Kardinal Kasper und seine unrealistische „realistische Theologie der Ehe“

Kardinal Kaspers Plädoyer für "Einzelfallösungen"
Kardinal Kaspers Plädoyer für „Einzelfallösungen“

(Freiburg im Breisgau) Walter Kardinal Kasper, Wortführer der „neuen Barmherzigkeit“ bemüht sich, seine Anhänger auf Kurs zu halten, da es beachtlichen innerkirchlichen Widerstand gegen seinen „Öffnungskurs“ gibt. Einmal mehr erweisen sich Jesuiten als seine Helfershelfer. Sein neues „Plädoyer für Einzellösungen“ kann der Kardinal über die Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“ der Welt verkünden. Der Titel seines Aufsatzes lautet: „Nochmals: Zulassung von wiederverheiratet Geschiedenen zu den Sakramenten? Ein dorniges und komplexes Problem“.

Den neuen Text habe er geschrieben, so Kasper, um „zahlreiche Mißverständnisse“ klarzustellen, die nach seinem Vortrag vor dem Kardinalskonsistorium im Februar 2014 entstanden seien. Damals hatte Papst Franziskus ihm eine Monopolstellung eingeräumt, um die Zulassung „wiederverheirateter Geschiedener“, nach kirchlichem Verständnis im Dauerzustand des Ehebruchs Lebende, zur Kommunion zu fordern.

Wenn der Brandstifter „Feuer“ ruft

Seither ist die ganze Kirche von diesem Brand gebannt, den Kasper mit Zustimmung des Papstes legte. Während die einen ihn zu löschen versuchen, blasen andere, wie Kasper, hinein, um ihn noch mehr zu entfachen. Kasper schreibt dazu in Selbstbescheidung: „Es war darum zu erwarten, dass die Frage im Vorfeld und während der Außerordentlichen Bischofssynode 2014 neu aufgeflammt ist“. Eine ziemlich verwegene, wenn nicht zynische Bemerkung aus dem Mund des Brandstifters.

Der deutsche Kardinal betont in seinem Plädoyer in den „Stimmen der Zeit“ die „Einzelfallösung“. Gleichzeitig nimmt er für sich in Anspruch, eine „realistische Theologie der Ehe“ zu vertreten, die er der ganzen Kirche empfiehlt. Eine solche müsse das Scheitern berücksichtigen und ebenso auch die Vergebung.

Nach einer Bußzeit solle den Betroffenen unter klaren Voraussetzungen die Zulassung zum Kommunionempfang gewährt werden. Als Bedingungen nennt Kasper „ein ehrliches Urteil des Betroffenen über seine persönliche Situation“ und ein positives Gutachten des Beichtvaters. Der jeweilige Ortsbischof solle die Oberaufsicht über diese Bußphase haben.

Kaspers Lösung als „höhere Gerechtigkeit“?

Walter Kasper in den Stimmen der Zeit
Walter Kasper in den „Stimmen der Zeit“

Kasper betont, daß er keine Ausnahmen vom geltenden Kirchenrecht forderte, sondern „eine angemessene und barmherzige Anwendung des Rechts“. Der Kardinal spricht in diesem Zusammenhang für seinen Vorschlag sogar von einer „höheren Gerechtigkeit“, die zur Anwendung gelange. Mit anderen Worten attestiert er, daß die geltende Praxis weder „angemessen“ noch „barmherzig“ ist, obwohl das Recht solches zuließe. Schuld an der Nichtzulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion sei also die Hartherzigkeit der Kirche, laut dem ehemaligen Vorsitzenden des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen.

Dreistigkeit kann man dem deutschen Kardinal jedenfalls nicht absprechen, wenn er trotz dieses „Plädoyers“ im selben Atemzug schreibt: „Grundlegend ist das Wort Jesu, dass der Mensch nicht trennen darf, was Gott verbunden hat. Es findet sich in allen drei synoptischen Evangelien (Mt 5,32; 19,9; Mk 10,9; Lk 16,18). Es wird auch vom Apostel Paulus bezeugt (1 Kor 7,10 f.) […] So wenig wie damals dürfen wir heute das Wort Jesu durch Anpassung an die Situation entschärfen.“

Meister der Dialektik

Doch als Meister der Dialektik weiß Kasper einen Ausweg, denn das Wort Jesu dürfe man „nicht fundamentalistisch auslegen“. In einem Satz zerlegt der Kardinal den soeben als authentisch anerkannten Auftrag Jesu und bezichtigt seine Gegner, die Verteidiger des Ehesakraments, des Fundamentalismus, eine der schlimmsten Vokabeln, die von der politischen Korrektheit als Totschlaginstrument eingesetzt wird.

Dasselbe Gedankenspiel wiederholt der Kardinal, wenn er das katholische Bundesverständnis lobt: „Wie der Bund Gottes in Jesus Christus mit der Kirche endgültig und unauflöslich ist, so auch der Ehebund als Realsymbol dieses Bundes“. Allerdings nur, um im nächsten Satz das soeben Gesagte bis zur Unkenntlichkeit mit den Worten zu relativieren: „Das ist eine großartige und überzeugende Konzeption. Sie darf jedoch nicht zu einer lebensfremden Idealisierung fuhren.“

„Flexible pastorale Praxis mancher Ortsgemeinden der frühen Kirche“

Jeder Fall müsse „verständnisvoll, diskret und taktvoll“ geprüft werden. Eine „allgemeine Lösung des Problems“ könne es nicht geben, sondern nur „Einzellösungen“. Kasper begründet dies mit der Behauptung, die Kirche könne bei wiederverheiratet Geschiedenen gar „nicht von einer objektiven Situation der Sünde sprechen, ohne die Situation des Sünders in seiner je einmaligen personalen Würde zu bedenken“. Dem Kardinal schwebt dabei die von ihm behauptete „flexible pastorale Praxis mancher Ortsgemeinden der frühen Kirche“ vor. Auch in diesem Punkt ist er im Vergleich zu anfänglichen Behauptungen bescheidener geworden, ohne jedoch seine Prämisse zu korrigieren.

Damit versucht der Kardinal verbreitete Befürchtungen eines grundsätzlichen Praxiswechsels zu zerstreuen, die zwangsläufig eine Änderung der Glaubenslehre nach sich ziehen würde. Doch hinter Kaspers neuer Bescheidenheit mit seiner Betonung von „Einzellösungen“ verbirgt sich in letzter Konsequenz und trotz der vielen Worte über „Voraussetzungen“, „eng gefaßte Bedingungen“, „Votum des Beichtvaters“ und „Oberaufsicht des Ortsbischofs“ nichts anderes. Denn wer die Praxis in den Pfarreien kennt, weiß, wie unrealistisch Kaspers „realistische Theologie der Ehe“ ist. So unrealistisch, daß sich innerhalb kurzer Zeit, jedenfalls in unseren Breiten, durch eine Mehrheit des Klerus eine allgemeine Laissez-faire-Praxis durchsetzen würde, die ihrerseits zwangsläufig negativen Einfluß auf die Glaubenslehre hätte.

Kaspers unrealistische „realistische Theologie der Ehe“

Wie viele Priester möchten dann gegenüber wiederverheiratet Geschiedenen und anderweitig irregulär Zusammenlebenden, um es salopp zu sagen, zum „Spielverderber“ werden und sich vorprogrammierte Konflikte in der Pfarrei aufhalsen. Von der „Überforderung“ der Ortsbischöfe erst gar nicht zu sprechen. Sie würden ihre „Oberaufsicht“ im Handumdrehen durch Zuteilung an irgendein Amt ihres Ordinariats verbürokratisieren, was das Gegenteil von Seelsorge ist.

Vielleicht sollte man Kardinal Kasper statt einer „realistischen Theologie der Ehe“ eine „realistische Theologie der Sünde“ empfehlen, an der es in unseren Diözesen und Pfarreien tatsächlich mangelt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons/Stimmen der Zeit (Screenshot)

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Reinhold

Der Grundfehler bei Kasper und anderen Zeitideologen ist doch der, dass er meint, Kirche könne hier nach Belieben entscheiden. Das ist der Kardinalfehler. Das steht nicht zur Disposition. So klar liegen die Dinge. Das hat mit Barmherzigkeit nichts zu tun.

Paschasasius
Leider hat die Kirche schon verloren im Kampf gegen den Genderismus. Denn über die Deutsche Botschafterin im Vatikan, Anette Schavan, gibt es Gerüchte, sie sei Lesbe; vor ihrem Rücktritt als Bildungsministerin ernannte sie noch schnell 150 Professoren für Genderforschung. Außerdem gibt es eine Homosexuelle Verbindung im Vatikan, das ist allgemein bekannt. Diese verhindern eine Rückkehr zur realen Familie. Homosexualität ist ein Try and Error der Natur, doch heute wird uns das von der NWO als gute Norm dargestellt. Denn die gute Familie ist das erste Hindernis der NWO zur Unterdrückung der Menschheit. Und die Religion das Zweite, also muss man… weiter lesen »
fredius
Kasper der alte Fuchs kann es nicht lassen.Immer wieder fast zwanghaft und krankhaft kommt er mit immer gleichen Argumenten, um sein Süppchen “ Zulassung der Geschiedenen zur Hl Kommu- nion “, am Kochen zu halten. Mit Rückendeckung von Papst Franziskus und den deutschen Bischö- fen, spricht er von Einzellösungen unter Oberaufsicht durch den Ortsbischof. Was soll das ? Jeder weiß doch, ist die Tür erst einmal einen Spalt geöffnet, wird es wie andere Dinge in der Vergan- genheit zeigen, zur Praxis. Das Ehesakrament verkommt zur Beliebigkeit. Eine andere Frage ist doch, warum tut dieser Mann sich das bei seinem hohen… weiter lesen »
zeitschnur
„Alter Fuchs“, „zwanghaft“, „krankhaft“? Was ist das für ein Debattenstil? Geht es auch sachlich und fair? Ich stimme Kasper nicht zu (s.u.), aber ich gehe davon aus, dass er tatsächlich überzeugt ist von dem, was er vorträgt. Das ist weder „krankhaft“, noch „zwanghaft“, noch Strategie eines „alten Fuchses“. Diese Vokablen treffen eher auf denjenigen zu, der nicht in der Lage ist, zivilisiert zu diskutieren. Kaspers Einzelfalllösung ist in vielem nicht stichhaltig (s.u. ein Argument dagegen), weil man nicht sündigend evangeliumsgemäß leben kann, aber wenn man seine Argumentation nachvollzieht, wird deutlich, dass er das für realisierbar hält. Er geht allerdings nicht… weiter lesen »
Reinhold

Warum versuchen Sie denn, Kasper so zwanghaft zu verteidigen ? Ihre ständigen Angriffe gegen die Kirche zeigen nur Ihre Glaubensferne.
Was soll das Gefasel von der „Volkskirche“ ? Ist es zu schwer, zu verstehen, dass die Kirche die kirche des Herrn ist ?

zeitschnur

Ich verteidige ihn nicht … aber vielleicht schärfen Sie erst mal Ihre Lesekompetenz bevor Sie zur Feder greifen? Dann könnte daraus ein zivilisierter Diskurs werden…

zeitschnur

Zum „Gefasel von der Volkskirche“ … Ihr Horizont scheint wirklich sehr eng zu sein…

Informieren Sie sich hier https://de.wikipedia.org/wiki/Volkskirche, dann wissen Sie, wovon ich sprach!

fredius

zeitschnur@ Sie können es nicht lassen. In allen Beiträgen meinen Sie es
besser zu wissen, als andere Kommentatoren. Ihre Überheblichkeit ist in der
Tat schon krankhaft. Sie meinen vom Hl.Geist gesegnet zu sein und wollen
Ihre vermeintliche Bildung immer wieder zur Schau stellen. Dazu kommt Ihre
Widersprüchlichkeit in ein und demselben Bericht und Ihre unklare Linie.
Außerdem muss man sich wundern, woher Sie die Zeit für Ihre überlangen
Beiträge nehmen ?! Hoffentlich sind Sie keine kirchliche Angestellte.

Konrad Georg

Mit dieser sonderbaren Theologie nimmt man vielen Gefährdeten die letzte Stütze.

zeitschnur

Walter Kasper hat sich wegen der Ehefrage (und anderen) einmal in einer Talkshow kontrovers mit Drewermann auseinandergesetzt: https://www.youtube.com/watch?v=R1-Hbi1bsFI

Das war 1992.

Wenn ich heute sehe, welch eine verheerende Rolle Drewermann spielt(e), und wie die dappichen Leute ihm zusprechen, dann muss ich es ein ums andere Mal sagen: so ein Volk hat sich selbst das Urteil gesprochen.

Leo Laemmlein

Das oberste US-Gericht (2/3 römisch-katholisch, 1/3 jüdisch) hat entschieden, wie erwartet bzw. wie befürchtet. Des Papstes großer neuer Öko-Freund UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte das Urteil als großen Fortschritt der Menschenrechte. Die Richter haben Sinn für Tradition. Als Datum für die Urteilsverkündung wählten sie einen Tag, an dem schon in den 90er Jahren zweimal gayfreundliche Urteile verkündet wurden.
http://apnews.myway.com/article/20150626/us–supreme_court-gay_marriage-0f817e322a.html

Reinhold

Was ist das für ein Gericht ? War dies eine Rechtsentscheidung oder Politik zugunsten der Homo-Lobby pur. Offenbar ist diese Lobby nicht nur in den USA so stark, dass sich kaum noch jemand traut, etwas dagegen zu sagen. Mit recht hat das Ganze wenig zu tun. Über diesen Unglückspapst ist jedes Wort zu viel.

Leo Laemmlein

Nachdem das Kind wie zu befürchten ins Wasser gefallen ist, haben die katholischen US-Bischöfe sich etwas distanziert, wie kath.net in einem Artikel berichtete.
Es gibt Widerstand, vor allem im Süden der USA, und von christlichen Persönlichkeiten, die ihren Glauben bewahrt haben und moralische Grundsätze aufrechterhalten. Sie weisen darauf hin, dass das Urteil eine Handhabe für Christenverfolgung sein wird, und kündigen ihren Ungehorsam an (http://canadafreepress.com/article/73271 ;
http://townhall.com/columnists/mattbarber/2015/06/28/gay-marriage-ruling-evil-with-a-silver-lining-n2018343/print ;
http://townhall.com/tipsheet/leahbarkoukis/2015/06/26/jindal-lets-just-get-rid-of-the-court-n2018094?utm_source=thdaily&utm_medium=email&utm_campaign=nl&newsletterad=
).
Der andere große Partner von Papst Franziskus, US-Präsident Barack Obama, hat nach dem Gerichtsurteil das Weiße Haus in Regenbogenfarben tauchen lassen (http://canadafreepress.com/article/73270).
Negative Auswirkungen des Urteils auf andere Länder sind zu befürchten: http://www.staradvertiser.com/news/breaking/20150627_Gay_activists_in_Asia_upbeat_about_impact_of_US_court_ruling.html?id=310406121

zeitschnur

Und was hat das mit Kapsers Ehe-Aufsatz zu tun, um den es im Artikel geht?

Reinhold

Es geht um das Eheverständnis. Ehe: Mann und Frau und auf Dauer angelegt.
Noch Fragen ?

zeitschnur

Manchmal muss man auf mehr als zwei zählen können – bei dem referierten Aufsatz Kaspers im Artikel oben (!!!) geht es nicht um Homos, es geht um die Zulassung wiederverheiratet Geschiedener.

Da steht das mit Mann und Frau nicht in Frage.

zeitschnur
Inzwischen bin ich dem im Artikel oben genannten Link zu dem Text Kaspers in den „Stimmen der Zeit“ nachgegangen und habe ihn gelesen. Der Artikel ist an sich sachlich gehalten und trägt einen vernünftigen Gedankengang vor. Allerdings empfinde ich an gewissen Stellen einen gedanklichen Bruch – nicht nur bei Kasper, sondern auch in den kirchlichen Vorschlägen zur Bewältigung der Situation, auf die er sich bezieht. Wenn er beispielsweise darauf hinführt, dass die Beziehung zwischen Gott und Israel in einem permanenten Scheitern Israels und der dennoch fortwährenden, barmherzigen Treue Gottes lebt und diese Situation auf das Bundeszeichen der Ehe anwendet –… weiter lesen »
Reinhold

Arme Frau Zeitschnur.

zeitschnur

Der Esel kann im Gegensatz zur Nachtigall zwar nicht singen, aber dafür kann er stur auf Kreuzungen stehenbleiben und vor allem um sich treten. I-A.

Adrien Antoine

Esel sind sehr intelligente Tiere.
Ihr „Gesang“ ist vielleicht nicht ganz melodisch;
aber sie können teilweise auch sprechen.
Frau @zeitschnurs Verweisung nach dem Stehen auf dem Kreuzpunkt ist besonders treffend:
hier denke ich direkt an den berühmten Esel von Bileam, der den Engel des Herrn mit seinem feurigen Schwert sieht (im Gegensatz zu dem verblendeten und cholerischen Bileam) und, mit einem Stock geschlagen und malträtiert, dann wirklich theologisch Substanzielles sagt.
Verbum non amplius addam (Horaz)
(= „Ich möchte kein weiteres Wort daranzufügen“).

carlo
Zu dieser „geistigen Kommunion“: Das hieße also, dass derjenige, der sich nicht im Stand der heiligmachenden Gnade befindet, während des Kommunionsgangs der anderen nicht still bittend an den Heiland wenden DARF, Er möge ihm die Einsicht und Kraft schenken, aus seinem Schlamassel herauszufinden, damit er Ihn künftig auch sakramental empfangen dürfe? Stattdessen soll er sich also am hinhocken und, ja was eigentlich tun? Sich bis zum Segen die Earphones einsetzen? Oder endlos Psalm 50 beten, aber nur jaaaa nicht ein Sehnsuchtsgebet nach Jesus im allerheiligsten Sakrament? Darf der sich überhaupt vor den Tabernakel geschweige denn eine Monstranz knien? Welche Umstände… weiter lesen »
zeitschnur
Nein, darum gings nicht – es geht darum, dass die geistliche Kommunion eine geistige Vereinigung mit Christus bedeutet. Wenn man aber nicht im Stand der Gnade ist und das auch weiß, dürfte dieser Zustand doch auch nicht geistig erreicht werden, oder? Jedenfalls nicht, bevor man bereut, beichtet und büßt. Aber das tut ja einer, der auf seiner Zweitehe beharrt nicht… Das meint Kasper wohl. Was Sie beschreiben ist dagegen keine „geistliche Kommunion“, sondern eher so eine Art Notschrei des Sünders. Jetzt frage ich Sie, wieviele Leute, die auf ihrer Zweitehe beharren, überhaupt diese Einstellung haben? Ich meine: dass sie einen… weiter lesen »
zeitschnur
Ich gebe Ihnen noch ein Beispiel für dafür, wie ich es verstehe: Ich kann geistlich kommunizieren, wenn ich nicht Gelegenheit habe, an einer Hl. Messe leiblich teilzunehmen, indem ich mich geistig mit einer Feier, von der ich weiß, dass sie stattfindet, verbinde und geistig teilnehme. Oder ich kann, weil ich vielleicht doch noch etwas gegessen hatte, nicht an der Hl. Kommunion teilnehmen, aber geistig sehr wohl – denn das ist davon nicht berührt. Hätte ich aber gerade heute Nacht mit einem anderen Mann als meinem eigentlichen Mann geschlafen, kann ich doch nicht geistlich kommunizieren, als wäre nichts geschehen. Ist das… weiter lesen »
zeitschnur

Und zu Ihrem letzten Abschnitt:

Das sehen Sie natürlich richtig.
Allerdings beinnt die Heuchelei bereits mit dem Trostgefasel von der „geistlichen Kommunion“, an der die widerverheiratet Geschiedenen doch teilnehmen könnten, die ich sowohl unter Johannes Paul II. als auch unter Benedikt XVI. immer wieder gehört und gelesen habe. Ich müsste das erst raussuchen, bin mir aber ziemlich sicher, dass Benedikt das auch ausfürhlich schriftlich so begründet hat.

carlo

Danke für die Erklärungen! Offen gestanden ist mir dies aber zu hoch – und suspekt! Immerhin scheint’s dazu kein verbindliches Lehr-, geschweige denn ein Schriftwort zu geben.

Dass der ach so lehramts- und schriftgetreue schwäbische Kardinal sich das „Trostgefasel“ der beiden Vorgängerpäpste krallt, spricht definitiv gegen diese „geistliche Kommunion“. Würde mich auch wunder nehmen, ob es von ihr aktuell – in NOM-Pfarrblättern und Gottesdienstordnungen – so viel zu lesen gibt, wo doch nicht wenige Sonntagsmessen in ganzen Landstrichen ausfallen.

zeitschnur
@ Carlo Sie kommen auf das, was ich meinte: Es gibt im Stand der Todsünde keine ungetrübte „geistige Kommunion“. Nicht so herum wie kasper es macht, wird ein Schuh drauß, sondern andersherum. Dazu muss aber die konservative Seite bereit sein, diese Idee von der geistigen Kommunion für Todsünder fallenzulassen. Ob sie dazu bereit ist? Immerhin haben einige Gläubige Benedikt und JP II zu Recht vorgeworfen, mit dieser Idee ihr Nein zur Kommunion wiederverheiratet geschiedener selbst zu unterlaufen… Dass ich mir das aber nicht aus den Fingern sauge, möchte ich anhand wenigstens dreier -z.T. auch lehramtlicher – Links erhellen: http://www.die-tagespost.de/abo-leserbriefe/leserbrief/Zur-Diskussion-um-den-Umgang-der-katholischen-Kirche-mit-wiederverheirateten-Geschiedenen-Ein-Endlosthema-weil-es-so-viele-betrifft-Geistliche-Kommunion-eine-grosse-Hilfe;art632,151923 http://www.kath.net/news/48904… weiter lesen »
carlo
Besten Dank für die Links! Der unter kath.net gepostete Artikel entspricht so ziemlich dem, was ich ungestützt unter „geistiger Kommunion“ verstanden habe resp. hätte. Vor allem kann sich der betreffende Kommentator, M. Gurtner, dabei auf das Trienter Konzil berufen: „Das Konzil von Trient bringt die Formen des Kommunionempfangs recht gut auf einen Punkt [,] indem es drei Arten unterscheidet: die rein sakramentale, die geistige, und beide zusammen, d.h. ein sakramentaler Kommunionempfang, der vorher ausgiebig geistig vorbereitet wurde. (Konz. V. Trient, sess. XIII, cap. VIII).“ Also 3 Arten – wären die alle gleichwertig, wozu dann die Unterscheidung?! Und deshalb seine nachvollziehbare… weiter lesen »
Reinhold

Er /sie muss aus dem Schlamassel herauskommen. Das ist doch der Punkt.

zeitschnur
@ Carlo Ich stimme Kasper doch gar nicht zu, finde aber seinen Hinweis dennoch nicht falsch, dass diese „Ersatzkommunion“ für die Gläubigen irreführend ist. Ich habe den Satz aus dem Tridentinum gelesen: „In Bezug aber auf den Gebrauch haben unsere Väter richtig und weislich drei Weisen, dieses heilige Sakrament zu empfangen, unterschieden. Denn einige, lehrten sie, empfangen es nur sakramental, wie die Sünder; andere nur geistlicher weise, nämlich jene, welche jenes vorgesetzte himmlische Brot im Verlangen genießend, durch den lebendigen Glauben, (Gal 5,6) der in der Liebe tätig ist, desselben Frucht und Nutzen inne werden; die dritten endlich (1 Kor… weiter lesen »
zeitschnur

Verzeihung, am Ende ist ein Wort weggerutscht. Es muss heißen:

„In § XLVIII heißt es, man könne den Nutzen des Sakraments erst dann empfangen, wenn man die Gnade zuvor schon erlangt habe.“

zeitschnur
@ Reinhold Ja klar, aber wie soll das gehen, wenn man halt geistig kommuniziert und weiter im Ehebruch bleibt? Joseph Ratzinger schrieb 1994 dies: „Andererseits ist es notwendig, den betreffenden Gläubigen klarzumachen, daß ihre Teilnahme am Leben der Kirche nicht allein auf die Frage des Kommunionempfangs reduziert werden darf. Den Gläubigen muß geholfen werden, zu einem tieferen Verständnis vom Wert der Teilnahme am eucharistischen Opfer Christi, der geistlichen Kommunion, des Gebetes, der Betrachtung des Wortes Gottes, der Werke der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit zu gelangen.“ Kann mir einer erklären, was es heißen soll, in der beschriebenen Lage schwerer Sünde, die… weiter lesen »
carlo

Bedanke mich für die ausführlicheren Konzilsauszüge und den Kommentar!

zeitschnur

@ Adrien Antoine

Auch wenn Ihr Beitrag das verfremdet, was ich sagte und die Herren, die mir ständig hinterherwiehern, ja eben keine klugen Eselinnen (wie bei Bileam) sind, sondern…. eben ja… Esel halt, finde ich Ihren Beitrag diesmal nicht nur intelligent und wortgewandt, sondern auch amüsant – danke!

Es kann dennoch – wie die kluge EselIN es zeigt, nicht schaden, den Zweiwortehorizont („kurz und bündig“) zu erweitern um wenigstens einige Klänge der Nachtigall, sonst kommt an auf den Gedanken, der Esel sei vor allem … neidisch, und das wäre doch sehr schade, finden Sie nicht?

Reinhold

Was soll das ? Das Bild ist ja bekannt. Was es hier soll, bleibt Frau Jüngling überlassen. Wir sind hier im Übrigen nicht in der Zoologischen Gesellschaft.

defendor

Wie meint doch Kardinal Kasper:
-
„Das ist eine großartige und überzeugende Konzeption. Sie darf jedoch nicht zu einer lebensfremden Idealisierung führen.“
-

Der Ursprung dieser Aussage dürfte in seinem Buch „Einführung in den Glauben“ ( 7. Auflage 1983, Kapitel 9,4 S. 148) zu finden sein, in dem er folgende „Neuigkeit“ über die Dogmen geschrieben hat; diese können:
-
„durchaus einseitig, oberflächlich, rechthaberisch, dumm und voreilig sein“
-

Reinhold

Da sind wir uns ja soweit einig. Die ausführlichen Ausführungen Frau Zeitschnurs unter besonderer Berücksichtigung der Ausflüge ins Tierreich lasse ich einmal da, wo sie hingehören, nämlich außen vor.

Reinhold

Die Frage der Frau Zeitschnur nach denen, die in der Zweitehe verharren, überhaupt die dort genannte Einstellung haben, finde ich mehr als berechtigt. Man tut seitens bestimmter Kreise gerade so, als sei dies ein Massenproblem. Im Übrigen bekommt doch jeder die Kommunion, der sie sich vom Kommunionhelfer abholt. Die wirksamkeit ist eben eine andere Frage, da vermag auch Kasper nichts zu ändern.

Konrad Georg

Zeitschnur 18.41 und 18.45

Nur zur Präzlsierung greife ich Ihren Gedankengang auf:

- als Momentansünderin, die die letzte Nacht mit dem fremden Mann geschlafen hat, jetzt tief bereuend und zur Beichte entschlossen der Hl. Messe beiwohnt -

die könnte die geistliche Kommunion erwecken.

zeitschnur

…verzeihen Sie: das erweckt nicht eine „geistliche Kommunion“, sondern hier erweckt die Tatsache, dass die Frau nicht kommunizieren kann, weil sie in schwere Sübnde fiel, …schlicht und einfach: REUE.

Und dann kommt der von Ihnen genannte Prozess in Gang: Sie bereut das bitter, weil sie den Herrn betrübt hat (und ihren Mann), sieht sich getrennt von Jesus und will das unbedingt wieder gutmachen, beichtet und erhält eine Buße und beendet die ehebrecherische Tätigkeit sofort.

Und dann kann sie wieder kommunizieren, geistig und physisch!

Reinhold

Das ist nun ja nicht falsch. Laien müssen im Übrigen nicht fortlaufend kommunizieren. Einmal pro Jahr ist ausreichend.

Reinhold

Bei fredius möchte ich mich recht herzlich bedanken für seine Feststellungen zu Zeitschnur. Ich halte die Möglichkeit, dass es sich um eine Angestellte möglicherweise sogar der Kirche handeln könnte, für gar nicht abwegig.

Shuca

„Dreistigkeit kann man dem deutschen Kardinal jedenfalls nicht absprechen, wenn er trotz dieses „Plädoyers“ im selben Atemzug schreibt: „Grundlegend ist das Wort Jesu, dass der Mensch nicht trennen darf, was Gott verbunden hat.“
Ich finde das Wort „Dreistigkeit“ beschreibt das sehr gut was hier in der Kirche so abläuft. Es geht nur über die „Dreistigkeit“ mit dem Kreuz auf der Brust den Wünschen dieser Welt zu entsprechen und von ihr Beifall zu bekommen. Aber das Spiel läuft ganz anders den „Undank wird dieser Welt Lohn sein“ da ändert sich nichts.
Per Mariam ad Christum.

Franzel

Kardinal Kasper verulkt die Leute und ist komplett gescheitert. Er ist so komplett gescheitert wie der € und die heidnisch-freimaurerische Brüsseler EU gescheitert sind, nachdem der griechische Ministerpräsident dankenswerterweise die Lügen-EU demaskiert hatte.
Kardinal Kasper, ein überführter Lügner mit rassistisch-imperialistischer Gedankenwelt, ist schon lange exkommuniziert: das hat er ja selbst gemacht.
Es wird Zeit, daß Papst Franziskus den Stecker zieht oder ihm klar macht, seinen Mund zukünftig zu halten.
Papst Franziskus aber hatte ihn von Anfang an zitiert und gelobt über alle Maßen.

Reinhold

Wie Sie selbst ausführen, von Berdoglio ist da nichts Positives zu erwarten. Man hat den Eindruck, dass der den Kardinal vorschickt, um Reaktionen zu testen.

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