Weiht Ex-FSSPX-Bischof Williamson am 19. März neue Bischöfe?

Kloster Santa Cruz in Brasilien: Ort von Bischof Williamson unerlaubten Bischofsweihen?
Kloster Santa Cruz in Brasilien: Ort von Bischof Williamsons unerlaubten Bischofsweihen?

(London) Die Nachricht wurde bereits mehrfach angekündigt, doch nun scheint es tatsächlich so weit zu sein. Der 2012 aus der Priesterbruderschaft St. Pius X. ausgeschlossene Bischof Richard Williamson will am 19. März, dem Fest des Hl. Joseph in Brasilien eigene Bischöfe weihen.

Kurz nachdem die Gespräche mit Rom im Juni 2012 in einen Stillstand gerieten, wurde Bischof Williamson „wegen anhaltendem Ungehorsam“ aus der Bruderschaft entfernt. Seither sammelte sich um den Ausgeschlossenen eine Gruppe, die sich „Widerstand“ nennt. Ein Punkt der losen Gruppe ist ein kategorisches Nein zu jedem Gespräch mit Rom.

Unrechtmäßige Bischofsweihen im Kloster Santa Cruz in Brasilien?

Die Weihe von Bischöfen schloß Williamson ab diesem Zeitpunkt nicht aus. Laut Rorate Caeli soll in zwei Tagen im Kloster Santa Cruz in Nova Friburgo in Brasilien eine Bischofsweihe stattfinden. Wieviele Bischöfe geweiht werden sollen, ist nicht bekannt.

Laut Rorate Caeli soll auf alle Fälle Pater Jean-Michel Faure geweiht werden. Faure gehörte wie Williamson bis 2012 zur Piusbruderschaft. Er ist 73 Jahre alt und damit fast gleich alt wie Williamson, der Jahrgang 1940 ist. Faure trat 1972 in das Priesterseminar der Bruderschaft in Econe ein und wurde 1977 von Erzbischof Marcel Lefebvre zum Priester geweiht. Er war Oberer der Bruderschaft für Lateinamerika und Regens des Priesterseminars in Argentinien. Wegen offener Meinungsverschiedenheiten mit dem Generaloberen verließ er 2013 die Piusbruderschaft.

Weihekandidaten Ex-FSSPX-Priester Jean-Michel Faure und altritueller Dominikaner Innocent Marie?

Nicht bestätigt aber genannt wird von Rorate Caeli als möglicher Bischofskandidat auch der Dominikanerpater Innocent Marie. Er wurde 1982 von Erzbischof Lefebvre zum Priester geweiht und gründete das Kloster Avrillé in Frankreich, das der dominikanischen Spiritualität folgt. Auch er brach in jüngster Zeit mit der Piusbruderschaft.

Wegen der gültigen, aber unrechtmäßigen Bischofsweihen von 1988 durch Erzbischof Lefebvre, bei denen auch Williamson zum Bischof geweiht worden war, erklärte Rom die Exkommunikation aller Beteiligten. Am 21. Januar 2009 hob Papst Benedikt XVI. als Zeichen des Entgegenkommens und der Vorleistung für Gespräche zwischen Rom und Econe das Exkommunikationsdekret auf.

Williamson und allen Beteiligten droht Exkommunikation

Sollte Bischof Williamson in wenigen Tagen tatsächlich Bischofsweihen durchführen, würde er erneut wegen Verletzung der Canones 1013 und 1382 des Kirchenrechts der Exkommunikation verfallen, ebenso die Weihekandidaten.

Nicht bekannt ist, wer der zweite Bischof sein soll, der an den Bischofsweihen teilnehmen könnte. Ob die Weihen gültig wären, läßt sich noch nicht sagen. Unrechtmäßig sind sie, da vom Papst nicht erlaubt, allemal.

Das Kloster Santa Cruz befindet sich im Staat Rio de Janeiro in Brasilien.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Rorate Caeli

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20 Comments

  1. Angesichts des Afterpapstes und seiner unsäglichen Entourage wäre es ein Segen, wenn der Kirche wieder wahrhaft katholische Bischöfe geschenkt würden.

  2. „Unrechtmäßig sind sie, da vom Papst nicht erlaubt, allemal.“
    Das wäre wohl etwas genauer zu untersuchen. So wie zitiert ist diese Aussage etwas unterkomplex.

  3. Gültig wäre(n) die Weihe(n) auf jeden Fall, insofern Materie (Handauflegung), Form und Intention stimmen, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe. Die bekannten 3 Bischöfe, die üblicherweise teilnehmen, sind nicht zur Gültigkeit notwendig. Einer reicht vollkommen aus. 1988 gab es nur 2 Bischöfe (Mgr. Lefebvre, Mgr. de Castro Mayer) und trotzdem waren diese Weihen gültig.

    Rechtspositivistisch gesehen sind diese Weihen natürlich unerlaubt. Aber Mgr. Williamson wird genau die gleichen Argumente ins Feld führen, wie Mgr. Lefebvre 1988: Notstand! Nur hat sich Mgr. Lefebvre mehrmals mit Kardinal Ratzinger getroffen und sich um eine offizielle Erlaubnis bemüht. Erst als man dem Erzbischof kein exaktes Datum nennen wollte, bemerkte er, dass man die Sache aussitzen und warten wolle bis der Erzbischof das Zeitliche segnet. Daher musste er handeln.
    Nachdem aber Mgr. Williamson jedes Gespräch mit Rom ablehnt – entgegen dem Vorbild von Mgr. Lefebvre – wäre ein Bemühen um eine offizielle Erlaubnis ohnehin nicht zu erwarten gewesen (er hätte sie auch niemals bekommen)
    Darüber hinaus widersprechen ipso-facto-Exkommunikationen nach unerlaubten Bischofsweihen der kanonischen Tradition, die für so was ‚lediglich‘ eine Suspension vorsieht.

    Ich halte mich mit einem Urteil über diese Weihen hübsch zurück. Die Situation ist viel zu verfahren um Williamson jetzt einfach zum Bösen zu machen, auch wenn ich seine Ansichten zum Holocaust nicht teile und seine mangelnde Gesprächsbereitschaft mit Rom, die Erzbischof Lefebvre immer an den Tag gelegt hat, nicht nachvollziehen kann. – Wie Rom (Glaubenskongregation) auf diese Weihen reagieren wird ist ohnehin klar. Mich würde aber interessieren, ob sich Mgr. Fellay hierzu äußern wird oder nicht. Die FSSPX ist auf jeden Fall außen vor.

    • Er hat doch gar keine „Ansichten“ zum „Holocaust“. Er sagt doch lediglich „historical truth goes by evidence not by emotion“. Die von ihm in Augenschein genommene Evidenz reichte ihm bereits, von einem schrecklichen Verbrechen an den europäischen Juden auszugehen. Nur bezüglich gewisser Kammern hat er scheinbar noch nicht die notwendige Evidenz gesichtet.

  4. Eines steht jedoch fest: Durch solche Weihen, auch wenn sie wohl gültig sind, wie es aussieht, wird das Chaos erheblich vergrößert.

    Es ist an sich ja schon kein Pappenstiel, unerlaubte Weihen durchzuführen. In äußerster angenommener Not vollzogen dies die Erzbischöfe Lefebvre und Thuc, wobei Lefebvre es im offenen Ungehorsam gegenüber einem von ihm selbst als rechtmäßig anerkannten Papst tat, Thuc dagegen glaubte, der „Papst“ sei nicht der Papst und der Heilige Stuhl sei vakant und dazukommend auch eine Noterlaubnis für Weihen durch Pius XI. erhalten hatte, was auf Lefebvre wiederum nicht zutraf.

    Nun will also möglicherweise ein Ableger Lefebvres weitere Bischöfe in dessen Geist und all dessen inneren und unguten Widersprüchen vollziehen.
    Leider hat die Priesterbruderschaft eine Kaste stolzer, indeologisierter und bei einem rigiden gehorsamsbegriff wenig kritikfähiger Männer (samt Laien) großgezogen, die im Grunde nach der Art rigider und narzisstsicher Protestanten nun alle irgendwie entweder als verschworene Piusbruderschaft oder als beinharte vagante Sedisvakantisten ihr Süppchen kochen wollen.

    Ich kann jedenfalls keine überzeugenden Gründe für Weihen finden in diesem Fall. Und wer wegen des Streites um die Anzahl ermordeter Juden soviel riskiert, mit dem stimmt etwas nicht. Es ist ohnehin nicht die Aufgabe eines Prietsers, sich hier aus dem Fenster zu lehnen – das sollte er getrost den Historikern überlassen, und zwar ohne ständiges Freimaurergeschwafel. Entweder die Quellenlage ist wie sie ist oder wir fantasieren uns im Antifreimaurer- und Antimodernistenmodus die Welt zurecht (womit ich weder den einen noch den andern das Wort reden will! – mir geht es um die surreale Überzeichnung dieser beiden „Lager“).

    Es muss jeden vernünftigen Menschen seltsam berühren, wenn ein Priester offenbar diese nebensächliche Frage wichtiger findet als sein eigentliches Metier und deswegen vor ein deutsches Gericht zieht. Die Faktenlage spricht ohnehin total gegen ihn, aber es hat etwas bestialisches, um Zahlen zu streiten, als ob angesichts der sicher großen Zahl der Toten ein moralischer Blumentopf zu gewinnen wäre, wenn es „nur“ die große Zahl minus x Tote gewesen wären.
    Und es ist eine Schande, wie er sich positioniert angesichts der katholischen Ermordeten wie Maximilian Kolbe oder Edith Stein/Sr. Benedicta und der vielen Unbekannten, auch und gerade der Priester, die umgekommen sind.

    • @zeitschnur
      Super Analyse ! Danke. Ich verstehe nicht immer alles und bin auch etwas neu hier in diesem Forum (man möge mir nachsehen). Ich hätte da eine Frage: Ist es sowieso auch nicht etwas problematisch, wenn sich irgendeine Gruppierung als DIE ‚wahre Kirche‘ empfindet ? Könnte da dann auch Stolz, Selbstgerechtigkeit und Starrheit das Empfinden dieser Gruppierung beeinträchtigen ? Da könnten doch auch irgendwann wieder Andersdenkende auf die Scheiterhäufen fliegen ? So wie Heinrich Heine sagte: „Wenn die Bücher brennen, dann brennen kurze Zeit später die Menschen.“

      • Wenn die Kirche ein recht lehrendes Lehramt hätte, dann wären die um diesen Hirten versammelten Gläubigen die wahre Kirche.

        Nun haben wir aber einen solchen Hirten leider nicht, wie ich meine, und dies seit Jahrzehnten.

        Das heißt, dass die Herde sich zwangsläufig zerstreuen muss. Jeder macht, was er denkt. Und mein Eindruck ist der, dass der postmoderne Traditionalimus ein Gewölle verschiedener, teilweise ganz glaubwürdiger, teilweise aber auch krass und offen häretischer Strömungen ist. Letztere bilden sich ein, wenn man nur nationalistisch, monarchistisch oder antijüdisch und antifeministisch denkt, sich zu dem Behufe in traditionelle Messgewänder verkleidet und in aller Pracht die alte Messe feiert, sei man ein rechter Katholik.

        Diese Leute suchen sich heraus, was ihnen passt an der überlieferten Lehre, den Rest kippen sie in den Gully.
        Wieder andere giften herum, wenn man nachdenkt und zu anderen Schlüssen kommt, als dies politically-traditionallly correct ist, die sich in der Lehre tatsächlich so finden, aber von den Tradi-Platzhirschen abgelehnt werden. Haltlose Stänkerer ohne jedes Argument mit dem Apostolat, andere am Denken zu hindern, haben wir auch viel zu viele. Letztere sind oft ganz besonders fromm…
        Ein vollendetes Chaos jedenfalls.
        Dass aber ein postmoderner Tradi-Priester, sofern er Pius oder Sedi ist, keienrlei Vollmacht hat, sich nun als Lehramt zu positionieren, muss klipp und klar gesagt werden. Denn der Priester hat NIE Anteil am Lehramt, außer insofern, als er die vorhandene und definierte Lehre vertreten sollte.

        Wir sind auf einen Moment festgefroren und warten, dass endlich der Bräutigam kommt.
        Niemand hat im Moment eine Lehr-Vollmacht, und das gilt es auszuhalten!

      • @zeitschnur
        „…politically-traditionallly correct…&…andere am Denken zu hindern…“ – in einem anderen Forum wurde ich neulich aufgefordert, mich exorzieren zu lassen, weil ich andere Gedanken äußerte. Ja, es ist wirklich ein Zustand der fanatischen, einseitigen Sichtweisen und des Durcheinanders.

      • Zeitschnur,
        all diese Kritik an den versprengten Katholiken, die sich zur Bewahrung ihres Glaubens in einen gesunden Autismus retten, trifft auf Williamson eher nicht zu. Sie werden Williamson nicht gerecht, wenn sie ihn auf seine Zweifel an den Kammern reduzieren. Das ist nicht sein zentrales Anliegen. Williamson kämpft mit bewundernswertem Einsatz gegen den Liberalismus in all seinen Erscheinungsweisen. Dabei zeigt er sich als Katholik im besten Sinne: Mit der Welt im Kampf, aber kein bisschen weltfremd, kein bisschen autistisch.

      • @ arrow

        „Gesunder Autismus“ – was ist das? Gesunde Krankheit…aha…

        Ich reduziere Williamson nicht auf seine Zweifel an den – sagen wir es doch mal so, wie es gemeint ist. „Gaskammern“ in Auschwitz, in denen ungezählte Menschen, auch viele, viele Katholiken ermordet wurden. Da wären noch erheblich andere Dinge, über die ich entsetzt bin.

        Ich lese ab und an mal seine Eleison-Kommentare. Darin finden sich zahlreiche doktrinelle Irrtümer. Wenn er behauptet, das Vaticanum I habe nicht gelehrt, dass der Papst direkt von Christus seine Vollmacht erhalten habe, sondern von der Kirche, obwohl das Vaticanum I den behaupteten Glaubenssatz Williamsons sogar unter Anathem gestellt hat, wenn er abenteuerliche Theorien über die Bildungsfähigkeit der Frau anstellt, die mehr als weltfremd sind oder einfach nur ein würdeloses Schauspiel maskulinen Neides und Machtanspruches offenbaren, wenn er -

        - ach, es ist sinnlos, das nun alles aufzulisten. Aber alleine seine Verdrehung der Lehre vom Papst qualifiziert ihn bereits als Häretiker. Das mit den Gaskammern passt dann nur ins gesamte Bild. Wer ein Konzilsdekret ins Gegenteil verkehren kann, bekommt auch Zweifel an der Objektivität der Gaskammern. Der Mann kann oder will nicht lesen und verstehen. Das ist ist sein Problem. Er will machen, was er will und ist machtgierig, wenn auch als Selbstdarsteller oder Michael Kohlhaas.

        Was daran ein „bewundernswerter Kampf“ sein soll, weiß ich nicht.
        Es muss recht gekämpft werden, sagt der heilige Paulus. Auch die IS kämpft „mit der Welt“. Kämpfen tun viele…. nicht zuletzt sogar der Böse.

      • @ Jeanne d‘Arc

        Natürlich muss jeder von uns sich täglich vor Gott prüfen. Das will ich nicht auf die leichte Schulter nehmen.

        Aber das mit der Dämonisierung ist ein alter Hut. Kenne ich alles. Und die einem damit kommen, sind absolut selbstgerecht. Sie denken nicht eine Sekunde darüber nach, dass auch sie im irrtum sein könnten und für die Dämonisierung grade stehen müssen eines Tages.

        Jesus hat uns gewarnt, allzu leichtfertig solche Sätze an einen anderen hinzuschleudern oder seine Anliegen als „dämonisch“ zu verleumden. Wer den Bruder als Narr bezeichnet, hat ihn getötet, sagt der Herr.
        Was bedeutet es, einen anderen zu dämonisieren?
        Es bedeutet, ihn eigenmächtig zur Hölle zu verurteilen.

        Auf dieses Dämonisieren trifft die Warnung Jesu zu, man solle nicht richten, um nicht selbst gerichtet zu werden.

        Nun ist Kritik an Meinungen oder harte Auseinandersetzung keine Dämonisierung. Das schreibe ich für die Kandidaten hier, die das eine nicht vom anderen unterscheiden können. Selbst die Warnung, dass einer eine häretische Meinung vorträgt ist noch keine Dämonisierung.

        Dämonisierung ist das, was Ihnen passiert ist: man behauptet, ein anderer sei besessen oder werde vom Teufel gesteuert und wisse nicht mehr, was er tue.
        Nun kann so etwas auch sein – aber das zu beurteilen, steht keinem von uns zu. Weiterhin müsste man dies mit ganz handfesten und mehr als triftigen und immer gewissermaßen ultima ratio-Gründen beweisen.

        Durch die Psychologisierung aller Lebensbereiche sind hier aber die Grenzen verschwommen. In den meisten Fällen wittern andere „Dämonisches“, wenn sie nicht gebauchpinselt werden, wenn man ihnen nicht recht gibt, und sie nichts erwidern können.

      • Zeitschnur,
        es kann und mag doch so sein, dass in Auschwitz zahllose Menschen in Gaskammern ermordet wurden. Wir sollten ins nur davor hüten, jemanden an der Frage zu messen, ob er hier der Mainstream-Historiographie folgt. Man muss immer bedenken, dass es gerade außerhalb Deutschlands recht einfach ist, mir revisionistischer Literatur in Berührung zu kommen. Wenn Williamson also schuldlos Kontakt zu dieser Literatur bekommen hat, können Sie ihn nicht als Unmenschen abstempeln.
        Dass er konservative Vorstellungen zur Rolle der Geschlechter bewahrt, können sie auch als Abwehrkampf gegen die völlige Einebnung und Genderisierung deuten. Meinetwegen also als nützlichen Autismus.
        Dass W. nach Außenwirkung strebt, könnte auch an missionarischem Ehrgeiz liegen. In seiner Haut steckend fühlt man sich vielleicht berufen, die Kirche und mit ihr die Welt zu retten.
        Bezüglich der erstvatikanischen Lehre und Williamsons Haltung dazu kenne ich mich nicht aus.

      • @ arrow

        Sie wollen eine Lanze brechen für den Monsignore, weil Sie vielleicht hoffen, dass man an ihm Halt haben könnte.

        Aber bitte übersehen Sie nicht, dass jede dieser Fragen keine „Kleinigkeiten“ sind.

        Dass er einfach nicht genügend Bildung oder Gelegenheit hatte, die Auschwitzsache zu beleuchten – also wenn das so sein sollte, stünde es ihm besser an zu schweigen.
        Denn es gilt nach wie vor: wovon ich nichts weiß, worüber ich mich nicht richtig informieren konnte, darüber sollte ich auch nicht reden!

        Williamson ist ein ausgewachsener Antijudaist, und daher weht auch der ganze Wind!
        Nur eine Kostprobe zu dem Thema:

        „Welche Verbindung besteht nun zwischen jenen Juden, von welchen das Heil kommt (siehe Johannes 4,22) und der Masse an heutigen Juden, welche entweder Palästinenser massakrieren oder diese Massaker moralisch und finanziell unterstützen? Zwar dürfte die Mehrheit der heutigen Juden als Aschkenase-Juden keine Blutnachkommen Abrahams sein, doch wie dem auch sei, so haben sie mit Sicherheit durch den Talmud, das „heilige“ Buch des nach-christlichen Judaismus, in sich aufgesogen, was unser Herr „den Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer“ nannte, also den Geist seiner erbitterten Feinde, welche ihn kreuzigten und seither seine Kirche bekämpfen. Wie konnte sein einmal auserwähltes Volk sich in einen seiner stetig schlimmsten Feinde verwandeln? (Wenn diese bloße Frage „antisemitisch“ anmuten sollte, so erinnern wir uns daran, daß die Wahrheit gut ist, während „Antisemitismus“ schlecht ist, womit nichts Wahres „antisemitisch“ und nichts „antisemitisches“ wahr sein kann. Was folgt, ist die Wahrheit, und hat gar nichts mit sogenanntem „Antisemitismus“ zu tun.)“ http://eleisonkommentar.blogspot.de/2014/08/ec-369-israeliten-israelis.html

        Das ist ein ziemlich perfides und dummes Geschwätz. Dieser Mann hat wahrscheinlich noch nie mit einem echten Juden zu tun gehabt. Was er sich da zusammenreimt, ist surreal.
        Hätte er lieber mal den Römerbrief gelesen!
        Die heutigen Juden, über deren Gene wir nicht nachdenken sollten, sind absolut nicht die erbittertsten Feinde Jesu. Das ist einfach nur dummes Zeug. Auch wenn das für ihre Vorfahren vor 2000 Jahren teilweise gelten kann – gibt es bei Gott „Sippenhaft“ oder „Kollektivsünden“?
        Es ist, wie es in der Schrift steht: diese Nachfahren haben verbundene Augen bis zu dem Tag, an dem Gott ihnen die Decke wegnehmen wird. Das jüdische Volk trägt diese Verhüllung um der Heiden willen: damit die Heiden eingepfropft werden konnten in die edle Wurzel Israels.

        Alleine diese Definition der Juden als einer „Masse (…) welche entweder Palästinenser massakrieren oder diese Massaker moralisch und finanziell unterstützen“ ist bösartig + eines Priesters nicht würdig.
        Er kennt keine Juden und er verleumdet sie übelst, ohne etwas Genaues zu wissen. Pfui!

        Was die andern Themen betrifft, habe ich das eine (Vat. I) hier ausgeführt: http://zeitschnur.blogspot.de/2015/03/der-katholische-zombie-iii-franziskus.html

      • @Arrow

        Im Sinne dessen, was Fr. Zeitschnur zu Mgr. Williamsons Verbohrtheit bezgl. Gaskammern schreibt, hatte seinerzeit auch Mgr. Fellay festgestellt:

        „In [Mgr. Williamson's] interview, he expressed himself on historical questions, and in particular on the question of the genocide against the Jews carried out by the Nazis. It’s clear that a Catholic bishop cannot speak with ecclesiastical authority except on questions that regard faith and morals.“

        Was mich von seinen Anhängern jetzt aber mehr interessieret, ist ihr Stand, wenn ihnen seine DOKTRINELLEN Irrtümer vorgehalten werden:

        Zitat oben Fr. Zeitschnurs:

        „Ich lese ab und an mal seine Eleison-Kommentare. Darin finden sich zahlreiche doktrinelle Irrtümer. Wenn er behauptet, das Vaticanum I habe nicht gelehrt, dass der Papst direkt von Christus seine Vollmacht erhalten habe, sondern von der Kirche, obwohl das Vaticanum I den behaupteten Glaubenssatz Williamsons sogar unter Anathem gestellt hat […]“.

        Das ist doch kein Pappenstiel !

      • Zeitschnur,

        die Frage ist doch, wie sicher man sich sein kann, dass die Theorie von der Todfeindschaft zwischen Kain und Abel, zwischen denen, die von sich sagen, Juden zu sein und denen, die Christus als Gott anerkennen, wirklich falsch ist. Williamson hat sich das doch, wie ich annehme, nicht alles selbst ausgedacht. Wir sind es gewohnt, antijudaische Theorien als Antisemitismus zu verwerfen. Warum eigentlich?

        Carlo,
        mir ist nicht erinnerlich, dass Williamson „ecclesiastical authority“ für seine Gedanken zur Geschichte des 20. Jh. in Anspruch genommen hat. Wenn Sie revisionistische Literatur kennten, würden sie verstehen, dass man sich die Frage stellt, weshalb die Einwände der Revisionisten seitens der Mainstreamer überhaupt nicht beleuchtet werden.
        Dass bei ihm doktrinelle Irrtümer vorkommen können, ist klar. Allerdings sind diese bei weitem weniger schwerwiegend als die doktrinellen Irrtümer der Neoarianer, Liberalisten und Modernisten.

      • @ zeitschnur – 18. März 2015 um 20:15

        Ja – genauso isses !

        + Zum Judentum und zur jüdischen Tradition habe ich in jenem Thread hier einiges, auch mit Link-Angaben, geschrieben:
        http://www.katholisches.info/2015/02/20/der-demokratische-selbstmord-der-deutschen/
        Es gibt in Israel sogar eine relativ neue Entwicklung, nämlich das ‚Messianische Judentum‘. Das sind geborene Juden, die Jesus, den sie „Yeschau“ nennen, angenommen haben. Sie zelebrieren alle jüdischen Riten (Brit Mila, Bar Mitzwa, Kiddusch u.a.) und haben aber das Evangelium auch angenommen, das sie in Ivrit lesen. Eine Bewegung, die in Israel sehr zunimmt, aber von den ultraorthodoxen Juden abgelehnt wird. Ich bin mit orthodox-gläubigen jüdischen Mitbürgern auch in der Synagoge in Stuttgart (Landerabbiner Nathanael Wurmser) befreundet und kenne die jüdische Tradition sehr gut.

      • @ arrow

        Sie werden lachen – aber Williamsons Irrtümer sind modernistische, arianische und liberale Irrtümer. Er hat sie nur noch durch die reaktionären ideologischen Irrtümer des 19. Jh angereichert.

        Was er zur Papstfrage zu sagen hat, ist genau dasselbe, was auch die Progressisten vertreten. Nur sind sie dabei nicht antijudaistisch und reaktionär.

        Übrigens: lesen Sie noch mal mein Posting – ich sprach nicht von Antisemitismus, sondern von Antijudaismus.

        Manchmal denke ich, diese reaktionären Modernisten nehmen politische Ideologien, die sie für mit dem Katholizismus assoziiert halten, wichtiger, als das, was die Päpste gelehrt haben.

        Dass sich gerade im 19. Jh der Katholizismus der Laien und kleinen Kleriker mit dem Royalismus und dem Antijudaismus so fest verband, dass viele bis heute glauben, das sei eine göttliche Allianz, ist eine große Tragödie: um dessentwillen hasst die Welt den „Katholizismus nämlich zurecht. Wie die Päpste gelehrt haben, geht es nicht um politische Ideologien und nicht um das Judentum.

        Der Hl. Paulus hat eindeutig und unfehlbar jeden Heidenchristen gewarnt, sich arrogant über die irrenden Juden zu erheben. Aber wir hatten das hier schon mal: die reaktionären Ultras wollen das einfach nicht hören. Dabei sind es eindeutige Schriftworte.

        Was die KZs der Nazis betrifft: es ist für mich immer wieder haarsträubend, wie Personen, die keinerlei Beziehung zu dem Thema haben, hier „Zweifel“ haben, obwohl andere ihnen verbürgen können, dass sie um dieser Lager willen einen Teil ihrer Familie niemals kennenlernen konnten. Ich bin z.B. ein solcher Zeuge. Diese Morde sind geschehen – oder wo sonst sind die vielen Menschen hin verschwunden, die in unseren Familien und Freundeskreisen nie wieder gesehen wurden?

      • @ zeitschnur & @ arrow:
        
        Nur als Ergänzung:
        Dies ist das beste und auch härteste Buch, was ich jemals über die Shoa gelesen habe. Die haben zum Teil ihre eigenen Verwandten da rein schieben müssen. So etwas kann man nicht erfinden. Die Gaskammern waren real:
        Gideon Greif „Wir weinten tränenlos…“ – Augenzeugenberichte des jüdischen „Sonderkommandos“ in Auschwitz, Fischer Tb, 1999 (10. Aufl.) ISBN-13: 978-3596139149: Zitat Amazon: „“Haben Sie manchmal geweint?“ – „Oft. nicht nur einmal. Während der Arbeit, nur ohne Tränen. Seit damals habe ich keine Tränen mehr. Dort weinten wir tränenlos.“Sieben Augenzeugenberichte versammelt Gideon Greif in seinem Dokumentarband „Wir weinten tränenlos…“. Sieben Juden, die in Auschwitz-Birkenau als „Sonderkommando“ tätig waren, erzählen, wie sie im täglichen Ablauf der Todesmaschinerie eingesetzt wurden. Kein einfaches Unterfangen. Wer im „Sonderkommando“ arbeiten mußte, dem fällt es schwer, darüber zu reden: Zu unerträglich ist der Schmerz und zu gering die Kraft, auf Leute zu reagieren, die sie als Verräter, Denunzianten und Helfershelfer der Nazis beschimpfen würden. Dabei hatten sie niemals die Wahl, zwischen Verweigerung oder Gehorsam zu wählen. „Ihr wichtigstes Ziel sei es gewesen, zu überleben, um der Welt von der Shoah Zeugnis geben zu können“, schreibt Greif in seinem Vorwort. Und wohl deshalb hat er diese Menschen, trotz aller Widrigkeiten, in einfühlsamer Annäherung und langen, zahlreichen Gesprächen dazu gebracht, über ihren Einsatz in Auschwitz-Birkenau zu reden.
        Greif, Mitarbeiter der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, ist ein gewissenhafter Historiker. Er befragt die Männer nach jedem einzelnen Detail des Vernichtungsprozesses, über den sie berichten können: Das „Sortieren“ auf der Rampe, die Entkleidung, die Tötung in der Gaskammer, die „Verwertung“ der Überreste – Lebensmittel, Kleidung, Wertsachen, Zahngold –, die Verbrennung der Leichen. Gerade die minutiöse Beschreibung der automatisierten technischen und menschlichen Prozesse führt die Ausmaße des Grauens in noch schärferen Konturen vor Augen als die ohnehin schon unerträgliche Zahl von sechs Millionen getöteter Juden.
        Wer diese Augenzeugenberichte gelesen hat, kennt das wahrscheinlich wichtigste Beweismittel dafür, daß die Shoah, der Völkermord an den Juden, eine eiskalt geplante Aktion gewesen war. –Bettina Albert (Amazon Webseite).

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