Der Jesuit auf dem Papstthron – 1. Exkurs: Zum 60. Todestag von Pierre Teilhard de Chardin SJ (1881–1955)

Teilhard de Chardin SJ (1888-1955)
Teilhard de Chardin SJ

von Wolfram Schrems*

Im Zusammenhang mit den Überlegungen „Der Jesuit auf dem Papstthron – Von zwei Katastrophen in einer Person“ vom 21. März nun ein Exkurs:

Zum 60. Todestag des Jesuiten Pierre Teilhard de Chardin am kommenden 10. April sei in aller Kürze die verheerende Wirkung seiner Publikationen und seines schlechten Lebensbeispiels thematisiert.

Da die Teilhardschen Ideologeme den Lesern dieser Seite sehr wahrscheinlich ohnehin bekannt sein dürften, seien weniger bekannte Aspekte beleuchtet.

Zunächst zwei kurze Punkte zur Hinführung:

Teilhard-Renaissance bei den Jesuiten?

Ende der 90er Jahre fiel mir auf, daß die Jesuiten des deutschen Sprachraums anläßlich der 34. Generalkongregation (1995) eine Wanderausstellung mit Schautafeln gestaltet und dabei ausgerechnet Teilhard einen prominenten Platz eingeräumt hatten. Das verblüffte mich.

Versteckter Teilhardismus in kirchlichen bzw. päpstlichen Dokumenten?

Vor kurzem wurde mir eine Quellenangabe im Internet weitergeleitet, die den Beweis zu führen sucht, daß die Apostolische Exhortation Evangelii gaudium von Papst Franziskus nur auf dem Hintergrund der Teilhardschen Auffassungen dechiffrierbar sei. Sie ist ja über weite Strecken unverständlich.1 Leider ist dieser Autor aufgrund seiner Wortwahl nicht zitierbar. Erfahrungsgemäß scheint mir aber durchaus plausibel, daß Papst Franziskus (oder sein Ghostwriter) tatsächlich eine Art Geheimsprache verwendet hat, deren Sinn sich nur speziell „Eingeweihten“ erschließt.

Rahner/Vorgimlers Kleines Konzilskompendium in der aktuellsten, 35. Auflage
Rahner/Vorgimlers Kleines Konzilskompendium in der aktuellsten, 35. Auflage

Denn es ist immerhin dieselbe Taktik, die etwa der Jesuit Karl Rahner am Konzil angewandt hat. Es ging ihm darum, bewußt zweideutige oder mit okkulten („versteckten“) Bedeutungen aufgeladene Formulierungen in die Konzilstexte einzuschleusen, die den ahnungslosen „konservativen“ Konzilsvätern unverständlich oder unbedenklich, somit konsensfähig und unterschriftsreif erscheinen sollten. Diese Formulierungen würden nach diesem konspirativen Kalkül früher oder später zu Resultaten im Sinne des Progressismus führen.

Auf diese Weise wurde auch der Teilhardismus ins Konzil eingeschmuggelt:

Rahner und Herbert Vorgrimler schreiben im Kommentar zu Gaudium et spes in dem widerlichen Kleinen Konzilskompendium offen:

„Nachdem Artikel 45 noch einmal an die Kirche als das ‚allumfassende Sakrament des Heils‘ erinnert, hat, schließt er mit einem Hinblick auf Jesus Christus als den ‚Punkt‘, ‚auf den hin alle Bestrebungen der Geschichte und der Kultur konvergieren‘ (und so ist auch Teilhard zu Ehren gekommen!), der das Alpha und das Omega ist“ (434).

Wenn also der Vorwurf jenes Bloggers stimmt, daß Papst Franziskus für Evangelii gaudium eine bewußt kryptische, ja „okkulte“ Sprache im Sinn des Teilhardismus verwendet, dann ist das für Papsttum und Jesuitenorden desaströs – aber eben nicht ohne Präzedenzfall.

Ganz abgesehen davon, daß mir aus biographischen Umständen kryptische, chiffrierte Sprachregelungen im Jesuitenorden ohnehin wohlvertraut sind. Offenbar soll eine bestimmte Agenda verdeckt werden.

Probleme mit der kirchlichen Obrigkeit – nicht ohne Grund

Teilhard hatte Probleme mit dem Heiligen Offizium und mit seinen Oberen bekommen. Wie bekannt ist, galt er als Leugner der Erbsünde, der Erlösung und der übernatürlichen Offenbarung. Er habe die Offenbarung uminterpretiert. Wenn man sich etwas näher damit beschäftigt, wird man diesen Anklagen durchaus Berechtigung zuerkennen müssen. Teilhard war ein klassischer Gnostiker (und in weiterer Folge Prophet des New Age). „Kosmos“, „Zukunft“, „Noosphäre“ (die sich entwickelnde Sphäre eines universalen Bewußtseins, das auch in der unbelebten Materie schon vorhanden sei) und der berühmte „Punkt Omega“ sind die wichtigsten Propagandaschlagworte und „Neuerungen“ seiner „fälschlich so genannten Erkenntnis“ (1 Tim 6, 20).

Ob Teilhard auch formell der Freimaurerei angehört hat (nämlich den Martinisten, wie man manchmal lesen kann), kann man naturgemäß schwer beweisen, ist aber angesichts seiner Wirkungsgeschichte zweitrangig.

Teilhards Theologie war ungläubig, seine Philosophie unsauber, das Lektüreerlebnis ist daher unerfreulich, verwirrend und hypnotisch. Als Naturwissenschaftler war er offenbar eine Koryphäe, allerdings nur innerhalb der Grenzen der naturwissenschaftlichen Methode. Darüber hinausgehende Schlußfolgerungen beinhalten häufig einen Methodenfehler und wurden folgerichtig auch von Naturwissenschaftlern zurückgewiesen.

Seine angebliche und vielbeschworene „Synthese“ von Glaube und Naturwissenschaft beruht auf semantischen Tricks und unscharfen Neologismen. Im Kern ist sie Illusion.

Es ist Magie.

Angesichts dessen muß man die kirchlichen Warnungen bzw. Maßnahmen gegen diese Verwirrungen als unzureichend und inkonsequent beurteilen (posthume Mahnung, monitum, von 1962 durch das Hl. Offizium). Offenbar stand er doch unter einer gewissen Protektion.

Im folgenden drei vermutlich weniger bekannte Aspekte zu Leben und Wirkung Teilhards:

Teilhard und Robert Hugh Bensons Herr der Welt

Robert Hugh Benson: Der Herr der Welt (neueste deutsche Ausgabe 2015)
Robert Hugh Benson: Der Herr der Welt (neueste deutsche Ausgabe 2015)

Günther Schiwy (1932 – 2008), Ex-Jesuit, Teilhard-Experte und sein „Fan“, erwähnt in seiner Teilhard-Biographie2, daß Teilhard die 1907 erschienene Dystopie Herr der Welt des Konvertiten, Schriftstellers und Priesters Msgr. Robert Hugh Benson (1871 – 1914) las und kritisierte:

„Ich lasse keinesfalls gelten, daß die Begeisterung für den ‚Geist der Welt‘ das Erbe des Antichrist sein muß. (…) Bensons Katholizismus am Schluß mißfällt mir, (…) weil er mir ungerecht, blutarm und widernatürlich (fast ebensosehr wie übernatürlich) erscheint“ (107).

Angesichts der spirituellen Qualität des zutiefst katholischen Werkes ist das eine erschreckende und abstoßende Aussage. Teilhard hatte also schon in jungen Jahren die Weichenstellung zugunsten des Pantheismus und zuungunsten der übernatürlichen Offenbarung getroffen.

In diesem Zusammenhang ist es übrigens interessant, daß Papst Franziskus dieses Buch kennt und empfahl (siehe Ist Methol Ferré Stichwortgeber für Papst Franziskus Beurteilung der Welt von heute? und Papst Franziskus, Karnickel, Geburtenkontrolle, Gender-Theorie und Dalai Lama).

Da die Politik und Verkündigung des Papstes aber in keiner erkennbaren Weise mit den Aussagen des Bensonschen Werkes in Verbindung steht, muß man annehmen, daß er dessen Tragweite offenbar nicht verstanden bzw. nicht akzeptiert hat.

Teilhard und die „Evolution der Keuschheit“

Wenn Katholiken auf religiöse und theologische Abwege geraten, ist in vielen Fällen ein Problem mit der Keuschheit die Ursache. Oder die Wirkung. Oder beides. Oft dienen verdrallte theologische Gedanken der Rechtfertigung eigenen Fehlverhaltens („Rationalisierung“).

Schiwy schreibt zu diesem Thema überraschend unumwunden:

„Teilhard verdankt seine Geburt als Mystiker der Begegnung mit dieser Frau [seiner Cousine Marguerite Teillard-Chambon]“ (105).

Marguerite Teilhard-Chambon (1915)
Marguerite Teillard-Chambon (1915)

Nun, daß ein verliebter Jugendlicher zum „Mystiker“ wird, wenigstens kurzfristig, ist ein Erfahrungswert und stellt kein gröberes Problem dar. Ein Ordensmann und Priester gibt sich in diesem Fall jedoch einer Täuschung hin. Denn nicht irgendwelche flüchtigen – und menschlich verständlichen – Hochstimmungen machen Mystik aus.

Leider erwies sich diese Gefühlsaufwallung für den „Mystiker“ folgerichtig als Beginn weiterer Komplikationen – und für die Cousine als Quelle großer Seelenqual.

Unter dem Kapitel „Evolution der Keuschheit“ schreibt Schiwy daher wiederum erstaunlich offen:

„Teilhard stellt sich auch dem für ihn existentiellen Problem einer Freundschaft mit mehreren Frauen gleichzeitig. (…) Teilhard wehrt sich gegen diese Auffassung, die das Herz mit einem Glas vergleicht, dessen Inhalt sich durch Austeilung erschöpft.“

Er zitiert dann Teilhard selbst, der immerhin bis zu fünf Frauenbeziehungen emotional unter einen Hut bringen mußte:

„Wahr ist, daß im besonderen Fall der Liebe der Ehemann für seine Frau die privilegierte Stellung reservieren und stärken muß, die aus ihr in irgendeiner Weise die Sonne seines inneren Universums macht. Und in diesem Punkt hat die Eifersucht seinen Sinn: es kann nur eine Sonne am Himmel unseres Herzens geben. Aber untergeordnete Sterne, warum nicht?“ (225)

Schiwy faßt zusammen:

„Trotzdem versucht Teilhard für sich selbst und für die mit ihm verbundenen Frauen in einem letzten Anlauf, den mit dem traditionellen Keuschheitsbegriff verbundenen Verzicht auf körperliche Liebe doch noch einsichtig zu machen. Dazu greift er wieder auf seine Auffassung von der Materie und von der Gesamttendenz der Entwicklung zurück [!].“ (226f)

Wer als Priester seine eigenen diesbezüglichen Probleme unter das Volk bringt, gibt den Schwachen Anstoß (vgl. Mt 18,6). Kein Jugendlicher, der nach Orientierung sucht, kein angehender Ordensmann, kein Priester, kein Verheirateter, kein Mensch, der versucht und erprobt wird, interessiert sich für die persönlichen Verwerfungen eines Menschen, der Vorbild sein soll. Sie verwirren ihn und unterminieren sein Bemühen, in der Wahrheit zu leben.

In diesem konkreten Zusammenhang nur ein Beispiel von vielen, wie sehr Teilhards diesbezügliche Verwirrung tief in Jesuitenorden und Kirche eingedrungen ist:

Die Schweizer Zen-Meisterin und Ordensfrau Pia Gyger, die am 14. Juli 2014 verstarb, fühlte sich Teilhard verpflichtet. Ein Nachruf im elektronischen Kondolenzbuch, der für viele andere charakteristisch ist, liest sich (auszugsweise) so:

Wir danken dir für deine visionäre Kraft.
Wir danken dir, dass du den Weg der kosmischen Partnerschaft erkannt und gebahnt hast zusammen mit deinem Partner Niklaus Brantschen. Wir danken dir, dass du, das Zölibat lebend, die erotische Dimension des Lebens und die heilige Dimension des Eros, gesehen und gewürdigt hast, ähnlich wie dein „Meister“ und geliebter Lehrer Teilhard de Chardin. Ich habe mich von wenigen Menschen in meiner Suche nach real gelebter freier Liebe, so verstanden gefühlt, wie von dir!

Diese Verwirrung ist ganz charakteristisch für jene, die in den Teilhardschen Pantheismus eintauchen: Man liest Teilhard, betreibt Zen, gelangt zu ostasiatischen Götzenkulten, plötzlich kommt es zur „Evolution der Keuschheit“ und zum „kosmischen Bewußtsein“, zum Abfall vom Glauben und dann gibt man schweres Ärgernis (wie auf dieser Seite auch schon zu lesen war) .

Man schaue nur auf die Homepage des Lassalle-Hauses in Bad Schönbrunn (Schweiz): Hier sind die giftigen Früchte des schlechten Baumes ohne weiteres erkennbar.

Biographische Umstände haben mich zweimal in dieses Haus geführt. Ich denke mit Schaudern daran zurück.

Ich weiß nicht, ob dort ausdrückliche Invokationen von Dämonen stattfinden, aber es ist klar, daß die dort geübte „Offenheit“ für alles und jedes, außer den traditionellen Glauben, keine gute Idee ist.

A propos Dämonen:

Teilhard und der Teufel

Nach eigenem Zeugnis waren dem Ex-Jesuiten Malachi Martin (1921–1999) zwei Priester (die gleichzeitig Naturwissenschaftler, nämlich Anthropologen waren) persönlich bekannt, die über die Irrlehren Teilhards in den Bereich dämonischer Besessenheit gelangten, der eine sehr stark, der andere zu einem geringeren Grad.3

Malachi Martin Hostage of the Devil
Malachi Martin: Hostage of the Devil

Martin stellt deren Geschichte ausführlich dar:

Einer der beiden Priester („David“) hatte Teilhard in New York besucht und war, obwohl „Fan“, von dieser Begegnung unangenehm berührt. Teilhard hatte ihm den Eindruck gemacht, die Hoffnung verloren zu haben.

Jahre später wird David beauftragt, seinen Mitbruder („Yves“ bzw. „Jonathan“ genannt) zu exorzieren. Das scheitert kläglich. Der Dämon wirft dem Exorzisten Teilhardistische Ideologeme an den Kopf („All so that Jesus can emerge. Oh, beautiful Omega!“) und bezichtigt ihn der Komplizenschaft mit genau diesem Ungeist („You‘re a soul-fellow of mine. … And you were trying to exorcise me? … Get out!“).

Der Exorzist muß sich eingestehen, daß er tatsächlich Teilhards Theorien akzeptiert und damit seinen Glauben beschädigt hatte:

„[Dadurch] konnte er den Abstand zwischen der materiellen Natur der Welt einerseits und Jesus als Retter andererseits nicht länger ertragen. Materialität und Göttlichkeit waren eins; die materielle Welt zusammen mit Bewußtsein und Wille des Menschen, beide gehen aus reiner Materialität so automatisch hervor wie die Henne aus dem Ei; und die Göttlichkeit Jesu geht von seinem menschlichen Sein so natürlich hervor wie eine Eiche von der Eichel (…). So viel zu Teilhard, dachte David bitter“ (148, eigene Übersetzung).

Der Exorzismus wird später erfolgreich durchgeführt, nachdem David mit sich und mit Gott ins Reine gekommen ist und alle Anhänglichkeit an die Teilhardschen Irrlehren abgelegt hat. Auch Yves mußte sich zu einer Verwerfung der Irrlehren durchringen, damit der Exorzismus erfolgreich sein konnte.

Die Teilhardsche Lehre von Christus und den Sakramenten vernichtet den eigentlichen Gehalt des christlichen Glaubens. Sie reduziert alles Gnadenhafte und Sakramentale auf „Natur“. Wer sich – besonders als Priester – diesem Aberwitz ernsthaft öffnet, gelangt früher oder später in den Bannkreis des Bösen.

Resümee

Punkt Omega der Evolution
Punkt Omega der Evolution

Wir leben in einer Zeit, in der Teilhardsche Irrlehren (die eben auf die Gnosis des Altertums zurückgehen) in vielen Masken und Schlichen allgegenwärtig sind. Die Vorstellung, wenn die Welt zusammenwachse, werde ein „höheres Sein“ bzw. ein „höheres Bewußtsein“ auftreten, trifft man immer wieder an.

Damit ist die Rolle des Schöpfergottes abgedrängt. Christus als einverkörperter Logos wird als Mythologie abgetan, das Kreuzesopfer ist unverständlich.

Schließlich stirbt die Hoffnung. Im Teilhardismus muß man ja nicht mehr hoffen, weil man auf dem Weg eines neuen Wissens um die Konvergenz von allem und jedem im „Punkt Omega“ WEISS. Das ist natürlich eine Selbsttäuschung – tief innerlich glaubt das wohl niemand wirklich. Optimismus und Hoffnung sind eben zwei verschiedene Sachen, das süße Gift Teilhards hat nichts mit der echten christlichen Freude zu tun.

Teilhard selbst hat an Schwermut und Hoffnungslosigkeit gelitten und damit viele andere mithineingezogen.

Es handelt sich also nicht einfach um akademische Diskussionen: Teilhard und seine Adepten wie Karl Rahner und Anthony de Mello und viele andere haben Glauben und Vernunft zerstört und daher enormen Schaden angerichtet.

Erwartungsgemäß wird Teilhard in den kommenden Wochen gefeiert werden.

Es gibt aber ganz bestimmt nichts zu feiern.

Es ist jetzt an den Jesuiten, einen endgültigen Schlußstrich zu ziehen und die Teilhardschen Dämonen zu exorzieren. Es wäre angemessen, wenn Papst Franziskus SJ selbst damit anfangen würde.

„Anathema sit“ (Gal 1,8).

MMag. Wolfram Schrems, Linz und Wien, katholischer Theologe, Philosoph, kirchlich gesendeter Katechist

Bild: Wikicommons/Verlage

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  1. Vgl. als ein Beispiel von vielen Nr. 223: „Dem Raum Vorrang geben bedeutet sich vormachen, alles in der Gegenwart gelöst zu haben und alle Räume der Macht und der Selbstbestätigung in Besitz nehmen zu wollen. Damit werden die Prozesse eingefroren. Man beansprucht, sie aufzuhalten. Der Zeit Vorrang zu geben bedeutet sich damit zu befassen, Prozesse in Gang zu setzen anstatt Räume zu besitzen.“ Was heißt das überhaupt? Wie soll man das verstehen? Völlig skurril auch 231ff und zu Judentum und Islam. Das klingt alles sehr kryptisch. []
  2. Und zwar in der kürzeren Version: Teilhard de Chardin – Eine Biographie, vom Autor gekürzte Ausgabe, dtv, München 1985 []
  3. Hostage to the Devil – The Possession and Exorcism of Five Contemporary Americans, Reader’s Digest, New York 1976, zit. nach der Ausgabe HarperOne, San Francisco 1992). Mit Dank an S. D. Prinz NN. []

36 Comments

  1. P. Teilhard de Chardin’s seltsame „Zukunftsvision“ spricht für sich:
    -
    “ Das einzige „Tor in die Zukunft“ liegt „in Richtung einer gemeinsamen Leidenschaft“, einer „Konspiration“. „Wir nähern uns … trotz aller Fehlschläge und Unwahrscheinlichkeiten einem neuen Zeitalter, in dem die Welt ihre Ketten abwerfen wird, um sich endlich den Kräften ihrer inneren Affinitäten zu überlassen“
    -

  2. Teilhard de Chardin ist genauso wie seine Apologeten total out.
    Alles was diese Leute vollbracht haben ist die Frommen zu verwirren, während die Nichtfrommen sich schon gar nicht mehr für sie interessieren.

  3. Für mich ist die Frage auf welchen philosophischen und irdisch-menschlichen Sichtweisen die Weltanschauung des Teilhard de Chardin aufgebaut ist. Wenn er die Sakramente und die göttlichen Weisungen Jesu Christi im Evangelium nur als „Natur“ versteht, dann ist sowas nur ein ausgeklügeltes Gedankenkonstrukt, das jeglicher wirklicher Nähe zur Muttergottes und Jesu entbehrt. Er wurde 1911 zum Priester geweiht (wikipedia). Wenn er als geweihter Priester das Allerheiligste Messopfer nicht mehr verstanden hat, dann wird das vor allem daran liegen, dass er sein Herz mit menschlichen Ideologien angefüllt hat und nicht mit dem Rosenkranz, nicht mit der Muttergottes und auch nicht mit dem göttlichen Wirken Jesu Christi. Der Pfarrer Augustinus Hieber aus Merazhofen und der Heilige Pfarrer von Ars sind da für mich der Maßstab. Mit Philosophen-Theologen kann ich nicht viel anfangen.

  4. Sehr geehrter Herr Schrems, beziehe mich auf folgendes Zitat ihres Artikels:
    „Wenn Katholiken auf religiöse und theologische Abwege geraten, ist in vielen Fällen ein Problem mit der Keuschheit die Ursache. Oder die Wirkung. Oder beides. Oft dienen verdrallte theologische Gedanken der Rechtfertigung eigenen Fehlverhaltens („Rationalisierung“).“
    Endlich sagt mal einer wie es ist. Ich würde dem, was sie da sagen, absolt zustimmen.
    Zudem stelle ich fest, je mehr jemand schreibt und sagt und redet: Meist steckt ein nicht genanntes Problem mit der Keuschheit dahinter. Die meisten Leute, die kein reines Leben führen wollen, haben bisher das Lehramt der Kirche schlecht gemacht und sind in die Esoterik abgedriftet.
    Ich weigere mich entschieden, relativistische Tendenzen gut zu heißen, die besagen: Der Herr wisse um die Schwierigkeit der Einhaltung des Keuschheitsgebotes, weshalb er hier leicher verzeihe als bei anderen Fehltritten.
    Prompt folgte auf eine solche Äußerung eine weitere Meldung: Verhütung sei schlimmer als ein Seitensprung. Wie bitte, habe ich mich da gefragt. Ein Seitensprung ist Ehebruch und wird mit Verhütung verglichen?!! Wie kann das sein? Was für Bezugssysteme haben die Leute?
    Natürlich verzeiht der Herr jede Sünde. Das Beichtsakrament darf aber nicht dazu missbraucht werden, dass man eine entschiedene Umkehr verweigert und sich auf seine Schäche herausredet. Die meisten Katholiken wissen ja schon in dem Moment, in dem sie südigen, dass sie es beichten müss(t)en. Dieser Vorwurf kam früher häufig aus pietistischen Kreisen des Protestantismus als Arguement gegen das Beichtsakrament. In der Tat kann das Sakrament auch schwächen, wenn man ihm sakrilegisch begegnet. Pater Pio sagte immer, wenn jemand nur halbherzig beichtete: „Du hast weder Vorsatz noch Reue.“
    Und wenn sie schon von Teilhards erotischen Freundschaften zu Frauen reden, dann erinnere ich gerne an den Heiligen Bischof Franz von Sales, der einen Priester mehrfach darauf hingewisen hatte, keinen derart offenen Umgang mit Frauen zu pflegen. Scherzend und Arm in Arm mit zwei Frauen kam er eines Tages zu dem Heiligen. Sobald die Gruppe eingetreten war, nahm er den Priester zur Seite, führte ihn in ein Nebenzimmer, fiel auf die Knie und geißelte sich für den Priester. Auch Don Bosco gab nie Anlass zu einem schlechten Beispiel.
    Schauen wir nach: Wo ist die Lehre rein? Bei den keuschen Lehrern des Glaubens. Wo allerdings Unkeuschheit ist, finden wir leider keine reine Lehre. Oder man spürt das geheuchelte Wort bei Schriftstellern, die die Keuschheit nur theoretisch begriffen haben, aber nicht leben. Diesen misstraut man. Jeder Lehrer des Glaubens muss sich klar machen: Wenn ich unkeusch lebe, veliere ich die Vollmacht und den Segen, den reinen Glauben weiter zu geben. Ich kann dann soviel plappern wie ich will; es wird keine Früchte tragen. Ich liebe deshalb die Entschiedenheit und das klare Wort. Allein es baut auf und hebt den geistigen Menschen; keine falsche Barmherzigkeit.

    • Da Sie sich hier auf eines meiner Staements von neulich beziehen – möchte ich zurechtrücken, dass ich das, was ich sagte, so verzerrt weder meinte noch ausgedrückt habe.

      Ich sagte: die Sexualität ist in ihrer Wurzel zunächst eine natürliche und gottgewollte Kraft und entspringt nicht – wie andere Sünden (z.B. Neid, Eifersucht, Geltungssucht) – der reinen Ichbezogenheit und Bosheit. Sünden auf dem Gebiet der Sexualität erhalten erst mit ihrer Verknüpfung mit solchen anderen Bosheiten ihren Charakter als Sünde.
      Aus diesem Grunde sind sie milder zu betrachten, v.a. wenn die mit ihr verknüpften Bosheiten eher geringeres Gewicht haben.

      Sie zitieren hier irgendwelche Männer der Vergangenheit, nur einen zitieren Sie nicht: unseren Herrn. Ihr Pater Pio-Zitat ist typisch für diesen Mann: entgegen dem geltenden Kirchenrecht hat er sich angemaßt, besser zu wissen als die, die zu ihm kamen und die er gar nicht kannte, ob sie Sakramente empfangen dürfen. Das ist ein übler Verstoß gegen die Gesetze! Und auch Pater Pio hat man übrigens unkeusche Freundschaften zu den von ihm seelisch abhängig gemachten „Töchtern“ ugerstellt (bish heute nicht geklärt!) – sogar Johannes XXIII. ging davon aus.

      Es ehrt Sie, wenn Sie selbst keusch leben wollen. Es würde Sie nicht ehren, wenn Sie wie der Pharisäer aber auf andere herabschauen…

      Es ist ein krasser Irrtum, wenn Sie im Ernst glauben, ein keusches Leben würde auch die Werke reinigen.
      Das ist förmliche Irrlehre.
      Die Pharisäer lebten keusch, auch der reiche Jüngling – und doch waren sie weiß angestrichene Gräber und unrein. Und falsch lehren taten sie obendrein auch noch. Eine krampfhafte Keuschheit erzeugt oft durch die Hintertür im Geist den Irrtum.
      Ich möchte Sie daher warnen, auch aus Selbsterkenntnis (ich stehe da ja keinesfalls drüber): es gibt auch eine geistige Unkeuschheit schlimmster Sorte, mit der verglichen eine leibliche Unkeuschheit „harmlos ist“.

      An dem Punkt gibt es auch empirisch viele Merkwürdigkeiten. Zum Beispiel hat der von vielen Tradis so geschätzte Léon Bloy immer wieder unkeusch gelebt. Lesen Sie bitte hier: http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A9on_Bloy
      Ich bin außerstande zu behaupten, dass seine Werke deshalb zwingend schlecht gewesen seien.
      So einfach ist die Welt nicht… auch nicht die des Glaubens.

      Was mich aber an dem Artikel oben stört ist, dass er sich mit Teilhards Bekanntschaften befasst, die aber doch offenkundig gar nicht sexuell gefärbt waren!
      Wenn sie das nicht waren, sollten wir erst recht darüber kein Wort verlieren! Wer sieht schon hinein in das alles? Wer ergründet die Motive?
      Spekulationen über anderer Leuts Beziehungen sind Klatsch und Tratsch und laut Hl. Schrift eine schwere Sünde.

      Nein – die Sünden des 6. Gebotes rechtfertigen nicht, dass man um ihrer „Entlarvung“ willen selber in schwere (andersgelagerte) Sünde fällt.

    • @zeitschnur
      Ich stimmen Ihnen in allem zu. Leicht wird man zum Pharisäer.
      Dass Pater Pio in der Kritik Joh. XXIII stand, verwundert mich allerdings nicht.

    • Es gibt zwei Arten von Wirkungen, die das das Bemühen um Keuschheit mit sich bringen können:
      Das eine ist Hochmut, das andere Demut.
      Ich habe bei mir immer wieder Hochmut festgestellt, aber dies nur auf der Wortebene. Das drückt sich auch in meinen Kommentaren aus, ist aber häufig der Polemik, der eigenen Einstellung usw. geschuldet.
      Die gelebte Keuschheit führt letztlich dazu, dass sich der Mensch, hierdurch nicht – so meine Feststellung – unversuchter, stärker, höher denkt als ein anderer, sondern ich möchte fast sagen, niedriger, versuchter, schwächer. Er spürt die Macht der Anziehung, indem er ihr entgegen tritt. Das mag für viele schon etwas Überspanntes und Beängstigendes haben. Wichtig ist aber – wie ich es meine – die Folge hieraus. Je länger der Zustand ausgehalten wird, umso schwächer wird er und verflüchtigt sich immer mehr. Man wird absolut frei. Deswegen mächte ich jedem zurufen: „Halte doch aus!“
      Das Wissen um die eigenen Bemühungen und Kämpfe befähigt schlussendlich dazu, eben nicht zu richten und in Hochmut zu verfallen, weshalb sich hinter der harschen Sprache der anscheinenden Sex- und Leibfeindlichkeit eigentlich ein tiefes Mitleid verbindet. Man sieht eher die Verstrickungen und Täuschungen, denen sich der Gegenüber hingibt. Im Wissen um die Macht der in sich erst einmal guten Sexualität, kommt es nie zu Veruteilungen, sondern immer um den Wunsch, Ordnung zu weisen und zu vermitteln, dass eben nicht geschehe, was Herr Schrems in einem seiner ersten Sätze angesprochen hat bzw. zum Ehebruch oder zur Abortation.
      Wenn Sie raten und erklären, an die Wurzeln zu denken –, und diese aufzudecken, – Stolz, Neid, Egoismus, usw. – statt beim 6. Gebot lediglich blind zu verurteilen und womöglich dabei noch in Hochmut oder Heuchelei zu verfallen, kann ich da nur voll zustimmen. Desweiteren habe ich Ihre Ausführungen, wohl auch frühere, aus dem Zusammenhang gerissen. Ich springe jedoch sehr schnell auf Sätze an, die unbedacht und aus dem vollen Zusammenhang gerissen, den Eindruck vermitteln, man könne das 6. Gebot etwas milder sehen. Vielleicht ist es auch nur bei mir so abgekommen.
      Vergelt’s Gott

      • Okay, danke – nein, ich tue natürlich selbst auch alles, um das 6. Gebot zu halten und kenne ganz genau den Übergang, an dem normale Zuneigung und fruchtbare Freundschaft getrübt wird durch zunächst geistige Versuchungen. Und die grobe rein instinktive Versuchung kenne ich natürlich auch. Wer sagt, das sei ihm fremd, der ist entweder sündlos oder er lügt. Hier ist jeder gefordert!

        Insofern stimme ich mit Ihnen überein! Ein Gebot ist ein Gebot! Da gibt es nichts dran zu rütteln.

        Dennoch ist es notwendig, die Sexualität nicht zum Dreh- und Angelpunkt des gesamten (frommen) Denkens zu machen. Darum ging es mir.
        Wir sind zu etwas anderem berufen, und die Sexualität muss zurücktreten am Ende. Jeder, der etwas älter geworden ist (wie ich) weiß das – das wird schon natürlicherweise schwächer… Und wer Kinder hat, weiß eh, dass sie letztendlich dieses große Ziel sucht, nämlich die Erzeugung von Leben. Und das macht sie auch letztendlich lustvoll.

        Mir tun die Menschen heute leid, weil sie die eigentliche Lust der Sexualität nicht mehr kennenlernen. Sie verkommt zu einem kurzfristigen Gerubbel, nicht viel besser als wenn man ein Glas Cola trinkt oder einen Kaugummi kaut. Was bleibt nach der Ernüchterung nach einer aufgeheizten leiblichen Verfassung? Schnell hat man das über und sucht dann immer neue Kicks. Das ist die große Beraubung unserer Zeit. und wie gesagt: keiner von uns ist nicht berührt oder befleckt worden durch diesen Ungeist.

        Zu diesem Ungeist gehört aber andererseits die Überbetonung der Bedeutung der Sexualität. Sie hat ihren Platz, aber sie kommt wirklich erst „an 6. Stelle“ – im Guten wie im Bösen.

        Ich nehme die Aussagen des hl. Paulus, dass es besser ist, zölibatär zu leben, sehr ernst – wie schon oft gesagt sage ich das als langjährige Ehefrau, die sich wohl fühlt in ihrer Ehe.
        Jesus ist das Ziel meiner Liebe, das wird immer deutlicher, und ich habe Ihm nichts zu bringen, will Ihm aber wenigstens ein bisschen schenken: mich in aller Unwürdigkeit. Ich verlasse mich drauf, dass Er mir die Würde schenkt, die mir fehlt oder verloren ging.
        Diese Würde aber ist übernatürlich. Und im Übernatürlichen wird nicht mehr geheiratet – das sagte der Herr selbst.
        Paulus erlaubt das heiraten für die, die es nicht schaffen, enthaltsam zu sein. Er verurteilt sie nicht. Auch ich habe als junge Frau geheiratet. Ich habe volles Verständnis!
        Und doch scheint es mir so, als ziele auch die normale Ehe am Ende darauf hin, dass man sie nicht mehr um der Sexualität willen lebt, sondern um mit dem Partner dieses Ziel zu erreichen bzw. den Partner und die Kinder dorthin zu empfehlen, wenn sie es noch nicht selbst für sich ergreifen können.

      • Ich merke einmal mehr. Worte bringen’s hier nicht. Das Evangelium der Einfachheit erschließt hingegen alle fragen.
        Viele, die wie Sie jetzt sprechen, vererhrte @Zeitschnur, haben Pater Pio nie gekannt. Und wenn Sie hingefahren sind, ist nichts übrig geblieben von ihrem Zweifel. Nun gut, aus der Distanz mögen Sie es psychologische Spielchen nennen… Mein Rat: Gehen Sie ins Herz des Heiligen. Sie könnten dort Christus selber finden…
        Ich erinnere, nebenbei bemerkt, nur an DelFante, der als einer der ersten eine Kehrtwende vom Pater- Pio- Feind zum Verehrer und Freund machte und sein Buch über Pater Pio folgerichtig „Vom Zweifel zum Glauben“ nannte.
        Sie können mit Hinweise auf angebliche Selbsttötungen jeden Heiligen zu Fall bringen. Selbst Judas, der sich als Apostel immer in der Nähe unseres Herrn aufhielt, erhängte sich. An Jesus scheiden sich die Geister. Selbst noch auf Kalvaria.
        Wo keine Umkehrbereitschaft, da geistiger Hochmut, da irgendwann auch häufig Verzweiflung und Suizid…
        Und man kann nun wirklich Johannes vom Kreuz nicht gegen Pater Pio ausspielen. Pater Pio kannte sich bestens in den Schriften von Johannes aus. Ich weiß nicht, ob sie einmal Pater Pios Tagebücher gelesen haben.
        Hinter Ihren Worten scheint sich so viel Widerwille gegen Pater Pio zu verbergen, dass es mich ängstigt, ja eigentlich friert.
        Mein Rat: studieren Sie den Heiligen und befassen sie sich weniger mit hochtrabender Theologie.
        Am Ende bleibt sonst nichts mehr übrig als allein Ihre eigene Wahrheit.
        Zu Guter letzt möchte ich Ihnen sagen, dass Pater Pio mein geistiger Vater ist und ich ihm auch treu bleiben werde. Egal was andere sagen. Es ist selbstverständlich auch Ihr gutes Recht, sich von Pater Pio nicht angezogen und in Ihrem Falle sogar abgestoßen zu fühlen.
        Jeder Mensch lebt in einem geistigen Klima. Pater Pios Freunde sind mir immer moralisch wie menschlich integer erschienen, warm, herzlich, aufgeschlossen.
        Im Übrigen hat der Vatikan Pater Pio vollständig rehabilitiert. Pater Pio ist ihr Heiliger. Ein Vorbild, nach dem es sich auszurichten lohnt. Als Kind der Kirche, die ich nach wie vor, trotz aller Zerrissenheit, die in sie hineingetragen wird, bin und bleibe, liebe ich Pater Pio aufrichtig. Er ist mein geistiger Vater. Wenn ich mich in der Nähe dieses Heiligen aufhalte, bleibe ich im Guten. Wenn nicht, geht’s auf Abwege. Das haben schon viele feststellen müssen.
        Es gibt einen Jesuskult, indem man Jesus nicht als das ansieht, was er ist: das Lamm Gottes. Und es gibt einen Pio-Kult, der aber meist von außen unterstellt wird. Pater Pio sagte: „Ich weiß alles in Christus.“ Er wusste sich als Diener und Werkzeug dieses Alles. Vergessen wir nicht, dass Gott in erster Linie Wahrheit und darin Geist ist. Die Früchte des Guten, die Ausformungen, sind ein Zweites.
        Mir scheint, sie verwechseln „psychologische Spielchen“ mit Gnade. Pater Pio hat nichts gemacht, als der Gnade zu folgen. Und das hat er auch von allen Gläubigen gefordert. Klartext zu leben!!

    • @zeitschnur
      nachträgliche Bezugnahme auf folgendes Zitat nach nochmaligem Lesen:
      “ Ihr Pater Pio-Zitat ist typisch für diesen Mann: entgegen dem geltenden Kirchenrecht hat er sich angemaßt, besser zu wissen als die, die zu ihm kamen und die er gar nicht kannte, ob sie Sakramente empfangen dürfen. Das ist ein übler Verstoß gegen die Gesetze! Und auch Pater Pio hat man übrigens unkeusche Freundschaften zu den von ihm seelisch abhängig gemachten „Töchtern“ ugerstellt (bish heute nicht geklärt!) – sogar Johannes XXIII. ging davon aus.“

      ‚Dieser Mann‘ (starke Wertung, wie auch „angemaßt“, „übler Verstoß“, „unkeusche Freundschaften“) hat im Laufe seines Lebens wohl mehrere Mio Beichten abgenommen und war einer der größten Heiligen des letzten Jahrhunderts, wenn nicht der größe überhaupt. Wenn er Beichten abnahm und die Lossprechung veweigerte, dann nur deshalb, weil er die Seelenschau besaß und wusste, wenn jemand im Begriff war, ein Sakrileg zu begehen, indem er als guter Christ gelten wollte und die Beichte nur vortäuschte.

      Dieses Verhalten galt auch für den Kommunionempfang. Pater Pio hat sich nicht nur angemaßt in die Herzen der Menschen zu schauen, sondern hatte diese Gabe tatsächlich. Warum sind denn die Sünder ausnahmlos zurückgekehrt und haben dann eine gute Beichte abgelegt?

      Ein Verstoß gegen die Kirchengesetze ist es vielmehr, wenn der Geistliche sicher weiß, es mit einem Sünder zu tun zu haben, der nur Theater spiet, sich über den Beichtvater lustig machen will, ihn nur prüfen oder lächerlich machen will, – und ihm dann trotzdem die Lossprechung bzw. Kommunion gibt.

      Das ist auch heute noch Gesetz: Reue und Vorsatz sind Vorbedingung einer gültigen Beichte. Wenn ich sicher weiß, dass der Kommuikant im Ehebruch lebt, darf ich ihm die Kommunion nicht geben. Wenn der Priesster sicher weiß, dass jemand gemordet hat, diese Sünde aber nicht beichtet, er sie in der Konfrontation vielleicht sogar noch leugnet, ist er dazu verpflichtet das Sakrament zu verweigern.

      Und wieder wird das alte Gerücht erwähnt, Pater Pio habe unkeusche Beziehungen zu seinen geistigen Töchtern unterhalten, was bis heute nicht geklärt sei. Genau sowie mir vor einigen Jahren einmal vorgehalten wurde, Pater Pio habe sich seine Wunden selber beigebracht und das Blut seier Wunde Hühnerblut. Da kann einem wirklich der Kragen platzen. Zumindest ist er mir damals fast geplatzt. Denn ‚das‘ sind wirklich „übele“, ja übelste Diffamierungen, die man nicht einmal erwähnen sollte.

      Sicher weiß niemand, wie es war. So wie der Heilige nicht einmal weiß, ob er am Ende seines Lebens geheiligt ist. Aber ich denke, wer sich eingehend mit Pater Pio beschftigt hat, es gibt etwa 40 deutschprachige Bücher und Schriften über ihn, sollte doch meinen, dass der Heilige über die oben genannten Annahmen (Übertretung der Kirchengesetze und Unkeuschheit ) erhaben ist.

      Das musste ich bei allem Friedenswillen dann dochnoch los werden

      • … ja, bei allem Verständnis, aber Sie sagen es selbst: „Sicher weiß niemand, wie es war.“

        Und das mit „Seelenschau“ und all den anderen Megamystikersachen – Verzeihung: warum hat die Kirche solche Dinge immer mit äußerster Vorsicht gesehen?
        Warum hat sie strikte Verbote, den Gläubigen nach willkürlicher Meinung die Sakramente zu verweigern, festgelegt? Man kann mit solchem Mist Menschen regelrecht psychisch zerstören. Insbesondere Frauen neigen dazu, dass sie so einem Mann am Ende noch seine Unterstellungen glauben.
        Und es gab echte, wirklich große Heilige, die vor solcher frommer Quacksalberei ohne triftige Gründe, ohne Kenntnis der Fakten und überhaupt generell gewarnt haben – wie Johannes vom Kreuz.

        Haben Sie schon mal in Handbücher für Beichtväter geschaut?
        Nein? Tun Sie es bitte mal.
        Das wird Sie ernüchtern!
        Eine Beichte, die nicht von vollständiger Reue, sondern z.B. v.a Angst ist, ist dennoch nicht „sakrilegisch“ – welch ein Unsinn. Sie ist höchstens unvollkommen.
        Und was bitteschön soll denn das sein: man beichtet etwas, macht sich die Mühe und reist zu dem umschwärmten Megabeichtvater (warum eigentlich, wenn man gar nicht bereut?) und der stellt dann fest (Motto: Ich weiß besser was du denkst als du selber…), dass man eigentlich gar nicht ernsthaft beichten will?!

        Das ist doch ein ausgemachter Blödsinn und züchtet nichts weiter als Skrupulanten heran oder Schizophrene.
        Lage hat man ihm ja verboten, diese Spielchen zu spielen – mit Grund!

        Sie drehen hier nämlich den Spieß um, und v.a ist es einfach nicht wahr, dass „alle“ sich auf die Spielchen des Pater Pio eingelassen hätten. Es gab auch viele, die ergebnislos wieder abzogen, teilweise von weit angereist waren und durch sein unmögliches, teilweise auch unverschämtes und rüpelhaftes Verhalten tief verstört wurden. Ich habe sogar von jemandem persönlich gehört, dass sich jemand dort bei ihm erhängt hat. Seine Reaktion darauf fand ich absolut daneben: Er könne auch nicht alles wissen, sagte er kurz und knackig.
        Na toll – wann weiß man dann, wann er alles weiß und wann nicht?

        Mit Sicherheit wissen Sie nicht, ob er „der größte Heilige“ des 20. Jh war. Da Johannes Paul II. bereits krasse häretische Akte getätigt hat, kann man auch bzweifeln, dass diese Heiligsprechung überhaupt gültig war.
        Er war aber mit Sicherheit der, der den meisten Massenhype und Personenkult um sich herum zuließ.
        Auch die Vorwürfe bezgl. der Stigmata sind nicht geklärt. Da ist viel zu viel unklar, und auch integre Leute vor dem Konzil hatten an ihm gewaltige Zweifel.
        Die erwähnten 40 Bücher sind allesamt apologetisch und Fanliteratur. Man kann von einer Pater-Pio-Ideologie sprechen, die aber theologisch so dürftig ist, dass es einem graust – das soll „groß“ sein?
        Die kritischen Nachfragen wurden vom nachkonziliaren Vatikan gedrosselt, die Akten nicht freigegeben. Warum auch immer, aber dieser „Heilige“ passte dem nachkonziliaren Vatikan hervorragend in den Kram…

      • zu oben @ Pater Pio

        Einwände müssen einen sachlichen Kern haben.
        Man sollte auch nicht aufgrund von Erscheinungen und Behauptungen an jemanden glauben, die sich jeder sachlichen Kontrolle entziehen.

        Was ich vorgetragen habe, ist nicht von der Hand zu weisen.

        Sie haben nicht einen Satz zu diesen meinen vernünftigen und auch nach der Lehre der Kirche richtigen Einwänden sagen können.
        Es ist ausdrücklich nicht erwünscht, dass Priester Menschen an sich persönlich binden. wenn so etwas geschieht, wurde die Kirche immer hellhörig. Entsprechende Bedenken hatte man daher auch bei Pater Kentenich, wobei der ja wirklich harmlos ist verglichen mit dem Megamystiker Pio…Alleine deswegen ist dieser ganze selbst noch posthume Pio-Hype äußerst fragwürdig.
        Warum brauchen Sie Pio, um Jesus zu sehen?
        Wo lehrt das die Kirche?

        Wer Jesus sehen will, ist bei Maria gut aufgehoben. So war es noch nie anders und wird auch nicht anders sein!

      • @zeitschnur
        Dem Glauben können sie nicht nur sachlich begegnen. Soviel fällt mir zu Ihrem Einwand hinsichtlich eines sachlichen Kerns ein. Glaubensfragen lassen sich nicht ausschließlich sachlich-naturwissenschaftlich klären. Demnach müssten Sie so ziemlich gegen alles Übernatürliche eingestellt sein.
        Aber gut, Christus sprach, an ihren Früchten werdet Ihr Sie erkennen. Tausende von Heilungen können Sie nachprüfen. Um nur eines herauszunehmen, nenne ich Ihnen das Mädchen ohne Pupillen, Gemma di Georgi, die nach einem Besuch bei Pater Pio plötzlich sehen konnte, und das ohne Pupillen. Ich habe die Augen selber gesehen. Augenärzte haben mehrfach nachuntersucht und gesagt: Das Mädchen ist blind und bleibt blind, da sie keine Pupillen hat. Sie können’s nicht erklären. Sie sieht und hat ganz normal einen Job als Lehrerin ausgeübt. Es gibt zahlreiche Filmaufnahmen über sie. Sie können das nachprüfen..
        Bezüglich der Stigmen ist P. Pio über Jahre von den anerkanntesten Ärzten immer wieder untersucht worden. Die Urteile: Die Stigmen sind echt. Sie waren über 50 Jahre vorhanden und haben sich nicht einmal entzündet, was kein Arzt erklären konnte. Bezüglich des Hühnerblutes (Igit) hat der Spiegel vor etwa 10 Jahren diese These aufgestellt. Alles war erlogen!! Ich habe Frau Wagensommer in San Giovanni (Deutsches Büro der Zeitschrift Die Stimme Pater Pios damals angeschrieben). Sie sagte, sie kenne diese Erfindungen, die von Pater Pio Gegenern gezielt immer wieder aufgetischt werden.
        Das von Ihnen angeführte Buch über die Beichte ist mir ein Begriff. Ich sehe hier überhaupt keinen Widerspruch zur Praxis Pater Pios. Wenn Sie einen Plan oder eine vorgeschriebene Methode haben, gilt diese, um die in der Regel unerleuchteten Beichtväter sicher anzuweisen. Wenn Sie aber vom Herrn die Gnade der Seelenschau erhalten und ihrem Gegenüber besser in Erinnerung rufen können, was er wann und wo getan hat, dann müssen Sie ihn anleiten, konfrontieren oder abweisen. Sie müssen mit der Gnade mitwirken. Es geht im Sakrament darum, sich rein zu waschen, nicht darum im blinden Gehorsam ein Prgramm abzuspulen, das über ihr Gegenüber/ hier den Pönitenten hinweggeht. Beispiel: Wenn Sie sehen, dass ein Mann seine Frau zur Beichte begleitet, aber einen Revolver in der Tasche hat und diese nachher umbringen will, sich aber zur Wahrung des Scheins zur Beichte (mit-)begibt (so dort geschehen), müssen sie ihn fortjagen oder verbal so konfrontieren, dass er aufwacht. Hier endet die Barmherzigkeit, hier beginnen gerechter Zorn und entschlossene Weisung/sogar Abweisung (Tempelreinigung). Wir können Jesus nicht zum Schoßhündchen degradieren. Wenn jemand kommt, der den Strick schon um den Hals trägt, können Sie ihn konfrontieren, dass Suizid keine Lösung, ja sündhaft ist. Wenn sich der Betreffende dann trotzdem umbringt, ist es unrecht, die Schuld auf den Beichtvater zu schieben.
        Begegnet man P. Po im Herrn und in rechter Bußgesinnung, wird er zum besten Lehrer des Glaubens.

    • Nun denn, Pater Pio, beziehe ich mich auf dieses Ihr Zitat:
      „Verhütung sei schlimmer als ein Seitensprung. Wie bitte, habe ich mich da gefragt. Ein Seitensprung ist Ehebruch und wird mit Verhütung verglichen?!! Wie kann das sein? Was für Bezugssysteme haben die Leute?“
      Ihr unverständiges Kopfschütteln ersetzt nun keine Argumente. Warum schreiben Sie nicht, was an meiner Wertung falsch ist und legen dar, warum das Gegenteil richtig sei? Wenn Ihnen Ihre eigene kleine Empirie, Ihre Selbstverständlichkeiten Gesetz sind, dann gehen Sie damit schon in die Irre. Also zur Sache bitte.
      Um nun Ihre Frage zu beantworten: Das zugrundeliegende Bezugssystem ist eben theo-logisch und nicht human-istisch. Ein Ehebruch verletzt den Partner, Verhütung verletzt Gott und ist gar Glaubensbruch. Und das ist schlimmer: Wenn ich meinem Gott nicht mehr glaube, daß er, der verheißen hat, sogar alle Haare auf dem Haupt zu zählen, für mich und meine Familie sorgen kann, wenn ich seine Geschenke verhüte, so ist mir kaum Ärgeres vorstellbar. Es ist bürgerlich und kleinmütig – und es verwundert nicht, daß derselbe Kleinmut auch einer Versöhnung nach einem Ehebruch im Wege steht. Zeitschnur hat zur Genese eines sexuellen Fehltritts alles gesagt, da hält man gegen an wie eben auch gegen andere Versuchungen. Und es geht schon mal schief. Ich verwies auf die Völlerei als ein ganz ähnliches (und viel häufigeres) Versagen. Aber von vorneherein sagen: Also, lieber Gott, das mit den Kindern, das weiß ich nun wirkllich besser … was ist das? Eine ungeheurliche Anmaßung, im Grunde schlichter Unglaube und Gottlosigkeit. Nüchtern und ohne Fehlleitung durch Begierden wird diese Abwendung ausgesprochen und gelebt. Und dies ist schlimmer als ein Ehebruch. Dabei bleibe ich. Aus bestem Grund. Meinem Gott will ich trauen.

  5. Darf eigentlich einer von uns regelrechte Bannflüche aussprechen, die noch nicht von den dazu Befugten ausgesprochen wurden?
    Damit wäre ich bei aller Kritik doch eher vorsichtig.

    Teilhard kann kein Mensch lesen und verstehen. Es ist so ähnlich wie bei Rahner. das sind unglaublich aufgeblasene Sätze und Texte, aber man kriegt gesitig kaum zu fassen, was sie eigentlich meinen.

    Die krasse Verwerfung der übernatürlichen Gnade ist jedoch ein Anti-Credo.

    Die persönlichen Vertiefungen über Teilhards Beziehungen finde ich in ihrem Ziel, hier irgendetwas entlarven zu wollen, überflüssig.
    Da gibts nichts zu entlarven. Auch die Esos haben ihren Draht zum Zölibat – auf ihre Weise. Das muss man nicht hintersinnen.
    Ich wäre auch extrem vorsichtig damit, jede Beziehung, die einer zu einem anderen hat, unter Generalverdacht zu stellen. Mit dem Argument kann man auch die Ehe zwischen Maria und Josef unter Verdacht stellen, Jesu Beziehung zu Maria und Martha oder das Zusammenleben des Propheten Elia mit der Witwe und ihrem Sohn. Und am Ende kommt noch einer und fragt sich, wie Johannes an Jesu Brust liegen konnte – nee, das ist Blödsinn.
    Und es muss auch keiner erst auf philosophische Abwege geraten, um möglicherweise auf sexuellem Gebiet versucht zu werden.
    Da aber T.s Beziehungen nicht sexuell waren, sind mir solche Gedanken zu verleumderisch und insofern schlimmer als das, was sie zu entlarven glauben.

    Ich glaube, dass T. out ist. Wer liest diesen Kauderwelsch?
    Um irre zu gehen, bedarf man seiner Texte nicht mehr. Da gibt es neuere Autoren, die schmissiger schreiben.

    Was das alles aber so ganz genau mit dem Jesuitenorden zu tun hat, ist für mich immer noch offen.

  6. Ein Klick auf das „Lassalle-Haus“, wie oben vom Autor empfohlen lohnt sich, wobei ich „sich lohnen“ eher im negativen Sinn meine.
    Östliches Denken scheint dort mehr gepflegt zu werden als das Leben mit Christus.
    Dann wird man auch noch auf die Seite „Gönner“ verwiesen.
    Einer von ihnen war früher auch Hans Küng.
    Mit 200 Schweizer Fränkli ist man für ein Jahr Mitglied.
    Die Jesuiten betreiben dieses Haus.
    Als Zentrum für Spiritualität vermittelt es die traditionsreichen Wege der Mystik: Zen, Exerzitien, Kontemplation, Yoga, Sufismus, Kabbala.

    Ich hoffe nicht, dass Papst vom selben Geist erfüllt ist, wie er im „Lassalle-Haus“ vorzuherrschen scheint, ansonsten bräuchte man sich über nichts mehr zu wundern.

    • Hab mir die Seite auch mal angesehen. Die versuchen offenbar, die ignatianische Spiritualität zu leben und an den Flanken, an denen selbige offen ist zu anderen Exerzitienpraktiken aus anderen Religionen, durch deren Errungenschaften anzureichern.

      Im Zentrum der Gedanken des Ignatius steht die Übung der Unterscheidung der Geister:

      „Ich setzte voraus, daß es dreierlei Gedanken in mir gibt: solche, die mein eigen sind und allein meiner Freiheit und meinem Willen entspringen, während die beiden andern von außen kommen: der eine vom guten, der andere vom bösen Geist.“

      Was er alles so ausführt ist aber dann doch sehr anfällig. Wenn er z.B. sagt, der böse Geist würde den Sünder vertrösten und ermutigen zur Sünde, den Gerechten aber ermutigen in seinem richtigen Stand, dann wissen wir doch von Jesus, dass das manchmal sehr hintergründig sein kann – die sich gerecht fühlen, sind die eigentlichen Sünder, die Übeltäter, die unter ihrer Sünde leiden, vertröstet ER höchstpersönlich, allerdings ohne sie in der Sünde zu bestärken. Generell aber ist er härter mit den Moralhütern, die auf die Sünder herabsehe als mit den offenen Sündern.
      Der Böse dürfte in der Lage sein, auch solche exerzitienanalysen spielend ins Gegenteil zu verdrehen. Und das ist auch für mich das Einfallstor dieser jesuitischen Traditionen für das Fernöstliche.

      Man kann in all dem die Problematik erkennen, dass diese ignatianischen Ansätze zu einer übergroßen Beschäftigung mit sich selbst führen, zu einer überzogenen Analyse eigener Regungen, die man oft objektiv nicht versteht und auch nicht zwanghaft einordnen sollte. Denn in diesen zwanghaften Geist fügen sich problemlos die Zwanghaftigkeiten der anderen Religionen ein.
      Das Ergebnis liegt uns heute vor.

      Nein – diese Leute brechen nicht den plump den Zölibat! Vergessen wir nicht, dass die Keuschheit gerade im fernen Osten eine enorme Rolle spielt! Die Problematik ist geistiger Natur.

      • ja das ist wohl richtig erkannt.
        Die wahren Gnostiker verachten die Sexualität.
        Von daher ist der beleibte Kurzschluss „der hat es nicht mit dem Zölibat, kein WUnder dass er ein Modernist ist“ verkehrt.
        Wobei die Gnostiker es genau, eben wegen der Verachtung der Sexualität es auch nicht mit der Keuschheit als Tugend haben

      • Würden sich die Mitglieder des Hauses „Lasalle“ ganz offen zu einer „zwei Arten“-Religion -der christlichen und der östlichen- bekennen, fände ich das einfach konsequenter und ehrlicher, auch den Gästen und damit den Suchenden gegenüber.
        Sich jedoch ein christliches, ignatianisches Mäntelchen umzuhängen, um sich damit auf den Weg gen Osten zu machen, finde ich befremdlich.
        Die meditativen Angebote und Praktiken dieses Hauses ließen in mir immer mehr den Eindruck entstehen, man lade ausschließlich zur Suche nach sich selbst ein.

        Ich dachte immer, gute Exerzitien dienen der Suche nach Gott, wobei ich aber nicht irgendeinen Gott, der in Sphären schwebt, meine, sondern den Einen, Dreifaltigen, den unverwechselbaren, nicht austauschbaren Herrn.

      • @ Marienzweig

        Wie recht Sie haben mit der Bemerkung, Ihrem Eindruck nach suchte man dort v.a. sich selbst!

        Allerdings – und das ist mein weiterer Eindruck gewesen, liegt das als Fallstrick auch in den ignatianischen Exerzitien.

        Wenn die „Gewissensprüfung“ so überspannt wird, landet man am Ende eben immer nur bei der Selbstbeobachtung.
        Ich finde das ungesund.

        Ich habe in letzter Zeit von Edith Stein das Werk „Kreuzeswissenschaft“ gelesen, eine Studie über die mystische Theologie des Johannes vom Kreuz. Das Buch ist sehr lesenswert!
        Die Skepsis des hl. Johannes gegenüber den Einschätzungen der Einflüssen von außen ist groß. Also das, was Ignaz so ausweitet, würde Johannes eher mit Scheu ansehen?
        Warum?
        Weil man hier ganz leicht das Göttliche vom Teuflischen nicht scheiden kann – Eingebungen können beides sein, auch wenn sie nich so fromm daherkommen. Was von Jesus oder Maria zu sein scheint, könnte eine nachäffung des Bösen sein und uns ablenken.
        Johannes geht so weit zu sagen, dass man selbst göttlichen Einsprechungen keine Bedeutung zumessen soll, weil die wahre Erhebung hin zu Gott in einem so subtilen Bereich ist, dass man sich niemals mit diesen sinnlichen oder pseudosinnlichen Erfahrungen und Einflüssen von außen weiter aufhalten solle.

        Ich kann jedem diese Lektüre nur empfehlen. Johannes v. Kreuz war in enger geistlicher Freundschaft mit Theresia von Avila, deren Positionen Edith Stein gelegentlich als weitere Vertiefung zu den Gedanken des Johannes vom Kreuz hinzufügt.

    • Wenn die Jesuiten das „Lassalle-Haus“ betreiben, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn die Protestanten der strengeren Lehre sie als Verschwörer gegen das Christentum betrachten. Schon im Alten Bund wurde es bei schwerster Strafe untersagt, Magie zu praktizieren und Götzendienst zu fördern. Hierbei handelt es sich um Bestimmungen, die im Neuen Bund nach wie vor gelten. Alle Aktivitäten, die auf fremden Religionen fußen, sind einem Christen verboten. Yoga beispielsweise impliziert die Anrufung hinduistischer Götzen. Es sind nicht bloße Sportübungen.

      • Das noch weitaus Schlimmere ist, dass bei der Ausübung der fernöstlichen Meditationspraktiken irgendwann verlangt wird, dass die Bindung an die Personen von Jesus Christus und von Gott Vater aufgelöst werden sollen. Dies wird dann durch das Shunjata (übersetzt v. Tibetischen „Null-Bewußtsein“ oder „Nichts/Leere“) oder Brahmichettana (übersetzt vom Sanskrit-Vedischen „Unendlichkeitsbewußtsein“) ersetzt. Gott Vater und Jesus Christus werden im eigenen Bewußtsein enttrohnt und wirkungslos gemacht. Für gläubige Christen nicht annehmbar.

      • Die Kulte des indischen Subkontinents und des Fernen Ostens versuchen das philosophische Prinzip des Widerspruchs aufzulösen, sind daher ihrer Natur nach relativistisch. Als Ziel versprechen sie die vermeintliche Selbsterlösung des Menschen. Diejenigen, die versuchen, das Christentum in den Synkretismus des Ostens einzubetten, verraten sich bereits mit ihrer Wortwahl, indem sie von Jesus Christus als einem „aufgestiegenen Meister“ neben anderen wie Buddha sprechen oder sich auf ein „Christus-Bewußtsein“ berufen. So etwas ist anthropozentrische Rede, die keinerlei Bezüge zur Bibel aufweisen kann, weshalb sie als häretisch und satanischen Ursprungs zurückzuweisen ist.

      • @ Chlodwig

        Das ist es: „Die Kulte des indischen Subkontinents und des Fernen Ostens versuchen das philosophische Prinzip des Widerspruchs aufzulösen.“

        Ich habe das, als ich mich in jungen Jahren orientierte, als ausgesprochen quälend empfunden – diesen Zwang, alles zu „harmonisieren“, das Ja und das Nein als eines zu betrachten.
        Ich las damals von Jan Willem van de Wetering „Der leere Spiegel“. Der Autor ist schon in den 50ern zum Buddhismus konvertiert und beschreibt in diesem Buch seinen geistigen Weg, auch seinen Aufenthalt in einem Zenkloster in Japan.
        Durch die Abstinenz von der Akzeptanz der Widersprüche lösen sich die Buddhisten von allem Personalen und klassisch Logischen.

        Hätte ich mich damit im Ernst gemein gemacht (ich orienterte mich damals nur und las eben viel), hätte ich den Verstand verloren.
        Denn das Ende vom Lied ist, dass man nicht mehr weiß, was oben und unten ist, im Volksmund: „Ob man ein Männle oder Weible isch“.
        Nun ist aber der Mensch für die Gravitation geschaffen und nicht fürs freie Schweben in der Leere. Welcher Leere überhaupt?
        Gibt es diese Leere überhaupt?
        Eine gewagte und empirisch absolut abwegige Behauptung…

        Das ist auf einem sehr hohen Niveau so eine Art Geistesgenderei: es gibt keine Unterschiede, alles ist irgendwie dasselbe, oder wie ein ehemaliger Musikerkollege stets zu sagen pflegte (er war Esoteriker): „Alles ist gut!“

        Er zerbrach am Ende an diesem Spruch. Ich habe nie wieder von ihm gehört.

      • sehr gut erkannt!
        Dies Idee, dass es nichts festes gibt,. das Gute den Keim des Bösen in sich trägt, das Böse den Keim des Guten,
        gut und böse immer einander bedingen, auseinander hervorgehen, und es deshalb am besten ist, aus dem Rad des Karma auszusteigen, was ganz konkret eben heißt nichts mehr tun, nichts mehr wollen, also auch keine Nächstenliebe zu üben, weil das ja Tat ist und jede tat das rad des karma weitertreibt, die liegt dem östlichen Denken zugrunde.
        Damit auseinandergesetzt hat sich schon Augustinus und nur wenn man sich ernsthaft damit auseinadersetzt, also nicht alles durch die europäische Brille sieht, erkennt man, wie verkehrt das alles ist.
        Die europäische Brille geht nämlich von der Existenz von gut und böse aus, von der Gutheit der guten Tat, und damit von der Existenz Gottes als des Guten und der Folge der bösen Tat.

      • der letzte Satz ist missverständlich.
        Also nochmal<. das westliche Denken geht von der Existenz Gottes als dem allem zugrundeliegenden Guten aus.
        Das Böse betrachtet das westliche Denken nicht als rigenständig Kategorie, sondern als die Folge der bösen Tat.

      • @ besorgter christ

        … „das“ westliche Denken ist da nicht so ganz einlinig. Augustinus nennt nach seiner Auseinandersetzung mit dem dualistischen Weltbild der Manichäer das Böse als „Abwesenheit des Guten“, so wie Finsternis die Abwesenheit des Lichtes ist.
        Es gibt aber in der westlichen Tradition auch die Annahme, das Böse habe eine eigene Substanz – eben bei den Manichäern. manche Katholiken verfallen über eine ausgepärgte Fixierung auf den Satan aber auch unerkannt dem Denken – sie verwechseln das Satanische mit einer eigenständigen, substanziellen Macht.
        Restbestände des dualistischen Denkens fanden sich wohl vor allem bei den Katharern und heute verborgen bei vielen Esoterikern.

        Sie alle halten den Zölibat und/oder sexuelle Reinheit ganz hoch.

        Dass das Böse aber erst durch die Tat erfolge, ist definitiv NICHT katholische Lehre! Schon Jesu berühmte Sätze „Wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus!“ Oder „Wer eine Frau nur ansieht und begehrt, hat schon die Ehe gebrochen!“ weisen doch eindeutig darauf hin, dass die Perversion des Guten nicht erst in der Tat manifest wird, sondern im Geist.

      • wenn man das denken und schauen auch als Tat wertet, dann gilt das von mir geschriebene.
        Ich denke wir sind uns einig, dass Gott zunächst alles gut geschaffen hat, und das Böse eben nicht die von Anfang an wirksame Gegenkraft war, sondern entstanden ist, aus eigener Tat, eben, wie Sie so richtig sagen, als Abwesenheit oder Abwendung vom Guten.

      • Ja, da sind wir uns einig!

        War mir aber wichtig, das noch mal zu sagen, weil ich immer wieder bemerke, wie doch viele dem Bösen eine eigenständige Macht zuordnen, wenn auch unbewusst und vor der Manifestation im Sinnlichen „zittern“ und nicht bedenken, dass der Verlust der unsinnlichen Lebendigkeit der Seele viel gravierender ist.

        Das käme bei dem oben diskutierten P. Pio nämlich auch noch hinzu. Er war einer derer, die die sinnlichen Manifestationen des Satans so ausführlich „erlebte“ und auch thematisierte und den Menschen davor Angst machte.
        Das dürfte eigentlich in einem wahren katholischen Umfeld so nicht sein!

      • Der hier diskutierte Exkurs ist gut und vollkommen richtig.
        Aber wieder kommt P. Pio mit ins Spiel, da er nicht richtig verstanden wird.
        Wer die Gefahr kennt, der bannt sie. Er schneidet sie ab.
        Jetzt wird es so dargestellt, als habe Pater Pio nur Schreckgespenster auf die Leinwände der Seelen gemalt, so als sei die Sünde eigentlich eine Unerkannte geblieben & nur von außen auf den Akt des Handelns beschränkte geblieben & in einem unheiligen Tausch seien tiefenpsychische und zudem pathogene Formen einer kranken Heiligengestalt (Pio und seine Psyche) auf die Beichtenden übertragen worden. Das hieße: Der Beichtende erkennt nicht die Wurzeln seiner Sünde, sondern handelt nur aus einer skrupulösen Vermeidungsstrategie, die einer Sündeerkenntnis aus Gnade und Liebe sogar zuwiderläuft. DAS IST NICHT PATER PIO!!!
        Die Sünde hat keine eigenständige Materie. Das ist richtig. Dies festzustellen, reicht aber nicht aus. Da dahinter eine Person steht, die zum Leben in einem Prinzip des Nichts/des Scheins verführen will und kann. Satan ist mächtiger als das Antiprinzip: er ist Person. Allerdings, und das ist richtig, kann er nur über den Willen sein Gift einspritzen.
        Ab einem bestimmten Zeitpunkt im Gnadenleben der Seele werden die Versuchungen immer manifester; nämlich in dem Moment, wo das Böse im Inneren des Menschen keine Angriffsfläche mehr findet, wütet es durch Spukphänomene im Außen. Ein sicheres Zeichen, dass die Seele auf dem richtigen Weg ist. Der Pfarrer von Ars freute sich, wenn der Teufel lärm machte. Bei Pio hieß er Blaubart.
        In der Schrift heit es sinngemäß: Dem Sünder kann verziehen werden, fällt aber der Gerechte, soll er keine Barmherzigkeit mehr erlangen. Es gibt auch Situationen, da ist das Maß der Gnade ausgeschöpft. Gott verzeiht nicht mehr. Der Sünder kann nicht mehr umkehren. Er weiß nicht wieso. Aber er erkennt nicht mehr. Sein Herz ist verstockt. Er hasst die Wahrheit. Er sucht die Finsternis.
        Wir alle sind Adam und Eva. Wir stehen in der Erdenzeit erneut vor dem Baum im Paradiesgarten und wir hören den Ruf Christi, der uns sagt, hört nicht auf die Stimme des Versuchers.
        Dieser Mythos steht für unser Inneres. Wir haben klare Erkenntnis von Gut und Böse in Christus. Auch Adam und Eva hatten dies schon vor dem Sündefall. Doch sie waren noch entschieden in Gott. Die Erkenntnis nach dem Sündenfall meint nun einen Abfall der Substanz nach, die Sanktionierung, die Inhalierung der Schlange. Sie erkannten Gut und Böse meint nun, sie standen im Erleben von Richtig und Falsch, sie liebten das Böse, das Dunkel mehr als die Finsternis.
        Wer die Taufunschuld zurückerlangt hat – was Gnadenwirken ist und kein Effekt eines psychologischen Durcharbeitens – dann aber sündigt, begeht den Südenfall aufs neue und lästert den Heiligen Geist. Und hier setzt das Opfer an für all jene, die sich der Gande verschlossen haben. In dieses Opfer sind wir alle mit hineingenommen. Zuvorderts aber der Priester, der ein zweiter Christus/Kreuznachfolger sein soll.

      • … und Pater Pio sagte immer, auf alle ernst gemeinten Fragen nach einem Ausweg: „Fang an zu lieben, wirklich zu lieben. “
        „Lieben, lieben, lieben und nochmals lieben.“ Aber sein Rat galt keiner Scheinliebe, sondern folgte der Erlöserliebe Christi bis ans Kreuz.
        Tolstoi sagte: „Wir sind nicht auf der Erde, um Spaß zu haben, sondern um den Willen Gottes zu tun und ihm die Ehre zu geben.“
        Liebe ohne Opfer gibt es nicht. Das ist die Liebe, wie wir sie derzeit im Westen vorfinden. Das ist eine teuflische Liebe.
        Ich möchte nur ein Resultat einer Liebe verneinden Gesellschaft – bis hinein in die entmündigenden Strukturen der Gesellschaftssysteme – nennen, das tausendfach in allen Schattierungen sich wiederholt. In diesem Falle, um es ganz konkret zu machen, war es ein Junge, der als Opfer dieser Systeme bis hinein in die personalen Bezüge jeder Liebe beraubt war.
        Genauer. Ich sah es auf ktv: Pfarrer Michael Schuhmacher erzählte, einmal sei ein Junge von 14 Jahren zu ihm gekommen und habe mit ihm reden wollen. Er habe im Verlauf des Gesprächs angefangen zu weinen und gesagt: „Meine Mutter sagt mir jeden Tag, dass sie mich nie gewollt hat.“
        Da fängt man selber fast an zu heulen. Das aber sind die Resulte unserer Lügengespinste. Es geht immer runter auf den personalen Bereich.

        Wenn wir soweit sind, dass wir nach der Lehre der Kirche die Sünde zurück auf ihren gedanklichen Ursprung verfolgen – denn auch das Gefallen an der Gedankensünde ist Sünde – wissen wir im heiligen Misstrauen gegenüber uns selbst, dass nur noch die Gelegenheit zur Verwirklichung fehlt. Darum erhebe sich keiner.

        So macher, der frei geblieben ist, hatte schlichtweg weniger Gelegenheiten als andere. („Wie kannst du sagen, dass du Gott liebst, den du nicht siehst, wenn du deinen Gegenüber, den du siehst, nicht liebst?!“)

        Deswegen sehe ich auch Sünder unserer Gegenwart nicht als Aussätzig an, sondern als Opfer. Das Opfer tut sich selber weh. Da darf man nicht noch oben drauf hauen (was hier ja P. Pio vorgeworfen wurde.)

        Der Sünder ist aber niemals ganz entmündigt, sondern kann nur selber aus der Sünde – mit seinem Willen – herausfinden. Man muss den Willen wecken. Und dazu braucht es machmal einen Schnitt, ein Machtwort, einen heilsamen Tritt in die richtige Richung, um sich den Kopf zu reiben und den Verstand anzuschalten, um das Herz zu befreien.
        Wer also erkannt hat, wie weit die Sünde/die Anreizung/ die Versuchung geht, der muss sie umso früher abschneiden. Und genau das ist eben Lehre der Kirche. Man halte sich nicht in der Sünde auf, fliehe die Gelegenheit, folge nicht Gefühlen, sondern Erfahrungen und Einsichten, und nicht zuletzt den Geboten.

        HIer gibt es keine Widersprüche. Und wenn man den Geboten treu bleibt, lösen sich die Widersprüche ganz sicher irgend wann auf. Dazu braucht es das Vertrauen, eigentlich den Glauben, den Jesus von uns fordert.

        Chritusnachfolge ist rigoros und radikal, d.h. von der Wurzel her kommend, die Hervorbringung der rechten Triebe/Früchte.

  7. Nun denn, Pater Pio, beziehe ich mich auf dieses Ihr Zitat:
    „Verhütung sei schlimmer als ein Seitensprung. Wie bitte, habe ich mich da gefragt. Ein Seitensprung ist Ehebruch und wird mit Verhütung verglichen?!! Wie kann das sein? Was für Bezugssysteme haben die Leute?“
    Ihr unverständiges Kopfschütteln ersetzt nun keine Argumente. Warum schreiben Sie nicht, was an meiner Wertung falsch ist und legen dar, warum das Gegenteil richtig sei? Wenn Ihnen Ihre eigene kleine Empirie, Ihre Selbstverständlichkeiten Gesetz sind, dann gehen Sie damit schon in die Irre. Also zur Sache bitte.
    Um nun Ihre Frage zu beantworten: Das zugrundeliegende Bezugssystem ist eben theo-logisch und nicht human-istisch. Ein Ehebruch verletzt den Partner, Verhütung verletzt Gott und ist gar Glaubensbruch. Und das ist schlimmer: Wenn ich meinem Gott nicht mehr glaube, daß er, der verheißen hat, sogar alle Haare auf dem Haupt zu zählen, für mich und meine Familie sorgen kann, wenn ich seine Geschenke verhüte, so ist mir kaum Ärgeres vorstellbar. Es ist bürgerlich und kleinmütig – und es verwundert nicht, daß derselbe Kleinmut auch einer Versöhnung nach einem Ehebruch im Wege steht. Zeitschnur hat zur Genese eines sexuellen Fehltritts alles gesagt, da hält man gegen an wie eben auch gegen andere Versuchungen. Und es geht schon mal schief. Ich verwies auf die Völlerei als ein ganz ähnliches (und viel häufigeres) Versagen. Aber von vorneherein sagen: Also, lieber Gott, das mit den Kindern, das weiß ich nun wirkllich besser … was ist das? Eine ungeheurliche Anmaßung, im Grunde schlichter Unglaube und Gottlosigkeit. Nüchtern und ohne Fehlleitung durch Begierden wird diese Abwendung ausgesprochen und gelebt. Und dies ist schlimmer als ein Ehebruch. Dabei bleibe ich. Aus bestem Grund. Meinem Gott will ich trauen.

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