Was die deutsche Kirche weiß, aber verschweigt

Kasper und Marx die Gesichter der deutschen Kirche
Kasper und Marx, das „Gesicht“ der deutschen Kirche

(Bonn) „Die letzte christlich sozialisierte und kirchlich aktive Generation scheidet bald aus dem Arbeitsleben aus und stirbt in den nächsten drei Jahrzehnten. Dann bricht auch die Fassade der Kirche zusammen. Dahinter wird eine Minderheit zum Vorschein kommen, die nicht viel größer sein wird als die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas.“ Diese nüchterne Feststellung schrieb Markus Günther vergangenes Jahr wenige Tage nach Weihnachten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

„Diaspora Deutschland“

Der Hinweis auf das Ausscheiden aus der Arbeitswelt und den näherrückenden Tod hat mit dem deutschen Kirchensteuersystem zu tun. Günther verwertete eine Erhebung des Allensbach Instituts, die von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Auftrag gegeben worden war. Die Ergebnisse waren jedoch so niederschmetternd, daß sie der DBK-Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx, sofort in der Schublade verschwinden ließ.

Bekannt wurden sie dennoch teilweise durch den Journalisten Markus Günther, der sich am 29. Dezember unter dem Titel „Diaspora Deutschland“ die Frage stellte: „Ist Deutschland ein christliches Land?“. Günther berichtete „aus der Spätzeit des Christentums“.

Kirche macht noch „Staat“, „wo sie eine glänzende Feier verspricht“

Einige Zahlen. 68 Prozent der Befragten wählten auf die Frage, warum sie katholisch seien, die Antwort: „Weil man dann wichtige Ereignisse im Leben kirchlich feiern kann, zum Beispiel Hochzeit, Taufe“. Die zweithäufigste Antwort war: „Es gehört für mich einfach dazu, das hat in unserer Familie Tradition.“ Religiöse Antworten klingen anders. Es seien einfach „kulturelle, soziale Gründe“, konstatierte Günther. Ein Befund, der von katholischen Priestern und protestantischen Pastoren bestätigt werde: Die Kirche könne heute noch dort einen „Staat“ machen, „wo sie eine glänzende Feier verspricht“, so Günther.

Laut Allensbach glauben mehr Deutsche an Ufos als an das Jüngste Gericht. Zwei Drittel der Deutschen sind amtlich Christen, aber nur ein Drittel glaubt an die Auferstehung Christi. „Selbst unter den Gläubigen werden zentrale Inhalte der christlichen Botschaft massenhaft abgelehnt“, so Günther. 60 Prozent der Deutschen glauben nicht an ein ewiges Leben. Für sie ist mit dem Tod Feierabend. „Dagegen glaubt jeder vierte Deutsche, dass die Begegnung mit einer schwarzen Katze Unglück bringt“, so der FAZ-Journalist. Jeder dritte Firmkandidat und Confirmand glaubt, laut Allensbach, nicht an Gott.

„Die Menschen feiern gerne“ – Zahl der Atheisten steigt nicht

Günther zieht einen Vergleich mit der Endphase der DDR. Deren Ideologie sei zwar längst bankrott gewesen, doch die Jugendweihen waren noch immer ein Renner. Sie konnten, völlig sinnentleert, sogar den Untergang des realen Sozialismus überdauern. Die Menschen feiern eben gerne. Das gelte heute auch für viele Gottesdienste. Man feiere weiter, auch wenn man nicht an Gott glaube.

Die Kirchensteuer werde spätestens ab 2030 in schnellen Schritten versiegen, meint Günther. Allein 2013 habe die katholische Kirche in Deutschland zehn Prozent ihrer Gottesdienstbesucher verloren. Kein Benedikt- und kein Franziskus-Effekt habe etwas an der Talfahrt geändert. Bei diesen „Effekten“ handle es sich mehr um Journalisten- und Soziologendiskurse.

Erstaunlicherweise steige trotz des massiven Schwundes praktizierender Gläubiger die Zahl der Atheisten nicht. Eine Hinwendung zum Atheismus ist mit der Entchristlichung nicht verbunden, auch kein Anwachsen anderer, etwa außereuropäischer Religionen. „Ein vager, oft diffuser Glaube ist heute der Normalfall“, so Günther. Für die „große Mehrzahl“ der Menschen sei die Frage nach Gott auch weiterhin ein lebenslanges Thema. Die Suchenden und Fragenden würden von den Kirchen aber immer seltener erreicht.

Denkfehler „zeitgemäß“: Anpassung an Lebenswirklichkeit ist „Unsinn“

„Die populärste Antwort“ auf die Frage, warum dem so sei, laute, „weil die Kirche nicht mehr zeitgemäß ist“. Sie müsse sich stärker „der Lebenswirklichkeit der heutigen Menschen anpassen“. Das klinge „vorderhand plausibel, ist aber bei genauerem Hinsehen Unsinn“, so Günther. Denn „die Evangelische Kirche in Deutschland hat so ziemlich alles getan, was von der katholischen Kirche immer noch verlangt wird, um endlich zeitgemäß zu sein: Frauenpriestertum, Abschaffung des Zölibats, Liberalität bei Moralfragen, volle Akzeptanz von Homosexuellen und Geschiedenen. Wären das tatsächlich die Gründe für die Malaise des Christentums, müsste es den Protestanten viel besser gehen als den Katholiken. Doch das ist nicht so.“

Günther machte beim „populären Zauberwort ‚zeitgemäß‘“ noch einen zweiten „Denkfehler“ ausfindig: „Wo sich die Kirche nicht auf zeitlose, unverfügbare Wahrheiten beruft, entlarvt sie sich selbst als reines Menschenwerk. Politische Programme müssen zeitgemäß sein, Unterhaltungsangebote auch; eine Religion muss absolute Wahrheiten für sich in Anspruch nehmen können – oder es ist keine Religion.“

„Zentrale Glaubensinhalte längst aufgegeben“ – „beliebige Wohlfühlprosa“

In Wirklichkeit hätten die katholische und die protestantische Kirche in Deutschland „zentrale Glaubensinhalte längst aufgegeben“. Denn um „niemanden zu verprellen und den Zugang zum Glauben möglichst leicht zu machen“, sei alles „ein bisschen weichgespült“ und etliches unter den Tisch fallengelassen worden. Und so sei aus Jesus, dem Gottessohn, Jesus, ein vorbildlicher Mensch geworden, so vorbildlich wie Gandhi und Buddha. Der kleinste gemeinsame Nenner der in Deutschland betriebenen „Verkündigung“ sei die „Wohlfühlprosa“, die „beliebig wirkt“: Frieden in der Welt, mehr Gerechtigkeit für alle, da sage niemand nein. Allerdings: Das sagen alle, von der Unesco bis zu Greenpeace. „Gott braucht’s dafür nicht“, so Günther.

„Religionen müssen absolute Wahrheiten formulieren“

Der Mensch stehe sich heute auch selbst im Weg und damit auch dem Glauben: „Die totale Kontrolle, die volle Alleinherrschaft über das eigene Leben ist angesagt; ein ungünstigerer Nährboden für den Glauben ist kaum denkbar“, so Günther, der zum Schluß gelangt: „Religionen müssen absolute Wahrheiten formulieren“. Genau darin liege derzeit das große Versagen. Und darin ist wohl mindestens auch ein zusätzlicher Grund zu suchen, weshalb die Deutsche Bischofskonferenz die Allensbach Studie nicht veröffentlicht hat.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL

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24 Comments

  1. „… Sie glänzen vor Fett;
    auch fließen sie über von bösen Taten.
    Für das Recht sorgen sie nicht…
    Sollte ich dies nicht heimsuchen, spricht der HERR;
    ja, sollte ich meine Seele an einem solchen Volk nicht rächen?
    Entsetzliches und Abscheuliches ist im Land geschehen:
    Die Propheten weissagen falsch,
    und die Priester herrschen mit ihrer Unterstützung;
    und mein Volk liebt es so!
    Was wollt ihr aber tun, wenn das Ende von [all] dem kommt?“
    Jeremia 5, 28a.29-31

  2. Es gab da mal einen Auftrag, den der Herr gegeben hatte: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus !“ (Mt 10, 8).
    Das wurde viel zu wenig beachtet. Heutige Theologen behaupten, die Wunder, die der Herr zu Zeit der Urkirche gewirkt hätte, seien heute nicht mehr notwendig. Ich kann nur sagen: Wer so etwas sagt, der kann Jesus nicht richig in seinem Herzen haben und lieben. Denn wer Jesus wirklich liebt, der hält auch seine Gebote und tut was er sagt, anstatt die Übernatürlichkeit der Kirche zu leugnen. Die wirkliche Krise der Kirche ist nicht nur eine liturgische, sondern vor allem auch eine geistige und spirituelle. Die Gebote des Herrn wurden nicht befolgt und umgesetzt. Theologie-Seminare mit ihrer Theorie und Wissenschaft können dies absolut nicht ersetzen.

  3. „Die populärste Antwort“ auf die Frage, warum dem so sei, laute, „weil die Kirche nicht mehr zeitgemäß ist“. Sie müsse sich stärker „der Lebenswirklichkeit der heutigen Menschen anpassen“.
    Ja, ja, das ist das Credo des lauen Katholiken mehr fällt ihm nicht ein. Ansonsten ist dieser Untersuchung nichts hinzuzufügen, sie stimmt wohl.
    „Ein vager, oft diffuser Glaube ist heute der Normalfall.“
    Das stimmt auch und wenn ein traditioneller Katholik das sagt was sie nicht mehr verstehen und nicht gerne hören wird er als religiöser Spinner bezeichnet und das war es. Ich frage mich trotzdem immer wieder wozu dieser Konzilsgeist überhaupt nutze ist. Dieser elende Loser ist auch nur auf glänzenden Feiern anzutreffen und sonst sieht man ihn nicht.
    „Die Menschen feiern eben gerne.“
    Ich bin mir völlig sicher das diese Feierei bald zu Ende sein wird und dann werden die Kirchen wieder voll bis zum Anschlag. Wir werden sehen.
    Per Mariam ad Christum.

    • Der internationale Dschihad kommt für die „Neue Weltordnung“ wie gerufen. Das alte Feindbild Kommunismus konnte kurzerhand ersetzt werden, um Wellen naiver Solidarität mit den westlichen Staaten hervorzurufen. Ein zweiter Aspekt ist nicht zu vernachlässigen: mit genügend Gehirnwäsche erreicht die NWO beim unbedarften Menschen die Gleichsetzung des „christlichen Fundamentalisten“ mit dem kopfabhackenden Mohammedaner im Irak, Syrien oder sonstwo auf diesem Planeten. Am Ende soll es nur noch religiös Laue vereint im bösen Geist der Loge geben.

      • Chlodwig,
        Sie schreiben:

        //mit genügend Gehirnwäsche erreicht die NWO beim unbedarften Menschen die Gleichsetzung des „christlichen Fundamentalisten“ mit dem kopfabhackenden Mohammedaner im Irak, Syrien oder sonstwo auf diesem Planeten.//

        Dann müssen wir aber erwähnen, wer die prominentesten NWO-Ideologen sind, die diese Gleichsetzung zwischen islamischem „Fundamentalismus“ (militärische Gewalt und Terrorismus) und christlichem „Fundamentalismus“ (friedliche Glaubenstreue) vornehmen: Präsident Barack Obama und Papst Franziskus.
        Zwischen diesen beiden Personen bestehen so auffällige Parallelen, dass man sie kaum als Zufall erklären kann.
        Obama „Mann des Jahres“ auf der Titelseite des Time-Magazins; Franziskus auch.
        Obama erklärt den Islam zur Religion des Friedens; Franziskus erklärt, der Koran sei ein prophetisches Buch des Friedens.
        Obama ist, zufolge einer unlängst durchgeführten internationalen Umfrage, die populärste Person weltweit; gefolgt von Franziskus als die zweitpopulärste Person der Welt.
        Obama hasst das Christentum, die amerikanische Verfassung, die USA, die er zu zerstören sucht (weil sie ein Hindernis für die satanische Neue Weltordnung und Eine-Welt-Regierung sind), er fördert Abtreibung und sexuelle Perversion; Franziskus…
        Jeder der angeführten Punkte ist belegbar.

      • Nachtrag.
        Kein Wunder, dass von manchen Christen Präsident Barack Obama für den A…-C….. und Papst Franziskus für den F…..en P……en gehalten wird. Andere meinen, dass Papst Franziskus beides zugleich sei.

      • Ergänzung.
        Obama forciert die Einwanderung Zehntausender Muslime in die USA und bietet Jihadisten politisches Asyl an; Franziskus übt in Lampedusa moralischen Druck auf Europa für islamische Immigration und öffnet den Vatikan für muslimisches Gebet um Sieg über die „Ungläubigen“ (Christen).

      • Nachtrag zum Nachtrag.
        Der echte Antichrist –nicht einer von den vielen, die es seit 2000 Jahren gibt, sondern d e r, von dem Daniel, Paulus in 2 Thess und Johannes in Offb sprechen– dürfte aber ein falscher Sohn Davids sein, der l e t z t e in der Reihe Bar Kochba, Sabbatai Zwi, usw. (nach Dr. Roger Liebi waren es an die 50). Der wahre Messias, Unser Herr Jesus Christus, wird ihn mit dem Hauch seines Mundes töten, wenn er wiederkommt. Bedenken wir aber, dass dem Antichrist Macht von G o t t gegeben sein wird, die Heiligen zu verfolgen und zu töten.

      • Ja schön und gut, bzw. hässlich und böse, aber wir sollten nicht alle paar Monate eine neue S… durchs Dorf jagen…
        Seit 2000 Jahren wissen erheblich viele Fromme, wer jetzt der endgültige, also DER AC ist, und von Augustus bis Zampano war auch schon mal fast jeder dran unter den Männern dieser Welt.
        Nero, Karl d. Große, Bonifaz der VIII., Gregor VII., Heinrich IV., Luther, Robespierre, Napoleon, Hitler, Stalin, das Papsttum per se, die Juden per se, der Islam per se, der Staat Israel per se, die Freimuarer per se, der Kommunismus per se, die USA per se, neuerdings Obama, Franziskus und Putin. Und jedes Mal ist es ultimativ endlich derjenige welcher…

        Bitte – so geht das nicht!
        Das nutzt sich ab!
        Wenn der echte AC kommt, merkt es keiner mehr, weil man es einfach müde geworden ist, jedes Mal hysterisch zu werden und dann wars doch der halt noch nicht…
        Bis vor kurzem waren es für viele noch die bitterbösen USA mit ihrer Freimaurer-Verfassung, symbolisiert in der zeichenhaften Anlage der Stadt Washington etc. etc. pp., die der AC sein sollten und nun ist es plötzlich einer, der all das Freimaurergedöns hasst…
        Also ein bisschen Nüchternheit muss schon sein, oder?
        Da Jesus ja fast bangend fragt, ob er noch Glauben finden werde auf Erden, wenn er kommt, dürfte der AC eben nicht so plump und leicht zu erkennen sein. Er dürfte einer sein, der auch von den Frommen für eine Lichtgestalt gehalten wird.
        In der Verwirrung, die in der Weltgeschichte immer mehr zugenommen hat, ist das auch kein Wunder.
        Eiferer gabs seit 2000 Jahren, und ihr Kennzeichen war diese unvorsichtige Meinung, es sei doch „Gottes Wort“ ganz eindeutig und ganz leicht zu verstehen.
        Die Tatsache, dass die Kirche lehrt, dass dem nicht so ist und sie alleine die verbindliche Deutungskompetenz hat, sollte uns innehalten lassen.
        Wir haben kein rechtgläubiges Lehramt und schwimmen insofern auch, sollten uns jeder Spekulation enthalten. Andernfalls machen wir mit Gerüchten, die schnell auch zu Verleumdungen werden, die Pferde scheu und zerstören in vielen auch noch den letzten Funken Glauben, indem wir ihren Voyeurismus und ihre Angst anstacheln, nebenbei auch entsprechende Schriften gut verkaufen (….!) anstatt uns gegenseitig, so gut es geht, im Glauben zu stärken, wenn Gott es uns gibt.

      • @ zeitschnur

        Spekulationen, der Antichrist habe bereits jetzt die globale Bühne betreten, halte ich ebenfalls für sehr überflüssig. Wenn es so weit sein wird, werden es die tatsächlichen Gläubigen Christi rechtzeitig genug bemerken. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Antichrist von der Mehrheit der Menschheit als Lichtgestalt (Stichwort Luzifer) wahrgenommen werden, der sich als Kopf einer synkretistischen „Weltfriedensreligion“ in Szene zu setzen weiß.

        Daß die NWO-Ideologen kräftig mit den Vorbereitungen für ihren sehnsüchtig erwarteten Antichrist beschäftigt sind, darüber besteht kein Zweifel. Wieso wird beispielsweise die 666-Symbolik immer wieder unterschwellig vor allem über die visuellen Medien transportiert? Wollten sich die Dunkelmänner und -frauen bloß über die Offenbarung des Johannes lustig machen, würde das ganz anders aufgezogen werden.

      • @ Chlodwig

        Helfen Sie mir auf die Sprünge – aber wo genau wird diese Zahlensymbolik unterschwellig visuell in den Medien dargeboten?

        (Ernsthafte Frage – ich bin kein besonders visueller Mensch, lese und höre mehr, schaue aber nie fern…)

  4. Angesichts der für den deutschen Episkopat in der Tat niederschmetternden Umfrageergebnisse erfährt die Mahnung des Philosophen Marcel de Cortes neues Gewicht; er sieht den „Kult der Humanität“ richtigerweise auch innerhalb der Kirche als aufkommende Gefahr und hebt in markant eindringlichen Worten das gleichsam Geentert werden der Kirche durch den Zeitgeist hervor:
    -
    [….]
    „eine spirituelle Degeneration, 
    die tiefer geht als alles, was die Kirche in ihrer Geschichte erfahren hat, 
    eine Krebskrankheit, in der die Zellen sich schnell vervielfachen um das zu zerstören, was noch am mystischen Leib gesund ist. 
    Es ist ein Versuch das Königreich Gottes in das Reich des Menschen zu verwandeln, 
    die Kirche, die für Anbetung Gottes geweiht wurde zu ersetzen durch eine Kirche, die dem Kult der Humanität dient. 
    Das ist die schrecklichste und abscheulichste aller Häresien“.
    -

  5. Was hassen die Propagandisten der „Neuen Weltordnung“ wie die Pest? Gelebtes Christentum ohne zeitgeistige Entstellungen. Geht es nach der NWO, ist es in religiöser Hinsicht einerlei, ob man die Existenz Gottes zu leugnen versucht, Agnostiker, New-Age-Anhänger, Pantheist, Deist, liberaler Protestant, Satanist usw. ist. Aus der Sicht der NWO-Ideologen ist es aber unverzeihlich, wenn man als Christ die heutigen Zustände mit den Ausführungen in der Offenbarung des Johannes zur Ankunft des Antichristen vergleicht. Wieso dauernd von Hollywood, internationaler Musikindustrie und global agierenden Konzernen die negativen biblischen Anspielungen, wo man doch vorgibt, die „religiös neutrale“ Welteinheits“kultur“ fördern zu wollen?

    Spätestens seit 1917 ist Satan welthistorisch sehr wirkmächtig auf die Bühne getreten, was die Erscheinungen von Fatima deutlich unterstreichen. Auf Deutschland bezogen muß man festhalten, daß die Generationen, die etwa ab der Mitte des 20. Jahrhunderts geboren worden sind, die größte Portion Kirchenfeindlichkeit durch die Umwelt eingeflößt bekommen haben. Das Resultat ist die tiefe religiöse Verwirrung der Mehrheit der Deutschen.

  6. Herzlichen Dank an katholisches.info für den Hinweis auf und die Besprechung dieses Artikels in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
    Ich lese die FAZ schon lange nicht mehr- umso wertvoller die Hinweise auf interessante Artikel.
    Sehr richtig weist der Autor auf das Preisgeben durch die Kirchen von fundamentalen Glaubenswahrheiten, auf die Relativierung und die Personalisierung, auf die zunehmende Inhaltslosigkeit der kirchlichen Botschaft und auf eine diffuse Wellnessathmosphäre hin, mit in der Folge einer rasch fortschreitenden Erosion beim Kirchenvolk.
    Das hier beschriebene hat sich in Nordbelgien schon vor 30 Jahren abgespielt:
    eine „katastrophale moderne Katechese“ (Joseph Card. Ratzinger), besonders seit 1967 durch den Löwener Prof. Jef Bulckens (1994 schrieb er noch einen großen Artikel über die Katechese aldort in den letzten 25 Jahren) (1995 wurde unter seiner Redaktion dann das Religionsbuch „Roeach“ punbliziert mit pädophilen Abbildungen im Band 3), sehr viel Wellness, sehr viel Irrlichterei, eine pädo-/homo-/ephebophile Durchtränkung der Kleruskandidaten und der Seminarien, Haß und Kujonnierung für die Tradition, liturgischer Unsinn am laufenden Band, Reduktion auf linken Sozialismus und nicht zuletzt die politische Brüskierung der Flämischnationalen (immerhin ca. einem Drittel des Kirchenvolkes in Flandern, bekannt für seine viele hochqualitative Rufungen, besonders auch bei den Orden) führten zu einem Leerlaufen der Kirchen, zu einer gewaltigem Entfernung vieler früher gläubige und praktizierende Katholiken und zu einem beispiellosen Rückgang bei den Seminaristen und in den Orden.
    Im letzten Jahr erschien eine Studie der „kathol.“ Uni Löwen über dieser Soziologie:
    der Kirchenbesuch für „regelmäßige Kirchgänger“ (1x pro Monat!) liegt bei ca. 1-2% (bis 1966 ca. 70%), die Berufungen gingen um 99% zurück.
    Parallel dazu gingen die Einkünften der Kirchen zurück; die Entschädigungszahlungen tun das Übrige.
    Die Kirche in Nordbelgien ist inzwischen ökonomisch gesehen bettelarm, qualitativ äusserst mangelhaft, personell rapide zurückgehend und -in dieser nach militärischen Normen desolaten Position- verständlich freudlos.
    Die Kirche in Deutschland ist (noch) reich, hat noch viel mehr Substanz, hat wenigstens noch etwas kritische Masse.
    Das Menetekel vor der Haustür sollte eine Warnung sein.

  7. Ich habe heute im Bus ein Gespräch zwischen zwei honorigen alten katholischen Herren mitbekommen. Beide sahen aus wie Theologen oder pensionierte Professoren oder Gymnasiallehrer alten Schlags.

    Sie sprachen darüber, dass die Seelsorgeeinheit für den Orts-Pfarrer nun noch größer würde, und offenbar wird der Priester nun versetzt. Der eine der beiden knorrigen Herren wusste mit verzückter Miene, dass doch eigentlich klar sei, was zu tun sei – und spulte in offenkundig spätpubertärer Konzilseuphorie das übliche Programm von wegen Ökumene, mehr Verantwortung für die Laien, konfessionsübergreifende Aktion und „Selbstständigkeit“ der Gemeinde auch wenn kein Priester da sei, ab.

    Der eine war auf dem Weg nach FR rein, um sich dort bei Herder die Neuerscheinungen anzusehen und den Tag in der Stadt zu verbummeln. Und wenn ihm was gefällt unter den neuen Büchern, würde er es sich kaufen. Na schön – man gönnt sich ja sonst nichts, dachte ich, dachte auch an unseren schmalen Geldbeutel, daran, dass wir als Rentner noch weniger als jetzt mal kurz nach aus Jux Freiburg fahren werden können, um dort je nach Lust Bücher, die nicht selten ab 40 € aufwärts kosten, zu erwerben.

    Ich würde also in die Kasper-Marx-Fraktion nicht allzu viel hineingeheimnissen. Das sind im Grunde verwöhnte, wohlsituierte alte Leute, die zwar in ihrer Kindheit und Jugend Armut kennengelernt haben und Krieg, aber danach gings für die stetig aufwärts, sie sind richtig wohlhabend und müssen sich keine materiellen Sorgen machen. Aus ihren Augen sieht die Welt blendend positiv aus, und folglich entwarf auch unser knorriger Fahrgast am Schluss seiner Rede eine geradezu schwärmerische Zukunftsvision: Christus werde schließlich am Ende alle einigen, und wie toll es doch sei, daran mitwirken zu dürfen…

    Dieser alte Herr handelt doch nicht im Auftrag einer finsteren Freimaurer-Macht!

    Vielleicht sollten wir endlich begreifen, dass diese alte Generation, die uns diesen Horror eingebrockt hat, sich selbst diesen Blödsinn glaubt, den sie verzapft!

    Am Ende kamen die beiden noch darauf, dass es aber in FR inzwischen Stadtteile gebe, wo nachts keine Frau mehr alleine durchlaufen könne. Hach ja – furchtbar!

    „Harausforderungen muss man annehmen“, war der Kommentar des einen alten Schwärmers. Er ist zuversichtlich, und er muss die Herausforderungen, die er seinen Nachkommen aufgebürdet hat mit seinen Fiktionen, ja nicht mehr „annehmen“, weiß aber schon mal voller altväterlicher Weisheit, dass wir sie anzunehmen haben.

    Ich fürchte, die Misere hat wesentlich banalere Gründe, als wir denken. Der Urgrund dieses Irrglaubens ist die Dummheit des Akademikers, die Besserwisserei, der Hochmut der Reichen (!) und der ausdrückliche Unwille, die eigene Vernunft Gott zu übergeben.

    • G u t m e n s c h e n t u m ist es, was Sie da so treffend beschreiben, in Reinkultur.
      Noch ausgeprägter bei weiblichen Gutmenschen zu finden: Akademikerwitwen, dumm, vermögend, sich anderen moralisch überlegen fühlend, und „die Kirche tut doch so viel Gutes“ sagend.

      • Das hier ist was Spezielles – eine generationentypische katholische Euphorie, die die das Übernatürliche ablehnt bzw. ins rein Natürliche verrechnet hat.

        Erfunden haben das allerdings tatsächlich ausschließlich Männer und durchgezogen haben es auch sie auf dem Konzil, auf dem keine Frau auch nur eine Entscheidungsbefugnis oder ein Mitspracherecht hatte.

        Aber ein Teil der Frauen hat – wie viele Frauen das gemäß dem Sündenfluch immer tun – sich vom Mann konziliar instrumentalisieren lassen und führt zu 200 % aus, was er in seiner Bequemlichkeit nur zu 80 % ausführt. Tatsache ist aber und bleibt: es ist nicht auf weiblichem Mist gewachsen…

        Um so wichtiger, dass wir wissen, dass wir von diesem Fluch aus Gen. 3 erlöst sind und schauen auf Maria, die in allem nur nach dem Willen Gottes fragte und eben nicht mehr dem Willen des Mannes oder sonst eines Menschen nachspeichelte.

        Aber davon abgesehen ist es wirklich fast flächendeckend diese Generation beiderlei Geschlechtes, die auch sämtliche Gremien in den Gemeinden, die Lehrstühle und die Bischofssitze besetzt hält. Ich bin viel rumgekommen in der „Konzilskirche“ und könnte nicht sagen, dass das nun nur ein Geschlecht besonders beträfe – nein: die ganze Generation sitzt wie ein Pfropf auf dem gesamten kirchlichen Leben und hat es abgeschnitten von den Sakramenten. Stirbt sie weg, werden die Kirchen ganz leer sein – es sei denn Gott hat ganz andere Pläne, was sage ich: ER hat ganz gewiss andere Pläne! Und auf die darf man sich freuen!

    • Für die NWO-Ideologen wäre es abträglich, wenn ihre Irrlehren plump ins gemeine Volk gestreut würden. Am effektivsten ist es aus deren Sicht, wenn „uneingeweihte“ Multiplikatoren meinen, ihre NWO-Konditionierung sei das Werk ihrer eigenen Vernunft. Unbewußte Parteigänger wirken eben authentischer als bewußte.

      • Ich glaube nicht, dass das so „funktioniert“ – das halte nun ich ehrlich gesagt für negativ „sentimental“.

        Die theologische Verneinung des Übernatürlichen hat sich schleichend seit Jahrhunderten, wahrscheinlich von Anfang an vollzogen.

        Aus der Schrift wissen wir, dass sich zeitgleich mit der Entfaltung des Evangeliums und der Kirche in der ganzen Welt auch das Geheimnnis des Bösen entfalten würde – ja, dass letzteres in der Kirche, wie es heißt beim Hl. Paulus, „von Anfang an“ gewirkt hat, sich also auch entfaltet hat, bis es in der Gestalt des AC kulminieren wird.

        Auch die NWO-Ideologen glauben sich selbst ihre Überzeugungen. Sie mögen ja irgendetwas planen oder auch nicht – die geistige Vorbereitung auf den Totalverlust des Übernatürlichen, das sich inzwischen doch so enorm entfaltet hatte, gehört gewissermaßen zum Geschäft der Kirche. Wir leben – wie ebenfalls der Hl. Paulus sagt – in „böser Zeit“. „Kauft die Zeit aus, denn sie ist böse.“ Das sind seine Worte. das galt immer – egal wie Machthaber es einfädelten, um das Volk zu blenden…

        Vermutlich haben viele ihre Pläne für die Welt und spielen hinter den Kulissen ihr Ränkespiel – das war nie anders und zeitweise waren die Päpste daran negativ beteiligt. Immer wieder wankten die Säulen der Hl. Kirche deswegen! Es ging immer Spitz auf Knopf „noch einmal gut“, kann man sagen.

        Anderes ist uns doch nie verheißen worden…

        Die Unnüchternheit ist wahrlich kein Spezifikum des weiblichen Geschlechtes – es kann nur sein, dass sie sich bei Frauen durch ihre devote Grundhaltung „sentimentaler“ äußert.
        Vergessen Sie jedoch nicht, dass viele der Nazistäter (allesamt Männer) sogar extrem sentimental waren. Eichmann konnte kein Blut sehen, Goebbels schaukelte seine Kinderchen abends auf seinen Knien… Sentimentalität ist eine Überlebensstrategie für den, der das Übernatürliche ablehnt und sich selbst die Welt erklären will.

        Für uns gilt aber, ob Mann ob Frau: „Seid nüchtern und wachsam“.
        Und: wir sind erlöst und hoffen auf die Vollendung!

    • @zeitschnur, Sie übersehen etwas.

      Die Verlautbarungen des besagten Herren unterscheiden sich von Äußerungen von Altkommunisten, -sozialisten , -nazis, Genderisten, Feministen und anderen geistig Geschädigten nicht wesentlich: Alle verkünden ihren Glauben, die bei allen als Gegenwahrheit, als Häresie zum Katholischen sichtbar wird; für den, der es erkennen kann.

      Ich habe den Neuen Glauben als ganz einfacher Katholik erfahren, wenn sich Prediger auf den Geist des Konzils berufen haben und mir geistig Gewalt antaten.

      Ich kenne nur einen, der darauf aus ist, Verwirrung zu erzeugen. Aber der wurde ja 1970 als nicht existent behauptet. Ich armer Irrer. Seufz!

      • Okay – und was habe ich „übersehen“?

        Dass der adversarius, der alles durcheinanderbringt, hinter den Irrtümern der genannten ideologischen Bewegungen steht, habe ich sicher nicht übersehen (!) oder vergessen.

        Aber ich tue mich schwer mit der Vorstellung, dass bloße irrende Menschen irgendwo in einem geheimen Bunker sitzen und einen Plan haben, wie sie auch noch das letzte mesnchliche Gehirn manipulieren mit ein paar Winkelzügen…

        Die Irrenden sind überzeugt vom Irrtum. das ist der springende Punkt. Sie sitzen nicht überzeugungslos im Hinterhalt und erfinden Überzeugungen – Hauptsache gegen die Kirche.
        Das hieße, diese Menschen maßlos zu überschätzen bzw. zu dämonisieren, was uns nicht erlaubt ist!
        Vor allem ist man, wenn man so anfängt zu denken, bereits selbst verfinstert und legt sich auf eine Weltdeutung fest, die geradezu perfekt verhindert, Vorgänge, die nicht in dieses Muster passen, überhaupt noch zu erkennen.

        Daher kommt meine Skepsis.
        Nüchternheit heißt vor allem: Distanz. Geistige Distanz.
        Nicht Feinde aufspüren, sondern Christus ersehen und erwarten – und zwar nicht in dieser Welt und ihren Reichen.
        Die Durchwirkung der ganzen Welt mit dem schlechten Samen macht laut Gleichnis nicht vor dem „Reich Gottes“ halt. Auch in dessen Institutitonen und Bauten, wirkt es oder legt seine Kuckuckseier.

        Katholiken müssten nicht zum ersten Mal die wahren Gefahren total verkennen!

        Distanz. Abstand. Wissen um die eigene Irrtumsanfälligkeit. Nicht in Hysterie verfallen. Wissen, dass am Ende die Pläne Gottes aufgehen und nicht die des adversarius. Keine Mühe scheuen, die Lehre und die Geschichte möglichst unvoreingenommen zu verstehen (ohne ideologische Scheuklappen, die es auch auf „Katholisch“ geradezu inflationär gibt).
        Um die Gaben des Hl. Geistes zu bitten – dazu gehört auch wesentlich … Wissenschaft!

  8. Jetzt ist mir da noch Kardinal Marx in den Blick geschoben worden und da fiel mir die Limburger Badewanne ein, die mir heute früh in der Zeitung endlich leibhaftig präsentiert wurde. Als erstes sah ich die schmale Figur von Bischof Tebartz- van Elst vor mir und die Badewanne als quasi Freischwimmbecken, dann leuchtete mir auf, daß die Kirche eben nicht in Jahren denkt. Der Nachfolger könnte, ohne daß es beanstandet werden könnte, die Figur von Kardinal Marx haben.

    Daß die Medien keine Spur von Umkehrwillen zeigen, beweist schon die Tatsache, daß sie immer nur von Bischofsresidenz schreiben, wenn sie den Gebäudekomplex auf dem Domberg in Limburg meinen, der ein diözesanes Zentrum bildet.

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