Woher stammen Hammer und Sichel mit dem Gekreuzigten? – Linkspopulistische Verklärung

Luis Espinal Symbiose von Sozialismus und Christentum
Luis Espinal – Symbiose von Sozialismus und Christentum

(La Paz) Evo Morales machte dem Papst am Mittwoch ein ebenso gotteslästerliches wie geschmackloses Geschenk. Was hat es auf sich mit Hammer und Sichel und dem Gekreuzigten, die Papst Franziskus mit nach Rom nehmen wird?

Das kommunistische Symbol von Hammer und Sichel mit dem Gekreuzigten stelle die „Symbiose“ aus „sozialem Einsatz und Christentum“ dar und sei eine „Hommage“ an den spanischen Priester Luis Espinal, der sich durch sein „Engagement im Sozialkampf“ hervorgetan habe. „Morales meinte wohl ‚Sozialismus und Christentum‘“, so Infovaticana.

Das neu kreierte Symbol wurde Papst Franziskus auch als Anhänger einer Kette um den Hals gelegt (siehe Bild).

Der Jesuit und Marxist Luis Espinal Camps

Luis Espinal Camps war ein spanischer Jesuit und Marxist, der 1980 in Bolivien ermordet wurde.

1932 in Katalonien geboren, trat er 1949 in den Jesuitenorden ein, wurde 1962 in Barcelona zum Priester geweiht, erwarb 1963 sein Lizentiat in Theologie und besuchte im Anschluß einen Lehrgang für Journalismus und audiovisuelle Medien an der Katholischen Universität von Mailand in Italien. Der Jesuit wird als begnadeter Kommunikator beschrieben.

Unter dem Eindruck der sozialpolitischen Linksbewegung in Lateinamerika ging er 1968 auf eigenen Wunsch nach Bolivien. Es war die Zeit, als in Bolivien linke und rechte Militärs um die Macht rangen, sich im Land kommunistische Guerillagruppen gebildet hatten und Che Guevara, der mit kubanischen Guerilleros und sowjetischer Unterstützung die Revolution bewaffnet durchsetzen wollte, gerade vom Militär erschossen worden war.

Im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Ländern wechselten sich in Bolivien links und rechts in der Regierungsausübung in schnellem Rhythmus immer undurchschaubarer ab.

Kampf an der Seite linker Bewegungen

Espinal bei einer Kundgebung 1979
Espinal bei einer Kundgebung von Bergarbeitern, Gewerkschaften und Studenten 1979

Pater Espinal, der sich selbst als „Arbeiterpriester“ verstand, blieb in der Hauptstadt La Paz, wo er mit zwei anderen Jesuiten in einem Armenviertel lebte. Er arbeitete als Kinokritiker für die Tageszeitung Presencia und gestaltete zunächst eine eigene Sendung im staatlichen Fernsehen, in der er über die „Arbeiterpriester“ berichtete und Interviews mit Angehörigen der marxistischen Guerillabewegung Ejército de Liberación Nacional (ELN) sendete. 1971 wurde ihm die bolivianische Staatsbürgerschaft verliehen. Vom selben Jahr bis zu seinem Tod war er Mitarbeiter von Radio Fides, dem 1939 gegründeten, ältesten Jesuitensender Lateinamerikas. Ab 1979 war er zudem Chefredakteur der von ihm als Sprachrohr linker „Volksbewegungen“ gegründeten Wochenzeitung Aquí. Er unterstützte die Bergarbeiterbewegung, gründete 1976 die Menschenrechtsorganisation Asamblea de Derechos Humanos und trat 1977 mit der Forderung nach Demokratisierung in den öffentlichen Hungerstreik.

Luis Espinal gehörte zu einer ganzen Reihe von Jesuiten, die sich in unterschiedlicher Form dem Marxismus annäherten. Im Gegensatz zu anderen Mitbrüdern ging er aber nie zum bewaffneten Kampf über.

Als die Linksnationalistin Lidia Gueiler Tejada vom Movimiento Nacionalista Revolucionario interimistisch das Land als Staatspräsidentin führte, wurde Espinal am 21. März 1980 entführt und ermordet. Ob die Täter von den Drogenkartellen geschickt wurden, die bald darauf die Diktatur von Luis García Meza Tejada stützten, oder von einem der zahlreichen sich in schnellem Tempo teils blutig entmachtenden Militärmachthaber konnte nie geklärt werden. Espinals Anhänger sehen die Ursache in seiner öffentlichen Kritik an einer Amnestie für Straftaten während der Amstzeit von Staatspräsident Banzer.

Auch während des Papstbesuches wurde mehrfach darauf hingewiesen, daß Espinal nur zwei Tage vor Erzbischof Oscar Arnulfo Romero ermordet wurde. Ein Versuch, den Jesuiten in eine neue geopolitische Heiligenlinie zu stellen.

Staatlich geehrter christlich-marxistischer „Volksheld“?

Sichel und Hammer und Gekreuzigter, Sozialismus und Christentum Papst franziskus
Hammer und Sichel und Gekreuzigter, „Sozialismus und Christentum“ an einer Kette, die Papst Franziskus um den Hals gelegt wurde.

2007 erklärte Staatspräsident Evo Morales den 21. März zum „Tag des bolivianischen Kinos“ in Erinnerung an die Ermordung von Luis Espinal. Papst Franziskus betete heute am Ort, wo Pater Espinal ermordet wurde. Dabei sagte das katholische Kirchenoberhaupt „bemerkenswert unkritisch“ (Francisco Fernandez de la Cigoña):

„Guten Abend liebe Schwestern und liebe Brüder,

ich habe hier Halt gemacht, um Euch zu grüßen und vor allem um zu erinnern. Zu erinnen an einen Freund, einen unserer Brüder, Opfer von Interessen, die nicht wollten, daß man für die Freiheit Boliviens kämpft. Pater Espinal hat das Evangelium gepredigt und dieses Evangelium störte, und deshalb haben sie ihn eliminiert. Halten wir eine Gedenkminute im Gebet und dann beten wir alle zusammen.

[Stille]„

Staatspräsident Morales erklärte Papst Franziskus, daß das skandalöse Geschenk, das er dem Kirchenoberhaupt machte, eine „Anerkennung“ für Luis Espinal sei, der „seinen religiösen Glauben bekannt und sich für die Verteidigung der Armen, der Ausgegrenzten und der Kranken eingesetzt“ habe.

Pater Luis Espinal fiel in seiner bolivianischen Zeit jedoch vor allem durch eine scharfe Kritik an der Kirche und seine Sympathien für die revolutionären, marxistischen Bewegungen auf. Die von ihm 1979 gegründete Wochenzeitung Aquí feiert ihn noch heute als „Märtyrer“, „Volksheld“ und „Symbol“ der Befreiungstheologie. Für seine Anhänger, und so ehrt ihn seit der Präsidentschaft des Linkspopulisten Evo Morales auch das offizielle Bolivien, ist Luis Espinal ein linkes Symbol im Kampf gegen eine flexibel definierte „Rechte“.

Mehrere Organisationen überreichten Papst Franziskus ein Schreiben, mit dem sie den Wunsch nach Seligsprechung von Luis Espinal äußerten.

„Ein sakrilegisches Kruzifix, das Geschenk anzunehmen und ein zufrieden scheinender Papst. Der Kommunismus bedeutet wirkliche Ausbeutung und ein Mangel an Freiheit, weit mehr als die kritisierte spanische Kolonisation Amerikas. Mir scheint, daß der Papst auf dieser Reise höchst unglücklich handelt“, so der bekannte katholische, spanische Blogger Francisco Ferndandez de la Cigoña.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Infovaticana

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17 Comments

  1. Nachdem Papst Franziskus bei vergangenen Auftritten die Weltreligionen im Schoß der katholischen Kirche willkommen geheißen hat, war es nun an der Zeit, die Verbrüderung der Kirche mit dem Marxismus, ob klassisch-atheistisch oder im Gewand der Befreiungstheologie, anschaulich-zeichenhaft zu demonstrieren.
    Das dürfte ihm gelungen sein. Auch hier wieder auffällig der Parallelismus zu Präsident Barack Obama, der sich ebenfalls als Marxist und Kommunist entpuppt hat, gleichsam der politische Zwillingsbruder von Papst Franziskus.
    Einheit ist die Losung. War ja auch das gequälte Schlagwort in der Quito-Predigt.

  2. Lois Espinal, schon wieder ein Jesuit mit linkem Herzen. als Marxist und Vertreter der Befreiungs-
    theologie, mit einem geistigen Schwert statt Kreuz und Rosenkranz, kämpfte er sozusagen für die
    Armen und Ausgebeuteten. Wie alle Vertreter der Befreiungstheologie, kritisierte er wie kann es
    anders sein, natürlich Kirche und Glauben. Nun da er Anfang März 1980 ermordet wurde, keiner
    weiß von wem und warum, will man ihn zum Nationalheiligen machen. Das war der Moment, wo
    Staatspräsident Evo Morales, ohne Moral, Papst Franziskus dieses beleidigende Geschenk über-
    geben konnte in der Annahme, dass der Papst es annehmen und nicht ablehnen würde. Bei kei-
    nem anderen Papst hätte man es sich getraut und das gibt zu denken.

  3. Ich lese diese Webseite gern und viele Artikel sind für mich eine enorme intellektuelle Bereicherung. Aber was hier an Artikeln zum Thema Sozialismus, Kommunismus und ähnlichem publiziert und gebloggt wird ist für mich insbesondere als Katholik oft schwer nachvollziehbar.
    Vielleicht lohnt ja ein Artikel und eine Diskussion über integrative Persönlichkeiten wie zum Beispiel Ernesto Cardenal um hier ein wenig die Schärfe aus der Argumentation herauszunehmen.

    Können wir Katholiken uns das im 21. Jahrhundert nicht endlich leisten ?

    • Grinjow@ Ernesto Cardinal muss man so nehmen, wie er sich selber verstand, als So-
      zialist, Politiker und Dichter. Als suspendierter Priester war ihm das Christliche, im wahr-
      sten Sinne des Wortes, egal. Als Anhänger der Befreiungstheologie hat er sich unter
      linken Gruppen beliebt gemacht und wurde dadurch gerne herum gereicht, besonders
      durch Fernseh-Auftritte.

  4. @ Grinjow
    „Das Schwarzbuch des Kommunismus“: http://www.ura-linda.de/germania/schwarz%20kommunismus.pdf

    Wenn Kardinal Reinhard Marx, im Gleichklang mit Papst Franziskus und der antichristlichen UNO, ein langfristiges weltweites Programm fordert, „das a l l e einbeziehe, insbesondere die Schwachen und die nachfolgenden Generationen“ (http://kath.net/news/51300 ) – dann klingt das unheimlich fürsorglich, tatsächlich ist es Drohung. Ich jedenfalls fühle mich von diesen heiligen und hochwürdigsten Herren und virtuell von der ganzen katholischen Kirche in meiner individuellen Freiheit persönlich bedroht.

  5. Morales ist zwar auch Katholik, er pflegt aber auch heidnische Bräuche. Verfassungsbrüche gehören zu seinen Spezialitäten. Mußte Franziskus diesen Sozialisten empfangen ? Mit F. können die Linken Schindluder treiben…

  6. Also wenn man diese Visite Bergoglios in Lateinamerika mitverfolgt, braucht sich Rom nicht zu wundern, daß in Scharen die Katholiken Lateinamerikas dieser klasenkämpferischen Konzilskirche den Rücken kehren.
    Es ist sehr verständlich, besonders wenn man diese Bilder sieht.

  7. @Leo Laemmlein

    Mich lässt es auch nicht kalt wenn ich weiss dass Kirchen geschändet und Priester ermordet wurden im Namen der kommunistischen Ideologie. Ich glaube aber dass einige Völker bewusst den Weg des Kommunismus gegangen sind und auch unter enormen Schwierigkeiten weiter verfolgt haben, obwohl er mit immensen Opfern an Menschen, an alter Identität und transzendentem Glaube verbunden war.
    Weil eine Stärke im Kampf und ein Zusammenhalt notwendig waren, die eben nur durch unbedingte Disziplin, Zentralismus und Vernachlässigung des Individuellen bis hin zu brutalem Zwang erreicht werden konnten.
    Ohne dieses Opfer aber würde die Welt heute anders aussehen.

    Ich finde die Diskussion über Hammer und Sichel mit dem Kreuz etwas albern. In Lateinamerika würde sich über so etwas niemand aufregen.

  8. Wäre Bergoglio ein tatsächlich rechtgläubiger Papst, so hätte er diesen Affenzirkus in scharfen Worten verurteilt. Gedankengänge, die Lehre Christi bedürfe einer „Ergänzung“ durch marxistische Ideologie, sind per se häretischer Natur. Aus dem NT ergibt sich implizit, sich seinen Mitmenschen gegenüber sozial zu verhalten. Jegliche „Nachhilfe“ ist hier fehl am Platze. Der mörderische Marxismus ist eine verweltlichte und verzeitlichte Heilslehre, somit eine Pseudo-Eschatologie. Es ist der vollendete Relativismus, wenn so getan wird, als sei die Kirche kompatibel mit Ideologien wie Sozialismus, Liberalismus oder auch häretischen bis offen gotteslästerlichen Gemeinschaften.

    • Sind dann die Kreuzzüge, die Reconquista oder – hmm – die „Bekehrung“ der Germanenvölker durch die Franken auch unchristlich gewesen, weil die un- oder andersgläubigen Mitmenschen nicht „sozial“ behandelt wurden ?
      Oder waren es auch hier Entscheidungen die teils Sachzwänge der Zeit waren, brutale Erfordernisse in einer Welt die noch auf das Kommen des Reiches Gottes wartet ?

  9. Papst Franziskus hat bei seinem Lateinamerika-Besuch zur kommunistischen Revolution aufgerufen, nicht mit diesen Worten, aber klar dem Sinn nach.

  10. Nun, es wird ja vom linken Agitprop die „Weltrevolution“ rezent unter dem sog. „Kampf um soziale Gerechtigkeit“ subsumiert. Kommunisten nennen sich heute ja auch anders: „Aktivisten“, „Menschenrechtler“ etc etc.

    Doch auch unter neuen Begriffen zieht diese Masche nicht.
    Interessant fand ich, daß die Besuchzahlen bei den von Franziskus geleiteten Feierlichkeiten klar hinter den Erwartungen blieben (obwohl „Radio Vatikan“ et al dies verschweigen.)
    Das konnte man gestern auf BR recht gut bei Aufnahmen aus der Vogelperspektive studieren.

    • Seit 1923 gibt es das „Institut für Sozialforschung“. Nach den gescheiterten kommunistischen Revolutionsversuchen in Mitteleuropa (Berlin, München und Ungarn) wurde die Strategie vom wirtschaftlichen auf den kulturellen Bolschewismus abgeändert. Nicht mehr die Planwirtschaft in einem sozialistischen Staatswesen sollte im Fokus stehen, sondern die Entstellung menschlicher Kultur. Das Widerwärtige wurde zum Schönen umgelogen. Die üblen Folgen spüren wir heute noch intensiv.

  11. Wenn alle diese Berichte, wovon ich ausgehe, der Wahrheit entsprechen, frage ich mich, sitzt dort der richtige gottgewollte Papst auf Petris-Stuhl? Ich denke, große Vorsicht ist hier angezeigt!! Beten wir dafür, zu erkennen, was ist hier Wahrheit.

    • Seit Pius XII. sind Verbreitungen von Häresien nachweisbar. Das päpstliche Lehramt liegt seit 1939 brach. Gott will sicherlich keinen falschen Stellvertreter Christi auf Erden haben, der meint, er könne die Kirche als Verein von Gutmenschen mit ein wenig frommer Tünche führen. Wer an Jesus Christus und seine Tempelreinigung denkt, dem leuchtet ein, daß ein echter Papst die Lehre des einzigen Gottmenschen zu schützen hat vor Angriffen aller Art.

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