Schwindender Glaube an die Eucharistie Grund für den Priestermangel

Bischof Klaus Küng
Bischof Klaus Küng

(Wien) Bischof Klaus Küng von St. Pölten in Niederösterreich benannte den Rückgang des Glaubens als Grund für den Mangel an Priesterberufungen. Wörtlich nannte der Bischof den schwindenden „Glauben an die Eucharistie, daß Jesus Christus selbst da ist, daß das Opfer, das er am Kreuz vollzogen hat, vergegenwärtigt wird“, als Grund für den Priestermangel, der für die Kirche zu einer „großen Bedrängnis“ werde. Bischof Küng sprach am vergangenen Mittwoch bei der Thomasakademie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten, wie die Pressestelle der Diözese St. Pölten berichtet.Es gebe „verwunderte Blicke“ auf die Kirche, „wenn wir Priester aus Polen, Indien und Afrika zu uns rufen“. Oft werde der Zölibat für den zunehmenden Priestermangel verantwortlich gemacht, doch der wahre Grund sei das „Schwinden des Glaubens“, so Bischof Küng.

Im Lauf der Geschichte habe die Kirche schon oft einem „verwilderten Garten“ geglichen. Immer wieder aber sei sie „neu bepflanzt und bewässert“ worden. So geschehe es trotz allem auch heute, so der Bischof. „Samenkörner“ würden keimen und Frucht bringen und zwar in jedem Gläubigen und ebenso in Familie, Gemeinde und Kirche. Gott zähle als „Sämann“ darauf, „dass wir ihm Stimme, Hände und Herz leihen und durch unser persönliches Zeugnis den Glauben vermehren“, so der Bischof.

Bei der Thomasakademie 2008 hatte er darauf aufmerksam gemacht, daß es auch weniger die Kirche, die – wie immer wieder behauptet – eine „unverständliche Sprache“ spreche, sondern vielmehr die“Lebensweise der Menschen, Konsumverhalten und Hektik“ sie „schwer empfänglich für die Botschaft Christi“ mache (siehe Internetseite der Diözese St. Pölten ohne Jahresnennung).

Msgr. Klaus Küng, seit 2004 Bischof der Diözese St. Pölten, war zuvor bereits 15 Jahre Bischof von Feldkirch (Vorarlberg). Er gehört dem Opus Dei an und wird am kommenden 17. September sein 75. Lebensjahr vollenden. Es wird angenommen, daß ihn Papst Franziskus im Herbst emeritieren wird.

Eucharistie das „pulsierende Herz“ der Kirche

Als Referentin sprach bei der diesjährigen Thomasakademie die Ordensfrau Sr. Maria Lisa Haim über die heilige Eucharistie als „Lebensprinzip“ und „pulsierendes Herz“ der Kirche. Alle Lebensvollzüge der Kirche würden von ihr erfasst und belebt, etwa Verkündigung und das diakonische Leben. Das Zweite Vaticanum habe im Dekret „Lumen Gentium“ die Eucharistie deshalb als „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ bezeichnen können, da sie das Sakrament jener Liebe sei, „die von Gott kommt und die Jesus seinen Jüngern als sein Gebot aufgetragen hat“, so Sr. Haim, die der 2004 päpstlich anerkannten Gemeinschaft Pro Deo et Fratribus – Familie Mariens angehört und selbst Absolventin der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten ist. Ihre Gemeinschaft, zu der auch die Priestergemeinschaft Werk Jesu des Hohenpriesters (OJSS) gehört, hat das ehemalige Servitenkloster von Gratzen (Nove Hrady) übernommen und betreut den nahegelegenen Wallfahrtsort Maria Brünnl (Dobra Voda) im einstigen Deutsch-Südböhmen (Sudentenland) nahe der Grenze zu Österreich.

Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod

Die Thomasakademie findet jährlich am 28. Januar, dem Gedenktag des heiligen Kirchenlehrers Thomas von Aquin statt und wird von der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten ausgerichtet. Jedes Jahr werden die Arbeiten von Absolventen der Hochschule vorgestellt. Im Rahmen der Thomasakademie 2011 sprach Hans-Peter Rauscher über die „Gottesfurcht als Voraussetzung beständiger Freude im Buch Kohelet“. Auf der Thomasakademie 2008 wurden zwei Diplomarbeiten zum Thema Lebenrecht vorgestellt. Julia Blaimschein sprach über „Der moralische Status menschlicher Embryonen“. Sie zeigte fünf Argumente auf, die „gute Gründe“ sind, den menschlichen Embryo von der Empfängnis an zu schützen.
Eva Doppelbauer sprach über „Euthanasie als Verschwörung gegen das Leben“. Die Referentin warnte vor der „Mitleidsfalle“ und zeigte auf, daß eine langsame aber stete Verschiebung der Argumente und Schritte festzustellen sei in Richtung einer Legalisierung der Euthanasie. Bei Referentinnen engagierten sich in der Jugend für das Leben und waren in der Folgezeit Sprecherinnen der Nachrichtensendung Gloria global der katholischen Internetplattform Gloria.tv.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons (Christian Jansky)

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20 Comments

  1. Um Übel zu überwinden, muss man ihre Ursachen ausfindig machen und benennen. Ursachen für den geschwundenen Glauben an die Realpräsenz Christi in der Eucharistie sind imho die Zweideutigkeiten und Irrtümer des 2. Vatikanischen Konzils, der protestantisierende Novus Ordo Missae, die Verpfuschung des Sakraments der Priesterweihe und die Folgen all dessen auf die Hochschultheologie und Priesterausbildung — lauter Übel, die von der Spitze der Hierarchie selbst vorsätzlich eingeführt wurden.
    Solange das 2. Vatikanum als unantastbare heilige Kuh betrachtet wird, statt dass man es ehrlich auf den Prüfstand der 2000jährigen Lehre der Kirche stellt und nötigenfalls revidiert, wird alles nur noch schlimmer werden. Ja, Interview-Äußerungen – eigentlich sind es Drohungen –, wie die von Papst Franziskus und gerade unlängst von Kardinal Maradiaga, über bevorstehende unumkehrbare Änderungen in der katholischen Kirche, die der Papst energisch und in aller „Demut“ durchführen will, lassen Schlimmstes befürchten.
    Trotzdem ist dankbar anzuerkennen, wenn einzelne Bischöfe, wie Bischof Klaus Küng von Pölten, sich für eine zentrale Wahrheit des katholischen Glaubens, Gottesdienstes und der Gnadenausspendung einsetzen. Am katastrophalen Niedergang des Ganzen wird er damit aber nichts ändern, weil die katholische Kirche von dem dirigiert wird, der auf dem Stuhl des hl. Petrus sitzt.

    • @ Leo Laemmlein —— Stimme ich voll zu ! Und zu dem was Sie sagen kommt dann darüber hinaus noch das übernatürliche Wirken Gottes und sein göttlicher Wille hinzu, was ja auch ignoriert und nicht mehr umgesetzt wurde (+wird).

      • … und das wiederum könnte aber auch dem falschen Papst samt seiner Meute einen Strich durch die anscheinend schon fast ganz durchgepaukte Rechnung machen, und wenn nicht, dann im Ergebnis eben dennoch!

        Mein Plädoyer: Distanz! Wir sollten unsere Herzen lösen von diesen Leuten!
        Auch das turnusmäßige Geheul über die Gründe des Priestermangel sgehören zur Performance und sollen die Gläubigen an der faslchen Kirche festhalten.

        Distanz halten!

    • Die Handkommunion habe ich vergessen.
      Hier ein lesenswerter Aufsatz von Prof. Georg May über ihre Einführung.
      http://kaskoh.de/Handkommunion_-_Prof._May.pdf
      Ein Lehrstück, wie man Gäubige manipuliert.
      Schlussatz der Studie:
      „Der gesamte Vorgang der Einführung der Handkommunion ist ein erschütterndes Beispiel dafür, wie eine Autorität selbst dazu beiträgt, den Respekt vor ihr zu zerstören und die Kontestation zu ermuntern. Mit ihr wurde ein Weg eingeschlagen, der, wenn er weitergegangen wird, zur Auflösung der Kirche als einer geordneten Gemeinschaft führen kann.“
      Das war nicht unter Papst Franziskus, das war unter dem seligen Papst Paul VI.

  2. Hw Christian Sieberer hat die Thematik des Artikels in einem trefflichen Kommentar so beschrieben:
    -
    „Ein ganz normaler Pfarrer in einer ganz normalen Pfarre.

    Am Anfang sind alle nett zu ihm, schließlich geht es insbesondere darum, dass möglichst alles so harmonisch weitergeht wie bisher. Der Kuschelkurs der modernen, weltoffenen Pfarre hat sich ja auch wirklich bewährt, in den letzten vierzig Jahren hat man lediglich drei Viertel der Messbesucher verloren.

    Doch: Kann es tatsächlich so weitergehen? Leicht möglich, dass dein Vorgänger jahrzehntelang gegen den Papst und das Lehramt gepredigt und gehandelt hat, willst du diesen „bewährten Kurs” wirklich fortsetzen?
    Dein Vorgänger hat mit diesem Verhalten fast alle vermeintlichen „Frömmler” vertrieben, als „frömmelnder” Pfarrer der Generation Johannes Paul / Benedikt bist du also die nächsten Jahre nahezu allein.

    Dein Vorgänger hat aus lauter Menschenfreundlichkeit Beichte, Anbetung, Gebetskreise,… de facto abgeschafft, du führst sie wieder ein, kommen werden dazu jedoch nur einige Unerschrockene.

    Dein Vorgänger hat jahrzehntelang die Leitung der Pfarre an andere delegiert, du nimmst nun deine Leitungspflicht wahr. Sie werden die ersten sein, die revoltieren.
    Inhaltlich ist dir nichts anzulasten: Ein römisch-katholischer Pfarrer, der römisch-katholisch ist. Nicht mehr und nicht weniger.

    Bleibt als einzige Möglichkeit die menschliche Ebene. Und schon wird die „Menschlichkeitskeule” hervorgeholt, deren Wirkung höchst effektiv ist.

    „Wir sind ja auch alle gläubig, inhaltlich ist ja gar nichts einzuwenden. Es geht ja „nur” um das „Wie”. Und da gibt es leider massive Defizite. SO kann man das nicht vermitteln. Hat unser Altpfarrer etwa alles falsch gemacht? Warum ist der so gut mit allen Menschen ausgekommen…?”

    Jahrzehntelang waren diese Menschen nicht mehr beichten, sie lesen nicht in der Heiligen Schrift, sie interessieren sich nicht für die Lehre der Kirche, sie empfangen Sonntag für Sonntag unwürdig die heilige Kommunion,… aber sie meinen ganz genau zu wissen, wie eine Pfarre und ein Pfarrer zu sein haben.

    Sie kennen Jesus Christus oft nur als historische Persönlichkeit, als Weisheitslehrer, als netten Bruder. Sie haben nahezu überhaupt kein Verständnis für ihre Sündhaftigkeit und ihre Erlösungsbedürftigkeit. Wichtig sind Pfarrcafé, Yogarunde, Flohmarkt, Turnen und Theater, Artisten, Tiere, Attraktionen, modern und mündig sein, die längst fälligen Reformen voranbringen, politische Korrektheit, Toleranz bis zur Häresie, mit einem Wort: die NEUE Kirche.

    Dies heißt auch Sorge um die Schrebergarten-Pfarre, Negieren jeglichen Aufbruchs, Kampf um die eigenen Machtbereiche, Mangel an Umkehrbereitschaft, Diktatur des Relativismus, Nostalgie (früher war alles wunderbar), Verweigerung einer geistlichen Erneuerung, Machtgier, Funktionärsgehabe, Mission höchstens als Mitgliederwerbung,…

    Oft gibt es auch ein grobes Missverständnis über die Funktion des Pfarrgemeinderats. Früher hat der entscheidungsschwache Pfarrer alles auf den PGR abgeschoben. Das „beratende Stimmrecht” haben alle jahrzehntelang als „beschließendes Stimmrecht” erlebt. Dies war auch eine Hauptmotivation, als Pfarrgemeinderat zu kandidieren, plötzlich und unerwartet tritt also ein massiver Machtverlust ein.

    Bringt die Menschlichkeitskeule noch nicht die gewünschten Ergebnisse, wird sehr schnell die „Harmoniekeule” zum Einsatz gebracht:

    In verklärter Nostalgie haben die Betroffenen vergessen, dass im Lauf der letzten Jahrzehnte unzählige Menschen die Pfarre verlassen haben oder die Mitarbeit mit ihnen beendet wurde.

    Die sich ihre Machtposition erkämpft haben, sind erprobte Streiter. Mit billigsten Methoden wird hier Stimmung gemacht, gejammert, geheuchelt, alles unter dem Motto: „Wann ist endlich wieder Frieden?”, obwohl es diesen „Frieden” meist nur auf Kosten der geächteten „Papstanbeter” und des völlig eingeschüchterten Pfarrers gab.
    Die selbstgebaute Kirchen-Welt bricht zusammen, und dies wird als Zusammenbruch der gesamten Pfarre präsentiert.

    Wenn alle pfarrinternen Aktionen, Manipulationen, Stimmungskanonen und Empörungszelebrationen nicht zur Wiederherstellung der guten alten Eigenbaukirche geführt haben, kommt als nächster Schritt im Ritual die allseits beliebte Beschwerde beim Bischof.

    Betrachten wir bei diesem sehr wichtigen Punkt zunächst einmal einige allgemeine Voraussetzungen, die in fast jedem Fall gegeben sind: Der Laie beschwert sich immer zuerst, der Pfarrer ist von Anfang in der Defensive.

    Der Laie kann de facto tun und lassen, was er will, denn welche Konsequenzen hat er vom Bischof zu fürchten? Wann wurde jemals ein Pfarrgemeinderat versetzt oder abgesetzt?

    Der Pfarrer ist immer reichlich spät dran, hinter seinem Rücken laufen die Kampagnen und Zusammenschlüsse schon sehr lange, bevor er reagieren kann.
    Soll der Pfarrer nun die meist große Menge der Schweigenden oder Uninformierten mobilisieren und so noch mehr Unruhe und Parteiung riskieren?

    Der Pfarrer ist also zwangsläufig in massiver Unterzahl. Der Pfarrer ist immer der Neue gegen die Etablierten. Jeder Hinweis auf die guten Früchte seiner Arbeit in der Pfarre kann ihm als Eigenlob ausgelegt werden.

    Der Pfarrer ist zuletzt immer der seltsame Kauz, schließlich lebt er ja unverkrampft zölibatär und ist auch sonst ganz anders als die Priester der glorreichen frustrierten Konzilsgeneration.

    Hier erntet er auch die Früchte der endlosen Dialogprozesse und Kirchen-Fantasiereisen mancher Laien mit manchen Bischöfen. Deren vermeintliche Toleranz wird ihm zum Kreuz, da es ja scheinbar auch ganz anders ginge.

    Der Pfarrer ist der Diktator, die Junta der Funktionäre hingegen ist Ausdruck der geschwisterlichen Kirche. Der Pfarrer steht im Generalverdacht seiner Vorgesetzten „menschliche Defizite” zu haben, die Laien stehen im Generalverdacht der Menschlichkeit.

    Der Pfarrer muss immer davon ausgehen, dass seine Vorgesetzten den auf sie ausgeübten Druck am liebsten direkt weiterleiten und damit den Druck auf ihn noch erhöhen. Schraubstock nennt sich dieses nette kleine Spielchen: Der Druck von unten wird in geschwisterlicher Weise durch den Druck von oben ergänzt.“
    -

    Ist es denn erstaunlich, dass sich zum Priestertum berufene Männer einen Bogen um die „modernen Priesterseminare“ machen und sich zu den Priesterseminarien der Tradition wenden ?! Dort nimmt die Zahl der Priesteramtskandidaten auch stetig zu.

    Es lohnt sich noch einen Auszug von Hw Sieberer’s Kommentar zu lesen; denjenigen über die „moderne Priesterausbildung:
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    „Ein (junger) Mann, der alle bisherigen Levels erreicht hat, steht nun vor einem riesengroßen Tor und möchte ein großes, meist auffallend leeres Haus betreten. Um Welt-Priester werden zu können, muss man in ein Priesterseminar eintreten, das ein wenig vom Flair eines Klosters hat, in das man eintritt, um Ordens-Priester zu werden.

    Die Person, die über eine Aufnahme entscheidet, ist meistens der Regens als Leiter des Priesterseminars. Er hat auch die Aufgabe, Spinner, Irre, Ultrakonservative und ähnlich nette Zeitgenossen von der Unmöglichkeit Ihrer Berufung zu überzeugen.

    Im Priesterseminar wird versucht die Kanten abzurunden, leider häufig auch in der Spiritualität. Im Seminar lernt man neben allerlei Hilfreichem auch allerhand Unbrauchbares kennen. Die „Vorzeigepfarrer”, die Vorträge für die Seminaristen halten, sind selten der Generation Johannes Paul/ Benedikt zuzuordnen, Hauptsache sie sind ganz und gar lieb und menschlich. Normal sein ist für den Seminaristen das oberste Ziel, nur ist „normal” hier leider keineswegs mit „römisch-katholisch” gleichzusetzen.

    Auf der Universität folgt dann häufig die Vereinnahmung durch Professoren und Assistenten, die viel Wert auf Kritik am ach so rückständigen Vatikan legen. Prüfungen besteht man daher besser, wenn man hier mitspielt und sich nicht dazu versteigt, die Glaubenslehre und Ordnung zu verteidigen. Der Prüfende hat zwar vor gar nicht allzu langer Zeit in der professio fidei selbst versprochen, genau dies zu tun, doch seltsamerweise kann er es überhaupt nicht ausstehen, wenn es jemand anderer aus Überzeugung tatsächlich macht.

    Jeder durchschnittliche Volksschüler stellt sich nun die Frage, warum dies so ist. Fürchtet der Herr Professor etwa um seinen Job, wenn andere das verwirklichen, was er versprochen hat? Oder, man traut es sich fast nicht auszusprechen, hat er selbst dieses Versprechen gar nicht ernst gemeint? Mit der Hand auf der Bibel eine blanke Lüge feierlich verkündet?
    Wechseln wir lieber schnell das Thema…

    Der Kontakt mit anderen zukünftigen Berufschristen (Pastoralassistenten, Pastoralassistentinnen,…) in der Ausbildung dient oft dazu, dem Seminaristen klar zu machen, dass er nichts Besseres, nichts Besonderes ist. Nur wird dabei leider meist übersehen, dass die von ihm angestrebte Aufgabe sehr wohl einzigartig und unersetzbar ist.

    Ganz wichtig sind in diesem Zusammenhang auch Psycho-Tanten und Onkels mit einem gewaltigen Arsenal an Tänzen, Räucherstäbchen und Eigenbauliturgien. Händchenhaltend bewegen wir uns nun im Kreis, spüren ganz tief in uns hinein, lassen den Tabernakel einfach mal Tabernakel sein und wenden uns lieber den bunten Tüchern, Glasperlen und Klangschalen in unserer Mitte zu, die uns vom Zeitalter des absoluten Relativismus künden. Das Transzendente ist so vielfältig und bunt, also kann ruhig auch einmal der Mensch ins Zentrum gerückt werden, eingerahmt von den frohlockenden Rufen der Götter, die im auferstandenen Pantheon mal wieder so richtig Party machen.
    [….]
    Wer das alles noch nicht so richtig verstanden hat oder tiefgeistig Erworbenes weiter verdichten möchte, der erhält dann auch noch hochwichtige Lesetipps, bevorzugt von feministischen TheologInnen („Gott, meine Freundin” „Christa statt Christus” „Die Apostelin Junias” und ähnliche Highlights).“
    [….]
    -

    • Auch der junge pseudo-taditionelle Priester mit seinen sämtlichen Gothic- und Exorzismusallüren wie Sieberer ist doch bereits Zombie-Produkt der Nachkonzilszeit.
      Da hilft auch ein ellenlanges Lamento im 19.Jh-LARP-Style nichts.

      Jeder gebe seinen Namen mal im Internet ein und besuche seine bizarren Internetseiten. Sie sind unheimlich und seine Filme auf Youtube sind degoutant.

      Er preist sich einer verkommenen Jugend genauso unter Niveau an wie es die Progressiven tun.

      Von hier aus http://www.pfaffenheini.net/ folge man mal den Ergüssen des „Pfaffenheini“ – ich finde so etwas nicht in Ordnung! Man weiß nicht, ob man auf dem Fasching, in der Gothicszene oder bei einem Wahrsager gelandet ist…

  3. Aus dem Munde von Personen im geweihten Stand habe ich desöfteren vernommen, dass es Priester gibt, die keinen Glauben haben (im Sinne von nicht katholisch glauben bzw. „nichts glauben“). Personen, die ohne Glauben Priester geworden sind. Das gäbe es und es sei gar kein Problem, man könne ohne Glauben zu haben, Priester werden.
    Personen, die den Beruf des Priesters ergreifen wollten, for what ever reason – jedenfalls ohne die spirituellen Voraussetzungen zu haben oder auch nur haben zu wollen. Einfach krass, oder?

    Wie sowas vonstatten geht, erschloss sich mir bis heute nicht. Denn, wie erfolgte hier die Prüfung, ob eine entsprechende Berufung zum Priester vorliegt. Kann sich eine Person so perfekt verstellen, dass es eine Zulassung zur Priesterausbildung gibt ohne die zugehörige Berufung? Oder hat das Auswahlverfahren schlichtweg versagt bzw. versagen wollen?

  4. Die böse Saat geht auf: Räuberkonzil, NOM, Handcommunion, Apostasie auf der ganzen Linie. Wer sollte da noch „Priester“ der Konzilskirche werden wollen?. M. E. spricht es für unsere Jugend, sich für so einen Mumpitz nicht mehr herzugeben. Wer heute noch wirklich Priester werden will, geht garantiert in kein deutschsprachiges Diözesanseminar, da diese die reinsten „Abtreibungskliniken“ für geistliche Berufe sind. Wer heute wirklich Priester werden will, weiß, wohin er gehört, und vor allem, wohin er nicht gehört. NOM-Kasperl sein ist der ultimative ALPTRAUM jedes wahrhaft Berufenen!

    • Herr @ catholicus : Der Sämann ist wohl kaum das Konzil allein , sondern es sind
      gesellschaftliche Bewegungen , die bereits im 19.Jahrhundert beginnen ,und die auch
      durch antimodernistische Verfügungen nicht aufzuhalten sind .
      Die Handkommunion ist auf jedem Abendmahlsbild zu sehen ! Warum soll die Zunge
      weniger anstößig sein als die Hand ?
      Der schwindende Glaube ist , wie derEB Küng richtig sagt , der allgemeine Ausdruck einer
      Glaubenskrise .Jeder Glaube will erklärt werden , das hätte das Konzil sich zur Aufgabe
      machen müssen .

  5. Herr @ Laemmlein : Nach Luther irren Konzilien und haben solche geirrt .Sie werden von Menschen
    abgehalten , die bestimmte Auffassungen diskutieren und gegeneinander abwägen , das Resultat
    war nicht nur im Vat. II das Ergebnis eines Ringens um Wahrheit und den richtigen Weg ,das
    Vat. I führte nach einem Dissens über ein Dogma zur Abspaltung der altk. Kirche. In anderen
    Konzilien ging es um die Tatsache , dass man unter 2,3 amtierenden Päpsten wählen musste .
    Wer also im Vat. II den Ursprung des Übel sieht , sollte sich die Konzilsgeschichte mal ver-
    innerlichen .
    Alle Philosophien und Erkenntnisse sind laut ST. Paulus unvollkommen , alle Schriftreligionen
    müssen sich naturgemäß mit der Deutung von Bildern und Auffassungen auseinandersetzen ,
    und versuchen , sie der jeweiligen Epoche zu erkären .

    • Sie haben recht damit, dass das VII nicht der Ursprung des Übels ist. Aber bislang – vielleicht kann man es so sagen – ist das Lehramt immer wieder davor bewahrt geblieben, in Häresien abzustürzen, auch wenn Päpste persönlich sündigten.
      Mit „Abstürzen“ meine ich: das hartnäckige Verfechten von Irrlehren, nicht das bloße Ringen um eine noch nicht geklärte Wahrheit.

      Nun brach aber beim VII all das durch, was die Päpste zuvor 200 Jahre lang noch versucht hatten, aufzuhalten. Die gesammelte Wucht an bereits definierten Irrlehren mit ihrer gesamten „Aura“ brach durch. Man soll sich aber nichts vormachen darüber, dass auch der Traditionalismus in diese Aura der Irrlehren gehört.

      Das Problem heute ist, dass brave Katholiken die Gefahr, die aus dieser „Aura“ kommt, nicht erkennen oder total unterschätzen oder bewusst instrumentalisieren, um für ihre Irrungen einen Markt zu schaffen.

      Wir diskutieren hier daher immer nur polarisiert: hie sind die bösen Modernisten und da die braven Tradis.
      Das ist Unsinn, denn es kann in der Kirche keinen Traditionalismus geben, der nicht selbst Irrlehre wäre.
      In der Kirche muss rechtgläubig immer die nächste Glaubensregel des aktuellen Lehramtes gelten. Fällt es aus, dann hat man vorübergehend keine. Der Rückgriff auf die ältere Regel darf nur unter Vorbehalten geschehen – wozu hätte man sonst je den Papst, den Felsen gebraucht?
      Und genau diesen Zustand will heute kaum einer aushalten!

      • @zeitschnur,
        Bei Ihrem Posting mußte ich schmunzeln:
        „böse Modernisten“- das ist leider die Wahrheit;
        „brave Traditionalisten“: das Wortchen „brav“ hat es in sich:
        auf Französisch bedeutet „brave “ einerseits „tapfer, beherzt, mutig“ und anderseits „ehrlich, anständig, rechtschaffen, brav“;
        und das deutsche „brav“ kann neben „brave“ auch als „honnête (ehrlich, bieder) und auch „weise“( bei einem Kinde) übersetzt werden.
        Ein braves Kavalleriepferd ist ein Schatz bei der Charge.
        Insoweit haben Sie mit der Verwendung von „brav“ bei den Traditionsfreundlichen den Nerv der Sache getroffen.
        Übrigens ist das höchste Lobenswort für ein Kaltblutpferd daß es „fromm“ ist, nicht weil es viel zur Kirche geht (obwohl Pferdeprozessionen besonders schön und auch evangelisierend sind), sondern weil es tüchtig und willig seinen Dienst leistet.
        Wir erleben an der Spitze gerade das Gegenteil: nichts braves und nichts frommes.

    • // Nach Luther irren Konzilien und haben solche geirrt .//

      Nach Luther, aber nicht nach katholischer Lehre. Darum hat er sich ja auch von der Kirche getrennt und seine eigene Denomination aufgemacht.

    • @arthuis:
      Sie verengen das Hl. Meßopfer zu einem reinen Gedenken des Letzten Abendmahls.
      Wie in den Evangelien von Matthäus und Lukas unmißverständlich zu lesen ist bei der Einsetzung der Eucharistie das Opfer, das Kreuzesopfer noch nicht vollbracht, sondern wird ausdrücklich vom Herrn darauf hingewiesen daß dies erst zu feiern ist wenn die Herrlichkeit Gottes der Welt gezeigt worden ist.
      (d.h. nach der Auferstehung)
      Eine „Hand)Kommunion“ beim Letzten Abendmahl war unmöglich, weil der Herr Jesus Christus damals noch leibhaft bei seinen Jüngern war.
      Das Brot und der Wein sind da Symbole, die durch das Kreuzesopfer Unseres Herrn ihren endgültigen Inhalt bekommen.
      Es wäre unsinnig beim Letzten Abendmahl über einer „Kommunion“ zwischen den Aposteln und Unserem Herrn Jesus Christus zu reden, wo diese „Kommunion“ schon im Garten von Gethsemane auseinander flieht und der Herr allein vor den Richtern gezerrt wird.
      Es ist typisch protestantisch die Eucharistie sehr eng auf das Letzte Abendmahl zurückzuführen und die Transsubstantion ganz zu unterschlagen.
      Darüberhinaus berücksichtigen Sie nicht daß die Hände bei orientalischen Völkern für die harte schmutzige Arbeit vorgesehen sind (besonders die linke Hand sehr unrein ist); und gerade die Worte des Hundertmannes mit dem hochfieberhaften Knecht („Herr, ich bin nicht würdig…“) zeigen sehr gut daß wir als Menschen zu äusserster Demut verpflichtet sind, und als Respekts- und Ehrbeweis für Gott der Umweg über schmutzigen Händen wegzulassen ist, mit direktem Zugang zum Mund.
      (Die abscheuliche Szenen in Manila liegen noch frisch im Gedächtnis).

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