Das verschwundene Vorwort von Benedikt XVI.

Verschwundenes Vorwort von Benedikt XVI
Verschwundenes Vorwort von Benedikt XVI

(Rom) Den Verteidigern der katholischen Ehe- und Familienlehre weht derzeit ein rauher Wind ins Gesicht. Druck, der auf Verleger ausgeübt wird, die deren Bücher zur Verteidigung des Ehesakraments herausgegeben haben. Bücher zur Verteidigung der katholischen Ehe- und Morallehre, die auf dem Weg zu den Synodalen im Vatikan verschwinden. Öffentliche Angriffe gegen Kardinäle, die sich dem von Papst Franziskus gebilligten Kasper-Vorschlag widersetzen, um ihr Ansehen zu beschädigen. Absetzungen und Entfernungen.

Wieviel dabei vorauseilender Gehorsam Untergebener und wieviel direkter Auftrag von oben ist, läßt sich nicht leicht sagen. Vieles weist jedoch auf eine entschlossene Kommandozentrale rund um Papst Franziskus hin. Man hat ein Ziel vor Augen und will es erreichen im Oktober 2015. Im Hintergrund erhöht die reiche deutsche Kirche ihren Druck auf Rom. Kardinal Reinhard Marx ließ ausrichten, daß Deutschland im Alleingang die kirchliche Praxis ändere, sollte Rom sich mit seiner Synode noch einmal sträuben wie im Oktober 2014. Marx als Schattenpapst in München? Im argentinischen Rom will man ja, wären da nicht die lästigen „Konservativen“, die sich dem Fortschritt nicht fügen wollen.

Zu ihnen gehört auch der afrikanische Kardinal Robert Sarah. Der französische Verlag Fayard legte in diesen Tagen ein Gesprächsbuch von Kardinal Sarah vor. Darin findet sich die Aussage: „Die Idee, das Lehramt in eine hübsche Schachtel zu räumen und damit von der pastoralen Praxis zu trennen, die dann je nach Umständen Moden und Leidenschaften entwickeln kann, ist eine Form von Häresie, von pathologischer Schizophrenie. Ich bekräftige feierlich, daß die Kirche von Afrika sich jeder Form von Auflehnung gegen das Lehramt Christi und der Kirche widersetzen wird.“

Ein Buch mit einem Rätsel

Ein Buch, das ein Rätsel aufgibt. Der Verlag hatte es mit einem „Vorwort des emeritierten Papstes Benedikt XVI.“ angekündigt und bereits die Frontseite des Buches veröffentlicht (siehe Bild). Benedikt XVI. ist aber nun verschwunden. Das Buch wurde ohne ein Vorwort von ihm veröffentlicht. „Mit aller Wahrscheinlichkeit hatte Benedikt XVI. ein Vorwort geschrieben, das für das Buch vorgesehen war, andernfalls hätte die Titelseite mit der Buchankündigung nicht so gestaltet und für die Werbung benützt werden können“, so Benoit et moi. Warum das Vorwort zurückgezogen wurde, bleibt ein Rätsel. „Welche politisch korrekte Gedanken gewannen im Verlag Fayard die Oberhand, um die Veröffentlichung eines Vorwortes des emeritierten Papstes im neuen Buch für unklug zu erachten?“, so Benoit et moi verbunden mit der Hoffnung, daß Kardinal Sarah das von Benedikt XVI. verfaßte Vorwort öffentlich macht.

Die Gründe für das verschwundene Vorwort müssen natürlich nicht beim französischen Verlag liegen. Was vorerst bleibt, ist der Verdacht, daß Druck und Einschüchterung Schule machen gegen jene, deren Verteidigung der katholischen Glaubenslehre und Ordnung als „Angriffe“ gegen den Papst denunziert werden.

Kardinal Sarah wirkte 22 Jahre als Erzbischof von Conakry in Guinea. Er weiß mit schwierigen Situationen umzugehen, ohne gleich die Nerven zu verlieren. Sein Vorgänger war neun Jahre von den damals in Guinea herrschenden Kommunisten inhaftiert worden. 2001 berief ihn Papst Johannes Paul II. nach Rom und machte ihn zum Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker. 2010 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Vorsitzenden des Päpstlichen Rats Cor Unum und kreierte ihn im selben Jahr zum Kardinal. Papst Franziskus machte ihn Ende 2014 zum neuen Präfekten der römischen Gottesdienstkongregation. Auf der Suche nach einem Nachfolger für den Ratzingerianer Kardinal Canizares sprachen die Herkunft und sein Einsatz im Rahmen des kirchlichen Hilfswerks für den Schwarzafrikaner mit ernstem Gesichtsausdruck. Ausschlaggebender scheint gewesen, daß Papst Franziskus nach der verbalen Entgleisung von Kardinal Walter Kasper bei der Synode, sich um Gesten des guten Willens gegenüber Schwarzafrika bemühte. Der Vorsitz im Päpstlichen Rat Cor Unum ist seither vakant, was die beabsichtigten Zusammenlegungen von Päpstlichen Räten im Zuge der Kurienreform erleichtert.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Benoit et moi (Bildmontage)

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20 Comments

  1. Wie das auch sein mag mit dem abgesetzten Vorwort von Papst Benedikt XVI.: wie kann es sein, daß Erzbischof Gänswein davon redet, er und sein Nachfolger würden in der Substanz übereinstimmen?
    Wäre dem nicht so, ist eine solche Aussage eher nicht vorstellbar.

    Daß Intrigen laufen, jede Menge, ist offenkundig. Inwieweit da Papst Franziskus involviert ist, ist wohl schwer zu sagen. Man kann natürlich auch einfach sagen: die Sache ist klar und Papst Franziskus ist der unbelehrbare Übeltäter. Das kann ja sein.

    Sollte es tatsächlich so sein, wird sich das bei der Synode zeigen, aber auch sicherlich am weiteren Verhalten von Papst Benedikt und seines Sekretärs erkennbar sein. Es ist kaum vorstellbar, daß Papst Benedikt die wahre Lehre nicht verteidigen würde zumal auch im Angesichte der zahlreichen Märtyrer wie gerade in Libyen und auch überall sonst. Es ist ausgeschlossen, daß Papst Benedikt die Lehre verraten würde um ein paar Silberlinge.
    Wie auch immer: das innige Gebet- auch zur Unterscheidung der Geister- ist ja immer notwendig.

    • Ich bin mir a) nicht sicher inwieweit Papst Benedikt überhaupt mitkriegt was los ist, b) inwieweit er noch irgendwas verteidigen kann, weil was hat er denn für Möglichkeiten?

      Papst Benedikt würde nie die Lehre verraten, darin bin ich sicher, aber er kann ja nichts mehr machen, außer beten.

      • Benedikt hat die Lehre verraten und dies mehrfach und teilweise anhaltend. Selbst für die Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene hat er schriftlich als Jüngerer plädiert. Das hat er verschwiemelt zurückgezogen (aber nicht ausdrücklich).
        Dafür ist er in anderen Dingen eindeutig häretisch geblieben: besonders schlimm was das Messopfer betrifft, was die Lehre über Maria betrifft (und das ist keine Geschmackssache, sondern dogmatisch verankert und keineswegs variabel oder gar einem protestantisierenden Katholizismus zur „freien“ Debatte übergeben!) und was seine Auffassung vom Felsen Petri betrifft (auch hier sind viele total blind: er war es, der das Papstamt subjektiviert und dessen Anspruch zurückgenommen hat – von daher erklärt sich auch sein völlig beispielloser Rücktritt, der eigentlich das stärkste Zeichen des Verrates ist).

        Ratzinger ist ein hochintelligenter Mann und weiß genau, was vorgeht und was er tut! Das ist kein dämlicher Tattergreis!

        Ob es uns passt oder nicht: er wollte es so und will es so! Er wäre sicher in der Lage, ein Kassiber rauszuschmugeln, wenn es anders wäre. Und hätte er den Mut des Glaubens -vor allem in seinem hohen Alter! – würde er dabei sein Leben nicht schonen…

        Es könnte ja auch durchaus sein, dass er selbst sein Vorwort zurückgezogen hat, weil er mit dem Kardinal nicht übereinstimmt?! Weiß man’s?

      • Verrat ist ein starkes Wort.
        Richtig ist, schon Kardinal Ratzinger sah die einzelnen Bischöfe als Nachfolger der Apostel und von daher in der Verantwortung vor Gott für ihre Diözesen.
        Das ist nicht, definitiv nicht, das heutzutage so hochgelobte Synodenprinzip.

        Richtig ist, er sah das Papstamt sozusagen als das Amt des Bischofs der Welt und relativierte es, auch und in Bezug auf die Orthodoxie.

        Von seinem eigenen (Ratzinger) Denken her ist sein Rücktritt folgerichtig und logisch, man muss dazu keine, wie auch immer geartete, Seilschaft udn Verschwörung bemühen.
        Er fühlte sich alt und schwach, und nahm dann für sich das in Anspruch, was die Kirche jedem Bischof und Pfarrer aufzwingt.
        Wobei ich persönlich diese Emeritiererei total verkehrt finde, natürlich kann ein alte Mensch nicht mehr so reisen, arbeiten und auftreten wie ein junger, aber genau das kann ein Bischof oder Pfarrer, wenn er alt geworden ist, ja abgeben.

      • @ besorgter christ

        Ich bezog mich mit dem Wort auf Ihren Satz: „Papst Benedikt würde nie die Lehre verraten.“

        Die Tatsache, dass nicht jeder Häretiker in jedem Punkt häretisch denkt, mildert seine Häresie jedoch nicht ab…

        Was die Verschwörungstheorien betrifft kann ich Sie beruhigen: ich denke so eigentlich nicht.
        Mich stört das auch, dass viele so denken, einfach deswegen, weil sie nie Beweise haben und einfach nur wild fabulieren. Das ist m.E. jedoch eine haarige Sache, weil sie immer die Möglichkeit der Verleumdung beinhaltet…

  2. Mir ist dieser „Jammerkasten“ oben unverständlich. Das sind doch alles nur die Früchte dessen, was über Jahrhunderte gesät wurde.
    Kann es sein, dass das „Tier“ (Offb 13, 18) schon längstens ein inhärenter Teil der Römisch-Katholischen Kirche wurde ?
    Ist es nicht so, dass dies nur eine Seite der seit dem Frühmittelalter allseits stattfindenden Destruktion ist ? Warum haben schon so viele gute und kompetente Menschen dieser Kirche und ihren Verantwortlichen, mit deren seit Jahrhunderten betriebenen limitierenden Geistbeschneidung, den Rücken zugekehrt ?
    Wieso wurden und werden beispielsweise der Codex P. Oxy. 1, 654 und 655 der Nag Hammadi Papyri = Evangelium des Hl. Apostel Thomas (Harold W. Attridge: The Greek Fragments. In: Bentley Layton (Hrsg.): Nag Hammadi Codex II,2–7. Volume One (= Nag Hammadi Studies. Band 20). E.J. Brill, Leiden u. a. 1989) verteufelt und als unkatholisch abgelehnt ?
    Ebenso erging es den Schriften des Henoch (Siegbert Uhlig: Das äthiopische Henochbuch, in: Werner Georg Kümmel, Hermann Lichtenberger (Hrsg.): Jüdische Schriften aus hellenistisch römischer Zeit. Bd. 5: Apokalypsen, L. 6, Gütersloh 1984, 461 – 780) und den Schriften des Johannes Tauler und des Meister Eckhardt, oder dem Tagebuch der Hl. Faustyna Kowalska u.v.a., die ignoriert und negiert werden. (Anm. 1)
    Warum ?
    Weil man aufgrund seiner veborgenen Sünden (Ps 90, 8) die Stimme Gottes, seinen Willen und seine Gegenwart im eigenen Herzen nicht mehr ertragen konnte !
    All dies zeigt sich auch in der komplett irrwitzigen und vom totalen Hass zerfressenen Verfolgung sämtlicher Marienerscheinungen in der Zeit von 1982 bis 2005. Es kann nicht sein, was nicht sein darf ! Machen wir uns doch nichts vor: Das wirkliche Christentum hat doch noch nie eine Chance gehabt. Kann ich ihn überhaupt noch in Schutz nehmen ? Die Entscheidung, die er traf, war gewiss nicht von Gott Vater, sondern von dessen Gegenpart. Er hat mich grenzenlos enttäuscht und verletzt. Dieses Kapitel der Kirchengeschichte ist eine Farce ohnegleichen. Meine Seele ist erfüllt von tiefster Trauer und Gram über all dies. Ohne Jesus wäre ich schon längst weg. Ich weine nur noch über diesen Abyssos Persona. Von theologisch-philosophischen Kommentaren bitte ich abzusehen.

    Anm. 1: Darüber hinaus ist der Index Librorum Prohibitorum, der von Teilen der Kirche auch heute noch weitergeführt wird, ein absoluter Hohn auf die Menschheit; da in diesem nämlich unter anderem die Schriften des Transformationsanalytikers C.G.Jung und des Kommunismuskritikers Alexander Solschenizyn verboten werden. In welchem Abgrund des Defizits an Geist leben wir eigentlich ?

    • „Kann es sein, dass das „Tier“ (Offb 13, 18) schon längstens ein inhärenter Teil der Römisch-Katholischen Kirche wurde ?“

      Der Lehre bis 1958 nicht! Da kann man der Zusage Jesu vertrauen!
      Aber dass der Antichrist sich logischerweise nur im Duell mit Christus, also am effizientesten direkt in der Kirche nährte und nährt, liegt nahe.
      Das gesamte NT beschreibt doch eine Kirche, die keineswegs menschlich „rein“ ist. Sie ist im Lehramt rein und in ihren Heiligen, aber nicht in allen Taten derer, die je in sie getauft wurden.

      Warum welches Buch auf dem Index stand – ich würde das im Einzelfall genau prüfen!
      Was frühchristliche Schriften betrifft: Klaus Berger hat da einen ganz schönen Band herausgegeben und übersetzt (Insel Verlag). Wenn Sie den ansehen, können Sie ermessen, dass ein Teil aufgrund gnostischer Tendenzen ausgesondert wurde, ein Teil wiederholt, noch dazu fragmentarisch, das, was in den 4 Evangelien steht. Und mancher frühe päpstliche Brief (Clemens etc.) gibt nicht unbedingt etwas wieder, was nun unbedingt Richtschnur sein muss – der vorhandene Kanon genügt vollauf und trägt alles wesentliche vor. So schreibt ja auch ein Evangelist am Ende seines Textes: Wenn man alles, was es zu Jesus zu sagen gäbe, aufschreiben wollte, würden alle Bücher der Welt es nicht fassen können: bescheiden wir uns also aufs Knappste…

      Die Nichtaufnahme in den biblischen Kanon ist nicht immer als „Ablehnung“ zuwerten. manches frühchristliche Buch wurde auch weiterhin verwendet – z.B. das Protevangelium des Jakobus über die Gottesmutter ist nach wie vor Quelle für die Mariologie.

      Faustyna wird allerdings massiv vertrieben und gelesen. Die Bedenken des Lehramtes waren unter Pius XII. wohl darauf bezogen, dass sie eine Herz-Jesu-Light-Verehrung einführen wollte, die Reue und Buße und Umkehr verschweigen. Warum das? Warum nur „Barmherzigkeit“, nicht aber auch „Buße“?
      Bei den Marienerscheinungen muss wie seit eh und je geprüft werden, welchen Ursprungs sie sind. Dass daneben ein wilder Hass gegen die echte Maria vorherrschend ist – damit haben Sie recht. Dieser Hass wird wesentlich vom Lehramt getragen. Auch Ratzinger hat massiv gegen die Stellung Mariens, wie sie bis Pius XII. formuliert worden war, polemisiert…

      Deswegen ist aber noch nicht jede Erscheinung, die sich als Maria gibt, auch von Gott.

      Wir leben in schlimmen Zeiten, und nichts fehlt uns mehr als ein Hirte.

    • Ich weiß nicht, ob ich Sie genau verstehe @Jeanne dArc, aber wir haben bei uns hierzulande ein ziemlich verwässertes, verbürgerlichtes Christentum. Da ist Jesus drunter begraben worden. Das ist sicherlich eine jahrhundertelange „Entwicklung“.
      Wo das alles herkommt- ich weiß es nicht. Ich weiß nur- vielleicht-, daß der lebendige Glaube, die wahre Hoffnung und Liebe immer mehr wie in ein Korsett gedrängt wurden.

      Man versucht und versuchte sich davon zu befreien. Aber heute wie zur Zeit der sog. Reformation(en) geschieht das oftmals auf verkehrten Wegen, ohne Demut und Liebe.
      Auch wo es an Liebe zum jeweiligen Petrus mangelt, da kann nichts Gutes entstehen, nichts Gutes.

      Was nützt einem Menschen das ganze große Wissen und die ganze Kritik, viel Ätzendes zuweilen (auch auf hohem intellektuellen Niveau), wenn er keine Liebe und Demut hat?
      Sind das Christen?- Das muß sich jeder ehrlich beantworten.
      Man soll für die Päpste immer in der guten Meinung, in der guten demütigen Meinung, beten. Das ist das Grundlegende.

      • das Christentum gerät immer dann in Schieflage, wenn die Christen sich und alle anderen nicht mehr als arme Sünder, die alles Elend dieser Welt mehr als verdient haben, verstehen, sondern als tolle, taffe Leute, wo Gott froh sein kann, solche Leute eine Ewigkeit lang um sich zu haben-
        Will heißen, wenn man nicht mehr versteht was Erlösung ist, und dass jeder, egal wie toll er ist, nichts ist wie ein armer, verlorener Mensch und verloren aus Gerechtigkeit Gottes, in die Möglichkeit! versetzte gerettet zu werden, aus reiner, ungeschuldeter, unverdienbarer Liebe Gottes.

        Diese oben erwähnte Schieflage ist dem Menschen immanent, aber im Aggiornamento der Nachkonzilszeit ist diese Schieflage, dieses rein weltliche Denken, eben verstärkt in die Kirche eingedrungen.

        Richtig ist auch hier, genau das muss geschehen, um das Ende der Welt einzuläuten (siehe die Visionen der HIldegard von Bingen, nach der (und auch andere sehen das so) der Antichrist von der KIrche geboren werden wird) aber dadurch werden die Täter und schlafenden Hirten nicht gerechtfertigt.
        Ist dasselbe mit dem Kreuzestod Jesu, das musste geschehen, aber die, die das verursacht haben, haben schwer gesündigt.
        (Der Menschensohn muss seinen Weg gehen, aber wehe dem, der das verursacht, für ihn wäre es besser nie geboren zu werden!).
        Wobei auch hier klar sein muss, es gibt keine Prädestination, jeder der damals handelnden Personen (Judas, Pilatus, Kajaphas, die ausführenden Soldaten, schreiende Leute in der Menge…) einfach jeder hätte anderes handeln können, und so ist es auch heute.

      • Bisschen viel „Demut“ auf der Speisekarte – Sie wissen sicher, dass der, der ständig von Demut spricht, sie bereits verloren hat. Und der, der sie von anderen einfordert, offenbart damit seinen Hochmut.

        Wer anderen das Christsein gegen ihr Selbstverständnis und Bekenntnis abspricht – nur weil sie angeblich „keine Demut und Liebe“ haben, der sündigt selbst schwer.
        Denn es ist weder unser Job, die Demut, noch die Liebe noch aufgrund des von uns diagnostizierten Mangels dieser beiden emotionalen Eigenschaften deren Christentum in Frage zu stellen!

        Es ist aber sehr wohl gerechtfertigt, auf sachlichem und theologischem Niveau die entscheidenden Fragen zu stellen, ohne damit irgendetwas Globales über Personen gesagt zu haben…

        Nicht zuletzt ist nicht so ganz leicht zu erkennen, was echte Demut überhaupt ist – ganz zu schweigen von der Liebe.

        Die Debatte ist alt, und man kann es am hl. Augustinus und dessen Rede von der Liebe zum Sünder aber dem Hass gegen die Sünde ablesen, dass auch damals schon sachliche Kritik als „mangelnde Liebe“ aufgefasst wurde – eine narzisstische Reaktion also.

        Darum kann und darf es nicht gehen angesichts der Wahrheit. Die persönlichen Entgleisungen sind zwar bequemer, aber sie verfinstern die Wahrheit, weil sie verallgemeinern und unfassbar sind.

        Uns bleibt nichts anderes übrig, als den Dingen sachlich und logisch auf den Grund zu gehen oder aber zu schweigen.
        Und in der Tat fehlt uns nichts mehr als dies: kühle, sachlich-harte und tiefe Auseinandersetzung mit den Dingen.

        Wenn Gott „schleift“ , erfährt man große Härte und die unerbittliche Aufgabe aller Empfindeleien, aller Fetische und alles Wissens.
        Nichts hat man zu bringen.
        Nichts hat man aus sich heraus, womit man IHN „retten“ könnte oder überhaupt dürfte.
        Es ist wie bei David, der Gott ein Haus bauen will: Gott sagt dazu „nein“ – Nicht David baut Gott ein Haus, sondern Gott baut David ein Haus!

        Das Grundlegende ist also: Nüchternheit des Glaubens, Rede und Antwort nicht scheuen (!) und Gott walten lassen.

        Wenn man das durchsteht, sich auch treten und schlagen lässt und um die Wahrheit ringt – dann wird man wachsen.
        Alles andere hält einen am Boden.

      • werte Frau zeitschnur jetzt bin ich aber platt!
        hat irgendwer ihren account gehackt?

        aber Scherz beiseite, wo steht in der Schrift dass man „Es ist aber sehr wohl gerechtfertigt, auf sachlichem und theologischem Niveau die entscheidenden Fragen zu stellen, [habe

        und was sind denn die entscheidenden Fragen?

        Ich dachte immer man wird nach dem Maß gerichtet nach dem man selber gerichtet hat und es käme auf die Liebe an, die nun mal genau nicht sachlich ist , sondern total unsachlich-

      • @ besorgter christ

        Bisschen verhackstückt, Ihr Account – das war die Antwort aus dem Cyberspace auf Ihren „Scherz“…

        Mit dem unangemessenen Verweis auf den Satz vom „Maß“ hat bisher noch jeder Nachdenkunwillige das bloße Nachfragen, Nachdenken oder Infragestellen als „Richten“ diffamiert.

        Eine Sache zu beurteilen heißt nicht, dass man jemanden „richtet“. Sie reden ja schon wie F. oder Kardinal Marx…hach ja, Barmherzigkeit als echter Vernunftblocker…

        Vielleicht täte hier eine Begriffsklärung nicht schlecht – wie sonst hätte das Lehramt Verurteilungen falscher Lehren treffen dürfen, wenn das nicht schon in der Schrift angelegt wäre?

        Mit der „Richtet nicht“-Keule schmettert auch F. jede Sachdebatte ab. Merken Sie denn nicht, auf welches Terrain Sie sich begeben haben?

        Auch Jesus hat vor dem Hoherat eingefordert, dass man sachliche Argumente aufweist und nicht mit Benimm- oder „Demuts“-Keulen um sich schlägt, wenn entscheidenede Fargen gestellt werden!

        Was entscheidende Fragen sind?
        Die jeweiligen sachlichen Fragestellungen sind das Entscheidende. Sie dagegen haben sich oben in einem Post auf der reinen Metaebene positioniert!
        sagen Sie selbst: Bringt das auch nur irgendetwas für die Sache selbst?

        Wenn es darum geht, dass Benedikts Vorwort nun doch nicht erschienen ist und wir uns bereits wieder ergehen in Spekulationen und Schuldzuweisungen bis hin zu Aussagen darüber, wer womöglich alles gar kein Christ ist – Verzeihung, aber das muss Ihnen selbst auffallen, dass das etwas stark auf Abwege geraten ist…

      • also Frau Zeitschnur was ich schon fast putzig finde ist, dass sie jedem, dessen Meinung ihnen quer kommt vorwerfen zu richten und anderen das Christsein abzusprechen, 27.2. 12:35 Uhr und gleichzeitig ja selber diejenigen sind, die selbst Papst Benedikt und JPII das Christsein absprechen und alle und jeden verurteilen.
        Wissen Sie übrigens was das Grundwesen einer Häresie ist? Das ist nicht einfach eine verkehrte Lehre, sondern eine Häresie bedeutet die Teilwahrheit zur Ganzwahrheit zu erheben.
        Barmherzigkeit ist nie verkehrt und auch die Barmherzigkeit dem Sünder gegenüber ist Gottes Gebot, verkehrt wird es nur dann wenn ich nciht mehr wahrhaben will, das Gott mich aus meiner Schuld aus Barmherzigkeit gerettet bzw aus Barmherzigkeit davor bewahrt hat und ich deshalb mich nicht über den offensichtlichen Sünder erheben darf.
        Die ganze Auseinandersetzung mit Zöllnern, Huren udn Pharisäern dreht sich genau darum, was die Huren machen ist schlecht, was die Zöllner machen ist schlecht, was die Pharisäer machen ist gut, nur fehlt den Pharisäern die Einsicht in ihre Hilfsbedürftigkeit, während das die Zöllner udn Huren leichter erkennen.
        Das man heutzutage meint aus lauter Barmherzigkeit das Tun der Huren und der Zöllner (sofern es sich nicht um solche handelt, die man als Sau durchs Dorf treiben kann) als Tugend deklarieren zu sollen, ist im Grunde die gleiche Haltung wie die von Jesus gegeißelte der Pharisäer nur,a uf der anderen Seite des Pferdes

      • Lieber besorgter Christ,

        Sie vergessen, was Sie gerade einen Post vorher zum besten gegeben haben – das ist wirklich merkwürdig! Ich beziehe mich nämlich jeweils auf Ihre Worte (wortwörtlich!) oder die anderer…

        Im übrigen habe ich Benedikt und JPII nicht das Christsein abgesprochen. Ich habe vielmehr bezweifelt, dass sie bei den nachweislichen Häresien der Papst sein können.
        Bitte denken Sie Unterschied zwischen den Begriffen „Papst“ und „Christ“ nach.

        Ihre Häresiedefinition ist falsch und verfehlt den sachlichen Kern – Sie sprechen eher von einer „Sekte“.

        Selbst Wikipedia ist da nüchtern geblieben:

        „Häresie (von altgriechisch αἵρεσις, haíresis, Wahl, Anschauung, Schule, Ketzerei),[1] auch Heterodoxie (von ἑτεροδοξία, heterodoxia, abweichende, verschiedene Meinung)[1] ist eine Bezeichnung für eine Aussage oder Lehre, die im Widerspruch z. B. zu der Lehre einer Doktrin, Ideologie, den Glaubensgrundsätzen einer Kirche bzw. Religion oder einer anderen vorherrschenden („dominanten“) Auffassung steht und beansprucht, selbst die bzw. eine Wahrheit richtiger oder besser als andere Lehren, Meinungen, Weltanschauungen oder Philosophien zum Ausdruck zu bringen (siehe auch „Absolutismus“ oder Hegemonie); Gegenbegriffe sind Orthodoxie (Rechtgläubigkeit) oder auch „Homodoxie“ (Dogma von der Gleichartigkeit).“ http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4resie

        Ihre Pharisäer-und-Zöllner-Reflexion ist leider nicht stringent. Worum geht es?

        Bei einer Analyse falscher Schlüsse oder verzerrter Informationsweitergabe geht es nun mal nicht um „mangelnde Barmherzigkeit“ oder „Sünde“.

        Wo bitte schön werfe ich jemandem seine „Sünden“ vor?
        Ich analysiere hart, nenne Gedanken Fehlschlüsse oder auch Häresien (bei Benedikt und JPII ist das aber auch ganz einfach und klar zu zeigen, und ich habe das bereits öfters hier mit Zitaten nachgewiesen).

        Über den Status der beiden als „Sünder“ habe ich mich zu keinem Zeitpunkt je ausgelassen. das behaupten Sie, aber es ist die blanke Unwahrheit!
        Folglich habe ich auch mich nicht als Sünderin über Sünder erhoben, sondern habe über Aussagen und theologische Positionen nachgedacht und eine Option ergirffen, von der ich überzeugt bin, weil die Kirche sie einst als de fide vorgelegt hat.
        Wenn einer, der „Papst“ ist, bestreitet, was die Kirche einst als de fide vorgelegt hat, ist es barmherzig, wenn man darauf hinweist, dass das aber eine Häresie ist – weil die Kirche den in bannfluch gesetzt hat, der dies tut.

        Missbrauchte ich da die Barmherzigkeit als Deckmantel der Bosheit (wie Paulus das nennt!), wäre ich mitschuldig an allen, denen ich – wenn ich nun schon mal erkenne, dass Benedikt hier an entscheidender Stelle (beim Hl. Messopfer!) häretisch denkt – vorgaukle, man müsse aus Barmherzigkeit den Irrtum akzeptieren.

      • die Idee, dass ihre Ideen irgendwann einmal de fide von der Kirche als vebindlich zu glauben vorgelegt werden täten, diese Idee, hatten alle Häretiker, Sektierer und Abspalter aller Zeiten.
        Und ich kapiere echt nicht, was sie an den vergangen Päpsten so aufregt,
        Sie scheinen ein Papst udn Bischofsbild aus dem frommen Kitchroman zu haben.
        Je höher einer in der Hierarchie steigt um so theologisch versierter und irrtumsfreier ist er,. und vor allem war er das schon von Anfang an.
        Sorry aber lesen Sie mal eine Papstgeschichte, z.B Urban VI oder auch Callixtus I und dergl.
        Die werden auch ansonsten in Predigten und Briefen mehr UNfug geschrieben haben, als die von IHnen der Häresie überführten JPII und Benedikt, aber das ist eben nicht das Lehramt, das ist deren Privatmeinung.

    • @zeitschnur
      Das Interessante an Foren und geistlichen Gesprächsrunden ist m.E., dass jeder eine andere Sichtweise hat und Impulse beiträgt. Ich sehe manches anders und man kann auch verschiedene Punkte im Raum stehen lassen.
      Das mit Sr. Faystina war auch nur ein herausgegriffenes Beispiel. Mag sein, dass unter den Laien das Buch viel gelesen wird. Mir ging es vor allem darum, dass Papst Benedikt XVI. mir in vielem zu intellektuell war. Dass in der „Lehre bis 1958″ alles nur in Ordnung und ohne Probleme war, ist Ihre Sichtweise liebe @Zeitschnur. Ich habe halt bisserl eine andere Sichtweise, aber das kann man ja im Raum stehen lassen.
      Ich empfinde es so, dass unser Herr und Gott eines Tages alles aufzeigen wird und uns auch einen Hirten geben wird, der über alles Bescheid weiß und in Seinem Willen handeln wird. So sagt ja der Herr: „…dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten“. (Joh 10, 16) Ich bin über vieles sehr traurig, und das, was Sie sagen, dass wir in schlimmen Zeiten leben, sehe ich auch so.
      Papst Benedikt hat, um noch einmal auf obigen Artikel einzugehen, während seines Pontifikats bestimmte Schwerpunkte gesetzt, die ich als zu einseitig empfand. Er war über manches einfach hinweg gegangen, was er vielleicht als unwichtig empfand, was mir aber sehr viel bedeutet hätte und hat. Deswegen bin auch etwas „übergekocht“. Es ist zugegebenermaßen auch schwierig aus der Ferne über jemand zu reden, mit dem man nicht direkt reden und nicht zusammenkommen kann. Das verschwundene Vorwort entspricht in meinen Augen auch dem ‚verschwundenen‘ Heiligen Geist.

      • @ Jeanne d‘Arc

        Ich rede ja nicht von Kinkerlitzchen, sondern von der Lehre der Kirche – sagen Sie mir doch, was bis Pius XII. einschl. daran nicht in Ordnung war? Mit „Lehre“ meine ich das, was uns vomn Lehramt als zu glauben vorgelegt worden ist…

        Dass deshalb bei den Meinungen vieler Katholiken, auch Kleriker, einiges nicht in Ordnung war, ist sicher – ich meinte aber eben die Lehre!

  3. Alles richtig, was Sie sagen @ein besorgter Christ. Und es tut gut, es zu hören, zu lesen.

    Bei Judas Isakariot ist es so, daß man da vor einem Rätsel steht, das wohl kein Mensch wird jemals ganz entziffern können. Er hatte aber dennoch Reue gehabt, es hatte ihm leid getan und Er/Jesus hatte ihm leid getan wie es aussieht, aber nicht an eine Vergebung geglaubt oder gehofft.

    Der „rechte“ Schächer, Dismas ist wohl sein Name- der hl. Dismas, hatte seine Sünden bekannt, sich als schuldig bezeichnet, aber um Vergebung gebeten. Er hatte Mitleid mit Jesus und geglaubt. Ich glaube, daß da der Schlüssel liegt für alle, alle Menschen: im Mitleid und Mitleiden mit dem Gekreuzigten- und seiner und unserer Mutter, Maria.

    Es gibt einfühlsame figürliche Darstellungen des Gekreuzigten aus früheren Jahrhunderten, teils noch aus dem Mittelalter, wo man innerlich ergriffen werden kann und zum Mitleiden und Kontemplation bewegt wird.
    Das müßte wieder so kommen in der Kirche. Nämlich einfach stehen bleiben (oder hinknien) und den Gekreuzigten mitleidig betrachten. Dann würde sich alles zum Guten hin ändern. Das, anstelle des Aktionismus- auch in den hl.Messen.

    • Mitleid des Schächers? Das ist doch sentimental. Schließlich ging es ihm, aus seiner Situation betrachtet, in diesem Moment nicht besser als Jesus, wenn er zuvor auch nicht all das erdulden musste, was dem Herrn von der Festnahme im Ölgarten bis zur Dornenkrönung angetan worden war.

      Gemäß den Evangelien hat auch der „rechte“ Schächer den Herrn erst gelästert und erst wohl durch einen Gnadenstrahl die Situation erfasst, dass hier Gott persönlich hängt. Nun konnte, musste er den anderen Verbrecher rügen und durfte den Herrn um Sein Gedenken bitten, wenn Dieser in Sein Reich eingehe.

      Somit sind der Schlüssel wohl eher Einsicht, Reue, Gebet, und wohl auch Dankbarkeit.

      • Damit haben Sie zu 100% recht.
        Ich habe neulich selbst darauf hingewiesen: anfangs haben beide Schächer Jesus gelästert…

        Dennoch ist seine Umkehr im letzten Moment eine große Hoffnung…

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