Kardinal Burke über den „Geheimkrieg im Vatikan: Wie Papst Franziskus die Kirche durcheinanderbringt“

Le Figaro Magazine über den "Geheimkrieg" des Papstes
Le Figaro Magazine über den „Geheimkrieg“ des Papstes

(Paris) Die französische Tageszeitung Le Figaro widmet der Katholischen Kirche die Titelgeschichte des wöchentlichen Le Figaro Magazine. „Geheimkrieg im Vatikan: Wie Papst Franziskus die Kirche durcheinanderbringt“. Im Mittelpunkt stehen ein „autoritärer Papst“, der eigenwillig starke Entscheidungen trifft und die wachsende Unzufriedenheit und Irritationen in der Kirche über seine Vorgangsweise, Kritiker einen nach dem anderen zu eliminieren.

Das elf Seiten umfassende Dossier des Le Figaro Magazine enthält auch ein Interview von Jean-Marie Guénois, dem Vatikanisten der französischen Tageszeitung mit Kardinal Raymond Leo Burke.

Guénois schreibt dazu: „Zum Papst gewählt, hat Franziskus schnell mit den europäischen Höflichkeitformen und alten Gewohnheiten gebrochen. Es handelt sich um eine ‚unfruchtbare Großmutter‘, hatte er Ende November in Straßburg über den Alten Kontinent gesagt. Er hat mit allem gebrochen, was das Papsttum noch an imperialen Glanz bewahrt hatte. Keine Kniebeugen mehr. Erst recht nicht der Ringkuß. Hat dieser Papst, der sich vor allem als Bischof von Rom fühlt – das Wort ‚Papst‘ kommt ihm nur selten über die Lippen – nicht erst vor wenigen Tagen einen Prälaten kritisiert, weil er zu einer Arbeitssitzung im Talar erschienen war? Nüchterner Anzug und Clergyman reichen.“

Nachfolgend das Interview von Jean-Marie Guénois mit Kardinal Raymond Burke:

Von Papst Benedikt XVI. zum Präfekten des Obersten Gerichtshofes der Apostolischen Signatur, einem Dikasterium der Römischen Kurie berufen, wurde der amerikanische Kardinal von Papst Franziskus aus seinem Amt entfernt und zum geistlichen Assistenten des Malteserordens ernannt. Ein äußert seltener Vorgang in der Kirchengeschichte. Der Kardinal hatte es gewagt, den von Papst Franziskus verfolgten Weg öffentlich zu kritisieren.

Le Figaro Magazine: Kann ein Kardinal uneinig mit dem Papst sein?

Kardinal Burke: Natürlich ist es möglich, daß ein Kardinal mit dem Papst zu Fragen der Vorgehensweise oder der pastoralen Linie uneins ist. Es ist hingegen unmöglich, daß es Meinungsverschiedenheiten zu Fragen der Glaubenslehre und der Kirchenordnung gibt. Das bedeutet, daß ein Kardinal in bestimmten Situationen die Pflicht hat, dem Papst zu sagen, was er wirklich denkt. Natürlich muß er sich immer auf respektvolle Weise äußern, weil der Papst das Petrusamt repräsentiert. Wenn der Papst Kardinäle um sich hat, dann gerade damit sie ihm Ratschläge geben.

Wurde den bei der Synode über die Familie aufgetretenen Unstimmigkeiten zu viel Bedeutung beigemessen?

Seltsam ist bei diesem Dossier über die wiederverheiratet Geschiedenen, daß jene, die daran erinnert und vertreten haben, was die lateinische Kirche immer gelehrt hat, beschuldigt wurden, gegen den Heiligen Vater zu sein und nicht in Einklang mit der Kirche zu stehen … Das ist unglaublich! Die Kirche hatte immer theologische Dispute und harte Auseinandersetzungen gekannt, in denen Theologen und Kardinäle veranlaßt waren, ihre Meinung zu sagen. Wenn ich also gemeinsam mit anderen Kardinälen eine Studie zu diesem Thema veröffentlicht habe, um meine Meinung darzulegen, dann ist das im Geist einer wahrhaftigen theologischen Diskussion zum Zweck der Wahrheitsfindung geschehen.

Hat es Sie erschüttert, was bei der Synode geschehen ist?

Die Synode war eine schwierige Erfahrung. Es gab eine Linie, jene von Kardinal Kasper können wir sagen, der sich jene anschlossen, in deren Händen die Leitung der Synode lag. In Wirklichkeit scheint es, daß der Zwischenbericht [Relatio post disceptationem] bereits vor den Wortmeldungen der Synodenväter geschrieben worden ist! Und zwar im Sinne einer einzigen Linie, zugunsten der Position von Kardinal Kasper … zudem wurde die Homosexuellen-Frage eingefügt – die in keinerlei Beziehung zum Thema Ehe steht – indem man positive Elemente in ihr suchte. Ein weiterer sehr besorgniserregender Punkt: der Zwischenbericht enthält weder einen Hinweis auf die Heilige Schrift noch auf die Tradition der Kirche noch auf das Lehramt von Johannes Paul II. über die Ehepartner. Das ist sehr befremdlich. Ebenso die Tatsache, daß im Schlußbericht die Paragraphen über die Homosexualität und die wiederverheiratet Geschiedenen enthalten sind, obwohl sie bei den Bischöfen nicht die nötige Mehrheit fanden.

Was steht auf dem Spiel bei dieser Kontroverse?

In einer Zeit großer Verwirrung, wie wir durch die Gender-Theorie sehen, brauchen wir um so mehr die kirchliche Lehre über die Ehe. Und dennoch werden wir zum Gegenteil gedrängt, in Richtung der Zulassung der wiederverheiratet Geschiedenen zur Kommunion. Vom Drang das Ehenichtigkeitsverfahren zu erleichtern erst gar nicht zu sprechen. Das alles wird faktisch zu einer Art „katholischer Scheidung“ führen und damit zur Schwächung der Unauflöslichkeit der Ehe, obwohl deren Grundsatz bekräftigt wird. Doch die Kirche muß die Ehe verteidigen und nicht schwächen. Die Unauflöslichkeit der Ehe ist weder eine Buße noch ein Leiden. Es handelt sich vielmehr um eine große Schönheit für jene, die sie leben und um eine Quelle der Freude. Ich bin deshalb sehr besorgt und fordere alle katholischen Laien, Priester und Bischöfe auf, schon ab heute bis zur nächsten Bischofssynode sich dafür einzusetzen, daß die Wahrheit über die Ehe sichtbar wird.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Catholica Ecclesiae Christi

drucken
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

90 Comments

  1. Als passende Ergänzung; Hw Andreas Hirsch von der Petrus-Bruderschaft
    legt die unveränderlich gültige Lehre der Kirche in Bezug auf
    den Ehebruch 
    und die Nichtzulassung bzw. Wiederzulassung zu den hl. Sakramenten dar:
    -
    „Da Jesus am besten weiss, was für uns gut ist, ist seine Lehre über die Ehe eindeutig.
    Er will dabei die Familie schützen, besonders Frau und Kinder.
    Deshalb verbietet Jesus die Wiederheirat 
    und bezeichnet diese Todsünde 
    als Ehebruch:
    Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen (Mt 19,6)
    [….]
    Jesus fordert die Ehebrecherin Maria Magdalena auf, 
    nicht mehr zu sündigen, 
    nachdem Er sie vom Tod durch Steinigung gerrettet hat. (Joh 7,53ff).
    Sie folgt ihm und wird eine grosse Büsserin und Heilige.
    Das ist die wahre Barmherzigkeit Jesu:
    Erlösung der Menschen von den Sünden und Hilfestellung für die Umkehr und
    für ein neues Leben in Seiner Liebe.
    „Wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, dann reiss es aus, 
    es ist besser einäugig ins Himmelreich einzugehen als mit beiden Augen
    in die ewige Verdammnis“ (Mk 9,47)
    Damit meint Jesus nicht die Selbstverstümmelung,
    sondern 
    die Trennung von Lebenssituationen, 
    die nicht dem Gesetze Gottes entsprechen:
    Gottes und Menschenhass, Ehebruch, Unzucht sowie jegliches Verhalten
    gegen die 10 Gebote.
    Wenn wir fallen, sofort wieder aufstehen, beichten und die gefährliche Situation
    meiden und mit gutem Vorsatz neu anfangen.
    Für Ehebrecher mit Kindern ist zusätzlich die Trennung im Hinblick auf 
    die Wohnung gefordert, ohne die gemeinsame Sorge für die Kinder aufzugeben,
    was möglich ist.
    Ein weiteres Zusammenleben bringt schwere Versuchungen mit sich, 
    die zur Sünde führen sowie ein schlechtes Vorbild für die eigenen Kinder
    und andere Menschen.
    Hier müssen wir den Ablauf der Ehe richtig stellen,die immer nach den 
    Gesetzen Gottes ausgerichtet sein muss.
    Nach dem Aufgeben des ehebrecherischen Zusammenlebens und der darauf 
    folgenden hl. Beichte besteht wieder die Möglichkeit,
    Christus in der hl. Kommunion zu empfangen, 
    da man den einmal geschlossenen
    Ehe und wieder heilig hält.
    So wie Christus Seiner Kirche immer treu ist,
    so sind auch die Ehepartner angehalten, einander immer treu zu sein.
    Die Eucharistie ist die sakramentale Vergegenwärtigung des Opfers Christi am Kreuz.
    Christus war aus Liebe treu – obwohl wir Menschen untreu waren und sind - 
    und somit müssen auch die Ehepartner treu sein und dürfen nicht Gleiches 
    mit Gleichem vergelten.
    +
    Man kann nicht im Ehebruch leben und gleichzeitig zu den Sakramenten gehen,
    das ist ein Widerspruch gegen die Liebe und damit gegen Gott.
    +
    Für die Heiligkeit und Unauflöslichkeit der Ehe sind Johannes der Täufer,
    Bischof John Fisher und Thomas Morus in den Tod gegangen.
    Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5,29).
    Wir sind nicht Herren über die Barmherzigkeit Gottes,
    die immer mit Seinen Gesetzen übereinstimmt.
    [….]
    Nach der Umkehr und der Bereinigung der den Gesetzen Gottes 
    widersprechenden Situationen muss und darf man zur Beichte gehen.
    Eine Beichte ohne Beendigung des Ehebruchs oder anderer sündhafter Situationen
    wäre ungültig.
    In der Beichte empfängt man die Vergebung der Sünden in der Liebe und Vergebung
    Jesu wie Maria Magdalena.
    Erst dann ist der Empfang Christi in der hl. Kommunion möglich.“
    -

  2. Um was geht es eigentlich – um das Aufrechthalten alten „imperialen Glanzes“, um die spröde Glaubenslehre oder darum, dass Jesus Christus einziehen kann in die Herzen?

    Wenn einer so argumentiert wie im „Figaro“, dann kann ich F. sogar verstehen. In einer postmodernen Welt wäre das doch reine Folklore! Etwas tatsächlich Unfruchtbares! Befriedigung klatschsüchtiger, enger, moralistischer Geister – mehr nicht. Kniebeugen, Ringküsse, viel Getue, aber nichts dahinter. Und natürlich schreibt man diese „imperiale“ Höflichkeit wieder Europa zu und wertet Südamerika ab, als ob das ein Kontinent von Desparados ohne Manieren sei.

    Unser Problem ist nicht vordringlich der „imperiale Glanz“! Schon gar nicht „imperial“, denn weltlicher Imperialismus ist kein notwendiges Merkmal der Kirche. Die Kirche kann das zeitweise auch haben, verliert aber geistlich nichts, wenn es ihr wieder abhanden kommt.

    Wo hat die Kirche nicht schon überall ohne alles Primborium überlebt? Hatten die Katakomben „imperialen Glanz“, wie haben es manche asiatischen Katholiken geschafft, 200 Jahre ohne Priester und Bischöfe im Untergrund dennoch den Glauben zu wahren (Japan, Vietnam)?
    Sie waren fest im Glauben verwurzelt, wir sind es nicht mehr, obwohl wir allen „imperialen Glanz“ – Hand aufs Herz – doch immer noch haben!

    Wir leben in einer bestimmten Epoche mit bestimmten Insignien. Ist es sinnvoll, auf den Insignien früherer Epochen herumzureiten? Und wenn man dies bejaht: wie kann man das tun, ohne dabei im Oberflächlichen und Formellen zu ersticken?

    Ich bin mir nicht einmal sicher, ob der Weg nicht wieder durch Lumpen gehen wird. Auch der Herr, von dem auch hier im Forum eigentlich nie die Rede ist, kam doch erst einmal in einem Stall zur Welt, schlief im Stroh bei Ochs und Esel. Und doch – nein, Er hatte keinen imperialen Glanz, sondern er war der Herr und man konnte es mit dem Herzen erkennen. Die Hirten sahen Maria, heißt es, und das Kind und beteten es an.
    Ja: es genügt, wenn man die Gottesmutter sieht und ihren Sohn und das ist nicht imperialer, sondern…himmlischer…HIMMLISCHER Glanz, mitten im Stall, der wahrscheinlich anfangs nicht nach Weihrauch und Myrrhe gerochen hat…

    Ist dieser Herr auch in uns eingezogen, also auch einen Papst, Kardinäle und Priester, Nonnen, Mütter und Väter, dann offenbart Er sich aus diesem menschlichen Stall, den Er doch erwählt hat als der Herr. Selbst Gefängniszellen und Hinrichtungsstätten erhalten dann diesen Glanz, der nicht von dieser Welt ist.
    An eine Wiederverheiratung und andere Gebotsbrüche wird ein von diesem Glanz erfasster Mensch dann einfach nicht mehr im Ernst denken und entsprechende Anflüge abwehren mit allen Käften und unter Zuhilfenahme der Fürsprache der Gottesmutter.

    Diese brennenden Herzen – die fehlen uns. Uns allen.

    • Liebe Zeitschnur, ich gebe Ihnen völlig recht: in erster Linie brauchen wir wieder Herzen, die für Christus brennen. Doch dann gilt es zu unterscheiden: zwischen dem semi-imperialen Glanz einer vatikanischen Hofhaltung und dem königlichen Glanz der Liturgie. Letzterer ist Vorschein und Abbild der gloria regni coelorum und ein Sinnbild für den Sieg des Lebens über den Tod ist. Somit ist sie unentbehrlich, da sie keinen Imperator und auch keinen Pontifex, sondern Christus verherrlicht. Eine einfache Liturgie mit Verweis auf die Armut Jesu zu verweisen, wäre falsch, denn Jesus nahm Krippe und Kreuz wegen unserer Sünden auf sich. Er entäußerte sich Seiner Herrlichkeit und kehrte nach Seiner Auferstehung in diese Herrlichkeit zurück. Und in dieser Herrlichkeit wird Er wiederkommen. Die Armut der Krippe steht für die Sündhaftigkeit der Welt – die Schönheit der Liturgie für die Herrlichkeit der Erlösung. Diese Differenzierung scheint Franziskus nicht nachvollziehen zu können. As aber den imperialen Habitus des Vatikans betrifft, so war dieser in früheren Zeiten ein Hinweis darauf, dass die Weltkirche das römische Weltreich überwunden und abgelöst hatte. Die Erhabenheit kaiserlicher Panegyrik und der Schmuck magistraler Ehrenkleider schmückten nun den Klerus, der seinerseits dem König der Könige dient.

    • Verehrte Zeitschnur,
      Ihre Kommentare hören sich immer so pessimistisch an. Glauben Sie wirklich, dass das Papsttum und die „offizielle Amtskirche“ erledigt sind und die eigentliche Kirche nur in einer kleinen Gruppe weiterlebt, ähnlich der Bruderschaft St. Giuseppe Melchiorre Sartos oder gar die Bruderschaft selbst? Wird der Teufel vollends in die Mauern der Kirche eindringen, die zur Ehre Gottes gebauten Kirchen und Kathedralen besetzen und die wahre Kirche wieder in die Katakombnen gehen? Glauben Sie das wirklich. Ich persönlich habe immer noch die Hoffnung, dass in naher Zukunft ein rechtgläubiger und wahrhaft katholischer Papst gewählt werden wird, vielleicht gar durch ein „Versehen“.
      Geben wir die Hoffnung nicht auf, verehrte Frau Zeitschnur.
      Vertrauen wir auf Christus, dessen Geburt wir morgen feiern.
      Per Mariam ad Christum.

      • Ich hoffe nicht auf Menschen! Bzw. ich weiß, dass ich genau das nicht soll und bitte drum, das auch durchhalten zu können. Denn wir Menschen wollen immer auf Irdisches hoffen, aber es hat keinen Bestand.

        Ich denke, die Kirche ist dermaßen desolat, durch die Liturgiereform sind auch die Weihen fragwürdig geworden. Früher hat man auch bei der FSSPX NOM-Priester, wenn sie in der konziliaren Kirche ausstiegen, nachgeweiht. Heute macht man das nicht mehr. Aus triftigen Gründen gehen aber viele nachdenkliche Leute (wie einst auch irrlichternd und schwankend einmal der EB Lefebvre) davon aus, dass die Weihe nicht gültig sind, weil in ihnen wesentliche Weiheelemente fehlen.
        Wenn das so wäre, haben wir heute praktisch keinen gültig geweihten Bischof mehr weltweit und alle Priester ab 75 abwärts wären ebenfalls nicht gültig geweiht.

        Viele stellen da sofort auf stur, weil der Gedanke unerträglich ist, aber für mich ist er naheliegend und erklärte, warum auch geistlich nichts mehr da ist. Ein so flächendeckender geistlicher Einbruch kann nicht nur auf das Konto unwilliger oder fehlgläubiger Priester gehen. Sie sind auch gehindert, weil ihnen das „unauslöschliche“ Merkmal fehlt. Es ist so, als wolle sich ein Fehlgetaufter (der aber durchaus jederzeit richtig getauft werden könnte) geistlich entwickeln – er wird bald an eine Grenze stoßen, weil ihm eben dieses unauslöschliche Merkmal fehlt.

        Die FSSPX ist für mich widersrpüchlich und sektiererisch aufgebaut – aber ohne Papst kann es auch nicht anders sein.

        Pessimistisch bin ich nicht, weil all das ja auf die Wiederkunft des Herrn zugeht. Aber Illusionen mach ich mir angesichts der Lage auch nicht. Eine Kirche, deren „Papst“ bzw. Hintermänner, die ihn vorschieben wollen, offen über häretische Reformen debattieren und zu dem Behuf auch ganze Synoden manipulieren – das ist nicht die Kirche. Was immer das ist, es kann nicht die Braut Christi sein, nicht Maria, denn deren Herz ist und bleibt unbefleckt. Das hat auch nichts damit zu tun, dass die Kirche eine Kirche der Sünder ist – das apostolische Amt hat die Zusage des Beistandes des Hl. Geistes in der Wahrung der reinen Lehre. Wahrt sie sie nicht mehr, kann es nicht dieses apostolische Amt sein. Oder glauben Sie, dass der Hl. Geist sich verabschiedet hat?
        Ich glaube es nicht. Er weht, wo ER will – vielleicht nur noch unter wenigen an einem verborgenen Ort. Jesus sagte doch, er werde fast keinen Glauben mehr finden, wenn Er wiederkomme. Das sollte man ernstnehmen und alles dransetzen, es sich nicht leicht zu machen, um zu den wenigen gehören zu dürfen. Zum Glück müssen nicht wir die Retung der Kirche vor den Pforten der Hölle vollziehen.

        Und hier liegt auch der Kardinalfehler der Tradis: sie meine, das sei ihre Aufgabe. Nein: das ist es nicht! Unsere Aufgabe ist es, zu wachen und zu beten, aber nicht das zu tun, was nur Gott kann.

    • Auch wenn wir uns wieder einmal mit zwei Worten befassen statt mit dem eigentlichen Inhalt des Berichtes:
      Vor mir aus darf die Kirche gerne alles aufgeben, was man als „Primborium“, „imperialen Glanz“, „weltlichen Reichtum“ oder wie auch immer man es nennen will bezeichnet. Solange sie das Wesentliche behält und dem Auftrag, alle Völker zu lehren gerecht wird! Jesus hatte vermutlich keinen Ring, den jemand hätte küssen könnte und er hat weder in Palästen gelebt noch von anderen erwartet, daß sie die Knie vor ihm beugen. Aber er wollte, daß wir ihm nachfolgen, seinen Worten Glauben schenken und nicht nur unsere Nächsten, sondern sogar unsere Feinde lieben.
      Würde die Kirche das behalten, dürfte sie nach meinem Geschmack gerne all das Beiwerk aufgeben.
      Leider sehen wir heute aber genau das Gegenteil: Das Wesentliche wird in Frage gestellt und vielfach aufgegeben, der „weltliche Glanz“ dagegen bleibt bestehen – leider aber nicht mehr zur größeren Ehre Gottes….
      Wenn die Kniebeugen bei der Wandlung wegfallen, ändern ein paar weggelassene Ehrbezeichungen gegenüber dem Papst an dieser Tatsache nichts.

      • Es ist leider so, wie Sie es beschrieben haben. Die Kirche verkommt immer mehr zu einem weltlichen Unternehmen. Geld ist alles. Gewinn ist alles. Vielerorts ist die Kirche so verweltlicht, dass man Sie nicht mehr als Kirche wahrnimmt. Es ist, wie schon Papst Benedikt XVI damals in Freiburg gesagt hat, Zeit für eine tiefgreifende Entweltlichung der Kirche. Die Kirche soll sich ihres weltlichen Reichtums entblößen und wieder ganz ihre weltliche Armut annehmen. Man könnte dabei gleich mit der Abschaffung der Kirchensteuer in Deutschland anfangen, denn die Kirche in Deutschland besitzt mehr als genug Geld. Und es ist nicht nur der „Prunkpalast“ in Limburg, der eigentlich überflüssig ist und vom Reichtum der Kirche zeugt. Fast überall wird geprotzt, auch und vor allem unter einem gewissen Kardinal Marx, der aber so viel protzen kann, wie er will, so lange er nur mit dem derzeitigen römischen Strom mitschwimmt.
        Per Mariam ad Christum.

      • Zustimmung, @ Kanadier. Die „zwei Worte“ waren für mich der Einstieg zum Problem der Wiederverheirateten nach Scheidung.
        Wie oben bei meinem Kommentar zu Seinsheim:

        In einer Kirche, in der es v.a. um Macht und „imperialen“ Glanz – nicht den Glanz des Königtums Christi – geht, geht es dann auch bei solchen Fragen nur noch darum, wer welche Macht erobert.

    • @ Seinsheim

      Frohe Weihnachten, Seinsheim! Ich sprach ja in gar keiner Weise gegen eine glanzvolle Liturgie. Mir ging es darum, dass der Glanz des Königtums Christi an sich nicht von dieser Welt sein kann. Wenn aber ein Journalist zuallererst mal den „imperialen“ Glanz vermisst in der Kirche, dann ist da was schief gelaufen!

      Wenn es nur um Macht geht (und beim „imperialen Glanz“ tut es das), dann ist es am Ende keine Herzensfrage, keine Hingabefrage, nicht mehr eine Frage der Liebe zu Christus, sondern eben auch eine Machtfrage, ob Wiederverheiratete unbedingt zu einer ohnehin schon flurbereinigten Hl. Kommunion gehen dürfen…

      Das, was sich heute abspielt, ist die Rückseite der historischen Fehlentwicklungen innerhalb der Kirche – nicht bloß ein Angriff von außen nach innen.

    • Endlich mal ein Kommentar, der sich mir Kardinal Burke kitisch auseinandersetzt. Aus sicherer Quelle (Radio Vatikan) weiß ich, dass Burkie es als US-Amerikaner nicht erträgt, nun einen südamerikanischen Papst als Vorgesetzten zu haben.

    • Das sind wieder endlos lange Ausführungen, die parallel zu dem eigentlichen Text verlaufen. Der Herr hat keinen Stall erwählt. Was sind denn das für Ansichten, die die Botschaft auf ein Kleinmaß reduzieren ? Weniger wäre mehr. Das gilt auch für Texte auf der Nebenspur.

    • Das geht doch einmal mehr am Thema vorbei. Was uns allen fehlt, mag nicht Sorge Einzelner hier sein. Ich lasse mich nicht gerne vereinbaren von irgendwelchen Behauptungen zumal noch nicht nachvollziehbarer Art.

  3. Ohne HW Hirsch zu Nahe treten zu wollen, ich denke, dass es sich doch allmählich rumgesprochen haben müsste, dass die Ehebrecherin und die Sünderin nichts mit Maria Magdalena zu tun haben.

  4. In der heutigen Welt ist es „normal“ geworden, sich scheiden zu lassen und sich wieder neu zu verheiraten. Wer gläubig ist ist versucht zu denken, dass Gott doch unmöglich so hartherzig sein kann. Bestimmt versteht Er es, wenn ich wieder einen Partner finde und heirate. Und wenn dann sogar Kinder geboren werden, ist man versucht zu denken, das sei ein Zeichen von Gottes Einverständnis.
    Ich gehör(t)e zu jenen wiederverheirateten. Heute erkenne ich die Maria Magdalena in mir. Ich war mit meinem Verhalten in Gottes Augen nichts anderes als eine Prostituierte und Ehebrecherin, da brauche ich mir nichts schönreden. Jetzt lebe ich seit Sommer 2013 getrennt von meinem zweiten Mann. Wir haben gemeinsam 3 Kinder, die jetzt in einer widernatürlichen Situation aufwachsen müssen. Durch meine Schuld! Aber Gott hält seine Hand über uns. Den Kindern fällt es deutlich leichter, als mir. Denn es vergeht kaum ein Tag, wo ich mir nicht meiner grossen Schuld und dem Chaos das mein Sündenfall angerichtet hat, bewusst bin. So sehr ich es mir auch wünsche, ich kann die Zeit nicht zurück drehen. Dafür, dass Jesus mir dennoch verziehen hat und mein Leben wieder in die rechten Bahnen geführt hat, dafür bin ich Ihm unendlich dankbar. Dafür liebe ich Ihn so sehr. Für eine Umkehr ist es im Leben nie zu spät. Aber genau da liegt doch das Problem: Wer, ausser Gott, weiss wann es vorbei ist?

    • Halten wir am Herrn Jesus Christus fest, mit Gottes Gnade und all unserer Kraft, in Vertrauen und Liebe, dann wird alles gut werden. Wie sagt doch der hl. Apostel Paulus: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Röm 8,28. Ist das nicht tröstlich?

    • „Wer gläubig ist ist versucht zu denken, dass Gott doch unmöglich so hartherzig sein kann. Bestimmt versteht Er es, wenn ich wieder einen Partner finde und heirate.“
      Nein er wird es nicht verstehen. Er wird am Ende sagen „Ihr habt mich nicht gekannt und ich kenne euch auch nicht“. Wer vor Christus „Treue bis zum Tod“ geschworen hat sollte es nicht ein zweites Mal versuchen. Er stellt seinen Gott auf der Stufe der Lächerlichkeit eines Standesbeamten und das sollte er nicht tun. Es wird verheerenden Folgen nach seinem Tod haben. Was ein Kardinal Kasper in Rom quatscht ist vor dem Herrn ohne Bedeutung. Er zählt nicht. Aber ein Versprechen vor dem Herrn ist heilig.
      Ich bin selbst geschieden mit Kindern und kenne das Spiel und die Barmherzigkeit eines Walter Kasper kann mir vor Christus gestohlen bleiben. Der ist die letzte Adresse der ich um Rat bitten würde.
      Per Mariam ad Christum.

      • Achso das wichtigste habe ich natürlich vergessen. Selbstverständlich habe ich um Hilfe gesucht und bin nachts zur Mutter Gottes gegangen. Es war übrigens Etzelsbach. Am anderen Morgen bin ich im Auto zum Anwalt gefahren und habe das Radio angemacht und gleich kam das Lied “ Patrona Bavariae“. Ich wollte eigentlich damit nur sagen, dass ein Kardinal Walter Kasper eigentlich nur Schrott vor der Mutter Gottes ist. Ich glaube, ich darf das sagen.
        Per Mariam ad Christum.

  5. Cleo, Sie haben meinen größten Respekt. Ich selbst war vor nunmehr neunzehn Jahren auch eine Ehebrecherin und demzufolge wahrheitsgemäß Prostituierte. Ich habe diesen meinen Ehebruch ( er war verheiratet, ich nicht) auch in keinster Weise beschönigt als mir Jesus Christus nach fünf Jahren zeigte, was es heißt den Mann einer anderen Frau zu begehren. Sofort habe ich in meinem Leben aufgeräumt durch Gottes Gnade. Padre Pio sagte einmal ‚Die Ehescheidung ist die gerade Straße in die Hölle‘.

  6. Nach den Stellen in Apostelgeschichte und Apostelbriefen zu urteilen, war das „Brotbrechen“ der Urkirche, äußerlich betrachtet, auch nicht „königlich“, dem Wesen nach aber schon.

    • Königlich insofern als es den Glanz des Königtums Christi, das nicht von dieser Welt ist, an sich trug.

      Wir kennen das aber selbst schon im Irdischen: es gibt auch im irdischen Menschen, die in der erniedrigendsten Lage eine unerreichbare und unzerstörbare Würde ausstrahlen.

      So und noch viel viel mehr ists bei Christus: Rex meus et Deus meus.

  7. @zeitschnur,
    - Es ist „Brimborium“, nicht (Primborium); herkünftig aus dem Mittelfranzösischen brimborion, „kleines, gemurmeltes Gebet“ (v. breviarium herstammend), damit verknüft auch als zauberhafte Zugabe, Hokuspokus.
    - Es ist „Desperado“ (Span. „verzweifelt, Verzweifelter“, plural Desperados); mit „disparat“ (auseinanderliegend, -tendierend“ hat es nichts zu tun.

    Die Glaubenslehre, die Buchstabe des Gesetzes ist übrigens nicht knöchern-trocken, sondern im Gegenteil ganz lebendig, die Basis eines gelungenen Lebens, das Fundament und das rechte Pfad zu dem Herrn hin.

    Was jetzt „imperiale Glanz“ betrifft- der Terminus wurde v. Redakteur des Figaros verwendet, nicht v. SE Kard. Burke:
    es ist etwas total anderes ob man in einem Stall (nebenbei: es waren wahrscheinlich die Wohnhäuser der Hirten neben den leerstehenden Winterquartieren der Tiere- die Herden befanden sich schon auswärts; St.-Joseph ist übrigens für längere Vermögens- und Landschätzungen damals nach Bethlehem gegangen wo er Weidegrunden besaß („…aus dem Hause Davids…“) Gott anschaut -den Himmel auf Erden erlebt-, als das man das Haus Gottes, wo Generationen und Hunderte Millionen Menschen an gearbeitet haben, sei es für den Bau, sei es für den Unterhalt, sei es in Stärkung des eigenen Glaubens und zur Selbstdefinition abwrackt, durch Fußbälle auf dem Altar besudelt oder als Parkgarage für einen alten Renault4 verwendet.
    Soli Deo Gloria:Gott allein die Ehre.
    Dieser schöner Spruch schrieb Johann Sebastian Bach oben auf seine Werke, die gewiß nicht einfach sind, nicht modest, sondern wirklich imperial- und die trotzdem soviele Menschen begeistern und begeisterten, und zum Glauben verholfen haben.
    Kyrie Eleison- und Kyrios ist „der Herr“, zuerst der Jubelruf für den Römischen Kaiser, übertragen auf den herrn- womit wir wieder beim Imperator und Imperium gelandet sind.

    In fide constans

    • Der Überschwang des Oberlehrers schießt gelegentlich weit übers Ziel hinaus, verehrter Adrien Antoine, wird der eigenen zahlreichen grammatischen Fehler nicht gewahr, und ich frage mich: was wollen Sie eigentlich sagen?

      Lesen Sie halt noch mal die Einleitung des Artikels oben, dann können Sie begreifen, wovon ich spreche. Ich habe nicht behauptet, dass das was der Journalist vom Fogaro sagte, Kard. Burke sagte. Etc. Sie mögen mir nicht zustimmen – aber ich bin kein Simpel auf der letzten Bank. Es wäre mir lieb, mir nicht Dinge zu unterstellen, die ich nun mal nicht vorgetragen hatte, und sich auf das zu beziehen, was ich tatsächlich gesagt habe. da hört es aber dann elider auch schon auf. Sie haben das Ziel meines Kommentars überhaupt nicht verstanden und argumentieren nun ins Leere.

      Es ist schade, aber auch bezeichnend, dass aus Ihrem Posting hervorgeht, dass Sie den Unterschied zwischen einem Glanz, der von dieser Welt ist und dem, der nicht von dieser Welt ist, nicht unterscheiden können.

      Einem „Abwracken“ der Kirche und dessen, was Generationen habe ich auch nirgends das Wort geredet. Kritisieren Sie dafür die, die das tun, aber nicht mich.

      So sagte ich auch nicht, dass die Glaubenslehre immer und zwingend „knöchern“ und „trocken“ ist (wie Sie mir mit falschen Worte zuschreiben), sondern dass sie „spröde“ wird, wenn Christus nicht in den Herzen zur Welt kommt. Dass der Buchstabe tötet, der Geist aber erst lebendig macht, das schrieb schon der hl. Paulus. Bibelkenntnisse? (2. Korinther 3, 6)
      Schade, dass auch das irgendwie außerhalb Ihres Argumentierens liegt.

      Und noch ein kleines Detailchen: wie können in Wohnhäusern Futterkrippen stehen?

    • danke für diese kompetente Erklärung – sachlich, unaufgeregt, souverän. Tut am heutigen hochfestlichen Tag gut! Christus natus est nobis – venite adoremus!

  8. @ Seinsheim

    Es geht hier um ein Interview mit Kardinal Burke. Mehrmals habe ich das Interview durchgelesen, ich finde nicht einen Satz des Kardinals, in dem er sich für „imperialen Pomp“, für irgendwelche Äußerlichkeiten einsetzt. Er beschränkt sich auf rein theologische Fragen zu dem Thema der vergangenen Synode. Zu dem wichtigen Thema der katholischen Morallehre, die spätestens im Oktober 2015 von der Bischofssynode offiziell aufgelöst, bis zur Unkenntlichkeit verwässert wird.

    @Zeitschnur lastet Kardinal Burke das Vorwort an, mit dem der Kardinal nichts zu tun hat.
    Und Sie, @ Seinsheim, unterstützen das auch noch indirekt.
    @ Zeitschnur fragt kritisch, ob es nur um den „spröden Glauben“ geht. Es geht zunächst immer „um den spröden Glauben“, den ich allerdings nicht spröde finde, sondern als ein unschätzbares Geschenk. Der, wenn er lebendig ist, zur Hoffnung und zur Liebe führt.

    Ohne ganz verbindliche Dogmen, die zu leugnen die Exkommunikation nach sich zieht, ist die Liebe zur „Alten Messe“ eine sentimentale Gefühlserhebung, ein ästhetischer Genuss, eine wunderschöne Folklore.
    Die Tridentinische Messe ist, ich sage es bewusst radikal, feierliche Dogmatik, gelebter Glaube, dargestellt in einer unglaublich ästhetisch-künstlerischen Gestalt.
    Und der Papst ist als Nachfolger des Apostels Petrus der Stellvertreter Jesu Christi auf Erden. Und das nicht nur, wenn er zelebriert.
    Auf dem Berg Tabor, bei der Verklärung Jesu Christi, fielen die drei anwesenden Jünger angstvoll und benommen, anbetend auf die Knie. An Ostern umfassten die Frauen anbetend auf den Knien die Füße des auferstehenden Herrn. Lesen Sie bitte die Perikope von der Himmelfahrt Jesu Christi, die Jünger fallen anbetend nieder.
    Auf mögliche Angriffe hin: Der Papst IST NICHT Jesus Christus, aber er ist Repräsentant. Und er hat nicht nur den irdischen Christus zu repräsentieren, dessen Gottheit verhüllt war, sondern den Gottmenschen.
    Und da kann er sich nicht außerhalb der heiligen Messe kleiden wie Hinz und Kunz, und aus dem Vatikan eine Art Kanzleramt machen.
    Es ist immer auch ein Drahtseilakt. Formen, die historisch überlebt sind, können selbstverständlich in Frage gestellt werden. Die glanzvollen Zeiten bis Pius XII. kommen nicht mehr wieder. Und niemand trauert ihnen nach. Doch die protestantisch-evangelikale grundsätzliche Ablehnung des „katholischen Pomps“ hat mit der katholischen Kirche nichts zu tun.
    Kein katholischer Märtyrer-Bischof, der sich in einer antichristlichen Diktatur verbergen muss, fordert die Abschaffung des „Pomps in Rom.“ Seine „arme Kleidung“ ist der Verfolgungssituation geschuldet.
    Sie müssten es eigentlich wissen, @ Seinsheim. Das schließe ich jedenfalls aus Ihren früheren Kommentaren.

    In diesem Beitrag ging es um Kardinal Burke, der aufrecht fast als Einziger noch die katholische Morallehre offen auch dem Papst gegenüber vertritt. Wir brauchen mehr Kardinäle, die seinem Beispiel folgen!

    Benedikt XVI. hat großen Wert auf

    • Nachtrag:
      Der letzte Halbsatz hätte eigentlich gelöscht werden sollen. Doch nun steht er da, und ich vollende ihn.
      Benedikt XVI., dem wir die Verbreitung der Tridentinischen Messe zu verdanken haben, hat als Papst Wert auf Stil gelegt, ganz bewusst und zielgerichtet. Jetzt übertreibt er allerdings, als Emeritus müsste er das Papstgewand ablegen.
      Doch während seiner Amtszeit hat dieser persönlich bescheidene Mann alle Ehrbezeugungen entgegen genommen. Weil er wusste: Diese Ehren galten nicht seiner Person, sondern seinem Amt. Vor dem 2. Vatikanischen Konzil wussten das gläubigen Katholiken…

      Nochmal: Das Thema hier ist die Aushöhlung der katholischen Morallehre. Und Kardinal Burke widerspricht. Er hat die Konsequenzen in Kauf genommen, er ist in den Vorruhestand vertrieben worden.
      Ich hoffe, er erhebt noch oft seine Stimme. Diese Stimme ist fast allen, die der Tridentinsichen Messe anhangen, von unschätzbarem Wert.

      • „Die glanzvollen Zeiten bis Pius XII. kommen nicht mehr wieder. Und niemand trauert ihnen nach.“
        Woher wissen Sie das. Die glanzvollen Zeiten kommen mit Sicherheit wieder, denn die alte 68er Generation stirbt langsam aus und eine neue Generation von Priestern wächst heran. Aber in diesem Punkt muss ich Zeitschnur recht geben: Wenn dem Glauben der Kern genommen wird, ja, Christus und seine Lehre stehen wirklich bei vielen „Klerikern“ auf der Kippe, man scheint die Lehren Jesu, vor allem in Bezug zur Ehe, als lästig zu empfinden, dann hilft alle äußere Schönheit nichts, das ist dann nur noch reines Theater. Und, verehrter Zeitlos, mit Sicherheit trauern den „guten alten Zeiten“ viele nach.
        „Jetzt übertreibt er allerdings, als Emeritus müsste er das Papstgewand ablegen.“
        Benedikt XVI ist nicht der einzige ehemalige Papst, der weiterhin das Papstgewand trägt:
        http://www.heiligenlexikon.de/Fotos/Johannes_XXIII5.jpg
        https://c1.staticflickr.com/3/2051/1493112209_823c0828c9_z.jpg
        http://www.heiligenlexikon.de/Fotos/Pius_V.-Grab.jpg
        http://www.vaticanhistory.de/pm/assets/images/G_Innozenz_XI3.jpg
        http://www.katholisches.info/tawato/uploads/Benedikt-XVI.-am-Grab-Pius-IX..jpg
        Zu sehen ist, dass alle ehemaligen Päpste das weiße Untergewand des Papstes (Soutane), die roten Schuhe und päpstliche Mozetta und Camauro (erkennbar an dem weißen Fellsaum, den Kardinalsmozetta und Birett nicht haben) tragen (im Unterschied dazu hat Papst Benedikt XVI auf die roten Kleidungsstücke verzichtet). Es ist ja auch nicht so, dass ein und dasselbe Papstgewand von Papst zu Papst weiter gegeben wird (ohnehin würden Herrn Bergoglio Benedikts Gewänder nicht passen), sondern die Gewänder werden immer wieder neu geschneidert. Auf dem letzten Bild ist sogar der amtierende Papst Benedikt XVI mit dem ehemaligen Papst Pius IX abgebildet. Warum war da keiner verwirrt? Darf ein Papst seinen Vorgänger nur besuchen, wenn sich dieser selber nicht mehr rühren und nicht mehr sprechen kann? Das letzte Bild und dieses Bild
        http://www.ksta.de/image/view/2013/2/23/22194890,18682556,highRes,1484EE00EBA79520.jpg
        stellen für mich die gleiche Situation dar. Ein Papst besucht seinen Vorgänger im Amt. Wenn das untere Bild verwirrend sein sollte, dann ist es das darüber ebenso. Aber das nur nebenbei, denn Kleidung ist in der derzeitigen Situation der Kirche wirklich eine Nebensache.
        Frohe Weihnachten.
        Per Mariam ad Christum.

  9. @zeitschnur: Haben Sie sich VERIRRT? Aus ihren ziemlich wirren Posting’s ist zu entnehmen, dass Sie auf derselben Linie fahren wie die unterwürfigen Papisten.

    • Ist Ihnen eigentlich bewusst, daß der von Ihnen ja schmähend gemeinte Ausdruck „Papisten“ von einem gewissen Dr. Martijn Luther geprägt wurde?!?
      Manchmal wäre es gut, Sie würden sich in Ihrem Ton etwas zivilisierter verhalten. Zumal Frau Zeitschnur eine Dame ist. Auf eine solche verbal so einzutreten, das macht man nicht.

    • Ach tatsächlich?
      Entweder ganz Papst oder gar nicht – und meine persönliche Ansicht ist hier: gar nicht!
      Wenn aber einer (K. Burke) ihn immer noch „Heilger Vater“ nennt – dann bitte auch ganz und nicht nach gusto.

      • Vorhin (12.14 Uhr) hab ich den Schwer- und Falschverstehern noch mal erklärt, was ich meine.

        Für mich ist Kardinal Burke total widersprüchlich. Warum – das erkläre ich ja. Bloß weil er die Alte Messe liebt und gegen die Geschiedenenkommunion ist, kann man seine Haltung nicht tabuisieren, sondern sollte sie schon genau ansehen. Entweder ich stehe ganz zur Lehre oder gar nicht. Was die Stellung des Papstes betrifft tut er es nicht.
        (Wie gesagt: für mich kann F. nicht der Papst sein – damit müsste ich den, von dem er doch angeblich all seine Autorität hat, scherst beleidigen, und das will ich nicht – den meisten macht das aber wohl keine Probleme. Hauptsache das 6. Gebot wird eingehalten. Na schön…dabei steht das 1. Gebot an erster Stelle…

        Und trotz allem ist es unmöglich, auf Bergoglio herumzuhacken im Stile wüster Straßenbanden. Und wenn er es selbst auch so macht, sind damit wohl auch für die Tradis alle Dämme gebrochen?
        Was ist nur mit den Katholiken los, dass sie das nicht verstehen – fehlt es einfach an Kinderstube, oder hat der Feind des Guten schon mit so viel Erfolg im Weinberg des Herrn geackert? Es geht um Benimm, um Sachlichkeit, um Distanz, um Feindesliebe, darum, dass man nicht im Schutz der Anonymität herumproletet und persönlich beleidigt.

        Wegen dieses Stils hier frage ich mich allerdings je länger je mehr, ob ich mich verirrt habe…

    • @Leone. Als „Papisten“ wurden früher Katholiken von Protestanten beschimpft. Jetzt wird dieses Schmähwort ausgerechnet von einem erzkonservativen Katholiken salonfähig gemacht!

  10. Noch mal an alle:

    Natürlich hat Kardinal Burke nicht gesagt, was der Figaro-Mann gesagt hat! Es ist einfach daneben, daraus nun ein Problem zu machen:

    Der Figaro hat eben nun mal diese Einleitung mit dem Kardinal-Interview verbunden und darauf darf man auch eingehen!

    Das Bindeglied ist die Frage, ob man als Kardinal sich gegen den Kurs des Papstes stellen dürfe. Wenn nämlich der Papst tatsächlich der Stellvertreter des Gottmenschen ist, dann darf man es tatsächlich nicht.
    Das wurde in der Kirche an sich auch immer so gesehen. Dem Papst schuldete man Gehorsam – und zwar nicht nur dann, wenn man gerade mal glaubenstechnisch mit ihm einverstanden war. Der Papst hat den Beistand des Hl. Geistes, und ein Stellvertreter Christi, der meistens Unsinn quasselt un Häresien tätigt, ist eine in sich blasphemische Vorstellung.

    Nun ist aber die Frage, woran denn diese Autorität sichtbar wird, im Raum?
    Ist es der „imperiale Glanz“, also eben auch die Herrschergeste, sind es die Insignien irdischer Macht? Oder was ist es? Dass der Papst immer recht hat? Dass niemand ihm widersprechen darf, oder nicht vielmehr, dass er, wenn er aus dem Hl. Geist ist, auf berechtigten Widerspruch reagieren müsste?

    Fragen über Fragen!

    Was aber tut Kardinal Burke? Er wiederholt seine Klagen über den Verlauf der Synode, er klagt Papst F. an, ohne die Konsequenz aus dem zu ziehen, was er da vorträgt: ein solcher Mann, der so halsstarrig auf der Ebene der Lehre Häretisches durchziehen will, kann nicht der Stellvertreter Christi sein.

    Seine Argumentation ist in sich widersprüchlich: einerseits beansprucht er eine der Kirchenlehre zuwiderlaufende „Kollegialität“ und „Demokratie“ zwischen Papst und Bischöfen, andererseits regt er sich darüber auf, dass der Papst die Ehelehre auflösen will.

    Wie soll einer, der selbst Lehre der Kirche ignoriert (denn der Papst muss sich tatsächlich nach der Lehre der Kirche nicht nach Abstimmungsergebnissen richten!!!), sie am anderen Ende verteidigen wollen?!

    Sowohl Kard. Burke als auch die, die er kritisiert, gehen von irdischen Machtverhältnissen und Rechten aus.

    Es geht aber nicht darum!

    Die Glaubenslehre ohne Geist und ohne Geburt im Herzen ist und bleibt tot.
    Und man sieht es ja an seiner Person: derselbe, der in einem Punkt auf ihr besteht, gibt ihr da, wo es ihm nicht passt, einen Tritt.

    Ich weiß, dass hinsichtlich der Lehre der Kirche vom Papst auch die Tradis – dies aber schon seit ca 200 Jahren – sukzessive dessen GEISTLICHEN Status mit dem Verlust des imperialen Status abgebaut haben und ihm nicht gehorchen, wenn sie es nicht einsehen. Hier ist irgendwie ein blinder Fleck entstanden.

    Es würde genügen, sich die lehramtlichen Schreiben des 19. Jh zum Papsttum durchzulesen, um von dieser Tradi-Irrlehre abzukommen.
    Es bleiben so aber nur äußerer, rein formeller „imperialer“ Glanz, unter diesem Firniss aber Anarchie. Und diese Anarchie bricht sich Bahn, auch bei Kardinal Burke, wenn auch nicht beim Lieblingsthema der Konservativen…

    • Endloses Gerede.Was soll das eigentlich bedeuten ? Zum Thema sollte man kommen.
      Was ist das für ein Ding mit der Glaubenslehre ohne Geburt etc. Der Glaube ist der Geist. So ist das. Da bedarf es keiner neuen Dichtung.

    • @ hedi züger und @ ralph

      In Ihren gehässigen, sachlich aber leeren Kommentaren spiegelt sich der intellektuelle Stand der Konservativen. Furchtbar – wir haben tiefe Probleme und die wenigsten WOLLEN sie verstehen.

      Denken – eine Todsünde. Damit haben Sie sich wiederum F. angenähert – der hat auch Probleme mit den Intellektuellen und verteufelt sie regelmäßig. So schließen sich die Kreise wieder…

      • Ihr Kindlein, liebet einander,liebet einander, liebet einander.So die Predigt des hl.Ev.Johannes im hohen Alter-die Zuhörer ob der beständigen Wiederholung ermüdet-doch Johannes bleibt:liebet einander, denn die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes.Das sind für mich keine leeren Worte, sondern Worte des ewigen Lebens in vollkommener Freude-das wünsche jedem von uns aus ganzem Herzen.bibe amorem sancti joannis apostoli!

      • Das ungebundene Denken, das sich nicht in den unbedingtenGehorsam gegenüber der unwandelbaren Lehre einpaßt und von dort seine Maßstäbe bezieht, ist in sich schlecht und eine schwere Sünde. Sie in Ihrer intellektuellen Masslosigkeit sehen dies offenbar gar nicht mehr. Ich bedauere mit anderen Kommentatoren diese Ihre Entwicklung sehr.

    • So einfach ist das also in Ihrer schönen Welt: Sie ziehen sich an einem Wort des Artikels (imperial) hoch, rücken den Kardinal in dessen Nähe und lenken die Diskussion vom eigentlich wichtigen Inhalt des Interviews ab, um es dann einfach als „daneben“ zu empfinden, wenn man damit ein Problem hat. Das ‚Bindeglied der Frage‘, wie Sie es nennen, hat der Kardinal im Interview übrigens hinreichend erläutert. Wenn man jedoch ein Gehorsamsverständnis mit sich im Kopf herumträgt, dass mehr mit stalinistischem Führerkult, als mit der katholischen Theologie des päpstlichen Stellvertretertums Christi zu tun hat, dann mag einem die Haltung des Kardinals als widersprüchlich erscheinen. Objektiv ist sie es nicht! Klar ist, dass Bergoglio zwar die Synode manipulieren lässt, dass er in Interviews und seinen Casa Marta Predigten schwadroniert, dass es einem übel werden kann, doch die Geister streiten sich, inwieweit diese päpstlichen Verlautbarungen überhaupt zum authentischen Lehramt gezählt werden dürfen. Bergoglio, das haben nicht zuletzt die Artikel auf dieser Seite immer wieder betont, lässt sich nicht festgelegt und schickt andere ins Rennen. Insofern hat der Kardinal überhaupt keine Veranlassung und Handhabe, die Autorität des zum Papst Gewählten öffentlich in Frage zu stellen. Ihre hanebüchenen und unverschämten Vorwürfe an den Kardinal zielen also vollkommen ins Leere. Das ist Ihnen aber scheinbar völlig schnurz, solange Sie der Meinung sind, sich hier durch Widerspruch als eigenständige Denkerin profilieren zu können. Dabei geraten Sie, ohne es offensichtlich selbst zu merken, in das Fahrwasser dessen, der alle Welt vor Gott verklagt. Und in der Tat haben Ihre Kommentare seit der Wahl Bergoglios neben einigen lichtvollen Gedanken zunehmend nur mehr Zersetzendes und damit auch Diabolisches an sich. Ich bedauere diese Entwicklung bei Ihnen sehr.

      • Mein Gehorsamsverständnis entnehme ich aus den lehramtlichen Texten, die das Thema behandeln. Meine Argumente sind ad rem und nicht ad personam.

        Kennen Sie diese lehramtlichen Texte überhaupt?

        Sie schlagen um sich, tragen aber leider kein einziges vernünftiges Argument vor, gipfelnd in einer Dämonisierung meiner gesamten Persönlichkeit.

        Sie wissen wahrscheinlich auch nicht, was unser Herr dazu gesagt hat, wenn einer den Bruder als „Narren“ bezeichnet. Nach der Schrift sind Sie mir gegenüber ein Mörder. das iwrd Sie aber nicht kümmern, denn ich habe Ihnen schon wiederholt gezeigt, dass Sie sich mir gegenüber persönlich schuldig machen. Es wurde nur immer schlimmer und hat seinen vorläufigen Gipfel erreicht.

        Es wäre so wichtig, dass Katholiken einfach wieder lernen, die Heilige Schrift, die Dogmen und die Lehrschreiben der Päpste zu rezipieren.
        Damit wäre viel gewonnen.

        Am wichtigsten aber wäre das Gebet, die eigene Gewissensprüfung.
        Die Art, wie hier – nicht nur von Ihnen – jeder, der nicht denkt, was man selber denkt, zusammengedroschen, verteufelt, aus dem Forum geiwesen und verleumdet wird, zeugt dafür, dass es vor allem an einem fehlt: an dem Gebet, das der Zöllner sprach, als er in den Tempel trat.

        Sie wollen hören, wonach Ihnen die Ohren jucken – auch das sagte uns die Schrift voraus. Sie begegnen mir mit Feindseligkeit und Verteufelung, weil Sie nicht ertragen, dass ich Ihre privaten Bedürfnisse nicht bediene.

        Allein – Sie konnten meine Argumente und Überlegungen weder erfassen noch entkräften.

      • Ah so, Sie argumentieren also ad rem, wenn Sie fadenscheinige, geradezu irrwitzige Anwürfe, die Sie wie Honig aus der Lektüre dubioser Internetquellen saugen und mit einem pathologischen, an Luther gemahnenden Unfehlbarkeitsanspruch über absolut integere Personen wie Bischof Schneider und Kardinal Burke ausgießen, um jene mal eben als Heuchler zu diffamieren, die nichts weiter tun, als sich einer vom Zentrum der Kirche ausgehenden Lüge entgegenzustellen. Sie argumentieren sachlich, wenn Sie belieben, Erzbischof Lefebvre ein Irrlicht zu nennen, dem die Kirche es verdankt, dass nach vierzigjähriger Herrschaft konziliaren Jakobinertums überhaupt noch Reste des überlieferten Glaubens zu finden waren, an die man anknüpfen konnte. Die von Ihnen zitierten biblischen Worte von dem, der seinen Bruder einen Narren nennt, fallen in Potenz auf Sie zurück! Aber von der Notwendigkeit einer Gewissenserforschung sind Sie ja stets nur bei anderen überzeugt. Sie sehen sich unter dem Schutz eines imaginären Mantels Mariens, von dem aus Sie ungestraft giftige Pfeile in den Rücken derer schießen, die sich der Not der Stunde persönlich stellen, um der Wahrheit des Glaubens eine Bahn zu brechen. Nun, uns verderbten Sündern kommt es ja Ihren kruden Ansichten nach auch nicht zu, die Kirche zu retten. Jenen, die etwas gegen den Verfall des Glaubens und der Kirche unternehmen, geht es einzig darum, den falschen imperialen Glanz der Kirche aufrecht zu erhalten. Solch ein Gemenge aus der Mottenkiste marxistischer Propaganda und missverstandener Endzeitprophetie nennen Sie auch noch Argumente, denen man sich endlich stellen sollte. Gott, wie verzerrt kann die Wirklichkeit wahrgenommen werden aus der Nische kleinbürgerlichen, egomanisch-sektiererischen Frömmlertums. Sie werfen anderen vor, die Namen Gottes und Mariens in ihren Beiträgen nicht zu nennen. Nun, vielleicht ist dies redlicher, als selbige für sich zu reklamieren und damit zu missbrauchen! Denn auch das ist eine schwere Sünde. Was nun Ihr Gehorsamsverständnis betrifft, das Sie sich aus lehramtlichen Texten zurechgelegt haben wollen, so darf ich Sie auf die Dogmatik von Diekamp-Jüssen verweisen, welche unter §18 „Die Träger der kirchlichen Lehrgewalt“ ausführt: „Wenn der Papst, sei es in eigener Person, sei es durch andere, seines obersten Lehramtes waltet, ohne ex cathedra zu sprechen, so sind seine Verordnungen oder Entscheidungen nicht unfehlbar und nicht unwiderruflich. (…) Die nicht unfehlbaren Akte der päpstlicher Lehrtätigkeit legen keine Glaubenspflicht auf; sie fordern keine unbedingte und endgültige Unterwerfung. Aber Entscheidungen dieser Art sind doch (…) mit innerer, religiöser Zustimmung anzunehmen. Diese Pflicht kann nur in dem höchst seltenen Fall zu bestehen aufhören, dass jemand, der zu eigenem Urteil in der betreffenden Frage befähigt ist, nach wiederholter, gewissenhafter Prüfung aller Gründe zu der festen, wissenschaftlichen Überzeugung kommt, die Entscheidung müsse auf einem Irrtum beruhen.“

  11. Ich bin entsetzt über diese teilweise defätistischen Kommentare hier mit der subtilen Unterscheidung von (gutem) „Wesentlichen“ und (bösem) „imperialen Glanz“.
    NATÜRLICH brauchen wir „imperialen Glanz“. Wir können gar nicht genug davon haben, denn die Kirche ist der mystische Leib des Herrn aller Herren, des König aller Königreich etc.pp. Dies ist so gross und wunderbar, dass wir es auf der „wesentlichen“, der inwendigen Ebene gar nicht von ferne zu erfassen vermögen. Deshalb braucht es den äußeren Glanz, und – jawohl! – auch viel „Prunk und Protz“, um dieses wenigstens gleichnishaft darzustellen. Der Mensch ist klein und armselig und auf diese äußeren Zeiche angewiesen.

    Deshakb war das Programm des früheren Papstes mit der unseligen „Entweltlichung“ grundfalsch und nicht katholisch. Es war protestantisch in Reinkultur. Man lese Dostojewski’s Erzählung vom Großinquisitor. Die sagt die Wahrheit: über uns Menschen, über die Kirche und die ontologische Notwendigkeit der äußeren Insignien von Macht, Glanz und Gewalt.

    • Selig, der nicht auf äußeren Glanz baut. Nicht nur der Mensch ist klein und armselig, wie Sie schreiben, sondern auch diese „Macht und Pracht“ ist nichts vor Gott.
      Sie gehören in die Reiche der Welt, deren Fürst der Satan ist – so berichtet uns das Evangelium (Versuchung Jesu in der Wüste). Und der bewusste „defätistische“ Verzicht auf diesen Pomp wird uns nun mal von Jesus berichtet. Er schlug bewusst jede Anknüpfung an irdische Macht und Pracht aus.

      Es mag Zeiten des Reichtums geben, aber programmatischer Bestandteil kann dieser „imperiale Prunk“ nicht sein – sonst gehörte die Kirche ja dem Satan.

      Wenn der Petersdom dem Erdboden gleich sein wird – ist dann ein Jota des Glanzes Christi vergangen?

      Für mich nicht!

      • Verehrte Frau Zeitschnur,
        welchen „Pomp“ meinen Sie? Gehört Ihrer Meinung nach der Leib des Herrn in einen Plastikbecher und nicht in einen goldenen Kelch? Und soll dieser Plastikbecher nicht in einem marmornen Tabanakel sondern in einem Ikea-Schränkchen aufbewahrt werden? Genau diese Heucheleien von der „falschen Armut“ kommen doch von unzähligen Sekten. Sie dürfen niemals die Pracht, die ganz dem Herrn geweiht ist und die Pracht, die den Menschen zum Privatvergnügen dient, verwechseln. Für mich kann eine Kirche oder Kathedrale, liturgische Geräte und Gewänder nicht prächtig genug sein und das Pfarrhaus, das Auto und sonstiger privater Besitz eines Priesters nicht armselig genug. Eine goldene Rolex, wie sie der Patriarch von Moskau trägt, muss ein Priester oder Bischof wirklich nicht tragen.
        Per Mariam ad Christum.

      • danke verehrte Zeitschnur für ihre sehr aufschlussreichen Worte-aber könnte es nicht sein dass vorher meine unwichtige Wenigkeit und vielleicht auch die vieler anderer unter dem Erdboden sein wird und der Petersdom herrlich erstrahlt bis zur Wiederkunft Christi? videbimus videbimus.

      • @Markus: Stimme Ihnen voll zu. Mit einer Ausnahme: auch das Auftreten des Priesters, der schliesslich Christus ist(!), muss Prunk und Glanz darstellen. Was haben wir uns zu Recht über diesen Papst und seinen Pauperismus aufgeregt, zumal mit der Rostlaube, in der er sich durch Rom kutschieren läßt. Sowas gehört sich nicht für den Papst, den Bischof, den Priester als alter Christus. Deshalb sage ich bewusst im Unterschied zu Ihnen: Bitte ein Mercedes für den Priester!

      • @ Markus

        Natürlich soll der Leib Christi nicht in einem Plastikbecher dargereicht werden, wenn man andere und bessere Materialien hat!

        Ich sprach nicht davon, dass man – gewissermaßen im fetten Saft schmorend – für den Herrn nur das Billigste aufwendet!

        Es ging mir darum, dass, wenn das alles wegfällt, es dem Glanz des Königtums Christi nichts nehmen kann und darf.

        Wäre dies nicht so, wie ich es sage, wäre unser Herr nicht Gott.

        Die Kirche bedarf keineswegs des „imperialen“ Glanzes. „Mein Imperium“, sagte unser König Jesus Christus, „ist nicht von dieser Welt“.

        Verzeihung, wenn ich einmal an die Worte des Königs erinnere…

        WIR brauchen imperialen Glanz, d.h. wir geben IHM natürlich das Beste.

        Aber ich erinnere an König David, der dem Herrn ein großes Schloss, einen steinernen Tempel bauen wollte. Wissen Sie noch, was Gott sagte: Nein, sagte der Herr. Nicht du baust mir, sondern ich baue dir ein Haus.

        Nicht wir bauen Christus hier auf Erden ein Haus!
        Er bereitet uns in seinem Reich bereits die Wohnungen.

        Was immer hier auf Erden geschieht – der Glanz um unsere Köpfe ist nicht „imperial“ im Geist dieser Welt, sondern die Gloriole derer, die dieser Welt abgestorben sind.

        Verzeihung, aber ab und zu muss man Katholiken wieder daran erinnern, wohinein sie eigentlich getauft sind: in den Tod aus dieser Welt!

      • @ hedi züger

        Ja, wir werden es sehen. Auf jeden Fall wird auf dieser Erde alles im Feuer vernichtet werden – zumindest ist das Lehre der Kirche.

        Hier gehts nicht weiter für keinen…

      • Ja verehrte Frau Zeitschnur, da haben Sie recht. Spätestens wenn sich die Sonne in einen roten Riesen verwandelt, ist es sowieso mit dem Leben auf der Erde vorbei. Alles auf dieser Welt ist vergänglich und ebenso wird es nicht ewig Leben auf ihr geben. Aber wenn es soweit sein sollte, vielleicht hat die Menschheit bis dahin einen Ersatzplaneten gefunden und die Technik ist bis dahin so weit vortgeschritten, dass eine Übersiedlung stattfinden kann. Christus wäre auf jeden Fall auch fern der ursprünglichen Heimat gegenwärtig, Priester könnten auch dort weiterhin das Heilige Messopfer zelebrieren, auch an Orten, weit weg der ursprüngliche Heiligen Städten und auch wenn diese vergehen sollten, Christus selbst wird niemals vergehen. Und vielleicht hat sich die Menschheit in der Zukunft vielleicht nicht nur technisch, sondern auch moralisch weiterentwickelt. Vielleicht hat man ja aus den vielen Fehlern aus der Vergangenheit gelernt, vielleicht aber wird der Heilige Geist die Menschen der Zukunft ja noch in besonderem Maße erfüllen. Vielleicht wird die Menschheit eines Tages geschlossen erkennen, dass alle Wege, außer dem von Christus vorgezeichneten, über kurz oder lang ins Verderben führen und vielleicht wird eine Zeit kommen, wo jeder Mensch weltweit getauft ist und in der Nachfolge Christi steht. Wer weiß, was die Zukunft noch alles für Heilige hervorbringen wird. Auf jeden Fall werden die Gebote Gottes und die Sakramente, einschließlich dem Ehesakrament, auf alle Zeiten Bestand haben.
        Per Mariam ad Christum.

    • Wie stets ein Sehr richtiger Kommentar mal wieder von Ihnen, welchen ich besonders bezüglich der „Entweltlichung“ sekundieren möchte.
      Es bedarf keiner „Entweltlichung“ sondern vielmehr einer Wiederverchristlichung, d.h. vom Katholizismus her müsste aufgebaut werden und mit der katholischen Religion alle(!!!) Gebiete des öffentlichen und privaten Lebens durchdrungen werden. Re-Christianisierung der weitgehend säkularisierten und arelgiösen Gesellschaftssegmente waren Leitmotiv der rechtgläubigen Päpste von Rom gewesen.
      Ratzinger hat gerade dies in Freiburg verspottet als er die die schimpflichen Säkularisierungen von 1803 und 1870 so sehr rühmte.Wer der „Entweltlichung“ das Wort redet macht sich gemein mit jenen Jakobinern, welche die Kirche und die Priesterschaft aus dem organischen Zusammenhang mit dem Volke rissen. Oder mit den Liberalen, die die Kirche bestenfalls im bieder privat-klein-bürgerlichen Reservat des Sonntagschristenmilieu existieren lassen. Jedoch nicht die Kirche als gesamtgesellschaftliche Kraft agieren lassen. Das ist das Programm der Laikalen und anderer Kirchenfeinde. Freilich werden Neo-Con und Neo-Traditionelle Ratzinger-Claqueure dies nie begreifen.

      • Danke, werter Herr Ratkaj. Sie haben mich verstanden. Als einer der wenigen hier in dem angeblich traditionalistischen Forum, das bei Lichte besehen eher wie ein Benedikt-Groupie-Club anmutet.

      • „Re-Christianisierung der weitgehend säkularisierten und arelgiösen Gesellschaftssegmente waren Leitmotiv der rechtgläubigen Päpste von Rom gewesen.“

        Da müssten Sie allerdings Quellen und Beweise vorlegen…. denn das, was Sie sich darunter vorzustellen scheinen, hat keiner der Päpste des 19./20. Jh Jh gewollt oder gar formuliert…

        Ratzinger hat mit „Entweltlichung“ nicht das gesagt, was Sie ihm – geradezu perfide – unterstellen.

        Das Wort „Entweltlichung“ benutzte er als Gegenteil von „Verweltlichung“. Jeder normale Mensch hat das auch genau so verstanden. Eine andere Interpretation konnte man den Worten Benedikts nicht mit Berechtigung entnehmen.

        Hinweis: es gab und gibt keine „Verchristlichung“.
        Alleine dieser Begriff ist schon heidnisch.

        Es gibt nur: persönliche Reue, Buße, Umkehr.

        Alles andere ist zwang, Oberflächlickeit und Lästerung des Kreuzesopfers, das in die tiefste Tiefe führt und führte…

      • Ihre durch und durch verbürgerlichte Individualisierung und Psychologisierung des Kreuzesopfers und der daraus resultierenden Sühne und Umkehr in den arkanen Berich der einzelnen Seele hinein, statt sie auf die katholisierende und erzieherische Kraft des Glaubens für die gottlos gewordene Welt zu beziehen , empfinde ich als Lästerung der katholischen Tradition.

      • @ Traditionstreuer

        Es fragt sich, welcher Tradition Sie eigentlich treu sind. Mit Jesus Christus hat sie jedenfalls nichts zu tun, denn Sie können Seinen heiligen Namen niemals nennen und in Ihre Sätze einbinden. Auch den Namen Seiner heiligen Mutter habe ich aus Ihrer Feder noch nie gelesen.

        Das spricht für sich.

      • @Zeitschnur: wenn ich Ihrer dauerdissidenten Kommentare lese(n muss), dann dürfen Sie gewiß sein, dass ich die Immaculata eins ums andere Mal um Hilfe anrufe.
        Für mich, dass ich nicht den Verstand verliere angesichts Ihrer häretischen Ausführungen, aber durchaus auch für Sie.

      • @ Traditionstreuer

        Aaaaaaaaaaaaaah ja!
        Und wenn Sie mir nun bitte noch meine „häretischen Aussagen“ aufzählen würden – das interessiert mich nämlich…

      • Traditionstreuer,

        Noch ein Rat: wenn Sie das, was ich schreibe, nicht verkraften, dann lesen Sie es doch einfach nicht!

        Ich verstehe diese Fixierung auf mich nicht. Auch bei anderen hier nicht – wem das zu lang ist, wem es zu akribisch und weitschweifig ist – lesen Sie es doch einfach nicht!

        Warum tun Sie es dennoch?

        Ich kann nicht wider besseres Erkennen irgendwelchen konservativen Mainstreammeinungen frönen und aus Angst, zusammengedroschen zu werden, schweigen. Ich begründe alles, was ich vorbringe, und leider kann damit hier nur ein verschwindender Prozentsatz der Poster umgehen.

        Hicesthodie hat mich an anderer Stelle mit einem wahren Schmäherguss dafür belohnt (und die üblichen Claqueure, wenns um Zeitschnur-Niederprügeln geht, haben Beifall geklatscht): ich mache dem Herrn Hicesthodie alles kaputt, was ihm noch etwas Hoffnung gibt, seine Ikonen Lefebvre, Burke und sonstwer, schließlich alles etablierte Herren, möchte man meinen, die haben offenbar ein eingebautes bürgerliches Rechthaben … meint er…und das darf man nicht, an solchen Ikonen kratzen … lieber in Illusionen untergehen, frage ich da nur? Soll es das sein? Opfern wir die Wahrheit dem Strohhalm?

        Sie werden schon nicht verrückt, wie Sie schreiben, wenn Sie der Wahrheit nicht aus dem Weg gehen.
        Wenn Sie sich sicher sind, dass ich unrecht habe – wie kann es sein, dass mein Gerede Sie so aus der Bahn wirft?

        …..

      • @Zeitschnur: Sie sind mit Ihren perennierenden „allein dem Herrn“-Geschreibsel, Ihrem Niedermachen der Hl. Kirche zugunsten des „Herrn“ der Erzhäresie des Protestantismus anheim gefallen. Ich habe Ihnen dies im Verlauf der letzten Monate wiederholt detailliert nachgewiesen. Warum wechseln Sie nicht zu einem protestantischen Foru? Dort würden Sie allseitig bejubelt für Ihre ergreifenden Kommentare.

      • @zeitschnur: ich fürchte, Sie überschätzen sich, was die Wirkung Ihrer Worte auf mich anbelangt. Im Übrigen sind Sie es doch, die sich beständig auf die Seite des Mainstreams schlägt: sie kritisieren Putin und Orbán gemäß der Denkvorgaben des westlichen Establishments ebenso wie Sie den verbrecherischen Holocaust der Nazis als Verteidigungskeule für die Hegemonialpolitik der israelischen Regierung einsetzen. In Zeiten, da Ratzinger als Benedikt XVI. en vogue war, verherrlichten Sie ihn als größten Theologen und Intellektuellen, Lefebvre, dessen Bruderschaft sich unter Ratzingers Regentschaft anschickte, in den Schoß der Kirche zurückzukehren, priesen Sie als Lichtgestalt. Kaum war Benedikt zurückgetreten und es mit dem Hype um die Tradition augenscheinlich vorbei, nannten sie Ratzinger nur noch „Le serpent“ und Lefebvre ein „Irrlicht“. Als Sie merkten, dass Bergoglios Brutalität den Sieg gegenüber den bewahrenden Kräften in Rom davon tragen dürfte, drehten Sie schnell ihr begogliokritisches Fähnchen nach dem Winde, warfen seinen Gegenspielern Burke und Schneider ganz locker Inkonsistenz und Heuchelei vor, warben um Verständnis für Bergoglios „Leiden“ unter der bösen Kurie und wettern nunmehr mit der in Rom zur alles beherrschenden Doktrin erhobenen lateinamerikanisch-marxistischen Befreiungstheologie gegen den imperialen Glanz der Kirche. Wissen Sie, man kann sich über vieles, was Sie sagen zwar wundern und erregen, eines kann man aber gewiss nicht mehr: Ihren selbstgestrickten Wahrheiten Strohhalme opfern oder sich von Ihnen Hoffnungen kaputtschlagen lassen, kurz: Sie sonderlich ernst nehmen. Man kann Sie eigentlich nur mehr bedauern.

  12. Einige Dinge, die Papst Franziskus tut, finde ich gut und manches finde ich nicht so gut.
    Klar ist: Es sind zuviele gute alte Dinge verloren gegangen und an vielen Orten findet eine Nivellierung statt. Papst Franziskus hat mit seiner vorgelebten Bescheidenheit Impulse gesetzt. Die Kämpfe im Vatikan können wir nur von außen betrachten. Das ist immer schwierig. Es ist auch sehr schwierig Tradition und Innovation in das richtige Maß zu bekommen. Das Gebet für Papst Franziskus und alle Bischöfe und Priester ist am wichtigsten. Auch wenn momentan vieles drüber und drunter geht, so hat Jesus Chrsistus doch gesagt: „…auf diesen Felsen baue ich meine Kirche und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwinden“. Sie wird eines Tages gereinigt auch wieder in neuem Glanze erstrahlen !

    • Leider ist aber die Bescheidenheit von Papst F. keine Bescheidenheit.
      Es ist nur Augenwischerei – und die breite Masse fällt drauf rein!
      Nicht aus Bescheidenheit wohnt er nicht in den päpstlichen Gemächern!
      Aber darüber wurde ja schon berichtet.
      Bei F. ist alles nur Show – und darauf abgezielt, die Massen zu täuschen!
      Haben Sie die Christmette z.B. gesehen. Mit F. aus Rom.
      Ist was aufgefallen? Nein?
      Dann schauen Sie genauer hin. Sie werden es sicherlich erkennen!

  13. Zum Thema „Wie Papst Franziskus die Kirche durcheinanderbringt“:
    Starben die Martyrer früher zum Zeugnis für Jesu Christus und Seine Kirche, wie der hl. Erzmartyrer Stephanus, dessen am zweiten Weihnachtstag gedacht wurde, so sterben Martyrer heute, laut Papst Franziskus, für die Religionsfreiheit… (http://biblefalseprophet.com/2014/12/29/the-sacrifices-of-the-martyrs-of-today-are-the-commitment-to-recognize-and-concretely-to-ensure-religious-liberty/#.VKPhInu7Oxo ).

    • @ Leo Lämmlein

      Wer von uns ist bereit, einen Weg wie der Hl. Stephanus zu gehen und sich für Christus zu opfern?

      Nach dem Geschwätz auch hier im Forum gebührt der Kirche ja das Himmelbett auf Erden mit Pomp, Gloria und einer Erbse unter der letzten Matratze.

      Davon, dass die Braut Christi den Weg ihres Bräutigams gehen wird, WENN SIE IHN LIEBT, weiß auch hier keiner mehr was.

      Die einen opfern sich also für die Religionsfreiheit, die anderen für reaktionäre Träume.
      Wer aber folgt dem Herrn?

      • Jene, die sich für die von Ihnen so übel diffamierten „rektionären Träume“ opfern, opfern sich eben damit für den Herrn.
        Denn dieser ist dafür nach Kalvaria gegangen, dass die Welt versöhnt werde und glaube, also ein katholischer Staat werde. Nicht einfach nur für Ihre bürgerliche fromme Einzelseele.

      • Es liegt heute nicht fern, sich über Ihre Frage Gedanken zu machen, und tatsächlich beschäftigt sie mich oft.
        Im Bewusstsein meiner Schwachheit bete ich darum, Ihn im entscheidenden Moment nicht zu verleugnen.
        Bei Lukas lesen wir:
        „Darum wachet, allezeit betend, damit ihr wert erfunden werdet, allem dem zu entgehen, was da kommen wir, und vor den Menschensohn gestellt zu werden“ (21,36).
        Jeden Tag, in Glaube, Hoffnung und Liebe, das Kreuz auf sich nehmen und Ihm nachfolgen, das erscheint mir die einzige mögliche Vorbereitung und Einübung.

    • Die „Religionsfreiheit“ ist der größte Schandfleck wohl in der gesamten Geschichte der Kirche.

    • Traditionstreuer
      Der katholische Staat hat sein Recht und seine Verdienste, aber er ist nicht identisch mit dem Reich Gottes bzw. Himmelreich. Eine solche Identität besteht nicht einmal für die sichtbare Kirche.
      Dass der Herr Jesus Christus auf Calvaria starb, damit, wie Sie schreiben, ein katholischer Staat entstehe, ist eine ziemlich abgelegene Schlussfolgerung.
      Die „fromme Einzelseele“ ist keine bürgerliche Erfindung. Wenn schon, dann ist sie d i e Entdeckung des Christentums. Vor dem Richterstuhl Gottes wird jeder von uns einmal einzeln gerichtet.

      • Nein, da widerspreche ich. Die „fromme Einzelseele“ ist ideengeschichtlich eine Erfindung der Reformation, des häretischen Reformators Martinus Luther („Ich und mein Gott“). Und das Bürgerliche ist aus dem „Protestantismus“ heraus entstanden. Das Katholische zielt immer auf die Kirche als Corpus. Die fromme Einzelseele hat zu Recht nicht diesen Stellenwert. Es geht um die Una Sancta.

  14. @hicesthodie

    Mein Kompliment, hicesthodie! Ihre Kommentare vom 27. Dez. 16:16, 1. Jan. 11:05 und 12:50 sind hervorragend!! – Prägnant und brillant!

    • Ja, obwohl ich mich in der Einschätzung von Prof. Ratzinger sehr von @hicesthodie unterscheide, aber er ist einer der wenigen hier, der es wagt. den Zersetzungen dieser Dame Kontra zu geben. Wirklich brillant.

  15. Von menschlichen Unzulänglichkeiten abgesehen, an denen so oder so jeder von uns leidet, sehe ich den Hauptgrund für den Unmut einiger traditionell eingestellter Katholiken dieses Forums gegen Frau Zeitschnur darin, dass sie sich an ihrer schonungslosen Analyse der Lage der Kirche ärgern.
    Es ist freilich leichter, sich auf die allzu offensichtlichen Schwächen eines Papstes vom Schlage Jorge Bergoglios/Franziskus‘ einzuschießen, als sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, dass der Stuhl Petri seit einem halben Jahrhundert vakant ist und dass nicht nur Franziskus, sondern alle Päpste seit Johannes XXIII. Scheinpäpste waren beziehungsweise sind.
    Dabei muss man nur einmal das Glaubensbekenntnis (Professio Catholicae Fidei) lesen, das im Codex Iuris Canonici des hl. Papstes Pius X. steht, und die Päpste seit 1958 daran messen.
    Franziskus ist Enfant terrible einer Revolution, deren Täter wie Opfer er ist.

    • Wenn Sie also, wie Sie hier sich offenbaren, Sedisvakantist sind, wer ist für Sie dann Papst? Einer muss es ja sein, sonst wären sie nicht mehr in der Kirche, und gingen dann Ihres Heils verlustig. Denn: Ubi Petrus, ibi ecclesia.

      Ubi Petrus est???

    • Nun, Traditionstreuer, Sedisvakanz ist ein logischer Erklärungsversuch, aber noch keine feste Überzeugung bei mir. Ich bin schon froh damit, an die katholische Kirche zu glauben.–
      Der von Ihnen zitierte Satz hieß ursprünglich: „Ubi Christus, ibi ecclesia“, und umgekehrt: „Ubi ecclesia, ibi Christus“. Auch „Ubi episcopus, ibi ecclesia“ gibt es (siehe etwa die Briefe des hl. Ignatius von Antiochien, wo es nicht der Formulierung, aber dem Inhalt nach enthalten ist). Die heute populärste Variante „Ubi Petrus, ibi ecclesia“, kam erst später auf.–
      Die Kirche Christi hört bei Sedisvakanz nicht auf zu existieren, und wie lange eine Sedisvakanz andauert, ist nirgends festgelegt. Allerdings wäre eine Sedisvakanz seit 1958 ein anomaler, abnormer Zustand der Kirche, das stimmt.
      Aber ist denn die Lage der Kirche heute normal, der göttlichen Norm entsprechend?

      • „Wie lange eine Sedisvakanz andauert, ist nirgends festgelegt“ – ist nicht ganz richtig. Die Verfahrensregeln für die Papstwahl zielen darauf ab, eine längere Sedisvakanz zu verhindern.—
        In den vergangenen Jahrzehnten hat meines Wissens nur ein Diözesanbischof der katholischen Kirche die Sedisvakanz festgestellt, und zwar Erzbischof Petrus Martinus Ngô Đình Thục im Jahr 1982, und das auch nur in Bezug auf Papst Johannes Paul II. (siehe hier: http://www.einsicht-online.org/assets/download/e2801.pdf).
        Msgr. Marcel Lefevre hat zwar hie und da von Sedisvakanz gesprochen, aber nie eine entsprechende Erkärung herausgegeben.
        In dieser Hinsicht (Feststellung durch Mitglieder der Hierarchie) hat die Sedisvakanzthese eine sehr schwache oder fast gar keine Basis.

    • Nein, der Umsturz geschah eindeutig mit Papst Franziskus und es ist absolut in Ordnung, dessen Legitimation zu hinterfragen. Alle seine Vorgänger waren gute, tief katholische Päpste, einige sogar Heilige oder Selige. Diese als „Scheinpäpste“ zu betiteln entbehrt jeder Rechtfertigung, und lenkt vom wahren Problem, das da heißt Bergoglio, nur ab.

      • Jean-Louis
        Die Päpste seit 1958 als Scheinpäpste zu betiteln, hat einen seriösen Grund, und dieser ist das 2. Vatikanische Konzil.
        W e n n Vaticanum 2 Häresien enthält, dann sind alle an diesem Konzil beteiligten und seine Lehren aufrechterhaltenden Päpste eo ipso Häretiker.
        (Formelle) Häretiker sind aber nach traditioneller Lehre der Kirche nicht Mitglieder der Kirche, sondern vom mystischen Leib Christi a b g e t r e n n t (im Unterschied zu gewöhnlichen Todsündern, die „nur“ tote Glieder an seinem Leib sind und durch den gültigen Empfang des Bußsakraments wieder zum übernatürlich-geistigen Leben erweckt werden). Als Nicht-Katholiken können Häretiker aber kein hierarchisches Amt der Kirche innehaben.
        Es geht also zuvörderst nicht um die persönlichen Häresien der einzelnen Päpste, von denen es freilich umfangreiche Listen und Dokumentationen gibt. Noch weniger geht es darum, diese Personen aus Gehässigkeit madig zu machen. Es wird auch nicht geleugnet, dass alle diese Päpste vieles Gut-Katholische gelehrt, verkündet und getan haben. Das kompensiert jedoch nicht ihre Häresien, macht sie vielmehr gefährlicher.
        Die Grundfrage ist also: Lehrt das Zweite Vatikanische Konzil Häresien, ja oder nein?
        Wenn nein, dann ist diesem Konzil und seinen Päpsten unbedingt zu folgen, auch wenn einem manches nicht schmecken mag.
        Wenn ja, dann sind diese Päpste keine echten Päpste, weil es dem Dogma der Unfehlbarkeit der Kirche widersprechen würde, dass Päpste durch ihre Lehren und Anweisungen die Gläubigen autoritativ zur Häresie verführen, mit andern Worten: sie ins ewige Verderben lotsen.
        Andernfalls müssen Sie erklären, wie häretische Päpste möglich sein sollen. Das war nie Glaube der Kirche, und das ist ja das Grundproblem der Piusbruderschaft. Sie versucht sich aus der Affäre zu ziehen durch die Behauptung, nur dem außerordentlichen Lehramt sei Unfehlbarkeit garantiert und die Sedisvakantisten würden die Unfehlbarkeit der Kirche und des Papstes überbetonen.
        Das widerspricht aber der überlieferten Lehre der Kirche und dem Kirchenrecht. Auch dem ordentlichen Lehramt schuldet der Katholik Gehorsam, und gerade auch dem ordentlichen Lehramt muss er vertrauen können.

  16. „Die Grundfrage ist also: Lehrt das Zweite Vatikanische Konzil Häresien, ja oder nein?“
    Die Antwort lautet: nein.
    „nur dem außerordentlichen Lehramt sei Unfehlbarkeit garantiert und die Sedisvakantisten würden die Unfehlbarkeit der Kirche und des Papstes überbetonen.“
    Das ist richtig. Man muss dem Lehramt widersprechen, wenn es die Lehre Christi und der Konzile auf den Kopf stellt, wie Bergoglio dies mehr als einmal tut. Bergoglio biedert sich den Feinden der Kirche an, und „bestraft“ die Katholiken.
    Papst Benedikt hat sehr gut gezeigt wie die Kirche in die Moderne führen kann, ohne die Lehre zu verleugnen.

  17. Die Liste der Irrtümer und Häresien des 2. Vatikanischen Konzils ist lang.
    Die Haupthäresie ist der falsche Ökumenismus.
    Welche Früchte dieser trägt, ist an den gemeinsamen Gebeten der Päpste mit Häretikern, Schismatikern und Ungläubigen zu erkennen.
    So etwas hat es 1900 Jahre in der katholischen Kirche nicht gegeben, nicht nur das, es war streng verboten, noch im Codex Juris Canonici 1917 (der von den Konzilspäpsten schon missachtet wurde), und das will uns Papst Benedikt XVI. als „Kontinuität“ deuten.
    Wenn das keine Verleugnung der Lehre ist, was dann?
    Vatikanum 2 führt in die Apostasie, also kann es kein gültiges Konzil der katholischen Kirche gewesen sein, obwohl Papst Paul VI. es absegnete und als Äußerung des feierlichen Lehramts deklarierte, und so alle Päpste nach ihm.
    Wie kann das Konzil in Kontinuität zur katholischen Lehre stehen, wenn Kardinal Léon-Joseph Suenens es als „französische Revolution in der Kirche“ und Kardinal Yves Congar es mit der Oktoberrevolution 1917 in Russland verglich? Kardinal Ratzinger selbst hat sich übrigens ähnlich geäußert.
    Das Beten zum Gott Mohammeds ist keine Erfindung von Papst Franziskus. Papst Johannes Paul II. hat es vorgemacht und Papst Benedikt ist ihm darin gefolgt.

Comments are closed.