Die Todesschüsse von Paris kommen aus der Mitte des Islam – Islam und Gewalt (9)

Dschihadist aus Deutschland
Dschihadist aus Deutschland (Islam in Europa Export-Import)

Der Koran ist kein „Buch der Liebe“, sondern mit seinen zahlreichen Gewalt-Aufrufen gegen „Ungläubige“ eine Anleitung für den gewalttätigen Dschihad. Allah mag barmherzig sein gegenüber den Muslimen. Für die übrige Menschheit ist der Islam „eine Religion zum Fürchten“ (focus).

Ein Gastkommentar von Hubert Hecker

Die ISlamisten und Dschihadisten-Gruppen weltweit zählen zur islamischen Strömung der salafistischen Reaktion. Die orientiert sich strikt an Koran und Früh-Islam. So ist diese Bewegung bereits im Ansatz intolerant gegenüber anderen Konfessionen und Religionen. Denn der Koran verketzert alle Andersgläubige als „Ungläubige“. In zahlreichen Aufrufen fordert Mohammed die Muslime auf, diese angeblichen „Feinde Allahs“ in Gottes Namen mit Gewalt, Verfolgung und Tod zu überziehen: ‚Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie findet’ (vgl. Sure 4,89, 9,5 und andere Stellen).

In Deutschland hat sich die Zahl der Salafisten in wenigen Jahren auf 6.300 verdreifacht. Davon könnten sich nach Schätzungen der Sicherheitsbehörden bis zu 1.800 dem ISlamistischen Dschihad in Syrien angeschlossen haben.

Gewalt ist vorwiegend ‚männlich’

Die deutschen Salafisten sind mit drei „M“ zu kennzeichnen: männlich, muslimisch und mit Migrationshintergrund. Gegen die gewaltbereiten Salafisten demonstrierten kürzlich 2000 männliche Hooligans in Köln – mit Hassparolen und Gewalttätigkeiten. Diese dumpfen Fußball-Machos sind zwar – ähnlich wie die organisierten Rocker – weitgehend unpolitisch, können aber leicht von der rechten Szene instrumentalisiert werden. Die gewaltbereiten Neo-Nazis sind ebenfalls vorwiegend männlich.

Linke Machos sind in den Gruppen der ‚Autonomen’ organisiert, genauso schwarz gewandet, vermummt und gewaltbereit wie die ISlamisten. Die straffälligen Gewalttaten aller linksextremen Gruppen sind ähnlich hoch wie die der rechten.

Zu ergänzen ist diese Reihung mit der Feststellung, dass etwa 90 Prozent der Gewaltfilme, Brutal-Videos und Egoshooter-Spiele von männlichen Jugendlichen und Erwachsenen gesehen bzw. gespielt wird.

Wenn aber bei solch gegensätzlichen Gruppen wie säkularen Links- und Rechtsextremen, religiösen Islamisten und unpolitischen Freizeit-Machos Gewalt hauptsächlich von Männern verübt wird, dann ist die These naheliegend, dass Aggressivität in der männlichen Erbanlage verankert ist. Freilich bedeutet der Erbcode keine Determination zu aggressivem Leben. Denn das genetische Kraft- und Aktivitätspotential kann und muss durch Sozialisation und gesellschaftliche Orientierung kanalisiert werden. Darin besteht im Wesentlichen der Prozess von menschlicher Zivilisation und Kultur.

Erfolgreiche Lenkung von männlicher Aggressivität geschieht in den Bereichen Sport und Technik. Die Verteilung der Lehrberufe auf technische Sparten bei jungen Männern sowie auf Bedienungs-, Lehr- und Pflegeberufe bei jungen Frauen belegt sowohl die genetischen Unterschiede von Männern und Frauen wie auch die gesellschaftliche Bewältigung dieser Differenzen. (Im Übrigen widerlegen diese Erfahrungen die Gender-Theorie, nach der das Verhalten von Männern und Frauen ausschließlich Ergebnis gesellschaftlich-kultureller Zuschreibung wäre.)

Islamzentrierte Gewaltbereitschaft bei muslimischen Männern

„Die IS-Kämpfer verkörpern all das, was im Laufe der Zivilisation kanalisiert wurde: die sexuellen und destruktiven Energien junger Männer.“ Das bemerkt der niederländische Schriftsteller Leon de Winter in einem Zeitungsbeitrag. „Der Dschihad kann diesen Zivilisationsprozess umkehren. In unserer westlichen Welt wird schon im Kindergarten jede Form von Aggression unmittelbar sanktioniert. Unsere Söhne können ihre (sexuellen) Energien nur im Sport und bei aggressiven Computerspielen ausagieren.“ Die Dschihadisten dagegen könnten ihre Phantasien in der Realität ausleben. Der Dschihad bringe „die ungehinderte Herrschaft des Rohen, die es erlaubt, zu erobern, zu töten, zu zerstören, zu vergewaltigen“.

Aber diese Gewalt von Dschihadisten-Gruppen auf der ganzen Welt fällt nicht vom Himmel, sondern erwächst immer wieder neu aus dem Aggressions-Potential des Islam in Geschichte und Lehre – auch des sogenannten gemäßigten Islam. Schon lange vor dem Anwachsen des Salafismus in Deutschland hatte der Jugendforscher Wilhelm Heitmeyer bei (männlichen) türkischen Jugendlichen „ein erhebliches Ausmaß an islamzentrierter Gewaltbereitschaft“ festgestellt. Bei der Datenerhebung Mitte der 90er Jahre gaben etwa ein Drittel der befragten Muslime an, mit physischer Gewalt für die islamische Gemeinschaft und den Glauben kämpfen zu wollen, „wenn es der islamischen Gemeinschaft dient“. Knapp ein Viertel der jungen Muslime war bereit, im islamischen Dschihad Ungläubige zu töten. Eine neuere Studie bestätigt die signifikant höhere Gewaltbereitschaft bei muslimischen Jugendlichen.

Wenn die Vermutung zutrifft, dass die gewaltbereiten Muslime zur islamisch sozialisierten Kerngemeinde gehören, dann kommen die muslimischen Gewalt- und Tötungsphantasien aus der Mitte des Islam, grundgelegt in der islamischen Urschrift.

Es gibt zahlreiche Auflistungen von aggressiven Koran-Stellen. Die Zahl der koranischen Schwert-Verse und Gewalt-Aufforderungen liegt bei etwa fünfzig. Bei der salafistischen Koran-Lektüre als wortgetreue Auslegung für die Gegenwart werden diese Kampfworte gegen die ‚Ungläubigen’ als unmittelbare Befehle an die Muslime vermittelt.

„Ich tu meinen (kriegerischen) Job für Allah“

Ein gelehriger Koran-Schüler der Salafisten-Szene war der jugendliche Kreshnik B. Er ließ sich von Dschihad-Predigern und salafistischen Freunden für den Glaubenskampf der ISlamisten anwerben. „Ich gehe kämpfen, tu meinen Job für Allah“, schrieb der 19jährige an seine Schwester auf dem Weg nach Syrien.

Kürzlich stand der Rückkehrer in Frankfurt vor Gericht. Dort beschrieb er seine Motivationsentwicklung vom schlechten Schüler zum angestrebten Kampfhelden für die Sache Allahs. Er wollte mit den muslimischen Glaubensbrüdern in Syrien solidarisch sein, mit seinen Kräften helfen und den „Unterdrückten“ beistehen. Das sind zweifellos ehrenwerte Motive, aber mit welchen Methoden angestrebt?

In Syrien angekommen, leistete er einen Treue-Schwur auf den martialischen Islamstaat und ließ sich am Sturmgewehr ausbilden. Als seine Schwester ihn zur Rede stellte und zurückholen wollte, rechtfertigte er sich so: „Ich bin wegen meiner Religion hier. Im Koran steht: ‚Tötet sie, wo immer ihr sie findet’.“ Das ist der Kernsatz der Sure 9,5: „…tötet die (ungläubigen) Polytheisten, wo immer ihr sie findet; nehmt sie gefangen oder belagert sie und lauert ihnen auf allen Wegen auf.“ Die irakischen Jesiden gelten den ISlamisten als Polytheisten.

Aus dem Radikalisierungsprozess des Kreschnik B. erkennt man die miese Methode muslimischer Salafisten, Helfer-Motive von Jugendlichen auf die Mühlen des aggressiven Dschihads zu lenken. Der wird als Allahs Wille und Weg legitimiert und mit Koranversen zum Kampf gegen die Ungläubigen untermauert. Erst als Kreshnik merkte, dass die ISlamisten neben Christen und Jesiden auch muslimische Schiiten und gemäßigte Sunniten bekämpften und töteten, wurde er skeptisch und ließ sich zur Rückkehr bewegen.

Kampflieder für die Scharia und gegen Demokratie

An dem Fall des Gangsta Rappers Denis Cuspert ist zu erkennen, dass ein aggressiver Islam Macho-Typen anzieht. Cuspert verkehrte als Jugendlicher in kriminellem Milieu. Er nahm als Rap-Sänger den Künstlernamen Deso Dogg an – Deso als Abkürzung für devil’s son, Sohn des Teufels. In seinen Songs schrie er seine Wut und Gewaltphantasien gegen die Gesellschaft heraus – bis er den Salafisten-Prediger Pierre Vogel traf. Der zeigte ihm den Weg für neue Ziele seiner Aggressionen: In Allahs Namen gegen Ungläubige zu kämpfen. Seither singt Cuspert islamische Kampflieder gegen die „Kuffar“. Von seinen Anhängern wird er als „Löwe Allahs“ gefeiert. In seinem Abschiedsvideo auf dem Weg nach Syrien erklärt er Deutschland zum Kriegsgebiet – als Ziel von Angriffen, wenn er und die anderen zurückkommen. Denn als Muslim sei er „für die Scharia und gegen Demokratie“.

Cuspert nimmt in Syrien an Kampfeinsätzen teil. Nach einer Kriegsverwundung wird er als potentieller Kampfmärtyrer gefeiert, der bereit sei, für Allah den Heldentod zu sterben. Cusperts Gewaltphantasien scheinen sich erfüllt zu haben. Er fühlt sich wohl bei seiner neuen ‚Gang’, den echten Kriegern Allahs und wahren Männern. Seine ehemaligen muslimischen Freunde in Deutschland nennt er verächtlich „Schnecken, die weich und langsam sind“. Sie seien „Angsthasenprediger, die Tee trinken und Sonnenblumenkerne essen wie Frauen“. Er als muslimischer Frontkämpfer dagegen habe viel geopfert auf dem Weg von Allah: Gesundheit, Familie und Freiheit (!). Denn im Treueschwur auf den totalitären ‚Islamischen Staat’ wird bedingungsloser Gehorsam gefordert. Dagegen seien die Zurückgebliebenen in Deutschland „Mutlose, Fake-Muslime, Ungläubige“. Cusperts Botschaft an sie: „Möge Allah … sie zu wahren Männern machen.“

Der salafistische Hintergrund der Pariser Massen-Mörder

Die Radikalisierungskarriere des Denis Cuspert ist vergleichbar mit der des jüngeren Pariser Massen-Mörders. Chérif Kouachi lebte als Jugendlicher im „westlichen Stil“. Er liebte Rap-Musik und schöne Frauen, bevor er in den Bann des radikalen islamischen Prediger Farid Benyettou gezogen wurde. Der salafistische Prediger warb junge Freiwillige für den Dschihad im Irak an, um dort gegen die US-Truppen zu kämpfen. Chérif wurde wegen seiner Dschihad-Pläne und Gewaltaufrufe zu drei Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis lernte er den noch radikaleren Islamisten Djamel Beghal kennen. Unter dessen Einfluss praktizierte er einen „sehr strengen Islam“. Außerdem lernte Chérif Kouachi dort den Amedy Coulibaly kennen, den dritten Pariser Attentäter. Beide waren an Plänen beteiligt, den inhaftierten Islamisten Smaïn Aït Ali Belkacem aus dem Gefängnis zu befreien. In dieser Sache wurde Coulibaly Ende 2013 zu einer Haftstrafe verurteilt. Coulibaly hat sich als ISlamist bekannt, als er in enger Abstimmung mit den Kouachi-Brüdern einen koscheren Supermarkt überfiel und Geiseln nahm. Alle drei muslimischen Mörder von Paris stellten sich als aggressive Kraftmeier dar.

Harte muslimische Macho-Männer für den islamischen Krieg und Sieg

Fatal ist, dass dieses übersteigerte muslimische Männerbild in den Überlieferungen von Koran, Hadith und islamischer Tradition verankert ist. Nach islamischem Zivilrecht steht der Mann über der Frau mit deutlich mehr Rechten. Mohammed richtete seine Botschaften fast ausschließlich an die muslimischen Männer. Die beherrschen und gestalten seither weitgehend allein das öffentlichen Leben in islamischen Ländern. Im islamischen Paradies sieht man ebenfalls vorwiegend Männer – (Jung-)Frauen „mit keusch gesenktem Blick“ haben allenfalls als Lohn-Vergnügen für die Männer zur Verfügung zu stehen.

Für Mohammeds Feldzüge sowie die Razzien, Überfälle und Kriegszüge der Kalifen brauchte man den Typ des harten, opferbereiten islamischen Kriegers. Träge und zaudernde Männer sollten daheim bleiben „bei Frauen, Kindern und Schwachen“ (vgl. Sure 9,46). Wer aber „mit Gut und Blut für Allahs Religion gegen die Ungläubigen kämpft“ (vgl. 9,81), denen sei die Glückseligkeit bereitet: „Mögen sie nun töten oder getötet werden“ – das Paradies wäre den Kriegern sicher wie in einem Kaufvertrag. Dafür bürge Allah (vgl.Sure 9,111).

Selbstmordattentäter als Vorbilder in der islamischen Welt gefeiert

Neben den paradiesischen Lohnversprechen spielen für die muslimischen Attentäter und Krieger auch irdische Belohnungen eine nicht unbeträchtliche Rolle – wie Beute, Ansehen, Reichtum, Herrschaft etc.

Im Westjordanland werden Selbstmordattentäter, die Zivilisten, Frauen und Kinder auf dem Gewissen haben, mit Straßennamen geehrt. Auch Schulen, Kulturinstitute und Sommerferienlage für palästinensische Kinder benennt man nach Suizid-Kriegern. Das geschieht mit Billigung und oft auf Initiative der gemäßigten Regierung der Al-Fatah-Partei in den Westbanks. Im Gaza-Streifen unter der Herrschaft der Hamas ist der Kult von Selbstmordattentäter erst recht öffentliche Praxis. Unter den Schulkindern kursieren millionenfach die Bilder von Judentötern. Erst kürzlich feierten die Hamas-Anhänger vor laufenden Kameras die Jerusalemer Synagogen-Mörder als muslimische Helden.

Ross und Reiter nennen für die Herkunft islamischer Gewalt

Nach den Pariser Massenmorden unter den Kampfrufen „Allah ist groß“ und „Mohammed gerächt“ haben evangelische und katholische Christen, Juden und Muslime ein Manifest unter dem Titel herausgegeben: „Im Namen Gottes darf nicht getötet werden!“ Damit nahmen sie die zentrale Aussage der Regensburger Vorlesung von Papst Benedikt wieder auf: ‚Gewalt ist der Vernunft und dem Wesen Gottes zuwider.’ Diesem theologischen Resümee des ostkirchlichen Kaisers Manuel stimmte der Theologen-Papst ausdrücklich zu.

Die aktuelle Erklärung richtet sich der Sache nach insbesondere an den Islam und seine Anhänger: Sie sollten ihre Religion nicht für Gewalt und Krieg missbrauchen. Aber in der islamischen Urschrift und im Handeln Mohammeds ist ein solches Gewaltverbot nicht verankert. Im Gegenteil: Mohammed hat wie kein anderer Religionsstifter Gewalt im Namen Allahs und gegen Andersgläubige legitimiert.

Die bisher zitierten und anderen Koranstellen sprechen ausdrücklich vom Krieg für Allah und gegen Ungläubige. Somit wird in der islamischen Urschrift ein ‚Religionskrieg’ propagiert. Von den muslimischen Kämpfern muss als ‚Gotteskriegern’ gesprochen werden. Darüber hinaus wird den tötenden und getöteten Kriegern von Allah himmlische Belohnung versprochen. Motive und Ziele der islamischen Kriege sowie Feinde und Folgen sind damit religiös bestimmt. „Solange die (religiösen) Kampfaufrufe Mohammeds und der Kalifen nicht für alle Zeiten für ungültig erklärt werden, wird der Islam sein Gewaltproblem nicht loswerden,“ sagte kürzlich die Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher der Rheinischen Post.

Angesichts der Tatsache, dass der überwältigende Anteil der religiös motivierten Terroristen aus der islamischen Tradition kommt, sind die Islamverbände zur Kritik der koranischen Gewaltaufrufe aufgefordert. Sie können sich nicht mehr mit reinen Symbolhandlungen wie Mahnwachen aus der Verantwortung stehlen. Sie müssen endlich Ross und Reiter nennen, die für die muslimischen Gewaltexzesse weltweit verantwortlich sind – seit 1400 Jahren. Auch in diesem Punkte hatte Papst Benedikt den richtigen Hinweis zitiert: Von Mohammeds Handeln und Aufrufen geht die islamische Gewalt aus.

Nietzsche: Der Islam ist aus Männer-Instinkten entstanden

Im Zusammenhang von kriegerischer Männlichkeit sind die Ausführungen von Friedrich Nietzsche interessant: Die Islam-Kultur – so will es der bekennende „Antichrist“ wissen – „verdankt ihre Entstehung Männer-Instinkten“. Christliche Theologen und Kirchenväter dagegen wie Augustinus etwa seien „unsaubere Gesellen“, denen von Natur aus dieser „reinliche Instinkt“ fehle: „Unter uns, es sind nicht einmal Männer … Wenn der Islam das Christenthum verachtet, so hat er tausend Mal Recht dazu: denn der Islam hat Männer zur Voraussetzung.“

Das Christentum lehnt einen kriegerischen Männerkult ab

Nietzsche hatte schon richtig erfasst, dass das Christentum mit einem kriegerischen Männer- und Heldenkult nichts anfangen konnte. Diese Abneigung ist in Jesu Christi Botschaft von der Gottesherrschaft grundgelegt. Die kann – im Unterschied zu Allahs Herrschaft – weder mit aktiver Tötungsgewalt noch mit Kampftod erreicht werden. Christus predigte einen Gott und eine Religion der Liebe – bis hin zu Feindesliebe – und verbürgte sich für diese Lehre bis zum erlittenen Tod am Kreuz.

An Stephanus, dem ersten Martyrer der jungen Kirche, wird der himmelweite Unterschied zu den muslimischen Kampfmissionskonzept und Suizidkriegern deutlich: Stephanus führte mit gelehrten Juden ein missionarisches Streitgespräch über die Auslegung der Schrift. Seine Gegner versuchten ihm Gotteslästerung zu unterstellen. Als er schließlich den auferstandenen Christus als Sohn Gottes bezeugte, „stießen sie ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn“. Stephan aber betete noch im Sterben für die, die sich ihm zu Feinden gemacht hatten: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an.“

Schwerter zu Instrumenten der Nächstenliebe

Die Kirchenväter und später die Germanen-Missionare legten Wert und Mühe darauf, das kriegerische Männerideal der griechisch-römischen Antike zu dekonstruieren. Das gelang vorzüglich mit der historischen Person und später der Ikonographie des hl. Martin: Der junge römische Krieger Martinus – nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt – zerschnitt mit dem Schwert seinen Offiziersmantel, um ihn mit einem Bettler zu teilen. Er benutzte damit seine Kriegswaffe als Instrument der Nächstenliebe. Diese christliche Ikone sollte das Männer- und Kriegerbild der Völker Europas entscheidend verändern, durch Verchristlichung zivilisieren. Es gelang den christlichen Missionaren, St. Martin sogar zum Reichsheiligen der wahrlich kriegerischen Franken zu machen.

Mit dem Aufkommen der adligen Ritterschaft im beginnenden Hochmittelalter war die Kirche mit der weit verbreiteten Fehde-Gewalttätigkeit konfrontiert. Dagegen engagierten sich Bischöfe und Mönche in der „Gottesfrieden-Bewegung“. Im 12. Jahrhundert arbeiteten der Ordensgründer Bernhard von Clairvaux und andere Kirchenleute das Ideal eines christlichen Ritters heraus, der seine Kraft und Waffen ausschließlich zum Schutz von Schwachen, Wehrlosen und Pilgern einsetzen sollte.

Religiöse Irrwege von Gewaltstrategien

Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass von Theologen und Päpsten des Mittelalters auch Gewaltstrategien ausgingen, die im Widerspruch zu der biblisch-christlichen Botschaft standen. Dabei wurde Gewalt nicht unter den restriktiven Bedingungen des bellum justum gerechtfertigt, sondern zum Ziele von Macht, Besitzerweiterung oder Eroberungen angewandt. Insbesondere erlag die Kirche der Versuchung, weltlich-staatliche Gewalt für ihre Ziele einzubinden oder gar selbst auszuüben. Diese Zusammenhänge beleuchtet Professor Martin Rhonheimer in seinem Buch: Christentum und säkularer Staat, Freiburg 2012.

Aber diese gelegentlichen kirchenpolitischen Macht- und Gewaltstrategien waren nicht oder kaum aus der christlichen Urschrift zu rechtfertigen (wie das im Islam leicht zu handhaben ist). Und – auch das im Unterschied zum Islam – fand die ecclesia semper reformanda immer wieder zurück zu den neutestamentlichen Kernaussagen in den Fragen von Gewalt und Staat, die da lauten:
▪ „Stecke dein Schwert in die Scheide, Petrus.“ Der Menschensohn und seine Gemeinde kämpfen für ihren Glauben nicht mit Feuer und Schwert. Sowie:
▪ „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes zukommt.“ Damit ist der christliche Dualismus von Kirche/Religion und Staat grundgelegt bzw. der Gewalteneinheit von religiösen und politischen Institutionen eine Absage erteilt.
Bei den Fragen zu Gewalt und Politik besteht ein substantieller Unterschied zwischen Christentum und Islam: „Zur Gründungsidee des Christentums gehören die Scheidung von Religion und Politik, von geistlicher und weltlicher Macht, die Ächtung physischer Gewalt und das Gebot der Feindesliebe“ (Martin Ronheimer, NZZ 6.9.2014). Der Islam dagegen ist nach seiner Urschrift ein politisch-religiöses Doppelwesen; Mohammed war als religiöser Führer zugleich kriegerischer Feldherr im Namen Allahs; im Koran und Frühislam zeigt sich die Islam-Religion gewalttätig gegen Andersgläubige und kriegerisch-offensiv für die Herrschaft Allahs.

Wenn die heutigen Moslem-Vertreter ernstlich die gewalttätigen Manifestationen des Islam angehen wollen, dann sollten sie die Quellen der Gewalttätigkeiten im Namen Allahs stopfen und die zahlreichen Schwert-Verse in der Urschrift für ungültig erklären. Die muslimischen Theologen sollten sich von den Gewalt- und Kriegsaufrufen des Koran gegen Andersgläubige distanzieren, um so den Salafisten das Quellwasser ihrer religiösen Gewaltbegründung abzugraben. Auch das Vorbild Mohammeds als Kriegsherr und Gewaltmensch sollte von den islamischen Theologen relativierte werden – so die Forderung der Islam-Wissenschaftlerin Christine Schirrmacher.

Literatur: Martin Rhonheimer: Töten im Namen Allahs, NZZ 6. 9. 2014, Die deutschen Dschihadisten und die islamische Jugendkultur, in: Der Spiegel 47/2014, Leon de Winter: Im Namen des Schwertes, FAZ 20. 8. 2014, Interview mit Islamexpertin: „Kampfaufrufe Mohammeds für ungültig erklären“, RPonline 9. 1. 2015

Text: Hubert Hecker
Bild: Una Fides

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6 Comments

  1. Passend zum Artikel ein Auszug einer Analyse dee islamjritischen Seite „deislam“:

    -
    *Mohammed war der erste islamische Terrorist. Wie soll es daher einen friedlichen Islam geben können?*

    Ich habe schon hundert Mal darüber berichtet: Es gibt keinen friedlichen Islam. Es gibt allenfalls friedliche Moslems, die dies nicht wegen, sondern trotz des Islam sind. Denn Mohammed, der Prophet und Begründer dieser Religion, von allen Moslems – den “moderaten’” wie den “islamistischen” als “bester aller Menschen” geehrt und gepriesen, war der erste islamische Terrorist. Er führte über 60 Angriffskriege gegen “Ungläubige”, verteilte die Beute (besonders die Frauen und Mädchen) zwischen sich und seinen Kriegern und beschwor seine Anhänger zum ewigen Dschihad gegen die “Ungläubigen”, bis alle Welt islamisch würde.

    Wer heute immer noch – wie unser politisches Establishment – zwischen Islam und Islamismus trennt, macht sich mitschuldig an diesem Dschihad, der in 1400 Jahren unfassliche 300 Millionen Opfer forderte. Der niemals aufhörte, seitdem er begann, und dessen Auswirkungen wie heute nur deshalb wahrnehmen, weil er bis an unsere Haustüre gekommen ist – ja, dank der vom politischen Establishment vehement betriebenen Massenimmigration von Muslimen in die westlichen Länder (55 MioMoslems kamen binnen vier Jahrzehnten nach Europa) bereits heute mitten unter uns stattfindet. Die Anschläge in New York, Washington, Paris, Madrid und London sind die Vorboten dieses Dschihads, bei dem unsere Medien immer noch so tun, als gäbe es diesen nicht.

    *Es gibt nur einen Koran. Und der ist die Quelle für Islam und Islamismus*

    Wer Islamisten und Terroristen verstehen will, muss den Islam und seine beiden wichtigsten Säulen Koran und Mohammed verstehen. Der wird verstehen, warum der Islamismus die andere Seite der Medaille namens Islam ist. Islam und Islamismus sind keine verschiedenartigen Strömungen einer Religion, wobei die eine friedlich, die andere terroristisch ist, wie die Mehrzahl der Westler glaubt. Der Islamwissenschaftler und Herausgeber der „Internationalen Enzyklopädie des Islam“, Hans-Peter Raddatz, schreibt dazu:

    “Die islamistische Sichtweise stellt keinen Missbrauch des Islam dar, wie oft fälschlicherweise behauptet wird, sondern sie entstammt einer langen Tradition extremer (religiöser) Intoleranz.” (Hans-Peter Raddatz: in: New York Sun vom 27.07.2004)

    Auch der Islamwissenschaftler Tilman Nagel betont, dass eine Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus „ohne Erkenntniswert“ sei. (Tilman Nagel: Islam oder Islamismus? Probleme einer Grenzziehung. In: Hans Zehetmair: Der Islam. Im Spannungsfeld von Konflikt und Dialog. VS, Wiesbaden 2005) Dies heißt im Klartext: selbst wenn es eine Unterscheidung gäbe, wäre sie derart marginal, dass sich daraus keine Erkenntnisse ziehen ließen, die anders lauten würden, als wenn man Islam und Islamismus von vornherein miteinander gleichsetzt. Islam und Islamismus sind daher auch in den Augen von Tilman Nagel identisch.

    *Moderate Muslime und „Islamisten“ gehen in dieselben Moscheen. Sie lesen denselben Koran, und sie verehren auch denselben Mohammed.* Es gibt keine guten Suren für „friedliche“ Muslime auf der einen – und böse Suren für „islamistische“ Muslime auf der anderen Seite. Genauso wenig wie es einen guten Mohammed für „friedliche“ und einen bösen Mohammed für „islamistische“ Muslime gibt. Es gibt nur einen Mohammed, dessen Worte und Taten bis auf das Komma genau im Hadith – der Überlieferungen der Worte, Taten, Billigungen, Missbilligungen, Empfehlungen des Propheten – beschrieben ist. Dieser Hadith ist im identischen Wortlaut sowohl den „moderaten“ als auch den „fundamentalistischen“ Muslimen zugänglich – und es gibt nur diesen einen Hadith. Denn so wenig es einen Geheim-Koran gibt, so wenig existiert ein Geheim-Hadith.

    Zur Annahme, dass es all das geben könnte, könnte man nämlich kommen, hört man westlichen Wohlmeinenden und Gutmenschen zu, die nicht müde werden, den Islam in zwei Teile zu spalten: Islam versus Islamismus. Guter Islam versus böser Islam. All jene Gutmenschen vermochten bislang jedoch keine Trennlinie anzugeben, an der sich die eine von der anderen Islamversion klar und unzweideutig scheidet. Versuche, dies zu tun, gibt es zuhauf.

    • Nur nebenbei, neben allem richtigen, was hier steht:

      a) Wie man sieht, waren das in Paris keine HullaHulla-Kämpfer sondern Profikiller. Dann dazu die sofortige Fahndung der Killer mit Photos, obwohl sie doch vermummt waren, das Finden des Ausweises im Auto usw. Alles sehr „komisch“. (Mit den Ausweisen haben sie es immer.) Glaube eher an einen Gladio-Anschlag.

      https://www.youtube.com/watch?v=6z9y-FtskzY

      b) Außerdem, viele Moslems sind, wie bei uns in der Kirche auch, nur passive Mitglieder!
      c) Laut Irlmaier verschwindet nach dem 3. WK der Islam fast ganz von der Erde. Er geht aber nicht ganz, weil man Gott nicht genug für die Hilfe gegen den Islam dankt. (Finde das Zitat grad nirgends.)

  2. Ja die Gutmenschen, die sind das eine, die haben vielleicht hinter ihrer rosaroten Brille tatsächlich keine Ahnung.
    Aber das andere sind diejenigen, die das Christentum mit Hilfe des Islam ausrotten wollen und die marschierten gestern in Paris an der Spitze (logisch).

  3. Diesen Artikel finde ich im wesentlichen sehr gut. Allerdings habe ich Zweifel an der Realisierungsmöglichkeit Ihrer Schussbemerkung. Ich zitiere sie:

    „Wenn die heutigen Moslem-Vertreter ernstlich die gewalttätigen Manifestationen des Islam angehen wollen, dann sollten sie die Quellen der Gewalttätigkeiten im Namen Allahs stopfen und die zahlreichen Schwert-Verse in der Urschrift für ungültig erklären. Die muslimischen Theologen sollten sich von den Gewalt- und Kriegsaufrufen des Koran gegen Andersgläubige distanzieren, um so den Salafisten das Quellwasser ihrer religiösen Gewaltbegründung abzugraben. Auch das Vorbild Mohammeds als Kriegsherr und Gewaltmensch sollte von den islamischen Theologen relativierte werden – so die Forderung der Islam-Wissenschaftlerin Christine Schirrmacher.“

    Mit dem Koran ist es ja ähnlich wie mit dem depositum fidei: niemand darf das je ändern.
    Ich sehe schwarz für das Unternehmen, die Gewaltstellen im Koran für ungültig zu erklären.

    Was spricht dagegen, sich zu Jesus, dem neuen Adam, was auch bedeutet: dem neuen Mann, der eben nicht mehr unter dem Fluch der Gewalt- und Machtgier (Mann gegen Mann – nachdem der Mann den vernünftigen Einfluss der Frau über sich zuvor flächendeckend entwertet und ausgeschaltet hat) steht, der uns ja mit dem Tod, den schweren Geburten und dem dornigen Ackerboden tatsächlich als Folge des Sündenfalls verhängt ist?
    Es ist doch schon alles neu: Maria musste nicht mehr unter Schmerzen gebären, sie stand nicht unter dem Diktat des Mannes (völlig entgegen der damaligen Sitte), Josef musste sich nicht behaupten und seine Macht und einen fiktiven Vorrang erpressen, sondern war gottesfürchtig und „gerecht“, wie es heißt, nahm sich selbst zurück, und Jesus sühnte unsere Sünden und überwand den Tod.
    Auch wenn alles noch „seufzt“ in „Wehen“ nach der vollkommenen Erfüllung dieser Erösung von dem Fluch aus Gen. 3, ist es doch unendlich lohnenswert, daraufhin zu leben und nicht den Fluch auch noch zur Religion zu küren. Denn das ist der Islam: die Erklärung der Folgen des Sündenfalls zur Religion. Daher auch die Gewalttätigkeit.

    Muttergottes bitte doch für die Muslime und ihre Umkehr zu Deinem Sohn!

    Das ist m.E. die einzige Lösung und würde die Sehnsucht vieler Muslime nach Gott so tief erfüllen, dass sie tanzen und lachen würden vor Freude – endlich Freude zeigen könnten, denn sind sie nicht allesamt unendlich traurig, ernst, verbissen und starr?

  4. Diesen ganzen Entwicklungen sehe ich mit Sorgen entgegen. Hier in unserem kleinen Dorf sieht man überall beim Aldi, Lidl & Netto (kleines Industriegebiet) Leute aus islamischem Migranten-Kontext.
    Ich glaube an keinen „gemäßigten“ Islam. Islam ist Islam, Koran ist Koran – basta !

    Wer wissen will, wie es den irakischen Christen beim Einmarsch der Isis mit ihren „gemäßigten“ Nachbarn erging, lese folgenden Artikel:

    http://www.n-tv.de/politik/Unsere-Nachbarn-mutierten-zu-IS-Monstern-article14038331.html

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