Fragen zur Öko-Enzyklika „Laudato Si“ an Bischof Mario Toso, Co-Autor des Erstentwurfs

Die neue Enzyklika von Papst Franziskus
Die neue Enzyklika von Papst Franziskus

(Rom) Die Öko-Enzyklika Laudato Si (vollständiger Text) von Papst Franziskus sorgt für Aufsehen. Noch nicht viele haben das 200-Seiten-Dokument gelesen und näher analysiert. Die Mächtigen der Welt scheinen zufrieden zu sein. Lob wurde dem Papst von US-Präsident Barack Obama und UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon gezollt. Das stellt allemal eine Neuheit im Zusammenhang mit einer päpstlichen Enzyklika dar.

Der Vatikanist Giuseppe Rusconi, der jüngst mit einer Reportage über Papst Franziskus für Aufsehen sorgte, die vom Monatsmagazin Cicero veröffentlicht wurde, führte ein Interview mit Bischof Mario Toso aus dem Salesianerorden. Msgr. Toso war bis vor wenigen Monaten Sekretär des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden. Dieses Dikasterium war von Papst Franziskus mit der Ausarbeitung der Öko-Enzyklika beauftragt worden. Bischof Toso wirkte maßgeblich am ersten Entwurf mit, der 2014 verfasst wurde. Am 18. Juni wurde schließlich ein ganz anderer Text veröffentlicht, wie der Bischof zu verstehen gibt.

Eine erste kritische Lektüre der Enzyklika Laudato Si durch Giuseppe Rusconi mit Bischof Mario Toso erschien im italienischen Original auf Rossoporpora. Eine englische Übersetzung wird in der nächsten Ausgabe des katholischen Magazins „Inside the Vatican“ in den USA veröffentlicht. Eine gekürzte Fassung wurde in der Tessiner Tageszeitung „Giornale del Popolo“ abgedruckt. Angesprochen werden Stichworte wie „integrale Ökologie“, „ökologische Umkehr“, Lebensrecht, anthropologische und ethische Sichtweisen, Nullwachstum oder die Forderung „nach einer Rezession in gewissen Teilen der Welt“.

Laudato Si: Einige Anmerkungen von Monsignore Mario Toso

Bischof Mario Toso
Bischof Mario Toso, war als Sekretär des Päpstlichen Rates Iustitia et Pax ein Autor des Erstentwurfs der Enzyklika

Msgr. Toso, Sie sind heute Bischof von Faenza-Modigliana, waren aber von 2003-2009 Rektor der Päpstlichen Salesianeruniversität in Rom und ab 2009 bis vor wenige Monate Sekretär des Päpstlichen Rats Iustitia et Pax. Genau dieses Dikasterium hat den ersten Entwurf des nun vorgestellten lehramtlichen Dokuments ausgearbeitet. Sie sind also der richtige Mann, um über eine Enzyklika zu sprechen, die von verschiedenen Seiten als „ökologisch“ bezeichnet wird …

Bischof Toso: Ja, die Definition ist allerdings in dem Sinn zu verstehen, daß sie die Umweltkrise in den Mittelpunkt der sozialen Frage stellt. Eine komplexe Krise, die sich nicht auf von anderen wichtigen Problemen, die mehr mit der menschlichen Ökologie zu tun haben, losgelöste ökologische Probleme reduziert. Diese Enzyklika unterstreicht schon im Kern, wie sehr die soziale Frage von der Bewahrung der Umwelt charakterisiert ist, betont aber auch, wie drängend die Sorge um die Menschheit selbst ist. Anders ausgedrückt: Es gibt eine globale ökologische Frage, für deren Lösung eine integrale Ökologie vorgeschlagen wird.

Erklären Sie uns, wie dieses „integrale“ zu verstehen ist …

Bischof Toso: Wie soeben gesagt, betrifft die ökologische Krise, die wir heute erleben, nicht nur Umweltfragen im engeren Sinn, wie die Bewahrung der Schöpfung und der Spezies, den Klimawandel, die Ressourcen und erneuerbare Energien, sondern auch damit verbundene kulturelle, anthropologische, ethische, religiöse Aspekte und die Entwicklung der menschlichen Existenz. Diese Krise verlangt, daß man auf sie mit der Förderung einer integralen Ökologie antwortet, die sich nicht nur auf die Ebene des Schutzes der Natur, der Tier- und Pflanzenarten, des Kampfes gegen die Erwärmung des Klimas, der Ablehnung eines unbegrenzten Verbrauchs der natürlichen Ressourcen beschränkt, sondern sich auch auf der Ebene der ökologischen Umkehr, einer Veränderung der Lebensstile, der Sorge für die urbane Umwelt, die sozialen Beziehungen und die Erziehung konkretisiert.

Die Enzyklika, die für manche in einigen ihrer Teile einen im wesentlichen peronistischen Hauch hat (eine Luft, die Franziskus in seiner Jugend geatmet hat), erscheint über weite Strecken laut anderen wie ein Manifest der universalen Öko-Partei (wenn auch mit einem nicht unbedeutenden Unterschied zum Beispiel in Sachen Lebensrecht), jedenfalls mehr ad extra gerichtet als ad intra

Bischof Toso: In der Tat, weist die Enzyklika, wie sie uns heute präsentiert wird, ein anderes Gesicht auf gegenüber dem ersten Entwurf, der eine lange Einleitung theologischen, liturgischen, sakramentalen, spirituellen Charakters vorsah. Wenn die ursprüngliche Ausrichtung geblieben wäre, würde sich die Enzyklika direkter an die katholische Welt wenden. Papst Franziskus hingegen hat es vorgezogen, diese Ausrichtung zu ändern, indem er den „theologischen“ Teil in die Mitte und ans Ende verschob, ebenso den über die Spiritualität und die Erziehung. Auf diese Weise hat er das ihm zur Verfügung gestellte Material „umstrukturiert“ gemäß einer Analysemethode und Auswahl, die eine Betrachtung der Situation, seine Wertung und praktische Hinweise zu einer Problemlösung impliziert. Er wollte damit die größtmögliche Zahl an Lesern einbinden, auch die Ungläubigen, in eine Überlegung, die zum Großteil von allen geteilt wird.

Warum wollte Papst Franziskus diese Änderung von nicht geringer Bedeutung?

Bischof Toso: Das Ziel des Papstes ist es, wie ab den ersten Zeilen der Enzyklika klar wird, sich zum Promotor einer globalen ökologischen Bewegung für die universale Sorge für das gemeinsame Haus zu machen …

An sich kann man es nicht ein Ziel nennen, das in jenen der Soziallehrer der Kirche enthalten ist …

Bischof Toso: Papst Franziskus hat sich an der Methode ausgerichtet, die zum Teil von der Enzyklika Pacem in terris von Johannes XXIII. eingeführt wurde…

Es gibt allerdings einen nicht unbedeutenden Unterschied: Johannes XXIII. wandte sich an „alle Menschen guten Willen“, während Franziskus die Zahl der Adressaten der Enzyklika ausweitet auf „jeden Menschen der auf diesem Planeten wohnt“ …

Bischof Toso: Der Papst will einen Transformationsprozeß der Kulturen aller Völker und ihrer Institutionen auslösen, einen Prozeß, der alle Menschen miteinschließt unabhängig von der Farbe ihrer Überzeugungen. Im ersten Teil der Enzyklika bevorzugt der Papst eine rationale Zugangsweise, ohne jedoch das Licht des Glaubens auszuschließen. Es ist wichtig darauf hinzuweisen: Für Papst Franziskus hängt die Lösung der ökologischen Krise vom Beitrag der Gläubigen wie der Ungläubigen ab, von der Wissenschaft und der Religion. Die Lösungen kommen nicht von einer einzigen Art, die Wirklichkeit zu interpretieren und zu verändern.

Läuft man auf diese Weise nicht Gefahr, etwas den theologischen Rahmen aus den Augen zu verlieren, der unerläßlich ist, um den zu gehenden Weg zu erhellen?

Bischof Toso: Nein, die Anwendung dieser Methode schließt den theologischen Blick nicht aus, der gegenwärtig bleibt, wenn auch nicht an erster Stelle und jedem Augenblick, wie es eine Enzyklika im eigentlichen theologischen Sinn verlangen würde.

Teils könnte man den Eindruck haben, der bei verschiedenen, vor allem US-amerikanischen Kritikern verwurzelt ist, der Papst wolle den Wissenschaftlern ihr Handwerk lehren …

Bischof Toso: Der Papst wollte über die Umweltfrage nicht nur in den Begriffen der großen theologischen und philosophischen Grundsätze sprechen, um nicht in der Abstraktheit zu enden. Er wollte seine Überlegungen bereichern, indem er auch verschiedene Ergebnisse wissenschaftlicher Studien über die aktuellen Umweltfragen benützte. Dabei ist klar: indem er sich der heute am meisten anerkannten Ergebnisse bediente, hat er nicht die Absicht, diese zu kanonisieren oder den Wissenschaftlern aufzuzwingen. In erster Linie drängte es ihn, eine Interpretation aus anthropologischer und ethischer Sicht zu geben. Alle wissen, daß viele heute für „wissenschaftlich“ gehaltene Ergebnisse nicht unwiderlegbar und unbestritten sind. Die Lehrtätigkeit der Päpste setzt die eigene Autorität auf moralischer Ebene ein, die die Ebene ist, die ihrer ethischen und religiösen Kompetenz entspricht.

Vorstellung der Enzyklika
Vorstellung der Enzyklika im Vatikan (v.l.) Hans Joachim Schellnhuber, Carolyn Woo, Matropolit Ioannis Zizioulas, Kardinal Peter Turkson

In der Enzyklika finden sich aber viele konkrete wissenschaftliche Themen mit ebenso vielen Empfehlungen… es genügt an eines der aufsehenerregendsten und umstrittensten zu denken, jenes der angeblichen Erderwärmung…

Bischof Toso: Ich erlaube mir darauf zu beharren: Es ist nicht die Absicht von Papst Franziskus, die wissenschaftliche Bedeutung der vielfältigen Ergebnisse der aktuellen Studien und Debatten, die er übernommen hat, zu bekräftigen, sondern Überlegungen zu den anthropologischen und ethischen Fragen anzustellen, die sich aus diesen ergeben. Die Kirche hat keine Kompetenzen auf der technischen und wissenschaftlichen Ebene, auf der Ebene einer anthropologischen und ethischen Dimension der wissenschaftlichen Phänomenologie aber schon.

An einigen Stellen, so wird angemerkt, scheint die Enzyklika vage pantheistische Akzente zu haben. Beispielsweise an Stellen wie dieser: „Der letzte Zweck der anderen Geschöpfe sind nicht wir. Doch alle gehen mit uns und durch uns voran auf das gemeinsame Ziel zu, das Gott ist …“ (Nr. 83).

Bischof Toso: Es gibt aber andere, in denen Papst Franziskus ganz an die Lehren von Caritas in Veritate von Benedikt XVI. anknüpft und die in dieser großen Enzyklika gegebene Interpretation zum Verhältnis Menschen und Natur aufgreift. Wie Benedikt präzisiert Papst Franziskus, daß der Mensch auf der Ebene der Würde nicht auf dieselbe Stufe mit den anderen Geschöpfen gestellt werden kann. Der Menschen hat einen Vorrang vor den anderen Lebewesen, der ihm zuerkannt werden muß. Vorrang bedeutet aber nicht despotische Vorherrschaft, die – wie unsere Epoche zeigt – sich dann in einen schweren Schaden für die gesamte Menschheit verwandelt.

Sechs Punkte des letzten Kapitels sind einer „ökologischen Umkehr“ gewidmet: Worin besteht diese?

Bischof Toso: „Ökologische Umkehr“ ist ein Ausdruck, der im Kontext eines globalen Ansatzes zur ökologischen Frage gebraucht wird. Gewiß, der Ausdruck kann mißverständlich sein, aber man sollte sich nicht zu sehr auf einzelne Worte und einzelne Begriffe fixieren, sondern vom Kontext ausgehen …

Das Wort des Lehramtes eines Papstes sollte aber nicht Ursache für Mißverständnisse sein …

Bischof Toso: Der Ausdruck „ökologische Umkehr“ ist nicht für sich allein zu sehen. Sie setzt immer im Menschen eine vorherige und klare religiöse Umkehr gegenüber Gott voraus. Erst nach dieser ersten Umkehr treten alle Konsequenzen der Begegnung mit Jesus in den Beziehungen zur Welt auf und ist man imstande, von einer „ökologischen Umkehr“ zu sprechen.

In der Enzyklika von 200 Seiten spricht man von integraler Ökologie, in Wirklichkeit sind dem Lebensrecht, der Familie und der Erziehung nur sehr wenige Zeilen gewidmet im Vergleich zu den vielen Seiten für die anderen anthropologischen Themen. Zum Beispiel wird das, was Benedikt XVI. in seiner Rede im Dezember 2012 an die Römische Kurie als die größte Falle für die Kirche bezeichnete, die Gender-Ideologie nicht einmal beim Namen genannt, sondern nur sehr indirekt mitten unter Nr. 155 angesprochen … [Benedikt XVI. sagte 2012: „Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig.“]

Bischof Toso: Es stimmt, daß in der Enzyklika die von Ihnen genannten Themen nur kurz angesprochen werden. Man hätte ihnen eine größere Aufmerksamkeit schenken können. Allerdings ist die Enzyklika so schon sehr lang … Aus verschiedenen Stellen geht jedoch sehr klar hervor, daß auch für diesen Papst die Umweltethik eng mit der Sozialethik, der Ethik des Lebens und der Familie verbunden ist.

In der Enzyklika wird den Merkmalen des Stadtlebens viel Raum gegeben … eine Neuheit.

Bischof Toso: Überlegungen zur integralen Ökologie konnten gar nicht anders, als die Bedeutung des Zusammenhangs zwischen städtischem und ländlichem Raum und dem menschlichen Verhalten zu betonen. Tatsächlich fehlt beim Bau der neuen Städte, der Projektierung von Gebäuden und Stadtvierteln noch der nötige Einsatz. Es genügt nicht, die Schönheit an sich in den Projekten zu suchen, ohne die Lebensqualität der Menschen zu berücksichtigen, ihre Harmonie mit der Umwelt, die Begegnung und die gegenseitige Hilfe.

Es gibt manche, die nach der Lektüre der Enzyklika den Eindruck haben, daß ihr Autor mental und mit dem Herzen grundsätzlich in den ‚villas miserias‘ von Buenos Aires geblieben ist …

Bischof Toso: Es stimmt, daß die Enzyklika die besondere Aufmerksamkeit dieses Papstes für die Letzten und die Ärmsten bestätigt. Er stößt einen Alarmschrei aus und geht dabei von den Ärmsten aus, weil sie die ersten sind, die leiden und das am meisten, wenn die Umwelt weiter abgebaut wird. Diese besondere Aufmerksamkeit für die Letzten der Erde bietet uns eine neue Sichtweise. Sie regt uns an, die Umweltfrage auf eine andere Weise zu betrachten, als wir es gewohnt sind: indem wir nicht nur an technisch-ökonomisch-wissenschaftliche Aspekte denken, sondern in erster Linie an die Würde des menschlichen Lebens und der Qualität seiner Existenz.

Zum Schluß: In der Enzyklika finden sich auch viele Behauptungen und Vorschläge, die viele Diskussionen auslösen werden. Als Beispiel für alle sei folgende Stelle zitiert (Nr. 193): „Wir wissen, dass das Verhalten derer, die mehr und mehr konsumieren und zerstören, während andere noch nicht entsprechend ihrer Menschenwürde leben können, unvertretbar ist. Darum ist die Stunde gekommen, in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession zu akzeptieren und Hilfen zu geben, damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfinden kann“.

Bischof Toso: Es handelt sich um klare und gleichzeitig mutige Überlegungen. Auch in diesem Fall ist der Papst nicht ein Verfechter von pauperistischen Lebensweisen oder von Vorschlägen für ein sinnwidriges Nullwachstum, die den wissenschaftlichen Fortschritt und die Unerläßlichkeit der technischen und ökonomischen Entwicklung verachten. Er lädt vielmehr ein, ein Wachstum anzustreben, das nicht nur wenigen vorbehalten ist, sondern das wirtschaftliche Wachstum mit dem sozialen Fortschritt aller in Einklang bringt. Das sind Perspektiven, die vor allem für jene verständlich sind, die an das Allgemeinwohl glauben und an die universale Bestimmung der Güter und an die universale Brüderlichkeit. Damit es eine wirtschaftliche Freiheit gibt, von der alle wirklich Nutzen haben, kann es manchmal notwendig sein, so Papst Franziskus, jenen Grenzen zu setzen, die die größten Ressourcen und die größte Finanzmacht kontrollieren. In der Vergangenheit wurde dies auch durch die Landreform verwirklicht. Warum sollte man heute nicht Vergleichbares verwirklichen in Bezug auf den uneingeschränkten und unbegrenzten Gebrauch der nicht erneuerbaren Ressourcen.

Text: Rossoporpora
Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Pope Francis/Wikicommons/CTV (Screenchots)

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23 Comments

  1. „globales oder universales Bewußtsein für das gemeinsame Haus“ „Transformationsprozess“ „spirituelle Höherentwicklung“-man könnte endlos fortsetzen.
    Fehlen bloß noch die „Lichtarbeiter“ und die „universelle Energie“ und dann sind wir in der schönsten Esoterik!
    Wenn ich die Bibel richtig verstanden habe,ist der HIMMEL unsere Heimat,die Erde,durch die Sünde ohnehin verdorben,nur ein Ort der Bewährung.
    Da gibt es nichts zu erhalten und das einzige,was wir vom Schmutz und der Vergiftung befreien sollten,ist unsere Seele.

    • Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis in Rom vom „Allmächtigen Baumeister aller Welten“ gesprochen wird, um keine religiösen Gefühle von Menschen zu „verletzen“, die außerhalb des Christentums stehen.

      Als die Hierarchie in Rom noch vital war, wurde die Kampfansage an die „Mysterien“schulen immer wieder erneuert. Die letzte eindeutige päpstliche Stellungnahme gegen die Freimaurerei befindet sich im Apostolischen Schreiben Annum ingressi sumus von Leo XIII. aus dem Jahr 1902. Seine Nachfolger Pius X. und Benedikt XV. waren ebenfalls keine Freunde der „Mysterien“schulen, da sie im Codex Iuris Canonici festlegen ließen, daß gemäß Canon 2335 ein Katholik sich selbst durch die Mitgliedschaft in einem Geheimbund exkommuniziert.

      Erst 1936 fing Eugenio Kardinal Pacelli (ab 1939 Pius XII.) an, mit der Freimaurerei auf Kuschelkurs zu gehen, indem er als Kleriker der Römischen Kurie sich mit dem Hochgrad-Freimaurer Franklin Delano Roosevelt im Staat New York zum Mittagessen traf. 1948 setzte er als „Papst“ noch einen drauf, indem den Freimaurer Annibale Bugnini zum Sekretär der „Kommission zur Generalreform der Liturgie“ ernannte.

      Das Urteil der Kongregation für die Glaubenslehre vom 26. November 1983, das besagt, der CIC 1983 nennt zwar nicht mehr die Mitgliedschaft in Geheimbünden als Grund für einen Selbstausschluß aus der Kirche, jedoch sei ein Wirken in solchen Organisationen nach wie vor als Todsünde zu betrachten, ist als bloße Beruhigungspille des Duos Kardinal Ratzinger und Johannes Paul II. zu betrachten. Wäre diese Stellungnahme nicht erfolgt, hätten Vertreter der Tradition wie Erzbischof Marcel Lefebvre aus nachvollziehbaren Gründen den Vorwurf erhoben, der Vatikan sei nun endgültig Beute der „Mysterien“schulen geworden.

  2. Diese Enzyklika ist überflüssig. Man verschone uns vatikanmäßig von solchen Ausflügen.

  3. „Bischof Toso: Wie soeben gesagt, betrifft die ökologische Krise, die wir heute erleben, nicht nur Umweltfragen im engeren Sinn, wie die Bewahrung der Schöpfung und der Spezies, den Klimawandel, die Ressourcen und erneuerbare Energien, sondern auch damit verbundene kulturelle, anthropologische, ethische, religiöse Aspekte und die Entwicklung der menschlichen Existenz.“

    Wenn ihr in Rom mal Langeweile und ein bißchen Zeit habt könnte ihr euch auch mal um das Seelenheil der euch anvertrauten kümmern denn die ewige Existenz beim Vater im Himmel ist wohl am meisten gefährdet und die solltet ihr eigentlich bewahren. Wenn ihr diese Welt retten wollt müßt ihr auch mit Luzifer verhandeln denn der will hier auf dieser Welt selbstverständlich auch seinen Anteil haben. Darauf wird er bestehen. Schönen Gruß an eure Enzykliken und besonders an denen die ihren Spaß an ihnen haben.
    Per Mariam ad Christum.

  4. Das ist auch ein komisches Latein. Ich habe das als Imperativ Futur Singular ausgemacht. Sehr seltsam. Nach Kommentaren von nichtkatholischen Medien ist das im grunde das, was man uns in der Tagesschau und andernorts seit Jahrzehnten einzupauken versucht mit den aus politischen gründen gegebenen Veränderungen. Das war überflüssig.

  5. Das sehe ich genau so!Der alte Öko-Quark,neu verrührt und nun mit einem angeblichen Segen „von oben“-wohl bekomms!
    „Mutter“ Erde wirds freuen.
    Hätte nur lieber ein Wörtchen von unserer wahren himmlischen Mutter und unserer wahren himmlischen Heimat gehört.

    • Sehr richtig gesehen. Besser man frage Berdoglio nicht nach Einzelheiten der Schrift.
      Vielleicht hat er gar nicht alles gelesen, was man ihm da zusammengeschustert hat.

  6. „Bischof Toso: Der Papst will einen Transformationsprozeß der Kulturen aller Völker und ihrer Institutionen auslösen, einen Prozeß, der alle Menschen miteinschließt unabhängig von der Farbe ihrer Überzeugungen. Im ersten Teil der Enzyklika bevorzugt der Papst eine rationale Zugangsweise, ohne jedoch das Licht des Glaubens auszuschließen.“
    Schön jetzt bin ich beruhigt das der Stellvertreter Christi ausschließt das Licht des Glaubens auszuschließen. Bischof Toso werden sie uns rechtzeitig benachrichtigen wenn die rationelle Zugangsweise des Bischofs von Rom eines Tages über das Licht des Glaubens ein Stromsperre nachhaltig verhängt um Mutter Natur von ihren Qualen zu erlösen. Man weiß ja nie was in so einem ausgebildeten Kopfe eines Jesuiten der heutigen Zeit alles so gespeichert ist.
    Ich jedenfalls habe meine Konsequenzen gezogen. Bevor ich mein Auto in der Garage einparke fahre ich noch eine extra Runde um Mutter Natur langsam auf ihre Wehen vorzubereiten.
    Per Mariam ad Christum.

  7. Den verehrter Vorrednern kann ich nur beipflichten. Die Schrift liest sich wie das Manifest einer marxistischen weltweit agierenden Ökopartei. Das sollte der Papst getrost anderen Kräften überlassen und sich statt dessen mit dem Seelenheil der ihm anvertrauten Menschen befassen.

  8. Shuca und Bayernmichel @ Da muss man Ihnen beipflichten. Das ist das was einen Christenmen- schen umtreibt, eine Enzyklika mit sozialen Aspekten, aber nicht eindeutig auf Kirche und Glauben bezogen. Eigentlich das was man zum Erbrechen von allen Medien jeden Tag vorgesetzt bekommt.
    Man kann auch sagen, die Weltverbrüderung hat schon begonnen, mit dem Entziel einer Pseudo-
    Religion. Wer hätte das noch vor ein paar Jahren für möglich gehalten.

  9. „Die Farbe der Überzeugungen…“ – ja, das ist es, was an der Enzyklika beunruhigt: alles ist nur „Frbe“ einer und derselben Überzeugung, die F. ALLEN abverlangen will.

    Diese Enzyklika – ob nun einzelne Stellen häretisch sein mögen oder nicht (F. hat „klammheimlich“ manches eingestreut, das aber sehr schwer richtig zu fassen ist) – ist totalitär konzipiert, und wir sollten uns nicht täuschen: F. tritt hier zwar wieder nur als der „Bischof von Rom auf“ (§10), aber er erhebt einen autoritären Anspruch auf ALLE Menschen und ihre Gesinnung. Durch diese Illusion, selbst noch der Unglaube sei nur eine Farbe der Überzeugung, die man allen abverlangen MUSS, um die Welt zu retten, kann sich niemand mehr distanzieren und sagen: Ich bin aber doch kein Christ.

    Mit diesem Gestus zwingt F. ALLE in das „gemeinsame Haus“, dieses Haus der „Welt“, die auch noch zum „Sakrament“ erklärt wird.

    Wie ich oben sagte: Im Vaticanum II wagte man vorerst nur, die Kirche als Ursakrament zu bezeichnen, als ob aus ihr die anderen Sakramente abgeleitet werden müssten. Dabei ist sie doch Verwalterin und Ausspenderin der Sakramente!

    (Wie Maria Ausspenderin der Gnaden ist – aber auch das hat man ja storniert und bitter bekämpft: Maria darf nicht Gnadenmittlerin sein! Warum? Damit auch die Kirche nicht nur Vermittlerin ist, sondern DER HERR selbst, allerdings nach dem Willen der Herren der Schöpfung – was ein kleiner, aber feiner Unterschied ist! So wurde unter dem Deckmantel des „Biblischen“ langsam aber sicher der Herr, der wirklich eund einzige Herr aus der Kirche geworfen und ersetzt durch einen Männerklüngel, der nun die Macht an sich reißt und in dem Zusammenhang ein paar Frauen herumschreien, aber selbstverständlich trotzdem nicht in dem gewähren lässt, was er ihnen zuvor ins Maul gelegt hat… und dann hetzt man anschließend die Gläubigen auf diese bedauernswerten und dämlichen getäuschten Frauen… um abzulenken von den Machenschaften, die gerade allerdings dennoch offenkundig vor sich gehen (ohne die Frauen!) und die meisten dumpfen Gläubigen lassen sich dazu hinreißen, dieses widerliche Spiel mitzuspielen und wenn nicht, flicht man mal wider die Juden oder Freimaurer ein oder sonst einen „Drahtzieher“ …. alles ist Strategie des Antichristen.)

    Jetzt sind wir einen Schritt weiter. Die Sakramente fließen nicht mehr aus der Kirchenherrschaft des Männerklüngels, der den Herrn hinausgeworfen hat samt seine Mutter, sondern nun will dieser Männerklüngel die ganze Welt.

    Flugs ist die ganze Welt mit ihrem ganzen Inventar das „Ursakament“.

    Und F. redet im Ton eines Diktators, dessen Macht unbezweifelbar ist, auch wenn er sich nicht „Papst“ nennt.
    Widerrede ist nun zwecklos. Sie wird einfach verschluckt – wie von einem riesigen Haifisch, in dessen großem Maul es keine Gegensätze mehr gibt.

    Niemand, der lesen kann, sollte sich die sorgsame Lektüre sparen. Oder wollt ihr alle verschluckt werden, ohne zu wissen, wie euch geschieht?

    • Auch wenn es wahrscheinlich klüger wäre, mich mit dieser Enzyklika zu beschäftigen, zeitschnur – ich möchte es dennoch nicht, zumindest momentan nicht.
      Warum sollte ich „verschluckt werden“, wenn es kaum etwas gibt, was mich an Papst Franziskus bindet.
      Warum sollten mich dann seine Ausführungen tangieren?
      Das verstehe ich nicht und daher bitte ich Sie, mir vielleicht näher zu erklären, was Sie damit genau gemeint haben.

      • @ Marienzweig

        Wie ich es ausführte – hier wird ein autoritärer, fast diktatorischer Anspruch auf ALLE erhoben, und dies im Versuch eines komplexen Entwurfes.

        Es hat wenig Sinn, sich hämisch über die Qualität des Textes auszulassen – die so reden, haben ihn nicht gelesen und wären selbst nie in der Lage, das, was F. da zusammendenken will, besser zu bearbeiten.
        Solche Herablassung und Arroganz führt nur zu einem harten Sturz vom hohen Ross – eines Tages.

        Wie sagte schon Mao Tse-tung?
        „Man muss den Feind verstehen und kennen, um ihn zu besiegen.“

        Und wie Jesus es sagte: „Die Kinder der Welt sind klüger als ihr…“

      • Wenn Marienzweig ein Lied zur Ehre Gottes aus reinem Herzen singt, statt dieses Gift zu lesen, bleibt sie in Gottes Hand, so wie wir als Katholiken es gelernt haben. Und so ein reines Lied, des Heiligen Franziskus, wird gerade missbraucht… nicht gelöscht.

    • „Ich lade dringlich zu einem neuen Dialog ein über die Art und Weise, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten. Wir brauchen ein Gespräch, das uns alle zusammenführt, denn die Herausforderung der Umweltsituation, die wir erleben, und ihre menschlichen Wurzeln interessieren und betreffen uns alle.“ (§ 14)

      „Wir brauchen eine neue universale Solidarität.“ (ebenda)

      Das Thema nötigt förmlich einen totalitären Ansatz auf, z.B. wird dies in solchen Sätzen deutlicher:

      „Heute ist die Analyse der Umweltprobleme nicht zu trennen von einer Prüfung des menschlichen Umfelds, des familiären Kontextes, der Arbeitsbedingungen und der urbanen Verhältnisse sowie der Beziehung jedes Menschen zu sich selbst, welche die Weise bestimmt, wie er mit den anderen und mit der Umwelt in Beziehung tritt.“ (§ 141)

      Oder beachten Sie das drohende Szenario, das eine Antwort auf folgenden Gedankengang sofort aufsteigen lässt – das der TOTALEN Kontrolle:

      „Sowohl innerhalb der staatlichen Verwaltung als auch in den verschiedenen Bereichen der Zivilgesellschaft oder den Beziehungen der Einwohner untereinander sind übermäßig oft Verhaltensweisen zu registrieren, die weit entfernt sind von den Gesetzen. Diese mögen auf korrekte Weise abgefasst worden sein, pflegen aber toter Buchstabe zu bleiben. Kann man unter solchen Umständen darauf hoffen, dass die Gesetzgebung und die Rechtsvorschriften, die mit der Umwelt zu tun haben, wirklich effizient sind?“ (§ 142)

    • Danke – vor allem die Schlusspasage sagt das, was ich oben meinte: F. verlangt nach einer totalitären Weltregierung, die keine Indivdualität mehr zulässt. Sie erlaubt zwar jedwede Form von Religion und Unglauben, legt aber ALLE gleichzeitig auf ein immanentistisches spirituelles Konzept fest, dessen Verneinung individuell verunmöglicht wird.

  10. In der ganzen Enzyklika ist mit keiner Fußnote auch nur eine einzige wissenschaftliche Quelle angegeben, woraus „Francesco“ (s.o. Buchdeckel) seine Einsichten über Umwelt und Klimawandel bezogen hat. Keine naturwissenschaftliche Aussage ist überprüfbar. Blinder Glaube in seine Kompetenz wird verlangt. Und wie ein Pressesprecher betonte: „Laudato si“ ist ordentliches Lehramt des Papstes – kein Katholik ist zum Dissenz berechtigt. Die ganze Menschheit wird vergattert, möglichst freiwillig Freiheits- und Souveränitätsrechte an internationale Instanzen abzugeben. Am Horizont leuchtet die Zivilisation der Zärtlichkeit. Wer nicht mitmacht, ist Häretiker, religiöser Fundamentalist, potentieller Terrorist. Fragt sich nur, wie Francesco mit seinem neuen atheistischen Akademiemitglied Professor Schellnhuber das Problem der Armen lösen will. Schellnhuber ist doch radikaler Bevölkerungsreduktionist, für den mindestens 5 Milliarden Menschen zuviel auf dem Globus leben…

    • Ohne zynisch zu sein, …er verbrüdert sich mit jeder „Pestbazille“ usw., dann wird es schon „harmonisch“ und „zärtlich“, barmherzig seinen „natürlichen“Gang nehmen. Vorerst werden jedoch die „Feinde“ aufeinander aufgehetzt oder direkt physisch beseitigt. Vorbereitet zum Endsieg… Jedoch, entscheiden wird der wahre Allmächtiger Gott.

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