„Laudato Si“ – Öko-Enzyklika als „aktuelle Fortschreibung der katholischen Soziallehre“

Öko-Enzyklika von Papst Franziskus
„Laudato Si“, die Öko-Enzyklika von Papst Franziskus

(Rom) Der Heilige Stuhl veröffentlichte am heutigen Vormittag die Öko-Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus. Die „Super-Enzyklika“, so Rorate Caeli, stelle das Konzept einer „integralen Ökologie“ in den Mittelpunkt, wie Kardinal Peter Turkson, der Vorsitzende des Päpstlichen Rats Iustitia et Pax bei der Vorstellung sagte. Dabei handle es sich um ein „Paradigma, das imstande ist, die fundamentalen Beziehungen der Person mit Gott, mit sich selbst, mit den anderen menschlichen Wesen und mit der ganzen Schöpfung auszudrücken“, so der Kardinal. Ein erster Blick in das Dokument.

Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ sagte, die Enzyklika sei „auf neue Weise vorbereitet“ worden. Seit einem Monat habe der Papst mittels E-Mail verschiedene Teile des Textes in unterschiedlichen Phasen der Texterstellung Bischöfen in der ganzen Welt zugeschickt und deren Meinung eingeholt. Wie der Vatikansprecher am Rande bestätigte, sei bis zuletzt am Text gefeilt worden.

Die Enzyklika besteht aus 246 Paragraphen und sieht sich als „Aktualisierung“ der katholischen Soziallehre, so Kardinal Turkson. Der Papst richtet sich darin „an jede Person, die diesen Planeten bewohnt“. Der vollständige Text der Enzyklika auf der Seite des Heiligen Stuhls.

Die Enzyklika beginnt im zweiten Absatz mit den Worten:

Wir sind in dem Gedanken aufgewachsen, dass wir ihre Eigentümer und Herrscher seien, berechtigt, sie auszuplündern. Die Gewalt des von der Sünde verletzten menschlichen Herzens wird auch in den Krankheitssymptomen deutlich, die wir im Boden, im Wasser, in der Luft und in den Lebewesen bemerken. Darum befindet sich unter den am meisten verwahrlosten und misshandelten Armen diese unsere unterdrückte und verwüstete Erde, die „seufzt und in Geburtswehen liegt“ (Röm 8,22). Wir vergessen, dass wir selber Erde sind (vgl. Gen 2,7). Unser eigener Körper ist aus den Elementen des Planeten gebildet; seine Luft ist es, die uns den Atem gibt, und sein Wasser belebt und erquickt uns.

Unter Nr. 23 wird die menschengemachte Erderwärmungstheorie übernommen:

Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen und für alle. Es ist auf globaler Ebene ein kompliziertes System, das mit vielen wesentlichen Bedingungen für das menschliche Leben verbunden ist. Es besteht eine sehr starke wissenschaftliche Übereinstimmung darüber, dass wir uns in einer besorgniserregenden Erwärmung des Klimasystems befinden. In den letzten Jahrzehnten war diese Erwärmung von dem ständigen Anstieg des Meeresspiegels begleitet, und außerdem dürfte es schwierig sein, sie nicht mit der Zunahme extremer meteorologischer Ereignisse in Verbindung zu bringen, abgesehen davon, dass man nicht jedem besonderen Phänomen eine wissenschaftlich bestimmbare Ursache zuschreiben kann.

Dazu Nr. 24:

Die Erwärmung beeinflusst ihrerseits den Kohlenstoffkreislauf. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, der die Situation weiter verschärft und der die Verfügbarkeit unerlässlicher Ressourcen wie das Trinkwasser, die Energie und die Agrarproduktion in den heißesten Zonen beeinträchtigen und das Aussterben eines Teils der biologischen Vielfalt des Planeten verursachen wird. Durch das Schmelzen des Polareises und der Hochgebirgsflächen droht eine sehr gefährliche Freisetzung von Methangas, und die Verwesung der tiefgefrorenen organischen Stoffe könnte die Ausströmung von Kohlendioxid noch weiter erhöhen.

Nr. 25 bringt die Migrationswellen in die westlichen Länder mit der Erderwärmung in Zusammenhang und weist sie damit als naturgegeben aus, obwohl die Herkunftsländer vieler Einwanderer wesentlich fruchtbarer und reicher an Bodenschätzen sind, als beispielsweise die meisten europäischen Länder:

Der Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden Umwelt-Aspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven und politischen Dimensionen; sie stellt eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit dar. Die schlimmsten Auswirkungen werden wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten auf die Entwicklungsländer zukommen. Viele Arme leben in Gebieten, die besonders von Phänomenen heimgesucht werden, die mit der Erwärmung verbunden sind, und die Mittel für ihren Lebensunterhalt hängen stark von den natürlichen Reserven und den ökosystemischen Betrieben wie Landwirtschaft, Fischfang und Waldbestand ab. Sie betreiben keine anderen Finanzaktivitäten und besitzen keine anderen Ressourcen, die ihnen erlauben, sich den Klimaeinflüssen anzupassen oder Katastrophen die Stirn zu bieten, und sie haben kaum Zugang zu Sozialdiensten und Versicherung. So verursachen die klimatischen Veränderungen zum Beispiel Migrationen von Tieren und Pflanzen, die sich nicht immer anpassen können, und das schädigt wiederum die Produktionsquellen der Ärmsten, die sich ebenfalls genötigt sehen abzuwandern, mit großer Ungewissheit im Hinblick auf ihre Zukunft und die ihrer Kinder. Tragisch ist die Zunahme der Migranten, die vor dem Elend flüchten, das durch die Umweltzerstörung immer schlimmer wird, und die in den internationalen Abkommen nicht als Flüchtlinge anerkannt werden; sie tragen die Last ihres Lebens in Verlassenheit und ohne jeden gesetzlichen Schutz. Leider herrscht eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber diesen Tragödien, die sich gerade jetzt in bestimmten Teilen der Welt zutragen. Der Mangel an Reaktionen angesichts dieser Dramen unserer Brüder und Schwestern ist ein Zeichen für den Verlust jenes Verantwortungsgefühls für unsere Mitmenschen, auf das sich jede zivile Gesellschaft gründet.

Nr. 26 verleiht der Klima-Agenda ein moralisches Gütesiegel, wenn es heißt:

Darum ist es dringend geboten, politische Programme zu entwickeln, um in den kommenden Jahren den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen stark verunreinigenden Gasen drastisch zu reduzieren, zum Beispiel indem man die Verbrennung von fossilem Kraftstoff ersetzt und Quellen erneuerbarer Energie entwickelt.

Zu Lebensrecht und „reproduktiver Gesundheit“ heißt es unter Nr. 50:

Anstatt die Probleme der Armen zu lösen und an eine andere Welt zu denken, haben einige nichts anderes vorzuschlagen als eine Reduzierung der Geburtenrate. Es fehlt nicht an internationalem Druck auf die Entwicklungsländer, indem wirtschaftliche Hilfen von gewissen politischen Entscheidungen zugunsten der „Fortpflanzungsgesundheit“ abhängig gemacht werden. Doch „wenn es zutrifft, dass die ungleiche Verteilung der Bevölkerung und der verfügbaren Ressourcen die Entwicklung und den vertretbaren Umgang mit der Umwelt behindern, muss auch anerkannt werden, dass eine wachsende Bevölkerung mit einer umfassenden und solidarischen Entwicklung voll und ganz zu vereinbaren ist“. Die Schuld dem Bevölkerungszuwachs und nicht dem extremen und selektiven Konsumverhalten einiger anzulasten, ist eine Art, sich den Problemen nicht zu stellen. Es ist der Versuch, auf diese Weise das gegenwärtige Modell der Verteilung zu legitimieren, in dem eine Minderheit sich für berechtigt hält, in einem Verhältnis zu konsumieren, das unmöglich verallgemeinert werden könnte, denn der Planet wäre nicht einmal imstande, die Abfälle eines solchen Konsums zu fassen. Außerdem wissen wir, dass etwa ein Drittel der produzierten Lebensmittel verschwendet wird, und dass „Nahrung, die weggeworfen wird, gleichsam vom Tisch des Armen […] geraubt wird“. Auf jeden Fall steht fest, dass das Ungleichgewicht in der Verteilung der Bevölkerung über das Territorium sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene beachtet werden muss, denn der Anstieg des Konsums würde zu komplexen regionalen Situationen führen wegen der Kombination von Problemen, die unter anderem mit der Umweltverschmutzung, dem Verkehrswesen, der Handhabung der Abfälle, dem Verlust der Ressourcen und der Lebensqualität verbunden sind.

Unter Nr. 120 heißt es zur Abtreibung:

Da alles in Beziehung steht, ist die Verteidigung der Natur auch nicht mit der Rechtfertigung der Abtreibung vereinbar. Ein erzieherischer Weg, die Schwachen anzunehmen, die uns umgeben und die uns manchmal lästig oder ungelegen sind, scheint nicht machbar, wenn man nicht einen menschlichen Embryo schützt, selbst wenn seine Geburt Grund für Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten sein sollte: „Wenn der persönliche und gesellschaftliche Sinn für die Annahme eines neuen Lebens verlorengeht, verdorren auch andere, für das gesellschaftliche Leben hilfreiche Formen der Annahme.

Nr. 155 verteidigt der Papst die natürliche Unterscheidung der Geschlechter in Mann und Frau:

Die Humanökologie beinhaltet auch einen sehr tiefgründigen Aspekt: die notwendige Beziehung des Lebens des Menschen zu dem moralischen Gesetz, das in seine eigene Natur eingeschrieben ist. Diese Beziehung ist unerlässlich, um eine würdigere Umgebung gestalten zu können. Papst Benedikt XVI. sagte, dass es eine „Ökologie des Menschen“ gibt, denn „auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann“. Auf dieser Linie muss man anerkennen, dass unser Körper uns in eine direkte Beziehung zu der Umwelt und den anderen Lebewesen stellt. Das Akzeptieren des eigenen Körpers als Gabe Gottes ist notwendig, um die ganze Welt als Geschenk des himmlischen Vaters und als gemeinsames Haus zu empfangen und zu akzeptieren, während eine Logik der Herrschaft über den eigenen Körper sich in eine manchmal subtile Logik der Herrschaft über die Schöpfung verwandelt. Zu lernen, den eigenen Körper anzunehmen, ihn zu pflegen und seine vielschichtige Bedeutung zu respektieren, ist für eine wahrhaftige Humanökologie wesentlich. Ebenso ist die Wertschätzung des eigenen Körpers in seiner Weiblichkeit oder Männlichkeit notwendig, um in der Begegnung mit dem anderen Geschlecht sich selbst zu erkennen. Auf diese Weise ist es möglich, freudig die besondere Gabe des anderen oder der anderen als Werk Gottes des Schöpfers anzunehmen und sich gegenseitig zu bereichern. Eben deswegen ist die Einstellung dessen nicht gesund, der den Anspruch erhebt, „den Unterschied zwischen den Geschlechtern auszulöschen, weil er sich nicht mehr damit auseinanderzusetzen versteht“.

Unter Nr. 136 greift Papst Franziskus die Grün-Bewegung an, die sich zwar für Umweltschutz einsetze, aber gleichzeitig Experimente an menschlichen Embryonen zulassen:

Andererseits ist es besorgniserregend, dass einige ökologische Bewegungen, wenn sie die Unversehrtheit der Umwelt verteidigen und zu Recht gewisse Grenzen für die wissenschaftliche Forschung fordern, bisweilen dieselben Prinzipien nicht für das menschliche Leben anwenden. Für gewöhnlich wird das Überschreiten aller Grenzen gerechtfertigt, wenn mit lebenden menschlichen Embryonen Experimente durchgeführt werden. Man vergisst, dass der unveräußerliche Wert eines Menschen jenseits seiner Entwicklungsstufe liegt. Auf die gleiche Weise wird die Technik, wenn sie die großen ethischen Prinzipien verleugnet, schließlich jegliche Praxis für legitim halten. Wie wir in diesem Kapitel gesehen haben, wird eine von der Ethik abgekoppelte Technik schwerlich in der Lage sein, ihre Macht selbst zu beschränken.

Kapitalismuskritisch äußert sich Papst Franziskus gegen Auswüchse der Weltherrschaft des Geldes unter Nr. 109:

Das technokratische Paradigma tendiert auch dazu, die Wirtschaft und die Politik zu beherrschen. Die Wirtschaft nimmt jede technologische Entwicklung im Hinblick auf den Ertrag an, ohne auf mögliche negative Auswirkungen für den Menschen zu achten. Die Finanzen ersticken die Realwirtschaft. Man hat die Lektionen der weltweiten Finanzkrise nicht gelernt, und nur sehr langsam lernt man die Lektionen der Umweltschädigung. In manchen Kreisen meint man, dass die jetzige Wirtschaft und die Technologie alle Umweltprobleme lösen werden, ebenso wie man in nicht akademischer Ausdrucksweise behauptet, dass die Probleme des Hungers und das Elend in der Welt sich einfach mit dem Wachstum des Marktes lösen werden. Es handelt sich nicht um eine Frage von Wirtschaftstheorien, die vielleicht heute keiner zu verteidigen wagt, sondern um deren Einbindung in die tatsächliche Entwicklung der Wirtschaft. Auch wer sie zwar nicht in Worte fasst, unterstützt sie aber doch mit seinen Taten, wenn ein rechtes Ausmaß der Produktion, eine bessere Verteilung des Reichtums, ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur oder die Rechte der zukünftigen Generationen ihn nicht zu kümmern scheinen. Mit seinem Verhalten bringt er zum Ausdruck, dass für ihn das Ziel der Gewinnmaximierung ausreicht. Der Markt von sich aus gewährleistet aber nicht die ganzheitliche Entwicklung des Menschen und die soziale Inklusion. Unterdessen verzeichnen wir „eine Art verschwenderische und konsumorientierte Überentwicklung, die in unannehmbarem Kontrast zu anhaltenden Situationen entmenschlichenden Elends steht“, und es werden nicht schnell genug wirtschaftliche Einrichtungen und soziale Programme erarbeitet, die den Ärmsten einen regulären Zugang zu den Grundressourcen ermöglichen. Man wird nie genug darauf hinweisen können, welches die tiefsten Wurzeln des gegenwärtigen Ungleichgewichts sind, die mit der Ausrichtung, den Zielen, dem Sinn und dem sozialen Kontext des technologischen und wirtschaftlichen Wachstums zu tun haben.

Unter Nr. 206 nennt der Papst den Boykott von Produkten als geeignetes Mittel, Firmen zu Verhaltenänderungen anzuhalten:

Eine Änderung der Lebensstile könnte dazu führen, einen heilsamen Druck auf diejenigen auszuüben, die politische, wirtschaftliche und soziale Macht besitzen. Das ist es, was die Verbraucherbewegungen erreichen, die durch den Boykott gewisser Produkte auf das Verhalten der Unternehmen ändernd einwirken und sie zwingen, die Umweltbelastung und die Produktionsmuster zu überdenken. Es ist eine Tatsache, dass die Unternehmen, wenn die Gewohnheiten der Gesellschaft ihre Rendite gefährden, sich genötigt sehen, ihre Produktionsweise zu ändern. Das erinnert uns an die soziale Verantwortung der Verbraucher. „Das Kaufen [ist] nicht nur ein wirtschaftlicher Akt, sondern immer auch eine moralische Handlung.“ Daher ruft heute „das Thema der Umweltverschmutzung das Verhalten eines jeden von uns […] zur Rechenschaft.“

Unter Nr. 207 gibt der Papst ein Bekenntnis zur „Erd-Charta“ ab:

Die Erd-Charta lud uns alle ein, eine Zeit der Selbstzerstörung hinter uns zu lassen und neu anzufangen, doch wir haben noch kein universales Bewusstsein entwickelt, das dies möglich macht. Deshalb wage ich, jene wertvolle Herausforderung erneut vorzubringen: „Wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit fordert uns unser gemeinsames Schicksal dazu auf, einen neuen Anfang zu wagen […] Lasst uns unsere Zeit so gestalten, dass man sich an sie erinnern wird als eine Zeit, in der eine neue Ehrfurcht vor dem Leben erwachte, als eine Zeit, in der nachhaltige Entwicklung entschlossen auf den Weg gebracht wurde, als eine Zeit, in der das Streben nach Gerechtigkeit und Frieden neuen Auftrieb bekam, und als eine Zeit der freudigen Feier des Lebens.“

Nr. 236 spricht über die heilige Eucharsitie:

In der Eucharistie findet die Schöpfung ihre größte Erhöhung. Die Gnade, die dazu neigt, sich spürbar zu zeigen, erreicht einen erstaunlichen Ausdruck, wenn der menschgewordene Gott selbst so weit geht, sich von seinem Geschöpf verzehren zu lassen. Auf dem Höhepunkt des Geheimnisses der Inkarnation wollte der Herr durch ein Stückchen Materie in unser Innerstes gelangen. Nicht von oben herab, sondern von innen her, damit wir ihm in unserer eigenen Welt begegnen könnten. In der Eucharistie ist die Fülle bereits verwirklicht, und sie ist das Lebenszentrum des Universums, der überquellende Ausgangspunkt von Liebe und unerschöpflichem Leben. Vereint mit dem in der Eucharistie gegenwärtigen inkarnierten Sohn sagt der gesamte Kosmos Gott Dank. Tatsächlich ist die Eucharistie von sich aus ein Akt der kosmischen Liebe: „Ja, kosmisch! Denn auch dann, wenn man die Eucharistie auf dem kleinen Altar einer Dorfkirche feiert, feiert man sie immer in einem gewissen Sinn auf dem Altar der Welt.“ Die Eucharistie vereint Himmel und Erde, umfasst und durchdringt die gesamte Schöpfung. Die Welt, die aus den Händen Gottes hervorging, kehrt zu ihm zurück in seliger und vollkommener Anbetung: Im eucharistischen Brot „ist die Schöpfung auf die Vergöttlichung, auf die heilige Hochzeit, auf die Vereinigung mit dem Schöpfer selbst ausgerichtet“. Darum ist die Eucharistie auch eine Quelle des Lichts und der Motivation für unsere Sorgen um die Umwelt und richtet uns darauf aus, Hüter der gesamten Schöpfung zu sein.

Unter Nr. 243 und 244 spricht der Papst über das ewige Leben:

Am Ende werden wir der unendlichen Schönheit Gottes von Angesicht zu Angesicht begegnen (vgl. 1 Kor 13,12) und können mit seliger Bewunderung das Geheimnis des Universums verstehen, das mit uns an der Fülle ohne Ende teilhaben wird. Ja, wir sind unterwegs zum Sabbat der Ewigkeit, zum neuen Jerusalem, zum gemeinsamen Haus des Himmels. Jesus sagt uns: „Ich mache alles neu“ (Offb 21,5). Das ewige Leben wird ein miteinander erlebtes Staunen sein, wo jedes Geschöpf in leuchtender Verklärung seinen Platz einnehmen und etwas haben wird, um es den endgültig befreiten Armen zu bringen.

Inzwischen vereinigen wir uns, um uns dieses Hauses anzunehmen, das uns anvertraut wurde, da wir wissen, dass all das Gute, das es darin gibt, einst in das himmlische Fest aufgenommen wird. Gemeinsam mit allen Geschöpfen gehen wir unseren Weg in dieser Welt – auf der Suche nach Gott, denn „wenn die Welt einen Ursprung hat und erschaffen worden ist, dann suche nach dem, der sie erschaffen hat, suche nach dem, der ihr den Anfang gegeben hat, nach dem, der ihr Schöpfer ist!“ Gehen wir singend voran! Mögen unsere Kämpfe und unsere Sorgen um diesen Planeten uns nicht die Freude und die Hoffnung nehmen

Zusammenstellung: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican.va

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32 Comments

  1. „Das ewige Leben wird ein miteinander erlebtes Staunen sein, wo jedes Geschöpf in leuchtender Verklärung seinen Platz einnehmen … wird,…“
    Ups, das ist mir neu, dass alle Geschöpfe in das ewige Leben eingehen. Ist jemandem bekannt, dass die Kirche so etwas schon einmal gelehrt hätte?

    • Ich höre gerade nicht auf zu staunen.Versuche zu leben und sterben,so Gott es will,mit und im Jesus Christus,dem Herrn.Sehne mich gar nicht nach diesem miteinander erlebtem Staunen,in leuchtender Verklärung….und noch die Vortsetzung des Satzes des Papstes…Gruselig,wie eine Apokalypse im Drogenrausch für ein weiteren Drogenrausch.Das Kreuz und die Seele,in den gemeinsamen Marsch investieren.Der Papst bedient alle Interessen Gruppen,schlau,der Nutznießer bleibt der Gleiche.Die Leidenden,auch die Gleichen.Die Schleimige Vergewaltigung der Kirche,der Gottesschöpfung,der Seelen…wird poetisch,ja,zärtlich und ab und zu,doch auch ,,richtig“…brutal und brutaler voran zum Ziel(offensichtlich,für das,die Opfer,alle Geschöpfe…,die versprochene leuchtende Verklärung …im Staunen…)Das ganze lesen,ist nur eine Gehirnwäsche .Beten,Beten,im Jesus Christus bleiben…

  2. Das ist ganz ordinäre Allerlösungshäresie, ausgedehnt auf Judas, auf Satan und seinen Anhang, (und vermutlich auch auf Pestbazillen, HIV-Viren u.dgl.m.). Nicht die einzige Häresie in diesem Schreiben.

    • Da sehe ich jetzt die leuchtend verklärte Pestbacille, wie sie ihren Platz einnimmt und den endlich befreiten Armen was bringt. Verstehe wohl nicht, dass im ewigem Leben die Armen, obwohl befreit, von den leuchtend Verklärten allen Geschöpfen, was bekommen sollen…

      • Warum die befreiten „Armen“ immer noch, in dem ewigem Leben, von den verklärt Leuchtenden, was bekommen, konnte in dem WIR des Papstes erklärbar sein. Ohne dass ich mich mit der „Pyramide“ je beschäftigt habe. Es handelt sich vermutlich nicht um Jenseits, nicht um Himmel, wie wir als Katholiken gelernt haben. Dieses Wir im ewigem Leben des Papstes, sind nicht wir, es sind nur die Verklärten, Erleuchteten, die den Befreiten „Armen“ was bringen. Fürchte, die Armen, sind die Meisten. Die Basis. Ich auch, staune nicht mehr.

  3. „Die Gewalt des von der Sünde verletzten menschlichen Herzens wird auch in den Krankheitssymptomen deutlich, die wir im Boden, im Wasser, in der Luft und in den Lebewesen bemerken.“
    Ja strengt euch ruhig ein bißchen an mit eurem christlich angestrichenen Öko-Kult. Wenn der Antichrist kommt wird er euch zur Verantwortung ziehen wenn sein Wohnzimmer nicht aufgeräumt und im besten Zustand ist. Von wegen „Himmel und Erde“ werden vergehen das war gestern jetzt wird unser ganzes Streben der Rettung von Mutter Erde mitsamt ihrer Sündhaftigkeit gelten. Ich bin mir aber nicht ganz sicher ob der Herr mit eurem schwulstigen Plänen zur Rettung dieser Welt einverstanden ist. Vielleicht hat er andere ganz andere Vorstellungen was mit dieser Welt passiert.

    „Liebt nicht diese Welt, und hängt euer Herz nicht an irgendetwas, das zu dieser Welt gehört. Denn wer die Welt liebt, kann nicht zugleich Gott, den Vater, lieben.“

    Per Mariam ad Christum.

  4. @Damian
    Mir ist eine derartige Lehre nicht bekannt.
    Diese gleichsam pauschale Himmelsverheissung ist per se als Ganzes seltsam; wer ist mit „wir“ gemeint ? Da sich die Enzyklika nicht nur an Katholiken richtet, ist anzunehmen, dass alle Menschen gemeint sein dürften. Diese Annahme wird gestützt durch den Beginn des nächsten Abschnittes; „Inzwischen vereinigen wir uns, um uns dieses Hauses anzunehmen, das uns anvertraut wurde,…“
    Irgendwie hört sich dies nach einem unverbindlichen „Spaziergang“ in den Himmel an.
    Dazu auch diese merkwürdige Formulierung: „Gemeinsam mit allen Geschöpfen auf der Suche nach Gott“ ?

    Der Text im Wortlaut:
    -
    „Am Ende werden wir der unendlichen Schönheit Gottes von Angesicht zu Angesicht begegnen (vgl.1 Kor 13,12) und können mit seliger Bewunderung das Geheimnis des Universums verstehen, das mit uns an der Fülle ohne Ende teilhaben wird. Ja, wir sind unterwegs zum Sabbat der Ewigkeit, zum neuen Jerusalem, zum gemeinsamen Haus des Himmels. Jesus sagt uns: „Ich mache alles neu“ (Offb 21,5). Das ewige Leben wird ein miteinander erlebtes Staunen sein, wo jedes Geschöpf in leuchtender Verklärung seinen Platz einnehmen und etwas haben wird, um es den endgültig befreiten Armen zu bringen.

    Inzwischen vereinigen wir uns, um uns dieses Hauses anzunehmen, das uns anvertraut wurde, da wir wissen, dass all das Gute, das es darin gibt, einst in das himmlische Fest aufgenommen wird. Gemeinsam mit allen Geschöpfen gehen wir unseren Weg in dieser Welt – auf der Suche nach Gott, denn „wenn die Welt einen Ursprung hat und erschaffen worden ist, dann suche nach dem, der sie erschaffen hat, suche nach dem, der ihr den Anfang gegeben hat, nach dem, der ihr Schöpfer ist!“ Gehen wir singend voran! Mögen unsere Kämpfe und unsere Sorgen um diesen Planeten uns nicht die Freude und die Hoffnung nehmen“
    -

    Desweiteren kann ich mich auch nicht an folgende Seltsamkeit als von der Kirche gelehrt erinnern:
    -
    „Tatsächlich ist die Eucharistie von sich aus ein Akt der kosmischen Liebe: „Ja, kosmisch! Denn auch dann, wenn man die Eucharistie auf dem kleinen Altar einer
    Dorfkirche feiert, feiert man sie immer in einem gewissen Sinn auf dem Altar der Welt.“
    -

    „Kosmisch“ ?
    Mir kommen spontan die Abzocker der esoterischen „Ratgebersendungen“ in den Sinn; dort ist das Wort „kosmisch“ inflationärer Bestandteil.
    „Altar der Welt“ ?
    Das allerheiligste Altarsakrament als „kosmische“ Feier auf dem „Aktar der Welt“ ?

    Derartige „Definitionen“ sind in der Tat „Neuland“.

  5. Flossen Häresien in frühere Lehramtsdokumenten nur angedeutet ein, so dass es ausführlicher Untersuchung bedurfte, um sie aufzuzeigen, werden sie von Papst Franziskus nun ganz unverhohlen und geradezu triumphal vorgetragen. Und der große Theologenpapst im Hintergrund schweigt dazu – mit zustimmendem Nicken, muss man wohl annehmen (denn wenn er nicht zustimmen würde, wäre er verpflichtet, ob gelegen oder ungelegen, seine Stimme zu erheben).
    Das Ausmaß der Verführung in der katholischen Kirche ist apokalyptisch, und die Finsternis ungeheuerlich.
    Als die Jünger den Herrn kurz vor seinem Leiden fragen: Sage uns, wann wird das sein , und was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters? da antwortet er ihnen mit der „Ölbergrede“, die bei Matthäus zwei volle Kapitel umfasst. Und was sagt er als erstes? „Seht zu, daß euch niemand v e r f ü h r e ! Denn viele werden u n t e r m e i n e m N a m e n kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden v i e l e verführen.“
    Es liegt mir fern, die Päpste beschimpfen zu wollen. Gott der HERR bezeichnete den babylonischen König Nebukadnezar, der Jerusalem und den Tempel zerstörte, als seinen Knecht.
    Sogar der kommende Antichrist, der die Menschen quälen und töten wird wie keiner vor ihm, wird letztlich nur ein Knecht Gottes sein — welcher freilich nicht, wie Papst Franziskus –mit Zustimmung von Papst Benedikt– lügt, „in leuchtender Verklärung seinen Platz im Himmel einnehmen“ wird, sondern er und der falsche Prophet werden „ergriffen … und lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt“ (Offb 19,20) , „und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Offb 20,10) —WORT DES LEBENDIGEN GOTTES !

    • „Und der große Theologenpapst im Hintergrund schweigt dazu – mit zustimmendem Nicken, muss man wohl annehmen (denn wenn er nicht zustimmen würde, wäre er verpflichtet, ob gelegen oder ungelegen, seine Stimme zu erheben).“

      Warten wir es ab! Er zieht ja den Sommer über nach Castel Gandolfo; will das etwa (prophetisch) heißen, dass er sich jetzt von Rom eindeutig distanzieren wird, um endlich seine Stimme zu erheben? Wir dürfen es hoffen!

  6. Inzwischen habe ich ca. die Hälfte der Enzyklika gelesen. Ich habe mir auf einem Notizblatt die Fragen notiert, die an einzelnen Stellen in mir aufkamen. da kommt allerhand und vieles und sehr Verschiedenes zusammen.

    Mehreres ist grundsätzlich zu bemerken:

    F. legitimiert seine Thesen und Analysen ausdrücklich und nachweislich mit zahllosen Zitaten seiner unmittelbaren Vorgänger und sehr weit zurückliegender Kirchenschriftsteller.

    Das sollte alles erst mal genauer geprüft werden, bevor man losschießt.

    Vor allem fiel mir auf, dass man die Lehren des Hl. Franziskus noch mal genauer unter die Lupe nehmen müsste und eine Alternativdeutung vorlegen, wenn das möglich ist und nicht in dessen gedankenwelt schon Stolpersteinen liegen sollten.
    Kennt da jemand eine wirklich fundierte Arbeit dazu?

    Ich denke, dass F. hier die totale Umdeutung der Glaubenslehre in den scheinbar „alten“ Gewändern, die bereits die Vorgänger spätestens seit Johannes XIII. vornahmen, vollendet.

    Immer wieder versuchte ich synchron das zu denken, was die alten Schriftsteller meinten, was die Kirche definiert hat (was aber auch nicht immer einfach übereinstimmt mit den Meinungen der Väter – das ist ebenfalls wichtig festzuhalten und verkompliziert den Sachverhalt noch erheblich!) und was F. hier im Geiste Benedikts. JPII., Pauls VI. und Johannes XXIII. draus macht.

    Die Mixtur aus sinnvollem Entwurf, viel allgemien Zutreffendem, einer recht klaren Sprache UND der Verbiegung der alten Lehre der Kirche ist bemerkenswert!

    Der „große Theologenpapst“ aber ist von dieser Enzyklika mit Sicherheit nicht weit entfernt – er wird sattsam zitiert und stimmt tatsächlich in großen Teilen mit dem hier vorgetragenen, das ich bisher gelesen habe, überein.

    Da müsste schon auf dessen Seite eine echte Umkehr erfolgen, wenn er sich äußern sollte.

  7. Bisher waren sich Umweltpolitiker einig, dass Umweltprobleme nicht darin bestehen, dass die Umwelt geschädigt würde, sondern darin, dass die Umweltschädigung höher ist, als es sozial effizient ist. Die Umweltnutzung sei wegen fehlender Preise für die Umweltnutzung ineffizient hoch.
    Hier entsteht nun der Eindruck das jede (!) Umweltschädigung, also auch die sozial angemessene Umweltschädigung, ein Problem sei. Dadurch weicht diese Enzyklika nach meinem Verständnis von der Wertebasis bisheriger umweltpolitischer Zieldefinition ab.
    Es fehlt natürlich überdies die theologische (!) Rechtfertigung von Umweltschutz als Ziel per se. Da hätte mehr kommen müssen.

    • Mir scheint, dass F. die Tatsache, dass der Mensch nach dem Sündenfall die Natur immer irgendwie auch „schädigt“, völlig übersieht.

      Er gesteht zwar zu, dass die Sünde das Verhältnis zur Natur verwirrt hat, aber er nimmt das nicht als Ausgangspunkt für die Situation, sondern als Ausgangsbasis für eine in diesem Äon erreichbare Entwicklung hin zur Harmonie, was er in der Haltung des Hl. Franzsikus verwirklicht sieht.

      Deshalb sagte ich oben: Das muss unbedingt genauestens überprüft werden – was der Hl. Franz gelehrt bzw. vorgelebt hatte und inwiefern das überhaupt mit der Lehre der Kirche und ihrer eschatologischen Voraussage, die keine bruchlose Entwicklung zu einem Friedensreich hin kennt, sondern einen finalen Zusammenbruch und dann einen neuen Himmel und eine neue Erde, in Einklang steht.

      Daher kommt aber wahrscheinlich die Diskrepanz, die Sie benennen.

    • Ziemlich hämischer Stil auf dieser Site – das finde ich, weil es auch nicht wirklich satirisch gekonnt ist, eher geschmacklos und erst recht nicht traditionell-katholisch.

      Da gibts sicher Seriöseres.

      • Ein Super-Kommentar auf besagter Seite:
        „I am reminded here of a line famously attributed to the eminent physicist Wolfgang Pauli. When asked his opinion of a sloppily written and poorly constructed physics paper shown him by one of his colleagues, Pauli is said to have shook his head and muttered, „It’s not even wrong.“ In a similar connection, Francis‘ Eco-cyclical is perhaps best described as not even heresy.“

      • @ arrow

        Solche Zitate meinte ich: „… not even heresy…“
        Das sind hämische Wortspielereien, die dem Ernts der Situation nicht gerecht werden, nichts erhellen und Argumente schuldig bleiben wie im Vorstadtmilieu:
        Einer sagt etwas, der andere sagt: „Ach, der spinnt doch!“

        Das ist noch erbärmlicher als die Enzyklika es je sein könnte!

  8. der Hl Franziskus hat doch gar nichts gelehrt, hielt gar nichts von Geschriebenem, sondern wollte die Frau Armut lieben.
    Scheinbar haben wir es mit einer Neuauflage des Armutstreits zu tun, sozusagen auf den Kopf gestellte Gnosis, die Materie ist nicht mehr einfach böse, sondern absolut zu setzen.

  9. Was hier zu lesen ist, das ist weithin sehr gut. Es ist außerordentlich wichtig, daß der Schutz des ungeborenen Lebens so klar angesprochen wird wie auch dem Genderismus und allen Experimenten am menschlichen Leben eine klare Absage erteilt wird.
    Auch die Worte über die hl. Eucharistie sind von zentraler Bedeutung- vor allem für die Freimauerer, für Protestanten aller Art, den Sekten wie für die Moslems.

    Weniger gut finde ich die unkritische Übernahme von bezeifelbaren „wissenschaftlichen“ Erkenntnissen über die Erderwärmung. Daß die Natur, die Schöpfung einem ungeheuren Raubbau ausgeliefert ist mit einhergehender Verschmutzung, die im Alltag jedes Menschen beginnt, das zu sagen ist vollkommen angebracht. Was „erneuerbare“ Energien angeht, erleben wir hierzulande: da wird angesichts der riesigen Windräder kaum oder keine Rücksicht genommen auf die Menschen wie auch die Natur, denn selbst in Naturschutzgebieten werden diese heidnischen Götzen errichtet.
    Auch was die materielle Not vieler in der Welt angeht, so muß man da wohl sehr differenzieren. Das hat zuerst m.Er. nichts mit dem Klima zu tun- ob so oder so. Das Geld ist vielmehr der treibende Faktor für Kriege, Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Das anzusprechen, ist richtig.

    Das Probelm dieser Enzyklika ist vielleicht, daß man mit einem Schlag alle Schwierigkeiten und Probleme meint bewältigen zu können. Da wären kleine mahnende Schritte m. Er. besser als so ein großes Dokument, das für die meisten überfordernd sein kann. Nun ja.

  10. Ein Mann, der einen ganzen Orden ins Leben ruft, vertritt auch eine bestimmte Lehre – anders geht es gar nicht.
    Die Frage ist, was genau Franziskus von Assisi meinte mit Begriffen wie „Schwester Erde“ und dergl., denn es ist durchaus NICHT Bestandteild er Kirchenlehre, dass die Kreatur Geschwister im präzisen Sinn sein kann – Bruder oder Schwester in der Kreuzesnachfolge.
    Geistliche Geschwister können an sich ja nur Personen sein, die zur ewigen Anschauung Gottes berufen sind.
    das ist also durchaus klärungsbedürftig und v.a. extrem missverständlich, denn es scheint eine naturschützerische oder pantheistische Lesart des Glaubens zu unterstützen.
    Auch wird aus dem, was der Hl. Bonaventura und diverse Legenden überliefern sehr wohl ein ganz bestimmtes Lehrkonzept sichtbar. All diese Dinge, wie Franziskus den Vögeln predigt etc etc.
    Auch die zentrale Ausrichtung auf Armut und andererseits eine rege Predigttätigkeit (wie geht das ohne Lehre?!), die aber auch Tieren und Pflanzen lehrt, bedarf der Klärung.

    Es geht hier überhaupt nicht um einen Armutsstreit, sondern um ein Konzept des Weltverständnisses, der Schöpfung, des Sündenfalls und der Erlösung in Christus.

    F. bekennt sich zur Evolutionstheorie in der Enzyklika (§18). Er will jeden Menschen verantwortlich machen und auch festnageln lassen für ein Projekt, das er umreißt. Er bezieht alle Religionen ein, sichert das aber mit unzähligen Zitaten der Väter und v.a. des Vaticanum II und der Päpste seither ab.
    Noch mehr als schon benedikt in „Caritas in veritate“ verlangt er nach einer Weltregierung, entwickelt einen eigenartigen „Weisheits“-Begriff und behauptet, die Welt selbst sei ein „Sakrament“ (dem Konzil gemäß hatten wir ja schon das Gequatsche von der Kirche als „Ursakrament“, aber jetzt geht F. darüber hinuas und nent die ganze Welt ein, ja: DAS Sakrament, also den ort, an dem Christus seine Gegenwart ganz und gar zugesagt habe.

    Und nun steht man vor der Frage: Was meint er mit der „Welt“ – was meinte Franziskus v.A. damit eigentlich so ganz genau?

    Er zitiert dabei Bartholomäus:
    „Wir Christen sind außerdem berufen, »die Welt als ein Sakrament der Gemeinschaft anzunehmen, als ein Mittel, mit Gott und unserem Nächsten auf globaler Ebene zu teilen. Es ist unsere bescheidene Überzeugung, dass das Göttliche und das Menschliche einander begegnen in den kleinsten Details des nahtlosen Gewandes der Schöpfung Gottes, sogar im winzigsten Staubkorn unseres Planeten.«“ (§9)

    Hier wird also schon im Anfang, aber keineswegs einsam oder von F. erfunden, das „nahtlose Gewand Christi“ umgedeutet – F. befindet sich in bester ökumenischer Gesellschaft.

    Wir dürfen uns die Mühe der seriösen kritischen Analyse nicht sparen!
    Sonst weiß die Welt wieder um ein Neues mehr als wir!

    • ODMG ich glaube ich muss mir erst eine Großkampfpackung Baldrian besorgen, bevor ich die Enzyklika lese.
      Schon der zitierte Abschnitt ist dummes Zeug. Mit Gott teilen?!? Was denn, wie denn?

    • Dieser Satz aus der Enzyklika ist in der Tat schwierig zu verstehen: „Wenn auch die Veränderung ein Teil der Dynamik der komplexen Systeme ist, steht doch die Geschwindigkeit, die das menschliche Handeln ihr heute aufzwingt, im Gegensatz zu der natürlichen Langsamkeit der biologischen Evolution.“.

      • Der Satz ist doch klar: Die sich überschlagende „rapidité“ der Moderne und Postmoderne steht im Gegensatz zur Langsamkeit der Evolution. Nach der Evolutionstheorie hat sich alles in jahrmillionen entwickelt, heute ist die Halbwertszeit neuer Entwicklungen immer kürzer.

        Damit erkennt er aber die Evolutionstheorie an.

  11. Die Vereinnahmung des Poverello für eine falsche Lehre scheint schon länger zu schwelen. Man denke nur an Umberto Ecos Buch „Name der Rose“, in dem die Dominikaner (eigentlich dogmatisch geschult, nüchtern) zu bösen Hardlinern herabgesetzt und die Franziskaner zu Aposteln der Vernunft und Menschlichkeit heraufgesetzt werden.

  12. Was ich vom christlichen Glauben kenne, genügt mir, um zu erkennen, dass die Enzyklika Laudato si‘ von Papst Franziskus häretisch ist.
    Zitate von Heiligen, Kirchenlehrern und Päpsten nach dem 2. Vatikanischen Konzil können die antichristliche Absicht dieses Dokuments nicht kaschieren.
    (Nebenbei gesagt, kein einziges Lehramtdokument aus der Zeit vor dem 2. Vatikanischen Konzil wird zitiert.)
    Jeder Katholik ist gemäß der Konzilskonstitution Lumen Gentium und nach dem Kirchenrecht verpflichtet, diesem Dokument des ordentlichen päpstlichen Lehramts mit religiösem Gehorsam zuzustimmen.
    Diese Zustimmung kann ich Papst Franziskus und seiner Lehre nicht geben.
    Ich widerspreche diesem Dokument und widerstehe diesem Papst !
    Und ich betrachte mich nicht länger als Mitglied einer Kirche, die einen widergöttlichen, antichristlichen Gehorsam verlangt.
    Die Bergoglio-Kirche ist nicht die katholische Kirche, nicht die Kirche Jesu Christi.

  13. Robert Laurie, ein katholischer Journalist in Kanada, ist als Folge von „Laudato si‘“ aus der katholischen Kirche als Organisation ausgetreten:
    canadafreepress.com/article/73097

  14. Apropos „Evolutionslehre“ (s. Kommentar weiter oben):
    Die katholische Kirche zwingt den Gläubigen in der Novus-Ordo-Messe den Evolutionsglauben auf, wenn sie in der Heiligen Christnacht –in der Ankündigung des Weihnachtsfestes nach dem Römischen Martyrologium– neuerdings verkünden lässt: „Milliarden Jahre waren vergangen, seit Gott im Anfang Himmel und Erde geschaffen, Millionen Jahre, seit er den Menschen gebildet“ (Text des LIturgischen Institutes Trier). In einer anderen Textversion heißt es: „Unendlich viele Zeiten waren verflossen, seit Gott im Anfang Himmel und Erde erschuf und den Menschen nach seinem Abbild formte.“
    Der traditionelle Wortlaut ist: „Im Jahr 5199 seit Erschaffung der Welt, da Gott im Anfang Himmel und Erde schuf, im Jahr 2957 seit der Sintflut, im Jahr 2015 seit Abrahams Geburt, im Jahr 1510 seit Moses und dem Auszug des Volkes Israels aus Ägypten, im Jahr 1032 seit der Salbung Davids zum König, in der 65. Jahreswoche nach der Weissagung Daniels, in der 194. Olympiade, im Jahr 752 seit der Gründung Roms, im 42. Jahr der Regierung des Oktavianus Augustus, da auf der
    ganzen Erde Friede war, im 6. Weltzeitalter wollte Jesus Christus, ewiger Gott und Sohn des ewigen Vaters, die Welt durch seine gnadenvolle Ankunft heiligen…“
    Traditionelle christliche Zeitrechnungen unterscheiden sich leicht von der jüdischen und untereinander. Fürst Hillel II. (4. Jh.) berechnete aus den biblischen Angaben das Jahr 3761 v. Chr. als Jahr der Weltschöpfung (wie schon Jose ben Halafta im 2. Jh.). Aufgrunddessen ist heute, am 23. Juni 2015, nach jüdischem Kalender der 6. Tammuz 5775.
    Christliche Berechnungen kamen zu etwas abweichenden Ergebnissen (Beda, Kepler, Scaliger, Newton, Ussher…). So etwa setzte Bishop James Ussher (17. Jh.) die Schöpfung im Jahr 4004 v. Chr. an.
    Adam lebte von 1 bis 930, darin sind sich Juden und Christen, die der Bibel als irrtumslosem Wort Gottes glauben, einig.
    In der zweitvatikanischen Kirche glaubt kaum einer mehr, dass Adam als konkreter Mensch überhaupt gelebt hat – und das, obwohl es sententia certa ist, dass das ganze Menschengeschlecht von einem enzigen Menschenpaar abstammt. Ohne das wird der ganzen Lehre von der Erbsünde und der Erlösung der Boden entzogen. (Kein Wunder, dass darüber heute in der katholischen Kirche nicht mehr gelehrt wird. Die Erbsünde ist unmodern und gehört zu den Predigttabus.)
    Statt der Bibel zu glauben, rennt man dem jeweils letzten wissenschaftlichen Schrei, wie der Evolutionstheorie oder der angeblich menschenverursachen Klimaerwärmung, hinterher.
    Und jeder Katholik ist dogmatisch, moraltheologisch und kirchenrechtlich verpflichtet, den täglichen Twitternachrichten von Papst Franziskus, in denen er die Menschheit auf die Neue Weltordnung trimmt, als Äußerungen des ordentlichen Lehramts „mit religiöser Zustimmung“ Glauben zu erweisen.

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