Eine Million demonstrierte in Rom für die Familie und gegen die Gender-Ideologie

Eine Million Menschen demonstrierten in Rom für die Familie und gegen die Gender-Ideologie der Regierung
Eine Million Menschen demonstrierten in Rom für die Familie und gegen die Gender-Ideologie der Regierung

(Rom) Die Kundgebung nannte sich „Verteidigen wir unsere Kinder“ und nicht Manif pour tous wie in Frankreich, aber es war eine italienische manif pour tous und was für eine. Eine Million Italiener sind am vergangenen Samstag für die Verteidigung der Familie aufgestanden und haben gegen die Gender-Ideologie der Linksregierung protestiert. Die Größenordnung ist sensationell für Italien. Erst vor 18 Tagen hatte sich das Organisationskomitee an die Öffentlichkeit gewandt, um gegen ein Regierungsdekret mobil zu machen.

„Verteidigen wir unsere Kinder“ ist eine katholische Initiative, der sich auch laizistische Kräfte angeschlossen haben. Der Anstoß aber kam, wie zur Manif pour tous in Frankreich aus dem katholischen Herzen. Das will etwas bedeuten. Das Organisationskomitee wollte unabhängig handeln können und lehnte sich daher nicht an irgendwelche Parteien an und ließ sich daher auch nicht vereinnahmen. Diese neue Unabhängigkeit trägt in Italien ansehnliche Früchte. Dasselbe geschieht bereits seit einigen Jahren mit dem Marsch für das Leben, der im Mai 50.000 Menschen in Rom auf die Straße brachte. Größenordnungen, die zuvor, als die Lebensrechtsbewegung institutionell eingehegt war zwischen Bischofskonferenz und christdemokratischer Partei, undenkbar gewesen wären.

Die Million, die am Samstag zur Verteidigung der Kinder auf so imposante Weise ihre Stimme erhob, übertraf alle Erwartungen. Das Organisationskomitee wählte absichtlich vor der Lateranbasilika die Piazza San Giovanni, den traditionellen Aufmarschplatz der italienischen Linken, die hier ihre 1. Mai-Feier abhält. Eine Provokation gegenüber jenen, die ohne große Diskussion die Gender-Ideologie einführen wollen, aber auch eine Herausforderung an die Organisatoren. Die Herausforderung wurde bravourös gemeistert und die Provokation ist gelungen. „Das Volk ist einen Schritt voraus, die Politik sollte daher eine Nachdenkpause einlegen“, sagte Erzbischof Luigi Negri in einer ersten Reaktion. Der Erzbischof von Ferrara gehörte zu den wenigen Bischöfen, die öffentlich zur Teilnahme aufgerufen hatten.

Alle, vor allem die regierende Linke, wurden überrascht. Die Überraschung war so groß, daß selbst das Hausblatt der italienischen Linksregierung, die Tageszeitung La Repubblica, dem Ereignis ganze drei Seiten widmete. Ebenso der Corriere della Sera und alle anderen wichtigen Tageszeitungen Italiens. Giacomo Galeazzi titelte in La Stampa: „Ein wirklich beeindruckender Anblick, jenseits jeder Erwartung“. Manchem Redakteur trieb die gigantische Teilnehmerzahl den Zorn ins Gesicht. Das kirchenfeindliche Revolverblatt Il Fatto Quotidiano titelte wutschnaubend: „Die bigotte Rechte kehrt zurück“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: NBQ

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2 Comments

  1. Das ist wirklich eine gute Nachricht. Italien das Land dass trotz der Bambino-Liebe zu den Ländern
    der meisten Abtreibungen gehört, bekommt vor Augen geführt, dass Politik und Volksseele nicht
    identisch sind. Das die Regierenden zum Nachdenken kommen werden, muss bezweifelt werden.
    Aber die Tatsache, dass eine Million Menschen für die Familie und damit gegen die Abtreibung pro-
    testieren, muss auch manchen Kardinal und Bischof aufrütteln. Wie zu lesen war, haben nur weni-
    ge Bischöfe zur Kundgebung “ Verteidigen wir unsere Kinder „aufgerufen und somit die Aktion
    nicht unterstützt.

  2. Es ist also möglich, dass sich eine Million zu den Werten bekennt. Von der Hierarchie war wieder nichts zu erwarten, ein Trauerspiel, das aber die Massen nicht entmutigt. Wenn Berdoglio sein Amt richtig ausübte, hätte er sich schon längst selbst an die Spitze gesetzt, dafür läßt er lieber Abgedroschenes schreiben.

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