Die Synode und das ordentliche Lehramt der Kirche – Neo-Modernisten stellen Wahrheit über Lehramt auf den Kopf

Was kann Anspruch auf Unfehlbarkeit erheben, was nicht?
Was kann Anspruch auf Unfehlbarkeit erheben, was nicht?

von Roberto de Mattei*

(Rom) Während die Synode von 2015 sich problembeladen und unvorhersehbar nähert, liegt eine grundsätzliche Frage auf dem Tisch. Welche Autorität haben kirchliche Dokumente, die vom ordentlichen Lehramt eines Papstes oder einer Synode hervorgebracht werden können?

Die Progressisten, oder vielleicht besser Neo-Modernisten schreiben allen Handlungen des derzeitigen Papstes unfehlbaren Charakter zu und ebenso den Ergebnissen der kommenden Synode, welche immer es sein mögen. Diesen Akten, so sagen sie, ist zu gehorchen, weil – wie im Falle des Zweiten Vatikanischen Konzils – der Papst und die mit ihm verbundenen Bischöfe nicht irren können. Andererseits leugnen dieselben Progressisten den unfehlbaren Charakter der Inhalte der Enzyklika Humanae vitae von Paul VI. und behaupten, daß die traditionelle Ehemoral aktualisiert werden müsse, indem sie den „gelebten Überzeugungen“ jener Katholiken angepaßt wird, die künstliche Verhütung, künstliche Befruchtung und außereheliches Zusammenleben praktizieren.

Neo-Modernisten versuchen Glaubenswahrheit über das Lehramt auf den Kopf zu stellen

Im ersteren Fall scheinen sie die Unfehlbarkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramtes zu behaupten, das sie mit dem Lehramt des Papstes und der Bischöfe seit dem Zweiten Vaticanum gleichsetzen. Im zweiten Fall leugnen sie hingegen das wirkliche Verständnis der Unfehlbarkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramtes, das in der Überlieferung der Kirche zum Ausdruck kommt nach der bekannten Formel von Vinzenz von Lérins: quod semper, quod ubique, quod ab omnibus.

Damit wird offenkundig die Glaubenswahrheit über das kirchliche Lehramt auf den Kopf gestellt. Die Lehre der Kirche besagt nämlich, daß der Papst, wenn er alleine oder in Einheit mit den Bischöfen ex cathedra spricht, mit Sicherheit unfehlbar ist. Damit eine Verlautbarung aber ex cathedra erfolgt, müssen einige Erfordernisse gegeben sein: 1) er muß als Papst und Hirte der Weltkirche sprechen; 2) das Thema, zu dem er sich äußert, muß den Glauben oder die Sitten betreffen; 3) zur Sache muß er ein feierliches und endgültiges Urteil aussprechen mit der Absicht, alle Gläubigen zu verpflichten.

Es ist allerdings hinzuzufügen, daß sich die Unfehlbarkeit der Kirche nicht auf den Ausnahmefall beschränkt, in dem der Papst allein oder in Einheit mit den Bischöfen ex cathedra spricht, sondern auch das ordentliche allgemeine Lehramt umfaßt.

Um diesen Punkt zu erklären, lohnt es, eine Veröffentlichung von Pater Marcelino Zalba (1908-2009) über „Die Unfehlbarkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramtes und die Verhütung“ heranzuziehen, die in der Ausgabe Januar-März 1979 der Zeitschrift Renovatio (S. 79-90) von Kardinal Giuiseppe Siri erschienen ist.

Lehre von Humanae vitae kann Unfehlbarkeitscharakter beanspruchen

Der Autor, einer der sichersten Moraltheologen seiner Zeit, erinnerte daran, daß zwei andere bekannte amerikanische Theologen, John C. Ford und Gerald Kelly, 1963, und damit genau fünf Jahr vor der Verkündung der Enzyklika Humanae vitae von Paul VI., den Grad der Gewißheit und der Wahrheit studierten, der im theologischen Bereich der überlieferten katholischen Lehre in Sachen intrinsischer und schwerwiegender Amoralität der Verhütung zuzuschreiben ist (John C. Ford SJ/Gerald Kelly SJ: Contemprary Moral Theology, Bd. 2: Marriage Questions, Newman, Westminster 1964, S. 263-271). Laut den beiden Jesuitentheologen handelte es sich dabei um eine Lehre, die für das Verhalten der Gläubigen als normativ bindend zu betrachten ist. Es wäre in der Tat undenkbar, daß die vom Heiligen Geist zur Bewahrung der Lehre und der Moral des Evangeliums unterstützte katholische Kirche in zahlreichen Stellungnahmen ausdrücklich festgestellt hätte, daß verhütende Handlungen eine objektive Verletzung des Gottesgesetzes sind, wenn dem nicht wirklich so wäre. Mit einer irrigen Stellungnahme wäre die Kirche Ursache für unzählige Todsünden gewesen und hätte damit die Verheißung des göttlichen Beistandes durch Jesus Christus widerlegt.

Einer der beiden Moraltheologen, Pater Ford, vertiefte in Zusammenarbeit mit dem Philosophen Germain Grisez dieses Problem in einer weiteren Schrift: „Contraception and the Infallibility of the Ordinary Magisterium“ (Theological Studies, 39, 1978, S. 258-312). Sie kamen zum Schluß, daß die Lehre von Humanae vitae als unfehlbar verkündet betrachtet werden kann, nicht wegen des formalen Aktes der Verkündigung (der weniger feierlich und kategorisch war als zum Beispiel jener von Casti Connubii von Pius XI.), sondern weil sie das ordentliche allgemeine Lehramt der Päpste und der Bischöfe des Erdkreises bestätigte. Obwohl nicht an sich unfehlbar, ist Humanae vitae unfehlbar geworden, indem sie die Verhütung verurteilte und damit eine immer vom ordentlichen allgemeinen Lehramt der Kirche vertretene Lehre bekräftigte.

Die Konstitution Dei Filius des Ersten Vatikanischen Konzils legte im dritten Kapitel fest, daß es Wahrheiten geben kann, die mit göttlichem und katholischem Glauben geglaubt werden müssen, ohne daß es einen feierlichen Lehrentscheid braucht, da sie durch Ausübung des ordentlichen allgemeinen Lehramtes der Kirche bereits ausgedrückt wurden. Die notwendigen Voraussetzungen für die Unfehlbarkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramtes sind also, daß es sich um eine Lehre handelt, die den Glauben oder die Moral betrifft, die in wiederholten Erklärungen der Päpste und der Bischöfe mit Autorität, unzweifelhaft und verbindlich gelehrt wurde.

„Allgemein“ meint absolut in Raum und Zeit

Das Wort allgemein, für universal, ist nicht nur im synchronen Sinn zu verstehen, als weltweit gültig, aber auf eine bestimmte historischen Epoche beschränkt, sondern im diachronen Sinn als zeitloser Kontinuität, um den Konsens auszudrücken, der alle Epochen der Kirche umfaßt (Joseph Kardinal Ratzinger: Lehramtliche Stellungnahme zur Professio fidei vom 29. Juni 1998, Anmerkung 17). Im konkreten Fall der Geburtenregelung verurteilte die Kirche seit dem 3. Jahrhundert künstliche Methoden. Als Anfang des 20. Jahrhunderts dieses Problem erneut auftrat, verkündeten die Erklärungen der Bischöfe in Einheit mit dem Papst immer die endgültige und verbindliche Lehre der Kirche, daß die künstliche Verhütung eine Todsünde ist. Die ausdrücklichen Erklärungen von Pius XI., Pius XII. und aller ihrer Nachfolger bekräftigten die überlieferte Lehre. Paul VI. bestätigte in Humanae vitae diese Lehren des ordentlichen Lehramtes, „die ihre Grundlage im natürlichen Sittengesetz haben, das durch die göttliche Offenbarung erhellt und bereichert wird“ (Humanae vitae, 4) und verwarf die Folgerungen des päpstlichen Ausschusses, der dieses Problem studiert hatte, weil sie „von der Ehemoral, wie sie vom kirchlichen Lehramt bestimmt und beständig vorgelegt wurde, abwichen“ (Humanae vitae, 6).

Lehre zur künstlichen Verhütung auf künstliche Befruchtung, wilde Ehre und wiederverheiratet Geschiedene übertragbar

Die Position, die Pater Zalba, Pater Kelly, Pater Ford und Professor Grisez zur künstlichen Verhütung erarbeitet haben, kann ebenso auf die künstliche Befruchtung, die wilden Ehen und die wiederverheiratet Geschiedenen ausgedehnt werden. Auch ohne feierliche Lehrentscheide der Kirche zu diesen moralischen Problemen, hat sich das ordentliche allgemeine Lehramt der Kirche im Laufe der Jahrhunderte dazu auf übereinstimmende, konstante und verbindliche Weise geäußert: es kann daher als unfehlbar betrachtet werden. Im Bereich der Moral kann die Praxis nie im Widerspruch mit dem sein, was das allgemeine Lehramt der Kirche endgültig festgelegt hat.

Doktrinelle Neuheiten des Zweiten Vaticanums hingegen fehlbar und unverbindlich

Ganz anders liegen die Dingen bezüglich der doktrinellen Neuheiten, die in den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils enthalten sind. In diesem Fall fehlte nicht nur eine Verkündigung ex cathedra durch den Papst in Einheit mit den Bischöfen, sondern es fehlte jeglicher dogmatischer Anspruch und jede Absicht, eine Glaubens- oder Moralwahrheit zu definieren und von den Gläubigen eine verbindliche Zustimmung zu verlangen. Unfehlbar kann in jenen Dokumenten nur die eine oder andere Passage sein, in denen die immerwährende Lehre der Kirche bekräftigt wird. Katholisch, das heißt universal, ist nicht das, was in einem bestimmten Moment „an jedem Ort“ von allen geglaubt wird, wie es auf einem Konzil oder einer Synode der Fall sein kann, sondern das, was schon immer und überall von allen zweifelsfrei und widerspruchsfrei geglaubt wurde. Die hermeneutische Debatte über die Neuheiten in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils, die noch im Gange ist, bestätigt deren provisorischen und diskutablen Charakter, der in keiner Weise verbindlich ist.

Wie aber kann jemand blinden und bedingungslosen Gehorsam für die fehlbaren Neuheiten des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Bischofssynode über die Familie einfordern, der gleichzeitig für sich in Anspruch nimmt, den unfehlbaren Lehren des ordentlichen allgemeinen Lehramtes der Kirche in Sachen Ehemoral zu widersprechen?

.

*Roberto de Mattei, Historiker, Vater von fünf Kindern, Professor für Neuere Geschichte und Geschichte des Christentums an der Europäischen Universität Rom, Vorsitzender der Stiftung Lepanto, Schriftleiter der Monatszeitschrift Radici Cristiane und der Online-Nachrichtenagentur Corrispondenza Romana, von 2003 bis 2011 stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Forschungsrats von Italien, Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschienen: Vicario di Cristo. Il primato di Pietro tra normalità ed eccezione (Stellvertreter Christi. Der Primat des Petrus zwischen Normalität und Ausnahme), Verona 2013; in deutscher Übersetzung zuletzt: Das Zweite Vatikanische Konzil – eine bislang ungeschriebene Geschichte, Ruppichteroth 2011; Die Türkei in Europa – Gewinn oder Katastrophe?, Gräfelfing 2010; Plinio Corrêa de Oliveira – Der Kreuzritter des 20. Jahrhunderts, Wien 2004.

.

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht
Jupp
Lieber Leser, liebe Leserin, die Angriffe und die Intoleranz gegen unseren katholischen Glauben und gegen die katholische Kirche in Deutschland und Europa haben in den letzten Jahren ein bedrohliches Ausmaß erreicht. • In der Öffentlichkeit wird unfair und oft hetzend und mit Hass über unsere Kirche berichtet. • Unbequemen Wahrheiten der Kirche wird mit Feindseligkeit begegnet, insbesondere gegenüber der Familien- und Sexualmoral. • Mit Gotteslästerungen werden die Kirche, ihre Amtsträger und Symbole herabgesetzt und verspottet. Unser „Herz-Jesu-Apostolat“ muss an Teilnehmern wachsen, damit wir uns effektiv gegen diese Angriffe einsetzen können! Das Ziel und die Absichten dieser Attacken sind klar: Die… weiter lesen »
Jupp
Nein, auch katholische Kreise polemisieren und Hetzen laufend gegen die Lehre der Kirche: • Die Gruppe „Wir sind Kirche“ wettert seit Jahren gegen die katholische Ehe- und Familienlehre und bedauert eine „katastrophale Weltferne und Unbeweglichkeit der kirchlichen Lehre“. • Mitte Dezember 2013 forderten 17 Theologieprofessoren ein „Umdenken der katholischen Kirche bei Sexualmoral und Familie“. Die christliche Moralverkündigung müsse auch „die vielen Erscheinungsformen des Sexuellen außerhalb der Ehe“ zum Thema machen. • Im Januar 2014 proklamierte der Freiburger Diözesanverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend: „Katholische Jugendverbände sind für die Förderung der Akzeptanz sexueller Vielfalt“. Folgendes wird klar: Personen und Gruppen,… weiter lesen »
Franzel

Danke für Ihre Informationen sehr geehrter Paul Herzog von Oldenburg. Ich werde mich da gerne beteiligen.

Traditionstreuer

Ich glaube, Leser „Jupp“ ist mit seiner Durchlaucht nicht identisch.
Er zitiert den Herzog von Oldenburg nur.

Fides
Nun da ich nicht in Deutschland wohne, wäre es schön, wenn diese Initiative sich zu einer Initiative des christlichen Abendlandes entfalten würde. Nicht eine Pegida, sondern mit einem X über dem P. Das Schlimme ist ja die Provokation, die durch die Haltung der Prälaten selbst hervorgerufen wird. Pfarrer Martone von Brig, Bischofssprecher Bistum Sitten, möchte ich hier speziell erwähnen, wenn er sagt: „Mit dieser Bischofssynode ist ein Weg begonnen worden, der das weiterführen will, was das zweite Vatikanische Konzil schon vor 50 Jahren festgestellt hat, dass die Gesamtheit der Gläubigen im Glauben nicht irren kann.“ Das ist eine horrende Lüge.… weiter lesen »
Jupp

Der Jupp hat den Text einfach nur reingesetzt.
Paul Herzog von Oldenburg kenne ich persönlich nicht.
Denke mal wenn sich jemand für eine gute Sache einsetzt, sollte man ihn auch unterstützen.
gruss, Jupp

magda

wir werden das Eine tun, ohne das Andere zu lassen. Dies nur in Bezug auf die Pegida, denn auch sie ist sehr wichtig.

Franzel

Man kann wohl zu recht sagen, daß in Bezug auf das Geschilderte eine feindliche Übernahme stattfand oder immer noch (bis heute) stattfindet. Man will tatsächlich die Kirche von den Füßen auf den Kopf stellen.
Kardinäle wie Kasper hatten offenkundig ihr ganzes Leben auch nichts anderes im Sinne.

Galilei
„Die Progressisten, oder vielleicht besser Neo-Modernisten schreiben allen Handlungen des derzeitigen Papstes unfehlbaren Charakter zu…“ – welch schwachsinnige Behauptung! Ich möchte wissen, wer tatsächlich damit gemeint ist. Die Unfehlbarkeit ist klar durch das 1. Vatikanum definiert. Ausgeübt wurde sie seither 2x – bei der Verkündigung der beiden Mariendogmen. Das 2. Vatikanum lehrt, dass die „Gläubigen mit einem im Namen Christi vorgetragenen Spruch übereinkommen müssen und ihm mit religiös gegründetem Gehorsam anhangen sollen“. Keine Rede von Unfehlbarkeit. Also sind weder die Aussagen von Humanae vitae noch die Aussagen von Papst Franziskus noch die Aussagen sonstiger Päpste wie z.B. Pius X. unfehlbar!… weiter lesen »
zeitschnur

Es ist nur ein Mariendogma – das andere war vor dem Vaticanum I.

michael
Hallo „Jupp“ vielen Dank fuer Ihre mutige Initiative. Ich bete und hoffe fuer Sie, das es wenigstens kleine Erfolge gibt. Ich kaempfe den Kampf schon seit ca. 35 Jahren, ausgehend von der Wieder Einsetzung der Tridentinischen Messe in der Kirche gegen den sakrilegischen NOM. Der Widerstand innerhalb der Kirche war am groessten und infamsten (Bist. Limburg/Mainz!!!!) Als ich dann den Weg zur FSSPX gefunden habe, wurde mir klar, das es nicht nur die hl. Messe ist, die am Boden liegt, sondern uns hier in Deutschland, der Glauben systematisch ausgetrieben wurde. Da uns Papst Franz mit islamischen Fundamentalisten gleichsetzt, ist aus… weiter lesen »
defendor
Auszug aus „Grundriss der Dogmatik“ von Ludwig Ott, der auch die Aussagen von di Mattei über „Humanae Vitae“ stützt (+): - „Das Erste Vatikanische Konzil, das die päpstliche Unfehlbarkeit mit dem Konzilsdekret „Pastor Aeternus“ 1870 dogmatisch feststellte, definiert sie wie folgt: „Wenn der römische Bischof „ex cathedra“ spricht, dass heisst, wenn er in Ausübung seines Amtes als Hirt und Lehrer aller Christen kraft seiner höchsten apostolischen Autorität entscheidet, dass eine Glaubens- oder Sittenlehre von der gesamten Kirche festzuhalten ist, dann besitzt er mittels des ihm im seligen Petrus verheissenen jene Unfehlbarkeit, mit welcher der göttliche Erlöser seine Kirche bei der… weiter lesen »
Markus
„Diesen Akten, so sagen sie, ist zu gehorchen, weil – wie im Falle des Zweiten Vatikanischen Konzils – der Papst und die mit ihm verbundenen Bischöfe nicht irren können.“ Wie anmaßend kann man eigentlich sein. Was sind Papst und Bischöfe? Menschen. Können Menschen irren? Ja. Sind Menschen grundsätzlich makellos? Nein. Freilich gibt es einige, wenige Menschen, die makellos waren. Allen voran die heilige Jungfrau Maria. Grundsätzlich gilt dies aber nicht und ich bin überzeugt davon, dass nur die wenigsten Päpste und Bischöfe wirklich makellos waren bzw. sind. Ein Mensch bleibt Mensch, auch wenn er die Bischofsweihe empfängt und zum Papst… weiter lesen »
Ultramontanus

Heißt das, dass sie gegen die Unfehlbarkeit des Papstes sind?

Was würden Sie gemäss Ihrer Argumentation machen, wenn Franziskus jetzt (was Gott verhüten möge…) ex cathedra ein weiteres Dogma verkünden würde, etwa das von manchen gewünschte über die Corredemptrix Maria???

Markus
Was bedeutet Unfehlbarkeit? Das ist die grundsätzliche Frage, die man sich zuvor zu stellen hat. In den Augen der sekularen Welt sind damit alle Handlungen und Äußerungen des Papstes gemeint. In Wirklichkeit ist der Papst aber nur dann unfehlbar, wenn er Ex Cathedra spricht. Wann aber darf ein Papst Ex Cathedra sprechen. Die Vorraussetzungen dafür sind oben im Text festgehalten: „1) er muß als Papst und Hirte der Weltkirche sprechen; 2) das Thema, zu dem er sich äußert, muß den Glauben oder die Sitten betreffen; 3) zur Sache muß er ein feierliches und endgültiges Urteil aussprechen mit der Absicht, alle… weiter lesen »
sina

Diesbezüglich besteht wohl keine „Gefahr“ – will heißen. dieses Dogma verkündet er sicherlich nicht! Wird wohl ein Anderer tun…

michael
@Markus Ihre Definition der Unfehlbarkeit erstaunt, ist sie doch die genaue Wiedergabe der protestantisch antikirchlichen Position. Natuerlich ist niemand unfehlbar, aber das sagt das Dogma auch nicht. Zum x-ten Mal, die Unfehlbarkeit bedeutet nur, das der Papst in Glaubens- und Sittenfragen, so sie denn mit der kath. Lehre uebereinstimmen, das letzte Wort hat, eine „Letztentscheidungsvollmacht“ sozusagen. Es geht und ging niemals um etwas anderes, wie uns alle Kirchenfeinde glauben machen wollen. Genauso mit der allerheiligsten Muttergottes, sie bezieht alle Ehren, Wuerden bis hin zur dogmatisch definierten Jungfrauengeburt nicht aus sich selbst, sonder einzig und allein aus dem Wunder der Christustraegerschaft.… weiter lesen »
Markus

Geehrter Michael,
genau das habe ich doch geschrieben. Es täte Ihnen gut, mal besser zu lesen, bevor Sie andere kritisieren.
Per Mariam ad Christum.

zeitschnur
Wozu ein ständiger „Stellvertreter Christi“, wenn man prinzipiell – außer in den extrem seltenen ex cathedra-Entscheidungen – von der Fehlbarkeit seiner Entscheidungen ausgehen darf? Die meisten Kommentare verbreiten hier Neoprotestantismus aus katholischer Not. Aber lassen wir doch mal – anstatt uns auf dogmatische Lehrbücher, die wirklich untergeordnet und fehlbar sind! – zur Abwechslung mal das Lehramt selbst sprechen: Leo XIII. „Was nun die Reichweite dieses Gehorsams angeht, so soll sich niemand einreden, man brauche den Oberhirten der Kirche und besonders dem Römischen Papst nur bezüglich jener Glaubenslehren zu gehorchen, deren hartnäckige Verwerfung das Vergehen des Irrglaubens ausmacht. Ebenso wenig genügt… weiter lesen »
ein besorgter Christ

Ich denke man begreift eher was der Papst ist, wenn man klar hat, er ist als Stellvertreter Christi sowas wie ein Platzhalter, ein Statthalter.
Es ist genau nicht Anarchie pur,. sondern sehr weise eingerichtet, dass der Papst nur genau dann unfehlbar ist, wenn er ex cathedra spricht und wenn er das verkehrt tut, eben genau nicht mehr Papst ist, wie Markus das gut erklärt hat.

zeitschnur
Sie haben das denkerische Problem nicht verstanden: es geht nicht drum, ob ein Papst immer fehlbar oder unfehlbar ist, sondern darum, dass er als Stellvertreter, der dem Herrn ganz und gehorsam ist (und nur das erlaubt ihm, Stellvertreter zu sein – andernfalls ist er es nicht), nicht etwas von sich geben kann, was im Gegensatz zu Christus steht! Ein rechtmäßiger Papst mag Zeitbedingtes oder Vorläufiges sagen – das ist aber deshalb noch nicht „irrtümlich“. Es geht um das „Fehlbarsein“ im Sinne des regelrechten Irrens gegenüber Christus. Der Papst ist immerhin der „Lehrstuhl der Weisheit“, also der Hl. Geist lehrt über… weiter lesen »
Traditionstreuer

Traditionalistische Neoprotestantin sind in erster Linie SIE, wie man seit Monaten an ihren biblizistischen Begründungen feststellen muss.

Markus
Geehrte Frau Zeitschnur, Ihr Kommentar hört sich so an, als ob vom Papst grundsätzlich nichts falsches von sich geben kann. Sie selbst sparen aber nicht an Kritik an allen nachkonziliaren Päpsten, teilweise auch, wenn ich mich recht entsinne, an den vorkonziliaren. Ist nun beispielsweise der Korankuss, den der Papst und damit der „Lehrstuhl der Weisheit“ getätigt wurde, richtig oder falsch? Andererseits schreiben Sie, dass der Papst „als Stellvertreter, der dem Herrn ganz und gehorsam ist (und nur das erlaubt ihm, Stellvertreter zu sein – andernfalls ist er es nicht).“ Interpretiere ich diese Aussage richtig, dass der Papst, wenn er ein… weiter lesen »
ein besorgter Christ
Irren gegen Christus bedeutet doch sündigen, und dass Päpste gesündigt haben, dass kann man wohl nicht abstreiten. Z.B Alexander VI und andere Päpste mit Geliebten, auch z.B Urban VI wegen des Anordnung grausamer Folter ihm nicht genehmer Kardinäle, so z. B Callixtus II wegen finanzieller Betrügereien und wohl noch einige andere, von denen ich nichts weiß. Luthers Fehler war der, dass er das vordergründige, also die moralische Laxheit und das übersteigerte Interesse für die Kunst der Päpste seiner Zeit gesehen hat, es wohl auch überinterpretiert hat, aber nicht dahinter gestiegen ist. Die Kirche hat die letzten 2000 Jahre überstanden nicht… weiter lesen »
zeitschnur
@ besorgter christ Alexander VI. hat privat gesündigt, seine Sünde aber nicht zur allgemeinen Norm erhoben oder lehrend vorgetragen. Er ist einer dieser Päpste, die im Prinzip als Lehramt nahezu unhörbar warn, aber andererseits auch keine Irrtümer verbreitet haben. Lehramt heißt nicht: Die Regenbogenpresse beobachtet das päpstliche Schlafzimmer und alle richten sich nach dessen Lotterleben. Lehramt heißt: der Papst lehrt in Fragen des Glaubens und der Sitten und jeder Katholik muss ihm gehorchen. Lehrt er allerdings die Kirche krasse Irrtümer, die wirklich unübersehbar im Widerspruch zu jeder Glaubensregel stehen, dann kann man einen solchen mann nicht als Papst anerkennen. Entweder… weiter lesen »
zeitschnur
@ Markus Richtig: ein Mann, der auf dem Stuhl Petri sitzt und Irrlehren verbreitet, kann nicht der Papst sein. Oder wie wollen Sie sonst den zugesagten Beistand des Hl. Geistes interpretieren? Steht der Hl Geist manchen Päpsten dann nicht bei? Und warum nicht ihnen, anderen aber schon? Das ergibt doch keinen Sinn – ich behaupte ja nicht, dass Päpste sündlos sind (wie das @ besorgter christ immer wieder durcheinander wirft!) und nicht im Vorläufigen steckenbleiben können – aber wenn er ausdrücklich unter Bezugnahme auf seine Autorität lehrt, dann kann ich das nicht annehmen, ohne mich in eine Schizophrenie zu verstricken.… weiter lesen »
ein besorgter Christ

also der aktuelle Papst, der uns alle so nervt, der lehrt aber definitiv nichts.
All diese päpstlichen Perlen und Gestern und Reden udn Ernennungen udn Telefonate, die so auf uns kommen sind definitiv nicht „Ausübung des Lehramtes“.

Franzel
Ich meine, man muß den Papst als Papst formell anerkennen. Das bedeutet nicht, sich innerlich mit ihm zu solidarisieren @zeitschnur. Die formale Anerkennung ist gerade doch auch die Voraussetzung auch für Kritik. Wenn das nicht so wäre, daß man zumindest den Papst mit den Lippen anerkennen würde, wäre das Papstamt an und für sich beschädigt- auch für den Nachfolger beschädigt. Man kann sich seine Vorgesetzten, egal wo, nicht aussuchen und muß sie akzeptieren. Man muß ja auch den Staat und seine Gesetze akzeptieren, die Gesetze in einerm Betrieb oder einer Firma usw. Man muß auch die obersten Personen im Staat… weiter lesen »
Marlene

Immer wieder sehr differenziert. 100%ige Zustimmung.
So gültig gewählt. Für die Gegenbehauptung bedarf es stichfester Beweise. Wenn diese eines Tages auf dem Tisch liegen und alle Restzweifel und Bedenken bis ins letzte geprüft und beseitigt sind, dann können Sie sich sicher sein, dass eine Person furchtlos nach Rom schreitet…

Agricola
Lieber @Franzel, Sie schreiben: // Ich meine, man muß den Papst als Papst formell anerkennen. // Ich frage, was, wenn der Papst Papst ist, seine ihm eingeprägte Autorität aber nicht ausüben will? Welche Konsequenzen hat das also bezüglich der Lehrgewalt, wenn der Vorgesetzte kein Vorgesetzter mehr sein will? Wie steht es eigentlich vor diesem Hintergrund um die Tiara: Wenn die Tiara mehr ist als ein Symbol, dann wird das von @zeitschnur genannte entscheidende Datum 1958 vielleicht doch erst mit 1963/64 relevant. Vgl. Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Tiara : // „Die Übergabeformel bei der Krönung mit der Tiara entstand nach 1560. Sie lautet übersetzt:… weiter lesen »
wpDiscuz