„Keine Abstriche von der kirchlichen Lehre“ – Kardinal Müller zu Bischofssynode, Piusbruderschaft, Medjugorje und Befreiungstheologie

Kardinal Gerhard Müller
Kardinal Gerhard Müller

(Rom) Bei der Bischofssynode im Herbst werde es „keine Abstriche von der kirchlichen Lehre“ geben. Dies bekräftigte Kardinal Gerhard Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation. Es seien pastorale Wege zu suchen, um Personen in schwierigen Situationen stärker in die Gemeinschaft zu integrieren. Während es, so der Kardinal, zur Piusbruderschaft derzeit keine „substantiellen Neuigkeiten“ gebe, werde es im Herbst eine Entscheidung zu Medjugorje geben. Katholisch.de, das Medienportal der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichte gestern ein Interview mit dem Kardinal.

Erneuerung und Vertiefung der Ehevorbereitung notwendig

Mit Blick auf die Bischofssynode über Ehe und Familie betonte der deutsche Kardinal, daß die Kirche „den Menschen, auch den Katholiken, helfen“ müsse, „neu zu verstehen, welchen Sinn es hat, eine Ehe einzugehen und sich so, auch öffentlich, an einen Menschen zu binden“. Während sich die Diskussion bisher vor allem um das „Scheitern“ von Ehen drehte, hob Kardinal Müller die Notwendigkeit „einer Erneuerung und Vertiefung“ der Ehevorbereitung hervor.

Der Kardinal bestätigte zudem, daß sich die „ordentliche Vollversammlung“ der Glaubenskongregation „im Herbst“ mit Medjugorje befassen werde: „Die Stellungnahme der Kongregation wird dann dem Heiligen Vater zur weiteren Entscheidung vorgelegt.“

Verschiedene Begegnungen mit Piusbruderschaft, „die das gegenseitige Vertrauen stärken sollten“

Auf die Frage, ob die „Einigungsbemühungen ausgesetzt oder verschoben“ worden seien, weil es „in jüngster Zeit“ um die Priesterbruderschaft St. Pius X. „auffallend still geworden“ sei, sagte Kardinal Müller, daß es „in dieser Frage keine substantiellen Neuigkeiten“ gebe. „Der Heilige Vater möchte, daß wir am Ball bleiben: ‚mit Entschiedenheit und Geduld‘“. In den „vergangenen Monaten“, habe es „Begegnungen verschiedener Art gegeben, die das gegenseitige Vertrauen stärken sollten“. Als „Voraussetzung für eine volle Versöhnung“ nannte der Kardinal erneut „die Unterzeichnung einer lehrmäßigen Präambel, um die volle Übereinstimmung in den wesentlichen Glaubensfragen zu garantieren“. Die Antwort des Glaubenspräfekten läßt vermuten, daß es sich dabei nicht zwingend um die Präambel von 2012 handeln müsse.

Die jüngste Lateinamerika-Reise von Papst Franziskus habe gezeigt, „dass sich die Kirche für eine authentische Befreiungstheologie einsetzen muss“. Er, Müller, arbeite „seit vielen Jahren im Einklang mit der Instruktion der Glaubenskongregation“, mit der in den 1980er Jahren die marxistische Befreiungstheologie verurteilt wurde, „für eine solche Theologie, die nicht ideologisch ausgerichtet ist, sondern das Wohl der Menschen und der Gesellschaft vor Augen“ habe. Die Wahl von Papst Franziskus auf den Stuhl Petri sei „ein Zeichen der Vorsehung“, da die Mehrheit der Katholiken heute in Lateinamerika lebe. „Papst Franziskus hat die Gläubigen auf seiner Reise vom Evangelium her gestärkt und ermutigt und die Völker dort zu einem friedlichen und gerechteren Miteinander aufgerufen. Das ist ein Gebot der Stunde“, so Müller.

„Treue zum Papst mein Leben lang ein Herzensanliegen“

Auf seine Aussage angesprochen, es bestehe die Notwendigkeit, das Pontifikat von Papst Franziskus „theologisch zu strukturieren“, bekräftigte der Kardinal „die spezifische Aufgabe der Kongregation für die Glaubenslehre. Sie hat die Glaubens- und Sittenlehre in der ganzen katholischen Kirche im Auftrag des Papstes zu fördern und zu schützen.“ Zu seinem persönlichen Verhältnis zum amtierenden Papst sagte Kardinal Müller: „Persönlich ist mir die Treue zum Papst mein Leben lang ein Herzensanliegen gewesen.“

Zur Öko-Enzyklika Laudato Si angesprochen, sagte Müller, dem Papst „sehr dankbar für die Enzyklika“ zu sein. Das Dokument habe eine „sehr starke sozialethische Komponente“ und führe „die Tradition der Sozialenzykliken“ weiter. Ihm „scheint“, daß es dem Papst darum gehe, „die Augen aller Menschen guten Willens für die Problematik der Umwelt- und der Humanökologie zu öffnen und den Dialog untereinander auf allen Ebenen zu fördern.“

Zu den umstrittenen Themen der Zulassung wiederverheiratet Geschiedener und der Anerkennung der Homosexualität, mit denen sich die Bischofssynode im kommenden Oktober befassen werde, sagte Kardinal Müller: „Hier steht die Synode vor der Herausforderung, pastorale Wege einer stärkeren Integration in die Gemeinschaft zu finden, ohne Abstriche vom Wort Jesu und der darauf aufbauenden kirchlichen Lehre zu machen. Für die Zukunft der Kirche und der Gesellschaft ist die Familie von unersetzlicher Bedeutung.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: katholisch.de (Screenshot)

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michael
Fuer die FSSPX ist die „Wandlung“ Muellers eigentlich von Vorteil und es ist auch gut, das man im Moment zwar spricht, aber in der Unvereinbarkeit der Standpunkte verharrt. Benedikt haette das ganz weit vorantreiben koennen, haetten ihn wenigstens ein paar Kleriker unterstuetzt. Die hatten aber eine weitere Protestantisierung der Kirche im Auge und bestimmt nicht die Rueckbesinnung auf unveraenderliche Werte und die tridentinische Messe. Benedikt war einfach nicht Machtmensch genug, um wie sein Nachfolger ruecksichtslos Personalien durchzusetzen, die ihm nuetzen. Leider ist das das Einzig stringente an Franz. Er hat meiner Ansicht von Theologie, wie sie fuer Gespraeche mit FSSPX… weiter lesen »
fredius
Es ist erstaunlich, dass Kardinal Müller der Präfekt der Glaubenskongregation so behutsam mit Papst Franziskus und seiner Enzyklika umgeht. Das ist natürlich schon richtig, er kann sich ja öffentlich nicht gegen den Papst stellen. Es ist sowieso fast ein Wunder, dass Kardinal Müller sei- ne Ämter nicht verlustigt gegangen sind, verteidigt er doch vehement die Glaubenslehre der ka- tholischen Kirche ohne Abstriche. Seine Anmerkung dass Franziskus ein Zeichen der Vorsehung ist, kann man verschieden auslegen und verstehen. Kardinal Müller wird mit Sicherheit nicht alles gut heißen was Franziskus tut und sagt, dazu ist die Negativbilanz zu groß. Was die Piusbruder-… weiter lesen »
K.
Ne, das ist kein Wunder. Müller hat in Lateinamerika ein ganz anderes Image als in Dtschl. Hier gilt er (mit Recht) als sturer Hardliner, dort gilt er (ebfs. mit Recht) als ehrlicher Freund der Armen und Gegner des reaktionären Kirchenestablishments. Der Papst hält an ihm fest, weil er ihn als Freund der Armen schätzt und mit einem dogmatischen Hardliner auch nichts falsch machen kann. Im Zweifel gilt die Weisung des Papstes aus den ersten Tagen seines Pontifikats: Hört euch an, was die Glaubenskongregation erzählt, aber macht euer Ding weiter. Unter dieser Prämisse kann Ebf. Müller dem Papst nicht gefährlich werden,… weiter lesen »
Siri

Bla …. bla ….. bla …….

fredius

Siri@ Sie haben wirklich keine Ahnung !

Siri

Das mag ja sein, aber nach all den vielen Worten aus Rom und den „Taten“, die darauf gefolgt sind, bin ich mehr als skeptisch! Zumal vom „lieben Franz“ bestimmt nichts Gutes zu erwarten ist …

Reinhold

Wieso nicht ? Stimmt doch.

Reinhold

Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass es anders kommen könnte. Dabei will ich Bischof Müller wirklich nichts untersrellen.

Reichsrömer
Kardinal Müller muß diplomatisch taktieren. Er kann nicht in offene Opposition zu Franziskus und dessen Anhang gehen. Seine Position ist nicht stabil genug. Dieser Franz kann ja sehr rigoros in seinen Entscheidungen sein. Eine Haltung die Benedikt XVI. leider total fremd war. Um die Kirche wieder zur Tradition zurück zu führen, bedürfte es eines starken, entschlossenen Papstes, der ohne zu zögern sämtliche modernistischen und ultraprogressiven Kardinäle und Bischöfe emeritiert und kaltstellt, und diese durch Glaubenstreue Priester ersetzt. Dies ist der einzige Weg. Dazu bräuchte es dann einen neuen Antimodernisteneid, den auch ein Papst nach seiner Wahl feierlich schwören müßte, bevor… weiter lesen »
Siri

@Reichsrömer:
Woher soll wohl ein „starker, entschlossener“ Papst herkommen, der „sämtliche modernistischen und ultraprogressiven Kardinäle und Bischöfe emeritiert und kaltstellt und diese durch Glaubenstreue Priester ersetzt“?
Benedikt XVI. hat zaghafte Ansätze in diese Richtung getan, aber sie blieben doch schon in den Startlöchern stecken! Und nach Franz kann es, wenn man die zur Wahl verfügbaren Kardinäle anschaut, nur noch schlimmer kommen. Rom ist vom Glauben abgefallen, an dieser Tatsache ist nicht zu rütteln. Endzeit eben ……

Reichsrömer

@Siri: Sie haben leider Recht. Die Lage ist in der Tat so, daß es wahrscheinlich nach dem nächsten Konklave noch schlimmer kommt, falls Gott nicht dem Spuk ein Ende bereitet.

Franzel
Was heißt das: „pastorale Wege einer stärkeren Integration in die Gemeinschaft“ für die betreffenden Personen (indirekt jeden) zu suchen? Ist das nicht auch das Anliegen von Herrn Kardinal Marx und vieler anderer Bischöfe? – Es wird doch offen gesagt, daß die Lehre, wie sie ist, dem Buchstaben nach nicht verändert werde, aber… daß man Möglichkeiten in der „Pastoral“ ausloten werde, gelinde gesagt. Und das bedeutet letztlich dann doch eine Aushöhlung der Sakramente in der Praxis wie sie ja schon „gang und gäbe“ ist. Der gültige Katechismus hat doch aber schon alles klar und gut geregelt. Die Inhalte müßten sich lediglich… weiter lesen »
Dr. Dieter Fasen
Sie schreiben:; Zur Öko-Enzyklika Laudato Si angesprochen, sagte Müller, dem Papst „sehr dankbar für die Enzyklika“ zu sein. Das Dokument habe eine „sehr starke sozialethische Komponente“ und führe „die Tradition der Sozialenzykliken“ weiter. Ihm „scheint“, daß es dem Papst darum gehe, „die Augen aller Menschen guten Willens für die Problematik der Umwelt- und der Humanökologie zu öffnen und den Dialog untereinander auf allen Ebenen zu fördern.“ Dieser Beurteilung der Öko-Enzyklika kann ich nicht folgen. Zum ersten Male nach Galileo mischt sich ein Papst in die Wissenschaftstheorie ein und nimmt einseitig Stellung zugunsten der vom Menschen infolge des CO² – Verbrauches… weiter lesen »
Siri

Bergoglio braucht keine Beweisführung, genauswenig wie unsere Kanzlerin: Was er sagt und tut, ist zwar meistens völlig sinnfrei, aber – oder vielleicht gerade deshalb – alternativlos!

zeitschnur
Offensichtlich hat sich Kardinal Müller, was die aktuellen Fragen anbelangt, ebenfalls den Kreide-Hals-Stil angewöhnt, den man aus Berlin und Paris und London und Moskau (ja: auch Moskau!) und Madrid und Washington und wo auch immer so gut kennt, dass man immer nur eines erkennt: Kompetenz heißt heute, dass man viele Rhetorikkurse absoviert hat, einen Doktor in „Spin-doctoring“ erworben hat, um jeden Preis zweideutig bleibt und um Gottes Willen nur nicht ein klares Ja oder Nein ohne nachfolgendes Aber sagt. Und vor allem dieses Ausweichen: Wenn er gefragt wird hinsichtlich der Kommunionzulassung der wiederverheirateten Geschiedenen und antwortet darauf mit der Bemerkung,… weiter lesen »
Siri
@zeitschnur: Genau das wollte ich mit meiner Bemerkung „bla …. bla …. bla ….“ gesagt haben: Inhaltsloses Gerede, das vor allem nicht den Zeitgeist stört und damit auch die Ruhe der hohen Kleriker stört, die vor allem darauf aus sind, ihre Pfründen zu sichern, zu erhalten und auszubauen. Der Glaube ist doch nur noch die Folie, deren man bedarf, um das Gebäude aufrechterhalten zu können und damit seine eigene Existenz. Ihr Gott ist nicht Jesus Christus, sondern der Bauch (um ein Wort des hl. Papstes Pius X. aufzugreifen, das er im Jahr 1908 den Protestanten entgegenschleuderte). Jesus hat gesagt: Euer… weiter lesen »
Siri

Eine kurze Klarstellung: Es sollte natürlich am Schluß heißen: … wie bei Mixa und Tebartz von Elst!

zeitschnur

Ja, das meinte ich – nur eine Korrektur: Ihr Zitat vom Bauchgott stammt nicht von Pius X., sondern aus dem Philipperbrief. Pius X. hat es aufgegriffen.

„Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt.“ (Phil. 3, 19)

Dr. Dieter Fasen
Gestatten Sie mir, dass ich meinen Beitrag weiter erläutere. Die Kirche hatte bisher ein Lehramt mit dem Papst als höchste von Christus selbst eingesetzte Autorität. Dies war die Geschäftsgrundlage der katholischen Kirche. Keine andere Religion auf Erden hatte diesen Vorzug! Heute unter Franziskus ist das Lehramt nicht mehr erkennbar und die (Lehr-?) -Entscheidungen fallen nach der Bastamethode.. Ich denke an die wunderlose Heiligsprechung von Päpsten, ohne den „Advokatus Diaboli“, ohne eine Erklärung über die offenen Fragen in den Lebensläufen von Päpsten, auf die u.a. Don Villa hingewiesen hat. In dieses sehr diffuse Bild des heutigen Lehramtes passen die Widersprüche in… weiter lesen »
Carlo
Dr. Fasen: Bisher? Heute? Es ist aber nicht Franziskus, der den „Adv. Diab.“ abgeschafft und Heiligsprechungen in einer unüberschaubaren Weise vorgenommen hat, die diesen Stand richtiggehend zu – ‚tschuldigung – unkenntlichem Bulkgood degradierte. Genauso wenig ist er’s, der den Ökumenezirkus bis hin zur Küsserei nicht nur von Protestantenbibeln, sondern sogar des Koran angeworfen resp. praktiziert hat. Auch ist es nicht Franziskus, der die Fußwaschung an Laien durch den Nachfolger Petri am Gründonnerstag eingeführt hat, erst recht nicht die Handkommunion und weibliche Ministranten, wie es auch nicht er ist, der die Tiara sogar noch aus dem Papstwappen gestrichen hat, usw. usf.… weiter lesen »
Dr. Dieter Fasen
An Carlo: Die offen stehenden Fragen betreffen 1. bei Johannes XIII sein Verhältnis zu den Freimaurern. Stimmt es, dass er zu seiner Pariser Zeit regelmäßig an jedem Freitag die Versammlung der Freimaurer besucht hat und wenn ja mit welchem Ziel. Konkret: War er selbst möglicherweise Freimaurer? Warum hat er die Botschaft von Fatima 1960 nicht veröffentlichen lassen, wie die Mutter Gottes geboten hatte und warum hat er die Weihe Russlands an das unbefleckte Herz Mariens nicht vorgenommen? und warum hat den Vertrag von Metz durch Kardinal Tisserant und den russischen Metropoliten Nikodim abschliessen lassen, mittels dem genau die gebotene Weihe… weiter lesen »
zeitschnur
Es war Johannes Paul II., der die strengen Verfahren für Kanonisationen aufgehoben und massiv simplifiziert hat. Es war Paul VI., der durch eine neue Instruktion eine klare Ablehnung einer „Erscheinung“ verunmöglicht hat. Früher gab es „constat de supernaturalitate“ oder „constat de non supernaturalitate“. Entweder oder. Die schlaue Bemerkung, mit einer solchen Approbation oder Nicht-Anerkennung sei keine positive Erklärung im Fall des „constat“ verbunden, ist so gesagt falsch. Wenn die Kirche feststellte „Es steht fest, dass“ oder „Es steht fest, dass nicht“, dann waren das definitive Aussagen. Erst durch die Wischiwaschi-Formulierung „Non constat de…“ (Es steht nicht fest, dass) wurde der… weiter lesen »
zeitschnur

Ich habe die Don-Villa-Ausführungen auch gelesen, und sie halten keiner Überprüfung stand, die man von hier aus leisten könnte. Sie leben von Gerüchten, Dämonisierungen, Verleumdungen und allerlei Überspanntheiten, die allesamt nicht sauber bewiesen werden.

Nee danke – so etwas ist nicht in Ordnung!

Und die Kirche muss nicht beweisen, dass das NICHT stimmt, sondern diese Hetzer müssen beweisen, DASS das, was sie da so leichthin behaupten, wahr ist. Drehen wir das Recht nicht um!

Dass ich auch jenseits Don Villas extreme Zwiefel an den Herrn Päpsten habe, bleibt davon unberührt. Aber ich kann sie auf der Sachebene beweisen und muss nicht persönlich werden.

Agricola
Liebe Zeitschnur, für mich bleiben dennoch Fragen: Einerseits: // Sr. Faustyna und Pater Pio. Beide wurden vor dem Konzil mit äußerster Skepsis angesehen // Andererseits: // Was Fatima betrifft: hier haben sich auch schon Pius XI. und Pius XII. gesperrt. // – Warum das eigentlich, nachdem doch Fatima seit 1930 (?)kirchlich anerkannt war? Warum dieses Zögern oder auch diese Skepsis(?) ? Warum sind die Aussagen von Lucia dos Santos vor und nach dem Konzil nicht einheitlich bzgl. des dritten Geheimnisses? Ein Johannes Paul II hat nicht nur Padre Pio, sondern auch die Seherkinder Francisco und Jacinta Marto seliggesprochen, die Heiligsprechung… weiter lesen »
zeitschnur
@ Agricola Das sind berechtigte Fragen, und ich kann sie nicht schnell mal beantworten. Ich weiß nur eines: Wenn die Schrift den Bösen einen „Verwirrer“ nennt, dann müssen wir auch mir einer echten Verwirrung rechnen. Und daher ist auch das gesonderte Charisma der „Unterscheidung der Geister“, das offenbar nicht identisch ist mit der Aufgabe des Lehramtes (jedenfalls geht das aus der Schriftlesung vom letzten Sonntag – im alten Ritus – klar hervor) sehr wichtig! Mir wird auch immer klarer, dass die Verführung, in die der Satan Eva stürzte, eine echte, gravierende Verführung im Geist war und auf keinen Fall dieses… weiter lesen »
zeitschnur
Nachtrag: Die Debatten um die Definition des Unfehlbarkeitsdogmas müsen hier auch noch einmal genauer angesehen werden. Ich lese zur Zeit ein interessantes Buch über die Kontroverse Henry Mannings und J.H. Newmans zu dem Thema. Es wird deutlich, dass die Trennlinie „Modernismus“ vs. „(scholastische) Orhtodoxie“ in sich vielleicht schon ein echtes Hindernis ist, die Sachlage noch differenziert zu durchdenken. Pius X. hat vermutlich das getan, wovor die Schrift warnt: Mit dem wahn, das „Übel mit der Wurzel auszureißen“ hat er gleich noch gute Stände ausgrupft und heimatlos gemacht. Zumal sich leo XIII. vorher ausdrücklich vorsichtig geäußert hatte und zur Großherzigkeit und… weiter lesen »
Reinhold

Das hat ja alles nichts mit dem Ausgangsbericht zu tun. Mutmaßungen über Pater Pio kann sich jeder doch selber denken. Typisch, dass Pius X in den Dreck gezogen wird, das muss ja sein bei bestimmten Leuten.Tradikreise sind unbekannt. was ist denn das schon wieder für eine mißlungene Wortinszenierung ?

Dr. Dieter Fasen
Frau Zeitschur so habe ich es nie gesagt. Ich habe nie gesagt und angenommen. dass die Einlassungen von Don Villa wahr sind. Aber ich bin der Ansicht, dass ich-. und ´dass bedeutet jeder Christ – erwarten kann und muss, dass die Vorwürfe entkräftigt werden können, vor allem dann, wenn es sich um die Heiligsprechung handelt. Entkräftigt bedeute dabei nicht, dass der Autor unglaubwürdig gemacht wird. Entkräftigt bedeutet, dass die Logik der von ihm geschilderten Kausalzusammenhänge als unwahr bewiesen werden. Dieses muss möglich sein und wenn nicht bleiben bei mir Bedenken gegen das Verfahren. Die Kirche kann doch ohne Stellungnahme über… weiter lesen »
zeitschnur
Da die Vorwürfe bei Don Villa auf dieser „okkulten Ebene“ liegen, die man so schwer verifizieren oder widerlegen kann, halte ich davon nichts. Er hätte hieb- und stichfest beweisen müssen, dass das alles so ist. Aber wie soll man das tun? Es liegt in der Natur der Sache, dass das unmöglich ist und ich will damit nichts zu tun haben. Wir haben uns in solche „Hexenjagden“ lange genug verstrickt, und sie haben nur Unrecht produziert und das Ansehen der Kirche beschmutzt. Für mich ist Paul VI. aus gravierenden und jedermann nachvollziehbaren theologischen Gründen ungeeignet für eine Heiligsprechung. Ich habe mich… weiter lesen »
sarah

Ich kann nicht verstehen, dass die Frage der Kanonisierung eine so große Rolle spielen soll. Immerhin hat es in der Geschichte der Kirche etwa 900 Jahre gegeben, in denen es solche offizielle Heiligsprechungen wohl nicht gegeben hat. Auch ist mir in der Bibel keine Stelle bekannt, auf die sich eine Kanonisierung gründen lässt. Es müsste doch reichen, wenn Gott seine Heiligen kennt. Für eine katholische Lebensgestaltung sollte es doch Wichtigeres geben.

zeitschnur
@ Sarah „Heiligsprechungen“ bestimmen ja nicht, ob einer oder eine heilig ist, sondern sind eine „rechtliche“ Sache: der ganzen Kirche wird erlaubt, diese heilige Person öffentlich und kirchlich zu verehren. Privat kann jeder Menschen verehren, von deren Heiligkeit er überzeugt ist. Ich mache ein Beispiel: Wenn Msgr. Lefebvre öffentliche Wallfahrten ans Pétaingarb machte und ihn dort um Fürsprache anrief, dann ist das ein Verstoß gegen die Regeln. da Pétain nicht seliggesprochen ist, kann man ihn auch nicht öffentlich und kirchlich verehren. Lefebvre kann ihn natürlich privat um Fürsprache bitten. Wenn aber andersherum die Heiligkeit eines Menschen aus gravierenden Gründen fraglich… weiter lesen »
Dr. Dieter Fasen

Sehr geehrte Frau Zeitschnur,
Wenn Sie schreiben, „okkulte Ebene“ ohne Begründung, so ist es genau das, was ich mit unglaubwürdig machen verstehe. Don Villa müsste der Kommission Ross und Reiter genannt haben. Ich verstehe sehr wohl, dass er die Namen nicht veröffentlicht. Es hätte an der Heiligsprechungskommission gelegen für Klarheit zu sorgen. Oder wollte sie ein Geschmäckle?

zeitschnur

Ich verstehe das Argument nicht ganz – wenn Don Villa Ross und Reiter nicht nennt, dann liegt der Fehler bei ihm, nicht bei der Kommission.

Ich verstehe nicht, warum er die Namen nicht veröffentlicht…denn nur das hätte Klarheit geschaffen.

Aber da er nicht mehr lebt (ist doch so, oder?) bringt das alles nichts mehr.

Siri
Na, fredius, wundert Sie noch immer mein Kommentar: bla …. bla ….. bla ……? Nach den neuesten Informationen aus dem Vatikan kommt es genau so, wie ich es vorausgeahnt habe, daß nämlich die konservativen Mitglieder der kommenden Synode auf kaltem Weg entmachtet werden. Was interessiert den Franz denn, was ein Kardinal sagt, selbst wenn er als oberster Glaubenswächter fungiert? Den kann man mühelos durch einen anderen ersetzen, der sich in allen Punkten willfährig erweist. Wie schnell das gehen kann, sieht man an etlichen abschreckenden Beispielen. Mich wundert inzwischen gar nichts mehr – doch, eines wunder mich doch: daß Papst Emeritus… weiter lesen »
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