Glaubenstreue und theologische Standpunkte – ein Unterschied, den man nicht übersehen darf

Piusbruderschaft
Piusbruderschaft

Katholisches.info bemüht sich um jene notwendige innerkirchliche Diskussion, die offiziell nicht stattfindet und zum Teil auch gar nicht erwünscht ist. Dazu gehören die Gastkommentare von Clemens Victor Oldendorf, die teilweise auf heftige Ablehnung stießen, während der Autor sich mißverstanden fühlte. Zuletzt machte er sich nach der außerordentlichen Bischofssynode im Aufsatz „Im Buchstaben abgeschlossen“ (Papst Franziskus) – Versuch zur Überwindung von Verständnisbarrieren auf die Suche nach Wegen, dem modernistischen Neuerungsdrang durch theologische Reflexion entgegenzutreten. Der heutige Aufsatz hat nicht die Modernisten im Blick, sondern die Priesterbruderschaft St. Pius X. Letztlich geht es Odendorf nach eigenem Bekunden in allen Beiträgen um die Tradition und deren Ausrichtung, Diskussions- und Argumentationsfähigkeit in der innerkirchlichen Debatte.

.

Gastkommentar von Clemens Victor Oldendorf

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr richtet unseren Blick auf das Weltenende und die endzeitliche Wiederkunft Christi. Diese eschatologische Ausrichtung, die den Advent vorbereitet, in dem wir die Erwartung der ersten Ankunft des Messias nacherleben und sie zu Weihnachten feiern, wird im liturgischen Kalender des Novus Ordo durch die Verschiebung des Christkönigsfestes auf diesen Sonntag zusätzlich gekennzeichnet. Aber auch die Liturgie des 24. und letzten Sonntags nach Pfingsten im überlieferten Römischen Ritus zeigt – besonders in den Schriftlesungen – deutlich dieses Gepräge.

Da ist die Rede von falschen Christussen, denen man nicht in die Wüste und nicht in die Gemächer nachlaufen soll und von den Zeichen der Zeit, die es zu erkennen gilt. Damit wird der Antichrist zum Thema und auch die Frage, ob und in welchem Sinne er sich in einer Person verdichtet und ob er nicht bereits atmosphärisch präsent ist und – auch in ganzen Strömungen, Bewegungen – seine Vorläufer hat. Der große Exeget Erik Peterson (1890-1960) sprach deswegen vom „eschatologischen Vorbehalt“ unter dem die ganze Geschichte schon mit und seit dem ersten Erscheinen Christi steht.

Ich habe am vergangenen Sonntag die heilige Messe in einem Priorat der Priesterbruderschaft St. Pius X. besucht. Auch dort beschäftigte sich der Prediger unter anderem mit diesen Fragen.

Bei dem, was ich im folgenden berichte, geht es mir ausdrücklich nicht um Kritik an diesem Pater. Deswegen nenne ich auch bewußt nicht seine Identität und den Ort, wo ich die Predigt gehört habe. Auch die allgemeine Feststellung, daß nicht jeder Prediger ein guter Prediger, ja erst recht nicht jeder Prediger ein guter Theologe sein kann, beschränkt sich keineswegs auf die Piusbruderschaft, und umgekehrt trifft man auch dort, sogar oft, auf eine gleichermaßen rhetorisch und theologisch gelungene Verkündigung.

Petrusbruderschaft als eine Vorläuferin des Antichristen?

Nach einleitenden Ausführungen über den Antichristen und seine Vorläufer fiel plötzlich die unvermittelte Bemerkung, daß „die Petrusbruderschaft für den Katholiken unannehmbar“ sei, weil sie die „Irrtümer des Zweiten Vatikanischen Konzils“ angenommen habe oder zumindest dazu schweige. Die Konsequenz, daß nach den Worten des Priesters auch die heiligen Messen der Petrusbruderschaft oder solche, die andere Priester nach den Bestimmungen von Summorum Pontificum feiern, für „den Katholiken unannehmbar“ sind, blieb nach meiner Erinnerung unausgesprochen, war aber unmißverständlich.

Meine inhaltliche Anfrage richtet sich nicht einmal gegen diesen Standpunkt. Ich denke, man kann ihn argumentieren und begründet einnehmen. Nicht jedoch so, wie hier geschehen. Zwar stimmt es, daß ein theologisches Problembewußtsein in Bezug auf das Zweite Vaticanum sich in Kreisen um Summorum Pontificum häufig nur noch privat ausspricht oder bereits nicht mehr besteht und auch kein volles Verständnis mehr gegeben ist, warum man eigentlich in die „Alte Messe“ geht und die „Neue“ praktisch meiden sollte. Trotzdem hat die Piusbruderschaft nicht die lehramtliche Kompetenz, Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils, die sie problematisch sieht, verbindlich als „Irrtümer“ zu qualifizieren, was dazu führt, die theologischen Positionen der Piusbruderschaft mit dem katholischen Glauben zu identifizieren, letztlich, ich formuliere absichtlich provokativ, eine alternativlose Gleichsetzung von „Lefebvre-Anhänger“ und „Katholik“ vorzunehmen. Das wurde in dieser Weise allerdings von Erzbischof Marcel Lefebvre nie getan oder unterstützt. Wenn man es tut, ist nicht nur die Teilnahme an der „Neuen Messe“ abzulehnen, sondern auch die an jeder heiligen Messe im überlieferten Römischen Ritus, die nicht von einem Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. gefeiert wird.

Warum führe ich dies überhaupt lang und breit aus? Weil dahinter ein tatsächlicher Irrtum steht, den ich in Teilen der Piusbruderschaft bemerke. Nämlich den Unterschied zu übersehen, der zwischen der Treue zum offenbarten und überlieferten katholischen Glauben und der Beurteilung steht, mit der man anhand dieses Kriteriums zum Beispiel strittige Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils oder die neue Liturgie bewertet.

Trotz Meinungsdifferenzen gleichermaßen glaubenstreu

Was ich sagen will, läßt sich sicher sehr gut mit einer Rückblende ins Jahr 1988 veranschaulichen. Die damalige Situation war unzweifelhaft kompliziert und auch gewissermaßen unüberschaubar verworren. Da konnte man ohne Zweifel zu der Überzeugung kommen, berechtigt oder sogar verpflichtet zu sein, Bischöfe zu konsekrieren, aber genauso überzeugt, dies ohne Zustimmung Johannes Pauls II. nicht zu dürfen. Beide Überzeugungen schlossen nach meinem Dafürhalten nicht aus, daß sowohl Befürworter der Bischofsweihen, als auch solche, die glaubten, sich davon distanzieren zu müssen, trotz dieser Meinungsverschiedenheit gleichermaßen katholisch und glaubenstreu waren und blieben.

Ähnlich ist das meines Erachtens beispielsweise mit der Einschätzung der Religionsfreiheit durch die Piusbruderschaft und mit bestimmten, staatstheoretischen oder letztlich politischen, also gerade nicht theologischen Voraussetzungen, die diesem Standpunkt zugrundeliegen. Es ist meines Erachtens keineswegs mit dem katholischen Glauben unvereinbar, diese Position einzunehmen, aber die Piusbruderschaft kann auch nicht behaupten oder verlangen (vor allen Dingen nicht zwingend nachweisen), man müsse diese Sichtweise teilen, um als glaubens- und traditionstreuer Katholik gelten zu können. Es hat in der Kirche immer unterschiedliche Positionen in Detailfragen und insbesondere in konkreten Beurteilungen theologischer und pastoraler Probleme auf der Grundlage gemeinsamer Einigkeit in der Rechtgläubigkeit gegeben. Wer das nicht sieht oder aushalten kann, erliegt einer Illusion oder Fiktion.

„Nicht einmal der Sohn“, „aber in spätestens 80 Jahren“

Wenn ich auf die Predigt zurückkomme, die mich zu diesen Überlegungen angestoßen hat, ist es verglichen mit diesem Grundirrtum verhältnismäßig harmlos, daß der Prediger sich zwar auf Matt 25, 13 bezog, wo festgehalten wird, daß wir weder den Tag noch die Stunde der Wiederkunft Christi kennen, doch dreimal mit Nachdruck sagte, „in spätestens 80 Jahren ist es soweit“. Was man schmunzelnd zugeben muß, ist, daß es bei jemanden, der den Zeitpunkt des Weltgerichts ankündigt, für eine gewisse Schläue spricht, einen solchen Zeitraum zu wählen: Von Säuglingen abgesehen, die der Predigt noch nicht verständig gefolgt sind, kann praktisch keiner der Zuhörer die Richtigkeit dieser Aussage überprüfen, allerdings auch nicht widerlegen.

Der Ausblick des Predigers auf den Advent ließ ihn die richtige Mahnung einflechten, diese Zeit als eine Zeit der Sammlung und Zurückgezogenheit zu begehen. Er verknüpfte sie mit dem Rat, auf das Fernsehen zu verzichten, und empfahl offensichtlich ernsthaft, am besten „den Stecker abzuzwicken“. Wer keine Zange besitze, könne sich gern an ihn, den Prediger, wenden.

Nicht autonom, dennoch eigenverantwortlich

Die sehr ablehnende Haltung der Piusbruderbruderschaft gegenüber dem Fernsehen scheint mir noch solch ein praktisches Beispiel zu sein, an dem sich das Katholischsein nicht entscheidet. Es geht auch nicht darum, daß der Gläubige sozusagen völlig selbstbestimmt, unterschiedslos alles konsumieren soll oder darf, ohne nach Wertmaßstäben zu fragen, doch im konkreten Fall muß jeder diese Wertmaßstäbe notwendigerweise eigenverantwortlich anwenden. Die zugespitze Position, als traditioneller Katholik ganz auf das Fernsehen verzichten zu müssen, folgt einer wenig überzeugenden Logik, aus der sich ergeben müßte, daß man gar nichts lesen darf, weil es auch schlechte Bücher gibt.

Text: Clemens Victor Oldendorf
Bild: laportelatin.org

drucken
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

67 Comments

  1. Wenn es eine ablehnende Haltung zum Fernsehkonsum bei der Piusbruderschaft geben sollte oder gibt, ist dem nur zuzustimmen. Das Fernsehen ist das Medium des Bösen. Mehr muß man darüber nicht sagen. Man kann jedem Menschen, jeder Familie nur empfehlen ganz darauf zu verzichten und den Apparat wegzuschmeißen, noch heute. Ich weiß nicht wieviele Familien das Fernsehen schon zerstört hat, aber es müssen sehr sehr viele sein. Ich weiß nicht wieviele Menschen das Gerät schon in aller Welt geistig vergiftet hat- es sind sicherlich Milliarden!
    Das Fernsehen quält auch etwa Kranke in den Krankenzimmern oder alte Menschen in den entsprechenden Einrichtungen: diese können sich nicht wehren- furchtbar!

    Buch und Fernsehen miteinander so zu vergleichen wie es der Autor macht, ist nicht kommentierungsbedürftig.

    • Volle Zustimmung.
      Wer heute regelmäßig fernsieht, kann kein Christ sein.
      Das Zuschauen schädigt die Seele und beleidigt Gott.
      Fernsehen ist ein Laster, wie Rauchen und Trinken, nur schlimmer.

      • Wehalb sollte das Fernsehen schlimmer sein als das Internet? Dass Sie das so sehen, ergibt sich daraus, dass Sie munter im Netz unterwegs sind.
        Sie werden entgegnen, daß Sie mitnichten im Netz „unterwegs“ sind, sondern streng nur glaubenstreue Seiten besuchen. Mit demselben Argument kann man aber auch Fernsehen positiv begründen, indem man sich nicht den ganzen Schrott anguckt, sondern k-tv und entsprechende Sender.

        Also, diese Argumentation überzeugt nicht.

      • Aber internetlos zu leben schaffen Sie offenbar nicht. Obwohl das Internet noch viel mehr Perversionen und Sünden enthält als das Fernsehen.

      • Fernsehen ist insbesondere deshalb ein Laster, weil es höchst manipulativ ist. Im Internet kann ich wenigstens entscheiden, welche Seite ich anklicke und welche ich lieber links liegen lassen.

        Ich empfinde auch das Internet als ein Laster. Schon aufgrund der anzüglichen Bilder ist das Internet hochgefährlich.
        Darum ging es aber in diesem Beitrag nicht sondern explizit um fernsehen, was übrigens eine kollektive Tätigkeit in vielen Familien ist und deshalb das Familienleben immens schädigen kann, weil dann andere Tätigkeiten, nehmen wir das gemeinsame Gebet und vielleicht ein gemeinsames Spiel oder das Erzählen von Geschichten, verdrängt werden.

        Behüte euch Gott

        Kurmainzer

      • Sie fragen:

        //Wehalb sollte das Fernsehen schlimmer sein als das Internet?//

        Wenn man aufs Geratewohl durchs Fernsehen schaut, nur um sich zu einer sehenswerten Sendung durchzuzappen, ist das kaum möglich ohne schwere Beleidigung Gottes. Gleiches und Schlimmeres gilt, da haben Sie recht, fürs Internet, wenn man ziellos herumsörft. Man sollte fürs Internet den kindersicheren Modus aktivieren, um sich gegen unerwünschte Anblicke zu schützen. So oder so sind Keuschheit und Herzensreinheit heute schwerer herausgefordert denn je. Das ist schon bei einem Spaziergang durch eine Geschäftsstraße zu bemerken. Mit äußeren Schutzmaßnahmen allein ist es da nicht getan. Wir müssen mit der Gnade Gottes eine reine Herzenshaltung erlangen und, wie Hiob, einen Bund mit unseren Augen schließen.
        Im Unterschied zum Fernsehen gibt es im Internet aber -noch- eine beträchtliche Auswahl wirklich guter Inhalte, auf die man sich konzentrieren kann. Ich schaue schon über ein Jahrzehnt lang kein Fernsehen. Leider gibt es aber einen Fernseher in unserem Haushalt, und ich brauche nur 1 Minute zufällig Zeuge einer ganz normalen Sendung zu werden, um die Flucht zu ergreifen und um sicher zu sein, dass meine Beurteilung nicht übertrieben ist.
        Vielleicht müssen Sie (oder wer immer sich angesprochen fühlt) einmal eine strikte Fernsehpause einlegen, um nach dieser Karenz feststellen zu können, wie 1. manipulativ, 2. verlogen, 3. schamlos bzw. schmutzig und 4. gottlos das Fernsehprogramm, von ausdrücklich christlichen Sendern abgesehen, mittlerweile im allgemeinen ist. Dabei haben wir noch nicht von den subliminalen Beeinflussungen gesprochen, die in viele Bilder und Szenen bewusst eingebaut werden, vom Zuschauer aber nicht bewusst wahrgenommen, jedoch unbewusst aufgenommen werden,
        Fernsehen macht fit für den Antichrist.

      • Es sind die Bilder, die manipulieren, mehr als das gesprochene (gelesene) Wort!
        Ich lebe fernsehfrei, habe dadurch viel freie Zeit und bin besser informiert als die Fernsehgucker.

  2. Zunächst möchte ich klarstellen: Ich habe an hl. Messen teilgenommen mit FSSPX-Priestern, Ecclesia-Dei-Priestern und biliturgischen Priestern. Auch habe ich vor kurzem kritisch angemerkt, dass gerade FSSPX-Priester dazu neigen, sehr wenig biblisch zu predigen, auch nicht über die heiligste Dreifaltigkeit, wobei über dieses wichtigste Glaubensgeheimnis fast kein Priester predigt. Mit Recht werfen uns Vertreter der Ostkirchen vor, die Katholiken haben seit der Neuzeit kein lebendiges Verhältnis zur Dreifaltigkeit mehr.

    Nach dieser Vorrede, bei der es mir nur darum geht, dem Eindruck vorzubeugen, ich sei eine kritiklose FSSPX-Anhängerin, zum eigentlichen Beitrag:

    Nicht dass Herr Oldendorf Kritik übt, ist mein Problem. Ich zweifle auch nicht an seinem guten Willen, noch an der Wahrhaftigkeit seiner Aussagen. Doch ich finde die Form dieser Auseinandersetzung nicht statthaft.

    Gründe :
    1) Es handelt sich um die Predigt EINES Priesters.
    2) Wir haben die ganze Predigt nicht vorliegen. Und deshalb keine seriöse Grundlage einer Diskussion.
    3) Wenn wir über die FSSPX diskutieren und dabei eine Predigt eines Paters heranziehen, dann müsste er ein Repräsentant der FSSPX in Deutschland sein. Und mit Namen genannt werden, damit er sich wehren oder etwas richtigstellen kann.
    4) Diese schweren methodischen Mängel verbieten es mir, auch nur auf einen Punkt inhaltlich einzugehen.
    5) Die Glaubens- und Kirchenkrise dauert ca. 50 Jahre lang, offiziell gerechnet. Dass sie sich vorher entwickelt hat, ist selbstverständlich, doch mit dem 2. Vatikanischen Konzil sind Veränderungen des Glaubens offiziell vorgenommen worden. Unter der Verantwortung des jeweiligen Papstes.
    6) Mit Bergoglio ist diese Glaubens- und Kirchenkrise überaus bedrohlich verstärkt worden. Zum Leidwesen vor allem der Gläubigen, die am überlieferten Glauben festhalten.
    7) Jetzt eine Debatte zu eröffnen auf der Grundlage von einzelnen Sätzen einer Predigt eines anonymen FSSPX-Priesters, die die Ecclesia-Dei-Priester und die FSSPX gegeneinander aufbringen, finde ich unverantwortlich. Die „Tradition“ sollte, so weit es möglich ist, zusammen stehen, zumindest nicht aufeinander losgehen.
    8) Unterschiede müssen nicht verschwiegen, aber nicht derart Emotionen hochgekocht werden.
    9) Leidtragende sind vor allem die traditionsorientierten Gläubigen. Wir werden gegeneinander aufgewiegelt. Statt darum zu beten, dass Bischöfe und Kardinäle den überlieferten Glauben verteidigen, auch, wenn es nicht anders geht, Papst Bergoglio gegenüber, wird bewusst Unfriede zwischen uns gesät.

    Das ist die Form, die ich für eine Diskussion nicht statthaft finde. Sie dienst nur dazu, Emotionen aufzuwirbeln, die uns leider schon genug zu schaffen machen hier im Forum.

    Unverantwortlich auch deshalb: Durch Bergoglio treten wir in ein neues Stadium der Kirchenkrise. Wir können jetzt am wenigsten brauchen, dass Priester der Pius- und der Petrusbruderschaft gegeneinander aufgewiegelt werden.

    • Ihnen ist voll uns ganz zuzustimmen Zeitlos. Ich kann nicht nachvollziehen warum die Redaktion immer wieder Artikel vorn Herrn Oldendorf abdruckt, die jedesmal an unsäglichen methodischen Schwächen, schwammigen Aussagen, unstatthaften Verallgemeinerungen etc kranken.

    • Hallo,

      die Ostkirchen können uns wirklich nichts über die Dreifaltigkeit erzählen, denn in den Ostkirchen gibt es eine FALSCHE Vorstellung vom Hervorgehen des Heiligen Geistes.

  3. Warum haben Sie eine Messe der Piusbruderschaft besucht?
    Warum nicht eine von Kardinal Marx oder Kasper?
    Verstehen Sie mich nicht falsch, aber Sie werden doch Ihre Gründe gehabt haben.
    Ich habe noch nie eine Messe der Piusbruderschaft besucht, orientiere mich aber derzeit sehr wohl an den Aussagen weil mich die Bischofssynode sehr betroffen gemacht hat.

    • Der Autor ist als Besucher hingegangen, um etwas zu erfahren, um sich ein Urteil zu bilden, zum Selbstzweck. Nein in die alte Messe geht man nicht so rein. Man geht zu Jesus Christus, der im Messopfer, das nicht bloss eine Messfeier ist, unblutig das Kreuzesopfer wiederholt. Der Sinn ist ganz anders. Man geht nicht einfach zu einer schönen Gottesdienstfeier mit einer schönen Predigt. Der Autor sollte lieber bei der neuen Messe bleiben.

    • @ Sabine F.: Dann gehen Sie zur Piusbruderschaft. Sie können nichts falsch machen. Man findet recht schnell Anschluss. Ich bin seit einigen Jahren „mit dabei“ und habe meinen Entschluss niemals bereut, als ich bei diesen guten katholischen Priestern an die Tür geklopft habe. Ansonsten würde ich Ihnen die ignatianischen Exerzitien empfehlen, die die FSSPX anbietet.

      Behüte Sie Gott und Mariens Segen auf all Ihren Wegen

      Kurmainzer

      • @Kurainzer
        ja, ich möchte auch hin, habe mich vor wenigen Wochen schon in den Internetverteiler aufnehmen lassen und vor zwei Tagen kam Post – mit Exerzitienterminen für 2015 🙂

  4. Also ich besuche die Hl. Messe bei der Petrusbruderschaft und jeder Priester, den ich dort gehört habe, predigt ausgezeichnet, erbaulich, durch und durch biblisch, aufbauend auf die Kirchenväter, mit praktischen Hinweisen. Eine grossartige Unterweisung. Deo gratias.

    • Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich habe in einer Kapelle der FSSPX nicht nur sehr gute Predigten gehört, gerade hinsichtlich der Erlösung, sondern eine beeindruckende Atmosphäre der Ehrfurcht erlebt. Vor, während, und nach der hl. Messe.
      Es bringt doch nichts, die Priesterbruderschaften gegeneinander auszuspielen. Auch die Priester der FSSP predigen nicht alle auf dem gleichen hohen Niveau.

  5. bin noch etwas jünger und kenne all die Vorgeschichten nicht, bin auch kein Theologe. Soweit ich weiß, kann es nur eine Wahrheit geben. d.h. entweder ist die Neue Messe richtig oder die Alte Messe ist richtig. Das die Neue Messe richtig sein soll, ist schon äußerst unwahrscheinlich.
    Also muß die Alte Messe richtig sein. Ich kann mir schlecht vorstellen das Jesus damals alles so kompliziert gemacht hat, um den „normalen“ Christen zu verwirren. Er wird Petrus und den anderen Aposteln schon das Richtige gesagt und gezeigt haben.
    Ich habe noch ein altes Gebetbuch als pdf gefunden, kann man schön auf den Laptop speichern, dann hat man immer eines dabei:
    http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?f=20&t=9633&start=80

    • Tja, Benedikt-Ratzinger hat das mit der einen Wahrheit allerings voll relativiert. In „Summorum Pontificum“, seltsamerweise von etlichen aus unseren „Tradi“-Krisen fast wie ein neues Evangelium gefeiert, sagt er glasklar, dass beide Riten „gültig“ sind. Sind sie aber gültig, müssen auch beide wahr sein.
      Zugleich sieht jeder auch nur halbwegs theologisch Erleuchtete, dass die beiden „Riten“ sich in entscheidenden Inhalten fundamental widersprechen wie Feuer und Wasser. Es kann also, wie Sie ganz richtig sagen, nur entweder der „NOM“ oder aber die Messe aller Zeiten wahr sein.

      Womit bewiesen ist, dass, wie ich immer wieder sage, Ratzinger ein (pseudo-konservativ drapierter) Modernist und mindestens in Fragen der Liturgie auch ein klarer Relativist war.

    • Allein in der lateinischen Kirche gibt es nicht nur den Römischen Ritus nach dem Konzil von Trient und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, sondern auch regionale Varianten wie den Ambrosianischen (Mailand) und den Mozarabischen (Toledo) Ritus. Die unierten Ostkirchen haben ebenfalls einige Riten wie Armenisch, Äthiopisch, Byzantinisch, Koptisch, Ostsyrisch und Westsyrisch zu bieten. Der Katechismus der Kirche sagt eindeutig aus, daß trotz verschiedener Riten und mehrerer Teilkirchen die Kirche sich in der Einheit befindet, da der Papst als weltweites Oberhaupt in der Nachfolge Petri anerkannt, die apostolische Sukzession praktiziert und die Lehre Jesu Christi mit den sieben Sakramenten befolgt wird. Zu behaupten, einzig und allein der Römische Ritus nach dem Konzil von Trient sei der wahre, ist anmaßend und ideologisch verengt. Als praktizierender Katholik mit mindestens einem Grundverständnis von Latein, kann man natürlich den Römischen Ritus in der alten Form persönlich bevorzugen, jedoch sollte sich davor gehütet werden, so zu reden, als habe man die Kompetenz dazu, die kirchlichen Riten lehramtlichen Beurteilungen unterziehen zu können.

      • Ganz mit Chlodwig einverstanden. Die Vielfalt darf sein und man suche den Ort und den Ritus, wo man Gott im Gebet am liebsten dienen kann. Ohne die anderen Riten zu verurteilen, denn auch sie haben eine Daseinsberechtigung. Meinerseits habe ich Vorliebe für den alten Ritus, aber aus familiären Gründen besuche ich sonntags den Novus Ordo. An beiden Orten und auf verschiedene Weise ist der Heilige Geist präsent. Wichtig ist die innere Gebetshaltung und dass Gott die Ehre gegeben wird.

  6. In der FSSPX ist die Bandbreite sehr groß, von de facto Sedisvacantisten bis zum Realoflügel, von Vertretern der Richtung „extra fraternitatem nulla salus“ bis hin zu jenen, die sich lieber heute als morgen von der Konzilskirche adoptieren lassen wollen. Daß die offizielle Linie der Petrusbruderschaft mittlerweile vollkommen auf Kurs der neuen Kirche ist, kann man ihrem Periodicum entnehmen. Lobeshymnen auf den „heiligen“ Jopa findet man dort ebenso wie liebliche Beiträge des mittlerweile promovierten Leugners der Notwendigkeit der hl. Wandlungsworte im Canon der hl. Messe, der sich vor lauter „Papsttreue“ in dieser essentiellen Frage seinerzeit zum Apologeten des Kasperrates machte. Mehr Treue zur Hl. Schrift und Tradition und damit zu unserem Herrn Jesus Christus würde man sich hüben wie drüben wünschen. Man sieht halt letztlich, wie der unmögliche Spagat zwischen katholischem Glauben und Konzilskirche auch die Besten um den Verstand und Charakter bringt.
    Man wird sich letztlich entscheiden müssen: Konzil oder Katholizismus, tertium non datur! Ratzingers Synthese hat sich als Bauchfleck erwiesen. Bergogliaccio ist der beste Beweis dafür, danken wir dem Herrgott für diesen „Papst“, durch den eigentlich jedem Katholiken die Augen geöffnet werden müßten!

  7. Von mir aus danke ich Herrn Oldendorf für diese gut verständlichen und nachvollziehbaren Ausführungen. Offensichtlich spricht er ein Problem an, das zu einer gewaltigen Gefahr werden kann. Wenn die Pius-Bruderschaft sich auf eine solche Art abgrenzt, dass alles außer ihr nicht mehr katholisch sein soll, dann trennt sie ihfe Verbindung zur Kirche, die immer noch ihre apostolische Tradition bewahrt und ihre Existenz auf Jesus Christus gründet. Dann ist sie auf dem besten Weg, zu einer unbedeutenden Sekte zu werden. Man muss keine Gegensätze künstlich konstruieren, nicht Pfähle einschlagen und Grenzzäune errichten, wo es nur um Meinungsverschiedenheiten geht.

  8. Seit wann soll eine Predigt lehramtlich sein. Dies ist eine ganz subtile Unterstellung von seiten des Autors. Die Irrtümer sind längst bekannt und benannt von deMattei, Ottaviani, Bischof Graber, Kardinal Siri, und vielen mehr. Soll dann gerade dem Pater ein Maulkorb umgelegt werden, Rede- und Denkverbot auferlegt werden? Klar sprechen die Petrusbrüder nicht darüber, und erst recht nicht die Weltpriester. Denn diesen liegt die Verherrlichung von James Bond als Superman näher, wie kürzlich in der Predigt eines jungen Priesters. Ist das das neue Lehramt des 2. Vatikanischen Konzils?

  9. Der Priester der Priesterbruderschaft St. PIUS X hat doch völlig Recht, denn die Priester die sich von ihr abgespalten haben und die Priesterbruderschaft St. Petrus gegründet haben, begaben sich völlig Freiwillig in die „Sklaverei der Ortsbischöfe“ und da diese Vollinhaltlich das Glaubens – Vernichtungs – Konzil, also samt deren Irrlehren annehmen, haben diese auch NEIN zu Gott den Herrn und seiner Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche gesagt. Sicher es gibt auch bei diesen noch Priester (denn den vom Rom versprochenen eigenen Bischof haben die Petruse noch nicht bekommen) die wahrlich katholisch sind, aber alleine mit der Erlaubnis dass es Priestern der Petruse nicht untersagt werden darf den NOM abzuhalten, zeigt wessen Geist diese Bruderschaft erfasst hat. Und wenn ich daran denke was Priester der Petruse über die FSSPX aussagten, so ist die oben erwähnte Predigt ja harmlos.

    Dennoch und das hoffe ich aus ganzen Herzen, werden hoffentlich eines Tages die beiden Priesterbruderschaften (oder gar alle Ecclesia DEI Gemeinschatten) vereinen und einen wahrlich starken Gegenpool zu den antikatholischen Kräften in der „Konzilskirche“ bilden.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen.

  10. So wie die Franziskaner der Immaculata von Rom beschossen werden derzeit wegen dezent ‎angemeldeten Wünschen, sich kritisch mit V2 auseinandersetzen zu wollen, bleibt die FSSP ‎besser unten im Schützengraben und äussert sich nicht zum V2, aber kümmert sich um die ‎Gläubigen. Aus den meisten Texten kannste alles rauslesen und nix, also warum deswegen ‎Zwangsverwaltung durch Kommissar riskieren? Und gegen den Konzilsgeist gibt’s das Gebet ‎zum Erzengel Michael „schleudere den Satan und alle bösen Geister…“‎ 😀

  11. Herr Oldendorf weist auf die Problematik der Veräußerlichung innerlicher Prozesse und die Verschiebung „echten“ Traditionalismus auf das Einhalten der neu erfundenen Lifestyle-Elemente der Bruderschaft hin. Rom hat ja nie derart verkrampfte Forderungen an den einzelnen gestellt, die bei genauer Sicht alle rein äußerlich sind und vor allem die Jugendlichen zur Isolation und Einschwörung auf reine Piuskreise zwingen wollen.
    Wer das nicht glaubt, braucht doch nur mal hier blättern: http://dergeradeweg.com/2014/09/05/gefahren-des-pseudo-traditionalismus-teil-2/

    Man darf – sofern man argumentieren kann – Thesen aufstellen. Auch steile! Aber niemand, auch nicht die FSSPX, hat das Recht, in dieser Weise auf die Seelen einzuwirken und deren geistliche Alltagsgestaltung zu erpressen (s. Link), wie dies dort ganz offensichtlich geschieht – wie käme es sonst zu solchen Zeitschriftenartikeln?

    Das hat mit „katholisch“ nämlich nichts zu tun.

    Herr Oldendorf weist auch mit vollem Recht auf die m.E. wesentlich schwerwiegendere Problematik hin, dass die von der FSSPX vertretene Ablehnung der Religionsfreiheit auf einem uneingestandenen staatstheoretischen Konstrukt beruht, das allerdings auch nach der lehramtlichen Tradition nun mal nicht katholisch ist.

    Im Moment habe mich in dieses Thema etwas vertieft und wieder einmal mit Schrecken festgestellt, dass Traditionalisten hier etwas behaupten und mit Zähnen und Klauen verteidigen, was sich so erst mal überhaupt nicht in der Schrift und folglich auch nicht in der Lehre der Kirche findet, vielmehr in den Wirren, in denen wir stehen, offengeblieben ist.
    Offen heißt nicht: Pius darf das nun lehramtlich deuten!
    Man folgt also völlig unbesehen den diesseitigen Lehren eines Donoso Cortes oder des hochumstrittenen Rechtsphilosophen Carl Schmitt, ohne zu begreifen, dass dies zwar katholisch getaufte Denker waren, aber eben nicht „die“ Tradition und schon gar nicht das Lehramt.
    Wer die Lehrschreiben der Päpste des 19. Jh (und dann des 20. Jh) ansieht, muss sofort anerkennen, dass sie wesentlich moderater und zurückhaltender mit solch weitreichenden, grundsätzlichen staatstheoretischen Behauptungen bleiben. Die Verbiegung des Christkönigtums hin zu einem „sozialen“ Königtum Christi geht in dieselbe Richtung und entspricht nicht mehr dem, was Pius XI. tatsächlich geschrieben hatte. Auch hier wabert uneingestanden ein ziemlich verdiesseitigtes, historisches Verständnis vom Reich Gottes im Raum, ist also das eigentlich modernistische Problem der „Pseudotraditonalisten“, die sich selbst alleine für „Traditionalisten“ halten – Leute, die einen Fernseher haben oder Jeans tragen sind die Pappkameraden des Sektengeistes.

    Die Religionsfreiheit kann man ausschließlich aus philosophischen Gründen ablehnen, denn dazu hat das Lehramt stets viel gesagt, nicht aber aus staatstheoretischen!

    Und so könnte man gerade fortfahren … und sticht natürlich angesichts einer solchen geistlichen Verwirrung… in ein Wespennest.

    • Und weiter geht die Hetze der Frau Zeitschnur gegen die Tradition. Der hochbedeutende Prof. Carl Schmitt war mitnichten „hochumstitten“, sondern der grosse, unerreichte Denker des katholischen Staats und des Naturrrechts, der ein für alle Mal nachgewiesen hat, dass die „westliche Demokratie“ dem Naturrecht und der Lehre der Kirche zutiefst widerspricht. Haben Sie Schmitt überhaupt gelesen??

    • „Wieso außerhalb von Gemeinde und KJB nicht wieder „normale“ Kleidung tragen, wie es ja alle um mich herum tun? Den Rock – bzw. aus männlicher Perspektive: Hemd und Stoffhose – habe ich ja in der Kirche getragen, damit passt es doch, ich will nicht immer gleich auffallen! […] suchen wir uns von Zeit zu Zeit sorgsam erbauliche Filme aus und nutzen das Netz nur beschränkt und zielgerichtet [ja, um Himmelswillen keine 'Resistance', und Texte von 'Rore Sanctifica', Barbara, Weinzierl und Zaby schon überhaupt nicht; oder gar von der 'Einsicht' oder, Gott behüte, solche von Bp. S. – dann explodiert der traditionstreue Rechner ...]; unterstützen wir Männer die Frauen im alltäglichen Tragen würdiger weiblicher Kleidung, denn ein sittsamer Rock über das Knie kann heute in einer „gegenderten“ und übersexualisierten [stimmt allerdings] Welt geradezu exotisch wirken und manchen erstaunten [?] Blick auf sich ziehen – bestärken wir also die jungen Frauen in sittsamer, schöner [??], weiblicher Kleidung, denn wir wollen ja, dass sie in der Nachahmung der Heiligen Jungfrau würdige Königinnen unserer Familien sein werden […] [s]eien auch wir Männer Vorbild durch ein frommes und aufrechtes Gebetsleben, durch eine saubere Sprache, sittsames Verhalten sowie ordentliche und standesgemäße [!] Kleidung. Wollen wir unserem König etwa wirklich in Jeans und Sneakers unter die Augen treten? Stellen wir uns immer wieder diese Frage! Stärken wir uns daher gegenseitig in diesen schwierigen Aufgaben! Die KJB ist für Jugendliche, junge Männer und Frauen dafür der richtige Ort – eine Gemeinschaft in der Wahrheit.“
      In der Tat – Hutterisierung an allen Fronten; DAS ist Versuchung, und die des Alleinvertretungsanspruchs, der Nützlichkeits- & Parteidenke, der Halbheiten in Fragen der Doktrin, des puritanisch-moralinsäuerlichen Pharisäischwerdens, der Kleingeistigkeit & Verkrampfung, des Hochmuts & der Anmaßung! Und nicht das Tragen von Jeans oder das „auch-mal-in-den-Club-Gehen“ (was für‘n „Club“ eigentlich??); also nee … wenn die eigene Gemeinschaft immer mehr zum Selbstzweck zu werden droht, wenn man anfängt, sich geradezu zu uniformieren … & solche „ächtet“, die nicht bereit sind, sich, den Konformitätsdruck der Mehrheitsgesellschaft der „westlichen Wertegemeinschaft“ ablehnend, nur anderem Conformitätsdruck, Corpsgeist & Comment zu unterwerfen …
      … da bin ich, ehrlich gesagt, froh, daß ich da eher … „milieu-fern“ aufgewachsen bin & auf sämtlichen „sinnlosen Partys“ kräftig[st] mitfeiern „durfte“, ohne dadurch auch nur im Geringsten meinen Glauben (oder meine Person) infrage gestellt zu sehen (wie verhält sich das egtl. m.d. klass. westfälischen Schützenfest? „Darf“ man da nu‘ am Rondell stehen oder nicht?? Jeans oder Flanellhose, Pils … oder Wässerchen??? Welches war das erste Zeichen, das Christus laut Johannesevangelium wirkte????). „Kämpfen wir für die Wahrheit!“ – jawohl. Das klappt ganz prima sogar in Jeans! & für die Damen: auch ganz ohne „Halleluja-Dutt“!^^

      • PS: Die „Sedi-Gruppen“, v.a. bestimmte US-amerikanische, sind wohl ganz denselben Versuchungen ausgesetzt, völlig klar. Und ich will hier auch nichts gegen einen bestimmten Kleidungsstil sagen – es mögen doch alle einander im Sinne der gebotenen Nächstenliebe respektieren und das als rein-persönlichen Geschmack betrachten, was nichts anderes als rein-persönlicher Geschmack ist. Weitere Versuchung also: die der Ideologisierung von Nebensächlichkeiten. Man kann eben auch ohne ‚amish style‘ in Treue zu Christus allein für die Wahrheit kämpfen!
        Übrigens war es gerade der gute Pfr. Milch, der immer wieder und zu Recht auf die Gefahren und Versuchungen hinwies, denen vor allem diejenigen … „aus den eigenen Reihen“ ausgesetzt sind. Es ist dies ja nicht destruktive, sondern im Gegenteil konstruktive Kritik; den Finger in bestimmte Wunden zu legen, Versuchungen und Gefahren erkennen, immer wieder, auch bei sich selbst, was sicherlich nicht immer ganz angenehm, aber unbedingt notwendig ist.

      • Geehrter GW,
        auch ich bin nicht im Hutterer- oder FSSPX-Milieu aufgewachsen und habe nicht wenig Schlechtes im Leben erlebt und mitgemacht, und bin doch zum Glauben an Jesus Christus gekommen – Dank und Ehre sei Ihm!
        Aber gerade deshalb habe ich begriffen, dass die Absonderung von der Welt ein Wesensmerkmal des Christseins ist. Das ist eindrückliche Lehre der ganzen Bibel des Alten und Neuen Testaments.
        Gott ruft sich ein Volk aus der Menschheit heraus, das h e i l i g sei und Ihm diene!
        In Deutschland kenne ich nur eine christliche Gemeinschaft, die das konsequent praktiziert, auch in der Kleidung: die Gemeinde Gottes, siehe Foto: http://churchofgod.zippykidcdn.com/tawato/uploads/2008/10/gemeindehaus-stein.jpg
        Die katholische Kirche tat das auch einmal, aber das ist sehr sehr lange her.

      • @ Leo Laemmlein

        Richtig praktizierende Katholiken sind nicht sektenartig uniform in ihrer Kleidung, die sie während der Heiligen Messe tragen. Selbstverständlich sagt der Kleidungsstil viel über die Einstellung eines Menschen aus. Als Selbstverpflichtung eines guten Katholiken sind in der Kirche bestimmte Standards ein Muß. Männer haben dort keine kurzen Hosen zu tragen, die Schulter und der Beginn des Oberarms müssen bedeckt sein. Bei Frauen müssen Kleider und Röcke über das Knie reichen, ebenfalls hat der Oberkörper angemessen bedeckt zu sein. Gleichermaßen gilt für beide Geschlechter das Tragen einer ausreichend hochwertigen Bekleidung, die nicht zu leger ist. Hierzulande sieht man gerade bei Messen im NOM oftmals Frauen, deren Bekleidung am Oberkörper nicht dem Anlaß gerecht wird. Oberteile mit Spaghettiträgern und zu tief geschnittene Dekolletés haben nichts in der Kirche verloren.

      • Chlodwig
        Halten Sie das Beachten solcher Bekleidungsregeln nur im Gottesdienst für wichtig oder auch draußen im Leben?
        Ich finde Decolletés überhaupt unpassend, nicht nur „zu tief geschnittene“, wie Sie schreiben, und nicht nur in der Kirche.

      • Je mehr Frauen sich mit Kunstgriffen aufbrezeln, desto unattraktiver werden sie. Kosmetik halte ich bei denen höchstens in dezentem Maße für legitim. Richtig abstoßend wird es aus meiner Sicht bei Piercings und ähnlichen Bearbeitungen der Haut sowie Tätowierungen. Derartige Sitten gehen auf heidnische Völker zurück. Im AT sind Tätowierungen ausdrücklich verboten. Das NT erwähnt jene Problematik nicht, wahrscheinlich weil die Regelung des AT während der Entstehung des NT als Selbstverständlichkeit betrachtet worden ist. In diesem Punkt sollte sich jeder Christ an den Appell des AT halten. Ansonsten sollen Frauen generell nicht sexuell aufreizend in der Öffentlichkeit unterwegs sein. Diejenigen, die es trotzdem tun, zeigen nur, daß sie so wenig Selbstbewußtsein haben, um sich über gierende Männerblicke definieren zu müssen.

      • Beim Putz der Frau ist auf das rechte Maß zu achten. Schmuck, schöner Aufzug sind per se nicht schlecht.

    • Der verlinkte Artikekl aus dem DGW war fast ein Schock ich habe selten erlebt wie der 2 Teil eines Artikels so das Thma verfehlen kann

  12. Vorerst: es ist ein Beweis der hohen Qualität dieses Forums auch kontroversielle Texte zu publizieren.

    Der hier publizierte Artikel v. Hr. C.V. Oldendorf möchte ich jedoch sehr kritisch kommentieren.

    Die Kritik der FSSPX an das Fernsehen ist mehr als berechtigt.
    Dieses Medium hat in den letzten 30 Jahren einen gewaltigen Verfall erlebt: Banalisierung, Infantilisierung, Debilisierung in horrendem Maß; Spielen, Quizs, Lotterien, Shows unter jedem Niveau und mit dito Protagonisten, sehr viel schlechter Stil und schlechte Sprache, wenig Interessantes, sehr viel Reklame- kurz: nichts Gescheites und sehr viel Zeitverlust.
    Das gilt in zwischen für sehr viele Zeitungen auch.
    Der angepriesene Verzicht auf das Fernsehen ist für die Gläubigen eine echte Wohltat: man hat viel mehr Zeit für echt wichtige und interessante Sachen, man wird viel gebildeter und wird von dem ganzen weltlichen Dreck nicht so infiziert.

    Was jetzt Bücher, Internet, Malereien betrifft:
    Auch hier muß man nicht alles lesen was man bekommen kann, sondern selektieren;
    und dafür gab es auch einmal den Index und in vielen Bibliotheken und Pinakotheken die „Hölle“.
    Die Bücher die sich darin befanden waren für die Menschheit nicht von elementärem Interesse.

    Die Meinung der FSSPX kann hart erscheinen, vielleicht auch schrullig- sie ist jedoch sehr sinnvoll, wird jeden Tag mehr bestätigt durch den gesandten TV-Müll, und sie ist segensreich für die Gläubigen.
    Das allein ist übrigens eine pastorale Leistung von Format.

    • Geschätzter Adrien Antoine,
      ein Standpunkt in klarer Sprache und mit Überzeugung dargeboten.
      Danke!

      Zum Fernsehen:
      Wer den Fernseher mal weggetan hat, erlebt binnen Tagen, dass er diesen nicht braucht und nicht vermisst. Das funktioniert auch in Familien mit Kinderschar.

  13. Wie die geehrte @Zeitlos schon bemerkte, hat in den letzten 50 Jahren einen gewaltigen Glaubensverlust auf allen Ebenen stattgefunden.
    (Und wie @Zeitschnur mit Recht sagte, fing dieser Glaubensverlust in einigen Ländern noch viel früher an).

    Die in der Tradition verankerten Hirten und Gläubigen waren damals bei den Umwälzungen überrascht und unvorbereitet auf diesen Tsunami von Reformen und Veränderung, auch auf höchster Ebene; großgeworden und erzogen in einem Geist von Gehorsam am Rom, in deren beispiellosen Einheit von Lehramt, Führung durch den Papst und Glauben des Kirchenvolks, waren sie weitgehend wehrlos gegen diesen Angriff auf den Katholizismus.
    Teils hochbetagt, technisch nicht versiert, mußten sie einen sehr ungleichen Kampf mit den Modernisten ausfechten.
    Theologische Unterstützung hatten sie in geringem Maße.
    In diesem ganzen Kontext ragt die Person v. Msgr. EB Lefebvre heraus, weil er sehr schnell diese Tendenzen erkannt hat, sich tapfer gewehrt hat und sich sehr aktiv an der Bildung und die Aktivität des Coetus internationalis patrum beteiligt hat.
    Sehr schlimm war das sehr frühe Versterben seines theologischen Rats, Abbé Alain Sarto OP.
    Man kann nicht hoch genug schätzen, daß gerade dieser sehr traditionelle und romfreundliche Erzbischof über seinen eigenen, zum Gehorsam neigenden Schatten gesprungen ist und mutig in den Protest gegangen ist.
    Es hat sicher seine Zeit gebraucht – aber EB Msgr Lefebvre war so tapfer (eine bei Katholiken und besonders bei Modernisten seltenste Tugend) die Konsequenzen zu ziehen;
    und da, wo viele sich auf die Probleme der Liturgie fixierten, wies er schon bei den Besprechungen mit der Congreg. f.d. Glaubenslehre und den vermittelnden Kardinälen darauf hin, daß es bei den Differenzen primordial nicht um die Liturgie, sondern um die Wahrheit ginge.
    Das ist übrigens auch der Knackpunkt des 2. Vatikanischen Konzils.

    Insoweit hat der Priester der FSSPX es vielleicht cru, aber in der Sache richtig und konsequent gesagt: das Festhalten am Usus antiquus einerseits und zugleicherzeit das Akzeptieren des 2. Vatikanums mit seinen fundamentalen Schwächen und Kontradiktionen läßt sich logisch und strukturell schlecht miteinander verbinden.
    Rom war sich der inhaltlichen Schwäche der römischen Position und der großen Anziehungskraft des Zentrums der Christenheit mit seinen riesigen finanziellen und personalen Ressourcen bewußt; so hat es mit vielem Zuckerbrot und wenig Peitsche, und angefangen mit den kontemplativen Abteien und Gemeinschaften, viele Hebel in Bewegung gesetzt, um Überläufer zu bekommen.
    Daß diese Aktionen zu Animositäten und Verbitterung bei der FSSPX geführt haben, ist klar.
    Und dass dies in einer Predigt angesprochen werden kann, ist auch klar und verständlich – ob es klug war, steht auf einem anderen Blatt.

  14. C.V. Oldendorf vergißt übrigens wie die FSSPX entstanden ist:
    Gegründet v. EB Msgr. Lefebvre, gewachsen aus einem weitgehend französischsprachigen Milieu mit starker Prägung durch den Ultramontanismus, geläutert durch viele Kirchen- und Christenverfolgungen im laizisiertem Frankreich, am Anfang francophon und teils auch francophil orientiert.
    In 40 Jahren Kampf für die Wahrheit, als Dreck und Aussatz behandelt, gewaltig kujoniert von den lokalen Bischöfen, von Rom verfolgt mit Bestechungsangeboten und Drohungen und immer wieder neuen Gesprächen (insgesamt hat Rom bis jetzt ca. 250 Priester der FSSPX abgeworben – ca. 1/3 der dort ausgebildeten Priester; diese treten jedoch häufig nicht der FSSP bei – allein an diesen Zahlen sieht man wie stark inzwischen die Zahl der traditionsfreundlichen Priester ist), hat die FSSPX einen eigenen Charakter bekommen: combattant, ohne Angst, sehr dezidiert – stetig wachsend, inzwischen in vielen Ländern, mit eigenen Missionsaktivitäten, mit (leider viel zu wenig bekannt) sehr vielen und spirituell sehr fundierten Ordensgemeinschaften.
    Die kontemplativen Dominikanerinnen, die Kapuziner, die Dominikaner von Avrillé sind nur einige.
    Die FSSPX ist größer und lebendiger denn je – sie ist, und das ist nun wirklich neu, in einigen Gebieten von Westeuropa die einzige katholische Kraft und pastorale Stütze der Gläubigen, wo die „Amtskirche“ faktisch schon vollkommen verschwunden ist und/oder Häretisches/Antichristliches am laufendem Band produziert.
    Das fürchtet Rom übrigens am meisten: daß es einen anderen katholischen Glaubensstrang gibt, der reiner, besser, wahrer das genuin Katholische vertritt.
    Wenn ich übrigens die letzten 19 Monate Revue passieren lasse, wird es übrigens keine 80 Jahre mehr dauern.
    In Nordbelgien sind innerhalb von 4 Wochen mehrere Bistümer moralisch zusammengekracht.
    Da liegen inzwischen nicht die Theologen sondern die Bischöfe, ihr Personal und viele kriminelle Priester auf die Knien.

    • Der heutige Konflikt zwischen Modernisten und Sedisvakantisten ähnelt den Auseinandersetzungen in der Alten Kirche zwischen Laxisten und Rigoristen. Während die Modernisten an „Aufbrüchen“ und „Dialogen“ nicht genug bekommen können, wähnen sich die Sedisvakantisten selbst als die einzig legitimen Gralshüter des Glaubens. Beide Strömungen schaden der Kirche, die den vernünftig austarierten Weg der Mitte zu gehen hat, enorm. Satan ist hoch erfreut, wenn er gerade in kirchlichen Kreisen erfolgreich Zwietracht säen kann. „Offizielle“ Kirche und Piusbrüder sollen sich nicht als Gegner betrachten, sondern zusehen, schnellstmöglich wieder zur Einheit zu gelangen.

      • Geehrter @Chlodwig,
        Ich habe das auch lange geglaubt/ oder besser: gehofft und glauben wollen.
        Es ist jedoch falsch.
        Es ist Unsinn wenn man „sehr viel Glauben“ mit „sehr wenigem Glauben“ mischt und sich dann „Durchschnittsglauben“ verhofft;
        Man kann auch keine zwei Liturgien zusammenkleben, vermischen miteinander.
        Und das Hauptargument: es ist unmöglich den „neuen Glauben“ mit der altehrwürdigen Tradition zu verbinden.
        Das hat übrigens P. de Lubac SJ schon geahnt in den letzten Monaten des Konzils, das haben sehr viele Theologen seitdem geschrieben, die Franziskanen der Immaculata jetzt (und sie werden dafür strengst bestraft).
        Das Problem ist ganz einfach, daß die modernistische Amtskirche in großen Gebieten von Westeuropa tot ist, und wohl nicht nur weitgehend personell, sondern vor allem inhaltlich.
        Wenn ich ansehe, was die modernistische Amtskirche aus dem früher erzkatholischen Nordbelgien gemacht hat: die totale Verlotterung.
        Jede Menge Pedo- und Homosex, gewaltige Entschädigungszahlungen, sehr viel Esoterik, Imbecilismus und Infantilismus, Mangel an Vernunft, kein Wissen, keine Empathie und Inhalt: null.
        Nichts wird gesagt von Gott, von Jesus Christus, vom Heiligen Geist; nichts von der Bibel; doppelt nichts von der Exegese; die Sakramente nur als Zeremonie, die Beichte quasi offiziell abgeschafft, Mission und Pastoral null resp. negativierend.
        Gerade Antwerpen ist ein sehr gutes Beispiel: dort gibt es eine Prozession, übrigens gut besucht und mit viel frommen Zuschauern (ca. 5000 Menschen).
        Sie wird durchgeführt durch die FSSPX – Bonny hat kein Interesse (Danneels früher auch nicht).
        Den homo religiosus gibt es immer, und Gott ruft auch immer.
        Und Unser Herr hat versprochen Seine Kirche niemals im Stich zu lassen.
        Aber mir scheint die modernistische Partei sich schnell zu zerbröseln, zu verdampfen.
        Die Arianer hatten übrigens lange die Mehrheit; die kirchliche Tradition wurde von der damaligen Minderheit weitergetragen.

    • „Die kontemplativen Dominikanerinnen, die Kapuziner, die Dominikaner von Avrillé sind nur einige.“

      Ich möchte gerne auf die grandiosen Benediktiner in Bellaigue hinweisen 🙂

      Die Dominikaner von Avrillé sind mittlerweile eigene Wege gegangen (wohin weiß ich nicht). Es gibt aber eine kleine Kommunität in Steffeshausen (Belgien), die mit der Piusbruderschaft befreundet ist.

      • <>

        …zum „Widerstand“ (von Bischof Williamson), genau wie das brasilianische Mutterkloster von Bellaigue, Santa Cruz…

        Tur mir weh, ist aber leider wahr.

    • Danke Adrien Antoine. In einem neuen Aufenthaltsort lerne ich die FSSPX kennen und habe bis jetzt sehr aufbauende Erfahrungen gehabt. Dank ihnen hat der alte Ritus überlebt, so z.B. die himmlischen Lieder, die bei der Aussetzung des Allerheiligsten gesungen werden. Wenn ich mir vorstelle, dass unsere Vorfahren solche Lieder gesungen haben, dann bin ich der FSSPX sehr dankbar, dass sie den katholischen Glaubensschatz bis zum heutigen Tag bewahren.

      • Geehrter @Ivanhoe,

        Nach dem 2. Vat. Konzil wurde in Frankreich die gregorianische Musik von den kirchlichen Oberen radikal gekappt.
        Besonders in Solesmes wurde sehr hart und einschneidend eingegriffen- und wohl weniger aus musikalischen und künstlerische Gründen als wohl aus ideologischen Gründen um den „neuen Geist“, „den neuen Glauben“. die „neue Messe“ und das „neue Stundengebet“ durchzusetzen.

        Bei den gewaltigen Problemen mit dem Stundengebet (französische Psalmübersetzung und diffizile Psalmodie) und mit der Hl. Messe kam es zu schwersten Differenzen zwischen Solesmes – einst das Bugbild der Gregorianik in Frankreich und auch für die Welt, inzwischen sehr modernistisch – und seiner Tochterabtei Fontgombault;
        Fontgombault wurde dann wegen der Liebe zur Gregorianik und zur alten Liturgie exhaustriert, faktisch exkommuniziert – hatte jedoch sehr viel Postulanten und Novizen, und ist die fruchtbarste Tochterabtei von Solesmes; Der Chor von Fontgombault hatte in den 80er und 90er Jahren fantastische Stimmen, die mittels einer großen Serie von Aufnahmen auf Band und CD gewaltig viel für die Verbreitung der Gregorianik geleistet haben.
        Die FSSPX hat mit der Schola St.-Grégoire mit Dauerkursen in Le Mans und Angers und mit rastloser Reisetätigkeit in Frankreich, zugleich mit einem Internetkurs sehr viel für die Verbreitung und die Pflege der Gregorianik getan.
        Besonders wichtig und wunderbar schön war das auf den Markt bringen der gesamten gregorianischen Musik durch die anfänglich in Belgien beheimatete, später in Frankreich tätige Schola Bellarmina u.L.v. Bernard Lorber (damals Abbé der FSSPX, später bei/nach amourösen Geschichten plötzlich nach Rom gewechselt und von höchster Stelle stante pede laisiert).
        Und last but not least wurde die Gregorianik in Frankreich gerettet durch die Initiative von Laien, von Musikern und kulturell beflissenen Politikern, die u.A. an der Hochschule in Metz die Gregorianik lebendig hielten.
        Die moderne Kirche hat hier tatsächlich einen Mordanschlag auf den gregorianischen Choral verübt.

        In den letzten Jahren äusserst wichtig war die Neuauflage des Liber Usualis und des Versorum psalmorum ad communionem durch die Canons of St. John Cantius (in Chicago);
        das sowohl missionarisch als auch musikalisch sehr nützliche Internetwerk des Institutum Christi Regis Summi Sacerdotis (ICRSS) in Gricigliano (viele bekannte Antiphonen, Hymnen, Alleluias usw. mit Notenbalken). Das ICRSS wird z. Zeit auch schwer drangsaliert – es braucht für seine vielen Seminaristen ein zweites Seminar und wird in Italien schwer gemobbt.
        Die Nonnen von Notre-Dame de l‘Adoration bei Avignon;
        und die didaktisch hervorragende Internetarbeit von Giovanni Vianini in Mailand und von cc.wathershed (Univ. Corpus Christi in den USA).

  15. Zum Thema Frontstellung Piusbrüder und „offizielle“ Kirche samt Ecclesia-Dei-Gemeinschaften:

    Wie hier wohl sicherlich jeder weiß, ist der Sarto Verlag der FSSPX angeschlossen. Im gedruckten aktuellen Katalog 2014/2015 wird ein Werk zum Klerikerzölibat mit folgenden Worten beworben: „Mit einer Empfehlung von Malcom Kardinal Ranjith“ (richtiger Vorname: Malcolm). Somit wird ein hoher Würdenträger der „offiziellen“ Kirche, der überdies öfters Priesterweihen für die Petrusbrüder spendet, als Referenz angegeben. Einige Patres der Piusbrüder scheinen sich hin und wieder in einem Übereifer mit sedisvakantistischer Schlagseite zu versteigen.

  16. Interessant ist daß hier moralisch argumentiert wird wie man es früher nur in streng pietistischen Gemeinden kannte das es so etwas wie „bekeidungsvorschriften“ geben soll ist lächerlich daß entspricht in keiner weise der Tradition das sind modernistische Unsitten die sich seit den 90er Jahren in teilen der bruderschaft eingeschlichen haben das ganze bekommt schon fast einen sekten haften charakter Was das Fernsehen betrifft war früher völlig klar daß die Priester nur empfehlungen aussprechen können alleine daß sie die Leserkommentare nur mit diesem Thema befassen zeigt was aus den Tradis geworden ist so etwas ähnliches wie Catholic Amish people
    kein Mensch scheint es hier bedenklich zu finden daß ein Priester behauptet in 80 Jahren geht die Welt unter

    • Als Hosen unter Frauen üblich wurden haben in den 1950ern südeuropäische Bischöfe zu Recht ihre Stimme dagegen erhoben und zur Sittlichkeit ermahnt. Ebenso wie die Bischöfe der Schweiz die gemischte Badeanstalten verurteilten.

      • Wieso ist es grundsätzlich „unsittlich“, wenn Frauen Hosen tragen?

        Natürlich gibt es Hosen, deren Schnitt und Länge darauf angelegt sind, den Betrachter zu „erregen“. Aber das gilt auch für bestimmte Rocktypen.

        Wen das stört, einfach nicht (mehr) hingucken, jeder ist selbst dafür verantwortlich, wohin oder worauf er seine Augen richtet.

        Es ist auch bezeichnend, daß die Frage der „Sittlichkeit“ von konservativen Christen vor allen beim Benehmen oder der Bekleidung von Frauen thematisiert und hysterisiert wird.

    • Geehrter @Thomas Kovacz,
      Dankenswert haben Sie das Stichwort „pietistisch“ gebraucht.
      Nach meiner bescheidenen Ansicht sind diese Ansichten qua Bekleidung viel mehr auf das katholische Milieu Frankreichs des 19. Jahrhunderts zurückzuführen – stark geprägt vom Ultramontanismus, und besonders in Nordfrankreich mit Einflüssen und soziologischer Spätwirkung des Jansenismus (wobei gerade Ypern im Reformationsalter nicht zum Luthertum neigte, sondern vorübergehend sehr stark calvinistisch wurde).
      Die FSSPX hatte schon vom Beginn an mit ihrem Gründer (Msgr. EB Lefebvre stammte aus Tourcoing, flämisch: Toerkonje) sicher rigoristische Eigenschaften und am Anfang eine französische Prägung.
      Das kommt germanischen Völkern etwas ungewohnt vor – war und ist jedoch in diesen Zeiten von Desorientierung, von Verheerung und von Minderheitenposition der Christen sehr sinnvoll und nützlich.
      Der combattante und missionarische Charakter ist überlebensnotwendig; sein weitgehendes Fehlen in den modernistischen Kirchen führt mittel- und wie die letzten Monate zeigen auch sehr kurzfristig bei innerer Morschheit und Schwäche zum Kollaps.
      Bekleidung ist sekundär – unser letztes Hemd hat sowieso keine Taschen – aber es ist auch ein Zeichen.
      Und es freut mich, daß fromme Protestanten wie die Pietisten, die Hutterer und Mennoniten dies ebenso sehen wie fromme traditionsfreundliche Katholiken.
      Das ist einfach Pudeur, Respekt für das Tabu, Timor Dei wenn Sie so möchten.

      • So kann man das also erklären. Sie bringen hier immer mal wieder ein neue, nicht deutsche Perspektive ins Forum. Sehr bereichernd. Vielen Dank. – Ich wünschte nur, unsere FSSPX Priester könnten das auch so erklären und hätten da eine gemeinsame Seelsorgerliche Linie. Da gibt es die, die grundsätzlich jede Frau, die (anständige) Hosen trägt, gleich für eine männerhassende, verkappte Lesbierin halten und wieder solche, die jede Frau, die mit einer Mantilla zur Messe kommt für eine exaltierte Bigotte. Ich gehöre zu letzteren, weil ich mich freiwillig dazu entschieden habe, interessiere mich aber nicht für den Kleidungsgeschmack meiner Mitchristen. Ich glaube auch nicht, dass dieser sich direkt auf die Frömmigkeit auswirkt. Wir sind doch nicht der Islam!

      • Hochgeehrte @T. de Ahumada,

        Ich kann Ihren Worten nur beistimmen.
        Wir sollten jedoch nie vergessen:
        wir sind alle Menschen und nicht perfekt;
        und wir sind alle zur Heiligung berufen, jeder an seinen Stand.
        Wir haben alle ein Gewissen und einen Verstand;
        und gerade der gesunde Menschenverstand, das Unterscheiden von Elementar Wichtigem vom Nebensächlichem, ist äusserst wichtig.
        Deshalb ist das Wachsen im Glauben, das Beten, das Studieren so wichtig.
        Um es mit der Devise der Herren von Gruuthuuse zu sagen: „Plus est en Vous“-“Da steckt mehr in Ihnen!“ (natürlich: in uns allen)

        Totus tuus

    • Geehrter @Thomas Kovacz,
      Ihr letzter Satz mit dem Hinweis auf die Amish finde ich sehr interessant.

      Tatsächlich sterben die Amish nicht aus, sondern ihre Mitgliederzahl wird beständig mehr (und wohl recht ausgeprägt).
      Man merkt es indirekt sehr gut an die Unfallstatistiken in ihren Kreisen in den USA , wo ihr Transport mit kleinen Pferdewagen nicht selten mit dem Autoverkehr kollidiert.
      In den letzten 50 Jahren sind die Amish deutlich ausgeschwärmt, und die Anzahl der Kreise wo sie in nennenswerter Zahl wohnen, hat sich fast verdreifacht.
      Das ist umso bemerkenswerter als die Durchschnittslandwirtschaft dort eine sehr lange und sehr schwere Krise durchmachte, viele Höfe verlassen wurden und viele Landwirte aufgaben.
      Es ist bemerkenswert daß gerade unter solchen widrigen Umständen sehr traditionsverbundene Landwirte, zu einem großen Teil dem 19. Jahrhundert verpflichtet, den modernen Landwirten deutlich überlegen sind.
      Bei den Hutterrern läßt sich ähnliches beobachten
      Und bei den Herrnhuterern (Brüderunität) ebenfalls.
      All diese Gesellschaften haben durch ihre Glaubensbewegung eine eigene Attraktivität; es ist Mission durch Tat.
      Das ist jetzt gerade woran es die Modernisten fehlt.

      Nebenbei ganz kurz: betr. Ihre Kritik an den 2. Teil des verlinkten Artikels in der Zeitschrift „Der Gerade Weg“:
      Nach aufmerksamer Lektüre habe ich dort nichts häretisches gefunfen, besondrs auch kein Unsinn.
      Was dort geschrieben steht, findet sich in ähnlicher Weise auch in
      1. dem Psalter (ausführlich kommentiert durch Robert Spaemann in seinem fantastischen Buch „Meditationen eines Christen über die Psalmen“ (besonders in dem Kommentar v. Ps.1) und
      2. sehr ausführlich in dem Brief an die Korinther v. Hl. Clemens von Rom (4. Papst, Märtyrer, sehr wichtiger Theologe);
      Die Ausgabe in der Serie „Fontes Christiani“ war vor kurz sehr günstig ausgeschrieben bei der Falk Buchhandlung); in der Antike gehörte diese Schrift übrigens recht lange zum Kanon des Neuen Testaments.
      P. Franziskus zitierte hieraus mehrmals bei seiner Schlußrede am Ende der Synode am 19.10.2014, übrigens recht selektiv und mit Benutzung eines merkwürdigen Zitats aus der Septuagint (die hebräische Version sagt hier etwas ganz anderes)(auch schon v. Walter Bauer in seinem Wörterbuch bemerkt) (parrhesiazomai) (LXX PS 11,6);;
      die Gesamttenor (besonders die Kap. 4-36) wurde hier v. Papst Franziskus nicht besprochen oder genannt.

  17. Danke @ Adrien Antoine für Ihre sehr gelungenen Klarstellungen die auf wirklich fundiertem Wissen aufbauen und nicht dem „dahin geworfenerem Pamphlet des Autors“, (könnte aus der Feder eines Kath. net Schreibers sein) Die wahren Absichten des H. Od.dürften jedem klar sein.

  18. Zur „Bekleidungsfrage“, geschätzter @Leo Lämmlein, fragen Sie @Chorbisch sehr konkret:
    „Was halten Sie von Halsketten, Ringen, Broschen, Spangen, u. dgl.? (…) Was halten Sie von Nagellack, Lippenstift, Wangenrouge, Augenkosmetik, …?“

    Nun, ich kann Ihnen sagen, was ich davon halte: All dies ist legitimes Kulturgut der Frau. Und ja, ich scheue mich nicht im geringsten, selbst ein dezentes „Dekolleté“ dazu zu zählen. Als ob all dies directement vom Teufel höchstpersönlich käme. Falls Sie dabei aber den ersten Timotheusbrief des heiligen Paulus im Hinterkopf haben (ob er von Paulus persönlich verfasst wurde, ist bekanntlich umstritten): Dessen Bemerkungen zum Schmuck der Frau beziehen sich dezidiert auf den Gottesdienst und sind zudem (korrektiv) an einen hellenistisch geprägten (d.h., gerade auch im Sinne von Prestige, besonders schmuckliebenden) Kreis gerichtet. Sie bedeuten keineswegs eine Legitimation des grämlich öden Bekleidungsstils puritanisch-protestantischer Provenienz, dem Sie mit Ihrem Foto einer Pfingstlergemeinde das Wort zu reden scheinen.

    Mit der Tradition der katholischen Kirche hat eine solche Bevorzugung – die gut ins Bild Ihrer großen Sympathie zu den Evangelikalen passt – nichts gemein. Wesentlich zu der alten und wahren katholischen Kirche gehört deren Nähe zur Kunst, deren Wertschätzung der Künste, das Hochhalten echter Schönheit. Vergleichen Sie nur die vielen herrlichen alten katholischen Darstellungen einer in edlen Farben schön gewandeten (bei van Eyck z.B. edelsteingeschmückten) Gottesmutter mit der mausgrauen Sprödigkeit und Phantasielosigkeit, wie sie beispielsweise in der gottesdienstlichen Einheitskleidung der von Ihnen so hoch gelobten „Gemeinde Gottes“ zum Ausdruck kommt.

    Dahinter steht letztlich die reduktionistisch verirrte Abstraktion des Glaubens, das Abziehen von der Quelle des Lebens, wie sie durch Luther (und dann noch viel ärger durch Zwingli, Calvin und Konsorten) zum Schicksal des Protestantismus wurde. Welch ungeheuren Schaden dieser Irrweg dem Christentum zugefügt hat, zeigt sich heute auch daran, dass allem „Christlichen“ in der öffentlichen Meinung meist der Geschmack des Grämlichen und Mausgrauen anhaftet. Zurecht im Blick auf die protestantische Verirrung und öde Verflachung. Völlig zu unrecht im Blick auf den Reichtum katholischen Glaubens und katholisch geprägter Kultur (dass dafür heute wiederum das Verständnis fehlt, beweisen die dümmlichen Kritiken am früheren „Triumphalismus“ und der „Prunksucht“ der Kirche). Welch ein gewaltiger Graben besteht in Wahrheit zwischen der antimystischen und damit schönheitsfeindlichen Reduktion des Protestantismus und der wahren Kirche! Katholizität bedeutet das Bekenntnis zur gottgegebenen Fülle des Lebens, von der irdische Schönheit ein erster wunderbarer Abglanz sein kann.

    • Es war „gestern“ schon spät: Ihre Frage, werter @Leo Laemmlein (mit ae!), ging natürlich an @Chlodwig, nicht an @Chorbisch.

  19. (Fortsetzung)

    Dass Schönheit als Kulturleistung heute kaum mehr vorkommt, dass die individuelle Schönheit der Frau durch die Bekleidungsindustrie nicht mehr würdig unterstützt wird, dass diese unter einem amerikanisierten, geschmacklosen Subkulturen frönenden Modediktat sich immer mehr zum „stylish“ verpackten Sexualobjekt degradieren lässt – das sind Aspekte der postmodernen, so sehr einer Antiästhetik huldigenden wie alle Lebensbereiche rein oberflächlich (im Sinne von „Design“ und „Look“) ästhetisierenden westlichen (Massen-)„Kultur des Todes“.

    Ihr entgegenzutreten, kann wahrlich nicht bedeuten, nur mehr wie die protestantische graue Kirchenmaus herumzuhuschen, sondern impliziert mit der Restitution des Glaubens als gesellschaftlicher Kraft die Rückkehr zu echter Ästhetik, die immer den Bezug zum Schöpfer durchleuchten lässt und eo ipso schöne Natürlichkeit und sittliches Maß in sich trägt. So sehr und herzlich ich Ihrem oben geäußerten Grundtenor, lieber @GW, deshalb auch zustimme, so ist die Bekleidungsfrage (inner- wie außerhalb des Gottesdienstes) mithin auch heute nicht nur Sache „rein-persönliche(n) Geschmack(s)“, sondern manifestiert wie alle Kulturleistungen weit tiefere und beunruhigendere Zusammenhänge.

    Insofern die „kulturellen“ Bemühungen der FSSPX einer „Rückkehr zu echter Ästhetik“ dienen wollen – wie es sich z.B., sehr löblich, in der musischen Erziehung der Kinder in deren Schulen mit klassischer Musik niederschlägt, im Unterschied zu den meisten Evangelikalen, deren „Musikgeschmack“ tief blicken lässt! – sind sie sehr zu begrüßen, und man darf dankbar dafür sein. Insofern sie in Richtung moralistischer Verengung tendieren und damit im Gegensatz zur reichen Weite und edlen Milde der Katholizität stehen, sind sie abzulehnen und sollten auch innerhalb der Bruderschaft bekämpft werden. Alles, was auch nur in die Nähe evangelikalen Denkens kommt, ist der Tiefe, Breite und Wärme des katholischen Geistes fremd.

    Es darf aber hierbei nicht vergessen werden, welche Herausforderung es heute bedeutet, dem uniformen Massengeschmack zu widerstehen, und welch überspannten Anspruch es bedeutete, wollte die kleine FSSPX das riesige kulturelle Erbe der katholischen Kirche, als Herz und einstiger Hort der abendländischen christlichen Tradition, in die Zukunft tragen, nachdem die Amtskirche mit ihrem katastrophalen postkonziliaren Bildersturm und der geist- und kulturarmen Spießigkeit, der sie sich immer mehr ausliefert, ihr eigenes kulturelles Vermächtnis auf beispiellose Weise verraten hat.

    Im übrigen denke ich, dass sich einiges an Verengung im „Milieu“ auch aus soziologischen Prozessen innerhalb der traditionsliebenden Laienschaft ergibt, die von den Priesterbruderschaften nur bedingt gesteuert werden können (vergleichbar mit vorkonziliaren Verengungen des katholischen Milieus) und zudem, so auch meine Erfahrung, von Ort zu Ort variieren.

  20. (Fortsetzung)

    Dennoch sollte sich gerade die FSSPX mit ihren lobenswerten Bildungsinstitutionen auch ihrer kulturellen Verantwortung m. E. stärker und differenzierter bewusst werden. Das bedeutet, mit aller Konsequenz und, nach Möglichkeit, erlesenem Geschmack zu den echten Werten der abendländischen christlichen Tradition zu stehen. Klassische Musik, Kunst und Literatur als Erbe und Auftrag; keine Kitschkopien der, ich muss es leider sagen, schon im Original kitschigen und künstlerisch schlechten Madonnenstatue von Fatima, keine Konzentration auf den gleichsam schon „ranzigen“ Kirchenkunstgeschmack des ausgehenden 19./frühen 20. Jh., sondern bewusste und kluge Auswahl und Verwendung der wahren kulturellen Schätze, v. a. aus den glaubensstarken Zeiten von ausgehendem Altertum bis Barock, zur Bildung von Geschmack und Schönheitssinn der Kinder ebenso wie der Erwachsenen. (Auch die grundsätzliche Öffnung gegenüber zeitgenössischem künstlerischem Schaffen, wenn es denn religiösen Wert und ästhetischen Rang haben sollte – was freilich überaus selten ist.)

    Etwas vom „äußerlich“ (in Anführungszeichen, weil tief bedeutend) Ennervierendsten an der heutigen Kirche ist, dass ihr kulturelles Pendel zwischen zum Kitsch verkommenen Nachbildungen naturalistischer Kirchenkunst des 19. Jh. (Wallfahrerkitsch) und künstlerisch meist absolut wertloser, mainstreamig-spießiger bis protestantisierend schäbiger, progressistisch ungeistiger „Abstraktion“ schwingt. Man verzeihe mir die Häufung der adjektivischen Negativa, aber es gibt nichts zu beschönigen.

    Die traditionsverbundenen Priesterbruderschaften sollten hier im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten wirklich alles tun, um dagegen anzusteuern und den Gläubigen die kulturelle Potenz der katholischen Kirche zu vermitteln. Gerade ästhetische Erziehung ist eine der besten Voraussetzungen für eben jene edle und warmherzige, weil liebende „liberalitas“, die, Gott sei es gedankt, gerade mit der „strengen“, der wesenhaften katholischen Lehre einher geht. Wesenhaft und nicht pharisäisch: auf diesen Unterschied hat (schön, dass Sie es erwähnen, @GW) gerade Pfarrer Milch immer wieder mit Nachdruck hingewiesen, sowohl in seinen Invektiven gegen den Sedisvakantismus als auch gegen alle möglichen Kleinlichkeiten und Verengungen echter christlicher Praxis. Sicher, einer wie Pfarrer Milch täte der FSSPX auch und gerade heute gut.

    • Hochgeehrter @Kyrillus,

      Für Ihren hervorragenden Kommentar herzlichen Dank!
      Diese Forum hat eine gewaltige Qualität.

Comments are closed.