„Keine Abstriche von der kirchlichen Lehre“ – Kardinal Müller zu Bischofssynode, Piusbruderschaft, Medjugorje und Befreiungstheologie

Kardinal Gerhard Müller
Kardinal Gerhard Müller

(Rom) Bei der Bischofssynode im Herbst werde es „keine Abstriche von der kirchlichen Lehre“ geben. Dies bekräftigte Kardinal Gerhard Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation. Es seien pastorale Wege zu suchen, um Personen in schwierigen Situationen stärker in die Gemeinschaft zu integrieren. Während es, so der Kardinal, zur Piusbruderschaft derzeit keine „substantiellen Neuigkeiten“ gebe, werde es im Herbst eine Entscheidung zu Medjugorje geben. Katholisch.de, das Medienportal der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichte gestern ein Interview mit dem Kardinal.

Erneuerung und Vertiefung der Ehevorbereitung notwendig

Mit Blick auf die Bischofssynode über Ehe und Familie betonte der deutsche Kardinal, daß die Kirche „den Menschen, auch den Katholiken, helfen“ müsse, „neu zu verstehen, welchen Sinn es hat, eine Ehe einzugehen und sich so, auch öffentlich, an einen Menschen zu binden“. Während sich die Diskussion bisher vor allem um das „Scheitern“ von Ehen drehte, hob Kardinal Müller die Notwendigkeit „einer Erneuerung und Vertiefung“ der Ehevorbereitung hervor.

Der Kardinal bestätigte zudem, daß sich die „ordentliche Vollversammlung“ der Glaubenskongregation „im Herbst“ mit Medjugorje befassen werde: „Die Stellungnahme der Kongregation wird dann dem Heiligen Vater zur weiteren Entscheidung vorgelegt.“

Verschiedene Begegnungen mit Piusbruderschaft, „die das gegenseitige Vertrauen stärken sollten“

Auf die Frage, ob die „Einigungsbemühungen ausgesetzt oder verschoben“ worden seien, weil es „in jüngster Zeit“ um die Priesterbruderschaft St. Pius X. „auffallend still geworden“ sei, sagte Kardinal Müller, daß es „in dieser Frage keine substantiellen Neuigkeiten“ gebe. „Der Heilige Vater möchte, daß wir am Ball bleiben: ‚mit Entschiedenheit und Geduld‘“. In den „vergangenen Monaten“, habe es „Begegnungen verschiedener Art gegeben, die das gegenseitige Vertrauen stärken sollten“. Als „Voraussetzung für eine volle Versöhnung“ nannte der Kardinal erneut „die Unterzeichnung einer lehrmäßigen Präambel, um die volle Übereinstimmung in den wesentlichen Glaubensfragen zu garantieren“. Die Antwort des Glaubenspräfekten läßt vermuten, daß es sich dabei nicht zwingend um die Präambel von 2012 handeln müsse.

Die jüngste Lateinamerika-Reise von Papst Franziskus habe gezeigt, „dass sich die Kirche für eine authentische Befreiungstheologie einsetzen muss“. Er, Müller, arbeite „seit vielen Jahren im Einklang mit der Instruktion der Glaubenskongregation“, mit der in den 1980er Jahren die marxistische Befreiungstheologie verurteilt wurde, „für eine solche Theologie, die nicht ideologisch ausgerichtet ist, sondern das Wohl der Menschen und der Gesellschaft vor Augen“ habe. Die Wahl von Papst Franziskus auf den Stuhl Petri sei „ein Zeichen der Vorsehung“, da die Mehrheit der Katholiken heute in Lateinamerika lebe. „Papst Franziskus hat die Gläubigen auf seiner Reise vom Evangelium her gestärkt und ermutigt und die Völker dort zu einem friedlichen und gerechteren Miteinander aufgerufen. Das ist ein Gebot der Stunde“, so Müller.

„Treue zum Papst mein Leben lang ein Herzensanliegen“

Auf seine Aussage angesprochen, es bestehe die Notwendigkeit, das Pontifikat von Papst Franziskus „theologisch zu strukturieren“, bekräftigte der Kardinal „die spezifische Aufgabe der Kongregation für die Glaubenslehre. Sie hat die Glaubens- und Sittenlehre in der ganzen katholischen Kirche im Auftrag des Papstes zu fördern und zu schützen.“ Zu seinem persönlichen Verhältnis zum amtierenden Papst sagte Kardinal Müller: „Persönlich ist mir die Treue zum Papst mein Leben lang ein Herzensanliegen gewesen.“

Zur Öko-Enzyklika Laudato Si angesprochen, sagte Müller, dem Papst „sehr dankbar für die Enzyklika“ zu sein. Das Dokument habe eine „sehr starke sozialethische Komponente“ und führe „die Tradition der Sozialenzykliken“ weiter. Ihm „scheint“, daß es dem Papst darum gehe, „die Augen aller Menschen guten Willens für die Problematik der Umwelt- und der Humanökologie zu öffnen und den Dialog untereinander auf allen Ebenen zu fördern.“

Zu den umstrittenen Themen der Zulassung wiederverheiratet Geschiedener und der Anerkennung der Homosexualität, mit denen sich die Bischofssynode im kommenden Oktober befassen werde, sagte Kardinal Müller: „Hier steht die Synode vor der Herausforderung, pastorale Wege einer stärkeren Integration in die Gemeinschaft zu finden, ohne Abstriche vom Wort Jesu und der darauf aufbauenden kirchlichen Lehre zu machen. Für die Zukunft der Kirche und der Gesellschaft ist die Familie von unersetzlicher Bedeutung.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: katholisch.de (Screenshot)

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34 Comments

  1. Fuer die FSSPX ist die „Wandlung“ Muellers eigentlich von Vorteil und es ist auch gut, das man im Moment zwar spricht, aber in der Unvereinbarkeit der Standpunkte verharrt.
    Benedikt haette das ganz weit vorantreiben koennen, haetten ihn wenigstens ein paar Kleriker unterstuetzt.
    Die hatten aber eine weitere Protestantisierung der Kirche im Auge und bestimmt nicht die Rueckbesinnung auf unveraenderliche Werte und die tridentinische Messe.
    Benedikt war einfach nicht Machtmensch genug, um wie sein Nachfolger ruecksichtslos Personalien durchzusetzen, die ihm nuetzen.
    Leider ist das das Einzig stringente an Franz.
    Er hat meiner Ansicht von Theologie, wie sie fuer Gespraeche mit FSSPX noetig waere , wenig bis gar keine Ahnung, denn am Ende solcher Gespraeche steht ein Scheideweg, entweder nach Rechts oder Links, ein Dazwischen gibt es nicht, dafuer sind die Standpunkte zu unterschiedlich.
    Und erst der aufsaessige Klerus, es muessten wahrscheinlich ueber die Haelfte aller sog. Priester, vor Allem in 1. + 2. Welt, mangels Glauben entlassen werden.
    Diese Herkulesaufgabe ist hundertmal zu gross fuer Fraenzchen, der ja schon Schwierigkeiten hat, bei Interviews die katholische Contenance zu bewahren.
    Vielleicht heisst der naechste „Herkules“ wirklich Jesus Christus selbst, dem als unueberwindlichen Herold von Golgotha, keiner mehr widerstehen kann und der das nichtkatholische Unwesen fuer immer ausrottet (Innerhalb und Ausserhalb der Kirche)
    Beten wir darum.

  2. Es ist erstaunlich, dass Kardinal Müller der Präfekt der Glaubenskongregation so behutsam mit
    Papst Franziskus und seiner Enzyklika umgeht. Das ist natürlich schon richtig, er kann sich ja
    öffentlich nicht gegen den Papst stellen. Es ist sowieso fast ein Wunder, dass Kardinal Müller sei-
    ne Ämter nicht verlustigt gegangen sind, verteidigt er doch vehement die Glaubenslehre der ka-
    tholischen Kirche ohne Abstriche. Seine Anmerkung dass Franziskus ein Zeichen der Vorsehung
    ist, kann man verschieden auslegen und verstehen. Kardinal Müller wird mit Sicherheit nicht alles
    gut heißen was Franziskus tut und sagt, dazu ist die Negativbilanz zu groß. Was die Piusbruder-
    schaft angeht, so ist nach wie vor der Widerstand im Vatikan zu groß und wird sich auch nicht
    so schnell ändern.

    • Ne, das ist kein Wunder.

      Müller hat in Lateinamerika ein ganz anderes Image als in Dtschl. Hier gilt er (mit Recht) als sturer Hardliner, dort gilt er (ebfs. mit Recht) als ehrlicher Freund der Armen und Gegner des reaktionären Kirchenestablishments. Der Papst hält an ihm fest, weil er ihn als Freund der Armen schätzt und mit einem dogmatischen Hardliner auch nichts falsch machen kann. Im Zweifel gilt die Weisung des Papstes aus den ersten Tagen seines Pontifikats: Hört euch an, was die Glaubenskongregation erzählt, aber macht euer Ding weiter. Unter dieser Prämisse kann Ebf. Müller dem Papst nicht gefährlich werden, sondern ihm nur helfen.

  3. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass es anders kommen könnte. Dabei will ich Bischof Müller wirklich nichts untersrellen.

  4. Kardinal Müller muß diplomatisch taktieren. Er kann nicht in offene Opposition zu Franziskus und dessen Anhang gehen. Seine Position ist nicht stabil genug. Dieser Franz kann ja sehr rigoros in seinen Entscheidungen sein. Eine Haltung die Benedikt XVI. leider total fremd war. Um die Kirche wieder zur Tradition zurück zu führen, bedürfte es eines starken, entschlossenen Papstes, der ohne zu zögern sämtliche modernistischen und ultraprogressiven Kardinäle und Bischöfe emeritiert und kaltstellt, und diese durch Glaubenstreue Priester ersetzt. Dies ist der einzige Weg.
    Dazu bräuchte es dann einen neuen Antimodernisteneid, den auch ein Papst nach seiner Wahl feierlich schwören müßte, bevor er die Wahl annimmt. Beten wir, daß Gott uns bald so einen Papst schickt, auch wenn dies zur Zeit so hoffnungslos erscheint.

    • @Reichsrömer:
      Woher soll wohl ein „starker, entschlossener“ Papst herkommen, der „sämtliche modernistischen und ultraprogressiven Kardinäle und Bischöfe emeritiert und kaltstellt und diese durch Glaubenstreue Priester ersetzt“?
      Benedikt XVI. hat zaghafte Ansätze in diese Richtung getan, aber sie blieben doch schon in den Startlöchern stecken! Und nach Franz kann es, wenn man die zur Wahl verfügbaren Kardinäle anschaut, nur noch schlimmer kommen. Rom ist vom Glauben abgefallen, an dieser Tatsache ist nicht zu rütteln. Endzeit eben ……

      • @Siri: Sie haben leider Recht. Die Lage ist in der Tat so, daß es wahrscheinlich nach dem nächsten Konklave noch schlimmer kommt, falls Gott nicht dem Spuk ein Ende bereitet.

  5. Was heißt das: „pastorale Wege einer stärkeren Integration in die Gemeinschaft“ für die betreffenden Personen (indirekt jeden) zu suchen? Ist das nicht auch das Anliegen von Herrn Kardinal Marx und vieler anderer Bischöfe? – Es wird doch offen gesagt, daß die Lehre, wie sie ist, dem Buchstaben nach nicht verändert werde, aber… daß man Möglichkeiten in der „Pastoral“ ausloten werde, gelinde gesagt.
    Und das bedeutet letztlich dann doch eine Aushöhlung der Sakramente in der Praxis wie sie ja schon „gang und gäbe“ ist.
    Der gültige Katechismus hat doch aber schon alles klar und gut geregelt. Die Inhalte müßten sich lediglich angeeignet und dann auch in Wort und Schrift verkündet werden.

    Warum überhaupt dieser große Aufwand im Oktober wo doch schon alles geregelt und seit langem ausdiskutiert war und ist? Mir scheint als hätte Herr Kardinal Müller einen Gang zurückgeschaltet, was sicherlich auch eine Klugheit ist bzw. sein kann.
    Offenkundig möchte m.Er. Papst Franziskus nun doch eine Änderung im Sinne der Kardinäle Kasper und Marx: also die hl. Kommunion „für alle“ sozusagen. Denn anders würde er sich doch untreu werden und könnte das gar nicht „kommunizieren“. Das zu sagen, ist aber in keinster Weise ein Urteil(en).

    Da ist ein anderer Geist am Werk- und beileibe nicht nur in dieser Thematik- wo dann alles plötzlich als wahr und plausibel erscheint. Und dieser andere Geist ist in der Kirche in Theologie und bekanntlich auf Gemeindeebene (wo nicht?) schon lange mit Händen zu greifen.

  6. Sie schreiben:;
    Zur Öko-Enzyklika Laudato Si angesprochen, sagte Müller, dem Papst „sehr dankbar für die Enzyklika“ zu sein. Das Dokument habe eine „sehr starke sozialethische Komponente“ und führe „die Tradition der Sozialenzykliken“ weiter. Ihm „scheint“, daß es dem Papst darum gehe, „die Augen aller Menschen guten Willens für die Problematik der Umwelt- und der Humanökologie zu öffnen und den Dialog untereinander auf allen Ebenen zu fördern.“
    Dieser Beurteilung der Öko-Enzyklika kann ich nicht folgen.
    Zum ersten Male nach Galileo mischt sich ein Papst in die Wissenschaftstheorie ein und nimmt einseitig Stellung zugunsten der vom Menschen infolge des CO² – Verbrauches induzierten und von der Un gepredigten Klimatheorie. Er bekommt den Beifall aller Gutmenschen … und in diesem verdrehten Sinn und nicht biblisch muss ich die Worte des Kardinals „von den Menschen guten Willens“ verstehen.
    Das Grundproblem besteht jedoch darin, dass Kardinal Bellarmin im Verfahren gegen Galileo nur den Beweis für das heliozentrische Weltbild gefordert hat. Heute dagegen verbietet Bergoglio den Kritikern seiner Klimatheorie – wie diese Seite berichtete – jeden Diskussionbeitrag. Er will gar keine Beweisführung, sondern macht so aus des Klimadiskussion eine reine Ideologie ohne Möglichkeit einer Gegen- oder Einrede. Dass Kardinal Müller als Wissenschaftler dieses nicht erkennt oder erkennen will, gibt zu denken. Si tacuisses, philosophus mansisses!!!
    Die sozialethische Komponente der Enzyklika habe ich noch nicht entdeckt. Wie glauben Müller und Bergoglio eigentlich die Menschheit durch Reduktion der fossilen Brennelemente beim Stand der jetzigen Wissenschaft ernähren zu können. Eine Reduktion der fossilen Brennelemente führt zum Hunger für sehr viele und ist nur möglich durch eine gleichzeitige Reduktion der Weltbevölkerung.

    • Bergoglio braucht keine Beweisführung, genauswenig wie unsere Kanzlerin: Was er sagt und tut, ist zwar meistens völlig sinnfrei, aber – oder vielleicht gerade deshalb – alternativlos!

  7. Offensichtlich hat sich Kardinal Müller, was die aktuellen Fragen anbelangt, ebenfalls den Kreide-Hals-Stil angewöhnt, den man aus Berlin und Paris und London und Moskau (ja: auch Moskau!) und Madrid und Washington und wo auch immer so gut kennt, dass man immer nur eines erkennt: Kompetenz heißt heute, dass man viele Rhetorikkurse absoviert hat, einen Doktor in „Spin-doctoring“ erworben hat, um jeden Preis zweideutig bleibt und um Gottes Willen nur nicht ein klares Ja oder Nein ohne nachfolgendes Aber sagt.

    Und vor allem dieses Ausweichen: Wenn er gefragt wird hinsichtlich der Kommunionzulassung der wiederverheirateten Geschiedenen und antwortet darauf mit der Bemerkung, man dürfe nicht immer von den Gescheiterten reden, sondern davon, wie man die Ehe wieder verständlich mache – der fromme Sinn wird eifrig zustimmen, jedenfalls, was den letzteren Passus betrifft – nur: der erste ist damit dennoch nicht klar beantwortet, und das bemerken dann die meisten schon nicht mehr, weil sie geeicht sind darauf, rhetorischen Sätzen wiederum rhetorisch zu willfahren…

    Eigentlich alles inhaltsloses Gerede für Leute, die nach drei Sätzen ohnehin nicht mehr wissen, was im ersten Satz gesagt wurde.

    • @zeitschnur:
      Genau das wollte ich mit meiner Bemerkung „bla …. bla …. bla ….“ gesagt haben: Inhaltsloses Gerede, das vor allem nicht den Zeitgeist stört und damit auch die Ruhe der hohen Kleriker stört, die vor allem darauf aus sind, ihre Pfründen zu sichern, zu erhalten und auszubauen. Der Glaube ist doch nur noch die Folie, deren man bedarf, um das Gebäude aufrechterhalten zu können und damit seine eigene Existenz. Ihr Gott ist nicht Jesus Christus, sondern der Bauch (um ein Wort des hl. Papstes Pius X. aufzugreifen, das er im Jahr 1908 den Protestanten entgegenschleuderte).
      Jesus hat gesagt: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein, alles andere ist vom Übel. Aber die moderne Rhetorik macht es eben möglich, aus jedem Ja ein Nein oder doch zumindest ein Jein zu machen. Nur nicht festlegen, nur ja keine klare Aussage, die Medien könnten es übelnehmen und zum Halali blasen (wie bei Marx und Tebartz von Elst).

      • Eine kurze Klarstellung: Es sollte natürlich am Schluß heißen: … wie bei Mixa und Tebartz von Elst!

      • Ja, das meinte ich – nur eine Korrektur: Ihr Zitat vom Bauchgott stammt nicht von Pius X., sondern aus dem Philipperbrief. Pius X. hat es aufgegriffen.

        „Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt.“ (Phil. 3, 19)

  8. Gestatten Sie mir, dass ich meinen Beitrag weiter erläutere. Die Kirche hatte bisher ein Lehramt mit dem Papst als höchste von Christus selbst eingesetzte Autorität. Dies war die Geschäftsgrundlage der katholischen Kirche. Keine andere Religion auf Erden hatte diesen Vorzug! Heute unter Franziskus ist das Lehramt nicht mehr erkennbar und die (Lehr-?) -Entscheidungen fallen nach der Bastamethode.. Ich denke an die wunderlose Heiligsprechung von Päpsten, ohne den „Advokatus Diaboli“, ohne eine Erklärung über die offenen Fragen in den Lebensläufen von Päpsten, auf die u.a. Don Villa hingewiesen hat. In dieses sehr diffuse Bild des heutigen Lehramtes passen die Widersprüche in den beiden letzten Enzykliken
    mit der bisherigen Lehre. Dazu passt natürlich auch. dass eine (Klima-)Ideologie lehramtlich unter Ausschluss eine wissenschaftlichen Diskussion vorgetragen und als heilsbringend gelehrt wird. Vor diesem Hintergrund habe ich die Befürchtung, dass unsere Religion mit all ihren Vorzügen zu Ideologie verkommen soll, in der nur mehr die Moral und Ethik der Gutmenschen gelehrt wird. Das Traurige ist, dass selbst die – wie Kardinal Müller – es besser wissen und erkennen müssten, inzwischen den Weg der Anpassung gehen. Treue zum Papst ja, aber auch diese muss kritisch sein. Der Kirchenlehrer, der hl. Bellarmin, hat uns dieses u.a, gelehrt.

    • Dr. Fasen:

      Bisher? Heute?

      Es ist aber nicht Franziskus, der den „Adv. Diab.“ abgeschafft und Heiligsprechungen in einer unüberschaubaren Weise vorgenommen hat, die diesen Stand richtiggehend zu – ‚tschuldigung – unkenntlichem Bulkgood degradierte. Genauso wenig ist er’s, der den Ökumenezirkus bis hin zur Küsserei nicht nur von Protestantenbibeln, sondern sogar des Koran angeworfen resp. praktiziert hat. Auch ist es nicht Franziskus, der die Fußwaschung an Laien durch den Nachfolger Petri am Gründonnerstag eingeführt hat, erst recht nicht die Handkommunion und weibliche Ministranten, wie es auch nicht er ist, der die Tiara sogar noch aus dem Papstwappen gestrichen hat, usw. usf.

      Aber eben, sich – nicht Sie – mit Alien-Phantastereien zu beschäftigen oder dem ach so schlimmen Israel, das einen kommunistischen Landesverräter nicht ausreisen lässt, ihm ansonsten aber kein Haar krümmt, DAS wird die Kirche sicher weiterbringen.

  9. An Carlo:
    Die offen stehenden Fragen betreffen
    1. bei Johannes XIII sein Verhältnis zu den Freimaurern. Stimmt es, dass er zu seiner Pariser Zeit regelmäßig an jedem Freitag die Versammlung der Freimaurer besucht hat und wenn ja mit welchem Ziel. Konkret: War er selbst möglicherweise Freimaurer? Warum hat er die Botschaft von Fatima 1960 nicht veröffentlichen lassen, wie die Mutter Gottes geboten hatte und warum hat er die Weihe Russlands an das unbefleckte Herz Mariens nicht vorgenommen? und warum hat den Vertrag von Metz durch Kardinal Tisserant und den russischen Metropoliten Nikodim abschliessen lassen, mittels dem genau die gebotene Weihe für spätere Zeiten vertraglich ausgeschlossen wurde oder ohne Vertragsbruch mit entsprechenden diplomatischen Verwirrungen nicht möglich war?
    2, Die Vorwürfe von Don Villa gegen Paul VI sind öffentlich. Ich möchte und werde sie nicht wiederholen, aber ich sähe sie gerne als nichtig oder als Verleumdung aufgeklärt. Darauf habe ich als Gläubiger vor der Canonisierung ein Anrecht.
    3. Bei aller Wertschätzung von Johannes Paul II kann ich Assisi nicht verstehen. Ich kann nicht verstehen, dass ein Papst ein Budda Statue auf die gleiche Höhe neben den ausgesetzten Christus gestellt hat. Bisher konnte mir niemand das Zeichen erklären. Und so bleibt die offene Frage des Synkretismus,
    Ich gehe davon aus, dass das Lehramt die Pflicht hat, diese Fragen der Gläubigen zu klären. Dafür gab es den Adv, Diaboli, der von Franziskus genau in diesen Fällen entmachtet bzw. abgeschafft wurde. Diese erkennbare Willkür und Bruch mit einer festen Regel lässt mich zweifeln und fragen, ob hier noch der Glaube verbindlich verkündet wird.

    • Es war Johannes Paul II., der die strengen Verfahren für Kanonisationen aufgehoben und massiv simplifiziert hat.

      Es war Paul VI., der durch eine neue Instruktion eine klare Ablehnung einer „Erscheinung“ verunmöglicht hat. Früher gab es „constat de supernaturalitate“ oder „constat de non supernaturalitate“. Entweder oder. Die schlaue Bemerkung, mit einer solchen Approbation oder Nicht-Anerkennung sei keine positive Erklärung im Fall des „constat“ verbunden, ist so gesagt falsch. Wenn die Kirche feststellte „Es steht fest, dass“ oder „Es steht fest, dass nicht“, dann waren das definitive Aussagen.
      Erst durch die Wischiwaschi-Formulierung „Non constat de…“ (Es steht nicht fest, dass) wurde der Eindruck erweckt, was immer die Kirche hier entscheidet – es kann auch noch mal verändert werden.

      Bemerkenswert in diesem Zusammenhang zwei spektakuläre, gerade in Tradikreisen extrem beliebten Phänomenen: Sr. Faustyna und Pater Pio. Beide wurden vor dem Konzil mit äußerster Skepsis angesehen. Pater Pio durfte nicht mehr öffentlich wirken und seine Akte im Vatikan ist bis heute unter Verschluss. Paul VI. entdeckte plötzlich sein Herz für ihn und spülte ihn megamäßig hoch. Seine Kanonisation betrieb systematisch JP II. Mit seinen Wundermätzchen hat er Millionen Katholiken davon abgehalten, nüchtern und tief in die Lehre einzudringen und sich um sich selbst und ihre gefühligen Erfahrungen und Selbstbezogenheiten zu drehen, die sie meinen, mit ihm gemacht zu haben – zu Lebzeiten oder posthum.
      Die Hysterie Pius X. gegen die, die die private Erfahrung des Glaubens höher setzen als die objektive Lehre, hat sich bei ihm auf eine schräge und irrlichternde Weise erfüllt: Im frommen Gewand wurden die Leute auf ihre Erfahrungen fixiert und die Millionen, die dorthin pilgerten, haben keineswegs eine Erneuerungswelle oder besonderen Segen in den Gemeinden ausgelöst – es geht alles nieder, unaufhaltsam!
      Bei Sr. Faustyna muss man sehen, dass ihre Barmherzige-Jesus-Verehrung unter Pius XII. verboten, ihr Tagebuch sogar auf den Index gesetzt wurde. Und schwuppdiwupp kommt Johannes Paul II. und tut so, als könne man solche Entscheidungen einfach mal kurz kassieren und alles, was vorher das Hl. Officium begründet ablehnte, wurde von demselben Papst sogar noch als rechtgläubig zementiert…

      Seine Assisi-Geschichte und der Korankuss und seine seltsame Barmherzigkeitstheorie ebenso wie die „Theologie des Leibes“, diese Mischung aus modernem Skeptizismus und bigottisch-magischem Katholizismus, garniert mit sentimentaler Marienverehrung – das hat Bergoglio nicht erfunden, sondern schlicht und einfach angetreten!

      Was Fatima betrifft: hier haben sich auch schon Pius XI. und Pius XII. gesperrt. Das liegt nicht nur an Johannes XXIII. und schon gar nicht an Bergoglio!

      Und ein Wort zu Don Villa: Seine Instruktionen erhielt er zunächst durch Pater Pio und irgendwelche übersinnlichen Erscheinungen, die auch wieder mit Pater Pio zu tun haben…

      F.

      • Ich habe die Don-Villa-Ausführungen auch gelesen, und sie halten keiner Überprüfung stand, die man von hier aus leisten könnte. Sie leben von Gerüchten, Dämonisierungen, Verleumdungen und allerlei Überspanntheiten, die allesamt nicht sauber bewiesen werden.

        Nee danke – so etwas ist nicht in Ordnung!

        Und die Kirche muss nicht beweisen, dass das NICHT stimmt, sondern diese Hetzer müssen beweisen, DASS das, was sie da so leichthin behaupten, wahr ist. Drehen wir das Recht nicht um!

        Dass ich auch jenseits Don Villas extreme Zwiefel an den Herrn Päpsten habe, bleibt davon unberührt. Aber ich kann sie auf der Sachebene beweisen und muss nicht persönlich werden.

      • Liebe Zeitschnur,
        für mich bleiben dennoch Fragen:
        Einerseits: // Sr. Faustyna und Pater Pio. Beide wurden vor dem Konzil mit äußerster Skepsis angesehen //
        Andererseits:
        // Was Fatima betrifft: hier haben sich auch schon Pius XI. und Pius XII. gesperrt. // – Warum das eigentlich, nachdem doch Fatima seit 1930 (?)kirchlich anerkannt war? Warum dieses Zögern oder auch diese Skepsis(?) ?

        Warum sind die Aussagen von Lucia dos Santos vor und nach dem Konzil nicht einheitlich bzgl. des dritten Geheimnisses?
        Ein Johannes Paul II hat nicht nur Padre Pio, sondern auch die Seherkinder Francisco und Jacinta Marto seliggesprochen, die Heiligsprechung ist in Vorbereitung!

        Im Falle Fatimas sind die Konsequenzen aus der Übernatürlichkeit schweigend übergangen (dritte Geheimnis), ja ignoriert (Weihe Russlands) und mit der publikumswirksamen Pilgerfahrt der Päpste nach Fatima (Paul VI, JP II) zugedeckt worden.
        Der Fall Padre Pio wurde erst lange hinausgeschoben, dann doch gehypt (erst postum(!) durch Paul VI) und nicht zuletzt noch mit einem mehr als fragwürden Kirchenbau zementiert.

        Bei diesen Inkonsequenzen dürfte niemand mehr, da durch das Konzil suspekt, heilig gesprochen werden – was allerdings, nachdem Paul VI die Tiara abgelegt hat und seitdem nun auch im Papstwappen verschwunden ist, eine durchaus berechtigte Annahme ist.
        Offenbar ist die unsichere Bewertung von und der Umgang mit Übernatürlichkeit nach dem Konzil jeweils schon vor dem Konzil angelegt. Ein endgültiger Bruch war mE. dann mit Paul VI vollzogen.

        Bei alledem sollten wir aber nicht vergessen, dass wir v.a. um die Heiligung des eigenen Lebens bedacht sein müssen. Wir haben das Wort Gottes und IHN , der sich um unseres Heiles willen selbst geopfert hat. Ihm sollten wir folgen, täglich, jederzeit – das ist schwer genug.

      • @ Agricola

        Das sind berechtigte Fragen, und ich kann sie nicht schnell mal beantworten. Ich weiß nur eines: Wenn die Schrift den Bösen einen „Verwirrer“ nennt, dann müssen wir auch mir einer echten Verwirrung rechnen. Und daher ist auch das gesonderte Charisma der „Unterscheidung der Geister“, das offenbar nicht identisch ist mit der Aufgabe des Lehramtes (jedenfalls geht das aus der Schriftlesung vom letzten Sonntag – im alten Ritus – klar hervor) sehr wichtig!
        Mir wird auch immer klarer, dass die Verführung, in die der Satan Eva stürzte, eine echte, gravierende Verführung im Geist war und auf keinen Fall dieses Geblöke von irgendeiner „Sinnlichkeit“ oder „Eitelkeit“ Evas. Das verfehlt den Ernst der Lage! Eva wurde verwirrt und verführt, weil sie dachte – und das steht so im AT – sie würde dadurch Erkenntnis gewinnen können. Ihre an sich gute Erkenntnissehnsucht wurde systematisch pervertiert. Und da sie, anders als wir, zuvor rein und gut war, gingen ihr auch keine erfahrungsgesteuerten Warnlampen an. Als Gott sie später zur Rechenschaft zieht, sagt sie ja: Die Schlange täuschte mich. Gott akzeptiert diese Erklärung vollund ganz.
        (Bei Adam liegt der Fall anders, weil er bewusst und mit klarem Kopf ungehorsam war – das ist dann der Fall derer, die wider besseres Wissen und wider die klare Erkenntnis gegen Gottes Wort opponieren und verstoßen.)
        Wir aber sind als „Masse der Gläubigen“ in dieser Täuschung befangen und haben größte Mühe, uns zu orientieren, weil es uns so geht wie damals Eva: der, dem das Gebot übergeben war, hat es veruntreut und bestärkt uns darin, uns täuschen zu lassen. Ich meine damit das Lehramt.

        Das ist eine fürchterliche Lage!
        Ich lese sehr viel nach über die Vorgänge im Vatikan seit dem Tod Leos XIII. Ich persönlich glaube, dass mit Pius X. der erste Einsturz gesetzt wurde. Aus verschiedenen sachlichen Gründen sehe ich ihn äußerst kritisch, kann das aber nicht kurz mal auseinanderlegen.
        Für diese Sicht spricht auch, dass Leo XIII. glaubhaft Visionen hatte, in denen der Satan von Jesus die Erlaubnis bekam, die Kirche in 75-100 Jahren zugrunde zu richten (ab dem Moment der Vision, die, glaube ich 1884 war).
        Leo XIII. verfasste daraufhin das berühmte Gebet zum Erzengel Michael, in dem bereits ausgesprochen wird, dass der Hl. Stuhl vom Antichristen unmittelbar besetzt wird.

        „Selbst am heiligen Ort, wo der Sitz des heiligen Petrus und der Lehrstuhl der Wahrheit
        zur Erleuchtung der Völker errichtet ist,
        haben sie den Thron ihrer abscheulichen Gottlosigkeit aufgestellt,
        voller Heimtücke, damit, nachdem der Hirt geschlagen ist,
        sie auch die Herde zerstreuen können.“ (1888)

        Nach Leo XIII. wurde dessen Gebets- und Vorsichts-Bastion gegen den Satan systematisch abgebaut.

        Es ist so chaotisch – auch gerade die unselige Rolle Pius XII, der offenbar systematisch die Richtung Pius XI. zu dessen Lebzeiten unterlief, blockierte oder sogar eigenmächtig veränderte… und er selbst wurde dann durch Montini später betrogen…

      • Nachtrag:

        Die Debatten um die Definition des Unfehlbarkeitsdogmas müsen hier auch noch einmal genauer angesehen werden. Ich lese zur Zeit ein interessantes Buch über die Kontroverse Henry Mannings und J.H. Newmans zu dem Thema.

        Es wird deutlich, dass die Trennlinie „Modernismus“ vs. „(scholastische) Orhtodoxie“ in sich vielleicht schon ein echtes Hindernis ist, die Sachlage noch differenziert zu durchdenken. Pius X. hat vermutlich das getan, wovor die Schrift warnt: Mit dem wahn, das „Übel mit der Wurzel auszureißen“ hat er gleich noch gute Stände ausgrupft und heimatlos gemacht. Zumal sich leo XIII. vorher ausdrücklich vorsichtig geäußert hatte und zur Großherzigkeit und zum Großmut ermahnt hatte in seinem Vermächtnis 1902 (Annum ingressus sumus).

        https://books.google.de/books/about/P%C3%A4pstliche_Unfehlbarkeit_bei_Henry_Edwa.html?id=4UQsrgvEoxYC&redir_esc=y

        Man kann da auch ein paar Snippets lesen. Ansonsten halt kaufen, gibts auch antiquarisch.

      • Das hat ja alles nichts mit dem Ausgangsbericht zu tun. Mutmaßungen über Pater Pio kann sich jeder doch selber denken. Typisch, dass Pius X in den Dreck gezogen wird, das muss ja sein bei bestimmten Leuten.Tradikreise sind unbekannt. was ist denn das schon wieder für eine mißlungene Wortinszenierung ?

  10. Frau Zeitschur so habe ich es nie gesagt.
    Ich habe nie gesagt und angenommen. dass die Einlassungen von Don Villa wahr sind. Aber ich bin der Ansicht, dass ich-. und ´dass bedeutet jeder Christ – erwarten kann und muss, dass die Vorwürfe entkräftigt werden können, vor allem dann, wenn es sich um die Heiligsprechung handelt. Entkräftigt bedeute dabei nicht, dass der Autor unglaubwürdig gemacht wird. Entkräftigt bedeutet, dass die Logik der von ihm geschilderten Kausalzusammenhänge als unwahr bewiesen werden. Dieses muss möglich sein und wenn nicht bleiben bei mir Bedenken gegen das Verfahren. Die Kirche kann doch ohne Stellungnahme über solche gravierenden Vorwürfe nicht hinweggehen. Eine Erklärung muss doch vom Lehramt verlangt werden können. Oder geht es wie in der Politik, wo Probleme mit mehr oder weniger Erfolg ausgesessen werden. Diese Methode hat aber mit der Wahrheitsfindung gar nichts mehr zu tun. Es stellt sich hier die Grundsatzfrage der Glaubwürdigkeit des Lehramtes, an dem ich bisher nie gezweifelt habe.
    Ja für mich besteht hier schon im Sinne der juristischen Terminologie die Umkehr der Beweislast für das Lehramt. Der Gläubige hat ein recht nachvollziehbar die Wahrheit zu wissen.
    Oder soll und muss ich meinen Glauben ob der Argumentationsfaulheit der Theologen verlieren?

    • Da die Vorwürfe bei Don Villa auf dieser „okkulten Ebene“ liegen, die man so schwer verifizieren oder widerlegen kann, halte ich davon nichts. Er hätte hieb- und stichfest beweisen müssen, dass das alles so ist. Aber wie soll man das tun? Es liegt in der Natur der Sache, dass das unmöglich ist und ich will damit nichts zu tun haben. Wir haben uns in solche „Hexenjagden“ lange genug verstrickt, und sie haben nur Unrecht produziert und das Ansehen der Kirche beschmutzt.

      Für mich ist Paul VI. aus gravierenden und jedermann nachvollziehbaren theologischen Gründen ungeeignet für eine Heiligsprechung. Ich habe mich ja schon oft kritisch über ihn und seine Taten und Sätze geäußert.

      Allerdings sind die Kritierien für eine Heiligsprechung durch JP II dermaßen tief heruntergefahren worden, dass ich persönlich keine Heiligsprechung danach mehr anerkenne. Ob die Betreffenden in dem einen oder andern Fall vielleicht sehr wohl heilig sind, wird dadurch nicht bestritten.
      Durch die nachkonziliare (liturgische) Entwicklung neige ich dazu,. überhaupt keine Kanonisation nach 1970 mehr anzuerkennen. Man weiß nicht, ob der oder die wirklich heilig ist, man weiß nicht, ob der papst wirklich nioch rechtmäßiger Papst ist, man weiß nicht mal mehr (bei F.), ober überhaupt gültig geweiht ist.

      • Ich kann nicht verstehen, dass die Frage der Kanonisierung eine so große Rolle spielen soll. Immerhin hat es in der Geschichte der Kirche etwa 900 Jahre gegeben, in denen es solche offizielle Heiligsprechungen wohl nicht gegeben hat. Auch ist mir in der Bibel keine Stelle bekannt, auf die sich eine Kanonisierung gründen lässt. Es müsste doch reichen, wenn Gott seine Heiligen kennt. Für eine katholische Lebensgestaltung sollte es doch Wichtigeres geben.

      • @ Sarah

        „Heiligsprechungen“ bestimmen ja nicht, ob einer oder eine heilig ist, sondern sind eine „rechtliche“ Sache: der ganzen Kirche wird erlaubt, diese heilige Person öffentlich und kirchlich zu verehren. Privat kann jeder Menschen verehren, von deren Heiligkeit er überzeugt ist.

        Ich mache ein Beispiel:

        Wenn Msgr. Lefebvre öffentliche Wallfahrten ans Pétaingarb machte und ihn dort um Fürsprache anrief, dann ist das ein Verstoß gegen die Regeln. da Pétain nicht seliggesprochen ist, kann man ihn auch nicht öffentlich und kirchlich verehren. Lefebvre kann ihn natürlich privat um Fürsprache bitten.

        Wenn aber andersherum die Heiligkeit eines Menschen aus gravierenden Gründen fraglich ist, die Kirche aber trotz dessen dessen Heiligkeit feststellt, werden die Gläubigen irregeführt: sie bitten womöglich einen, der in der Hölle sitzt um Fürsprache oder einen, der vom fegefeuer aus noch keine Fürpsrache leisten kann.

        Heiligsprechungen erfolgten früher in aller Regel aufgrund des Drängens der Laien und niederen Kleriker (am Wirkungsort des Verstorbenen), gründeten auf Erfahrungen und der alltäglichen Kenntnis desjenigen zu Lebzeiten. Es war ein natürlicher und ungezwungener Prozess.

        Seit dem 20. Jh aber hat man den Eindruck, Heiligsprechungen seien entweder ein Politikum. Gleich, was das Volk denkt oder erlebt, werden nun Heilige zur Zwangsverehrung aufoktroyiert. Oder ein fahrlässiger Umgang auch mit Fehlhaltungen im Kirchenvolk – denn natürlich ist nicht jeder, der für heilig gehalten wird, wenn man genau hinsieht, einer gewesen.

  11. Sehr geehrte Frau Zeitschnur,
    Wenn Sie schreiben, „okkulte Ebene“ ohne Begründung, so ist es genau das, was ich mit unglaubwürdig machen verstehe. Don Villa müsste der Kommission Ross und Reiter genannt haben. Ich verstehe sehr wohl, dass er die Namen nicht veröffentlicht. Es hätte an der Heiligsprechungskommission gelegen für Klarheit zu sorgen. Oder wollte sie ein Geschmäckle?

    • Ich verstehe das Argument nicht ganz – wenn Don Villa Ross und Reiter nicht nennt, dann liegt der Fehler bei ihm, nicht bei der Kommission.

      Ich verstehe nicht, warum er die Namen nicht veröffentlicht…denn nur das hätte Klarheit geschaffen.

      Aber da er nicht mehr lebt (ist doch so, oder?) bringt das alles nichts mehr.

  12. Na, fredius, wundert Sie noch immer mein Kommentar: bla …. bla ….. bla ……?
    Nach den neuesten Informationen aus dem Vatikan kommt es genau so, wie ich es vorausgeahnt habe, daß nämlich die konservativen Mitglieder der kommenden Synode auf kaltem Weg entmachtet werden. Was interessiert den Franz denn, was ein Kardinal sagt, selbst wenn er als oberster Glaubenswächter fungiert? Den kann man mühelos durch einen anderen ersetzen, der sich in allen Punkten willfährig erweist. Wie schnell das gehen kann, sieht man an etlichen abschreckenden Beispielen. Mich wundert inzwischen gar nichts mehr – doch, eines wunder mich doch: daß Papst Emeritus Benedikt XVI. zu solchem Frevel schweigt! Er ist zwar entmachtet, aber sein Wort hätte bestimmt Gewicht! Doch offenbar zieht er sich lieber mit Franzens Gnaden nach Castel Gandolfo zurück und läßt den lieben Gott einen guten Mann sein.

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