird da nichts besser.

    • Was Sie wieder zusammenschreiben. Ein paar Tage ging es ohne Sie. war eine Erholung und diente der Sachlichkeit. Der Katholik als Pharisäer, der über Andere zu Gericht sitzt: Das geht doch entschieden zu weit. Wieso werden Kirchenfeinden so viel Spielwiesen gelassen ? Das verstehe ich nicht.

    • Was soll man davon denn noch halten ? Der Katholik sitzt immer zu gericht über Andere. Das ist doch derartig fernab allen Wegs, das es schlicht unkommentierbar ist und auch für die Befindlichkeit der Abfasseruin spricht.

      • Was wollen denn Sie ? Ich habe doch Sie nicht nach Ihrer unqualifizierten Meinung gefragt. Wehren Sie lieber dieser kirchenfeindlichen Schreiberei oder unterstützen Sie das noch in Ihrem Irrweg. Ich werde tun, was ihier erforderlich ist. Im Übrigen sind auch Andere aufgefordert, sich nicht in ellenlangen Litanaien zu ergehen.

  6. @Louis

    Ein sehr wichtiger Kommentar von Ihnen. Ich darf auf das Dekret des Hl. Offiziums vom 25. März 1928 verweisen in welchem es das Werk „Opus sacerdotakle Amici Israel“ auflöst, gerade jener Tendenzen wegen, welche sie eben sehr gut beschrieben haben.

    • Toll, wofür Sie sich da starkmachen – das war eine abgekartete Intrige Kardinal Merry del Vals, wie man sie sonst „methodisch“ den Modernisten, Freimaurern und Juden vorwirft:

      „Um das Indizierungsverfahren abzukürzen, stellte er (Kard. Merry del Val) selbst die Anzeige, die sonst nur von außen zulässig war, und forderte ein päpstliches Dekret, um das sonst erforderliche Gutachten und dessen doppelte Prüfung durch Konsultoren und Kardinäle zu umgehen. Mithilfe des Papstes wollte er den Amici die Rechtgläubigkeit aberkennen und ihre Reformziele blockieren.

      In geheimen Beratungen formulierten del Val und Pius XI. ein am 14. März 1928 veröffentlichtes Dekret, das den Rasse-Antisemitismus als unchristlich verurteilte, aber zugleich von einem christlichen Antijudaismus unterschied, um diesen zu legitimieren. Die Gruppe Amici Israel wurde verboten und ihre Leiter durch Vorladungen und Verhöre genötigt, ihre Anschauungen vollständig zu widerrufen. Diese Hintergründe des Dekrets wurden 2004 durch Einsicht in bis dahin verschlossene Vatikanarchive bekannt.“

      Dass aber, von Kard. Merry del Val abgesehen ein nicht unbeachtlicher Teil des hohen Klerus ein durchaus differenzierteres Verständnis der Sache hatte, kann man hier lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Amici_Israel

      Besonders widerlich ist diese Intrige angesichts der kurz danach durchgeführten Massenvernichtung der Juden im katholischen Europa. Und ob man den Hass gegen die Juden nun rassistisch oder nur ontologisch begründet, ist für die damals geplanten und durchgeführten Verbrechen wie das Hornberger Schießen, nämlich wurstegal.

      Manche wollen es einfach nicht wahrhaben, aber auch die Traditionalisten und Ultrakonservativen haben intrigiert, geschachert, verschwöererisch und hintenherum agiert.

      Aber offenbar heiligt für die Frommen der Zweck jedes noch so ekelhafte Mittel.

      Nur eine Frage hätte ich noch: warum regt man sich dann über den Islam auf, warum über die Modernisten und warum über die Protestanten?

      • @ Reinhold: Wenn ich Zeitschnur richtig verstehe, dann sind die Beratungen vor Erlaß des Dekrets 1928 geheim gehalten worden und blieben es, bis sie 2004 durch Freigabe bis dahin nicht öffentlich zugänglicher Dokumente der Forschung – und damit der Öffentlichkeit – bekannt wurden.

        Die Sperrung von Archivdokumenten für eine gewisse Frist ist durchaus üblich. Allerdings wird die Dauer der Sperre je nach Staat unterschiedlich gehandhabt.

        Insoweit sehe ich hier keine „Phantastereien“.

        @ Traditionstreuer: Warum haben Sie das Wort „Juda“ verwendet? Es ist doch der weltliche Staat Israel, der Vanunu/Crossman für seine Taten belangt hat.

      • Immer erst kurz nachdenken, bevor man schreibt: Ich gebe Links – folgen Sie denen, wenn Sie echte Fragen haben.

        Ansonsten gilt das Zitat des ihnen natürlich unbekannten Wittgenstein – sehen Sie am Ende des „Tractatus logico-philosophicus“ nach…

      • Kardinal Mery del Val hat überhaupt nicht geirrt sondern als Propräfekt des Hl. Offiziums aus Pflicht zur Offenheit und zur apostolischen Wahrheit gehandelt. (Er konnte in seinem Amt nicht schweigen wenn in Bröschüren der Amici Zionismus befürwortet, die Änderung der Karfreitagsfürbitte gefordert wurde und über die Bekehrung der Juden nicht gesprochen werden solle. Weiters falsche Initiativen förderte, in denen eine generelle Ablehnung der Einstellung der Kirchenväter zu den Juden vorauszusetzen ist.).
        Das Aufhebungsdekret führt u.a. folgendes an:
        „Denn die katholische Kirche hat für das jüdische Volk, das der Hüter der göttlichen Verheißung bis Jesus Christus gewesen ist, trotz der späteren Verblendung, ja gerade wegen dieser Verblendung, stets gebetet. In seiner Liebe hat der Apostolische Stuhl dieses Volk gegen ungerechte Verfolgung beschützt, und wie er allen Haß und alle Feindschaft unter den Völkern verwirft, so verurteilt er ganz besonders den Haß gegen das einst auserwählte Volk Gottes, nämlich jenen Haß , den man heute ‚Antisemitismus‘ nennt.
        Nachdem sie festgestellt haben, daß die Vereinigung der ‚Freunde Israels‘ in der Folge eine Handlungs und Denkweise angenommen hat, die zu Sinn und Geist der Kirche, zum Denken der Heiligen Väter und zur Liturgie im Gegensatz steht, haben die Ehrwürdigen Väter gleichwohl nach Empfang der Voten der Konsulatoren der Plenarversammlung vom 21. März 1928 beschlossen, daß die Vereinigung der „Freunde Israels“ aufzulösen sei.“

      • @ J.G. Ratkaj

        Kardinal Merry del Val war selbst Mitglied der Amici Israel und die Vorgehensweise war nicht korrekt. Ehrwürdig hin oder her.

        Zum Thema Zionismus ist in dem Dekret nichts zu hören – das dichten Sie einfach hinzu.
        Und die Unklarheit der Gründe sind auch der Hauptgrund für das Befremden über die Vorgehens weise bis heute.

        Dazu ein sehr fundierter Artikel (allerdings auf Französisch) hier: http://www.rivtsion.org/f/index.php?sujet_id=1017

        Dass die Vorgänge ungereimt und merkwürdig waren, beschreibt auch dieses Zitat:

        „Die zuständige Liturgiekommission der Ritenkongregation im Vatikan unter Alfredo Ildefonso Schuster empfahl vorbehaltlos die Annahme der Vorschläge und legte sie dem Heiligen Offizium zur Entscheidung vor. Dieses konsultierte zunächst den Dominikaner Marco Sales, der als päpstlicher Hoftheologe und Vertreter konservativer katholischer Bibelauslegung galt. Dieser gestand zunächst zu, dass vom Standpunkt des Glaubens und der Lehre aus nichts gegen die vorgeschlagene Weglassung einzuwenden sei. Von der Tradition aus aber sei sie nutzlos.“

        (https://de.wikipedia.org/wiki/Amici_Israel)

        Die überspannte Mystik van Leers und van Asseldonks war dem Vatikan damals nicht bekannt, kann also in den Beschluss nicht eingeflossen sein. Sie ist in der Sache auch gleich.

        Die Frage des Autors des französischen Artikels bleibt stehen: Wie soll plötzlich das Anliegen der Amici Israel, für das sich zahllose Kardinäle und Erzbischöfe bzw. Bischöfe einsetzten, ebenso tausende von Priestern, darunter auch Faulhaber, im Gegensatz zu den Vätern stehen, wenn erstens das, was Väter so alles vorbringen, ja nicht zwingend Lehre der Kirche sein muss bzw. ist, und zweitens keiner der vielen konservativen hochstehenden Kleriker ein Problem gesehen hatte.

        Die Eklärung blieb Pius XI schuldig. Wenn man schon behauptet, irgendetwas stehe im Gegensatz zu etwas anderem, dann müssten mindestens Ross und Reiter genannt werden. Das aber unterblieb.

        Dass sich Pius XI. später ohnehin unter schwerer Reue distanzierte von insbesondere judenfeindlichen Äußerungen aus seiner Frühzeit und auch von anderen Missdeutungen, ist weiter bekannt. Gravierend dabei auch der Tod ungezählter Cristeros, den er mitzuverantworten hat.

        Dass sehr wohl ein innerer Zusammenhang zwischen biologischem Antisemitismus und dem jahrhundertelang – trotz anderer Mahnungen der Päpste – und kath. Antijudaismus besteht, wusste er selbst ganz genau!

        Er stand mit seiner relativen Offenheit für das Judentum nämlich ziemlich einsam im Vatikan – und daher bleibe ich dabei: Merry del Val hat hier aus Gründen, die unklar sind, um sich geschlagen und den Papst zu dem gebracht, was er (nicht der Papst!) wollte.
        Bis heute wimmelt es in konservativen Kreisen von Judenhassern, und der Unterscheid zwischen „nur“ biologischen Hassern und „rein“ religiösen ist im Ergebnis gegenstandslos.

        Infos hier: http://piusxi-deralleingelassene.blogspot.de/2009/10/die-unterschlagene-enzyklika_9471.html

      • Nachtrag:

        Dass Kard. Merry del Val einfach Unsinn redete, zeigt nicht nur die Geschichte, wie sie dann verlief, sondern auch das,was er sagte, auf einer rein theologischen Ebene:

        „Was machen die Juden, wenn sie das Reich Israel wieder aufrichten? Sie werden von dort aus die Kirche vernichten!“
        Sie seien ohnehin schon in öffentlichen Ämtern und Parlamenten überrepräsentiert und hätten dadurch zuviel Macht.“ http://piusxi-deralleingelassene.blogspot.de/2009/10/merry-del-val-versus-ildefonso-schuster.html

        Nicht nur haben getaufte Katholiken versucht, bevor es zur Staatsgründung Israels kam, das Judentum zu vernichten, sondern Israel ist der einzige Schutz der heiligen Stätten der Christen gegenüber einer entfesselten, destruktiven und blutrünstigen muslimischen Umma, sie systematisch jedes Zeugnis einer vorislamischen Vergangenheit, wo auch immer zerstört, in de Luft sprengt , mit Bulldozern plattmacht und sowohl Juden als auch Christen verfolgt.

        Wie komplett daneben Merry del Val lag, hat die Geschichte seither gezeigt!

        Nachdem aber die Kirche in einer Vielzahl ihrer völlig verblendeten Mitglieder den nationalsozialistischen Judenhass kulturell fundiert und sogar aktiv befördert hat, ging auch die Kirche so schnell unter wie einst die Titanic.

        Nicht das Reich Israel vernichtete die Kirche, sondern die Kirche selbst vernichtete sich u.a. aufgrund des Hasses vieler ihrer Glieder gegen die Juden. Der Völkermord an den Juden durch v.a getaufte Katholiken konnte Israel nicht zerstören, aber die Kirche wurde dadurch in den Abgrund gestoßen.

        Wer die Juden hasst, hasst automatisch auch die Kirche. Niemand kann das Schicksal der Juden von dem der Kirche trennen.

        Und wer das nicht begreift, bleibt ein Fantast und ein Selbstmörder, sofern er Katholik ist.
        Bis unsere Tradis diesbezüglich aufwachen, wird es zu spät sein.
        Ich bin überzeugt, dass es schon 1933 zu spät war.
        Der Antizionismus jedenfalls ist kein Bestandteil des rechten Glaubens, und jeder in Dogmatik Bewanderte weiß das auch ganz genau!

      • Ich dichte nichts hinzu. Lesen Sie genauer, ich verwies auf die Motive, welche Kardinal Merry del Vall von amtswegen zum Handeln zwangen. Daß die „Freunde Israels“ Zionismus positiv werteten und so sich in Widerspruch mit Pius X. setzten hat Kardinal del Val in seinem Bestreben dieses Werk aufzuheben sehr wohl beeinflußt. Das beschreiben bereits: Pio Cenci: Il Cardinale Raffaele Merry del Val. Rom 1933. Und andere später folgende Biographen des Kardinals.

      • @ J.G. Ratkai

        Pius X. hat dazu nichts in seiner Autorität als Papst gesagt!
        Hätte er das getan, wäre auch er schon als häretischer papst in die Geschichte eingegangen…
        Im Gegenteil hat auch er sich gewaltig vergaloppiert in seinem Gespräch mit Herzl, v.a. scheint er Röm 9-11 noch nie gelesen zu haben!
        Er reagierte vielmehr mit einem beispiellosen Machtgehabe und ich bin immer wieder aufs Neue peinlich berührt von einem Papst, der lieber die Muslime im Heiligen Land sieht als die, denen Gott dieses Land für immer zugesprochen hatte.

        Pius X. hat damit Geister heraufbeschworen, die heute die Kirche treffen: Er hat seine Muslime im land, und sie sind es, die alles plattmachen – v.a. die heiligen Stätten, wie schon vor den Kreuzzügen.

        Zu Zeiten der Amici regierte allerdings – vielleicht ist Ihnen das entgangen – Pius XI.!
        Und er war nicht antisemitisch und nicht antizionistisch.

      • Nachtrag:

        Ich zitiere ja Merry del Vals Antizionismus und Antijudaismus in einem Beitrag hier wörtlich!

        Von Amts wegen war er keineswegs dazu verpflichtet, aus solchen Gründen gegen die AI vorzugehen!

        Die Gründe waren theologisch schlicht und einfach zu dünn…

        Am Ende kommt immer nur wieder das alte Ressentiment heraus und beweist, dass in weiten katholischen kreisen derselbe Geoist ehrrschte, der die Zeit damals in ein Inferno verwandelte – erst für die Juden, aber Gott lässt sich bekanntlich nicht spotten und seither ist es aus mit dem geistigen Europa…

  7. Wenn man den Römerbrief ernstnimmt, dann kann man nicht einer extremen Substitutionstheologie anhängen.

    Die Kirche „ersetzt“ das alte Israel, das gewissermaßen verkrüppelt fortlebt, nicht.

    Die Argumentation des hl. Paulus spricht von einer edlen Wurzel: Das Volk der Juden ist die edle Wurzel. Die Heiden sind diesem edlen Stamm – quasi gegen die Natur – eingepfropft worden.
    Nach der Metaphorik des Apostels mussten Juden ausgebrochen werden, um einen Platz für die Heiden zu schaffen, an dem sie „angedockt“ werden konnten.

    Die Juden, die „ausgebrochen“ wurden, bzw. deren unbeteiligte Nachfahren, sind aber nicht von Gottes Seite für immer verworfen. Paulus schreibt das doch ausdrücklich! Es ist mir schleierhaft, wie man das katholischerweits jahrhundertelang so notorisch ignorieren konnte. Auch der fats krankhafte notorische Verweis auf den Satz „Sein Blut komme auf uns und unsere Kinder“ greift auf eine fast dämonische Weise den wahn derer, die diesen absurden Satz sprachen auf und erhebt ihn zu einer Lehre, die der Lehre der Kirche mehr entgegensteht als jede andere: Kein Vater der Welt hat seit Christus mehr das Recht, seine Kinder mit in seinen eigenen Abgrund zu zerren – das ist ausgeschlossen!
    Paulus sagt es uns doch: Weil Gott sich eines Bundes niemals gereuen lässt und um der Väter willen, hält er fest an seiner Liebe auch zu den ausgebrochenen Zweigen. Immerhin ist ihre Tragödie das Glück der Heiden. In einer gewissen Weise vollziehen diese Juden, ob sie wollen oder nicht, das Opfer für die Rettung der ganzen Welt mit. Am Ende aber, so schließt der Apostel, wird sich Gott auch ihrer wieder erbarmen.

    Eine Kirche, die meint, der edle Stamm „gelte nicht mehr“, schneidet sich von ihrer eigenen Wurzel ab und muss sterben. Sie ist nicht die Kirche, sondern ein Monstrum.

    Wie es Theodor Haecker im Zitat bei @ Louis oben schreibt, ist die trotz schlimmster Verfolgung doch ungebrochene Existenz des jüdischen Volkes Zeichen dafür, dass noch Gnadenzeit für die Heiden ist.
    Wenn allerdings die Heiden glauben, sie könnten sich der Juden entledigen, – in einem unglaublichen Wahn, wie man immer wieder feststellen muss –, richten sie die Kirche zugrunde und berauben sie ihrer Wurzel.

    Warum das alles so und nicht anders positioniert ist, kann der Mensch nicht verstehen. Deshalb preist Paulus am Ende die Tiefen der Weisheit und das Geheimnis Gottes.

    Eine Position, die einen Heilssonderweg für die Juden entwirft, wie das JP II tat, ist damit allerdings nicht gerechtifertigt, sondern sogar ausgeschlossen.

    In der Kirche hat man sich daher immer vergaloppiert, was die Juden betrifft – mal nach der einen, mal nach der anderen Seite.

    Anstatt absurden „Väter“-Traditionen und hysterischen Verleumdern der Jahrhunderte zu folgen, hätte es genügt, sich auf die Paulusbriefe und die AT-Prophetie, die noch offen ist, zu konzentrieren und ansonsten den gesunden Hausverstand und vor allem: den Herrn selbst walten zu lassen.

    • „Das alte Israel lebt verkrüppelt fort“ ? Was ist denn das für ein Gedankengang. Das ist einfach unerträglich, so etwas lesen zu müssen.

      • Wenn man die ehrwürdigen Väter unter Anführungszeichen setzt diese noch als „absurd“ verleumdet, genügt eigentlich vollkommen um diesen Gedankengang zu erklären, geschätzter Hr. Reinhold.

      • @ G.J. Ratkaj

        Fragt sich, worauf Ihr Glaube beruht…
        Bevor ich zweifelhafte „Väter“-Traditionen an die erste Stelle setze, stünde da dogmatisch zuerst mal die Hl. schrift und die dogmatische Definition, die aber nicht die Väter vorgenommen haben.

        Wenn die Kirche immer vergleicht, was die Väter gesagt haben, dann ist das, was sie gesagt haben, dennoch nicht „heilig“.

        Soviel Unterscheidungsvermögen muss sein. Immerhin haben Väter ausdrücklich späteren Dogmen widersprochen. Halten Sie also mal den Ball flach und machen sich v.a. nicht mit einem Stänkerer aus Prinzip und IMMER ohne Argumente gemein – allein das dikreditiert Sie selbst massiv.

  8. @ J.G. Ratkaj

    Sie sind Ihren eigenen Nennungen Ihres Geburtsjahres nach ein alter Mann und normalerweise habe ich vor alten Menschen Respekt.

    Aber man erwartet von einem Betagten auch Weisheit, und die fehlt – wie können Sie angesichts der Vorbildfunktion, die Sie haben sollten, an einer Stelle, wo es um einen sachbezogenen Diskurs geht, auf das vulgäre Niveau eines Reinhold absinken und ausschließlich persönlich beleidigend herumklotzen?

    Zur Sache:

    Sie leben in in einer Denkwelt mit tausend Tabus – Glaube und Vernunft sind so aber nicht in Einklang zu bringen. Ich muss, wenn etwas offensichtlich intrigant, verzerrt oder sogar absurd ist, dies auch feststellen können.
    Wenn man aus dem bloßen Ansehen der Person heraus selbst das Dümmste für das Klügste halten soll, dann ist das Katholischsein wirklich das, was die Welt in ihm sieht.

    Mit Ihrem Statement befördern Sie nur, dass alle Welt denkt: ein Katholik darf nicht denken.

    Ich habe inzwischen sehr viel gelesen und muss immer wieder mit Entsetzen feststellen, dass im Vatikan nicht erst seit dem Konzil, sondern seit über tausend Jahren geschachert, politisiert, intrigiert und teilweise schreiendes Unrecht geplant wird (auf politischer und sachlicher Ebene).
    Und das lässt sich aufgrund von harten Fakten nachweisen.

    Ich weiß, dass die Ultrakonservativen immer nach „Leuchttürmen“ suchen, an denen sie sich festhalten können.

    Das verkennt aber, dass kein Mensch vollkommen ist und Unfehlbarkeit in der Lehre nicht Vollkommenheit im außerlehrmäßigen Handeln bedeutet. Und einem Kardinal kommt ohnehin aus sich selbst heraus keine Unfehlbarkeit zu. Es ist immer bestürzend, wenn Kardinäle Päpste irgendwo hinschleusen! Pius XI. wurde mehr als einmal von seinen Untergebenen blockiert oder irregeführt, ganz groß auch von Pacelli, dem späteren Pius XII.
    Kardinal Merry del Val hat auch die überspannte Heiligenlegende Pius X. von Anfang an mit aufgebaut – bevor der Mann überhaupt sein Pontifikat geführt hat, stand schon fest, dass er eine charismatische Figur sein würde.
    Mir fiel eine im Stil der Gartenlaube gestaltete Pius X. – Mega-Hype-“Biografie“ in die Hand, die es auf Deutsch bereits 1905 gab (also kur nach seiner Wahl).
    Man muss sich klarmachen, dass solche hagiografische Papstverehrung zu Lebzeiten noch nie üblich war und auch unwahrhaftig ist! So baut man bis heute systematisch Leute PR-mäßig auf!
    Und Pius X. sah ausdrücklich in der Papstverehrung (kurz nach der Wahl) ein Zeichen der Gesundung der Kirche (in „Ad diem illum laet.“). Das war doch Wahnsinn!

    Wo ist da nur der Herr der Kirche geblieben?

    Was die Israelfrage (und andere strittige Fragen) betrifft, ist erste Richtschnur das Schritwort – - das ist die wahre Tradition der Kirche.
    Väter habe teilweise krass geirrt – u.a. auch in der derzeit brisanten Ehescheidungsfrage sogar massiv.
    Aber auch anderes: Thomas lehrte z.B., dass der Embryo nicht von der Zeugung an beseelt sei – die Väter haben uns vieles von dem heute Brisanten eingebrockt!

    • Das ist doch wieder eine Zumutung für alle, die an echter Diskussion interessiert sind. Wo Zeitschnur hinschmiert, ist nur Unfrieden.

  9. Zur Rolle des Judentums und den Römerbrief.
    Die Frage lässt sich nicht klären, wenn die Prämisse nicht stimmt.
    Die Frage lautet: Sind die heutigen Juden nach und trotz Christus die Nachfolger der Alten Bundes und damit die „edle Wurzel“? Oder sind damit durch Christus die Christen gemeint (Juden- und Heidenchristen?
    Für mich zweifelsfrei: die Christen! Gott ist weder absurd noch widerspricht er sich selbst. Also kann es gar nicht anders sein.
    Es gibt einen Bund Gottes mit den Auserwählten, das ist das „edle Holz“ der Juden (eigentlich besser Israeliten oder Hebräer), aus ihnen ging der Erlöser Jesus Christus hervor, ein Teil der Israeliten scharte sich um Ihn als den Messias. Ein anderer Teil verleugnete ihn, ist abgefallen vom Bund. Aus dem „edlen Holz“ sind die Christen hervorgegangen, ein direkter Fluss in der Heilsgeschichte, ohne Unterbrechung. Man soll von den Worten „Juden“ und „Christen“ nicht in die irre führen lassen.
    Man lese, wie Johannes der Täufer den Andreas auf das Lamm aufmerksam macht, und Andreas ausser Atem zu Petrus läuft, um ihm das Unglaubliche mitzuteilen: Wir haben Ihn gefunden, den Messias!!! Das waren alles Juden (besser eben Israeliten). Das ist das „edle Holz“, und nach Jesu Auftrag brachten sie allen Völkern die Frohe Botschaft, alle Getauften sind Teil des „edlen Holzes“. Den Juden nach Christus, die sich abgewandt haben und noch immer abwenden, ist ihr abstammungsmässiger Anteil am „edlen Holz“, dem ihre Vorfahren angehörten, mehr eine Last, denn ihre Abwendung muss schrecklich in den Augen Gottes sein, der nie Untreue belohnt. Sie werden aber, wie jeder Getaufte, durch die Taufe wieder Teil des „edlen Holzes“.
    Ich schlage vor: Man verwende durch die ganze hl. Schrift (AT+NT) statt Abrahamiten, Israeliten, Hebräer, Juden, Christen, den Buchstaben A und für alle anderen den Buchstaben X und die Sache wir mit einem Schlag glasklar. Klar wird damit, daß die A-Juden die Christus nachfolgen die Gottestreuen sind und die X-Juden, die das nicht taten, damals wie heute, die Untreuen. Dann wird auch der Heilsweg (A) ganz klar als ein einziger, einzigartiger und einmaliger sichtbar.
    Wer die begriffliche Verwirrung entwirren will, weil wir Menschen auf die Unzulänglichkeit der Sprache angewiesen sind, hat mit dem A/X-Beispiel einen geeigneten Weg.
    Zusatz: Auch das Land hat Gott den Gottetreuen verheisen, nicht den Untreuen, auf ewig, eben den A. Nicht den X. Es liegt daher auch eine tiefere Wahrheit darin, dass die Kirche nicht einen christlichen Staat im Heiligen Land errichten will, während sich Juden und Moslems (beides Häresien des wahren Glaubens) glauben, sich die Köpfe einschlagen zu müssen. Das Heilige Land und die heilige Stadt Jerusalem im eigentlichen, wahren, letzten Sinn, sind nicht von dieser Welt.

    • Prämissen?
      Gehen Sie schon mit Prämissen an den Schrifttext, der sich dann Ihren Prämissen unterwerfen muss?

      Verzeihen Sie – aber ich habe selten eine solche Verdrehung und Vergewaltigung eines Bibeltextes gelesen!

      Sie sollten aber den Schrifttext lesen und den Sinn, den er hat, stehenlassen. Und der Sinn ist ziemlich eindeutig!

      Sie sind auch auf der falschen Seite, wenn Sie glauben, dass die Kirche das je so definiert hätte, wie Sie es (vermutlich instruiert durch perfide Menschen) hindrehen.

      Die Kirche hat sich, da wo sie in Unfehlbarkeit sprach, immer distanziert von dieser platten Verdammung der Juden.

      Auch die unsägliche Wortklauberei, die hier im Forum nun zum x-ten Mal auftaucht, wie man die Juden nennen oder nicht nennen darf – das ist alles deshalb Unsinn, weil die Kirche selbst in Katechismen, in der Liturgie und in großen Lehrschreiben wechselweise und ohne großes Aufhebens alle diese Begriffe verwendet und jeder weiß sehr wohl, wer gemeint ist: sowohl spricht sie von den „Juden“ (in der Liturgie), den „Hebräern“, „Israeliten“, von „Israel“ (in der Schrift und Katechismen, auch in administrativen Texten), vom „alten“ oder „ersten Bundesvolk“ in vielen Lehrschreiben. Im AT werden die Juden bereits „Juden“ genannt – s. z.B. den Schluss des Buches „Esther“.

      Was soll das also?

      Jedermann weiß ganz genau, wenn er nicht durch Ideologien narkotisiert ist, wen der hl. Paulus im Römerbrief meint, andernfalls – nach Ihrer Lesart – würde der gesamte Text in sich unlogisch und regelrecht absurd:

      Warum müsste sich am Ende der Zeiten „ganz Israel“ bekehren, wenn damit die schon Bekehrten (Kirche) gemeint wären?
      Und so könnte man Ihren Versuch, eine Kollektivschuld der (bisher noch nicht an Christus glaubenden) Juden und einen Bundesbruch Gottes zu begründen (denn das tun Sie), weiter entlarven, wozu ich aber keine Lust habe. Ich habe oben schon ein Stück aus dem Römerbrief zitiert.

      Wer der Schrift offen widersprechen mag, soll das tun, aber er muss wissen, was das für seinen Glauben heißt.

  10. Ich fand die Diskussion in diesem Fall ziemlich sachbezogen und lesenswert (weniger indessen die Diskussion über die Diskussion).
    Einen Hinweis würde ich gern geben. Um die Rollen Israels und der Kirche im Heilsplan Gottes besser zu verstehen, ist es nötig, die Haushaltungen Gottes kennenzulernen, Stichwort: Dispensationalismus. Diese Betrachtungsweise der biblisch geoffenbarten Heilsgeschichte ist nicht, wie ein verbreitetes Vorurteil meint, eine protestantische Erfindung aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist in der Bibel selbst begründet und wurde von Kirchenvätern bis ins 4.-5. Jahrhundert vertreten.
    Siehe für einen ersten Überblick: https://de.wikipedia.org/wiki/Dispensationalismus

    Leicht fassliche Kurzdarlegung in 4. Kapiteln mit einer Einleitung:
    https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=449&structure_id=715&part_id=3411

    Kürzere Darstellung von Arnold Fruchtenbaum (messianischer Jude):
    http://bitimage.dyndns.org/german/ArnoldFruchtenbaum/Die_Haushaltungen_Gottes_1997.pdf

    Umfangreiche Broschüre:
    http://www.bibelstudium-online.de/info/04D.pdf

    Studie von Wolfgang Gaßler:
    http://www.bibelthemen.eu/gassler/heilsges.pdf
    (NB: Vertritt Allerlösung)

    • weil die Postings irgendwie oft nicht mehr da stehen, wo ich sie hingesetzt hatte:

      Das ist @ Leo Lämmlein, Posting vom 10. August 18:58 Uhr:

      …ich bin dem ersten Link nachgegangen.
      Hier wäre jedoch zu fragen, was die Vätermeinungen betrifft, inwieforn sie überhaupt rechtgläubig sind.
      Die Vorstellungen Joachim von Fiores jedenfalls hat die Kirche zwar nicht direkt verurteilt, baer dafür die Bewegungen, die sich darauf gründeten, als häretisch verurteilt.

      Das heißt im Klartext: die Kirche lässt private Personen einen gewissen Chiliasmus inklusive Zeitaltermodellen glauben, ohne diesen Glauben zu präzisieren, verwirft aber einen öffentlichen Glauben daran.

      Ich sehe daraus v.a. eines: die Kirche ist nicht befugt, hier eine Lehre zu verkünden, denn sonst hätte sie es getan.

      Für mich heißt das: die geforderte Wachsamkeit bedarf keines Zeitaltermodells.

      Dass aber verschiedene Aussagen der Schrift uns sagen, dass die Juden zurückkehren werden in ihr Land, scheint mir eindeutig. Die Kirche hat sich daher auch bislang niemals zu einem lehrmäßigen Antizionismus verstiegen.

      Ich finde davon abgesehen, dass man anfange sollte, Juden für ganz normale Sünder zu halten – mit Verrätern, Lügenern, wunderbaren Helden, großen Denkern und Künstlern, kleinen treuen Alltagsmenschen, Intriganten ebenso wie aufrichtigen Menschen und Israel als einen Staat, in dem dieselben menschlichen Verwerfungen und die dieselbe menschliche Größe zum Ausdruck kommen wie anderswo auch.

      Noch mal die wahre Lehre der Kirche zu dem Thema aus dem Römischen Katechismus:

      “ „Wenn also einer fragt, was der Grund war, warum der Sohn Gottes das bitterste Leiden übernahm, so wird er erkennen, daß es außer der Erbschuld der ersten Eltern (Adam und Eva) vor allem die Laster und Sünden waren, welche die Menschen begangen haben und bis zum Ende der Zeiten begehen werden….Es müssen dieser Schuld (am Tod Christi) alle als teilhaftig angesehen werden, welche öfters in Sünden fallen…. Jene, die sich in Schandtaten und Lastern wälzen, kreuzigen ihn von neuem.

      Und dieser Frevel wiegt bei uns Christen viel schwerer, als er es bei Juden gewesen ist, weil die Juden nach dem Zeugnis des Apostels Paulus „den Herrn der Herrlichkeit niemals gekreuzigt hätten, wenn sie ihn erkannt hätten“. – Wir legen aber das Bekenntnis ab, ihn zu kennen und verleugnen ihn dennoch durch unsere Werke und legen so gewissermaßen gewaltsam Hand an ihn.“

      (Zum Credo Artikel „Gelitten unter P.P: 5. Hauptstück, 11. Kapitel)

      • Fr. Zeitschnur:

        Oben legen Sie Wert darauf, dass sich die Kirche „bislang niemals zu einem lehrmäßigen Antizionismus verstiegen“. Entsprechend erhielt Pius X. für seine Äußerungen gegenüber Herzl verschiedentlich schon sein Fett verabreicht.

        Nun watschten Sie aber bei anderer Gelegenheit einige Forumsteilnehmer ab, als diese haarsträubende Entgleisungen von Franziskus als „nicht ex cathedra verkündet“ und damit unverbindlich relativiert hatten. Da fuhren Sie nämlich das Geschütz „Pastor Aeternus“ auf und schossen mit entsprechenden Zitaten dieses eigenmächtige Unterscheiden päpstlicher Äußerungen über den Haufen.

        Haben Sie denn jetzt den Anfang der Wackelkandidaten auf dem Thron Petri auf Pius X. zurückverlegt?

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