Die Synode und das ordentliche Lehramt der Kirche – Neo-Modernisten stellen Wahrheit über Lehramt auf den Kopf

Was kann Anspruch auf Unfehlbarkeit erheben, was nicht?
Was kann Anspruch auf Unfehlbarkeit erheben, was nicht?

von Roberto de Mattei*

(Rom) Während die Synode von 2015 sich problembeladen und unvorhersehbar nähert, liegt eine grundsätzliche Frage auf dem Tisch. Welche Autorität haben kirchliche Dokumente, die vom ordentlichen Lehramt eines Papstes oder einer Synode hervorgebracht werden können?

Die Progressisten, oder vielleicht besser Neo-Modernisten schreiben allen Handlungen des derzeitigen Papstes unfehlbaren Charakter zu und ebenso den Ergebnissen der kommenden Synode, welche immer es sein mögen. Diesen Akten, so sagen sie, ist zu gehorchen, weil – wie im Falle des Zweiten Vatikanischen Konzils – der Papst und die mit ihm verbundenen Bischöfe nicht irren können. Andererseits leugnen dieselben Progressisten den unfehlbaren Charakter der Inhalte der Enzyklika Humanae vitae von Paul VI. und behaupten, daß die traditionelle Ehemoral aktualisiert werden müsse, indem sie den „gelebten Überzeugungen“ jener Katholiken angepaßt wird, die künstliche Verhütung, künstliche Befruchtung und außereheliches Zusammenleben praktizieren.

Neo-Modernisten versuchen Glaubenswahrheit über das Lehramt auf den Kopf zu stellen

Im ersteren Fall scheinen sie die Unfehlbarkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramtes zu behaupten, das sie mit dem Lehramt des Papstes und der Bischöfe seit dem Zweiten Vaticanum gleichsetzen. Im zweiten Fall leugnen sie hingegen das wirkliche Verständnis der Unfehlbarkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramtes, das in der Überlieferung der Kirche zum Ausdruck kommt nach der bekannten Formel von Vinzenz von Lérins: quod semper, quod ubique, quod ab omnibus.

Damit wird offenkundig die Glaubenswahrheit über das kirchliche Lehramt auf den Kopf gestellt. Die Lehre der Kirche besagt nämlich, daß der Papst, wenn er alleine oder in Einheit mit den Bischöfen ex cathedra spricht, mit Sicherheit unfehlbar ist. Damit eine Verlautbarung aber ex cathedra erfolgt, müssen einige Erfordernisse gegeben sein: 1) er muß als Papst und Hirte der Weltkirche sprechen; 2) das Thema, zu dem er sich äußert, muß den Glauben oder die Sitten betreffen; 3) zur Sache muß er ein feierliches und endgültiges Urteil aussprechen mit der Absicht, alle Gläubigen zu verpflichten.

Es ist allerdings hinzuzufügen, daß sich die Unfehlbarkeit der Kirche nicht auf den Ausnahmefall beschränkt, in dem der Papst allein oder in Einheit mit den Bischöfen ex cathedra spricht, sondern auch das ordentliche allgemeine Lehramt umfaßt.

Um diesen Punkt zu erklären, lohnt es, eine Veröffentlichung von Pater Marcelino Zalba (1908-2009) über „Die Unfehlbarkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramtes und die Verhütung“ heranzuziehen, die in der Ausgabe Januar-März 1979 der Zeitschrift Renovatio (S. 79-90) von Kardinal Giuiseppe Siri erschienen ist.

Lehre von Humanae vitae kann Unfehlbarkeitscharakter beanspruchen

Der Autor, einer der sichersten Moraltheologen seiner Zeit, erinnerte daran, daß zwei andere bekannte amerikanische Theologen, John C. Ford und Gerald Kelly, 1963, und damit genau fünf Jahr vor der Verkündung der Enzyklika Humanae vitae von Paul VI., den Grad der Gewißheit und der Wahrheit studierten, der im theologischen Bereich der überlieferten katholischen Lehre in Sachen intrinsischer und schwerwiegender Amoralität der Verhütung zuzuschreiben ist (John C. Ford SJ/Gerald Kelly SJ: Contemprary Moral Theology, Bd. 2: Marriage Questions, Newman, Westminster 1964, S. 263-271). Laut den beiden Jesuitentheologen handelte es sich dabei um eine Lehre, die für das Verhalten der Gläubigen als normativ bindend zu betrachten ist. Es wäre in der Tat undenkbar, daß die vom Heiligen Geist zur Bewahrung der Lehre und der Moral des Evangeliums unterstützte katholische Kirche in zahlreichen Stellungnahmen ausdrücklich festgestellt hätte, daß verhütende Handlungen eine objektive Verletzung des Gottesgesetzes sind, wenn dem nicht wirklich so wäre. Mit einer irrigen Stellungnahme wäre die Kirche Ursache für unzählige Todsünden gewesen und hätte damit die Verheißung des göttlichen Beistandes durch Jesus Christus widerlegt.

Einer der beiden Moraltheologen, Pater Ford, vertiefte in Zusammenarbeit mit dem Philosophen Germain Grisez dieses Problem in einer weiteren Schrift: „Contraception and the Infallibility of the Ordinary Magisterium“ (Theological Studies, 39, 1978, S. 258-312). Sie kamen zum Schluß, daß die Lehre von Humanae vitae als unfehlbar verkündet betrachtet werden kann, nicht wegen des formalen Aktes der Verkündigung (der weniger feierlich und kategorisch war als zum Beispiel jener von Casti Connubii von Pius XI.), sondern weil sie das ordentliche allgemeine Lehramt der Päpste und der Bischöfe des Erdkreises bestätigte. Obwohl nicht an sich unfehlbar, ist Humanae vitae unfehlbar geworden, indem sie die Verhütung verurteilte und damit eine immer vom ordentlichen allgemeinen Lehramt der Kirche vertretene Lehre bekräftigte.

Die Konstitution Dei Filius des Ersten Vatikanischen Konzils legte im dritten Kapitel fest, daß es Wahrheiten geben kann, die mit göttlichem und katholischem Glauben geglaubt werden müssen, ohne daß es einen feierlichen Lehrentscheid braucht, da sie durch Ausübung des ordentlichen allgemeinen Lehramtes der Kirche bereits ausgedrückt wurden. Die notwendigen Voraussetzungen für die Unfehlbarkeit des ordentlichen allgemeinen Lehramtes sind also, daß es sich um eine Lehre handelt, die den Glauben oder die Moral betrifft, die in wiederholten Erklärungen der Päpste und der Bischöfe mit Autorität, unzweifelhaft und verbindlich gelehrt wurde.

„Allgemein“ meint absolut in Raum und Zeit

Das Wort allgemein, für universal, ist nicht nur im synchronen Sinn zu verstehen, als weltweit gültig, aber auf eine bestimmte historischen Epoche beschränkt, sondern im diachronen Sinn als zeitloser Kontinuität, um den Konsens auszudrücken, der alle Epochen der Kirche umfaßt (Joseph Kardinal Ratzinger: Lehramtliche Stellungnahme zur Professio fidei vom 29. Juni 1998, Anmerkung 17). Im konkreten Fall der Geburtenregelung verurteilte die Kirche seit dem 3. Jahrhundert künstliche Methoden. Als Anfang des 20. Jahrhunderts dieses Problem erneut auftrat, verkündeten die Erklärungen der Bischöfe in Einheit mit dem Papst immer die endgültige und verbindliche Lehre der Kirche, daß die künstliche Verhütung eine Todsünde ist. Die ausdrücklichen Erklärungen von Pius XI., Pius XII. und aller ihrer Nachfolger bekräftigten die überlieferte Lehre. Paul VI. bestätigte in Humanae vitae diese Lehren des ordentlichen Lehramtes, „die ihre Grundlage im natürlichen Sittengesetz haben, das durch die göttliche Offenbarung erhellt und bereichert wird“ (Humanae vitae, 4) und verwarf die Folgerungen des päpstlichen Ausschusses, der dieses Problem studiert hatte, weil sie „von der Ehemoral, wie sie vom kirchlichen Lehramt bestimmt und beständig vorgelegt wurde, abwichen“ (Humanae vitae, 6).

Lehre zur künstlichen Verhütung auf künstliche Befruchtung, wilde Ehre und wiederverheiratet Geschiedene übertragbar

Die Position, die Pater Zalba, Pater Kelly, Pater Ford und Professor Grisez zur künstlichen Verhütung erarbeitet haben, kann ebenso auf die künstliche Befruchtung, die wilden Ehen und die wiederverheiratet Geschiedenen ausgedehnt werden. Auch ohne feierliche Lehrentscheide der Kirche zu diesen moralischen Problemen, hat sich das ordentliche allgemeine Lehramt der Kirche im Laufe der Jahrhunderte dazu auf übereinstimmende, konstante und verbindliche Weise geäußert: es kann daher als unfehlbar betrachtet werden. Im Bereich der Moral kann die Praxis nie im Widerspruch mit dem sein, was das allgemeine Lehramt der Kirche endgültig festgelegt hat.

Doktrinelle Neuheiten des Zweiten Vaticanums hingegen fehlbar und unverbindlich

Ganz anders liegen die Dingen bezüglich der doktrinellen Neuheiten, die in den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils enthalten sind. In diesem Fall fehlte nicht nur eine Verkündigung ex cathedra durch den Papst in Einheit mit den Bischöfen, sondern es fehlte jeglicher dogmatischer Anspruch und jede Absicht, eine Glaubens- oder Moralwahrheit zu definieren und von den Gläubigen eine verbindliche Zustimmung zu verlangen. Unfehlbar kann in jenen Dokumenten nur die eine oder andere Passage sein, in denen die immerwährende Lehre der Kirche bekräftigt wird. Katholisch, das heißt universal, ist nicht das, was in einem bestimmten Moment „an jedem Ort“ von allen geglaubt wird, wie es auf einem Konzil oder einer Synode der Fall sein kann, sondern das, was schon immer und überall von allen zweifelsfrei und widerspruchsfrei geglaubt wurde. Die hermeneutische Debatte über die Neuheiten in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils, die noch im Gange ist, bestätigt deren provisorischen und diskutablen Charakter, der in keiner Weise verbindlich ist.

Wie aber kann jemand blinden und bedingungslosen Gehorsam für die fehlbaren Neuheiten des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Bischofssynode über die Familie einfordern, der gleichzeitig für sich in Anspruch nimmt, den unfehlbaren Lehren des ordentlichen allgemeinen Lehramtes der Kirche in Sachen Ehemoral zu widersprechen?

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*Roberto de Mattei, Historiker, Vater von fünf Kindern, Professor für Neuere Geschichte und Geschichte des Christentums an der Europäischen Universität Rom, Vorsitzender der Stiftung Lepanto, Schriftleiter der Monatszeitschrift Radici Cristiane und der Online-Nachrichtenagentur Corrispondenza Romana, von 2003 bis 2011 stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Forschungsrats von Italien, Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschienen: Vicario di Cristo. Il primato di Pietro tra normalità ed eccezione (Stellvertreter Christi. Der Primat des Petrus zwischen Normalität und Ausnahme), Verona 2013; in deutscher Übersetzung zuletzt: Das Zweite Vatikanische Konzil – eine bislang ungeschriebene Geschichte, Ruppichteroth 2011; Die Türkei in Europa – Gewinn oder Katastrophe?, Gräfelfing 2010; Plinio Corrêa de Oliveira – Der Kreuzritter des 20. Jahrhunderts, Wien 2004.

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Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana

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30 Comments

  1. Lieber Leser, liebe Leserin,
    die Angriffe und die Intoleranz gegen unseren katholischen Glauben und gegen die katholische Kirche in Deutschland und Europa haben in den letzten Jahren ein bedrohliches Ausmaß erreicht.
    • In der Öffentlichkeit wird unfair und oft hetzend und mit Hass über unsere Kirche berichtet.
    • Unbequemen Wahrheiten der Kirche wird mit Feindseligkeit begegnet, insbesondere gegenüber der Familien- und Sexualmoral.
    • Mit Gotteslästerungen werden die Kirche, ihre Amtsträger und Symbole herabgesetzt und verspottet.
    Unser „Herz-Jesu-Apostolat“ muss an Teilnehmern wachsen, damit wir uns effektiv gegen diese Angriffe einsetzen können!
    Das Ziel und die Absichten dieser Attacken sind klar: Die katholische Kirche soll ihr Ansehen verlieren, aus dem öffentlichen Leben verdrängt werden und ihr Einfluss so stark reduziert werden, dass die Botschaft Christi kaum noch vernehmbar ist.
    Ich kann nicht länger tatenlos zusehen und nehme es nicht weiter hin, dass die katholische Kirche auf diese aggressive Art und Weise behandelt wird.
    Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, eine breitangelegte Kampagne zu beginnen, um die schweigende Kirche in Deutschland gegen diesen Angriff zu mobilisieren:
    Heute möchte ich Sie bitten, unsere Aktion noch viel größer und bekannter zu machen.
    Bitte laden Sie Ihre Verwandten, Freunde und Bekannte ein, uns kennenzulernen und sich an den Internet-Initiativen des „Herz-Jesu-Apostolats für die Zukunft der Familie“ zu beteiligen:
    Verbreiten Sie bitte unseren Willkommens-Formular „Für die Verteidigung der katholischen Kirche in Deutschland!“ Klicken Sie bitte HIER.
    Wir müssen wachsen, um wirksam die Angriffe auf die katholische Kirche in Deutschland abwehren zu können.
    Diese Aktion ist eine umfassende Initiative zur Aufklärung aller Katholiken über den immer stärker werdenden aggressiven antikatholischen Hass und eine Mobilisierung für einen wirksamen Schutz unserer katholischen Kirche in Deutschland und Europa.
    Der Heiland selbst hat allen Menschen anbefohlen: „Gehet hin und lehret das Evangelium“.
    Genau diese Mission will man praktisch unmöglich machen, indem man die Kirche ununterbrochen angreift und in der Öffentlichkeit diskreditiert.
    Bitte helfen Sie mir, eine Starke Front zur Abwehr dieses Angriffs auf unsere Kirche aufzubauen, bitte nehmen Sie an dieser wichtigen Initiative teil. Klicken Sie bitte HIER.
    Bitte laden Sie Ihre Verwandten, Freunde und Bekannte ein, uns kennenzulernen und sich an den Internet-Initiativen des „Herz-Jesu-Apostolats für die Zukunft der Familie“ zu beteiligen:
    Verbreiten Sie bitte unseren Willkommens-Formular “ Für die Verteidigung der katholischen Kirche in Deutschland!“ Klicken Sie bitte HIER.
    Doch leider kommen die Angriffe auf unsere Kirche nicht nur von außerhalb.
    weiter lesen:

  2. Nein, auch katholische Kreise polemisieren und Hetzen laufend gegen die Lehre der Kirche:
    • Die Gruppe „Wir sind Kirche“ wettert seit Jahren gegen die katholische Ehe- und Familienlehre und bedauert eine „katastrophale Weltferne und Unbeweglichkeit der kirchlichen Lehre“.
    • Mitte Dezember 2013 forderten 17 Theologieprofessoren ein „Umdenken der katholischen Kirche bei Sexualmoral und Familie“. Die christliche Moralverkündigung müsse auch „die vielen Erscheinungsformen des Sexuellen außerhalb der Ehe“ zum Thema machen.
    • Im Januar 2014 proklamierte der Freiburger Diözesanverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend: „Katholische Jugendverbände sind für die Förderung der Akzeptanz sexueller Vielfalt“.
    Folgendes wird klar:
    Personen und Gruppen, die seit Jahren und Jahrzehnten nichts anderes tun, als gegen die Ehe- und Sexualmoral der katholische Kirche zu polemisieren, wittern nun Morgenluft und lassen nichts unversucht, die katholische Lehre in der Öffentlichkeit zu verdunkeln.
    Ich lasse mich davon nicht verwirren, denn ich bin überzeugt: Es gibt eine strukturelle schweigende Mehrheit von Katholiken in Deutschland.
    Diese schweigende Kirche müssen wir erreichen!
    Wir müssen die Gläubigen erreichen, die sich in der Öffentlichkeit schützend für Kirche und katholisches Lehramt einsetzen wollen.
    Wir müssen die Katholiken erreichen, die sich nicht vor der Welt und dem Teufel beugen, damit sie sich zu einer entscheidenden Kraft entwickeln, die nicht mehr bereit ist, die Attacken auf die Kirche passiv hinzunehmen.
    Deshalb meine Bitte an Sie:
    Bitte laden Sie Ihre Verwandten, Freunde und Bekannte ein, uns kennenzulernen und sich an den Internet-Initiativen des „Herz-Jesu-Apostolats für die Zukunft der Familie“ zu beteiligen:
    Verbreiten Sie bitte unseren Willkommens-Formular “ Für die Verteidigung der katholischen Kirche in Deutschland!“ Klicken Sie bitte HIER.
    Mit herzlichen Grüßen,
    in Jesus und Maria
    Paul Herzog von Oldenburg
    PS: Helfen Sie uns bitte, aktiv gegen die Angriffe auf die Kirche zu werden.
    Helfen Sie uns bitte, größer zu werden, denn nur so können wir effektiv sein.
    Bitte laden Sie Ihre Verwandten, Freunde und Bekannte ein, uns kennenzulernen und sich an den Internet-Initiativen des „Herz-Jesu-Apostolats für die Zukunft der Familie“ zu beteiligen: Klicken Sie bitte HIER
    http://www.tfp-deutschland.de/kampagne/christenhass_vir.html

      • Ich glaube, Leser „Jupp“ ist mit seiner Durchlaucht nicht identisch.
        Er zitiert den Herzog von Oldenburg nur.

    • Nun da ich nicht in Deutschland wohne, wäre es schön, wenn diese Initiative sich zu einer Initiative des christlichen Abendlandes entfalten würde. Nicht eine Pegida, sondern mit einem X über dem P. Das Schlimme ist ja die Provokation, die durch die Haltung der Prälaten selbst hervorgerufen wird. Pfarrer Martone von Brig, Bischofssprecher Bistum Sitten, möchte ich hier speziell erwähnen, wenn er sagt: „Mit dieser Bischofssynode ist ein Weg begonnen worden, der das weiterführen will, was das zweite Vatikanische Konzil schon vor 50 Jahren festgestellt hat, dass die Gesamtheit der Gläubigen im Glauben nicht irren kann.“ Das ist eine horrende Lüge. Waren denn die Gesamtheit der Gläubigen aus 1950 Jahren vor dem Konzil weder die Mehrheit noch Gläubige und hat sich sogar die Bibel geirrt, dass die 1287 Seiten bis auf die Pässlichkeit der Rosinen so flissentlich verschwiegen werden. Dies gleicht der Lüge des Materialismus, der nicht lügt, in dem was er sagt, sondern in dem was er verschweigt. Nun wir müssen für diesen Papst beten, damit sich an ihm das Christuswort an Petrus erfüllt: Simon, Simon, der Satan hat verlangt, euch im Sieb zu schütteln wie Weizen. Ich habe aber für dich gebetet, damit dein Glaube nicht wankt. Und wenn du dich bekehrt hast, stärke deine Brüder!! (Lk 22,31,32)

      Die Familiensynode und eine geänderte Pastoral hilft bei der fortschreitenden Zerrüttung von Familien und Ehen wenig. Vielmehr ist es ein gefundenes und interessantes Betätigungsfeld des Neo-Pastoralen Priestertums -die Auflockerung eines eintönigen Lebens statt des zermürbenden Gebetes der Heiligen, um sich an Familienproblemen aufzugeilen, und sich in den Chor der Psychologen, Psychiater,Ehe- und Familienberater und Mediatoren einzureihen und womöglich selbst noch als Nebenbuhler an der Zerrüttung von Ehen mitzuwirken. Wie würde sich sonst die Absegnung von Sünden erklären? Nein wir hoffen auf das „tremendum Mysterium“, wir warten auf die Restauration der heiligen Liturgie, deren Fehlen die Grundlage des verschwiegenen katholischen Elends bildet.

      Der Heilige Filippo Neri sagte einmal mit dem Humor der Heiligen, dass die Theologen eigentlich eine Hypothek des christentums seien, die es zu amortisieren gälte. Das verwirklichte Christentum bedürfe keiner Theologen mehr, deshalb wehrten sich die Theologen so sehr gegen die Verwirklichung des Christentums. Und Max Thürkauf ergänzt, „dass wir weniger Theologen, sondern viel mehr Priester brauchen, denen man glaubt, dass sie glauben“.

      • Der Jupp hat den Text einfach nur reingesetzt.
        Paul Herzog von Oldenburg kenne ich persönlich nicht.
        Denke mal wenn sich jemand für eine gute Sache einsetzt, sollte man ihn auch unterstützen.
        gruss, Jupp

      • wir werden das Eine tun, ohne das Andere zu lassen. Dies nur in Bezug auf die Pegida, denn auch sie ist sehr wichtig.

  3. Man kann wohl zu recht sagen, daß in Bezug auf das Geschilderte eine feindliche Übernahme stattfand oder immer noch (bis heute) stattfindet. Man will tatsächlich die Kirche von den Füßen auf den Kopf stellen.
    Kardinäle wie Kasper hatten offenkundig ihr ganzes Leben auch nichts anderes im Sinne.

  4. „Die Progressisten, oder vielleicht besser Neo-Modernisten schreiben allen Handlungen des derzeitigen Papstes unfehlbaren Charakter zu…“ – welch schwachsinnige Behauptung! Ich möchte wissen, wer tatsächlich damit gemeint ist. Die Unfehlbarkeit ist klar durch das 1. Vatikanum definiert. Ausgeübt wurde sie seither 2x – bei der Verkündigung der beiden Mariendogmen.
    Das 2. Vatikanum lehrt, dass die „Gläubigen mit einem im Namen Christi vorgetragenen Spruch übereinkommen müssen und ihm mit religiös gegründetem Gehorsam anhangen sollen“. Keine Rede von Unfehlbarkeit. Also sind weder die Aussagen von Humanae vitae noch die Aussagen von Papst Franziskus noch die Aussagen sonstiger Päpste wie z.B. Pius X. unfehlbar!
    Weiters spricht Lumen gentium davon, dass die Bischöfe, wenn sie auf einem Ökumenischen Konzil vereint für die ganze Kirche Lehrer und Richter des Glaubens und der Sitten sind – vereint mit dem Nachfolger Petri –, auf unfehlbare Weise die Lehre Christi verkündigen. Dies trifft auf jeden Fall für die dogmatischen Konstitutionen des 2. Vatikanums in ganz klarer Weise zu.

  5. Hallo „Jupp“ vielen Dank fuer Ihre mutige Initiative.
    Ich bete und hoffe fuer Sie, das es wenigstens kleine Erfolge gibt.
    Ich kaempfe den Kampf schon seit ca. 35 Jahren, ausgehend von der Wieder Einsetzung der Tridentinischen Messe in der Kirche gegen den sakrilegischen NOM.
    Der Widerstand innerhalb der Kirche war am groessten und infamsten (Bist. Limburg/Mainz!!!!)
    Als ich dann den Weg zur FSSPX gefunden habe, wurde mir klar, das es nicht nur die hl. Messe ist, die am Boden liegt, sondern uns hier in Deutschland, der Glauben systematisch ausgetrieben wurde.
    Da uns Papst Franz mit islamischen Fundamentalisten gleichsetzt, ist aus der Kirche meiner Meinung heraus, keine Hilfe zu erwarten, nein, ich glaube vielmehr, das viele Kirchenfuersten die weltliche Demontage der Kirche mit Hochgenuss sehen.
    Ich kann Ihnen nur raten, keinen aussichtslosen Kampf zu kaempfen, sondern sich in Richtung der FSSPX zu orientieren, dort wird der Glaube unverkuerzt verkuendet, ganz normal und ohne Abstriche.
    Man findet, wenn auch nur im kleinen Rahmen Infrastrukturen vor, wie sie in Diaspora Gemeinden herrschen.
    Der wahre Glaube ist inzwischen an die ganz kleine Herde uebertragen worden, sie zu staerken MUSS die Aufgabe aller ernsthaften Katholiken sein.
    Ich bete fuer Sie und hoffe das tun, was der Kirche Jesu Christi hilft.

  6. Auszug aus „Grundriss der Dogmatik“ von Ludwig Ott, der auch die Aussagen von di Mattei über „Humanae Vitae“ stützt (+):
    -
    „Das Erste Vatikanische Konzil, das die päpstliche Unfehlbarkeit mit dem Konzilsdekret „Pastor Aeternus“ 1870 dogmatisch feststellte, definiert sie wie folgt:

    „Wenn der römische Bischof „ex cathedra“ spricht, dass heisst, wenn er in Ausübung seines Amtes als Hirt und Lehrer aller Christen kraft seiner höchsten apostolischen Autorität entscheidet, dass eine Glaubens- oder Sittenlehre von der gesamten Kirche festzuhalten ist, dann besitzt er mittels des ihm im seligen Petrus verheissenen jene Unfehlbarkeit, mit welcher der göttliche Erlöser seine Kirche bei der Definition der Glaubens- oder Sittenlehre ausgestattet sehen wollte; und daher sind solche Definitionen Römischen Bischofs aus sich, nicht aber aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich. 

    [Kanon] Wer sich aber – was Gott verhüte – unterstehen sollte, dieser Unserer Definition zu widersprechen: der sei mit dem Anathema belegt.“

    Zum rechten Verständnis des Dogmas ist zu beachten:

    a) Träger der Unfehlbarkeit ist jeder rechtmässige Papst als Nachfolger des Apostelfürsten Petrus, aber auch nur der Papst, nicht andere, denen er einen Teil seiner Lehrautorität überträgt, z.B. die römischen Kongregationen.

    b) Gegenstand der Unfehlbarkeit sind Glaubens- und Sittenlehren, vor allem geoffenbarte, aber auch nichtgeoffenbarte, die mit der Offenbarungslehre in einem inneren Zusammenhang stehen.

    c) Bedingung für Unfehlbarkeit ist, dass der Papst ex cathedra spricht. Dazu ist erforderlich:

    1) dass er als Hirt und Lehrer aller Gläubigen mit dem Einsatz seiner höchsten apostolischen Autoritätspricht. Wenn er als Privattheologe oder als Bischof seiner Diözese spricht, ist er nicht unfehlbar;
    2)
    +
    dass er die Absicht hat, eine Glaubens- oder Sittenlehre endguültig zu entscheiden, so dass sie von allen Gläubigen festzuhalten ist.
    +
    Ohne diese Absicht,
    +
    die aus der Formulierung oder aus den Umständen deutlich erkennbar sein muss,
    +
    kommt eine Kathedralentscheidung nicht zustande. Die meisten Lehräusserungen der Päpste in ihren Enzykliken sind keine Kathedralentscheidungen. “
    -

    Weiter aus „Katholische Dogmatik – Diekamp, Jüssen“:
    -
    „Wenn der Papst, sei es in eigener Person, sei es durch andere, seines oberstes Lehramtes waltet, ohne „ex cathedra“ zu sprechen, so sind seine Verordnungen oder Entscheidungen nicht unfehlbar und nicht unwiderruflich. Das gilt auch von den Dekreten der päpstlichen Kongregationen. Wenngleich einige dieser Kongregationen im Namen des Papstes für die ganze Kirche Entscheidungen in Glaubenssachen treffen können, kommt ihren Beschlüssen keine Unfehlbarkeit zu. Unfehlbar werden sie auch nicht dadurch, dass der Papst sie in forma communi (allgemeinen Formulierung) oder in forma speciali (besonderen Formulierung) bestätigt., sondern nur dann, wenn er sie in einer allen Zweifel ausschliessenden Weise zu einer förmlichen Kathedralentscheidung erhebt. “
    -

  7. „Diesen Akten, so sagen sie, ist zu gehorchen, weil – wie im Falle des Zweiten Vatikanischen Konzils – der Papst und die mit ihm verbundenen Bischöfe nicht irren können.“
    Wie anmaßend kann man eigentlich sein.
    Was sind Papst und Bischöfe? Menschen.
    Können Menschen irren? Ja.
    Sind Menschen grundsätzlich makellos? Nein.
    Freilich gibt es einige, wenige Menschen, die makellos waren. Allen voran die heilige Jungfrau Maria. Grundsätzlich gilt dies aber nicht und ich bin überzeugt davon, dass nur die wenigsten Päpste und Bischöfe wirklich makellos waren bzw. sind. Ein Mensch bleibt Mensch, auch wenn er die Bischofsweihe empfängt und zum Papst gewählt wird. Der Gedanke, das ein Mensch durch die Papstwahl zu einem überirdischem Wesen wird, einem Engel gleich, ist mehr als abwegig.
    Per Mariam ad Christum.

    • Heißt das, dass sie gegen die Unfehlbarkeit des Papstes sind?

      Was würden Sie gemäss Ihrer Argumentation machen, wenn Franziskus jetzt (was Gott verhüten möge…) ex cathedra ein weiteres Dogma verkünden würde, etwa das von manchen gewünschte über die Corredemptrix Maria???

      • Was bedeutet Unfehlbarkeit? Das ist die grundsätzliche Frage, die man sich zuvor zu stellen hat. In den Augen der sekularen Welt sind damit alle Handlungen und Äußerungen des Papstes gemeint. In Wirklichkeit ist der Papst aber nur dann unfehlbar, wenn er Ex Cathedra spricht. Wann aber darf ein Papst Ex Cathedra sprechen. Die Vorraussetzungen dafür sind oben im Text festgehalten:
        „1) er muß als Papst und Hirte der Weltkirche sprechen; 2) das Thema, zu dem er sich äußert, muß den Glauben oder die Sitten betreffen; 3) zur Sache muß er ein feierliches und endgültiges Urteil aussprechen mit der Absicht, alle Gläubigen zu verpflichten.“
        Die Vorraussetzungen für eine Unfehlbarkeit sind genaugenommen nur die ersten beiden Punkte. Der dritte Punkt kennzeichnet, wie die Verkündigung einer als unfehlbar eingestufte Glaubensfrage zu erfolgen hat. Der Papst kann also schon einmal nicht immer unfehlbar sein. Warum zum Beispiel hat Paul VI am Ende des Konzils nicht einfach das gesamte Konzil als unfehlbares Dogma eingestuft? Auch ein Erzbischof Levebvre hätte das dann annehmen müssen. Warum spricht Herr Bergoglio nicht einfach das unfehlbare Dogma der Ehescheidung und der Zweitehe aus? Die Antwort ist, dass damit Punkt 1 widersprochen werden würde. Herr Bergoglio würde in einem solchen Fall nicht als Papst und Hirte der Weltkirche sprechen, sondern als Antipapst der antichristlichen Welt. Es ist also anzumerken, dass der Papst nur dann unfehlbar Sprechen kann, wenn es nicht im Widerspruch zur Heiligen Schrift und den bisher ausgesprochenen Dogmen steht. Deswegen wurde auch auf dem VII nichts unfehlbares ausgesprochen, weil sich die Teilnehmenden bewusst waren, dass so manche Entscheidungen nicht mit dem bisherigen Glauben harmonieren können. Wir können von Glück sagen, dass dem Papst bei der Unfehlbarkeit die Hände gebunden sind, denn sonst würden noch das Dogma von der einzigen Wahrheit des NOM und der Falschheit des VOM, das Dogma der Priesterinnenweihe, das Dogma vom Ende des Zölibates und das Dogma der Einführung der Homo-Ehe verkündet. Tief im Inneren wissen die nachkonziliaren Päpste, dass so manches im Wiederspruch zum bisher offenbartem Glauben steht. Deswegen wurde ja auch seit der Verkündigung der Dogmen der Unbefleckten Empfängnis und der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel kein weiteres Dogma verkündet.
        Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten.
        Per Mariam ad Christum.

      • Diesbezüglich besteht wohl keine „Gefahr“ – will heißen. dieses Dogma verkündet er sicherlich nicht! Wird wohl ein Anderer tun…

    • @Markus
      Ihre Definition der Unfehlbarkeit erstaunt, ist sie doch die genaue Wiedergabe der protestantisch antikirchlichen Position.
      Natuerlich ist niemand unfehlbar, aber das sagt das Dogma auch nicht.
      Zum x-ten Mal, die Unfehlbarkeit bedeutet nur, das der Papst in Glaubens- und Sittenfragen, so sie denn mit der kath. Lehre uebereinstimmen, das letzte Wort hat, eine „Letztentscheidungsvollmacht“ sozusagen.
      Es geht und ging niemals um etwas anderes, wie uns alle Kirchenfeinde glauben machen wollen.
      Genauso mit der allerheiligsten Muttergottes, sie bezieht alle Ehren, Wuerden bis hin zur dogmatisch definierten Jungfrauengeburt nicht aus sich selbst, sonder einzig und allein aus dem Wunder der Christustraegerschaft.
      Wer die Muttergottes anzweifelt, der zweifelt also Jesus Christus an und stellt sich automatisch ausserhalb.
      Insofern ist Papst Franz, egal wie er zb. die Frage des 6. Gebotes umdeuten wuerde niemals unfehlbar, sondern genau anders herum.

      • Geehrter Michael,
        genau das habe ich doch geschrieben. Es täte Ihnen gut, mal besser zu lesen, bevor Sie andere kritisieren.
        Per Mariam ad Christum.

  8. Wozu ein ständiger „Stellvertreter Christi“, wenn man prinzipiell – außer in den extrem seltenen ex cathedra-Entscheidungen – von der Fehlbarkeit seiner Entscheidungen ausgehen darf?

    Die meisten Kommentare verbreiten hier Neoprotestantismus aus katholischer Not.

    Aber lassen wir doch mal – anstatt uns auf dogmatische Lehrbücher, die wirklich untergeordnet und fehlbar sind! – zur Abwechslung mal das Lehramt selbst sprechen:

    Leo XIII.

    „Was nun die Reichweite dieses Gehorsams angeht, so soll sich niemand einreden, man brauche den Oberhirten der Kirche und besonders dem Römischen Papst nur bezüglich jener Glaubenslehren zu gehorchen, deren hartnäckige Verwerfung das Vergehen des Irrglaubens ausmacht. Ebenso wenig genügt die aufrichtige und feste Zustimmung zu jenen Lehren, die, wenngleich von der Kirche nicht durch feierliches Urteil entschieden, doch von ihrem ordentlichen und allgemeinen Lehramt als göttlich offenbart zu glauben vorgestellt werden, Wahrheiten, von denen das Vatikanische Konzil sagt, man müsse sie mit „katholischem und göttlichem Glauben“ festhalten. Die Christenpflicht geht weiter und fordert überdies, dass man sich durch die Autorität der Bischöfe und besonders des Apostolischen Stuhles leiten lasse. Die Zweckmäßigkeit eines solchen Verhaltens ist leicht einzusehen. Der Inhalt der göttlichen Offenbarung betrifft nämlich teils Gott, teils den Menschen selbst und die zu seinem ewigen Heil notwendigen Mittel. Nun ist es aber, wie oben erklärt, nach göttlichem Recht Sache der Kirche und innerhalb derselben des Papstes, darüber Vorschriften zu geben, was uns nach beiden Beziehungen hin obliegt, was wir nämlich zu glauben und was wir zu tun haben. Darum muss der Autorität des Papstes auch das Urteil darüber unterstellt sein, was die göttliche Offenbarung enthält, was mit ihr übereinstimmt und was ihr widerspricht. Aus demselben Grund muss der Papst kraft seiner Autorität entscheiden, was ehrbar und was unsittlich ist, was wir tun und lassen müssen, um das Heil zu erlangen; andernfalls vermöchte er weder Gottes Wort mit Gewissheit auszulegen, noch die Menschen mit Sicherheit auf dem Pfad des Lebens zu führen.“ („Sapientiae christianae“ 1890)

    Im Ergebnis heißt das nämlich: Jeder macht, was er will. Wenn einem Humanae vitae gerade reinläuft, „findet man heraus“, dass das „unfehlbar“ war (ach ja – jetzt plötzlich doch? das war doch nicht ex cathedra!). Wenn einem F.s Ergüsse nicht passen, dann erklärt man flugs, dass ja nicht alles, was der Papst sagt, unfehlbar sei und man ihm auch nicht gehorchen müsse.

    Die regula fidei proxima ist immer das, was das Lehramt in Fragen der Sitten und des Glaubens und des Schriftverständnisse saktuell vorlegt, wobei es dem nicht widersprechen darf, was die Vorgänger definiert hatten.

    Tut mir Leid – aber hier wird Anarchie pur gepredigt.
    Wie soll einer, auf den man sich nicht verlassen kann und der eigentlich auch überflüssig ist, der Stellvertreter Christi sein?

    • Ich denke man begreift eher was der Papst ist, wenn man klar hat, er ist als Stellvertreter Christi sowas wie ein Platzhalter, ein Statthalter.
      Es ist genau nicht Anarchie pur,. sondern sehr weise eingerichtet, dass der Papst nur genau dann unfehlbar ist, wenn er ex cathedra spricht und wenn er das verkehrt tut, eben genau nicht mehr Papst ist, wie Markus das gut erklärt hat.

      • Sie haben das denkerische Problem nicht verstanden: es geht nicht drum, ob ein Papst immer fehlbar oder unfehlbar ist, sondern darum, dass er als Stellvertreter, der dem Herrn ganz und gehorsam ist (und nur das erlaubt ihm, Stellvertreter zu sein – andernfalls ist er es nicht), nicht etwas von sich geben kann, was im Gegensatz zu Christus steht!

        Ein rechtmäßiger Papst mag Zeitbedingtes oder Vorläufiges sagen – das ist aber deshalb noch nicht „irrtümlich“.

        Es geht um das „Fehlbarsein“ im Sinne des regelrechten Irrens gegenüber Christus.

        Der Papst ist immerhin der „Lehrstuhl der Weisheit“, also der Hl. Geist lehrt über den Papst die gesamte Kirche in „Wahrheit“. Man nannte das frühe mal „cathedra sapientiae“. Dem war die „sedes sapientiae“ (die Gottesmutter) zugeordnet, deren Geist keinerlei Reibung zum Willen des Vaters hat. Weil sie dies vollkommen ist, steht sie über dem nicht-sündlosen Papst, ist ihm als „Urbild“ der Kirche, als „Gussform“ (Augustinus) aufs Engste zugeordnet. Und so lehrt es auch schon Jesus selbst: er hat dem rechtmäßigen Papst, der ganz und gar Gottes Willen erfüllen will, den Beistand des Hl. Geistes, der sich diese Braut erwählt hat, zugesagt.

        Wenn das alles nicht so sein sollte (prinzipiell), muss man sich die Frage gefallen lassen, wozu dann ein Papst überhaupt nötig ist. Um alle 150 Jahre mal eine ex cathedra-Entscheidung zu formulieren, würde dann tatsächlich ein Kollegium genügen. es geht aber beim Papst doch vor allem um den Hirten, der die Kirche auf Erden durch die Zeiten „schifft“.

        Und wie viel Vetrauen man dem Hl. Geist unter solchen Umständen überhaupt noch schenkt…

        Es ist wirklich erschreckend, dass das auch unter den Konservativen im Prinzip keiner mehr ernst nimmt.
        Im Ergebnis folgen Sie und die meisten (auch de Mattei) damit ja der Kritik Luthers und sind traditionalistische Neoprotestanten, wofür auch andere ideologische Indizien sprechen…

      • Traditionalistische Neoprotestantin sind in erster Linie SIE, wie man seit Monaten an ihren biblizistischen Begründungen feststellen muss.

      • Geehrte Frau Zeitschnur,
        Ihr Kommentar hört sich so an, als ob vom Papst grundsätzlich nichts falsches von sich geben kann. Sie selbst sparen aber nicht an Kritik an allen nachkonziliaren Päpsten, teilweise auch, wenn ich mich recht entsinne, an den vorkonziliaren. Ist nun beispielsweise der Korankuss, den der Papst und damit der „Lehrstuhl der Weisheit“ getätigt wurde, richtig oder falsch?
        Andererseits schreiben Sie, dass der Papst „als Stellvertreter, der dem Herrn ganz und gehorsam ist (und nur das erlaubt ihm, Stellvertreter zu sein – andernfalls ist er es nicht).“ Interpretiere ich diese Aussage richtig, dass der Papst, wenn er ein wahrer Papst ist, nur richtiges von sich geben kann, und ansonsten, wenn er Irrlehren verbreitet, kein wahrer Papst ist? Ist nun also der Stuhl Petri seit geraumer Zeit vakant, weil die Bischöfe, die offiziell das Amt des Papstes inne haben, Christus ungehorsam sind und damit eigentlich keine Päpste sind? Ich muss zugeben, dass mich das ganze etwas verwirrt.
        Es gilt also: Ist der Papst Christus gehorsam, so ist er rechtmäßiger Papst und kann nichts falsches lehren. Ist der Papst Christus ungehorsam, dann ist er kein Papst.
        Ist man jetzt dazu verpflichtet, dem Papst immer zu gehorchen, auch wenn er Irrlehren verbreitet und ist man, wenn man sich dem Papst widersetzt, wie sie schreiben ein „traditionalistischer Neoprotestant“? Oder ist man als Katholik verpflichtet, sich den Irrlehren eines Papstes zu widersetzen, wenn man die Irrlehren eindeutig erkennt? Viele einfache Katholiken würden Irrlehren nicht erkennen, vor allem, wenn diese gut verpackt sind. Diejenigen Katholiken aber, die die Irrlehren erkennen, sollen sie gehorchen oder sich widersetzen. Oder sollte man sich vielleicht sogar mit anderen rechtgläubigen Katholiken zusammentun und beispielsweise öffentlich für die Absetzung des falschen Papstes, des Stuhlbesetzers, beten, vielleicht sogar auf dem Petersplatz, oder sind dies dann auch „traditionalistische Neoprotestanten“? Ich muss zugeben, dass ich früher auch zu denen gehörte, die blinde Begeisterung für den Papst zeigten, aber dass ist vorbei, denn Herr Bergoglio macht es mir unmöglich.
        Was kann man tun, werte Frau Zeitschnur, was raten sie mir, was raten sie den anderen Kommentierenden, was raten Sie allgemein jedem Katholiken?
        Per Mariam ad Christum.

      • Irren gegen Christus bedeutet doch sündigen, und dass Päpste gesündigt haben, dass kann man wohl nicht abstreiten.
        Z.B Alexander VI und andere Päpste mit Geliebten, auch z.B Urban VI wegen des Anordnung grausamer Folter ihm nicht genehmer Kardinäle, so z. B Callixtus II wegen finanzieller Betrügereien und wohl noch einige andere, von denen ich nichts weiß.
        Luthers Fehler war der, dass er das vordergründige, also die moralische Laxheit und das übersteigerte Interesse für die Kunst der Päpste seiner Zeit gesehen hat, es wohl auch überinterpretiert hat, aber nicht dahinter gestiegen ist.
        Die Kirche hat die letzten 2000 Jahre überstanden nicht weil die Päpste so gut waren, sondern, weil Christus trotz oder wegen der bekannnten und unbekannten Fehler seiner Leute, seiner Verheißung treu geblieben ist.
        In der Kirche vollzieht sich das gleiche Geheimnis dass zwischen Gott und Israel ist.
        Ich behaupte es ist streng zu unterscheiden zwischen Amt und Inhaber.
        Wenn sie so wollen ist der Papst nichts anders, wie ein Mantel, den Christus auch seinen Platz gelegt hat, bis er wieder kommt.
        Es braucht aber den Statthalter, den Papst, damit die Sakramente in Erwartung des Herrn in rechter Weise, so wie Christus es angeordnet hat, gespendet werden.
        Um es anders zu formulieren ich weiß auch nicht was Christus sich gedacht, hat, als er die Kirche so hat werden lassen, dass ein Jorge Bergoglio Papst werden konnte, aber ich vertraue darauf, dass Christus weiß was er tut.
        Das bedeutet nicht alles und jedes gut zu finden, was der aktuelle Papst und vergangene Päpste getan haben, aber wenn Christus kommt, wird er nach dem Schiff suchen und nicht nach denen, die ins Wasser gesprungen sind, weil ihnen der KUrs nicht passte.

      • @ besorgter christ

        Alexander VI. hat privat gesündigt, seine Sünde aber nicht zur allgemeinen Norm erhoben oder lehrend vorgetragen. Er ist einer dieser Päpste, die im Prinzip als Lehramt nahezu unhörbar warn, aber andererseits auch keine Irrtümer verbreitet haben.

        Lehramt heißt nicht: Die Regenbogenpresse beobachtet das päpstliche Schlafzimmer und alle richten sich nach dessen Lotterleben. Lehramt heißt: der Papst lehrt in Fragen des Glaubens und der Sitten und jeder Katholik muss ihm gehorchen.

        Lehrt er allerdings die Kirche krasse Irrtümer, die wirklich unübersehbar im Widerspruch zu jeder Glaubensregel stehen, dann kann man einen solchen mann nicht als Papst anerkennen. Entweder oder.
        Aber einen Papst anerkennen, den man für einen Irrlehrer und Zerstörer hält – das ist absurd, weil man damit ja behauptet, Christus habe einen Antichristen etabliert.

        Ob Päpste persönlich sündigen ist kategorial etwas anderes als die Frage danach, ob die Irrtümer gegen Christus verbreiten können.

      • @ Markus

        Richtig: ein Mann, der auf dem Stuhl Petri sitzt und Irrlehren verbreitet, kann nicht der Papst sein.
        Oder wie wollen Sie sonst den zugesagten Beistand des Hl. Geistes interpretieren? Steht der Hl Geist manchen Päpsten dann nicht bei? Und warum nicht ihnen, anderen aber schon?

        Das ergibt doch keinen Sinn – ich behaupte ja nicht, dass Päpste sündlos sind (wie das @ besorgter christ immer wieder durcheinander wirft!) und nicht im Vorläufigen steckenbleiben können – aber wenn er ausdrücklich unter Bezugnahme auf seine Autorität lehrt, dann kann ich das nicht annehmen, ohne mich in eine Schizophrenie zu verstricken.

        Es geht nicht darum, dass alles aus Papsts Mund „Gottes Wort“ ist, sondern darum, dass es in Stellvertretung Christi um der Gläubigen willen dieselben nicht heillos verwirren darf.

        Das tut es aber seit 1958!

        Bevor ich glaube, dass der Herr uns seit 56 Jahren verwirren will (da müsste ich Gott eines satanischen Werkes bezichtigen, und das lässt mir das Blut gefrieren, das werde ich niemals bewusst oder absichtlich implizit oder explizit behaupten und Gott möge mich davor bewahren, es unbeabsichtigt zu tun!), nehme ich lieber das an, was logisch und naheliegend ist: dass diese Herren seither keine echten Päpste sind, sondern Irrlehrer, die den Stuhl Petri besetzt halten.

      • also der aktuelle Papst, der uns alle so nervt, der lehrt aber definitiv nichts.
        All diese päpstlichen Perlen und Gestern und Reden udn Ernennungen udn Telefonate, die so auf uns kommen sind definitiv nicht „Ausübung des Lehramtes“.

  9. Ich meine, man muß den Papst als Papst formell anerkennen. Das bedeutet nicht, sich innerlich mit ihm zu solidarisieren @zeitschnur. Die formale Anerkennung ist gerade doch auch die Voraussetzung auch für Kritik.
    Wenn das nicht so wäre, daß man zumindest den Papst mit den Lippen anerkennen würde, wäre das Papstamt an und für sich beschädigt- auch für den Nachfolger beschädigt.

    Man kann sich seine Vorgesetzten, egal wo, nicht aussuchen und muß sie akzeptieren. Man muß ja auch den Staat und seine Gesetze akzeptieren, die Gesetze in einerm Betrieb oder einer Firma usw. Man muß auch die obersten Personen im Staat anerkennen als oberste Repräsentanten und Verkörperungen der Gemeinschaft, obwohl man ihre Politik weithin ablehnen mag. Der hl. Paulus schreibt klar im Römerbrief, die staatlichen Gewalten und Autoritäten als von Gott eingesetzt anzuerkennen.

    Beim Papst ist das nicht ganz so. Aber dennoch muß ich meinen Ortspfarrer, Bischof und auch den Papst als solchen akzeptieren, ob`s paßt oder nicht.

    • Immer wieder sehr differenziert. 100%ige Zustimmung.
      So gültig gewählt. Für die Gegenbehauptung bedarf es stichfester Beweise. Wenn diese eines Tages auf dem Tisch liegen und alle Restzweifel und Bedenken bis ins letzte geprüft und beseitigt sind, dann können Sie sich sicher sein, dass eine Person furchtlos nach Rom schreitet…

  10. Lieber @Franzel,
    Sie schreiben: // Ich meine, man muß den Papst als Papst formell anerkennen. //
    Ich frage, was, wenn der Papst Papst ist, seine ihm eingeprägte Autorität aber nicht ausüben will? Welche Konsequenzen hat das also bezüglich der Lehrgewalt, wenn der Vorgesetzte kein Vorgesetzter mehr sein will?

    Wie steht es eigentlich vor diesem Hintergrund um die Tiara: Wenn die Tiara mehr ist als ein Symbol, dann wird das von @zeitschnur genannte entscheidende Datum 1958 vielleicht doch erst mit 1963/64 relevant.

    Vgl. Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Tiara :
    // „Die Übergabeformel bei der Krönung mit der Tiara entstand nach 1560. Sie lautet übersetzt:
    „Empfange die dreifache Krone und vergiss nie, dass Du Vater der Fürsten und Könige bist, das Haupt der Welt und der Statthalter Jesu Christi, … “
    […] Seit dem Ende des Kirchenstaates 1870 bestand eine zunehmende Unsicherheit über die richtige Zuordnung der Tiara. Die Papstkrone hatte keine liturgische und keine eigentlich theologische Bedeutung, sondern diente als Symbol der Unterscheidung des Papsttums von den geistlichen und weltlichen Fürsten sowie insbesondere der beanspruchten Überordnung der geistlichen Gewalt über die weltliche durch die Anbringung der drei Kronen.

    Papst Paul VI. war 1963 der letzte Papst, der sich traditionell mit der Tiara zum Papst krönen ließ, verschenkte seine modern gestaltete Tiara (Designer Valerio Vigorelli), ein Geschenk seiner Diözese Mailand zu seiner Papstkrönung, bereits im November 1964 während des Zweiten Vatikanischen Konzils zugunsten armer Menschen in sozialen Brennpunkten der Stadt Rom. Diese bislang letzte getragene Tiara wird in der Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception von Washington, D.C. aufbewahrt, als Dank an US-amerikanische Katholiken für ihre Wohltätigkeit in der Dritten Welt.“ //

    Und hier wird’s interessant:
    // Die beiden Nachfolger Johannes Paul I. und Johannes Paul II. ließen sich zwar nicht mehr mit der Tiara krönen, führten sie aber weiterhin im Wappen. Erst Benedikt XVI. ersetzte – unter dem Einfluss des kirchlichen Heraldikers Andrea Cordero Lanza di Montezemolo – auch im persönlichen Papstwappen die Tiara durch eine einfache Mitra mit drei goldenen Querstreifen.“ //
    Die Freimaurer fast am Ziel?

    Vielleicht weist die Prophetie von Fatima: „In Portugal wird man stets das Dogma des Glaubens bewahren …“ auch darauf, dass neben dem römischen Papst auch das Patriarchat von Lissabon seit dem 18. Jahrhundert die Tiara im Wappen führt! (siehe dto. Wikipedia)

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