Vor 50 Jahren zelebrierte Paul VI. erste Messe in der Volkssprache

Paul VI. zelebrierte am 7. März 1965 die erste Heilige Messe (teilweise) in der Volkssprache
Paul VI. zelebrierte am 7. März 1965 die erste Heilige Messe (teilweise) in der Volkssprache

(Rom) Am kommenden Samstag, den 7. März wird Papst Franziskus die römische Pfarrei Ognissanti (Allerheilligen) aufsuchen. Anlaß ist der 50. Jahrestag der ersten von Papst Paul VI. am 7. März 1965 zelebrierten Heiligen Messe im „reformierten“ italienisch-lateinischen Missale. Im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde die Volkssprache in die Heilige Liturgie eingeführt. Am 12. März 1965 wurde das neue Missale mit dem Imprimatur von Kardinal Giacomo Lercaro, dem Liturgieverantwortlichen der Italienischen Bischofskonferenz für Italien veröffentlicht.

Der Vatikanist Andrea Tornielli betonte in einem jüngst auf Vatican Insider erschienenen Artikel den provisorischen Charakter dieses Missale: „Vor 50 Jahren wurde die erste Fassung des nachkonziliaren römischen Ritus versuchsweise im März 1965 eingeführt. Es handelt sich um den ersten Entwurf der Liturgiereform, die zum neuen Missale führen wird, das im November 1969 in Kraft trat.“

Missale von 1965 zweisprachig

Missale von 1965
Missale von 1965

Es handelte sich dabei allerdings nicht um die erste Heilige Messe in der Volkssprache, denn das Missale war noch zweisprachig. Im Gegensatz zur eigentlichen Liturgiereform von 1969 folgte es noch wortgenau den Empfehlungen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Das Missale von 1965 war, abgesehen von einigen Kürzungen, noch immer das Römische Missale das die Konzilsväter bewahren wollten und das einfach in die Volkssprachen übersetzt wurde. Vom Offertorium (Suscipe, sancte Pater) bis zum Abschluß des Hochgebets (Per ipsum) betete der Priester ausschließlich Latein. Die Tücken von Übersetzungen wurden erst später erkennbar und Jahrzehnte später thematisiert und korrigiert. Ein Vorgang, der 50 Jahre danach noch nicht abgeschlossen ist, wie die Übersetzung der Wandlungsworte (pro multis) zeigt.

Papst Paul VI. umriß die Veränderungen in seiner Predigt am 7. März 1965 mit den Worten: „Vorher genügte es anwesend zu sein, jetzt ist es notwendig teilzunehmen; vorher genügte die Gegenwart, jetzt ist Aufmerksamkeit und Handlung notwendig; vorher konnte jemand dösen oder vielleicht schwätzen; jetzt nicht mehr, jetzt muß er zuhören und beten.“

Giovanni Battista Montini entschiedener Verfechter der Volkssprache

Tornielli erinnert daran, daß Giovanni Battista Montini bereits seit seiner Ausbildung im Seminar durch die Schule von Pater Giulio Bevilacqua und Paolo Caresana von der Notwendigkeit der Volkssprache in der Liturgie überzeugt gewesen sei. Eine der entschiedendsten Wortmeldungen auf dem Konzil zugunsten der Volkssprache kam vom damaligen Erzbischof von Mailand. Am 26. März 1962 äußerte er seine Unzufriedenheit über das bisher dazu in der Konzilsaula Gesagte. Er forderte die Einführung der Volkssprache nicht nur für die Schriftlesungen, in Gebeten und Gesängen, sondern auch für den Introitus, das Glaubensbekenntnis, das Offertorium und das Pater noster. Zudem forderte er, daß die Sakramente und Sakramentalien in der Volkssprache zelebriert würden. Das Hochgebet sollte weiterhin Latein gebetet werden. Nur taktische Zurückhaltung, weil er sich ohnehin so weit vorgewagt hatte? Vieles spricht dafür, denn am 31. Januar 1967 erlaubte er als Papst Paul VI. ad experimentum auch das Hochgebet in der Volkssprache.

Erzbischof Montini begründete 1962 seine Forderung mit den Worten: „Wenn wir die Volkssprache aus der Liturgie ausschließen, verlieren wir eine ausgezeichnete Gelegenheit das Volk in rechter Weise zu erziehen und den göttlichen Kult wiederherzustellen“. Daß ausgerechnet der Erzbischof von Mailand keine 15 Monate später den Papstthron besteigen würde, konnte damals noch niemand wirklich ahnen. Die Einführung der Volkssprache in die Heilige Liturgie 1965 und dann die grundlegende Liturgiereform durch die Einführung des Novus Ordo Missae 1969 wurden mit pastoralen Notwendigkeiten begründet. Aus diesem Grund entschied sich Paul VI. auch für die römische Pfarrei Ognissanti für die Premiere der ersten von einem Papst in der Volkssprache zelebrierten Messe und nicht für eine Patriarchalbasilika. Dadurch sollte der pastorale Aspekt betont werden, daß die Liturgiereform der Menschen wegen durchgeführt wurde.

Kurzlebiges Missale von 1965 weder Fisch noch Fleisch

Das kurzlebige Missale von 1965 genoß von Anfang an einen denkbar schlechten Ruf. Es wurde von den Traditionalisten wie Modernisten kritisiert, weil es weder Fisch noch Fleisch war. Die Folge war jedoch, daß innerhalb weniger Jahre etappenweise die radikalsten und revolutionärsten Ansichten die Oberhand gewannen.

Rückblickend vermittelt das Missale von 1965 den Eindruck einer bloßen Zwischenetappe auf dem Weg zu den vom Consilium ad exequendam Constitutionem de Sacra Liturgia durchgeführten radikalen Veränderungen der Liturgiereform von 1969. Aussagen einiger führender Konzilsvertreter lassen jedoch erkennen, daß sie der Ansicht waren, daß mit der Veröffentlichung des Missale von 1965 die liturgische Reform des Konzils abgeschlossen wäre.

Bischofssynode verwarf 1967 Missa normativa

Kurienerzbischof Annibale Bugnini der "Architekt" der Liturgiereform
Kurienerzbischof Annibale Bugnini der „Architekt“ der Liturgiereform

Das geht eindeutig aus der ersten Bischofssynode von 1967 hervor. Die Synodenväter verwarfen die sogenannte „missa normativa“, mit Pauken und Trompeten, die ihnen von Erzbischof Annibale Bugnini als Ergebnis der von Kardinal Lercaro geleiteten Kommission zur Liturgiereform, er selbst war deren Sekretär, vorgestellt wurde. Sie entsprach faktisch bereits dem späteren Novus Ordo Missae. So sollte künftig die Sonntagsmesse in jeder Pfarrei gefeiert werden.

Viele Synodenväter waren alles andere denn begeistert. Nur 71 von 180 Synodalen stimmten für die Bugnini-Messe. 43 Synodalen aber votierten non placet, 62 stimmten nur unter dem Vorbehalt starker Bedenken iuxta modum zu, wenn zahlreiche substantielle Änderungen Berücksichtigung finden. Dazu gab es noch vier Enthaltungen. Doch die eindeutige Entscheidung der Synodenväter nützte nichts. Der Liturgiker kümmerte sich weder um die Einwände und Bedenken der Synodenväter noch ließ er sich vom negativen Votum beeindrucken.

Paul VI. oktroyierte dennoch Novus Ordo Missae

Bugnini wußte den Papst hinter sich, dessen Autorität entscheidend war. Und Paul VI. war von der Notwendigkeit einer Liturgiereform seit seiner Seminarzeit überzeugt. Überzeugt, daß die Gläubigen dadurch „besser“ an der Heiligen Messe teilnehmen und dadurch größeren Gewinn daraus ziehen würden. Offenbar war der Papst der Überzeugung, durch eine reformierte, volkssprachliche Liturgie neue Attraktivität für die Heilige Liturgie zu gewinnen, daß daraus eine neue Blüte der Kirche entstehen würde. Ein Trugschluß. Zwei Jahre später wurde die abgelehnte „missa normativa“ von oben mit päpstlicher Entscheidung als Novus Ordo Missae oktroyiert.

Da das Konzil ausschlaggebender Anstoß für die Liturgiereform war, hat der Blick diesem zu gelten. Dabei fällt umgehend die Abweichung von den Inhalten der Konzilsdokumente und päpstlichen Erklärungen einerseits und der radikalen Tragweite der 1969 vollzogenen Liturgiereform auf. Eine Konzilstreue kann für die Liturgiereform nicht geltend gemacht werden. Vielmehr hatte sich bereits die Missa normativa von 1967 weit vom Konzil entfernt.

Das Konzil und Sacrosanctum Concilium

Am 4. Dezember 1963 verkündete Papst Paul VI. begleitet von der Freude vieler und der Ungeduld einiger die Konstitution Sacrocanctum concilium über die Liturgie, die am Ende der zweiten Sitzungsperiode des Konzils mit plebiszitärem Votum angenommen worden war. 2147 Konzilsväter hatten für die Liturgiekonstitution gestimmt bei nur vier Gegenstimmen. Paul VI. bekräftigte: „Das erste Thema: die Heilige Liturgie… Wir erkennen die Hochachtung in der Skala der Werte und der Pflichten: Gott an erster Stelle, das Gebet unsere erste Verpflichtung; die Liturgie erste Quelle des uns offenbarten göttlichen Lebens, erste Schule unseres geistlichen Lebens, erstes Geschenk, das wir dem christlichen Volk machen können“.

„Die Mutter Kirche wünscht sehr, alle Gläubigen möchten zu der vollen, bewußten und tätigen Teilnahme an den liturgischen Feiern geführt werden”, heißt es in Sacrosanctum Concilium 14.

Die Konstitution betont den Primat der Verinnerlichung des Gläubigen, die ihren Ausgangspunkt in der Anbetung hat. Die persönliche Aneignung der liturgischen Handlung, der er beiwohnt, könne nur durch eine authentische Verinnerlichung eine äußere Ausdrucksform garantieren, die ausdrücken kann, was in der Tiefe gelebt wird.

Anthropozentrische Wende in der Liturgie

„Es fällt schwer, die Konstruktion des Novus Ordo als bloß andere ‚Form‘ desselben Ritus zu erkennen wegen der Willkür, die als Pseudo-Weisheit verkleidet wurde, wegen unbesonnener Elemente und der Archäologismen, die den jahrhundertealten Ordo umgestürzt und zerbrochen haben und damit seine mystische Tiefe, die symbolische Schönheit und den Reichtum sowie die wirkliche theologische Weisheit. Die dem Geheimnis innewohnende Macht und Heiligkeit wurden durch rationalistische Vorzeichen der modernen Mentalität ersetzt, die vom Menschen ausgeht und damit mit dem Novus Ordo eine anthropozentrische Wende in der Liturgie vollführte“, so Maria Guarini in ihrem Buch zur Liturgiereform „Questione liturgica“ (Die liturgische Frage. Der römische Ritus usus antiquior und der Novus Ordo Missae 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, Rom 2013).

Das Consilium ad exsequendam Constitutionem de Sacra Liturgia ging weit über die Richtinien hinaus, die das Zweite Vatikanische Konzil für die Liturgie vorgegeben hatte. Dazu gehörte auch die Verbannung der lateinischen Kirchensprache aus der Liturgie, die auf wenige Zeremonien und letztlich nur auf die Papstmessen beschränkt werden sollte. Die Abschaffung sehr vieler Gesten, Verneigungen und Gebete, die Einführung neuer eucharistischer Hochgebete, die Abschaffung der Bezüge auf die Gemeinschaft der Heiligen und auf die Gottesmutter durch Tilgung der Anrufung ihrer Fürsprache, der größere Raum für die Heiligen Schriften, die Änderung der Offertoriumsformeln und eine Reihe weiterer Veränderungen lassen eine große Distanz zwischen dem römischen Missale und dem Novus Ordo erkennen.

 Paul VI.: „Diese Reform birgt manche Gefahr“

Am 3. September 1969 sprach Paul VI. bei der Generalaudienz über mögliche Gefahren der Liturgiereform: „Diese Reform birgt manche Gefahr; eine besonders, die der Willkür, und damit einer Zersetzung der geistlichen Einheit der kirchlichen Gesellschaft, der Unübertrefflichkeit des Gebets und der Würde des Ritus. Die Vielzahl der eingeführten Veränderungen in das traditionelle und gemeinsame Gebet kann den Vorwand liefern; und es wäre ein großer Schaden, wenn die Fürsorge der Mutter Kirche im Gewähren der Volkssprachen, bestimmter Anpassungen an lokale Wünsche, bestimmter Texte und neuer Riten und nicht weniger anderer Entwicklungen des göttlichen Kultes, die Meinung verursachen würde, daß es keine gemeinsame, fixe und verbindliche Norm im Gebet der Kirche gebe, und daß jeder meinen kann, sie nach seinem Talent zu organisieren oder zu zerrütten.“

Überkam Paul VI., den entschlossenen Verfechter der Einführung der Volkssprache am Ende, als er als Papst die Zustimmung zum entscheidenden Schritt gegeben hatte, ein Zaudern? Am 26. November 1969 erklärte er dem Volk die Marginalisierung der Kirchensprache: „Hier, das ist klar, wird die größte Neuerung wahrgenommen werden: jene der Sprache. Nicht mehr Latein wird die Hauptsprache der Kirche sein, sondern die Volkssprache. Wer die Schönheit, die Kraft und ausdrucksstarke Sakralität des Latein kennt, für den wird die Ersetzung durch die Volkssprache sicher ein großes Opfer sein: wir verlieren die Sprache der christlichen Jahrhunderte und werden fast zu Eindringlingen und Profanen im literarischen Gehege der heiligen Ausdrucksform, und so werden wir einen großen Teil dieses wunderbaren und unvergleichlichen künstlerischen und geistlichen Faktums verlieren, den der Gregorianische Gesang darstellt. Ja, wir haben Grund, betrübt zu sein und uns fast zu verlieren: Womit werden wir diese angelische Sprache ersetzen? Es ist ein Opfer zu einem unabschätzbaren Preis.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Ciesa e postconcilio/Tradition in Action

drucken
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

20 Comments

  1. Danke für diesen ausgezeichneten Bericht! Die Lage zwischen der Promulgation des Missale von 1962 und dem NOM 1969/70 ist tatsächlich verworren und kaum irgendwo angemessen und ideologiefrei dargestellt.

    Angesichts der im Artikel dargestellten Fakten und der zitierten Worte von Papst Paul VI. ist dessen Seligsprechung noch unverständlicher.

  2. Der Schauspieler und Regisseur Bill Murray brachte es in einem Interview im „Guardian“ auf den Punkt:
    -
    „Ich bin mir nicht sicher, ob all diese Änderungen gut waren. Ich neige dazu, mit dem, was man die Neue Messe nennt, nicht übereinzustimmen. Ich denke, durch den Verlust des Lateins ging uns etwas verloren. Sogar wenn man jetzt in Harlem in die Messe geht, kann sie Spanisch sein, kann sie äthiopisch sein, kann sie in vielen Sprachen sein. Ihre Gestalt, die Bilder, sind gleich, doch die Worte sind nicht gleich.
    Zwar ist es vermutlich gut für die Menschen, dass sie die Worte der Messe verstehen, doch in den Worten sind Schwingungen. Wer oft genug hingegangen ist, der weiß ja eh, was sie [die Worte der Messfeier] bedeuten. Und ich vermisse wirklich die Musik, ihre Kraft, verstehen Sie? Himmel! “
    -

    Blicken wir auf den „Werdegang“ des „Novus Ordo“ zurück:
    Bez. der hl. Messe hat sich das Vaticanum II. mit keiner Silbe für folgende „Neuerungen“ ausgesprochen;
    nicht für den sog. „Volksaltar“,nicht für die Feier „versus populum“ , nicht für die quasi „Abschaffung“ der Liturgiesprache Latein und nicht für die „Handkommunion“ oder das „Laiendiktat“.

    Auszug aus der Liturgiekonstitution „Sacrosanctum concilium“ vom 4. Dezember 1963:

    -
    § 1. Der Gebrauch der lateinischen Sprache soll in den lateinischen Riten erhalten bleiben, soweit nicht Sonderrecht entgegensteht.

    4. Der Muttersprache darf im Sinne von Art. 36 dieser Konstitution in den mit dem Volk gefeierten Messen ein gebührender Raum zugeteilt werden, besonders in den Lesungen und im „Allgemeinen Gebet“ sowie je nach den örtlichen Verhältnissen in den Teilen, die dem Volk zukommen.
    Es soll jedoch Vorsorge getroffen werden, daß die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Meß-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können. Wenn indes darüber hinaus irgendwo der Gebrauch der Muttersprache bei der Messe in weiterem Umfang angebracht zu sein scheint, so ist die Vorschrift des Artikels 40 dieser Konstitution einzuhalten.

    -

    Das Vaticanum II. hat denn auch in derselben Liturgiekonstitution Sacrosanctum concilium vom 4. Dezember 1963 weder von einer Zelebration „versus populum“ noch von der Errichtung „neuer Volksaltäre“ gesprochen.
    In Nr. 128 der Liturgiekonstitution steht lediglich:
    -
    [….]
    „Die Canones und kirchlichen Statuten,
    die sich auf die Gestaltung der äußeren zur Liturgie gehörigen Dinge beziehen,
    sind zugleich mit den liturgischen Büchern im Sinne von Art. 25 unverzüglich zu revidieren. Das gilt besonders von den Bestimmungen über würdigen und zweckentsprechenden Bau der Gotteshäuser, Gestalt und Errichtung der Altäre, edle Form des eucharistischen Tabernakels, seinen Ort und seine Sicherheit….
    [….]
    -

    Erst mit den nachkonziliären Willkürakten hat der sog. „Volksaltar“ mit dem ihn begleitenden liturgischen Wildwuchs Einzug gehalten !
    Als Grundlage diente die „Instruktion „Inter oecumenici“ vom September 1964, in der die eigentliche Absicht der Liturgiekonstitiution durch „freie Interpretation“ völlig entstellt worden ist !

    Vor dem Vaticanum II.galt die Weisung des Dekretes “ Sanctissimam eucharistiam maximo“ der Ritenkongregation vom 1. Juni 1957:

    -
    „In Kirchen, wo sich nur ein einziger Altar befindet, darf er NICHT so angeordnet werden, dass der Priester zum Volk hin zelebriert.“
    -

    In der bereits oben erwähnten „Instruktion Inter oecumenici“ vom September 1964 liegt nun die Wurzel der beginnenden „freien Interpretation“ der eigentlichen Konzilskonstitution….gleichsam eine schleichende Verdrehung:

    -
    „Es ist wünschenswert / es ist besser , dass der Hochaltar von der Rückwand getrennt errichtet wird, so dass man leicht um ihn herumgehen und an ihm zum Volk hin zelebrieren kann.
    Er soll in den heiligen Raum hineingestellt sein, dass er wirklich die Mitte ist,
    der sich von selbst die Aufmerksamkeit der ganzen versammelten Gemeinde zuwendet.
    Bei der Auswahl des Materials für den Aufbau und die Ausstattung des Altars müssen die Rechtsvorschriften eingehalten werden.
    Auch sei das Presbyterium um den Altar herum so weiträumig,
    dass die heiligen Handlungen bequem vollzogen werden können.“
    [….]
    Es ist erlaubt, die Messe zum Volk hin zu feiern,
    auch dann, wenn ein kleiner, passender Tabernakel auf dem Altar steht“
    -

    In einer nun nachkonziliären weiteren Instruktion „Eucharisticum mysterium“ 1967 steht erneut zu lesen:

    -
    „Es ist erlaubt, die Messe zum Volk hin zu feiern, auch dann, wenn ein kleiner, passender Tabernakel auf dem Altar steht“

    -
    In der darauffolgenden Einführung in das neue Römische Messbuch von 1969 wird dann weiter der Eindruck erweckt, als wäre der „Volksaltar mit Ausrichtung versus populum“ die „Norm“:
    -

    „Der Hauptaltar soll von der Wand getrennt gebaut werden, so dass er leicht umschritten werden und auf ihm die Zelebration versus populum (zum Volk hin) ausgeführt werden kann …
    -

    In der Neuauflage des Missales im Jahre 2002 schliesslich findet sich der folgenschwere Zusatz:

    -
    „Dies sollte der Fall sein, wo immer es möglich ist.“
    -

    Dies war denn auch für Manche ein „Freibrief“, den „Volksaltar“ und die Ausrichtung „versus populum“ nun gar als „verpflichtende Forderung“ aufzutischen.

    Schließlich noch zwei Zitate.
    Zunächst eines vom damaligen Kardinal Ratzinger aus „Der Geist der Liturgie“

    -

    [….]
    Die Verdrehung der Gebetsrichtung erfolgt auf Grund einer modernen Anthropozentrik, statt der Theozentrik in der Liturgie und der aktiveren Teilnahme an ihr.

    Dies zeigt nicht nur die liturgische Gebetsrichtung, sondern auch die Ersetzung des Tabernakels in der Mitte des Presbyteriums, durch den Sitz des Priesters. “
    … die Zelebrationsrichtung versus populum erscheint heute geradezu als die eigentliche Frucht der liturgischen Erneuerung durch das II. Vaticanum.
    In der Tat ist sie die sichtbarste Folge der Neugestaltung, die nicht nur eine äußere Anordnung liturgischer Orte bedeutet, sondern auch eine neue Idee vom Wesen der Liturgie als gemeinschaftlichem Mahl einschließt. (…) und „Immer weniger steht Gott im Blickfeld,
    immer wichtiger wird alles, was die Menschen tun, die sich hier treffen und schon gar nicht sich einem „vorgegebenen Schema“unterwerfen wollen.
    Die Wendung des Priesters zum Volk formt nun die Gemeinde zu einem in sich geschlossenen Kreis. Sie ist – von der Gestalt her – nicht mehr nach vorne und oben aufgebrochen, sondern schließt sich in sich selber.“
    -

    Und noch ein Zitat des Liturgikers Pater Josef Andreas Jungmann, der selber an der Ausarbeitung der ursprünglichen Liturgiekonstitution des Vaticanum II. mitbeteiligt war:

    -
    „Wenn sich der Liturge zusammen mit den Gläubigen beim Gebet dem Altar zukehrt, so ist er der sichtbare Anführer des pilgernden Gottesvolkes im gemeinsamen Aufbruch zum wiederkommenden Herrn.
    Die gemeinsame Gebetsrichtung ist ein Ausschauen nach dem Ort des Herrn und hält den eschatologischen Charakter der Eucharistiefeier lebendig, die ausgerichtet ist auf eine künftige Vollendung in der Gegenwart des lebendigen Gottes.
    So ist die liturgische Versammlung als Ecclesia peregrinans offen auf die Versammlung der Heiligen in der himmlischen Stadt, wie der Hebräerbrief in Erinnerung ruft:
    „Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind; zu Gott, dem Richter aller, zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten, zum Mittler eines neuen Bundes,
    Jesus, und zum Blut der Besprengung, das mächtiger ruft als das Blut Abels“ (Hebr 12,22-24 EU).
    [….]
    Bei der Zelebrationsrichtung versus populum kann die Gemeinde, gleichsam in sich gekehrt, dazu neigen, dass sie die transzendente Dimension der Eucharistiefeier nicht mehr wahrnimmt.
    Die Überbetonung des kommunitären Aspekts führt sozusagen zu einer geschlossenen Gesellschaft,die nicht offen ist auf die unsichtbare Versammlung der Heiligen im Himmel
    und auf die anderen irdischen Versammlungen der Christen.
    Gewissermaßen dialogisiert die Gemeinde mit sich selbst.
    Garriga sieht eine weitgehende Desakralisierung und Säkularisierung der Liturgie, die mit einer nahezu ausschließlich horizontalen Vision des christlichen Lebens einhergeht und letztlich ihren Grund in einer defizienten Christologie hat.
    Bouyer fordert:
    «Die sakramentale Welt darf nie zu einer von der realen Welt getrennten Welt werden».
    Zum Herrn hin zelebrieren, ist die wirkliche, der Liturgie angemessen Zelebrationsrichtung.“
    -

  3. Die Zitate Pauls VI. im letzten Abschnitt offenbaren m.E. eine fast diabolische Direktheit: dieser „Papst“ sagte uns doch, was er tut und im Prinzip auch, warum er es tut. Er sagte direkt, dass er nun zerstört habe und dass es ums Zerstören gegangen war:

    „Ja, wir haben Grund, betrübt zu sein und uns fast zu verlieren: Womit werden wir diese angelische Sprache ersetzen? Es ist ein Opfer zu einem unabschätzbaren Preis.“

    Solche Sätze, gepaart mit der von Anfang an klaren und auch noch ausgedrückten (!) „Gefahr“ – man könnte auch sagen: der unweigerlichen Konsequenz des neuen „Ordo“, der ja mehr eine Unordnung als eine Ordnung darstellt – offenbaren entweder einen geisteskranken Mann oder einen bewussten Zerstörer.

    Denn kein Vater zerbricht das Haus, ersetzt es durch eine lumpige Gartenlaube, schmeißt die kostbaren Möbel und Bilder auf einen Scheiterhaufen, kündigt den Kindern an, dass es nun bergab gehe, sie aber nun endlich einmal Gelegenheit hätten zu spüren, was es heiße, selbst aktiv zu werden, ihnen unterstellend, sie seien vorher nur faule Konsumenten nicht selbst erwirtschafteten Reichtums gewesen!

    Unschwer kann man in dieser Gestik Pauls VI. die kommunistische Enteignung der Braut Christi sehen.
    Die Mutter hat man erst nach Sibirien geschickt (Maria). Und eine Familie ohne Mutter zerfällt in aller Regel sofort (ist dann auch so geschehen).

    Die Schönheit, Zartheit und Reinheit dieser Frau und Mutter, das Wesen der Braut Christi, ist seither verroht, maskulinisiert (nein, Kardinal Burke hat nicht recht – er sieht das alles zu vordergründig, begreift nicht, was in der Tiefe überhaupt geschehen ist: die Braut Christi ist vermännlicht worden – das ist das Problem, und es spiegelt sich in der Maskulinisierung auch der gesamten Frauenschaft!).

    Auch im Gläubigen wurde die „weibliche“ Haltung des Empfangens, der aktiven Hingabe an Christus, die auch den Mann geadelt und geformt, gerade ihn in den Priestern und katholischen Mönchen und Laienmännern in großer Stärke und Schönheit hatte erglänzen lassen, durch die „aktive“, angeblich „tätige Teilnahme“ (auch dies eine symbolische Maskulinisierung der Braut Christi!) zerstört.

    Waren viele, sehr viele Männer vorher in marianischen Einstellung zu großer Reife und Adel gelangt – das wurde damit weggefegt!
    Waren viele Frauen durch die Kontemplation und mystische Begabung besonders häufig Empfängerinnen tiefer Erkenntnisse: das wurde zerstört und ward seither kaum noch gesehen!

    Dass Paul VI. also mit voller und böswilliger Absicht handelte, geht aus seinen Worten klar hervor. Warum hat man es nicht gehört?

    Denn kein Vater (und erst recht keine Mutter) würde seine bzw. ihre Kinder je einer solchen Gefahr aussetzen, die er bzw sie auch noch klar vor Augen hält, wie Paul VI. es ja tut!

    Weder ein rechtmäßiger Papst noch gar die Mutter Kirche würde dies tun, was da geschehen ist!

    Und der Zynismus, mit dem Paul VI. dies den gutgläubigen Menschen auch noch ins Gesicht sagt!

  4. Ein Masterplan ist erkennbar: Mit Montini wurde die Liturgie zerstört und im katholischen Volk das Gefühl für das Unwandelbare des Glaubens ausgelöscht, da nun die Beliebigkeit an Stelle des Zeitlosen trat. Wojtyla konnte darauf aufbauend wie ein zweiter Echnaton seine neue Religion des dogmatischen Indifferentismus im Geiste Assisis aufbauen, in der seine rigiden Moralvorstellungen wie ärgerniserregende erratische Blöcke im Meer der Allerlösung hervorragten. Jetzt wird nach der lex orandi und der lex credendi mit der Abschaffung der Moral im Namen der Pseudobarmherzigkeit die zweitvatikanische Afterkirche vollendet. Kyrie eleison!

  5. Die Uhr nicht mehr zurückzudrehen, aber…es wird auch wieder gut werden.
    Es war „vordem“ sicher nicht alles Gold, was glänzt, wie auch jetzt nicht alles Blech ist.

    Ich frage mich, warum die hl. Messe wie sie war, dann von offenbar wenigen, einer sicherlich lautstarken Minderheit, abgeschafft werden konnte. „Das Volk“ hätte sicher stärker opponiert und dies verhindern können. Aber es wurde ja so erzogen, daß alles richtig ist, was von Oben kommt.

    Papst Paul VI. ist einem gravierenden Denkfehler erlegen. Er meinte wohl, durch Änderung der Form und Weglassung bestimmter Teile und Einführung von „Neuem“ einen Anstieg von Gläubigkeit oder Glaubenswissen zu erreichen. Er hatte die Krise gesehen, aber falsche Schlüsse gezogen. Das ist die Tragik, die jedoch Abermillionen von Christen ausbaden mußten und müssen. Halb Europa ist inzwischen unchristlich geworden.

    Klar: auch das Volk Israel war immer wieder ungehorsam und mußte anschließend den Kelch des Leidens trinken. Die babylonische Gefangenschaft der Kirche durch die Oberen der Kirche wird ja nicht ewig andauern.

  6. sagen wir mal einfach so:
    Wenn die vor dem Konzil alle das gewesen wären, was sie hätten sein sollen, dann hätte das Konzil keine solchen verheerenden Folgen gehabt.

    Zu Frau Zeitschnur, finde ich witzig, dass sie sie Maskuliniseirung der Frau beklagen, der sie ansonsten beständig das Wort reden.

    Im Grunde kann man sagen, das der Vater den Kindern das gegeben hat, was sie lautstark forderten und den Kindern die Demut abhanden gekommen ist, das zu kommunizieren.

    ich glaube im Grunde geht man auch fehl damit, dass man sagt „Klar waren früher die Leute der Ansicht, alles was der Pfarrer sagt, ist richtig, auch wenn es noch so verkehrt ist“
    Unterhält man sich auch mit alten Leuten länger und tiefer, so stellt man fest, dass es sich hier um ein Klischee handelt.

    • Sie haben völlig recht: Wenn die vor dem Konzil alle das gewesen wären, was sie hätten sein sollen, dann hätte das Konzil keine solchen verheerenden Folgen gehabt!
      Wie schrieb der gute Freund des Montini-Papstes, der franzöische Schriftsteller Jean Guitton, ausgerechnet im „L`Osservatore Romano“: „….. es war lange vor dem Konzil, daß neue Formen der Spiritualität, Mission, Katechese, Liturgiesprache, des Bibelstudiums und des Ökumenismus vorgelegt wurden. Es war lange vor dem Konzil, daß ein neuer Geist in der Kirche geboren wurde.“
      Pius XII. selbst hatte die Weichen bereits in diese Richtung gestellt, dafür gibt es unzählige Belege, überließ aber seinen Nachfolgern die Ausführung. Ob er selber jemals so weit gegangen werden, darf aber mit Recht bezweifelt werden. Doch allein die Berufung Annibale Bugninis zum Leiter der Reform der Liturgie war ein verhängnisvoller Schritt des letzten Pius-Papstes. Ist es nicht bezeichnend, daß dieser Mann ausgerechnet den Vornamen Hannibal trug? Wie Hannibal Rom zerstörte, so zerstörte Bugnini die altehrwürdige Liturgie der Römischen Kirche. Als das ganze Ausmaß dieser Zerstörung sichtbar wurde, beschuldigte der italienische Romancier Tito Casini voller Zorn und Verzweiflung Paul VI.: „Sie haben das getan, was die römischen Soldaten am Fuß des Kreuzes niemals zu tun gewagt hätten. Sie haben das nahtlose Gewand zerrissen, das Band der Einheit zwischen den an Christus Glaubenden in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, um es in Fetzen liegen zu lassen.“ Der offene Brief Casinis ging in zahlreichen Übersetzungen um die Welt – so vergebens wie ein leidenschaftliches Gesuch aus England an den Papst, „uns die Messe zurückzubringen, wie sie so großartig im Latein ihren Ausdruck fand, die Messe, die unzählige Werke der Mystik, der Malerei, Dichtung, Bildhauerei und Musik inspirierte, die Messe, die nicht nur der katholischen Kirche und ihren Gläubigen gehört, sondern der Kultur der ganzen Welt“. Das Bittgesuch war von einer Reihe angesehener Künstler und Philosophen unterschrieben, darunter Yehudi Menuhin, Otto Klemperer, Agatha Christie, Andres Segovia, Robert Graves, Iris Murdoch, Jorge Luis Borges, Robert Lowell und Vladimir Ashkenasy.
      Ich bin sicher, daß Giuseppe Siri (daher mein Pseudonym), der Erzbischof von Genua, wenn er denn Papst anstelle des unseligen Montini geworden wäre, diese verhängnisvolle Entwicklung wenn nicht gestoppt, so doch deutlich abgebremst hätte. Es hat nicht sollen sein, weder 1963 noch 1977. Die modernistischen Neuerer und Zerstörer der Tradition haben sich durchgesetzt ……..

    • …und ein Klischee ist auch, dass Frau Zeitschnur der Maskulinisierung der Frau das Wort rede…

      Das hat sie in der Tat noch nie getan… sie spricht vielmehr der weitreichenden und intelligenten Feminisierung der Frau das Wort…
      Die wiederum setzt aber eine gewisse Freiheit voraus.

      Schade, dass so viele Katholikinnen sie nicht haben.
      Das muss mit ihrer Abwehr gegen die Gottesmutter zu tun haben!

      Die Frage der Fragen ist nämlich: gilt für uns die alte Fluchordnung, oder streben wir der Heilsordnung entgegen, um endlich erlöst in Gott einzugehen?

      Oder haben wir womöglich gar nicht erkannt, dass da ein Unterschied besteht?

      • wir stehen unter der FLuchordnung udn nur wenn wir das annehmen, gelangen wir zur himmlischen Heilsordnung, das ist der springende Punkt.
        Und alle Versuche die Heilsordnung ohne Annahme des FLuches zu etablieren, die etablieren die Hölle auf Erden, welche auch wieder, durch Annahme zu einem Fegefeuer gewandelt werden kann.
        Genau darum geht es bei der Mann/Frau Kiste oder meinen Sie, dass die Männer es besser hätten, als die Frauen?

      • @ besorgter christ

        Es ist nicht mein Fehler, wenn Sie die Ebene, auf der ich argumentiere, ständig verfehlen…

        Und ich hatte doch recht – Sie können die Fluchordnung von der Heilsordnung nicht unterscheiden. Das erklärt auch Ihr Unverständnis und die wiederholte unterschwellige Aggression gegen meine Überlegungen zum Thema.

        Mit Jesus und Maria sind der neue Adam und die neue Eva gekommen – das ist Lehre der Kirche. Wir stehen selbstverständlich nicht mehr unter dem Fluch der Sünde. Wir harren jedoch auf das Offenbarwerden der Erlösung, die bereits gilt.

        Wir haben das Gnadengewand schon erhalten und sind in einem Läuterungsprozess begriffen. Dafür ist dieses Leben doch da! Was man hier nicht tut, um dem alten Menschen zu sterben, kommt dann im Fegfeuer.
        Und dort, heißt es, gehe es nicht mehr so leicht wie hier…

        „Zieht den neuen Menschen an!“

        Das ist die Marschrichtung des Hl. Paulus.
        Was Sie reden, führt ins Gegenteil.

      • Im übrigen: die „Fluchoirdugnanerkennen“ kann nur heißen: anerkennen dass man ein Sünder ist und unter dem Gesetz der Sünde steht von Natur aus.

        Wer aber zur Taufe schreitet begehrt den Glauben der Kirche.

        Wer den empfängt steht nicht mehr unter dem Gesetz der Sünde.

        Es bestürzt mich regelrecht, dass Sie das nicht wissen!

      • Jeder Blick in die Nachrichten, jeder Blick in ein Geschichtsbuch, jeder Blick in den Spiegel belehrt mich, dass wir unter der Fluchordnung stehen.
        Gerade Sie werte Frau Zeitschnur geißeln absolut korrekt (zwar absolut lieblos) die teilweise verhängnisvollen Fehler derjenigen die zu hohem Amt und Würden berufen sind, und auch durch Taufe neue Ordnung, angekleidet mit den Gnadengewand und dergl wurden, wo das sogar durch die Firmung besiegelt wurde und trotzdem guckt der alte Mensch aus allen Knopflöchern, und es scheint als sei die Schwerkraft des Bösen omnipotent.
        Ich denke wir können uns auf den Läuterungsprozess hier auf dieser Erde in der Verbannung mit der gefallenen (auchd er gefallenen menschlichen Natur, im Sinne einer UNordung der Kategorien der Seele udn des Willens) einigen.
        Aber mir scheint sie huldigen einen donatistischen Irrtum,. dass der Getaufte automatisch der Bessere Mensch sei, und im Fall, dass man merkt, dass dem nicht so ist, soll man ihn hinauswerfen oder am besten gleich umbringen.
        Ich denke es bleibt wie es Christus gesagt hat, eng und schmal ist der Weg zudem führt er durch vielerlei Drangsale, weil wir zwar gerettet sind, aber nur in der Hoffnung, Hoffnung aber die schon erfüllt ist, keine mehr ist.

      • P.S ja wir gehören durch die taufe nicht mehr zur Fluchordnung stehen aber unter ihrer Fuchtel, alles was wir tun können ist diese FLuchordnung übersteigen, indem wir sie als Stufen hinauf zu Gott durch Christus! nehmen, exemplarisch haben die Märtyrer das gemacht.
        Aber die Fluchordnung ist eine Realität die sich durch die Taufe nicht in nichts auflöst

      • @ besorgter christ

        Wir stehe definitiv nicht mehr unter der Fluchordnung!
        Andernfalls könnten wir uns Kirchgänge, Sakramentenempfang etc. sparen!

        Der „alte Mensch“ guckt aus den Knopflöchern“, aber es ist unsere Aufgabe, ihm ade zu sagen!

        Viele Menschen sind nicht getauft bzw. glauben nicht (mehr) an das, was die Taufe aussagt.

        Der das Gnadengeand trägt, ist nicht unter dem Fluch, aber er muss abwarten, bis Gottes Geduld mit uns allen auch noch den letzten Sünder mit diesem Gewand bekleidet hat – darum sieht es so aus, wie es aussieht.

        Das mit dem Donatismus ist dummes Zeug, verzeihen Sie. Sie haben das schon mehrfach aufgefahren. Ich bin die letzte, die nicht jedem Fehltritte zugesteht, sofern er sie auch wieder bereut und büßt (einschl.meiner selbst). Aber ich weigere mich, dem beharrlichen Sündigen auch nur irgendetwas zugute zu halten!

        Und bitte: lassen Sie Ihre Psychokeulen im Sack – wäre ich kleinlich, könnte ich auch Ihre Anwürfe als „lieblos“ qualifizeren. Das ist alles albern: das zum Beispiel kann man von echten Männern lernen, hier nicht herumzuzimpern! Zimperliesen taugen nicht fürs Reich Gottes…
        Es ist wie Jesus es sagte: Habe ich recht mit dem, was ich sage, oder nicht? Nur das zählt! Liebe darf nicht als Deckmantel für die Bosheit herhalten!
        Und noch ein Volksmund-Wort: Der Narr verträgt die Wahrheit nicht. Nur der Feigling weicht aus auf die Metaebene („Der Ton gefällt mir nicht, hach, das ist lieblos, ächz, und überhaupt, Du bist nicht bessr als die anderen..“)

        Christen sind aber keine Narren – sie vertragen die Wahrheit ohne herumzujaulen und sich selbst zu bemitleiden. Und wenn sie es noch nicht vertragen, lernen sie es. Das muss man auch im normalen weltlichen Geschäftsleben lernen. Man kann also nur sagen: Werden wir erwachsene Christen.

        Uns ist ein echtes Rittertum zugesagt in der Firmung: nehmen wir es doch endlich an ohne diese Empfindelei!

      • natürlich stehen wir unter der Fluchordung, lesen Sie doch mal Zeitung.
        Gerade Sie prangern ja die Kirche in ihren Amtsträgern an, da ist alles zu spät.
        Gerade Sie stellen doch immer wieder, im Grunde richtig, fest, dass die Franziskusschen Eskapaden, Frucht der vorhergehenden Eskapaden sind.
        Was Christus gebracht hat, ist, dass der Fluch unter dem wir alles stehen nicht mehr unausweichlich ist, sondern wir aus dieser verfluchten Welt gerettet werden können (so wir das wollen) aber durch den Tod hindurch, das ist die Erlösungstat Christi.
        Werkzeug dafür, dass wir das tun können, ist die von Christus gestiftete Kirche, mitsamt den Sakramenten.
        Und meine Liebe, Paulus sagt „so bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, das Größte aber ist die Liebe“ und „Die Liebe deckt viele Sünden zu“ sagt Petrus in der ersten jemals geschriebenen Enzyklika.
        Und Christus selbst lobt die Sünderin, wegen der Liebe die sie ihm erwiesen hat, udn fordert Barmherzigkeit, statt Opfer.
        Ich weiß schon,d ass diese Worte,g erade innerkirchlich, sehr, sehr missbraucht werden, dennoch sind sie wahr.

  7. „Es ist ein Opfer zu einem unabschätzbaren Preis“.
    Leider ist uns der Montini-Papst die Antwort schuldig geblieben, wozu dieses Opfer nötig war und wem es dargebracht wurde!
    Wir alle kennen zur Genüge das Gejammer dieses Mannes, der aber weder bereit noch in der Lage war, die Geister, die er selber rief, zu bannen. Er war Papst in der entscheidenden Zeit von 1963-1978, er hatte die Macht und auch die Mittel, das Konzil, was ja noch buchstäblich in den Startlöchern stand, in eine andere Richtung zu lenken. Nein, er hat ja alle die unseligen Beschlüsse nicht nur umgesetzt, sondern großteils auch initiiert. Und dann brach er in das große Weinen aus: „Der Geist Satans ist in die Kirche eingedrungen“. Ja, bitte schön, wer hat diesem Geist denn Tür und Tor weit geöffnet? Sein Vorgänger Johannes XXIII. hat nach seinen eigenen Worten „die Fenster öffnen wollen, um frische Luft hereinzulassen“, Paul VI. aber hat nicht nur sämtliche Türen aufgemacht, sondern auch noch die Mauern niedergerissen bzw. niederreißen lassen.
    Bereits zu Beginn der 1960er Jahre war die so lange unter dem Deckel gehaltene kirchliche Revolution klar etabliert. Es war eine verhältnismäßig sanfte Operation gewesen – vor allem dank der Tatsache, daß sie nicht von erklärten Atheisten, sondern von den angeblichen Freunden der Kirche, ja von ihren führenden Klerikern mit dem Papst an der Spitze, ausgeführt worden war. Anders als bei Luthers Angriff im 16. Jhdt. mit seinem wilden Geschrei wurde der Umsturz im 20. Jhdt. in vergleichsweiser Stille, inmitten einer wohlgeordneten Kombination von Positionspapieren, Lageberichten, Konferenzen, Tagesordnungen und Lehrplanprojekten vollzogen, die alle durch Kommissionen, Arbeitsgruppen, Studientagungen, Diskussionen und Dialoge hindurchgingen. Sobald das Konzil eröffnet war, wurde der Umsturz unablässig in Artikeln, Pressekonferenzen, Interviews, Ermahnungen und Enzykliken vorangetrieben, alles unter den Augen und dem vollen Wohlwollen des Papstes Paul.
    „Ist die katholische Kirche verrückt geworden?“ fragte besorgt der britische Gelehrte John Eppstein, obwohl die ganze verhängnisvolle Entwicklung noch in ihren Anfängen stand.
    Gegen Ende seines Lebens verflog Pauls Euphorie, und er erkannte – zu spät – , daß er außerstande war, das durchzustehen, was er angerichtet hatte. Den Abfall tausender von Priestern und Ordensleuten nannte er „meine Dornenkrone“, und in einer seinen letzten Ansprachen beschwor er eine Figur, die seine schöne neue Kirche doch eigentlich längst abgeschafft hatte: „Eine feindliche Macht hat sich eingeschaltet, ein geheimnisvolles Wesen, der Teufel selbst. Ich zittre, meine lieben Brüder und Schwestern.“
    Er hatte wohl allen Grund dazu ……….

    • Allerdings bezog Paul VI. das mit dem Rauch Satans auf den Konzilsgeist: Er jammerte herum, dass der Rauch Satans den wunderbaren Konzilsgeist zerstört hätte.

  8. Vorhin las ich im Newsletter, dass „Ognissanti“ die Titelkirche von Kardinal Kasper ist, der Papst Franziskus dort empfangen wird. Na das passt ja nun alles wie die Faust auf’s Auge!

Comments are closed.