SWR-Reportage übernimmt linksextreme Sichtweise von Antifa-Gruppe

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„Demo für alle“ am 21. Juni 2015 in Stuttgart

Ein SWR-Filmbericht über die Demo für alle am 21. Juni versuchte die 4.600 Demonstranten in die rechte Ecke zu drücken. Für die Verfälschung von Wirklichkeit und Wahrheit musste die SWR-Redaktion einige Grundsätze des seriösen Journalismus’ über Bord werfen.

Eine Programm-Beschwerde von Hubert Hecker.

Zu dem einseitig-parteiischen SWR-Sendebeitrag mit dem Titel: „Rechtsextreme auf Stuttgarter Demo“ hatte ich eine Programmbeschwerde eingereicht. Nachdem dazu die abwimmelnde Antwort der Sendeanstalt einging, habe ich mit dem folgenden Schreiben Widerspruch eingelegt. Dieser Text wird zusammen mit anderen Programm-Beschwerden am 10. November im Programm-Ausschuss des SWR-Rundfunkrates behandelt

„Im Antwortschreiben auf meine Programmbeschwerde vom 29. 6. verweist die Landessenderdirektorin darauf, dass es die Aufgabe des SWR als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt sei, die „Zuschauerinnen und Zuschauer unabhängig, neutral und ausgewogen zu informieren“. Gegen diese und weitere journalistische Grundsätze wie etwa Wahrheitstreue und Recherchensorgfalt hat der oben angegebene Sendebeitrag in verschiedener Hinsicht verstoßen -

SWR-Bericht über "Demo für alle" eine Verfälschung von Wirklichkeit und Wahrheit
SWR-Bericht über „Demo für alle“ eine Verfälschung von Wirklichkeit und Wahrheit

1.) bei der parteiischen Darstellung der beiden gegensätzlichen Demonstrationen:

a) Gegenstand des Sendebeitrags ist die Demonstration Demo für alle sowie die Gegendemonstration eines Bündnisses verschiedener Gruppen. Als Teilnehmer der Gegendemonstration zählt der Reporter Vertreter von drei Parteien auf: „Linke“, „Grüne Jugend“ und auch „die FDP ist dabei“.

Die Behauptung, dass „die FDP“ an der Gegendemonstration teilgenommen hätte, ist nicht „wahrheitsgetreu“ oder „mit der gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit geprüft“ worden, wie es in den SWR-Programmgrundsätzen heißt. Denn die FDP als Partei hat und wird sich niemals mit dem „antifaschistischen Aktionsbündnis“ der Gegendemonstration und seinen Methoden von „Provokationen und Demonstrationsblockaden, Trillerpfeifen und Trommeln“ (vgl. den entsprechenden Polizeibericht) sowie „antifaschistischen Stinkbomben und Spritzattacken“, so der Bericht des Antifaschistischen Aktionsbündnisses, gemein machen. Mit dem Einschmuggeln der FDP in das Aktionsbündnis will der Sendebeitrag den Zuschauern offenbar ein breites linkes Bündnis bis in die bürgerliche Mitte vorgaukeln. In Wirklichkeit wurde die „antifaschistische Kundgebung“ durch die etwa 300 „AntifaschistInnen“ des „Antifaschistischen Aktionsbündnisses Stuttgart und Region“ dominiert (vgl. Antifa Stuttgart).

Zu den Teilnehmern der Hauptdemonstration geht der SWR-Sendebeitrag genau umgekehrt vor: Die Bündnisvertreter und Redner der bürgerlichen Parteien CDU und CSU werden nicht genannt. Immerhin gehörten vier CDU/CSU-Vereinigungen zu den Mitveranstaltern der Demo für alle. Zwei führende CDU-Mitglieder aus Baden-Württemberg traten als Redner auf der Kundgebung auf, zwei CDU-Bundestagsabgeordnete sandten Grußworte an die Demonstranten.

Somit ist festzustellen:

Zu der Zusammensetzung von Haupt- und Gegendemonstration wird in der Reportage bezüglich der Parteienvertreter parteiisch und unausgewogen berichtet.

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„Demo für alle“ am 21. Juni 2015

b) Auch die weiteren 20 Mitveranstalter der Demo für alle werden nicht genannt, darunter neun Familien-Verbände sowie drei Kinderschutzvereine, drei Frauen- und Mütter-Gruppen. Weitere Gruppen und Kundgebungsredner aus dem Bereich Jugend, Lehrerausbildung, Schule und Kirche erweisen die Demo für alle als ein gesellschaftliches Bündnis der Mitte.

Eine Informationssendung sollte diese objektive Realität eines breiten gesellschaftlichen Zusammenschlusses abbilden. Die SWR-Redakteure unterschlagen diese sachliche Wirklichkeit: Weder spricht der Film auch nur einmal von dem Aktionsbündnis der Demo für alle (was er bei der relativ kleinen Gruppe der Gegendemonstranten tut als „Aktionsbündnis gegen rechte Bildungsdemos“), noch wird die gesellschaftliche Breite des Aktionsbündnisses mit den beteiligten Gruppen und Redner auch nur angedeutet. Stattdessen pickt sich der Filmbeitrag unter den 4.600 Demonstranten einzelne Personen von politisch als rechts angesehene Randgruppen heraus und vermittelt damit den Zuschauer den verzerrten Eindruck einer rechtsorientierten Demonstration.

Indem der Filmbeitrag statt der 24 Mitgliedsgruppen des Aktionsbündnisses aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen sowie den entsprechenden Kundgebungsrednern die Einzelvertreter von drei Randgruppen als typischen Demonstranten hinstellt, verstößt er gegen die Grundsätze von objektiver und wahrheitsgetreuer Nachrichtenvermittlung.

c) Die SWR-Sendung vermittelt den Eindruck, als wenn die Masse der Demonstranten hauptsächlich aus politisch rechts oder rechtsradikal Gesinnten bestünde:
- einmal durch den Titel der Sendung: „Rechtsextreme auf Stuttgarter Demo“,
- dann durch die fälschliche Charakterisierung der Demonstration als „rechtes Sammelbecken“, „rechte Demonstration“ sowie „deutschlandweites Sammelbecken“
- und schließlich durch das Herausheben von drei Mitgliedern der identitären Bewegung, zwei AfD-Politikern und einem Leser der Jungen Freiheit. Obwohl diese Personen bzw. die dahinterstehenden Gruppen (außer einer AfD-AK) gar nicht zum Aktionsbündnis gehören, sie nur einen Nano-Anteil der Demonstranten darstellen und die Veranstalter sich ausdrücklich von allen extremistischen Gruppen distanzieren, suggeriert der Filmbeitrag den Eindruck, als wenn das Aktionsbündnis Demo für alle ein „rechtes Sammelbecken“ wäre.

Diese Darstellung ist als einseitig und parteiisch anzusehen, insofern die Verfälschung der Demonstrations-Zusammensetzung als „rechtes Sammelbecken“ eine Rufschädigung der Demo für alle ist – offensichtlich von einem linken Standpunkt aus. Die SWR-Redakteure sollten aber einen „neutralen“ Standpunkt einnehmen und entsprechend „überparteilich“ berichten.

Ehe und Familie vor Demo für alle 2015d) Noch deutliche zeigt sich die Verletzung des Programmgrundsatzes der Unparteilichkeit darin, dass dem Aufblähen der wenigen rechten Einzeldemonstranten unter den 4.600 Demonstranten zu einer „rechten Demonstration“ oder einer Demonstration mit/von Rechtsextremen, wie der Sendungstitel suggeriert – ein Verschweigen oder Vertuschen von linksextremistischen Gegendemonstranten gegenübersteht. Die SWR-Redakteure hätten schon im Vorfeld an dem Aufruf der Antifa-Gruppe zur Blockade der Demo für alle den gewaltbereiten Linksextremismus der Gegendemonstranten erkennen können und müssen.

Der überwiegenden Anteil der Gegendemonstranten aus dem „Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und Region“ sowie der dominante Einflusses der Antifaschisten ergibt sich aus dem o. a. Eigenbericht der Stuttgarter Antifa-Gruppe sowie dem Polizeibericht. Diese und andere militanten Antifa-Gruppen werden vom Bundesamt für Verfassungsschutz zum gewaltbereiten Linksextremismus gezählt und stehen daher unter Beobachtung. Sie werden zum „harten Kern“ des militanten linksextremen Spektrums gezählt. Aus den sichtbaren Blockadeversuchen und Provokationen gegen Demonstranten und Polizei war die Militanz der Linksextremisten auch im Verlauf der Demonstration zu erkennen.

Daraus ergibt sich:

SWR-Film berichtet nicht von einem neutralen und unparteiischen Standpunkt, wenn er dem breiten gesellschaftlichen Aktionsbündnis der Demo für alle eine rechte bis rechtsextremistische Tendenz andichtet, während andererseits die offenkundige Wirklichkeit einer militanten linksextremen Dominanz bei der Gegendemonstration verschwiegen und vertuscht wird.

Die Verletzung journalistischer Grundsätze zeigt sich auch

Gegendemonstration von "AntifaschistInnen"
Gegendemonstration von „AntifaschistInnen“

2.) bei den unterschiedlichen Demonstrationsmethoden von Haupt- und Gegendemonstration

a) Aus dem Bericht der Polizei Stuttgart sind folgende Fakten zu erfahren: Gegenüber ca. 4000 Demonstranten unter dem Thema: „Ehe und Familie voran..“, die ihr Grundrecht auf öffentliche Kundgebung friedlich und ohne Waffen wahrnahmen, standen bis zu 300 „Gegendemonstranten aus dem linken Spektrum“, die mit „Trillerpfeifen, Trommeln und Parolen skandierend, mit Provokationen und Blockadeversuchen“ versuchten, die Demonstration zu stören, zu behindern und zu blockieren. Die Polizei musste mehrere Hundertschaften aufbieten, um das Demonstrationsrecht zu gewährleisten, indem sie mit „starken Polizeikräften den Aufzug begleitete“ sowie „die Absperrung mit massiven Kräften sicherte“. Die Polizei erteilte elf Platzverweise, beschlagnahmte Einhandmesser, Pfefferspray und Vermummungsschals, erstellte Anzeigen wegen Körperverletzung (4), Beleidigung (2) sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamten (2). Weitere acht Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz werden ausgestellt. Offensichtlich wollten die „verschiedenen linken Gruppierungen“ das Grundrecht auf Demonstration nicht tolerieren und akzeptieren, indem sie die 4600 friedlichen Demonstranten mit Gebrüll, Lärm und Beleidigungen attackierten sowie gegen die staatlichen Schutzkräfte teilweise mit physischer Gewalt vorgingen.

Diese Grundkonstellation der friedlichen Demonstranten, der aggressiven Gegendemonstranten sowie der Aufgabe der Polizei, die Demonstration zu schützen, indem sie die Attacken und Blockadeversuche der Gegendemonstranten abwehrten, dürfte dem SWR-Reporter nicht verborgen geblieben sein. Gleichwohl verfälscht er in seinem Kommentar diese eindeutige Konstellation, indem er behauptet: Die Polizei musste „massiv Präsenz zeigen, um die beiden Demonstrationen voneinander zu trennen“.

Damit wird wahrheitswidrig unterstellt, dass beide Demonstrationsblöcke in gleicher Weise aggressiv und gewaltbereit gewesen wären.

Ebenso wird mit dem Ausdruck „Präsenz zeigen“ als passive Bereitschaft zur Abstandshaltung das Vorgehen der Polizei nicht realitätsgerecht und wahrheitsgetreu dargestellt. In Wirklichkeit war der Aufwand der Polizei mit Absperrgittern, Begleitmannschaften und Abwehrphalanx ausschließlich darauf gerichtet, die aggressiven Aktionen der Gegendemonstranten abzuwehren, um die Demonstranten in ihrer Grundrechtwahrnehmung zu schützen.

"Demo für alle" 21. Juni 2015 4
„Demo für alle“ 21. Juni 2015

b) Hinter der gleichsetzenden Formulierung des SWR-Reporters „die beiden Demonstrationen“ steckt noch eine weitere politisch-rechtliche Disparität: Die Veranstalter der Demo für alle hatten eine Anfangs- und Abschlusskundgebung sowie eine Demonstration auf der Strecke zwischen den beiden Kundgebungsplätzen angemeldet und genehmigt bekommen. Das Antifaschische Aktionsbündnis hatte nur eine Kundgebung angemeldet, und zwar eine Stunde vor der Hauptkundgebung der Demo für alle. Aus dem Antifa-Aufruf: „Am 21. Juni alle auf die Straße!“ und: „Die rechten Hetzer der Demo für alle blockieren!“ ergibt sich, dass es von vornherein die Absicht der Antifa-Chaoten war, nach ihrer eigenen Kundgebung eine unangemeldete Gegendemonstration mit Stör- und Blockadeaktionen gegen die Demo für alle durchzuführen. Der Eigenbericht der Stuttgarter Antifa-Gruppe trumpft damit auf, dass die Antifa-Aktivisten mit Blockadeaktionen bei der Anfangskundgebung und der Demonstration sowie mit dröhnenden Protesten die Demo für alle effektiv gestört und behindert hätten.

Diese angekündigten und durchgeführten Blockade- und Behinderungsaktionen wurden von Seiten einer ungenehmigten und damit ungesetzlichen Gegendemonstration durchgeführt. Die militanten Aktionen richteten sich gegen eine genehmigte Demonstration, in der 4.600 Menschen ihr Grundrecht auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit wahrnahmen. Die Antifa-Militanten wollten somit den friedlich demonstrierenden Bürgern mit gewalthaltigen Methoden die Wahrnehmung ihrer grundrechtlich verbrieften Rechte be- oder verhindern.

Die Redaktion einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt hätte die ungesetzliche Gegendemonstration sowie die angekündigten grundrechtswidrigen Blockadeversuche und Störaktionen der Antifa-Gruppe bei ihrer Recherche erkennen und in ihrer Reportage zumindest ansatzweise problematisieren müssen – zumal die Antifa-Gruppe für die nächste Demo „wirkliche Blockaden“ angekündigt hat. Denn ein militanter Angriff aus einer ungesetzlichen Demonstration auf die Grundrechtswahrnehmung von Bürgern ist kein politisches Kavaliersdelikt.

Ebenfalls verstößt die SWR-Redaktion gegen journalistische Prinzipien

3.) bei der Darstellung der Ziele von Demonstration und Gegendemonstration

a) Die Leit-Parolen des Aktionsbündnisse der Demo für alle waren bei allen fünf bisherigen Demonstrationen immer die gleichen und bei der Demonstration auf Transparenten und Plakaten sichtbar: „Ehe und Familie vor! Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder“. Darüber hinaus ist auf dem Portal der Demo für alle die Entfaltung dieser Hauptforderungen entwickelt.

In der Sendung wurden weder die drei Leitparolen des Aktionsbündnisses erwähnt, noch eine der Einzelforderungen genannt. Stattdessen nennt der Film als Ziel der Demonstranten, „gegen die Gleichstellung von Homo- und Transsexuellen“ zu sein. Diese angebliche Zielsetzung der Demonstration taucht weder auf dem Portal der Demo für alle auf und auch nicht bei den Reden und Grußworten. Es ist offensichtlich ein konstruiertes Motto der SWR-Redaktion oder eine Interpretation, die aber die Hauptforderungen der Demo für alle nicht korrekt wiedergibt.

Dass in der SWR-Nachrichtensendung über die Demo für alle die offiziellen Leit-Parolen der Veranstalter für die Demonstration den Zuschauern und Zuschauerinnen nicht genannt werden, zeugt nicht von „gewissenhafter Recherche“ der Redaktion, jedoch von mangelnder „Sorgfalt bei der objektiven Darstellung“. Es ist beschämend, dass man das „Thema der Demonstration“ nur aus dem Polizeibericht erfahren konnte, nicht aus der Nachrichtensendung der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt.

"Demo für alle" am 21. Juni 2015 in Stuttgart
„Demo für alle“ am 21. Juni 2015 in Stuttgart

b) Während die Sprecherin des Aktionsbündnisses der Demo für alle zu den Demonstrationszielen nicht zu Wort kommt, gibt der SWR-Report einem Sprecher der Gegendemonstranten Gelegenheit, seine verzerrte Ansicht über die Hauptdemonstration darzulegen: „Das ist der Versuch von Rechten, Konservativen bis hin zu neo-nazistischen Kreisen unter dem Deckmantel der Bildungsplanproteste eine rechte Demo in Stuttgart durchzuführen.“ Die Redaktion verstärkt diese links-verdrehte Meinungsbildung gegen die Hauptdemonstration mit der Äußerung einer Kommentarstimme: „Sie (die Gegendemonstranten) sehen die Demo für alle als ein rechtes Sammelbecken.“

Zu den Demonstrationszielen der Gegendemonstration über das Dagegensein hinaus erfährt man in der Sendung nichts. Mit diesem Verschweigen wird der aggressive Charakter der Stör- und Blockade-Demonstration der Gegendemonstranten verschleiert. Denn die Redaktion hätte schon im Vorfeld erfahren können, dass das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region alle seine Anhänger zu einer Blockade-Gegendemonstration aufgerufen hatte mit der Parole: „Am 21. Juni alle auf die Straße! Den Rechtsruck stoppen! Die Hetzer der Demo für alle blockieren!“

Es ist ein parteiischer und damit manipulativer Journalismus, wenn der Filmbericht die Demonstrationsziele unterschlägt, aber die extremistische Deutung der Gegendemonstranten (rechte Demo, Bildungsplanprotest nur Vorwand) ohne kritischen Kommentar auf die Zuschauer wirken lässt und sogar die links-verfälschte Interpretation der Demo für alle noch durch einen eigenen Kommentar verstärkt.

"Demo für alle" am 21. Juni 2015 in Stuttgart
„Demo für alle“ am 21. Juni 2015 in Stuttgart

c) Die Stuttgarter Antifa-Gruppe hatte in ihrem Gegendemonstrationsaufruf linksextreme Positionen vorgebracht, indem sie behauptete: In Stuttgart würden „die rechten Hetzer der Demo für alle“ auftreten. „Christliche Fundamentalisten, homophobe und offen rechte Organisationen, Parteien, Gruppen und Einzelpersonen tun sich dabei zusammen und nehmen sich den geplanten neuen Bildungsplan zum Anlass, gegen eine vielfältige und offene Gesellschaft zu hetzen. … Solidarisch stellen wir uns den Rechten entgegen.“ Entsprechend diesem Aufruf verschiebt der Antifa-Sprecher im Filmbeitrag alle Demonstrationsgruppen in die rechte Ecke: „Rechte, Konservative bis hin zu neo-nazistischen Kreisen“.

Verschiedenen Elemente der SWR-Reportage erweisen sich als darstellender Nachvollzug oder kommentierende Bestätigung dieser links-extremistischen Deutung der Demo für alle:
▪ Aus den „mehreren tausend Teilnehmern“ pickt sich die Redaktion einzelne Vertreter heraus und stellt sie explizit als rechts-orientiert dar – wie etwa „rechts-nationale AfD-Politiker“, „Leser der rechts-konservativen Jungen Freiheit“ sowie Vertreter der „sogenannten neuen Rechten“.
▪ die Demo für alle wird in einem Filmkommentar als „rechtes Sammelbecken“ hingestellt.
▪ Die Tatsachenbehauptung von „Rechtsextremen auf Stuttgarter Demo“ wird sogar in den Titel der Sendung gesetzt.

Mit diesen kommentierten Darstellungen verstärkt sich der Eindruck, dass die SWR-Redaktion die linksextreme Deutung der Demo für alle übernimmt und sich damit zum journalistischen Erfüllungsgehilfen der Antifa-Sicht macht. Jedenfalls sind diese Film-Elemente aus dem Blickwinkel der linksextremen Gegendemonstranten nicht unter dem gebotenen Standpunkt der Neutralität und Unparteilichkeit einzuordnen.

Antichristliche Gegendemonstranten
Gegendemonstranten mit satanischem Symbol

d) Der Sprecher der Gegendemonstranten behauptet, die Demonstration für Ehe und Familie, gegen Gender-Agenda und Frühsexualisierung sei nur ein Vorwand für eine „rechte Demo“, unter dem „Deckmantel der Bildungsplanproteste“ würden weitergehende politisch reaktionäre Ziele verfolgt. Diese Formulierungen entsprechen dem Antifa-Aufruf, womit sich erneut zeigt, dass die Gegendemonstration von den Antifa-Aktivisten gelenkt und dominiert wurde. Die Kommentarstimme im Film drückt sich ähnlich aus und bestärkt damit diese Sicht des Antifa-Bündnisses auf die Demo für alle als ein angeblich „rechtes Sammelbecken“.

Dieser Ausdruck der Film-Redaktion ist offenbar dem Aufruf des „Antifaschistischen Aktionsbündnisses Stuttgart und Region“ entnommen. Dort heißt es: Neben „Frühsexualisierung“ und „Gender-Wahn“ gehe es den Demonstranten um mehr: Sie wollten „fortschrittliche Perspektiven durch reaktionäres Gedankengut unmöglich machen. Daher sprechen wir (die Antifaschisten) von einer Rechten Allianz, denn die ‚Demo für Alle‘ ist ein Sammelbecken für Rechte, Rechtspopulisten, christliche Fundamentalisten sowie Faschisten“ (vgl. Antifa Stuttgart).

Genau diese Antifa-Argumentation – vordergründig Proteste gegen Bildungsplan und Genderwahn, in Wirklichkeit reaktionäre Zielsetzung von rechten Kreisen – nimmt der Filmreporter in seinem Schluss-Kommentar auf. Dabei gibt er seine Thesen nicht als subjektive Meinung zu erkennen, sonder fasst sie in die Form von Tatsachen-Behauptungen. Somit vermittelt er den Eindruck von gesicherten Informationen und sorgfältig geprüften Nachrichten: „Demonstrationen und Gegendemonstrationen wie heute hier in Stuttgart um den sogenannten Geschlechterkonflikt gibt es auch in vielen Städten Europas. Aber hier in Stuttgart ist ein regionales oder vielleicht deutschlandweites Sammelbecken entstanden.“

Damit ergeben sich erdrückende Hinweise dafür, dass die verantwortliche SWR-Redaktion „bei Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Unparteilichkeit der Berichterstattung“ verletzt hat. Sie hat sich offensichtlich „einseitig den Sonderinteressen einer Partei oder Gruppe“ angedient, in diesem Fall einem linksextremen Aktionsbündnis. In ihrer einseitigen Film-Reportage ist von „ausgewogener Berichterstattung“ nichts zu spüren, ebenso wenig von „journalistischer Fairness“ gegenüber der Demo für alle. Schließlich wird eine Meinungsäußerung des Filmreporters als Tatsachenbehauptung ausgegeben und somit sind „Kommentar und Nachricht nicht deutlich getrennt.“

Die für diesen Filmbericht verantwortliche SWR-Redaktion ist anscheinend auf dem linken Auge blind und auf dem rechten Auge hat sie eine mc-carthysische Pupillen-Erweiterung. Letztlich aber führt die Redaktion selbst ungewollt ihre eigene These von der Demo für alle als „rechtem Sammelbecken“ ad absurdum, wenn sie nach langem Suchen unter den 4.600 Demonstranten nur acht Personen mit mehr oder weniger Rechtsorientierung vorweisen kann, also einem Nano-Anteil von unter zwei Promille.

Text: Hubert Hecker
Bild: Demo für alle/SWR.de (Screenshot)

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3 Comments

  1. Es ist doch bekannt, dass sämtliche Medien, besonders das Fernsehen, religiös-und kirchenfeind-
    lich sind. Gerade durch die nachfolgende junge Generation der Redakteure und Journalisten ist
    eine objektive Berichterstattung nicht mehr zu erwarten. Es wird manipuliert, dass sich die Balken
    biegen. Das fängt beim Interview an und führt über Nachrichten und Berichten zur einseitigen po-
    litisch vorgegebenen Anweisung, zu Halbwahrheiten und Vernebelung. Dadurch kann die Fernseh-
    Generation sich kein objektives Bild mehr machen. Das führt naturgemäß zu religions-und kirchen-
    feindlichen Beiträgen, an die sich der Zuschauer längst gewöhnt hat.

  2. Der „humane“ Tatsachenverdreher (besser links-grüner Propagandasender ) SWR und viele andere Medien auch sind erbärmliche Marionetten an den Fäden der LGBT-Lobby.
    Ein Auszug aus einem Artikel bei „katholisches.info“, der sich mit dem Buch
    von Angela Pellicciari: „La gnosi al potere. Warum die Geschichte eine Verschwörung gegen die Wahrheit zu sein scheint“ befasst:
    -
    [….]
    „Die Autorin behandelt auch die
    Gender-Theorie, die ebenso von oben aufgezwungen werden soll, und die Finanzgesetze, die mehr einem gigantischen Umverteilungsmechanismus ähneln.
    Mittels staatlicher Gesundheits- und Schulprogramme soll die Gender-Ideologie verbreitet werden.
    Die internationalen Institutionen bilden die politischen und ökonomischen Sponsoren,
    hinzu kommen die erheblichen Geldmittel der LGBT-Lobby.
    Der Einsatz gilt
    dem Kampf gegen die Familie und das Naturrecht als überholte Einrichtungen.

    Wenn dies alles so problemlos Verbreitung findet und allgemein akzeptiert scheint, dann werde dahinter die „enorme Kommunikationskontrolle der Machtzirkel“ erkennbar.
    Durch die weitgehende Zugangskontrolle zu meinungsbildenden Medien,
    fehle es an echter Konkurrenz der Meinung. Der Rest werde durch marketingtechnisch studierte Werbekampagnen erledigt.
    Die unterschwellig, häufig unbewußt, eine positiv vermittelte Botschaft in den Köpfen festsetze.
    Diese attraktive Sprache betone die Individualrechte und basiere auf den Schlagwörtern „Freiheit“ und „Toleranz“.
    Dem Individuum werde geschmeichelt,
    so daß es der gewünschten Entwicklung keinen Widerstand entgegensetzt und nicht bemerkt, daß es größeren Bindungen wie Volk, Gemeinschaft und Familie entblößt, macht- und schutzlos ist, eben nur ein einflußloses Individuum unter Milliarden“
    [….]
    -
    http://www.katholisches.info/2015/02/09/die-gnosis-an-der-macht-kleines-handbuch-um-inmitten-historischer-halbwahrheiten-zu-ueberleben/
    -

  3. Ich denke das Problem, das hier offen zu Tage tritt, ist der völlige politische und historische Analphabetismus in Bezug auf die Nazivergangenheit und zwar sowohl der öffentlich-rechtlichen „Journalisten“ wie auch der sogenannten „Antifa“. Beide identifizieren das Eintreten für ein traditionelles christliches Menschen-und Familienbild, wie es die „Demo für alle“ hat, mit rechtsextremer Gesinnung. In der Tat aber hatte der Nationalsozialismus mit einem traditionellen Familienbild überhaupt nichts am Hut.
    Um hier nur einige Beispiele zu nennen.
    Die Führung der Nazi Schlägertruppe SA, Ernst Röhm und sein Stellvertreter Heynes waren homosexuell, wie auch andere SA-Führer und SA-Männer. In den dreissiger Jahren wurde dieser Umstand vor allem von der linken und kommunistischen deutschen Exilpresse hervorgehoben. Im von Sozialisten und Kommunisten 1934 im Exil herausgegebenen „Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitlerterror“ wird u.a. dargelegt wie der angebliche Haupttäter des Reichstagsbrands, der holländische Kommunist Marinus van der Lubbe homosexuell war und Kontakte zu homosexuellen SA-Führern hatte. Der Reichstagsbrand diente den Nazis als Vorwand zum Ermächtigungsgesetz, also zum Ausschalten der demokratischen Freiheiten.
    Desgleichen lag die Verwaltung der ersten Konzentrationslager, bis zu deren Ausschaltung in der „Nacht der langen Messer“ 1934, in der Hand der SA. Das Braunbuch berichtet über sexuelle Gewalt bis hin zu Vergewaltigungen der Lagerinsassen durch SA-Aufseher.
    Im weiteren Verlauf der Nazidiktatur hatte sich insbesondere die SS unter Heinrich Himmler besonders feindlich gegenüber dem traditionellen Familienbild gezeigt. In den „Lebensborn“ Heimen wurden ledige Mütter mit „arischem“ Nachwuchs angehalten ihr Kind auszutragen. Nach Beginn des Krieges wurden in den besetzten Ländern Kinder polnischer und tchechischer Familien, die zu ihrem Leidwesen zu „arisch“ aussahen nach Massgabe einer Pseudowissenschaft, die unter anderem Schädelvermessungen durchführte, Gesichtswinkel, Haar und Augenfarbe untersuchte, ihren Familien weggenommen und nach Deutschland zur Zwangsadoption gebracht. Hier erkennt man durchaus Parallelen zum heutigen Anspruch der Schwulenbewegung heiraten zu können und Kinder zu adoptieren unter Missachtung ihrer biologischen Elternschaft.
    Gegen Ende des Krieges hatte der Chef der Parteikanzlei Martin Bormann Pläne aufgestellt, in Deutschland die Vielweiberei einzuführen, um den zu wenigen überlebenden Männern die Möglichkeit zu eröffnen, mehrere Frauen zu heiraten, um den Bestand des deutschen Volkes zu sichern.
    Zudem waren in Nazideutschland die Kinder so früh wie möglich der Kontrolle ihrer Familie durch ihre Einordnung in die „Hitlerjugend“ dem „Bund deutscher Mädel“, dem Arbeitsdienst entzogen.
    Wenn sich jetzt die „Antifa“ und die linken Politjournalisten der Mainstreammedien nun angeblich auf die wahren Antifaschisten der dreissiger Jahre berufen, die diese gesamten Gräuel damals verurteilt hatten, so sind sie nur politische Erbschleicher.

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