Verkehrte Moral – Religionslehrer zeigt Schülern „Der stumme Schrei“ und wird suspendiert

Unbenannt(Rom) Wegen eines Videos wurde ein Religionslehrer am Realgymnasium Cardano von Mailand vom Dienst suspendiert. Er hatte seinen Schülern im Rahmen des Unterrichts den Dokumentarfilm „Der stumme Schrei“ (The Silent Scream) aus dem Jahr 1984 gezeigt. Der Film zeigt anhand von Ultraschallaufnahmen, wie das ungeborene Kind bei der Abtreibung leidet.

Der Film ging maßgeblich auf die Erfahrungen des ehemaligen Abtreibungsarztes Bernard Nathanson zurück. Nathanson gehört zu den einflußreichsten Agitatoren der Abtreibungslegalisierung in den USA. Später erkannte er seinen Irrtum und wurde zu einem der führenden Lebensrechtsvertreter. Im Film erklärt er, was bei einer Abtreibung mit dem ungeborenen Kind geschieht.

Der Filmvorführung war seit Wochen eine Diskussion in der Klasse über Abtreibung vorausgegangen, in der sich die Schüler in zwei Fraktionen spalteten. Der Film habe alle „verstummen“ lassen. Ein Mädchen sei in Tränen ausgebrochen und habe das Klassenzimmer verlassen.

Die Reaktion war aber kein Aufschrei gegen den millionenfachen Mord an ungeborenen Kindern. Die Reaktion war ein Protest der Eltern, die es skandalös fanden, daß 16jährigen Schülern ein solcher „Schock“ verursacht werde. „Zum Schutz“ der Schüler wurde der 50 Jahre alte Religionslehrer, der seit acht Jahren am Gymnasium Cardano unterrichtete, vom Schuldirektor suspendiert .

Das zuständige Amt der Erzdiözese Mailand leitete eine Untersuchung ein und gab inzwischen bekannt, daß ein Verfahren zur Aberkennung der Lehrerlaubnis als Katechet eingeleitet wurde. Als Begründung nannte das Amt „mangelnde pädagogische Eignung“ nach Canon 804, Komma 2 des Kirchenrechts.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Der stumme Schrei

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34 Comments

  1. Ich werde diesen Religionslehrer ab sofort in alle meine Gebete und Hl. Messopfer einschließen.
    Deo gratias – für solch mutige und aufrichtige Kämpfer!!

  2. Das ist die Krankheit unserer Zeit. Wenn über die Abtreibung und Tötung von Ungeborenen berichtet wird, tritt sofort Schweigen und Ablehnung des Themas ein. Der Zeitgenosse will hierrüber nichts hören, da es Schuldgefühle auslösen könnte. Der Gesetzgeber hat die Tötung legalisiert, der Glaube, da schwach, nicht einbezogen. Da unsere Bischöfe kaum ein Wort darüber verlieren,
    scheint es irgendwie legitim. Die UNO will sowieso, dass die Weltbevölkerung reduziert wird. Man gibt Weisungen nach Brüssel, Brüssel an Karlsruhe, Karlsruhe an Berlin und der Kreis schließt sich. Die Menschen sind schon so abgestumpft, dass sich hier keiner mehr Gedanken macht. Und dennoch gibt es Verteidiger des Lebens, wie dieser Religionslehrer es beweist. Tragisch dass er jetzt entlassen wird und nach Canon 804 Komma 2 des Kirchenrechtes, seine Stelle als Religions-Lehrer verliert.

  3. Selbstverständlich ist das schockierend für eine 16jährige. Aber mit 16 Jahren können diese Mädchen – leider! – durchaus mit der Frage der Abtreibung konfrontiert werden. Da müssen sie wissen, was auf sie zukommt, was da wirklich geschieht. Und damit sie es nicht verdrängen können, muß es eindringlich geschehen.
    Jeder Lehrer, der an einer Schule unterrichtet, ahnt, was geschieht, wenn er den Kindern einen solchen Film zeigt, denn die Abtreibung ist gewollt. Darum meine Hochachtung vor diesem Lehrer! Auch in meine Gebete wird er eingeschlossen.

  4. Einer der neuen Märtyrer… Sowas ist 16-jährigen natürlich nicht zuzumuten, dafür müssen 10-jährige in BW und NRW bald Puffs malen und mit Bananen und Präservativen spielen… Verrückte Welt!

  5. Es wäre höchste Zeit, dass Rom Verfahren gegen viele Bischöfe und ihre engsten Mitarbeiter einleitet – wegen des Verdachts mangelnder Eignung.

    Übrigens kenne ich einen Priester, der in einem in den Modernismus abgeglittenen Bistum wirkt und bereits überlegt hat, ob er in Rom die Absetzung seines Bischofs betreiben soll. Den Namen des Bischofs und die näheren Umstände sollen hier nicht genannt werden. Auf jeden Fall braucht dieser Bischof und seine Herde dringend Gebet – und mutige Laien, die gegen Irrlehren, liturgische Missbräuche und einen nicht mehr katholischen „katholischen“ Religionsunterricht auftreten! In jenem Bistum etwa erleben viele Kinder, Jugendliche und Eltern, dass im Religionsunterricht vielfach Irrtümer gelehrt, Zweifel gesät und einige Glaubenswahrheiten verschwiegen werden! Gottlob gibt es Ausnahmen, aber Religionsstunden, die junge Menschen in Gefahr bringen, den Glauben zu verlieren, sind „Legion“! Wer ist der Hauptverantwortliche? Der Bischof!
    Und in vielen Bistümern ist die Situation ganz ähnlich!

  6. Wie viele Schulklassen besuchen KZs? Sind Geschichtslehrer pädagogisch talentierter als Religionslehrer?
    Das zuständige Amt der Erzdiözese Mailand kann seine Tätigkeit einstellen.

    • 12 – 16 jährige dürfen alles; von der Pille -ohne die Eltern zu fragen, der Arzt muss sie geben- zum Geschlechtsverkehr, zu Porno; einfach alles! Sie sollten bereits mit dem Lehrplan 21 ab 7 Jahren, z.T. schon ab 5 Jahren Berührungen üben und üben -mit Spielzeug- wie der Geschl.-Verkehr geht, etc., aber sie dürfen nicht wissen wie es einem Mensch der -am sichersten Ort der Welt- entsteht, ergeht wenn er brutal aus-ein-ander-gerissen wird! Schlimmer als ein langsamer Todschlag -am „früher“ sichersten Ort der Welt- ist heute zum gefährlichsten aller möglichen Orte geworden!
      Darüber darf man nicht sprechen?
      Was sind das für Priester? – Lehrer? – Beamte?
      Jährlich werden mehr durch Mord im Mutterleib umgebracht als während dem ganzen 2. Weltkrieg (in 6 Jahren) zusammen???
      Gesetzte ? Moral? Schöpfung? Sünde oder ???
      alles illegal, verboten, aber mit Gesetzes-Umgehung legalisiert?
      Quo vadis Europa?
      einst ur-christlich? – nur christliches Abendland? und heute???

  7. Schockfilme über die Auswirkungen des Rauchens und des Drogenkonsums sind nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.
    So war es in der Schule.

    Vermutlich ist das immer noch so.

  8. Ich wäre in der Schule (leider 70ziger/80ziger Jahre mit schon versexualisiertem Biologie-Unterricht) froh gewesen, wenn uns ein Lehrer solch einen Film gezeigt hätte. Vor allem werden ja auch die psychischen Folgen für die Frauen, die abgetrieben haben, verschwiegen ! Nach dem Tode meiner Mutter erfuhr ich, dass ich eigentlich ein älteres Geschwister gehabt hätte, aber leider hatte sich meine Mutter für Abtreibung entschieden. Sie litt den ganzen Rest ihres Lebens unter einer unerklärbaren Traurigkeit und Verbitterung, unter der dann leider auch mein Vater und ich leiden mussten. Darüber hinaus wurde unsere Familie durch diese Tat auch in anderer Weise sehr belastet. Es gab keinen richtigen inneren und äußeren Frieden.
    Der Herr Lehrer tut mir sehr leid – ja man muss ihn wirklich in die Gebete einschließen (Dario-8. Januar 2015 um 18:33). Ich hoffe, dass er einen neue Anstellung findet. Das ist mit 50+x alles andere als einfach.

  9. Der noch zur Umkehr im wahren Glauben gefunden habende
    ehemailige Abtreiber
    Bernard Nathanson
    schätzte, dass er in der Zeit als „Direktor“ von mehreren Abtreibungs-MORD-Kliniken , selbst ca. 5000 (!) 
    Morde eigenhändig vorgenommen hat 
    und an ca 
    70 000 indirekt ( als „Direktor“ ) beteiligt gewesen war !
    Eine erschütternde „Bilanz“. Sein reumütiges Fazit:
    -
    „Ich bin einer von jenen, welche in diese Barbarei hineingeführt haben“
    -

    Auch die mörderische Abtreibung, also der Massenmord an ungeborenen beseelten Kindern, ist Teil der gerade aktuell in aller ( freigeistigem ) Munde genannten „zu verteidigenden humanen Werte“ !
    Der dem Zeitgeist gehorchende und somit vorauseilende „Gehorsam“ der „politisch korrekten“ Erzdiözese Mailand ist schlicht widerlich und ein „barmherziger“ Schlag ins Gesicht für den engagierten Katecheten.
    Aus dieser Klasse wird mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit kein Mädchen ihr ungeborenes beseelte Kind jemals den Schergen des Babycaustes ausliefern !

    Das Zeigen der brutalen Realität der systematischen Ermordung von ungeborenen beseelten Kindern fegt jegliche „humane“ Lügen“pädagogik sowie jegliche „Weichspülkatechese“ ( vom Zeitgeist weich gespülte ) weg !

  10. Die legalisierte Abtreibung wird in Italien seit ca. 40 Jahren praktiziert und erreicht im Jahr stets 6-stellige Zahlen.

    Bei >100 000 Abtreibungen im Jahr und ca. 12 000 000 Frauen zwischen 15 und 50 Jahren (http://haetten-sie-gewusst.blogspot.de/2012/02/bevolkerungspyramide-2011-italien-und.html) kommt man dann seit der Einführung der Fristenregelung 1978 auf 36 x 100 000 Kindstötungen im Mutterleib! Also: 3 600 000.

    Jede 3. Frau hat folglich schon ein Kind abgetrieben. Da die Abtreibungszahlen in Italien zeitweise doppelt so hoch waren, muss man annehmen, dass jede 2. Frau sogar schon einmal ein Kind im Mutterleib getötet hat – sie, die Väter und Druck ausübenden Eltern und Behörden.
    Es ist an diesem Genozid die Gesamtbevölkerung mit gesetzlicher Rückendeckung beteiligt. Eine vollkommen veränderte Mentalität im Umgang mit Leben und Tod, Ich und Welt muss vorausgesetzt werden.

    Angesichts dieser Realität muss man sich fragen, wie man mit den Jugendlichen hinsichtlich dieses Themenkomplexes umgeht. Sie wachsen mehrheitlich in Elternhäusern auf, in denen Abtreibung für ein selbstverständliches Recht gehalten wird. Ihre Eltern haben mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst ein Kind getötet.

    So schrecklich das klingt: diese Mordmaschinierie ist etabliert und erscheint ethisch gerechtfertigt. Kinder werden dazu erzogen, dass sie abtreiben dürfen und sollen.

    Man darf sich nicht wundern, dass in einer staatlichen Schule natürlich das vorausgesetzt wird, was in diesem Staat gesetzlich gilt!

    Die Kirche hat – ein uraltes Problem – durch ihre Versessenheit darauf, unbedingt und um jeden Preis gesellschaftliche Macht auf den obersten Ebenen zu behalten, zu viele Kompromisse mit dem Staat eingegangen und muss nun einen Lehrer, der die katholische Moral in diesem Staat mit diesen Gesetzen und dieser Ethik vertritt, suspendieren.

    Es hilft niemandem, in den Lamento-Modus zu verfallen, den eh keiner mehr ernstnimmt, und die immer gleichen wirkungslosen Statements abzugeben oder von einer erzwungenen „Verchristlichung“ zu träumen.

    Die Kirche hat nur einen Weg: den Kreuzweg. Solange sie um die weltliche Macht buhlt und suhlt, wird sie weiterhin alles verlieren und ihr Trauerspiel, das sie seit Jahrhunderten bereits so spielt, weiterhin immer trauriger gestalten.

    Denn wann – bitteschön – war denn eine echte und anhaltende katholische Blütezeit? Schafft nicht die Kirche sich schon lange selbst ihre Märtyrer?

    Eben – vor 1000 Jahren vielleicht und seither geht es bergab, und dies nicht weil „die anderen“ und die bösen äußeren Feinde schuld sind, sondern weil wir selbst nicht bereit waren und sind, in die Kreuzesnachfolge zu treten.
    So weit ist nämlich der reaktionäre Traum von einem christlichen Welt-Reich von den „Freimaurer“träumen gar nicht entfernt, wenn man genau hinsieht, denn beide … verleugnen das Kreuz, sobald es nicht mehr anderen, sondern den eigenen Schultern auferlegt werden soll.
    Alle wollen schon hier im Schauen leben…

    • Liebe @zeitschnur

      // Angesichts dieser Realität muss man sich fragen, wie man mit den Jugendlichen hinsichtlich dieses Themenkomplexes umgeht. Sie wachsen mehrheitlich in Elternhäusern auf, in denen Abtreibung für ein selbstverständliches Recht gehalten wird. Ihre Eltern haben mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst ein Kind getötet.
      So schrecklich das klingt: diese Mordmaschinierie ist etabliert und erscheint ethisch gerechtfertigt. Kinder werden dazu erzogen, dass sie abtreiben dürfen und sollen.
      Man darf sich nicht wundern, dass in einer staatlichen Schule natürlich das vorausgesetzt wird, was in diesem Staat gesetzlich gilt! //

      Dieser Fall betrifft doch im Prinzip die Kirche, ja überhaupt das Christentum nicht direkt, sondern das Verhältnis des Staats zu dem persönlichen (christlich, am Naturrecht gebildeten) Gewissen des Lehrers, der aus Überzeugung deutlich machen wollte, das Abtreibung Mord ist.
      Es bleibt daher die Frage nach der Methode, die Wahrheit und Wirklichkeit zu vermitteln. Ist es angesichts der Tatsache, dass bereits Jugendliche mit dem Leben (anderer) spielen, legitim, zu solchen drastischen Mitteln zu greifen? Offensichtlich ist das nicht mehr legal – wie der Lehrer erfahren musste. Diametral entgegengesetzt verhält es sich mit den ab 16 Jahren freigegebenen Filmen, die tagtäglich Jugendliche konsumieren – ganz abgesehen davon was youtube u.a. Plattformen zu bieten haben.

      Umkehr und Schuldbekenntnis sind oftmals Folge eines Schocks. Darf Schuldbekenntnis noch sein?

      • @ Agricola

        Sicher sicher – aber Sie haben die Argumentations-Ebene gewechselt. Sie argumentieren rein theoretisch moralisch.

        Darum ging es mir nicht, weil wir uns hier ja wohl hoffentlich alle darüber einig sind, dass Abtreibung ein Greuel ist und abgelehnt werden sollte – prinzipiell.

        Der Lehrer lebt jedoch nicht im luftleeren Raum, sondern unterrichtet an einer staatlichen italienischen Schule. Wenn ein Staat Abtreibung ethisch für vertretbar ansieht und legal stellt, und dies ideologisch hochgradig an einem ebenfalls gesellschaftlich etablierten Freiheitsbegriff aufhängt, dann haben wir ein Problem im Staatsdienst. Ich weiß nicht, was man in Italien schwören muss, aber in Deutschland muss man sagen: „Ich gelobe Recht und Verfassung“ zu achten, bevor man in den Schuldienst eintritt.

        Wenn nun dieser Eid nicht ein fiktives „Naturrecht“ meint, das nirgends kodifiziert, sondern eher „gefühlt“ ist, sondern das geltende Recht und eine liberalistische Verfassung des Staates Italien, dann bekommt jeder ein Problem, der eine staatliche Institution dafür nutzt, gegen dieses staatliche Gesetz Stimmung zu machen – ob und inwieweit er damit „geistlich gesehen“ recht hat oder philosophisch etc. diskutiere ich gerade nicht, weil wir uns darüber, wie gesagt, einig sind.

        Wäre dieser Lehrer konsequent, müsste er seinen Dienst von selbst quittieren und von einer anderen Stelle aus versuchen, diesen heilsamen Schock auf Menschen (nicht nur Jugendliche!) auszuüben.

        Dass nun die ganze Angelegenheit im Religionsunterricht geschieht, ist besonders absurd, zeigt aber auf, dass die Kirche mit ihrer Strategie, über den Staat ihre eigenen Gewissheiten zu vermitteln, einfach aufs falsche Pferd gesetzt hat. Seit Jahrtausenden hat das die Kirche regelmäßig an den Rand des Glaubensabfalls getrieben.

    • //Man darf sich nicht wundern, dass in einer staatlichen Schule natürlich das vorausgesetzt wird, was in diesem Staat gesetzlich gilt!//

      Wundern nicht, aber entrüsten darf man sich doch noch, statt mit den Schultern zucken, oder?

      • Widerruf.
        Heute nacht habe ich zufällig diesen Psalm gebetet und wurde darin eines besseren belehrt.
        ——-
        E n t r ü s t e d i c h n i c h t über jene, die Böses tun,
        e r e i f e r e d i c h n i c h t wegen der Übeltäter.
        Denn wie Gras verwelken sie rasch,
        verdorren wie das grüne Kraut.
        Vertraue auf den Herrn und tue, was gut ist!
        Wohne friedlich im Land und übe die Treue!
        Habe am Herrn deine Wonne;
        dann gibt er dir, was dein Herz begehrt.
        Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertraue auf ihn;
        er wird nicht untätig sein!
        Er lässt deine Gerechtigkeit aufleuchten wie Licht;
        dein rechtes Verhalten wie Mittagshelle.
        Sei still vor dem Herrn und harre auf ihn!
        E n t r ü s t e d i c h n i c h t über den, der stets Erfolg hat,
        über den Mann, der Ränke vollführt!
        S t e h a b v o m Z o r n u n d l a s s d e n G r o l l !
        E n t r ü s t e d i c h n i c h t , e s f ü h r t n u r z u B ö s e m !
        Denn Übeltäter werden vernichtet;
        doch wer auf den Herrn hofft, erhält das Land.
        Nur noch kurze Zeit, und der Frevler ist dahin;
        suchst du nach seiner Stätte, so besteht sie nicht mehr.
        Doch die Armen werden das Land besitzen
        und die Fülle des Friedens genießen…
        (Psalm 36)

      • @ Leo Lämmlein,

        mir fällt ein Stein vom Herzen, dass endlich jemand hier – zur Lehre für uns alle – das einzig Richtige tut, und auf das verweist, was einem wahren Katholiken zukommt:

        Norm ist für uns nicht eine moralische, polit-katholische Ideologie, sondern immer noch die Schrift, die Psalmen, die Lehre Jesu, der Apostel, zusammengefasst und klar das gesamte depositum fidei.

        Verzweifelt versuche ich mich daran zu orientieren und muss feststellen, dass die meisten Katholiken, die sich „traditionell“ wähnen, zwar allen möglichen Traditionen folgen – bloß: katholisch sind sie sehr oft gar nicht.

        Jeder sucht sich die Lehrer, nach denen ihm die Ohren jucken, ob rechts- ob linksstehend. Das ist die traurige Lage.

        Da ich Brevier lese, kenne ich die Psalmen ganz gut, teilweise auch auswendig, und mir steht daher die Korrelation der Sünde der anderen mit der eigenen Verfehlung vor Augen.

        Diese Zustände, in denen wir leben, kommen ja nicht aus heiterem Himmel. Sie ist wesentlich durch die Verfehlungen auch von Katholiken verursacht worden. Durch den Missbrauch des Glaubens für politische zwecke, die uns gar nicht aufgetragen waren und sind, durch eine verbal-psychologisch gewalttätige und respektlose Art, mit denen, die nicht glauben, umzuspringen.

        Durch diesen „Empörungsstil“, der auch hier im Forum fast wahnhaft tobt, erweist man dem Herrn und der Kirche den schlechtesten Dienst, der überhaupt denkbar ist.

        Uns ist nicht gesellschaftliche Partzipation oder gar ein Anrecht darauf versprochen worden, sondern Jesus stellte uns das Kreuz in Aussicht; Verfolgung und „Befremdung“ darüber, dass wir nicht mitlaufen mit dem Gang der Welt, den wir weder aufhalten können noch sollen. unser Weg ist das zeugnis des Gekreuzigten, und nur das bringt auch Frucht in den Seelen – Sie kennen ja den Spruch vom „Samen der Märtyrer“. Alles andere führt zu dem, was wir heute haben…

        Der Katholik kann nie ein „Mann von Welt“ sein, wenn er dem Herrn folgt.

        Hier aber gewinnt man den Eindruck, Katholischsein bedeute eine rechtsgerichtete, christusfreie Partei zu vertreten.

        Ein bloßer moralischer Appell gegen die Abtreibung ist so nutzlos wie dieser Horrorfilm gegen das Rauchen, den man uns in meiner Schulzeit gezeigt hatte – alle waren geschockt über das amputierte Raucherbein, gingen dann raus und steckten sich wieder ne Zigarette an.

        Man kann nicht gegen all diese Verfehlungen angehen mit bloßer Moral und Psychomethoden (denn das ist der Film, der objektiv natürlich vollkommen zutrreffend ist – so wie der Antraucherfilm damals).
        Das kann bloß keinen Menschen „bekehren“.

        Um das Ausmaß der Greuel zu erfassen, muss man regelrecht umkehren und Buße tun. Und das wiederum kann man nicht mit dem Holzhammer erzwingen – jedenfalls nicht, wenn man ein wahrer Katholik ist.

      • Nun, @ zeitschnur, meine Sache mit der „Entrüstung“ hat einen Hintergrund, den Sie nicht kennen können. Ich hielt mich nämlich für berechtigt, mich gerechterweise zu „entrüsten“, aufgrund der Regel eines Ordens (kirchenrechtlich eine pia unio diözesanen Rechts), dem ich angehöre. Dort heißt es im Prolog: „Schreckst du aber vor diesem Einsatz zurück, suchst du nur deine eigene Bequemlichkeit, nimmst du ohne E n t r ü s t u n g die Herrschaft der Mittelmäßigkeit, der Heuchelei und des Lasters hin – dann ist dieses [Regel-]Büchlein nicht für dich geschrieben…“ (Original: „Si tu crains l‘effort et recherches ta propre tranquillité, si tu acceptes sans révolte le règne de la médiocrité, de l‘hypocrisie et du vice, ce livre n‘est pas pour toi…“). Das deutsche „Entrüstung“ meint eine Emotion des Entrüstetseins, des Zorns, der Empörung. Das kann das „révolte“ des Originals zwar auch bedeuten, aber dort umfasst es (wie ich soeben nachgeschlagen habe) auch die Bedeutung von „Auflehnung“, also, so interpretiere ich, im Unterschied zu gleichgültiger Duldung, und zwar nicht als unbeherrschter, zorniger Gefühlsausbruch, sondern als unversöhnliche Haltung und Aktivwerden gegen das Böse, und dann stimmt es wieder.
        Für die Übertragung von Psalm 36 (37), die ich zitiert habe, steht in der Vulgata: „Noli aemulari in malignantibus: neque zelaveris facientes iniquitatem“. Allioli/Arndt (1900): „Erzürne dich nicht über die Bösen, und ereifere dich nicht über die, welche Frevel verüben!“ Und wieder in Vers 8: „Desine ab ira, et derelinquere furorem: noli aemulari ut maligneris“ – „Stehe ab vom Zorne, und laß den Groll fahren; ereifere dich nicht, so daß auch du Böses thuest.“ (Leopold Zunz: „Werde nicht unmutig ob den Bösewichtern, ereifere dich nicht über die, so unrecht tun … Laß‘ ab vom Zorne und gib auf den Grimm, werde nicht unmutig, nur zum Bösen ist es“.) Dies nur zur Erläuterung. Zu dem weiteren, was Sie schreiben, in einem anderen Kommentar, Deo volente.

      • Na @ Carlo – Sie kennen doch den Sprachgebrauch, ich meine den „traditionellen“, oder etwa nicht?: der Priester „liest“ die Messe, man „liest“ das Brevier…natürlich ein gelesenes Beten…so sagte man damals, vor dem Konzil und vor Pius…und das ist irgendwie auch noch auf mich Nachgeborene gekommen…

      • sehr richtig geschätzte Fr. Zeitschnur.
        In katholische Regionen war es bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts üblich zu hören: Der Herr Pfarrer liest (oder singt) die Mess‘. Der Hochwürden liest gerade das Brevier.
        Im Tirol (und anderen Regionen Österreichs) und in Teilen Bayerns hört man das manchmal noch heute.
        „Gottesdienst feiern“ hab ich erstesmal in den späten 1960ern gehört.

      • @ Leo Lämmlein

        Ich hab das erst jetzt gelesen, was Sie mir am 10.1. schrieben. Stattgegeben: ich zucke ja keineswegs die Schultern angesichts der Untaten.

        Nur muss der Widerstand und die Abwehr gegen die Sünde stets in mir selbst anfangen (also bei mir selbst, bevor ich andere anklage) und weiter gehört dazu doch zweifellos, dass man erfasst, wo die jeweiligen Sünder stehen.

        Dass ein Satiremagazin nach Jahrzehnten islamischer Gewalt und leider auch christlicher Unduldsamkeit und Selbstherrlichkeit bei offenkundiger Doppelmoral auf Religion nur noch mit Zynismus und Bitterkeit reagiert, ist nicht den Zeichnern alleine anzurechnen.

        Ob Gott nun die Muslime dazu beauftragt hat, Charlie Hebdo zu „bestrafen“, wie Herr Obenauer glaubt und mit ihm lautstark x Poster weiß ich nicht, aber wenn wir schon so anfangen, müsste man auch fragen, ob nicht Blätter wie Charlie Hebdo im selben Sinn ein Gericht Gottes über die Verkommenheit innerhalb der Kirche sind – denn wieso sonst sollten Menschen mit solcher Bitterkeit und Verbissenheit gegen die Kirche anzeichnen und sie auf eine Stufe mit dem Islam stellen?

        Was bleibt uns?
        Trauer. Aber keine Empörung, denn gerade wir hier, besonders in diesem Forum, haben überhaupt keinen Grund dazu.

  11. Als ich vor 35 Jahren Student war, versuchten die KOMMUNISTEN die Vorführung dieses Films auf der Universität zu verhindern,
    heute wird deswegen in der Konzilskirche Bergogliaccios ein aufrechter Katechet, der seine Sache offenbar noch ernst nimmt, von seinem „Bischof“ gefeuert.

    Wieder einmal hat die Geschwisterlichkeit zugeschlagen!

  12. Da sieht man wie schockierend die Wahrheit für uns moderne Menschen sein kann. Was dann wohl erst beim Gericht sein wird, an dem jeder am Ende des Lebens teilhaben muss, ob er möchte oder nicht? Und wo jedem gezeigt wird, was Gott von unseren Sünden hält und welches Schicksal wir dafür verdienen.
    Es würde mich nicht wundern, wenn das Mädchen, das das Klassenzimmer verließ, selbst abgetrieben hätte. An diesen gezeigten Ultraschallbildern erkennt man unweigerlich, dass Abtreibung wirklich Mord ist, auch wenn der getötete Mensch keine 1,80 m groß ist und vor einem steht, stattdessen verborgen im Mutterleib, aber nicht weniger lebendig ist.

    Und das oberflächliche Verhalten der Eltern und des Direktors macht den vorgezeigten Beweis, dass eine Abtreibung der Mord eines lebenden Menschen ist, um nichts weniger wahr.
    Man kann nur hoffen, dass etwas im Gewissen aller Beteiligten hängen geblieben ist.

    • Außerdem sind 16-jährige, zumindest bei uns ins Österreich, berechtigt zu Rauchen, sie dürfen sich ins Koma trinken, Geschlechtsverkehr haben und danach ungestraft ihr Kind abtreiben. Sie dürfen sich die schlimmsten Horrorfilme ansehen oder im Internet Filme von Hinrichtungen echter Menschen. Und dann meint man, obiger Film sei den Jungen unzumutbar? Da stimmt doch etwas nicht.

      Angesichts von 40 Jahren Fristenlösung in Österreich möchte ich gerne Folgendes in Erinnerung rufen.
      Unter dem „Sonnenkönig“ Bruno Kreisky wurde ebendiese in Österreich beschlossen mit 92 zu 89 Stimmen gegen die Volkspartei und die Freiheitlichen.
      Kreisky, dem es nach diesem schwerwiegend sündhaften Gesetzesbeschluss gesundheitlich immer schlechter erging, erlitt übrigens mehrere Schlaganfälle und erblindete erst an einem Auge, später auch am anderen.
      Die später nach ihrem Tod(wie Barbara Prammer) öffentlich verehrte Frauenministerin Johanna Dohnal hat die Fristenlösung gar als „großen Erfolg der Frauenpolitik“ bezeichnet. Und auf ihren Spuren, sogar noch radikaler, wandelt nun ihre Nachfolgerin Heinisch-Hosek.
      Ich denke, es sollte klar ersichtlich sein, bei welchen Entscheidungsträgern und auf welcher Ideologie die Schuld für die Abtreibungslegalisierung in Österreich lastet. Und ich denke auch, dass Gott die Beihilfe zur Abtreibung sowie die Abtreibung selbst nicht ungestraft lässt, weder zu Lebzeiten, noch viel weniger nach dem Tod. Sein Segen liegt auf dem Einhalten seiner Gebote und Fluch ereilt diejenigen die sie in großem Stile brechen.

      • Ach was „zumutbar“! Das wird vorgeschoben – es geht um den logischen Widerspruch: wenn man eine Gesetzeslage schafft, die Sie beschreiben, kann man nicht im staatlichen Schulunterricht wieder deren Beklagung hinnehmen.

        Ich würde mich bei der Entwicklung hin zu dieser Gesetzeslage nicht bloß auf die Entscheidungsträger konzentrieren – sie konnten tatsächlich auf eine teilweise ungerechte, heuchlerische und grausame Praxis im Umgang mit der natürlich auch zuvor vorliegenden Problematik. Abgetrieben wurde immer (wieso sonst so strenge Gesetze dagegen, wenn das nicht immer ein großes problem gewesen wäre?) und die Schuld lag meist nicht nur bei der Frau, sondern in einem ganzen Komplex bigotter und hintertupfiger „Moral“, die ausweglose und ungerechte Situationen schuf.

        Vor ca. 60 Jahren noch haben auch gläubige Katholiken diese ungerechten Verhältnisse, „katholische“ Doppelmoral und die Rechtlosigkeit der Missbrauchten und v.a. der „Bastarde“ – der schuldlosen Kinder – deutlich benannt und beklagt. Ich kannte mehrere alte Menschen, die solche „Bangerte“ waren und brutal diskriminiert wurden. Leider weiß ich auch von meinem „katholischen“ Urgroßvater, dass er fremdging und einen solchen „Bastard“ hervorbrachte, dessen gesellschaftlicher Status schlecht war, der meines Urgroßvaters blieb unverändert…Das ist alles nicht lange her, und als man die Gesetzgebung änderte waren die Wunden aus dieser Praxis noch sehr frisch. da liegt wirklich mehr im Argen als bloß „linke“ Politik!

        Heute hat die gesamte traditonalistische Richtung „dicht gemacht“ und verklärt vergangene Verhältnisse, als sei da alles großartig gelaufen.
        Nicht zuletzt hat ein total verdunkeltes Glaubenszeugnis der Kirche auch schon vor dem Konzil, lange vor dem Konzil – und das bezeugt wie gesagt die treue katholische Literatur schon im 19. Jh – erst zu diesen Explosionen geführt.
        Zwar muss nicht „die Kirche“ Buße tun, aber wir müssten es tun und endlich den Kreuzweg gehen wollen. Nicht katholisch herrschen, sondern katholisch dienen.

      • @zeitschnur:

        Ich sehe sie versuchen von ihrem ideologischen Standpunkt aus, meinen Kommentar zu relativieren. Ich bleibe aber dabei und möchte noch hinzufügen, dass es in der EU die Linken waren die sich für den Kampf gegen das Kreuz vor des Teufels Karren spannen ließen und die für den Estrela/Lunacek-Bericht und sämtliche Gender-Politik verantwortlich zeichnen.
        Die Linken verpflichten sich in ihren Parteiprogrammen für Offenheit und „Toleranz“ und opfern dafür die christlichen Wurzeln Europas, für die sich wiederum die ideologische Gegenseite (mehr oder minder) einsetzt.

        Wenn man einen Religionslehrer suspendiert weil er den Schülern die Wahrheit über Abtreibung zeigt, dann unterstützt man damit nur noch diese linke Politik und heißt diese Gesetze indirekt für gut. Damit gibt man anderen das denkbar schlechteste Beispiel ab.
        Der zuständige Direktor hätte genauso gut nichts tun können und damit wäre die Geschichte wahrscheinlich keine Schlagzeile wert gewesen, wenn sie mich fragen.

      • @ dhmg

        Leider verstehen Sie nicht, was ich sagen wollte. Schade. Die „Linken“ hätten niemals diesen Erfolg gehabt, wenn die wunderbaren „Rechten“ Europa nicht moralisch wrackiert hätten mit ihrer Arroganz, Mittelmäßigkeit, Aggressivität, Ungerechtigkeit und Süffisanz.

        Wenn man nicht historisch denkt, sieht man das nicht. Aber die Problematik fing nun mal nicht erst 1968 an, sondern hat einen langen, sehr langen Vorlauf.

        Ist es ideologisch, darauf hinzuweisen?

  13. 12 – 16 jährige dürfen alles; von der Pille -ohne die Eltern zu fragen, der Arzt muss sie geben- zum Geschlechtsverkehr, zu Porno; einfach alles! Sie sollten bereits mit dem Lehrplan 21 ab 7 Jahren, z.T. schon ab 5 Jahren Berührungen üben und üben -mit Spielzeug- wie der Geschl.-Verkehr geht, etc., aber sie dürfen nicht wissen wie es einem Mensch der -am sichersten Ort der Welt- entsteht, ergeht wenn er brutal aus-ein-ander-gerissen wird! Schlimmer als ein langsamer Todschlag -am „früher“ sichersten Ort der Welt- ist heute zum gefährlichsten aller möglichen Orte geworden!
    Darüber darf man nicht sprechen?
    Was sind das für Priester? – Lehrer? – Beamte?
    Jährlich werden mehr durch Mord im Mutterleib umgebracht als während dem ganzen 2. Weltkrieg (in 6 Jahren) zusammen???
    Gesetzte ? Moral? Schöpfung? Sünde oder ???
    alles illegal, verboten, aber mit Gesetzes-Umgehung legalisiert?
    Quo vadis Europa?
    einst ur-christlich? – nur christliches Abendland? und heute???

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