Marcel Lefebvre – Angeklagter oder Richter? Eine Buchrezension

Erzbischof Marcel Lefebvre
Erzbischof Marcel Lefebvre

von Wolfram Schrems*

Das knappe Vierteljahrhundert, das nach dem Tod von Erzbischof Marcel Lefebvre mittlerweile vergangen ist, ermöglicht einen historisch-distanzierten Blick auf sein Schaffen und dessen bleibende Wirkungen. Gleichzeitig erfordern die fünfzig Jahre nach Abschluß des Konzils eine rückhalt- und ausfluchtlose Auswertung von dessen Folgen.

Als jemand, der einschlägige innerkirchliche Erfahrung besitzt, gleichzeitig aber zu keiner Meßgemeinde der Piusbruderschaft gehört, daher also nicht pro domo schreibt, sehe ich mich daher in der richtigen Position, eine einschlägige Publikation kritisch zu würdigen.

Das Buch

Es handelt sich bei dem Buch um eine Sammlung von Vorlesungen, die Erzbischof Lefebvre in den Jahren 1979 – 1982 in Ecône für seine Seminaristen hielt. Stoff der Vorlesungen sind päpstliche Enzykliken und andere Lehräußerungen gegen die Freimaurerei, den Liberalismus und den Kommunismus.

Der Titel erklärt sich aus einer heftigen Auseinandersetzung mit Mitgliedern der Glaubenskongregation (unter ihrem Präfekten Franjo Kardinal Šeper), in der Lefebvre den ihn verhörenden und beschuldigenden Prälaten sinngemäß sagte:

„Wenn ich bedenke, dass wir uns hier im Gebäude des Heiligen Offiziums befinden, welches der überragende Zeuge der katholischen Überlieferung und der Verteidigung des katholischen Glaubens ist, dann kann ich nicht anders als denken, dass ich hier zu Hause bin und dass ich, den Sie als ‚Traditionalisten‘ bezeichnen, Sie richten müsste“ (18).

In den von Tonbandmitschnitten transkribierten Vorlesungen kontrastiert der Erzbischof die nachkonziliare Lehrentwicklung mit den vorkonziliaren Lehrschreiben. Er greift auf umfangreiche Erfahrungswerte aus seiner Missionstätigkeit in Afrika (Gabun und Senegal) zurück, die belegen, daß innerkirchliche Weichenstellungen enorme Auswirkungen auf die außerkirchliche Welt, auf Kultur, Politik und Ökonomie zeitigen.

Der Hausverstand

Lefebvre: Angeklagter oder Richter?
Lefebvre: Angeklagter oder Richter?

Was bei der Lektüre sowohl der lehramtlichen Texte der Päpste des 19. Jahrhunderts als auch der Erläuterungen durch Erzbischof Lefebvre auffällt, sind die klare Aussageabsicht und die dem gesunden Menschenverstand entsprechende Gedankenführung. Für heutige Lesegewohnheiten ist beides gewöhnungsbedürftig, weil in Kirche und Welt praktisch überall nur mehr dieser merkwürdig verdrallte und schwer zu interpretierende Insider-Jargon vorherrscht. Dabei ist es nicht so, daß die päpstlichen Texte des 19. Jahrhunderts trivial wären. Auch sie erfordern Übung in der Lektüre. Allerdings stellt sich nach kurzer Zeit heraus, daß es hier um Realität geht, um Wahrheit und Vernunft. Genauer gesagt: Hat man einmal den Glauben angenommen und das Offenbarungsgut akzeptiert, dann sieht man, wie sehr die Vernunft in der Kirche Heimatrecht hat. In den falschen Religionen gibt es keine Vernunft. Das ist ein Erfahrungswert. Die katholische Religion ist nun einmal die Offenbarung des menschgewordenen Logos, des göttlichen Wortes, Sinnes und Planes.

Die ganze Lektüre löst beim Leser immer wieder Bekundungen der Zustimmung aus: „Ja, das ist eigentlich logisch.“ „Das ist eine Erfahrung.“ „Das hat er damals richtig erkannt.“

Lefebvre thematisiert es auch ausdrücklich:

„Wie sehr verstanden es die früheren Päpste doch, sich klar und einfach auszudrücken! Sie sagten: Wir sind die Hirten und wir müssen die Herde beschützen. Wogegen? Gegen die Irrtümer, gegen die Laster! (…) So etwas kennen wir jetzt seit Papst Johannes XXIII. nicht mehr“ (57).

Die Themen

Msgr. Lefebvre Apostolischer Delegat für Französisch-Afrika
Msgr. Lefebvre Apostolischer Delegat für Französisch-Afrika

Gemäß der Berufung des Erzbischofs, die Subversion der Kirche zu bekämpfen, bestehen die Themen des Buches in Analysen des Liberalismus und der Freimaurerei. Der religiöse Indifferentismus wird scharf kritisiert. Der menschliche Verstand will und soll ja gerade erkennen, wo Wahrheit und Heil liegen:

„[Pius IX.] greift sodann einen weiteren Anlass auf, um die freimaurerischen Sekten zu verurteilen, nämlich ‚das grauenerregende System von Gleichgültigkeit gegenüber der Religion‘, welches ‚der natürlichen Erkenntnis des Verstandes im höchsten Maß zuwider ist‘.“ (85)

Es geht um Angriffe auf Priestertum und Zölibat, um Naturrecht und Naturalismus, Laizität des Staates, Soziallehre und Mission. Schließlich wird – sehr aktuell – am Beispiel des Sillon von Marc Sangnier die innerkirchliche Revolution (gemäß Notre Charge Apostolique von Pius X.) genau analysiert. Sehr wichtig sind Informationen zur Entchristlichung der Staaten durch die Politik Pauls VI. und die de facto stattgehabte kirchliche Begünstigung des Sowjetkommunismus am Konzil (strenggenommen schon vorher). Anekdoten und Eigenerfahrungen des Erzbischofs geben dem Ganzen eine lebendige Note.

„Das“ Konzil

Oft wird man als Konzilskritiker mit der Frage konfrontiert, ob man denn glaube, der Hl. Geist sei am Konzil nicht anwesend gewesen. (Ich erinnere mich beispielsweise an zwei Gelegenheiten, da ich ausdrücklich solcherart gefragt wurde.) Lefebvre sagt nun, daß das Konzil als ausdrücklich „pastorales“ und nicht „dogmatisches“ im Prinzip nicht mehr lehramtliche Verbindlichkeit als eine Predigt haben kann. Das klingt etwas respektlos angesichts von „dogmatischer Konstitution“ soundso und dergleichen mehr. Aber natürlich hat die subversive Kraft genau damit gespielt, „pastoral“ und „nicht verurteilend“ sein zu wollen, und gleichzeitig autoritärer zu sein als je zuvor.

Bei einem „pastoralen“ Konzil ist „[d]er Heilige Geist (…) nicht verpflichtet einzugreifen, um zu verhindern, dass Fehler begangen würden. Wenn dagegen das Konzil dogmatisch gewesen wäre, dann wäre der Heilige Geist verpflichtet gewesen, einzugreifen“ (390).

Würdigung

Msgr. Lefebvre als Konzilsvater
Msgr. Lefebvre als Konzilsvater

Nachdem die Kommentare von Erzbischof Lefebvre zu den Zitaten aus den Enzykliken der mündlichen Rede entstammen, teilweise eher im Plauderton gehalten sind und etliche Wiederholungen aufweisen, sind sie für Einsteiger in das Thema sehr gut geeignet.

Es ist ein großes Verdienst, daß Erzbischof Lefebvre die Lehrschreiben der Päpste des 19. Jahrhunderts und von Pius X. seinen Studenten detailliert präsentierte. Daher gebührt auch dem Sarto-Verlag das Verdienst, die Produkte dieser Anstrengungen einem größeren Publikum vorzulegen.

Ein Kritikpunkt

Leider muß ein substantieller Kritikpunkt genannt werden: Ein Buch, das 2014 erscheint und ein Vorwort von 1994 aufweist, hat doch eine gewisse Schwäche. Der Makel des Unaktuellen besteht damit zu einem gewissen Grad.

Man wird also dem Verlag empfehlen können, einer Neuauflage eine gründliche Darstellung der Ereignisse seit 1994 anzufügen, einschließlich einer ausführlicheren Beantwortung der im Titel aufgeworfenen Frage „Angeklagter oder Richter?“. Dafür könnte man den Hauptteil, in dem sich doch manches wiederholt, auf etwa zwei Drittel des Umfanges straffen.

Resümee

In unserer Zeit leben wir in einer präzedenzlosen Zeit kirchlicher Krise. Das Petrusamt selbst ist Anlaß großer Sorge geworden. Es ist keine Frage, daß der „Rauch Satans“ in das Heiligtum eingedrungen ist.

Mit den Erfahrungswerten von heute, 2015, werden wir die Initiativen von Mgr. Lefebvre, besonders die unerlaubten Bischofsweihen des Jahres 1988, differenziert beurteilen müssen. Die Piusbruderschaft hat sich objektiv gesehen als Stachel im Fleisch einer in die Verweltlichung geratenen kirchlichen Hierarchie erwiesen und damit vielen Gläubigen große Dienste erwiesen.

Sie hat aller historischen Analyse nach die völlige Verdrängung der überlieferten Liturgie und vor allem des überlieferten Glaubens verhindert.

In jenem spannungsreichen Frühsommer des Jahres 1988 konnte man das allerdings noch nicht wissen. Somit konnte man damals guten Gewissens zu gegenteiligen Schlußfolgerungen in Fragen der Vorgangsweise kommen. Insofern sind gegenseitige Bezichtigungen von hüben nach drüben und retour entbehrlich.

Möge diese Publikation helfen, daß alle, die guten Willens sind, die Ereignisse seit dem Ende des II. Vaticanums und vor allem seit 1988 in einem größeren Kontext sehen und entsprechende Schlußfolgerungen ziehen mögen. Das Ziel kann nur die völlige Einheit in der ganzen Wahrheit sein.

Marcel Lefebvre, Angeklagter oder Richter? – Eine Darlegung und Verteidigung der päpstlichen Lehrentscheidungen gegen die modernen Irrtümer, Sarto, Bobingen 2014. www.sarto.de

*MMag. Wolfram Schrems, katholischer Theologe und Philosoph, Katechist

Bild: Corsia dei Servi/FSSPX Asien

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Ivanhoe
Msgr. Lefebvre war ein wahrer Prophet in seiner Zeit. Er wurde missverstanden, abgelehnt, verfolgt, verleumdet und verstossen. Die Worte Jesu: ‚Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt‘ (Luk 4,24), hat sich in seinem Leben erfüllt, besonders während und nach dem 2. Vatikanischen Konzil. Er liebte die Kirche und musste seinen Weg aus Gehorsam zu Gott gehen, und hat der Göttlichen Vorsehung vertraut. Er war ein Werkzeug und die Piusbruderschaft ist Gottes Werk, denn Dank ihnen, ist der Kirche die traditionelle Messe erhalten geblieben. Gott wird in der ‚Messe aller Zeiten‘ die Ihm gebührende Ehre gegeben und jeder hat seinen Platz… weiter lesen »
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Jeder, der kirchenhistorisch bewandert ist, weiß um die großen Diskrepanzen zwischen der Kirche früher und heute. In der Alten Kirche vor der Konstantinischen Wende sind Christen wegen ihrer Weigerung, Idolatrie zu betreiben, bis in den Tod gegangen. Die Akzeptanz von Häresien im Zuge einer falsch verstandenen Ökumene und die Förderung von Idolatrie bei interreligiösen Treffen unter der Schirmherrschaft des Papstes sind vor diesem Hintergrund schlicht unglaublich. Sind die frühchristlichen Märtyrer gegen die Idolatrie etwa nur eine unterhaltsame Anekdote der Weltgeschichte? Was heute auch ein springender Punkt ist, ist die Frage gültiger Bischofsweihen und damit Sicherstellung der apostolischen Sukzession. Die Bischofsweihen… weiter lesen »
zeitschnur
Solange es das rechtgläubige Rom gab, war auch das Sakrament, das ein Schismatiker, der ja immer auch Häretiker ist (die Orthodoxie ist häretisch in mindestens drei wesentlichen Punkten: Filioque (Kryptoarianismus), Ablehnung der päpstlichen Infallibilität, die Auflösung des Ehesakramentes), spendete, geadelt und konnte sich herleiten aus einer halbwegs gesunden Hierarchie. Heute? Das ist das generelle Problem: die Weihen im überlieferten Ritus sind gültig, wahrscheinlich als einzige im weströmischen Bereich, aber es fehlt die Autorität. Lefebvres Fehler war gewiss nicht, diese Sakramente zu spenden, sondern sich selbst zu der fehlenden Autorität aufzuschwingen. Damit ist er selbst häretisch geworden. Aus einer faulen Wurzel… weiter lesen »
Leo Laemmlein
//häretisch (…) in : Filioque (Kryptoarianismus)// Was für ein Schmarren. War Jesus Christus auch Häretiker, als er in seinen letzten Reden sagte: der Geist, der vom Vater ausgeht? Dieses liegt nämlich dem Wortlaut des Credo an dieser Stelle zugrunde. Waren die großen ökumenischen Konzilien des ersten Millenniums häretisch, die das Glaubensbekenntnis ohne filioque immer wieder bestätigten? Damit will ich nichts gegen das filioque gesagt haben. Aber es ist doch Wahnsinn, den Orthodoxen vorzuwerfen, dass sie den Wortlaut des Evangeliums und der ökumenischen Konzilien bewahren, von dem auch Rom bestätigt, dass er nicht häretisch ist und nicht häretisch sein kann. Schließlich… weiter lesen »
zeitschnur
Da Sie seit einiger Zeit Ihre Informationen v.a. aus protestantischer Literatur beziehen, haben Sie kein gesundes Verhältnis mehr zur katholischen Lehre und v.a. fehlt es an Wissen. Die Sachlage ist erheblich komplizierter und hat mit Mückenseihen nichts zu tun – oder wollen Sie Jesus gegen das römische Lehramt ausspielen? Informieren Sie sich bitte über die Problematik auf der dogmatischen Ebene, auch derer des Schriftbefundes, der erhbelich anders ist als Sie es darstellen bei Ludwig Ott, Kapitel in seiner Dogmatik, „Die Lehre von Gott dem Dreipersönlichen“, § 12 1. belegt die Schrift beide Hervorgehensweisen (z.B. Gal. 4, 6 auch für den… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Ich habe n i c h t dem römisch-katholischen Dogma widersprochen und tue es auch nicht. Ich widerspreche aber Ihrer Auffassung, das ostkirchliche Festhalten am ursprünglichen Wortlaut des Glaubensbekenntnis sei semiarianische Häresie. Das ist und bleibt ein Schmarren. Der Wortlaut wurde vom Ökumenischen Konzil in Konstantinopel als endgültig und unveränderlich festgelegt. Trotzdem hat der Westen einseitig geändert. Die Päpste wussten sehr genau, dass ein solches einseitiges Vorgehen nicht legitim war. Deshalb haben sie sich jahrhundertelang gegen eine Veränderung des Credos verwahrt. Die Franken waren es, die das Credo ändern wollten. Deshalb ließ der Papst zur Zeit Kaiser Karls des Großen… weiter lesen »
zeitschnur
Um es kurz zu machen: Das Dogma, das ich oben zitiert habe, ist Ihrer Ansicht nach also Frucht sinnloser Debatten und päpstlicher Irrtümer? Denn es ist nun mal Dogma geworden! Da ist irrelevant, was vorher war. Der hl. Thomas glaubte auch nicht an die unbefleckte Empfängnis – und das ist irrelevant, weil es später eben anders definiert wurde. Etc. Solange eine Sache noch nicht dogmatisch definiert wurde, ist sie noch in einem gewissen Umfang offen. Ist sie aber vom unfehlbaren Lehramt einmal definiert, kann man hinter diese Definition nicht mehr zurück. Sorry – aber es nützt alles nichts. Und was… weiter lesen »
zeitschnur
Ich muss doch noch einmal auf einige häretische Tendenzen in Ihrem Posting hinweisen. Sie schreiben: „Die Päpste wussten sehr genau, dass ein solches einseitiges Vorgehen nicht legitim war.“ Nun ist aber der Papst niemandem Rechenschaft schuldig, wenn er Lehrentscheidungen entweder selbst trifft oder in einer Diskussion sich der bisherigen theologischen Meinung einer bestimmten Richtung zuneigt und letztere dogmatisiert. Solches Vorgehen ist also sehr wohl legitim! Weiterhin krankt Ihre Position daran, dass sie denjenigen folgen, die behaupten, es habe eine Definition gegeben, die nicht mehr hätte verändert werden dürfen. Die Auseinandersetzungen um das Filioque zeigen jedoch, dass das Filioque, ohne direkt… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Zitat: Die Formulierung „und dem Sohn“, das berühmte Filiogue, war im ursprünglichen Glaubensbekenntnis von Konstantinopel noch nicht enthalten. Sie kam als Lehrformel in Spanien im 5.-7. Jahrhundert auf, wurde aber erst im 11. Jahrhundert ins Glaubensbekenntnis der römischen Kirche aufgenommen. Bis heute stellt diese Zusatzformulierung einen Unterschied zu den orthodoxen Kirchen dar. Die Orthodoxen gebrauchen die Formel „aus dem Vater durch den Sohn“. Damit wollen sie deutlicher zum Ausdruck bringen, daß in Gott der Vater allein Ursprung und Quelle ist. Die römische Kirche und die anderen westlichen Kirchen wollen deutlicher betonen, daß der Sohn mit dem Vater wesenseins und ihm… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Gemeinsames ausführliches orthodoxes/ römisch-katholisches Dokument, von der Website der Katholischen Bischofskonferenz der USA: „The Filioque: A Church Dividing Issue?: An Agreed Statement“ http://www.usccb.org/beliefs-and-teachings/ecumenical-and-interreligious/ecumenical/orthodox/filioque-church-dividing-issue-english.cfm Daraus die Empfehlungen am Schluss des Dokuments: - We are aware that the problem of the theology of the Filioque, and its use in the Creed, is not simply an issue between the Catholic and Orthodox communions. Many Protestant Churches, too, drawing on the theological legacy of the Medieval West, consider the term to represent an integral part of the orthodox Christian confession. Although dialogue among a number of these Churches and the Orthodox communion has already… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Schluss ———– that the Catholic Church, following a growing theological consensus, and in particular the statements made by Pope Paul VI, declare that the condemnation made at the Second Council of Lyons (1274) of those “who presume to deny that the Holy Spirit proceeds eternally from the Father and the Son” is no longer applicable. We offer these recommendations to our Churches in the conviction, based on our own intense study and discussion, that our traditions’ different ways of understanding the procession of the Holy Spirit need no longer divide us. We believe, rather, that our profession of the ancient… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Glaubenskongregation, Erklärung „Dominus Jesus“: 1. Bevor der Herr Jesus in den Himmel aufgefahren ist, hat er seinen Jüngern den Auftrag gegeben, der ganzen Welt das Evangelium zu verkünden und alle Völker zu taufen: »Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden« (Mk 16,15-16). »Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und… weiter lesen »
Leo Laemmlein

L‘Osservatore Romano (20 Sept 1995), The Greek and Latin Traditions Regarding the Procession of the Holy Spirit :
http://home.comcast.net/~t.r.valentine/orthodoxy/filioque/vatican_clar_images.html

carlo

L.L.

„…that the Catholic Church, following a growing theological consensus, and in particular the statements made by Pope Paul VI, declare that the condemnation made at the Second Council of Lyons (1274) of those ‚who presume to deny that the Holy Spirit proceeds eternally from the Father and the Son‘ is no longer applicable.“

So so. Ein Papst vermag eine durch ein dogmatisches Konzil ausgesprochene Verurteilung als „nicht mehr anwendbar“ zu erklären.

Leo Laemmlein

carlo
Ähnlich werden die Verurteilungen des Tridentinums gegen die Reformatioren bezüglich der Rechtfertigung und die Verurteilungen des Chalcedonense gegen die Monophysiten nicht mehr angewendet.

Shuca
„In bei einem „pastoralen“ Konzil ist „[d]er Heilige Geist (…) nicht verpflichtet einzugreifen, um zu verhindern, dass Fehler begangen würden. Wenn dagegen das Konzil dogmatisch gewesen wäre, dann wäre der Heilige Geist verpflichtet gewesen, einzugreifen“ (390).“ Die Mutter Gottes ist die Braut des Heiligen Geistes. Ich kann mir nicht vorstellen das der Heilige Geist solchen Knallköpfen wie Karl Rahner oder Bugnini zuarbeiten würde. „In unserer Zeit leben wir in einer präzedenzlosen Zeit kirchlicher Krise. Das Petrusamt selbst ist Anlaß großer Sorge geworden. Es ist keine Frage, daß der „Rauch Satans“ in das Heiligtum eingedrungen ist.“ Montini sprach vom Rauch Satans… weiter lesen »
Leo Laemmlein
//Ich kann mir nicht vorstellen das der Heilige Geist solchen Knallköpfen wie Karl Rahner oder Bugnini zuarbeiten würde.// Nach Pfingsten kam der Heilige Geist, um in allen Gläubigen zu wohnen. Das war ja vorher nicht der Fall. Pfingsten ist eine Grenz- und Trennlinie. Ohne die Innewohnung des Heiligen Geistes sind sie keine Kinder Gottes. Ich finde, man muss da sehr vorsichtig im Ausdruck, ja noch vor dem Ausdruck im Urteilen sein. Hatten Rahner und Bugnini wahren christlichen Glauben? Nur Ungläubige haben nicht den Heiligen Geist. Waren sie aber vielleicht nicht erfüllt mit dem Heiligen Geist, weil sie ihm widerstanden, weil… weiter lesen »
Shuca

@Leo Laemmlein
Das ist alles richtig was sie schreiben. Aber das Wort „zuarbeiten“ klärt das alles sehr gut. Man könnte auch sagen der Heilige Geist hat sich an ihren Schraubereien während des Konzils nicht beteiligt. Ein ganz lapidares Beispiel. Niemals würde der Heilige Geist einem Kardinal Ottaviani das Mikrofon abdrehen. Das machen doch nur Primitivlinge.
Per Mariam ad Christum.

zeitschnur
Die ganze Lefebvre-Causa krankt daran, dass nicht jeder, der unter der Selbstzuschreibung, den Abfall bekämpfen zu sollen, damit auch schon selbst bewahrt ist vor seinem höchst eigenen, sehr subtilen, nur dem Wachsamen erkennbaren Glaubensabfall. Die Frage, wer ihn eigentlich berufen hat, so aufzutreten, ist nach wie vor im Dunklen… Viele Fragen wären da zu stellen, die die apologetische Literatur natürlich nicht stellt! Es kann hier nicht der Ort sein, das alles aufzurollen. Aber Lefebvre fehlt jede Legitimation, er wirkte auf eigene Rechnung und hat auch gezielt den gesamten Traditionsmarkt erobert. Wie viele Messzentren wurden so lange bearbeitet oder untergraben, bis… weiter lesen »
Chlodwig
@ Leo Laemmlein Der Ende 2010 verstorbene Robert Prantner, der Experte für anti-katholische Kulte gewesen ist, soll behauptet haben, Annibale Bugnini sei Mitte der 1970er Jahre als Freimaurer enttarnt worden. Das diesbezügliche Dementi im Osservatore Romano sei nur ein untauglicher Versuch der Schadensbegrenzung gewesen. Da Bugnini im Juli 1982 starb, galt bis zu seinem Tod der CIC von 1917, der für eine Logenmitgliedschaft die Exkommunikation vorsieht. Bekanntlich hat der im vergangenen Jahr verstorbene Karl Rahner-Adlatus Herbert Vorgrimler offen Vorträge für Freimaurerlogen gehalten, auf denen die kirchlichen Bestimmungen gegen die Freimaurerei als überholt dargestellt worden sind. Vorgrimler hätte so etwas nicht… weiter lesen »
zeitschnur
Lefebvre ist ja selbst der Zögling eines Hochgradfreimaurers gewesen! Er hat ihn zum Priester und zum Bischof geweiht. Lefebvre hat sich nicht von ihm distanziert und das Thema unter den Teppich gekehrt. Die Päpste haben die Freimaurerei v.a. wegen zweier Dinge verurteilt: 1. wegen ihrer Geheimbund-Organisation und der damit verbundenen, misstrauenerweckenden Geheimnistuerei 2. wegen ihres synkretistischen Agnostizismus, der die Profanisierung der Gottheit Jesu Christi und die Verfremdung der Sakramente beinhalte http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_p%C3%A4pstlicher_Rechtsakte_und_Verlautbarungen_gegen_die_Freimaurerei_und_Geheimb%C3%BCnde Und dies, nachdem ungezählte Prälaten im 18. Jh Logenmitglieder waren. Es waren eher die Priester, die sich distanzierten. Das war schick, gehörte sich so in aristokratischen UND bürgerlichen Kreisen.… weiter lesen »
Shuca
@Zeitschnur „Wäre ich ein Drahtzieher, würde ich warnen vor Drahtziehern – aber nicht vor denen, die relevant sind.“ Sehr gut. Das ist das Spiel. Wie war das noch mit dem Rauch Satans? Jedenfalls sollten wir beten das der Herr uns die Fähigkeit zur Unterscheidung der Geister ständig stärken möge. Ich sage mir seit Jahrzehnten immer „Was du heute siehst und hörst ist erschreckend aber die Wirklichkeit ist ungeheuerlich“. Bis jetzt hat mir die Entwicklung immer recht gegeben. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Und jetzt geht es um alles. Wenn sie Wahrheit und Lüge und Gut und Böse vertauschen… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Chlodwig Das ist wohl so, wie Sie schreiben. Aber ich gebe zu, je mehr Zeit vergeht und je mehr ich weiß, desto weniger weiß ich im Grunde und geht es mir ohne Überheblichkeit wie dem Philosophen Sokrates von Alopeke, von dem das Wort überliefert ist: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Damit will ich nicht echtes Wissen abwerten, aber heute morgen beim Hören des Evangeliums habe ich wieder begriffen, dass es am wichtigsten ist, im Stande zu sein, die Stimme des wahren Hirten zu hören. Jesus Christus sagt da: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie… weiter lesen »
Ivanhoe

Richtig. Anstatt zu streiten mögen wir der Besserwisserei absagen und Gott von ganzem Herzen suchen. In dieser verwirrten Zeit gebe ich zu: „Ich weiss nur, dass ich nichts weiss“, trotz Studium, Promotion, usw. Die Weisheit der Welt ist Dummheit für Gott, so geht man am sichersten den kleinen Weg der Heiligen Theresa vom Kinde Jesu. Bleiben wir schlicht und treu dem wahren katholischen Glauben. Es ist lebenswichtig, damit wir mithilfe der Gnade in der Freude verbleiben können. Gott hat die Geschicke der Kirche in der Hand und Er weiss wohin Er sie führt und Seine Gerechtigkeit wird offenbar werden.

Leo Laemmlein

Adieu.

PETRUS
Sehr geehrte Frau Zeitschnur. Sie leisten hier durchaus gute Beiträge. Wie viele Traditionalisten haben Sie aber eine Aversion gegen die Orthodoxie. Da wird leger von Schismatikern und Häretikern gesprochen. Die Röm. Kirche hat zu keiner Zeit die Griechen ( Synonym für die byzantinische / oströmische Orthodoxie ) als Häretiker bezeichnet. Obwohl sie tatsächlich einige Glaubenswahrheiten nicht anerkennen. Nur sollten Sedisvakantisten und überhaupt Katholiken heutzutage bescheiden sein. Große Teile der Römischen Kirche leugnen elementare Essentials des katholischen Glaubens, diese Katastrophe ist hausgemacht und sollte Dritten nicht angelastet werden. Dagegen stehen Ihre „häretischen, schismatischen“ Orthodoxen glaubensmäßig ziemlich gut da.- Na, und dann… weiter lesen »
PETRUS

Zeitschnur2@ Die Piusbruderschaft bietet eine geordnete Seelsorge in ihren Gemeinden und schützt ihre Gläubigen vor chaotischen Zuständen, wie sie z.B. in sedisvakantistischen Kreisen die Regel sind. In der Medizin gilt, bei körperlichen Zusammenbrüchen erst die Vitalfunktionen sichern und stabilisieren, dann kann man weitersehen.

carlo
Petrus: Mit Fr. Zeitschnur über die Priesterbruderschaft zu disputieren, ist müßig (Ihre Feststellung, dass „auch dort nur mit Wasser gekocht“ wird, finde ich gut!). Unter anderem habe ich ihr bezüglich der Anmaßung, der Erzbischof hätte eine (angebliche) Marienerscheinung auf sich bezogen, bewiesen, dass sie einem offenkundigen Übersetzungsfehler – allerdings in SSPX-Schriften – aufgesessen ist. Auch seine angebliche Beanspruchung einer „Anführerschaft“ ist haltlos, wenn man berücksichtigt, wie viele Gemeinschaften in gutem, aber unabhängigem Einvernehmen mit Mgr. Lefebvre gestanden haben, bspw. die (damalige) Vereinigung von Mgr. de Castro Mayer in seinem ehemaligen Bistum, oder jene des Père Marziac, nicht zu reden von… weiter lesen »
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