Alles wie Franziskus es will – Sympathien, Launen und die Kasper-Fraktion

Kardinal Marx und Kardinal Braz de Aviz
Neo-Kardinäle zwischen Sympathien, Launen und der Kasper-Fraktion. Im Bild Kardinal Marx und Kardinal Braz de Aviz

(Rom) Man wußte, daß Papst Franziskus unberechenbar ist. Die Liste der neuen Kardinäle, denen er beim Konsistorium am 14. Februar Purpur verleihen wird, macht jede Vorhersage zur Makulatur. Hat der ehemalige Diplomat Rauber noch andere Verdienste, außer seine Konflikte mit Benedikt XVI., die ihn für die Kardinalswürde qualifizieren? Nach welchen Kriterien wählt der Papst die Kardinäle aus? Lassen sich neben Launen auch Richtungsentscheidungen erkennen? Ja, sagt der Vatikanist Sandro Magister. Einige neue Papstwähler haben sich bei der Bischofssynode im Oktober 2014 als eindeutige Parteigänger der Kasper-Fraktion zu erkennen gegeben.

Mit den fünfzehn neuen Papstwählern, steigt die Zahl der Konklave-Teilnehmer auf 125. Fünf mehr als vorgesehen. In den kommenden Monaten werden fünf Kardinäle aus Altersgründen ausscheiden.

Vatikansprecher Pater Federico Lombardi meinte dazu, der Papst habe die von Papst Paul VI. vorgeschriebene Höchstzahl nur „leicht“ überschritten, sich aber „insgesamt an diese Bestimmung gehalten“, da bis Jahresende die Zahl der Papstwähler wieder auf 120 sinken werde.

Der Kolumbianer Pimiento Rodriguez wird demnächst 96 Jahre alt. Die Ernennung zum Bischof erfolgte im Jahr 1955 noch durch Pius XII. Geradezu eine Sensation. Er ist einer der letzten acht noch lebenden Pacelli-Bischöfe.

Zweimal Purpur als Wiedergutmachung für Konflikte mit Vorgänger-Päpsten?

Für Zwei-Neokardinäle scheint die Kardinalserhebung eine Art Wiedergutmachung für ihre Konflikte mit zwei anderen Päpsten zu sein. Einer von ihnen ist der Italiener Luigi De Magistris, 88 Jahre alt. Er kritisierte mehrfach die Zeremonien von Johannes Paul II, die deren Regisseur Piero Marini inszenierte, besonders die exotischen Tänze, die in Meßfeiern integriert wurden. Damit machte er sich das wojtylianische Establishment im Vatikan zum Gegner. Er war auch der einzige führende Kurienvertreter, der sich gegen die Seligsprechung von José Maria Escrivá de Balaguer, den Gründer des Opus Dei ausgesprochen hatte. Die Folge war, daß ihm die Kardinalswürde verweigert wurde, die ihm als Großpönitentiar (2001-2003) zugekommen wäre. De Magistris ist der einzige Leiter dieses Dikasteriums ohne Kardinalsbirett.

Der andere ist der Deutsche Karl-Josef Rauber, 81 Jahre alt. Er stand mit Papst Benedikt XVI. im Konflikt. Zuletzt 2009, als er Apostolischer Nuntius in Belgien war. Damals ging es um die Nachfolge des progressiven Godfried Danneels als Erzbischof von Brüssel-Mecheln. Rauber meldete Rom einen Dreiervorschlag, der nicht den Namen des heutigen Amtsinhabers, Erzbischof André Léonard enthielt. In mutmaßlicher Anlehnung an Danneels lehnte Rauber Léonard als „ungeeignet“ ab. Benedikt XVI., der jedoch über andere Informationskanäle verfügte, sah im damaligen Bischof von Namür den geeigneten Mann, um der am Boden liegenden Brüsseler Kirche im Zentrum der Europäischen Union wieder Leben einzuhauchen.

Da traf es sich, daß Rauber 2009 75 wurde. Benedikt XVI. nahm seinen Rücktritt an und ernannte Msgr. Léonard zum Nachfolger von Kardinal Danneels. Rauber, kaum in Pension, enthüllte seinen Widerstand gegen Erzbischof Léonard und andere Konflikte mit Papst Benedikt XVI. in einem Interview mit der progressiven Dehonianer-Zeitschrift Il Regno. Er distanzierte sich damit auf unfeine Art von Benedikt XVI. und von der Ernennung in Brüssel, die nicht nur Rauber, sondern auch Kardinal Danneels dem deutschen Papst nachtrug. Eine Distanzierung, die jenseits persönlicher Animositäten vor allem einen Richtungsstreit sichtbar machte.

Laut dem britischen Autor Austen Ivereigh habe Kardinal Danneels zusammen mit den deutschen Kardinälen Kasper und Lehmann 2013 die Wahl eines Anti-Ratzingers organisiert.

Während Erzbischof Léonard seit fünf Jahren vergebens auf die Kardinalswürde wartet, wird sein gescheiterter Verhinderer Rauber mit eben dieser ausgezeichnet. Man geht kaum fehl, darin ein weiteres Entgegenkommen gegenüber Kardinal Danneels zu erkennen. In Rom suchen manche nach anderen Verdiensten Raubers, außer seiner Gegenposition zu Benedikt XVI., die ihn für die Kardinalswürde qualifizieren würde.

Die Zahl der von Franziskus ernannten Papstwähler steigt damit auf 31. 34 wurden von Johannes Paul II. ernannt. 60 der derzeit 125 Papstwähler erhielten ihr Purpur von Benedikt XVI.

Die einzige Regel ist der Bruch mit ungeschriebenen Regeln?

cardinali.jpgMit Franziskus haben sich jedoch die Auswahlkriterien grundlegend verändert. Seine Vorgänger hielten sich an konsolidierte Regeln. Dazu gehörte die Verleihung an die Erzbischöfe bestimmter Bistümer, die traditionell mit der Kardinalswürde verbunden waren. Gleiches gilt für die Inhaber bestimmter Kurienämter.

Der argentinische Papst „fühlt sich nicht daran gebunden“, wie Vatikansprecher Pater Federico Lombardi am Montag erklärte. In der Tat handelt es sich um eines der vielen ungeschriebenen Gesetze der Kirche, die viele Generationen für sinnvoll erachtet haben. Papst Franziskus modelliert das Kardinalskollegium viel stärker nach seinem „Ebenbild“ um, als es seine Vorgänger taten.

Durch den Bruch mit überlieferten Regeln erweitert sich der Kreis möglicher Kandidaten enorm. In Italien bleiben die beiden einzigen Bischofssitze, die traditionell mit der Kardinalswürde verbunden sind, auch weiterhin ohne Purpur. Statt Venedig und Turin fischte Franziskus unter den mehr als 200 Diözesanbischöfen die Erzbischöfe Menichelli (Ancona-Osimo) und Montenegro (Agrigent). Menichelli war viele Jahre Sekretär von Kardinal Achille Silvestrini.

Lampedusa – das luxuriöse Paradox von EU und Papst

Zur Diözese von Bischof Montenegro, der allgemein als guter Bischof anerkannt ist, gehört auch die Insel Lampedusa, auf die Franziskus seine erste und umstrittene Reise außerhalb Roms unternahm. Im neuen „Wertekatalog“ von EU, Medien und Papst ist die Insel zu einem Ort mit Symbolcharakter stilisiert worden. Mit ihm soll Kritik an der Masseneinwanderung, auch der illegalen, zum moralisch irreversiblen Tabu gemacht werden. Schiffbruch ist eine menschliche Katastrophe und verlangt Hilfe. Doch bei Lampedusa geht es um die Durchsetzung eines einseitigen politischen Postulats.

Obwohl das Phänomen Masseneinwanderung nur zum geringsten Teil über den Seeweg nach Lampedusa erfolgt, wird eine „humanitäre“ Gleichsetzung versucht. Mit einer die Realität verzerrenden Sprachregelung wird fast täglich über „Flüchtlinge“ berichtet, die aus „Seenot gerettet“ wurden. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Jeder Einwanderer, der mit dem Schiff aus Afrika Europa zu erreichen versucht, wird einfach zum „Flüchtling“ und „Schiffbrüchigen“ erklärt. In den Gewässern vor der tunesischen Küste patrouillieren europäische Polizei-, Militär- und Sanitätsschiffe mit dem Auftrag, jedes Einwandererschiff „Willkommen“ zu heißen, sprich bei Sichtung in Empfang zu nehmen und nach Lampedusa zu begleiten. Ein inzwischen eingespielter Mechanismus, der in der Regel bei ruhiger See abläuft und den kriminellen Schlepperbanden in Nordafrika bestens bekannt ist. In den europäischen Zeitungen liest man am nächsten Tag aber, daß vor Lampedusa wieder Hunderte „Flüchtlinge“ vor dem „Ertrinken“ gerettet worden seien. Ein luxuriöses Paradox, wenn man bedenkt, daß es sich um illegale Einwanderung handelt. Doch Papst Franziskus steht hinter diesem „Gutmenschentum“ und signalisiert das auch durch die Erhebung in den Kardinalsrang. Der Papst muß keinen differenzierten politischen Diskurs zum Thema führen, weil ihn wichtige Entscheidungsträger seit Jahren verweigern. Er fördert einen solchen allerdings nicht durch zu einseitige Parteinahme.

Ein nachtragender Papst

Benedikt XVI. hielt sich diszipliniert an die kirchlichen Consuetudines und konnte damit dem Kardinalskollegium in acht Jahren Amtszeit weniger seinen Stempel aufdrücken als Franziskus in nicht einmal zwei Jahren. Bei den fünfzehn neuen Papstwählern, hielt sich Franziskus nur bei zwei Ernennungen daran, jener von Kurienerzbischof Mamberti, Präfekt der Obersten Signatur, aus der Franziskus Kardinal Raymond Burke verjagt hatte. Dazu kommt noch der Patriarch von Lissabon. Den Erzbischof von Bangkok könnte man eventuell noch dazu rechnen.

Erneut ohne Kardinalswürde blieb der französische Dominikaner Jean-Louis Brugués, der Archivar und Bibliothekar der Heiligen Kirche. Ein Amt, mit dem seit Jahrhunderten die Kardinalswürde verbunden ist. Doch Papst Franziskus ist nachtragend. Wer sich ihm in den Weg stellt, bekommt seine Faust zu spüren. Davon weiß nicht nur amerikanische Kardinal Burke zu berichten. Pater Burgués hatte in seiner Zeit an der Kongregation für das katholische Bildungswesen entschiedenen Widerstand gegen die Ernennung von Victor Manuel Fernandez zum Rektor der Katholischen Universität von Buenos Aires geleistet. Fernandez aber war der Schützling des damaligen Erzbischofs von Buenos Aires. Als Papst ernannte ihn Franziskus sofort zum Titularerzbischof, zum Synodalen und machte ihn zum persönlichen Ghostwriter. In Rom heißt es daher: Wer Papst Franziskus liest, liest Fernandez.

Die Römische Kurie verliert weiterhin an Gewicht im Konklave. Nach dem 14. Februar wird der Anteil der Kurialen von derzeit noch 30 Prozent auf 27 Prozent sinken.

Die Suche nach entlegenen und unbekannten Orten

Man mag die Liste der Neuernannten lesen wie man will, ein System läßt sich nicht erkennen. Papst Franziskus scheint keine Regeln zu befolgen, oder anders gesagt, wenn es eine Regel gibt, dann bestenfalls eine: bestehende Regeln zu mißachten. In Rom, wo man derzeit über die neuen Kardinäle aus Tonga, Xai Xai und den Kapverdischen Inseln rätselt, behaupten böse Zungen, selbst der Papst würde diese unbekannten Bischöfe nicht kennen. Er habe einfach eine Landkarte aufgeschlagen und nach den entlegensten und unbekanntesten Orten gesucht. Inseln bevorzugt. „Manche werden darin wohl die Handschrift des Heiligen Geistes erkennen wollen“, kommentierte Secretum meum mihi. Andere, so Franciso de la Cigoña sprechen nüchterner von päpstlichen „Launen“.

Fest steht, daß das Kardinalskollegium mit dem 53jährigen Kardinal aus Tonga ein neues jüngsten Mitglied bekommen wird. Gefolgt vom Erzbischof von Montevideo, der 55 Jahre alt ist.

Der traditionsverbundene Erzbischof von Morelia und die Narcos

In Mexiko fiel, aus welchem Grund auch immer, die Wahl auf Erzbischof Alberto Suarez Inda von Morelia. Die Diözese liegt im Staat Michoacán, in dem der Drogen- und Bandenkrieg am blutigsten ausgetragen wird. Hat dieser medienträchtige Umstand wie im Fall Lampedusa das päpstliche Interesse geweckt? Suarez Inda ist aber auch der erste mexikanische Diözesanbischof, der nach dem Erlaß des Motu proprio Summorum Pontificum ein feierliches Hochamt im überlieferten Ritus zelebrierte. Er tat es am Heiligen Abend 2013, bereits nach dem Amtsverzicht von Benedikt XVI. und spendete dabei zwei Jugendlichen der Tradition das Sakrament der Firmung.

Unter den Neo-Kardinälen findet sich kein Jesuit, dafür mit dem Erzbischof von Bangkok ein Freund der Fokolarbewegung, zu denen bereits die Kardinäle Braz de Aviz und Antonelli gehören. Der ebenfalls in den Kardinalsrang erhobene Erzbischof von Valladolid hegt Sympathien für den Neokatechumenalen Weg, dem bereits Kardinal Filloni nahesteht.

Die neuen Kardinäle und die Bischofssynode

Die Neo-Kardinäle aus Lissabon, Wellington, Ancona-Osimo, Addis Abeba und Tonga nahmen als Vorsitzende der Bischofskonferenz an der Synode über die Familie teil. Der Erzbischof von Valladolid wurde persönlich von Papst Franziskus zum Synodale berufen.

Bei der Bischofssynode über die Familie schlossen sich der Neuseeländer Dew von Wellington und der Italiener Menichelli von Ancona-Osimo der Kasper-Fraktion an und sprachen sich für die Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zur Kommunion und die Anerkennung von Homo-Verbindungen aus.

Indem Papst Franziskus den Neuseeländer Dew statt Anthony Colin Fisher, den Nachfolger von Kardinal George Pell als Erzbischof von Sydney, zum Kardinal erhebt, ließ der Papst ein weiteres Mal erkennen, in welche Richtung seine Sympathien gehen. Sowohl Kardinal Pell als auch Erzbischof Fisher sind entschiedene Verteidiger der Unauflöslichkeit der Ehe.

Text: Andreas Becker
Bild: Settimo Cielo

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37 Comments

  1. Nun, wer gewachsene und bewährte Strukturen zerstören will, der bedarf keines besonderen Systems, es genügt, einfach die Regeln außer Kraft zu setzen und das möglichst auf die absurdeste Art und Weise. Und genau das auch Bergoglios simple wie wirksame Strategie: statt Regeln Willkür, statt sorgsamer Auslese, wahllose Beliebigkeit.
    Ohne falsche Vergleiche anzustellen zu wollen: auch Hitller hat sich die fest auf preußische Ordnung und Standesdenken gegründete Reichswehr gefügig gemacht, indem er wahllos niedere Chargen und ahnungslose Parteiproleten in hohe Offiziersämter beförderte. Es war zwar am Ende sein Untergang, aber in diesen hat er dann auch ganz Europa und Millionen von Menschen mitgerissen.

    • Wer solche Vergleiche anstellt disqualifiziert sich selber!!! Einfach unvorstellbar in einem katholischen Blog!

      • Sie meinen, weil Ihr Vorredner „Hitler“ gesagt hat. Wirklich unfassbar. Und das in einem katholischen Blog.

      • Auch damals war es unvorstellbar und doch ist das Unvorstellbare passiert.Auch damals gab es Katoliker,katholische Zeitungen,es gab da Menschen,die gewarnt haben…und ,,brave Leute“empörten sich.Wer sich mit dieser Geschichte befasst hatte,kann diesen Vergleich verstehen.

    • Unerträglich Ihr geschmiere! Auch das dieses von KI frei geschaltet wird. Sie nennen sich Christ, Pfui, Pfui!!!!

      • Ach hören Sie doch auf. Der hier hochgeschätzte Kommentator „hicesthodie“ zieht eine historische Parallele, die völlig zu Recht besteht und jedem ins Auge springt, der nicht völlig ideologisch franziskisiert ist.

        Ach der bizarre Kult der Massen, der um den einen heute wie um den anderen vor 80 Jahren betrieben wurden, läßt sich vergleichen.

      • Na, gerade solche Pfuiii-Schreier waren die ersten, die damals über Andersdenkende, die an die einzige katholische Kirche Glaubenden, Pfuiiii geschrien haben. Ja, diese werden auch Pfuii, wie damals, über Homosexuelle und Juden schreien und schliesslich, Säuberung, Filtration… fordern.Es sind die gleichen Pfuiiiischreier, ob sie rechts oder links, oder sonstwo, sitzen.

      • @ Fink:
        Wer ist wohl schlimmer: der, welcher Leben zeitlich-biologisch vernichtet w(ie Hitler), oder der, welcher (und zwar in noch viel grösserer Zahl) zahllose Millionen an unsterblichen Seelen vernichtet und sie in die Hölle schickt?????

    • Bevor Sie sich weiter erregen, sollten Sie sich über historische Vergleiche ein wenig sachkundig machen. Mein Tertium Comparationis sind hierbei übrigens nicht Hitler und Bergoglio als Personen, sondern die Maßnahmen zur Auflösung von festgefügten Macht- und Ordnungsstrukturen. Ich hätte anstatt Hitler genauso gut die 68er Bewegung mit ihrem „Marsch durch die Institutionen“ anführen können, nur ist dieser Prozess der Auflösung (siehe Link) noch nicht abgeschlossen. Der Untergang der westlichen Zivilisation ist zwar schon vorhersehbar, aber viele stellen sich gern blind und Tanzen lieber Tango am Rande des Vulkans.

  2. Ich muss mich revidieren: gestern schrieb ich an anderer Stelle, dass ich warum auch immer ein gutes Bauchgefühl bei den Ernennungen hätte. Bis auf den Traditionsverbundenen Bischof aus Mexiko scheint es aber eher katastrophal zu sein 😩
    Tango-Franze hat mal wieder zugeschlagen – zum Heulen!

    Danke an die Redaktion für die gute Berichterstattung.

  3. Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

    Die Kardinäle symbolisieren die Katze, die ihre Krallen noch nicht ausgefahren hat.
    Bei einem Papst, dessen Legitimität mindestens angezweifelt werden muss, sind solche Vorgehensweisen möglicherweise als List zu bezeichnen.

  4. @Frau Thalbauer
    Hicesthodie hat recht. Der Vergleich mit Hitler, der sich der preußischen Tugenden bediente, ist wahrheitsgemäß, aber politisch nicht korrekt. Sie müssen unterscheiden, was Sie wollen, die Wahrheit oder die (sogenannte) politische Correctness. Die Begriffe stehen antithetisch zueinander. Dieselbe Frage betrifft auch die Beurteilung des jetzigen Pontifikates. Die Aussagen des jetzigen Papstes sind politisch korrekt, aber ich habe meine Zweifel an den Aussagenl, was den Wahrheitsgehalt im Sinne der Lehre angeht. Das Problem besteht darin, dass die Lüge nicht die Antithese , sondern das Zerrbild der Wahrheit ist und Zerrbilder erkenne ich leider sehr, sehr viele.

    • Ich kann Ihnen da überhaupt nicht zustimmen. Den Nachfolger Petri (ob seine Wahl einem paßt oder nicht) in gleichem Atemzug mit dem größten Massenmörder der neueren Geschichte auf eine Stufe zu stellen, ist nicht zumutbar!!! Ich sehe da keinerlei Unterschied zu den Haßpredigern des Islam und wohin dies führt, siehe Paris, Syrien etc. etc.! Wollen wir Katholiken dies auch von unserem Christentum? Sollte dies die Saat Kardinal Burkes sein, der noch immer gegen den Papst hetzt (wahrscheinlich aus Enttäuschung, weil er es selber nicht geworden ist?). Ich sehe da eine gerade Linie, wo Haß gepredigt und erzeugt wird. Demütig beten wäre für mich die andere Alternative.

      • Merken Sie nicht, dass Sie auf einer ganz anderen Ebene als Hans argumentieren? So können Sie nur aneinander vorbei reden…

        OHNE vergleichen zu wollen: der Papst wird sich mal vor höherem verantworten müssen wieviele Seelen er zum Himmel oder zur Verdammnis geführt hat. Die Sorgen, dass letzteres überwiegen könnte (Abschaffung der Sünde und der Gebote, mit dem 6. geht es los) sind nur allzu berechtigt… oder nicht?

      • Niemand hat „Den Nachfolger Petri“ in irgendeinem Atemzug genannt. Es geht hier lediglich um die Politik des derzeitigen Platzhalters am Papststuhl. Petrus ist ein Fels auf dem der Herr, seine Kirche baute, baut.

    • Über die „preußischen Tugenden“ beim Militär habe ich gerade dieser Tage ein Buch in die Hand bekommen von dem katholischen Prof. von Petersdorf http://www.kathpedia.com/index.php?title=Egon_von_Petersdorff, dort auch im Lit.-Verz.: Geschichte einer Bekehrung, Von Berlin nach Rom, Klagenfurt 1956 (unter dem Pseudonym „Comte de Vélan“; Autobiographie)

      Es muss nach seinen Beschreibungen (er war im preußischen Heer) dort regelrecht pervers zugegangen sein. Von Tugenden sollte man da nicht sprechen.
      Von Petersdorf sieht die moralische Verkommenheit und den perversen Ehrbegriff im preußischen Heer im Zusammenhang mit der ehemals erzwungenen Christianisierung der Ostmark und deren dadurch bedingte Ansprechbarkeit für alle Irrungen der Reformation, die im Wesentlichen dann das Preußentum geprägt habe.
      Ich muss gestehen, dass ich seine Beschreibung für glaubwürdig halte und seine Gedanken für nicht abwegig.

      • Sensationell, aber hier ist Frau Zeitschnur absolut zuzustimmen. Im preusischen Kadaver- und Untertanenheer, in dem es schlimmste Zustände gab, inkarniert sich der Geist des Protestantismus.
        Die protestantischen „Geistlichen“ hielten sich mehr im preußischen Offizierskasino als in ihren Gemeinden auf und hielten dort das Offizierscorps zu Folterungen und Angriffskriegen an.

  5. Welche Ernennungen wären aus Sicht der Tradition überhaupt wünschenswert gewesen? Wenn man diese Frage stellt, erkennt man, dass da kaum noch Potenzial ist.

      • Davon unabhängig ist ein Papst allerdings nicht abhängig von den Meinungen des Kirchenvolkes, wene er Kardinäle ernennt – das ist auch Tradition…wenn man denn F. für den Papst halten wollte…

    • Natürlich ist da Potential. Ich nenne aus dem Stand heraus mal sieben Namen:

      - S.E. Bischof Tissier de Mallerais
      - S.E. Bischof Athanasius Schneider (Astana)
      - Hw. Prof. Dr. Dr. Georg May (Mainz)
      - S.E. Erzbischof Charles Chaput (Philadelphia)
      - Hw. Prälat Wilhelm Imkamp (Mariae Vesperbild)
      - Hw. Pfr. Hendrick Jolie (Mainz)
      - S.E. Weihbischof Dr. Andreas Laun (Salzburg)

      V.a. die drei Ernstgenannten sind felsenfeste Männer der Tradition. Die anderen sind teilweise wohl eher „neokonservativ“, von daher mit Vorsicht zu genießen, aber allemal besser als irgendwelche Banenenbischöfe von Südsee-Atollen.

      • Bischof Huonder (Chur)

        wenn auch zu Bergoglio besser Bischof Büchel (St. Gallen) passen würde, was der Herr verhüten möge… in dem Fall ist Verhütung hoffentlich erlaubt 😀

        ein Weihbischof oder Pfarrer schafft’s wohl nicht ausm Stand auf die Kardinalsliste…
        ansonsten könnte ich noch anführen

        Pater Martin Ramm FSSP (Zürich) oder Hw. Pfr. Georg Flierl (Tirschenreuth) 🙂

      • S.E. Bischof Dr. Vitus Huonder ist eine herausragende Gestalt im Episkopat der Länder deutscher Sprache und weit darüber hinaus.(Selbiges gilt nicht weniger für S.E. Erzbischof Wolfgang Haas in Vaduz.).
        Beide kenne ich schon seit Jahrzehnten gut persönlich. Sie blieben sich immer treu und änderten auch mit der Berufung an höhere Ämter niemals ihren Habitus.

  6. Was ich nicht verstehe: Warum soll es denn auf immer und ewig so sein, dass Inhaber bestimmter Bischofssitze automatisch Kardinäle werden, bloss weil das Jahrhunderte lang „so war“? Kardinäle sind das persönliche Kabinett des Papstes, seine engsten Berater und Gefährten. Da kommt es auf die Eignung der Person an, nicht auf Erbhöfe, die mit der Person gar nichts zu tun haben. Man denke nur mal daran, was uns erspart geblieben wäre, wäre Herr Marx nicht zum Kardinal berufen worden. Er wurde es (durch Ratzinger), nicht ad personam, sondenr einfach weil er EB von München ist.
    Nee, das ist eine formalisierte Art von „Tradition“ die mit der lebendigen Tradition nichts zu tun hat. Leider neigen viele Traditionalisten zu diesem veräußerlichten Formalismus.

    Deshalb finde ich, man sollte jetzt erstmal abwarten. Der Papst hat schon Schlimmeres getan als diese Ernennungen.

    • Der Mensch ist vom christlichen Standpunkt zur Heiligung, zur Besserung berufen- nicht um „weniger schlechte“ Taten zu stellen.
      Es ist in der Tat leider so, daß viele schon froh sind daß Bergoglio nicht erneut einen neuen noch tieferen Tiefpunkt erreicht hat.
      Das ist für das Ansehen von dem Stuhl Petri nicht gerade förderlich.

  7. Wir erinnern uns; die Abschnitte über „wiederverheiratete Geschiedene“ und „Homosexualität“ erhielten an der Synode keine Zweidrittel-Mehrheit und können somit nicht als „synodialer Beschluss“ gelten.

    Dennoch heisst es nun:
    -
    „Das nächste Bischofstreffen solle auf diesen Beratungen aufbauen, 
    man dürfe nicht wieder bei Null anfangen. 
    Die Außerordentliche Synode vom Herbst 2014 müsse Ausgangpunkt 
    für die künftigen Arbeiten sein. 
    Die von ihr begonnene 
    „pastorale Wende“, 
    die „im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) 
    und dem Lehramt von Papst Franziskus“ wurzele, 
    müsse fortgesetzt werden.“
    -

    Ob einige Kardinalsernennungen dieses „nicht wieder bei Null anfangen“ bekräftigen sollen ?!

    Wie sagte doch sinngemäss Kardinal Dolan an der Synode; die Kirche habe den Auftrag, die Welt zu verwandeln, nicht sich von ihr verwandeln zu lassen. 

    • Das Zitat ist aus Domradio.de, oder? Habe es dort auch gelesen, schrecklich!

      Bei allem Schlimmen was zu erwarten ist, muss man aber sicher hier etwas diskontieren, da domradio.de fast schon das Sprachrohr von WiSiKi und dem ZDK ist. Unter dem Schwulenversteher, der aktuell den Bischof von Köln spielt, ist das noch deutlich schlimmer geworden! Unsäglich, und all diesen Dreck finanzieren wir mit unserer Kirchensteuer mit. Zum Heulen 😥

      • Mut (siehe @traditiostreuer) haben Sie allzumal ,vor allem zu Unverschämt-
        heiten , der Ihnen bei der Zustimmung die Ihnen hier widerfährt allerdings
        nichts kostet . Was ist aber schon diese „Tugend“ gegen den totalen Durchblick
        den Sie hier durchscheinen lassen .

      • @Pascal13 macht dem Geist der alten herrlichen Kreuzritter alle Ehre!
        Er ist eine Perle des Forum hier. Hätten wir mehr solcher kämpferischer Katholiken, es wäre uns vieles erspart geblieben.

      • Sie sind hier aber der ganz große Kirchenfachmann. Ihre unerträglichen Aussagen hätte man wahrscheinlich nicht mal zu Zeiten der Inquisition geduldet.

      • @Rampolla, wie Sie sehen werde ich hier auch genug „geprügelt“; was meinen Sie eigentlich mit „Unverschämtheiten“?

        @Franziskus, aber nur wenn Sie der Großinquisitor gewesen wären, was bei Ihren Postings hier bezweifelt werden kann 😀

      • Ich meine natürlich @Franziskaner und nicht @Franziskus… „Freud’sche Fehlleistung“ nennt man das glaube ich 😉

  8. Es geht ja ganz schön „munter“ hier wieder zu. Man sollte sich doch besser auf Wesentliches konzentrieren und bei der Sachebleiben ohne unnötige Belastungen des Themas. Was Bergoglio will, kann jeder, der es gut meint mit der Kirche, doch mittlerweile erkennen. Dass er seine Macht ausnutzt, um seine Leute zu protegieren, liegt auf der Hand.

    • Ja, das tut jeder Papst, das tat Alexander VI., der seine Leibesfrüchte in hohe Ränge hievte samt seinen kriminellen Genossen, das tat andererseits mit anderen Absichten auch Pius X. – das ist nicht der Punkt!
      Und nota bene: ein Papst darf das und soll das sogar!

      Sie alle weichen der Frage aus, der Frage der Frage: Ist F. denn wirklich der Papst?
      Kann der „Fels“, dem doch der volle Beistand des Hl. Geistes zugesichert ist, wirklich Lehre, Liturgie und Sitten zum Schaden der Seelen und zur Zerstörung der Kirche wirken, wenn er der „Fels“ ist?

      Es gibt nur eine Antwort: Nein!
      Diese Antwort hat Lefebvre damals Kard. Seper regelrecht verweigert und damit den ganzen Traditionalismus in den Wahn gestürzt, diese Zerstörer auf dem Stuhl Petri seien die „Heiligen Väter“.

      Was regen Sie sich also allesamt auf?
      Denn wenn dies der wahre „Heilige Vater“ ist, der unter dem Beistand des Hl. Geistes wirkt, dann müssen Sie ihm auch gehorchen und rechtgeben. Das wäre jedenfalls die wahre Tradition der Kirche. Wenn Sie den Päpsten nicht gehorchen können, dann sind Sie entweder keine Katholiken oder die Päpste sind nicht der Papst. das sind die logischen Möglichkeiten, die wir haben. Und welche gilt nun? man sollte die Sedisvakanzthese nicht dermaßen tabuisieren, wie Pius das betreibt – denn das ist total irrational. Es ist eine denkbare und mögliche Erklärung des Desasters!

      • Geehrte Frau Zeitschnur,
        Sie nehmen doch zu sämtlichen Bereichen der Kirche kritisch Stellung, auch zur sogenannten „Tradition“ oder auch „selbsternannter Tradition“, was durchaus richtig ist, denn auch vor dem letzten Konzil war nicht alles perfekt. Dann müssten Sie aber wissen, dass es nur einen „Heiligen Vater“ gibt.
        Vere dignum et iustum est, aequum et salutare, nos tibi, SANCTE PATER, semper et ubique gratias agere per Filium dilectionis tuae Iesum Christum,
        Zu deutsch:
        In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, HEILIGER VATER, immer und überall zu danken durch deinen geliebten Sohn Jesus Christus.
        Verstehen Sie was ich meine? Es können nicht 2 Personen von volkommen unterschiedlicher Stellung mit ein und derselben Anrede angesprochen werden. Darum gehört die päpstliche Anrede „Heiliger Vater“ abgeschafft, weil auch diese ein überkommenes Relikt einer vermeintlich wahren Tradition ist.
        Per Mariam ad Christum.

  9. Markus meint, die Anrede Heiliger Vater solle abgeschafft werden. Auf derartige selbstzerstörerische Kleininkleindiffusionen wollen wir doch lieber verzichten.

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