Neue Videobotschaft von Papst Franziskus an Evangelikale

Papst Franziskus mit Evangelikalen (rechts die Witwe von Tony Palmer).
Papst Franziskus mit Evangelikalen (rechts die Witwe von Tony Palmer).

(Rom) In Lateinamerika nehmen sie der Katholischen Kirche Millionen von Gläubige weg. Papst Franziskus hat für die Evangelikalen dennoch nur freundliche Worte übrig. Das ist seine Art, Ökumene zu betreiben, wie es in zwei Videobotschaften deutlich wird. Die neue Videobotschaft wurde im vergangenen Oktober in Santa Marta aufgezeichnet, während im Vatikan die Bischofssynode über die Familie tagte.

Das Pew Research Center von Washington veröffentlichte vor kurzem eine neue Erhebung über den Katholikenschwund in Lateinamerika und die gleichzeitig rapide Zunahme der Evangelikalen (siehe Massenexodus lateinamerikanischer Katholiken zu Evangelikalen). Der sich beschleunigende katholische Erosionsprozeß ist beeindruckend.

Katholischer Aderlaß in Lateinamerika

Lateinamerika gilt als Schwerpunkt der Katholischen Kirche, zumindest was die Zahl der Gläubigen anbelangt. Um 1950 waren 94 Prozent aller Lateinamerikaner Katholiken. 1970 noch immer 92 Prozent. Dann aber erfolgte ein radikaler Einbruch. Heute bekennen sich noch 69 Prozent zur Katholischen Kirche. Mehr als ein Viertel der Katholiken ging in den vergangenen 35 Jahren verloren. Die Abwanderung erfolgte zu 90 Prozent in Richtung Evangelikale. Hinter diesem Sammelbegriff steht eine kaum überschaubare Anzahl heterogener Erweckungsgruppen, deren Merkmale persönliche Jesus-Beziehung, geringe Institutionalisierung und charismatische Führungsgestalten sind.

Den Negativrekord verzeichnet Honduras. Dort brachen die Katholiken von 94 Prozent auf 46 Prozent ein. Der Einbruch vollzog sich weitgehend während der Amtszeit von Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, der seit 1993 Erzbischof von Tegucigalpa ist. Papst Franziskus bestellte den Kardinal trotz dieses Makels in den C8-Kardinalsrat zur Leitung der Weltkirche und machte ihn zu dessen Koordinator. Kardinal Maradiaga ist in den vergangenen anderthalb Jahren mehrfach mit dem Habitus eines „Vize-Papstes“ aufgetreten. Als solcher maßregelte er öffentlich Glaubenspräfekt Gerhard Müller wegen dessen Verteidigung des katholischen Ehesakraments und der Unauflöslichkeit der Ehe.

Aus der Pew-Studie geht hervor, daß nicht laue Katholiken zu den Evangelikalen abwandern, sondern jene, die an einem aktiv praktizierten Glauben, an der Verteidigung der katholischen Ehe- und Morallehre interessiert sind und antichristliche gesellschaftspolitische Umbrüche wie die Legalisierung der Tötung ungeborener Kinder und der der „Homo-Ehe“ ablehnen. „Es ist das genaue Gegenteil von Laxheit, das Katholiken zu den Evangelikalen zieht“, so der Vatikanist Sandro Magister.

Von argentinischen Katholiken und Evangelikalen

Die evangelikalen Konvertiten erweisen sich, laut Erhebung, als viel dynamischer in der Verkündigung und Verteidigung des christlichen Glaubens. Selbst im Einsatz für die Armen zeigen sich Unterschiede. Während die Katholiken „neutral“ Hilfe zukommen lassen und fertig, verbinden die Evangelikalen ihre soziale Fürsorge damit, den Armen den christlichen Glauben nahezubringen.

Der Abstand zwischen Katholiken und Evangelikalen zeigt sich ebenso in der religiösen Praxis. 41 Prozent der argentinischen Evangelikalen beten täglich und gehen jeden Sonntag zum Gottesdienst. Das gleiche gilt nur für neun Prozent der argentinischen Katholiken. Argentinien bildet mit Chile und Uruguay das Schlußlicht an praktiziertem katholischem Glauben in Lateinamerika. Argentiniens Evangelikale stehen zudem, laut Pew-Studien, Papst Franziskus am distanziertesten gegenüber. Die Gründe dafür wären gesondert zu erheben.

Es ist verständlich, daß Jorge Mario Bergoglio, der diesen Einbruch als Erzbischof von Buenos Aires vor Ort erlebte, nun als Papst handeln will. In Argentinien fehlten ihm offenbar zündende Ideen. Auf römischer Ebene scheint er vorerst auf höchster Ebene nur zu wiederholen, was er bereits in Buenos Aires versuchte, als er sich im Namen des „Dialogs“ häufige Stelldicheins mit allen Konfessionen und Religionen gab. Außer der Aufwertung seiner zum Teil obskuren Gesprächspartner, die sich plötzlich in den Medien gleichwertig neben dem Primas von Argentinien abbilden lassen konnten, waren keine sichtbaren Erfolge zu erkennen.

Evangelikale sind größte Konkurrenz für Katholische Kirche, nicht Lutheraner und Calvinisten

Tony Palmer mit Papst Franziskus im Juni 2014
Tony Palmer mit Papst Franziskus im Juni 2014

Die Vorgängerpäpste pflegten mehr höfliche Begegnungsdiplomatie als Ökumene, oder schrieben den „Reformierten“ einiges ins Stammbuch, wie Benedikt XVI. 2011 in Erfurt. Sie taten dies aber nur gegenüber den offiziellen Reformationskirchen. Die Evangelikalen existierten für sie nicht. Anders Papst Bergoglio. Er drängt mit Nachdruck auf Kontakte zu den Evangelikalen, während er die landeskirchlichen Protestanten wie Lutheraner und Calvinisten links liegenläßt. Außer Höflichkeiten hat er für die historischen Kirchen der Reformation nicht viel übrig. Das beruht übrigens auf Gegenseitigkeit. Auch Lutheraner und Calvinisten geben sich distanziert gegenüber Rom. Ganz anders die Evangelikalen.

Die Strategie von Papst Franziskus scheint ziemlich klar zu sein. Die Reformationsgemeinschaften sind keine Konkurrenz für die Katholische Kirche. Ihr Zustand im Westen ist noch prekärer. Bergoglio hat die größte Konkurrenz der Katholischen Kirche in den Evangelikalen erkannt. Er will sie nicht bekämpfen, sondern sie sich zum Freund machen.

Erstaunlicherweise gibt es in dem heterogenen evangelikalen Sammelbecken beachtliche Teile, die ihrerseits sehr wohlwollend in Richtung Rom blicken. Dafür sind veränderte gesellschaftliche und politische Gründe verantwortlich. Die geistlich verdampfenden Reformationskirchen können der Entchristlichung nichts mehr entgegenstellen, was zu einer großangelegten Umschichtung innerhalb des Protestantismus führte. Gleichzeitig entdeckte der neue Protestantismus in bestimmten Bereichen Gemeinsamkeiten mit der Kateholischen Kirche. Gemeinsamkeiten im Bereich der nicht verhandelbaren Werte, die auf Johannes Paul II. und Benedikt XVI. zurückgehen, aber bemerkenswerterweise unter Papst Franziskus eine konkrete Annäherung zeitigen, der zu eben diesen Themen zum Zeistgeist schielt.

Bisheriger Höhepunkt der Annäherung war am vergangenen 27. Juli sein Besuch in der Kirche des evangelikalen Pastors Giovanni Traettino in Caserta. Ein Anlaß, zu dem 300 teils führende Evangelikale aus aller Welt eingeflogen wurden, besonders aus den USA. Das hat seinen Grund. Denn das evangelikale Kernland sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Von dort aus wurde die Bewegung seit den 80er Jahren mit besonderem Erfolg nach Lateinamerika exportiert.

Evangelikale blicken freundlich nach Rom – Papst will sie sich zu Freunden machen

Was heißt, sich die Evangelikalen zum Freund zu machen? Der kanadische Prediger Brian Stiller, Global Ambassador of the World Evangelical Alliance (WEA), gab nach dem Vorbereitungstreffen für Caserta am 19. Juni bekannt, daß Papst Franziskus explizit betont habe, Evangelikale nicht zum katholischen Glauben bekehren zu wollen. Papst Franziskus sprach in Caserta von der Ökumene als „Einheit in der Vielfalt“, einer Art vielgesichtiger Weltkirche. Ein Gesicht wäre die Katholische Kirche, während die anderen christlichen Denominationen die gleichwertigen anderen Gesichter wären. Eine Vorstellung, die allerdings dem bisherigen Kirchenverständnis widerspricht. Wie Franziskus diese „neue“ Sichtweise mit der katholischen Lehre in Einklang bringen will, ist nicht klar. Gesagt hat er dazu noch nichts. Vor allem wäre es die vollständige Übernahme des protestantischen Ökumeneverständnisses.

Tatsache ist, daß Franziskus demonstrativ den Kontakt zu den Evangelikalen sucht, was an der Anzahl der Treffen mit evangelikalen Vertretern deutlich wird, die sogar die ebenso überdurchschnittlich häufigen Begegnungen mit jüdischen Vertretern überrunden. Die meisten der Treffen finden informell statt und damit am offiziellen Protokoll vorbei. Sie werden nicht in der Liste der Audienzen verzeichnet und oft erst einige Zeit später bekannt.

Die meisten Treffen finden im Gästehaus Santa Marta statt. Der Besuch in Caserta, wo erstmals ein Papst eine evangelikale Gemeinschaft aufsuchte, war der sichtbarste Moment. Der argentinische Papst hat neben Audienzen im Vatikan und Gegenbesuchen noch einen weiteren Kanal gefunden, um mit den Evangelikalen zu kommunizieren: die Videobotschaften. Ein Kanal, der für evangelikale Fernsehprediger geläufig ist.

Zwei solcher Videobotschaften gibt es inzwischen. Deren Inhalt scheint in keinem vatikanischen Dokument auf und wurde auch nie über einen offiziellen kirchlichen Kanal veröffentlicht. Wenn sie dennoch bekannt werden, dann durch die Empfänger, die sie begeistert im Internet weiterbreiten.

Die beiden Videobotschaften von Februar und Oktober

Papst Franziskus und Evangelikale verstehen sich
Papst Franziskus und Evangelikale verstehen sich

Das jüngste Treffen zwischen dem Papst und einflußreichen evangelikalen Vertretern fand während der Bischofssynode über die Familie statt. Franziskus empfing die Witwe von Tony Palmer und eine Reihe von dessen näheren und weiteren Mitarbeitern im evangelikalen Dachverband Communion of Evangelical Episcopal Churches (CEEC). Tony Palmer, der sich selbst Bischof nannte, kam am vergangenen 20. Juli bei einem Motorradunfall in Großbritannien ums Leben. Er hatte maßgeblich das Treffen von Caserta vorbereitet, an dem er selbst nicht mehr teilnehmen konnte.

Tony Palmer war es, der wenige Monate vorher die erste Videobotschaft des Papstes an eine Konferenz führender Evangelikaler der USA aufgezeichnet hatte, als er vom Franziskus empfangen wurde. Der Organisator der Konferenz war der Fernsehprediger Kenneth Copeland, einer der weltweit einflußreichsten Evangelikalen. Copeland vertritt die „Prosperitätstheologie“, die auch als „Wohlstandstheologie“ verstanden wird. Copeland wurde mit anderen Evangelikalen und Palmer am vergangenen 19. Juni vom Papst im Vatikan empfangen.

Die erste Videobotschaft des Papstes hatte eine Länge von vier Minuten. Die zweite, neue Videobotschaft wurde beim Treffen im Oktober aufgezeichnet. An der Seite des Papstes sitzen die Witwe von Tony Palmer, Emiliana Palmer sowie Robert Wise, der als „Bischof“, die Nachfolge Palmers angetreten hat.

Das evangelikale Treffen im vergangenen Februar, bei dem die erste Videobotschaft des Papstes gezeigt wurde.

Das Treffen mit der Witwe von Tony Palmer und Vertretern des Dachverbandes Communion of Evangelical Episcopal Churches im vergangenen Oktober in Santa Marta.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo/Secretum meum migi (Screenshot)

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19 Comments

  1. Schade, daß er nicht ein Evangelikalen Pastor geworden ist. Seine „Predigten“ und „Perlen“ wären aber selbst dort drittklassig.

  2. //Papst Franziskus bestellte den Kardinal trotz dieses Makels in den C8-Kardinalsrat zur Leitung der Weltkirche und machte ihn zu dessen Koordinator.//

    Trotz – oder gerade wegen?

  3. Dunnerslach … irgendwie völlig grotesk, absolut surreal, das. Beide Videos, vor allem das Mittlere. Und das Untere wirkt (zumindest auf mich, und bei allem Respekt) mehr so, wie … der Stuhlkreis einer dadaïstischen Selbsthilfegruppe. Nichts gegen dadaïstische Selbsthilfegruppen, aber … – wo ist denn da jetɀ‘ die Aussage? Viel Emotion, wenig Inhalt, und wie so oft keinerlei nachvollziehbare Logik; ich kapier’s nicht, bin massiv überfordert bis völlig perplex (klassisches Dilemma geradeɀu Shakespeare’scher Dimension: „Wat nū, fight or flight?“). — Was soll dieses Video, wer hat das gefilmt, und wozu??? Was ist das überhaupt für ein Ambiente? Ein Wartesaal??
    Rein menschlich gesehen, so von der Psychologie her, ja sehr nett, das alles; irgendwie sehr … gruppendynamisch, genau! Jedenfalls, jener durchaus sympathisch wirkende ältere Herr wäre bestimmt ein Suuuper-Großvater, etwa so, wie in der Werbung für diese Karamell-Bonbons …
    … allein, wozu diese (zēr zelt-zāmǝ) Kostümierung? Eine Strickjacke hätt’s auch getan, wäre irgendwie authentischer. — „Da[r]nach lesen Sie den Text ‚Tiefere Bedeutung‘, um tiefer in die Bedeutung des Koans einzudringen. Je tiefer Sie in sich selbst hineintasten, desto tiefer werden Sie die Lehren erfassen. – Geben Sie hier Ihre Frage/Ihren Lebensumstand ein:

    [und hier wäre dann das Eingabefeld]

    (Sie können das Feld auch leer lassen – der für Sie passende Koan kommt auch über das morphische Feld [sic et non, das hab' ich jetzt nicht selbst erfunden! steht da wirklich!!])

    Die Bedeutung eines Koans kann unmittelbar auf der Hand liegen, aber es kann auch sein, dass Sie es erst später verstehen“ – oder auch nicht.
    Gefunden auf einer Netzseite über Zen-Kōans (japanische Sinnsprüche von unvergleichlich-überwältigendem Tiefsinn, die man aber nur versteht, wenn man grünen Tee aufschlägt [und nur in der Urasenke-Schule wird, wie einem die Wikipedia klarzumachen versucht, ein dicker Schaum geschlagen; Omotosenke hingegen vermeidet ja bekanntlich allzu viel Schaum] und eins ist mit seinem eigenen morphischen Feld …) … – ich glaube, ich verzieh‘ mich mal besser in meine (vom alten Reich [sc. Wilhelm] himself!) handsignierte Orgon-Kammer:

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f6/Orgone_Energy_Accumulator_(right-angle,_open).JPG … \spinmodeoff 😀 ![?]

    Videte, si vultis, de his: http://eo.wikipedia.org/wiki/Japana_teceremonio

    necnonque et nexum illum: http://eo.wikipedia.org/wiki/Orgono .

    • Ja, Entschuldigung, bitte – aber wie soll man denn sonst noch mit solchen … apostolischen Äußerungen umgehen, wenn nicht im klinisch-reinen Zen-Modus???…?^^ – Und der Link zu diesem Bild eines sog. ‚Orgon-Akkumulators‘ (so‘n Quatsch! ebenso wie diese ‚morphischen Felder‘ von Rupert Sheldrake; Koans dagegen laden ja wenigstens noch zum Nachdenken und Sinnieren ein, im Ggs. zu […] …) funktioniert scheint’s nur mit kleinem jpg-Suffix, also 2. Versuch:

      http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f6/Orgone_Energy_Accumulator_(right-angle,_open).jpg

      • Wieder nix [grrr...] … funktionierende Links sind offensichtlich reinste Glückssache … 😉 – aber im Ernst, das einzige, was ich von jenem Konventikel (vermutlich) in der Domus S. Marthæ zumindest im Ansatz glaube, verstanden zu haben, ist (mal wieder) das mit dieser … na ja, ‚Ökumene des Blutes‘, was aber u.a. auch deswegen ziemlich unsinnig ist, da ja jene Kämpfer der Sunna (und dies ganz im Sinne derselben) gehalten sind, vor allem Agnostiker sowie Atheisten und Polytheisten vor die Alternative ‚Konversion oder Tod‘ zu stellen; so wurden bei den islamischen Eroberungen auf dem indischen Subkontinent und der Etablierung des Mogul-Reiches vor allem die Buddhisten Opfer schlimmster Grausamkeiten, da sie den muslimischen Eroberern eben als gottlos galten und mit ihnen somit keinerlei Dhimmi-Vertrag möglich war. So entsetzlich das alles war (und ist), so begründet es jedoch keine ‚Ökumene‘ im theolog. Sinne – auch wenn etwa die mesopotamischen Christen (aller Konfessionen), die kurdischen Jesiden und auch alle Muslime, alle Menschen guten Willens, die unter diesem „ISIS“-Wahnsinn so fürchterlich zu leiden haben, einander unbedingt helfen sollten gegen den gemeinsamen Feind, klar. Aber das meint Franziskus ja nicht …

      • Ergänzung/Korrektur: Laut dem Wikipedia-Artikel

        http://en.wikipedia.org/wiki/Muslim_conquests_on_the_Indian_subcontinent

        wurden natürlich auch die Hindus Opfer dieser entsetzlichen Schlächterei; über Timur / Tamerlan wird etwa berichtet:
        ‚[…] During the ransacking of Delhi, almost all inhabitants not killed were captured and enslaved.
        Timur’s memoirs on his invasion of India describe in detail the massacre of „Hindus“, looting plundering and raping of their women and the plunder of the wealth of Hindustan (Greater India). It gives details of how villages, towns and entire cities were rid of their „Hindu“ male population through systematic mass slaughters and genocide.‘

    • @GW
      Sie sind ja sehr lustig – (das meine ich ernst!)

      aber sehr anstrengend zu lesen – Muss ich das jetzt verstehen, was Sie da schreiben?
      Tut mir leid, da streiken meine kleinen Gehirnzellen, schade!

      • Ach, das … war bloß der reine modus sarcasticissimus sive sinnlosicus – ich versteh’s ja selber nicht 😉 ! Kein Mensch muß (ausgerechnet auch noch) mich verstehen (nicht mal ich selbst^^), aber im Ernst – den Summus Pontifex, den sollte man doch nun wirklich verstehen können; ganz besonders seine Rede sollte doch absolut klar, eindeutig und verständlich sein (Christus selbst formuliert es ja sehr scharf: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel!“), und vor allem sollte er Seine Lehre verkünden (wie der Herr sagt: „Wer euch hört, der hört Mich!“), sei es gelegen oder ungelegen – und nicht seine eigene „Lehre“ bzw. Privat-Theorien. Er sollte, wie der Auftrag Christi lautet, seine Brüder im Glauben stärken – und nicht verwirren, nicht noch mehr verwirren, als wir alle, denk ich mal, eh schon sind, in all diesem geistigen Chaos (dabei hatte DAS Konzil doch den genau gegenteiligen Anspruch; ein „neues Pfingsten“ sähe, wenn’s denn ein solches überhaupt geben könnte, anders aus). Ich glaube, das wollt‘ ich ausdrücken mit diesem „absichtlich-idiotischen bis völlig absurden Schreiben im Dada-Modus“. Und, ja, auch ich mache mir ernsthafte Sorgen, daß meine Synapsen nicht durchbrennen, wenn … – Sie wissen schon, „die Perlen“; deswegen meide ich die schon seit langem, eben aus rein-synaptischen Selbstschutzgründen^^

    • Sehen Sie sich mal dieses Gestikulieren und die Mimik Bergoglios an, besonders im Video. wo er auf diesem grünen Sofa herumturnt. Das offenbart viel über ihn. Und das hat nichts mit diesen Lateinamerikanismen zu tun mit denen man immer gleich daher geeilt kommt um Bergoglio zu „Verstehen“.

      • Die Rache dieser Alta Vendita ist nun so gut wie vollendet – denken *die* wohl; aber da haben *sie* sich getäuscht. Je höher sie sich aufschwingen, desto tiefer ihr sicherer Fall …

  4. Also ich verstehe das Gezeter hier nicht. Man soll froh und dankbar sein, dass Papst Franz anders als seine Vorgänger, die mehr mit dem linksliberalen und aussterbenden Mainstream-Protestantismus zugange waren, so stark auf die Evangelikalen setzt. Bei allen Unterschieden in der Lehre, aber in der Moral stehen sie uns viel näher. Und nicht zu vergessen: sie stehen auch politisch auf der „richtigen“ Seite, nämlich rechts. Das sollte man nicht unterschätzen. Gerade in Lateinamerika sind die evangelikalen Gemeinschaften in klarer Gegnerschaft zu den linkem Caudillos in Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay, Bolivien und Venezuela.

    • Was aber niemals auf Kosten der einen und ungeteilten Wahrheit gehen darf; das ist eben das Problem! Das Schlimme: man muß nach allen seinen Äußerungen ja den Eindruck gewinnen, daß Bergoglio als wirklich prototypischer Modernist (Bischof Fellay hatte mit seiner dahingehenden Aussage ja mitten ins Schwarze getroffen; sie hätte hinterher gar nicht relativiert zu werden brauchen, obwohl die Brisanz natürlich klar ist – impliziter Häresie-Vorwurf nach ‚Pascendi‘ …), daß er also nicht („nur“!?) spezielle ‚Einzelhäresien‘ verkündet, so wie die Arianer, so wie die „Reformatoren“, sondern daß er gar keinen Begriff mehr von der Wahrheit selbst hat. Nicht explizite oder „auch nur“ implizite Leugnung bestimmter einzelner Glaubenswahrheiten (ob er sich nun dessen bewußt ist oder nicht), sondern das Leugnen der Existenz der Wahrheit selbst – Relativismus, Subjektivismus, Konstruktivismus pur, so mein Eindruck. So gesehen waren Luther, Zwingli, Calvin & sequaces geradezu harmlos dagegen; diese bestritten zwar ganz bestimmte, einzelne Glaubenswahrheiten – aber nicht die Existenz und die präzise Aussagbarkeit, Formulierbarkeit, Wohldefiniertheit der Glaubenswahrheiten selbst. Ja sogar (implizit?) die Gültigkeit der Grundprinzipien des logischen Denkens; insbesondere, daß zwei einander widersprechende Aussagen (oder theologische Systeme) nicht beide zugleich wahr sein können; daß die Wahrheit zeitinvariant ist; daß die Einzelwahrheiten absolut präzise, eindeutig und jedem verstehbar in menschlicher Sprache formuliert werden können; daß die Glaubenswahrheit in dem Sinne ‚vollständig‘ ist, als Gott uns alles, was wir zu unserem Heile wissen müssen, bereits vollständig mitgeteilt hat – in Christus selbst; daß es einen – und nur einen! – Heilsweg gibt – Christus selbst; daß es, wie, glaube, die verehrte Marienzweig einmal sehr treffend sagte, eine Beleidigung Christi wäre, auch nur implizit zu behaupten, daß Er uns etwas „vorenthalten“ habe, was wir womöglich „auf anderem Wege“ erst allmählich, mit der Zeit, „herausfinden“ müßten; daß es somit auch andere Offenbarungsquellen gebe, daß man auch auf „andere“ – „die Welt“ oder das „Volk Gottes“ – „hören“ müsse, als habe Christus nicht gesagt, „Ich bin die Wahrheit!“ und: „Keiner kommt zum Vater denn durch Mich!“ und: „Ich werde euch den Geist der Wahrheit senden, Er wird euch an ALLES erinnern; Ich werde bei euch sein alle Tage bis ans Ende der Welt!“
      Was wir dringendst brauchen, ist ein neuer ‚Syllabus‘ – & nicht noch mehr von diesem so frucht- wie endlosen sogenannten „ökumenischen Dialog“. Christus sagte, „gehet hin und VERKUENDET“, & nicht „dialogisiert, & das auch noch so, daß ihr dabei die Wahrheit, die Ich selber bin & euch offenbart habe, relativiert, als gäbe es auch noch ‚andere Wahrheiten‘, ‚andere Götter‘, auf die ‚zu hören‘ wäre!“ – „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einziger Herr. Und du sollst den Herrn – deinen Gott! – lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele & mit all deinem Können!“

      • Ja, Erzbischof Zollitsch hatte schon völlig recht, als er mal meinte, die Kirche müsse eine ‚hörende Kirche‘ sein – ja, aber auf Ihn, auf Christus, und auf sonst KEINEN. Außerdem ist dieses unsägliche Geschwätz von der ‚ecclesia semper reformanda‘ – ein Prinzip des niederländischen Calvinismus‘ des 17. Jhds. – mindestens haeresin inducens, wenn nicht gar, falsch verstanden, blasphemisch. Die Kirche als solche[!] ist eine societas perfecta, ist das corpus Christi mysticum, ist indefektibel und infallibel; ist die eine Heilige; daran zu zweifeln, bedeutet, daran zu zweifeln, daß Gott 1. den Willen und 2. die Macht hat, Seine Kirche als Ganze so zu führen und zu schützen, daß sie niemals die Fähigkeit verliert, daß sie den Auftrag, den Er selbst ihr gegeben hat, überhaupt ausführen kann. Ein Abweichen von der Wahrheit oder ein auch nur partielles „Vergessen“ der Wahrheit würde ihr die Ausführung ihres Auftrages, zu verkündigen und zu heiligen, unmöglich machen. Dann hätte Gott ihr einen Auftrag gegeben, der über ihr Können hinausgeht, was unlogisch (und lieblos) wäre; dann hätte Er ihr vorenthalten, und das entgegen Seiner ausdrücklichen Zusage, was sie braucht, um ihren Auftrag überhaupt ausführen zu können. Blasphemie. – Daß die Kirche ihre konkreten Strukturen immer so aufstellen muß, daß sie ihren Auftrag immer optimal ausführen kann, ist trivial; und das hat sie ja schon immer gemacht, ist nichts Neues. Ebensowenig wie die Tatsache, daß sich auch jeder einzelne Gläubige ständig (und im Wortsinne) ‚re-formieren‘ muß.

        http://en.wikipedia.org/wiki/Ecclesia_semper_reformanda_est

      • GW @ “ Erzbischof Zollitsch hatte völlig recht….Wenn man Zollitsch hört, dann
        muss man an den Mann denken, der als Vorsitzender der deutschen Bischofs-
        konferenz, zwei Glaubenssätze geleugnet hat, nämlich den Kreuzestod Chri-
        sti, nicht als Opfer, sondern als Solidarität mit den Menschen. Das Fegefeue
        nicht als Reinigungsort, sondern ein Ort wo man nach dem Tod, sich für oder gegen Gott endscheiden kann. Sein Nachfolger Kardinal Marx setzt noch eini- ges drauf, er leugnet sogar die Hölle ! Nein auf diese Leute muss, nein man darf nicht auf sie hören. So sind unsere Autoritäten, keine Glaubensvorbilder

        Zu GW @ muss man sagen, Sie schreiben zuviel und zu lange Beiträge. In
        der Kürze liegt die Würze, oder weniger ist mehr !

    • Gloria Olivae@: Ich kann mich nicht erinnern,dass die Vorgänger von Bergoglio (Welche meinen Sie denn eigenlich?), mehr mit dem linksliberalen und aussterbenden Mainstream-Protestanismsus zugange waren. Na,na. Bleiben Sie mal auf dem Teppich. Der von Ihnen erwähnte Papst F. trägt doch geradezu die reinste linksliberale Credo-Fahne in den Wind! Seine Reden und Gestik ensprechen die eines linken Idealisten und Populisten. Oder bezeichnen Sie das als die „richtige Seite“?

      • Ich habe mich nicht zum Papst insgesamt geußert, den ich auch äußerst kritisch sehe. Sondern ausschließlich zu seiner Ausrichtung n der „Ökumene“ mit den Gemeinschaften der Reformation. Und da setzt er mit den Evangelikalen auf diejenigen, die uns immerhin ethisch und politisch einigermaßen nahe stehen. Während Ratzinger und JP II diese Gemeinschaften nicht interesiert haben, sondern diese haben mit den „Lutheranern“, den „Reformierten“ und „Anglikanern“ gekungelt. Also mit den linken aussterbenden Mainstream-“Kirchen“. Das ist Fakt.

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