Papst Franziskus ein neuer Psalmist und neuer Bernhard von Clairvaux?

Ist Papst Franziskus ein neuer Bernhard von Clairvaux und Psalmist?
Ist Papst Franziskus ein neuer Bernhard von Clairvaux und Psalmist?

(Rom) Gestern berichtete Katholisches.info über den päpstlichen Consultor Enzo Bianchi und die ungewöhnliche Visitation des „Klosters“ von Bose (siehe Die päpstlichen Visitationen und das interkonfessionelle „Kloster“ von Bose). Heute war der „Prior“ zur Stelle, um Papst Franziskus für die Weihnachtsohrfeige Applaus zu zollen, die er am Montag den Kurienmitarbeitern verpaßte. Ist Papst Franziskus ein neuer Psalmist und neuer Bernhard von Clairvaux? Ja, sagt der progressive Papstgünstling Enzo Bianchi, denn „seit tausend Jahren hat niemand so gesprochen“.

In einem Kommentar für Vatican Insider schrieb Bianchi: „In jüngerer Zeit hat niemand jemals so gesprochen wie Papst Franziskus. Gestern hat er mit Parrhesia gesagt, was er denkt, ohne eine nur andeutende Sprache und ohne jeden diplomatischen Stil.“

Die Rede, mit der er den Kurienmitarbeitern ihre „Krankheiten“ und „Sünden“ diagnostizierte, manche sprechen vielmehr von einer öffentlichen Abrechnung ohne Wenn und Aber, erinnere – laut Enzo Bianchi – an das, was ein Heiliger Bernhard von Clairvaux im 11. Jahrhundert dem Papst zu sagen wagte. „Worte, die nur wenige andere gegen kirchliche Laster in einer Zeit zu schreiben und zu sagen wußten, als eine Reform der Kirche in capite et in corpore dringend notwendig war“, so Bianchi.

Bianchis kleine Verwechslung der Rollen

Bianchi übergeht in seiner Gleichsetzung einen kleinen, aber nicht unbedeutenden Unterschied: ermahnte der mittelalterliche Mönchsabt Bernhard von Clairevaux als „Untergebener“ den höhergestellten Papst, ist es mit Papst Franziskus der Vorgesetzte, der seine Untergebenen maßregelte.

Doch Enzo Bianchi hält sich, ganz Höfling, mit solchen Details nicht auf, sondern stellt die Papstrede in eine Reihe mit den Psalmen, konkret Psalm 101. In seiner Begeisterung wird der progressive Bianchi ganz „traditionalistisch“ und schwärmt von den Wüstenvätern, die Sündenkataloge erstellten. „Noch die Generationen von Christen, wie die meine, die vor dem Zweiten Vaticanum geformt wurden, hatten Register der Sünden ‚in Gedanken, Worten, Werken und Unterlassungen‘ zur Verfügung, um sich auf das Beichtsakrament vorzubereiten und eine gründliche persönliche Gewissensprüfung über das eigene Ungenügen im Vergleich zum Anspruch der Zehn Gebote zu vollziehen.“

Neben Parrhesia, Bernhard von Clairvaux, Psalmen, Wüstenvätern und vorkonziliarem Sündenbewußtsein erkennt der päpstliche Consultor in der Weihnachtsschelte für die Kurie auch die Jesuitentradition des Ignatius von Loyola. Im Mittelpunkt des päpstlichen Sündenkatalogs stehe, so der „Prior“ von Bose, die „Macht“ als „Schlüsselversuchung“, mit der „der Dämon auch Jesus Christus“ versuchen wollte. „Ja, der unstillbare Durst nach Macht befähigt jenen, der sich ihm hingibt, die anderen in den Zeitungen und Blogs mit Hilfe von willigen Journalisten, die sogar auf Bestellung hassen können, zu diffamieren und zu verleumden.“

„Papst erfindet nichts, er liest einfach nur den Alltag, der die Kirche deformiert“

Hat der Papst recht mit seiner harten Kritik? Ja, sagt Enzo Bianchi: „Papst Franziskus erfindet nichts, er liest einfach nur den Alltag, der die Kirche als Leib Christi deformiert und entstellt. Es ist eine schneidende Analyse, die auch das Ergebnis der täglichen Erfahrung in den 21 Monaten dieses Pontifikats ist; nicht eine Untersuchung der Vergangenheit und der Skandale vor seiner Wahl, sondern der anhaltenden Gegenwart.“

Der Papst nenne in seiner Rede, die „reich an biblischen Zitaten und Verweisen auf sein Schreiben Evangelii gaudium ist als Beleg für die Verwurzelung seines Redens und Handelns im Wort Gottes“, ein „bezeichnendes universales Gegenmittel für diese Pathologien“, so Bianchi: das „Verständnis der Kirche als ‚mystischer Leib Christi‘“. Daß darunter nicht das überlieferte Kirchenverständnis gemeint ist, obwohl Bianchi mehrfach die Worte „Tradition“, „traditionell“ und „überliefert“ gebraucht, wird im Brückenschlag des „Priors“ zur umstrittenen Formel des „Liebesprimats“ deutlich, der von den schismatischen Denominationen betont wird, um den päpstlichen Jurisdiktionsprimat zu verneinen. Eine Position, die sich Bianchi seit langem zu eigen gemacht hat, der im Papsttum das Haupthindernis für die Einheit unter den Christen sieht.

„Bin ich ein Mann Gottes oder ein Verwalter Satans?“

Vielmehr liest Bianchi in der Papstrede von „einer intimen Einheit dieses dynamischen Körpers und jedes einzelnen Gliedes mit dem Herrn“. Nicht anders sei die Ermahnung von Papst Franziskus an jeden Christen, vor allem aber an alle, die Verantwortung tragen und in der Seelsorge tätig sind, zu verstehen, wenn er dazu auffordert, sich zu fragen: „bin ich ein Mann Gottes oder ein Verwalter Satans?“ Eine Alternative gebe es nicht, so Bianchi, denn „wenn es wahr ist, daß wir alle versucht werden und alle fallen, ist es auch wahr, daß der Bruch zwischen jeden erfolgt, die fallen und wieder aufstehen, indem sie bekennen Sünder zu sein, und jenen, die es akzeptieren, zu fallen, bis sie korrupt sind und sich möglicherweise gegenüber anderen sogar als gerechte und vorbildliche Person präsentieren“.

Der Weg von Papst Franziskus „ist steiniger als jede funktionale Reform, aber ohne Zweifel innovativer und zugleich tief in der authentischen christlichen Tradition verankert: den bürokratischen Kirchenapparat wieder zu seiner wirklichen Natur eines gemeinschaftlichen Körpers im Dienst der Weltkirche zurückzuführen“. Man werde sagen, „die Krankheiten seien so zahlreich, schwerwiegend und verbreitet, daß eine schnelle Heilung unwahrscheinlich ist“. Vor allem sei die Genesungszeit nicht ohne die Gefahr von Rückfällen. „Wir wissen aber gut, daß die Voraussetzung für jede effiziente Therapie eine genaue Diagnose ist und dafür sind die Worte von Papst Franziskus extrem geeignet“.

„Je weiter Franziskus diesen Weg geht, desto mehr wird er die dämonischen Kräfte entfesseln“

Enzo Bianchi kommt daher zum Schluß: „Ich habe es geschrieben und schreibe es noch einmal: Papst Franziskus macht sich zum Echo des Evangeliums, und seine Leidenschaft für das Evangelium führt ihn dazu, das Leben der Kirche und jedes einzelnen Gliedes nach der Treue zum Evangelium zu messen. Machen wir uns aber keine Illusionen: Je mehr der Papst diesen Weg gehen wird, desto mehr wird er die dämonischen Kräfte entfesseln, die in der Geschichte wirken und das Ergebnis für die wirklichen Gläubigen wird das Sichtbarmachen des Kreuzes Christi sein. Es ist nicht wahr, daß es dann in der Kirche bequemer sein wird; das Gegenteil ist wahr: die Kirche kann nur Jesus folgen auch in der schmerzlichen Zurückweisung und der Verfolgung und sie wird keine weltlichen Erfolge erzielen, wenn sie die Botschaft ihres Herrn verkörpert“.

So der Kommentar von Enzo Bianchi, seit vergangenem Juli Consultor des Päpstlichen Rats für die Förderung der Einheit der Christen und „Prior“ der ökumenisch-progressiven Laiengemeinschaft von Bose, der wie andere Progressive aufgrund der Beförderung mit gutem Grund Morgenluft wittert.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Chiesa e Postconcilio

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36 Comments

  1. Mit „spirituellem Alzheimer“ sind natürlich die Traditionalisten gemeint. Was wäre deren Gegenvorwurf? – Am ehesten wohl:
    Spirituelles A I D S, d.h. eine Abwehrschwäche gegen die Infekte des Zeitgeistes.

    • Das sollten wir nicht erwidern meine ich jedenfalls. Wer Alzheimer so für seine Zwecke instrumentiert, stellt sich außerhalb katholischer Betrachtung.

    • Da stimme ich Ihnen gerne zu. Eine treffender Vergleich zur Tradition, den Franz mit dem „spirituellen Alzheimer“ getroffen hat. Gesegnete Weihnachten!

    • Was den spirituellen Alzheimer betrifft und wer gemeint ist, schätzen Sie das schon richtig ein, dass Franziskus hier richtig liegt.

  2. „Je mehr der Papst diesen Weg gehen wird, desto mehr wird er die dämonischen Kräfte entfesseln, die in der Geschichte wirken…“

    Statt dämonische Kräfte zu entfesseln sollte ein Papst diese wohl eher bannen/exorzieren und dies mit Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen.

    Dieser Boseprior vertritt eine völlig verfehlte Auffassung dessen wofür der Stellvertreter Jesu Christi steht.

  3. Bergoglio und seine Kumpels in den Lumpenmedien sollten Ihren Mund nicht zu voll nehmen, denn Leute wie dieser Papst die „kaum dass sie aus dem Wagen gestiegen sind“, einen Riesenwirbel zu machen beginnen, überall ihre Meinung zum besten geben, das eine kritisieren, das andere tadeln; solche Leute werden Schiffbruch erleiden, ähnlich wie die Obama und seine Boys. Und eben dieser Papst gehört zu solchen Leuten. Schiff ahoy!

    • So viel Hass an Weihnachten!!! Einfach schrecklich, was sich in so einer Seele ansammelt! Deswegen: Gesegnete, friedvolle und frohe Weihnachten wünsche ich Ihnen ganz herzlich!

      • Eben!
        Soviel Hass an Weihnachten – Kommend vom Tango-Franzl oder der wandelnden Barmherzigkeit!
        Allein sein verschlagener Blick reicht, um zu wissen, wessen Geistes Kind er ist. SCHRECKLICH!

    • Das stimmt und ich füge das unvermeidliche „Leider“ an dieser Stelle hinzu, schon. Bergoglio iszt die Bescheidenheit an Zurückhaltung in Person. Den Rundumschlag, den er losläßt, haben die Mitarbeiter nicht verdient. Er soll Ross und Reiter bei den Einzelnen benennen und deren Reaktion aber auch berücksichtigen. Diese Art von Führungsstil ist unterirdisch.

  4. Schon wieder diese Doppeldeutigkeit die den Bergoglianern eigen ist:
    „Je mehr der Papst diesen Weg gehen wird, desto mehr wird er die dämonischen Kräfte entfesseln…“
    Unfassbar welche Wurzeln die progressive/konservative Kirchenspaltung schlägt. Manchen würde es gut tun, wenn sie gar nichts mehr in den Medien sagen würden, siehe Artikel.

  5. Einige Anmerkungen zu Enzo Bianchi, dem nun auch Beifallklatscher für den derben – ja grob pauschalisierenden – päpstlichen Rundumschlag;

    In „Bose“ wird nur zweimal wöchentlich „Eucharistie gefeiert“. Die „Liturgische Kalender“ umfasst auch Protestanten wie Albert Schweitzer oder Dag Hammarskjöld.
    Zu Dag Hammarskjöld ( ehemals zweiter UN Generalsekretär und „Friedensnobelpreisträger“); dieser liess seinerzeit im UNO Gebäude in New York einen sog. „Meditationsraum“ errichten. Dieser innen schwach beleuchtete Raum hat die Form einer Pyramide ohne den obersten Stein. Von der Decke aber fällt ein schmaler Lichtstrahl auf den steinernen Altar herab. Hinter diesem wiederum hängt ein „Kunstwerk“ von 27 Dreiecken. Und….im Zentrum befindet sich das allsehende Auge !
    Dag Hammarskjold zu diesem „Meditationsraum“:
    -
    „Der Stein in der Mitte des Raumes hat mehr zu bedeuten. Wir erkennen ihn als einen Altar; dieser ist nicht leer weil es keinen Gott gibt, oder weil es ein Altar für einen unbekannten Gott ist, sondern weil er Gott gewidmet ist, der unter vielen verschiedenen Namen und Formen angebetet wird.“
    -
    Die „schöne neue Welt“ also inkl. der menschengemachten „Einheitsreligion“!?
    Msgr. Antonio Livi, zögert denn auch nicht, den „Prior“ von Bose einen falschen Propheten zu nennen.
    Die katholische Historikerin Cristina Siccard umreisst den von Bianchi vorgelegten (Schein)“Weg zum Heil“ eines horizontalen, anthropozentrischen Christentums als Ersetzung des wahren Weges durch:
    -
    „demagogische Suche nach dem Frieden, einer illusorischen universalen Freundschaft und einer laizistischen Solidarität“
    -

    +
    Der Redaktion sowie allen Leser/innen von „katholisches.info“ wünsche ich ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
    +

  6. @ IMEK

    Hat Sie dieser Satz mit seiner merkwürdigen Doppeldeutigkeit auch stutzen lassen? – mich schon:

    „Je mehr der Papst diesen Weg gehen wird, desto mehr wird er die dämonischen Kräfte entfesseln, die in der Geschichte wirken und das Ergebnis für die wirklichen Gläubigen wird das Sichtbarmachen des Kreuzes Christi sein. Es ist nicht wahr, daß es dann in der Kirche bequemer sein wird; das Gegenteil ist wahr: die Kirche kann nur Jesus folgen auch in der schmerzlichen Zurückweisung und der Verfolgung und sie wird keine weltlichen Erfolge erzielen, wenn sie die Botschaft ihres Herrn verkörpert“

    Das heißt doch, dass F. die dämonischen Kräfte, die bisher noch gefesselt sind, entfesseln wird, oder verstehe ich Bianchi falsch? Sind diese „dämonischen Kräfte“ der weltliche Erfolg gewesen? Immerhin entspricht dieser Gedanke ja schon der Lehre – denn der Kirche ist Verfolgung und nicht Erfolg vorhergesagt – und zwar von Jesus selbst! Aber was heißt es, diesen weltlichen Erfolg zu entfesseln, und zwar so, dass er kippt – ins Kreuz umschlägt?

    Es ist irre: sicherlich wird das Kreuz sichtbar – das ist auch Lehre der Kirche und steht so in der Hl. Schrift. Aber diese inverse Argumentation – ich bin wie geblendet durch diesen Wahnsinn. Das heißt doch, dass der Satan bis mit ans Kreuz geht, wenn man es mal krass ausdrücken will, um auch noch die letzten Gläubigen zu ergattern. Womöglich simuliert der Böse auch noch den Gekreuzigten – es ist doch nicht zu fassen!
    Rette sich wer kann.
    Maria hilf!

    Frohe Weihnachten für Sie!

    • „Je mehr der Papst diesen Weg gehen wird, desto mehr wird er die dämonischen Kräfte entfesseln, die in der Geschichte wirken und das Ergebnis für die wirklichen Gläubigen wird das Sichtbarmachen des Kreuzes Christi sein.“

      Sehr gut erkannt, werte zeitschnur! Ein „Freudscher Versprecher“, würde ich sagen! Wie sehr dies zutrifft, sehen wir bereits an Pater Manelli, den Franziskanern der Immaculata und den vielen anderen verfolgten Rechtgläubigen des Bergoglio-Regimes!

    • Ja, krass und und interessant, was Sie da im letzten Absatz schreiben.

      Mich erinnerten die Worte Bianchis spontan an die US-amerikanischen Politchristen, die mir erscheinen, als ob sie die Apokalypse am liebsten veranstalten würden.

      Nachdem die Naherwartung nach dem Jahr 1.000 enttäuscht wurde, fand sich eine heilsgeschichtliche Deutung. Nun, nachdem auch diese „Rechnung“ nicht aufgegangen ist, will man wohl nach weiteren 1.000 Jahren die Richtigkeit des Glauben beweisen, indem man die Erfüllung der Prophezeiungen provoziert – oder eben gar veranstaltet. In einem recht bekanntem Lied von Fehlfarben heißt es „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht!“ (Debütalbum Monarchie und Alltag, 1980); das ist meine Assoziation hier: Die politische, kulturelle und religiös-neukatholische Beschleunigung vermeintlich geschichtsdeterminierter „Zukunft“ in Wort und Tat.

      Der Teufel greift nach dem Kreuz? Ob es schon geschehen ist, exemplarisch dafür das stilisierte Symbol Baphomets auf dem neuen deutschsprachigen Gotteslob? Das ist vielleicht zu weit hergeholt. Wie dem auch sei: Das Süßgras ist giftig und sieht dem guten Weizen ähnlich. Es ist also nichts Neues, es sei an die Worte Jesu in Matthäus 13,24-42 erinnert. Es sieht aus, als werden wir völlig die Orientierung verlieren – und dürfen doch auf die Ernte hoffen.

      Doch glaube ich, daß die Willkür der „Geschichtsmacher“ nichts anderes als Hybris ist. Auch hier ist Satan nur Nachäffer der Macht Gottes und wird sich überheben. Wir sind ganz sicher bei IHM.

      • Die uralte biblische Prophetie, dass der Antichrist sich in den Tempel Gottes setzen wird und als Gott ausgeben wird, wurde oft ganz vordergründig verstanden: der A. setzt sich in den Tempel in Jerusalem (der aber ohnehin nicht mehr der Tempel Gottes ist oder sein könnte). Andere sagten: Er setzt sich in den Vatikan – dazu passte auch die Botschaft von La Salette: „Rom wird den Glauben verlieren und Sitz des Antichristen werden.“ Es sieht danach aus, als passiere das seit einigen Jahrzehnten.

        Der „Tempel Gottes“ ist aber auch das Herz des Gläubigen selbst – so wie Maria Schrein für den Allerhöchsten werden durfte. (1. Kor. 6, 19)

        Für mich heißt das: dieser antichristliche Geist wird in uns alle eindringen und deshalb heißt es auch, keiner könne dem widerstehen, wenn die Zeit nicht abgekürzt werde.

        Alles, jedes Detail der Glaubenslehre, wird erfasst von diesem Ungeist, entkernt und umgedeutet – und wir passen nicht auf, weil wir uns im Buchstaben, unter alten Zöpfen und Bieder- oder Großmannssucht sicher wähnen, anstatt unterm Schutzmantel der Gottesmutter.

        Und das Nachdenken ist verpönt, gerade bei den ach so Rechtgläubigen, so, als wäre uns nicht eingeschärft worden, das Maximum an Wachsamkeit und Klugheit anzuwenden!

      • „… dieser antichristliche Geist wird in uns alle eindringen und deshalb heißt es auch, keiner könne dem widerstehen, wenn die Zeit nicht abgekürzt werde.“

        Wir fallen in Sein Erbarmen.

      • damit tut man aber das, was nach mancher Leseart die Intention des Judas Iskariot war.
        Jesus ausliefern, ihn so in Bedrängnis bringen, dass er seine Gottheit offenbaren musste.
        Ich denke unter diesem Aspekt kann man manches in Kirche und Politik verstehen, was sonst keinen Sinn macht.
        Wobei oft auch die Naivität mancher Würdenträger dazu beiträgt.

        Also so Sätze die man von den Frommen oft hört „Klar ist es nicht so ganz richtig, aber Gott, die Gottesmutter, werden doch schon…“

  7. @defonderIn
    In „Bose“ wird nur zweimal wöchentlich „Eucharistie gefeiert“. Woher das kommt? In einem Büchlein über „Bose“ stand geschrieben, es komme daher, dass der heilige Benedikt von Nursia (wie auch die Wüstenväter), selten die heilige Kommunion empfingen und daher wolle man sich an die uralte Regel halten… Mit Gottesdienstfeier meinte wohl der heilige Benedikt in seiner Regel das Stundengebet und nicht die heilige Messe.
    Aber man kann es auch so sehen: der liebe Gott lässt es nicht zu, dass dort zu viele Messen gelesen werden, weil die Mitglieder eben so sind wie sie sind und die heilige Kommunion leider auch denen gegeben wird, die diese nicht empfangen dürfen. Ich wünsche allen ein gesegnetes Fest.

  8. Ach was sind wir froh
    ein Bernhard von Clairvaux,
    geiselt unsre Sünden!
    Er hat ganz nebenbei,
    genügend Zeit noch frei,
    Zitate zu erfinden.

    Kein Mensch kennt diese Quelle
    und findet jene Stelle
    bei einem Kirchenvater.
    Folianten dick und schwer,
    die schlägt .man hin und her,
    doch das ist für den „Kater“

    Natürlich heißt es „Katz“
    doch reimt sich nicht der Satz.
    und wenn der Heil‘ge Vater
    Zitate sich erfindet
    und anschließend verkündet,
    dann darf das auch ein Pater!!!

    • O ja, gar nicht schlecht,
      der Pater – oben –, er hat Recht.
      Er trifft das alles auf den Kern,
      wer hat Verstand, der hört das gern.

      Wenn doch nur alle so offen wären,
      geb es bestimmt mehr Beschwerden,
      über den Papst und die Konsorten
      an großen und an kleinen Orten!!

      Nachdem der Papst so sprunghaft ist -
      mal das Zitat von wem??? vergißt;
      was war das da mit der Alzheimer,
      betrifft das nur die Pappenheimer?

      Und was er mit der Sünde macht,
      die hat er kurzum abgeschafft.
      Es gibt nur mehr Barmherzigkeit
      für Dich und mich für ALLE Leut.

      Psalmist der Papst – ja das wär schön,
      doch sollt‘ man den Bernhard nicht verhöhn.
      Könnt er ihm wirklich das Wasser reichen? -
      da müßt schon die Ver(w)irrung weichen.

      Man sollt da gar nicht weiterdenken
      müßt seinen Glauben noch verrenken.

      Doch müssen wir die Krot nun fressen,
      trotzdem sollten wir nicht vergessen,
      das letzte Sagen hat der Herr,
      ER ist nicht zuständig für das G’scher.

  9. Was soll man denn noch dazu sagen ? Es schweigt des Sängers Höflichkeit. Immer unverständlicher ist es, dass es noch sich als bewahrend anzusiedelnde Kräfte gibt, die für Bergoglio den Begriff „papsttreu“ bezeichnen.

  10. Dieses Elaborat v. Enzo Bianchi öffnet in der Tat neue Perspektive:
    Die Psalmen sind wohl sehr wenig geschickt um den päpstlichen Primat zu verteidige oder durchzusetzen, konfrontieren sie doch alle ohne Ausnahme den Beter in seiner Scham, in Trauer, in Wut, in Lob und Preis und in Dank mit Gott.
    Was nun das Referieren nach St. Bernhard v. Clairvaux betrifft:
    bei der inzwischen überall in kirchlichem Raum angewandten kräftigen Sprache (Parrhesia) und der harten Hand fürchte ich daß möglicherweise einige Gläubigen ohne viel Selbstbeherrschung sich ein Beispiel an der Behandlung von dem Priester-Philosoph Abaelard durch die Brüder der Héloise (Geliebte v. Abaelard) nehmen könnten; gerade bei den vielen Mißbrauchstätern in nordbelgischen Bistümern wäre das nicht unmöglich (wurde von einem Politiker schon angesprochen- Backsteine statt Mühlensteine).
    Nur doof daß gerade dort gute Freunde und Anhänger v. P. Franziskus sitzen (Bonny, Danneels, usw.)
    Qui regis Israel intende.

  11. Und nun schon wieder „Zärtlichkeit“ bei der Weihnachtsansprache !!
    Warum wird mir immer kalt,wenn ich dieses Wort aus diesem Munde vernehme !?

  12. „Der Weg von Papst Franziskus „ist steiniger als jede funktionale Reform, aber ohne Zweifel innovativer und zugleich tief in der authentischen christlichen Tradition verankert: den bürokratischen Kirchenapparat wieder zu seiner wirklichen Natur eines gemeinschaftlichen Körpers im Dienst der Weltkirche zurückzuführen“.“

    Steiniger Weg? Bin ich den von allen guten Konzilsgeistern verlassen? Und ich dachte immer das dieser Bischof von Rom der sich als Papst verkleidet hat ständig versucht in nur alle möglichen Hintern dieser Welt zu kriechen. Ich muß mich mehr konzentrieren und auf die Unterscheidung der Geister einen größeren Wert legen denn ich habe keine Lust vor Christus zu versagen. Den Jesuiten Bergoglio und seine Eunuchen traue ich nicht über den Weg.
    Das ist wenigstens schon mal ein Anfang.
    Per Mariam ad Christum.

  13. Dieser Papst braucht ständig jemand, der ihn richtigstellt …
    Und nicht mal das wird recht gemacht.

  14. Ich glaube Enzo Bianchi hat da etwas verwechselt, es muss heißen:

    Je mehr der Papst diesen Weg gehen wird, desto mehr wird er die dämonischen Kräfte entfesseln und das Ergebnis wird das Unsichtbarmachen des Kreuzes Christi sein!

  15. Galt diese verpauschalisierend grobe Schelte auch für Kardinal Marx ? Dieser hat in seiner seltsamen „Weihnachtsansprache“ gleich „Zeitgemässes“ als „Katechese“ aufgetischt. Und dies hört sich so an:
    -

    [….]
    Der große Theologe Karl Rahner hat sinngemäß einmal gesagt: „Wenn Gott nicht Gott sein will, wird er Mensch.“ Das bringt das Wunder der Menschwerdung auf den Punkt.
    [….]
    Und eine weitere einfache Botschaft gehört dazu: Gott gehört niemandem. Gott ist kein exklusiver Besitz einer Religion, sondern Gott ist für alle Menschen da. Er ist eben kein Gott, mit dem sich Mächte und Reiche begründen lassen und auf den man sich berufen könnte, um sich selbst über andere zu erheben. Nein, im Gegenteil! Dieser Gott, der das Heil aller Menschen will, ist Hoffnung für alle Unterdrückten und Leidenden, für alle an den Grenzen des Lebens.“
    [….]
    -

    Hat Papst Franziskus auch diese Art von „spiritueller Alzheimer“ gemeint ?
    Oder wird diese unter „pastorale Wende“ verbucht ?!

    • Marx meint also, wenn Gott nicht Gott sein will, wird er Mensch. Wie weggetreten muss man denn sein, um auf solch einen Gedanken zu kommen. ? Was soll denn so etwas ?

      • Ganz recht, lieber Ralph,
        „ein Gott der nicht Gott sein will “ ist genau so überflüssig wie ein Papst, der sich nur als Bischof von Rom sieht!

      • das ist ein typisches Beispiel für diesen sehr speziellen Theologen.Ich habe für mich aus diesen oft hochgestochenen verschwurbelten Aussagen-also unter dem Schutt und Schotter der Schreibe dieses Jesuitenpaters selten etwas für mich Brauchbares gefunden. manchmal habe ich das heftige Verlangen-wenn ich nur diesen Namen höre, die Fenster weit aufzureissen -Luft, Luft-und mich sofort an den sermones Sancti patris nostri Bernardi erfrischen und heilen zu lassen.Man sagte mir, sein Bruder Hugo hätte soviel geraucht und geraucht (wie ich bis vor 30 Jahren!) vielleicht ist in seine Studierstube da allzuviel herübergedrungen und hat ihm den Verstand verschwurbelt.Friede seiner Asche.übrigens die Jahrzehnte währende Nikotinabstinenz hat mir gut getan.

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