Antonio Socci über den Bergoglio-(D)Effekt

Bergogliaden(Rom) In der Sonntagsausgabe der Tageszeitung Libero veröffentlichte Antonio Socci, Rektor der von der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt RAI und der Universität Perugia getragenen Journalistenschule von Perugia einen Kommentar über seltsame Gestalten, die sich als die begeistertsten „Fans“ von Papst Franziskus outen. Und über den Bergoglio-(D)Effekt.

Zusammen mit Fausto Bertinotti1 und Eugenio Scalfari2  ist Marco Pannella3 der elektrisierteste Fan von Papst Bergoglio („Viva il Papa!“, „Wir Radikalen lieben ihn sehr“, „ich möchte Staatsbürger des Vatikans werden“). Als Benedikt XVI. regierte, zog Pannella mit dem Schild: „No Taliban, No Vatican“ auf den Petersplatz. So ändern sich die Zeiten.

Handelt es sich um die erstaunliche „Bekehrung“ zum „Opium für das Volk“, der Religion, als Anker im Alter, weil man schließlich ja nie wissen kann, ob man im Jenseits nicht doch überraschend auf Gott stoßen könnte?

Nein, in diesem Blitzschlag, der den ehemaligen Vorsitzenden der Alt-Kommunisten und die beiden Symbolfiguren der Kirchenfeindschaft, des Laizismus und der Entchristlichung erfaßt hat, ist von einer Rückkehr zur katholischen Kirche keine Rede, schon gar nicht von Reue oder einer Änderung des Lebens.

Das genaue Gegenteil ist der Fall. Sie haben vielmehr den Eindruck, daß nach dem Sieg ihrer radikalen und laizistischen Kultur in der Gesellschaft sogar ein ungeahnter Triumph in der Kirche naht.

Fausto Bertinotti und Marco Pannella applaudieren dem Papst
Fausto Bertinotti und Marco Pannella applaudieren dem Papst

Bei Bertinotti kommt noch die Begeisterung hinzu für einen Papst, der sich als neuer revolutionärer Führer der linken Globalisierungsgegner präsentiert.

Ist dem aber wirklich so? Kann es nicht sein, daß Scalfari und Pannella sich angesichts ihres ausgeprägte Egos einfach nur bauchgepinselt fühlen wegen der Telefonate und der Gespräche, die ihnen Franziskus zukommen ließ?

Und könnte Bertinotti vielleicht die Einladung zum „Kampf“, die Bergoglio gegenüber dem linksextremen Autonomenzentrum Leonvacallo und Genossen ausgesprochen hat, nicht mißverstanden haben?

Ich erinnere mich, daß es auch früher viele Intellektuelle, Journalisten und Politiker gab, die von Päpsten in den Bann gezogen wurden. Das galt in der jüngeren Zeit vor allem für Johannes Paul II. und Benedikt XVI.

In diesen Fällen handelte es sich um eine wirkliche Umkehr zum katholischen Glauben oder um kulturelle „Konversionen“, die immerhin dazu führten, der kulturellen und ethischen Erziehung durch die Kirche zu folgen.

Heute aber, wie der Vatikanist Sandro Magister erklärte, „provoziert“ die Popularität von Franziskus „keine Konversionswelle. Im Gegenteil. Mit ihm geht eine gewisse Genugtuung der dem Christentum fremden und feindlich gesinnten Kultur einher“.

Wie ist das zu verstehen? „Indem man registriert, daß das Oberhaupt der Kirche sich ihren Positionen annähert, die er zu verstehen und sogar zu akzeptieren scheint.“

Der Jubel der Scalfaris, Pannellas und Bertinottis ist nicht der Jubel jener, die den Glauben gefunden oder wiedergefunden haben, sondern jener, die das Gefühl haben, sogar den Vatikan mit ihren Positionen „erobert“ zu haben.

Eugenio Scalfari und Papst Franziskus
Eugenio Scalfari und Papst Franziskus

Ich sage und widerrufe

Und doch, wird man sagen: am Samstag hat Bergoglio vor den katholischen Ärzten gegen die Abtreibung und die Euthanasie Stellung genommen. Wie können ihm dann Pannella und Scalfari applaudieren? Ist das nicht der Beweis, daß sie sich blenden haben lassen?

In Wirklichkeit wird die Rede vom 15. November keineswegs ihre bergoglianische Begeisterung abkühlen.

In erster Linie nicht, weil die Reden von Franziskus zu diesen Themen sehr selten sind, während sie bei seinen Vorgängern sehr häufig waren, weil sie die Menschheit aufrütteln wollten, ja Alarm schlagen wollten über den Zustand einer Menschheit, die sich, laut der Kirche, in einem dramatischen „humanitären Notstand“ befindet, weil sie (wie Mutter Teresa von Kalkutta sagte) sogar das ABC der Menschheit verloren hat.

Bergoglio gab sofort zu verstehen, daß er nicht am Kampf für die „nicht verhandelbaren Werte“ teilnimmt (er vollzog hier einen schwerwiegenden Bruch im Lehramt) und bezeichnete die Haltung seiner Vorgänger diesbezüglich sogar als „besessen“. Das zählt für die Scalfaris, Bertinottis und Pannellas viel mehr als eine gelegentliche Rede.

Aus welchem Grund aber scheinen die Reden von Papst Bergoglio so widersprüchlich zu sein.

Im Herbst 2013 verfaßte eine bekannte lateinamerikanische katholische Intellektuelle, die Universitätsdozentin und Publizistin Lucrecia Rego de Planas, die Bergoglio gut kennt und mit ihm schon zusammengearbeitet hat, ein Porträt des neuen Papstes. Darin schrieb sie:

Bergoglio „liebt es von allen geliebt zu werden und will allen gefallen. Und in diesem Sinn könnte er an einem Tag im Fernsehen gegen die Abtreibung sprechen und am Tag darauf in derselben Fernsehsendung die Abtreibungsfeministinnen der Plaza de Mayo segnen; könnte er eine wunderbare Rede gegen die Freimaurer halten und Stunden später mit ihnen im Club essen und trinken.
… das ist Kardinal Bergoglio, den ich aus der Nähe kennengelernt habe: An einem Tag damit beschäftigt, angeregt mit Bischof Duarte Aguer für die Verteidigung des Lebens und die Liturgie zu reden und am selben Tag, beim Abendessen, immer angeregt mit Msgr. Ysern und Msgr. Rosa Chavez für die Basisgemeinschaften und die schrecklichen Hürden der ‚dogmatischen Lehre‘ der Kirche. An einem Tag Freund von Kardinal Cipriani und Kardinal Rodriguez Maradiaga, der über Unternehmensethik und gegen die New Age-Ideologien spricht, und wenig später Freund von Casaldaliga und Boff, der über Klassenkampf und den ‚Reichtum‘ spricht, den die östlichen Praktiken der Kirche schenken könnten.“

Geht es um ein theologisches und philosophisches Vakuum im Denken? Um eine Art pastoralen Peronismus, der alles und das Gegenteil von allem enthält? Sein kultureller Hintergrund (er selbst spricht von einem „unvollständigen Denken“) ist miserabel, aber die pastorale Strategie gibt es und ist mehr als offensichtlich.

Karnevaliaden

Die inhaltlichen Widersprüche sind eine bewußte politische Entscheidung, die dazu dient, einen präzisen Zweck zu verfolgen. Die Fans feiern ihn begeistert: endlich ein moderner und laizistischer Papst. In der Tat scheint der strategische Kompaß dieses Pontifikats die „Entsakralisierung“ zu sein.

Das erklärt, neben dem Abrücken von den „nicht verzichtbaren Werten“, viele kleine und große Entscheidungen, die auf den ersten Blick untereinander in keinem logischen Zusammenhang zu stehen scheinen.

Das begann schon mit dem ersten Erscheinen auf der Mittelloggia von St. Peter am Abend des 13. März 2013, als er die priesterliche Stola und die rote Mozzetta, als Symbol des Martyriums des Petrus und der Jurisdiktion, als „Karnevaliade“ ablehnte.

Sofort bejubelten die Medien die „Entsakralisierung“ des Papsttums, die am selben Abend noch in weiteren Gesten zum Ausdruck kam, etwa dem „Buonasera“ statt „Laudetur Jesus Christus“ (Gelobt sei Jesus Christus), und der vierfachen Selbstbezeichnung als „Bischof von Rom“, aber kein einziges Mal als Papst.

Eine Entsakralisierung des Papsttums während gleichzeitig eine mythische Überhöhung des Menschen Bergoglio einsetzte. Es folgten kleinere Entscheidungen, wie die Weigerung die päpstliche Wohnung zu beziehen, und schwerwiegendere, wenn auch stets zweideutige, wie der Satz: „Wer bin ich, um zu urteilen?“, die Verurteilung der katholischen Proselytenmacherei und die sogenannte „geistliche Einmischung“ und damit der christliche Einfluß in der Welt.

Und war die Synode nicht der Versuch einer sensationellen Entsakralisierung der Familie? Und vor dem Tabernakel und bei der Wandlung keine Kniebeuge zu machen? Und die Zulassung aller zur Kommunion, die er bereits in Buenos Aires praktizierte?

Und zu behaupten, daß es für Christen keine „absolute Wahrheit“ gibt?

Sind die Aussagen gegenüber Scalfari, daß Gut und Böse lediglich subjektive Meinungen seien, nicht eine Relativierung der Objektivität der Moral?

Zu sagen, „es gibt keinen katholischen Gott“ relativiert das etwa nicht den Glauben? Und die Rede von Caserta vor den Evangelikalen?

Und die Unterstellung in der Predigt vom 20. Dezember 2013, die Gottesmutter habe unter dem Kreuz „vielleicht Lust gehabt sich zu fragen: wurde ich reingelegt“, weil die messianischen Verheißungen ihr wie „Lügen“ erschienen?

Ist das nicht eine Entsakralisierung der erhabenen Gestalt der Gottesmutter? Die katholische Lehre hat immer erklärt, was man im Katechismus nachlesen kann: „Während ihres ganzen Lebens, auch in ihrer letzten Prüfung [Vgl. Lk 2, 35], als Jesus, ihr Sohn, am Kreuz starb, wankte ihr Glaube nicht. Maria gab ihren Glauben, daß das Wort Gottes ‚in Erfüllung gehen wird‘, nie auf. Darum verehrt die Kirche in Maria die lauterste Glaubensgestalt“ (KKK 149).

Man könnte mit den sarkastischen (und manchmal auch abfälligen) Sprüchen über Christen fortsetzen, über jene, die den Rosenkranz beten, über die Priester im Talar, über Ordensschwestern die fasten … Die Perspektive lautet: Entsakralisierung der Liturgie und des klösterlichen Lebens.

Und dann die Orte: Der Imam, der eingeladen wurde, im Vatikan zu beten, wo er prompt Allah um den Sieg über die Ungläubigen bat; die Sixtinische Kapelle, die Porsche für ein Firmen-Event zur Verfügung gestellt wird; das Autonomenzentrum Leoncavallo und andere marxistische Gruppen, die am vergangenen 28. Oktober vom Papst eingeladen und um sich geschart wurden (und die wiederkommen); Patty Smith, die zum Weihnachtskonzert im Vatikan eingeladen wurde. Jetzt fehlt nur noch Vladimir Luxuria, nomen est omen im Vatikan. Und wann wird das erste Basketballspiel stattfinden?

Schiffbruch

Mit Bergoglio findet gleichzeitig eine Sakralisierung der typisch linken sozialen Themen statt. Genau deshalb steckt die lateinamerikanische Kirche seit Jahrzehnten orientierungslos in der Krise. Die jüngsten Zahlen des Pew Research Institut bestätigen den Einbruch der Katholischen Kirche in Lateinamerika. Trotz Bergoglio in Rom.

Statt die Abwanderung einzudämmen und Terrain zurückzugewinnen, zwingt er das gescheiterte Rezept nun der ganzen Kirche auf. Bald werden wir auch in anderen Ländern dieselben Ruinen sehen. Den Bergoglio-Effekt.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Gloria.tv/giornilenotti/CR

drucken
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht
  1. Fausto Bertinotti, Jg. 1942, 1994-2006 Vorsitzender der altkommunistischen Partei Rifondazione Comunista, 1994-2008 Parlamentsabgeordneter, 2006-2008 Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer, 1975-1994 führender Vertreter der kommunistischen Gewerkschaft CGIL, 1972-1991 Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens, bis 1994 der Partei der Demokratischen Linken, Selbstbezeichnung „ungläubig“. []
  2. Eugenio Scalfari, Jg. 1924, Journalist, Publizist, aus Familie mit langer freimaurerischer Tradition, 1955 Mitbegründer der radikalliberalen, antiklerikalen Radikalen Partei, 1962-1968 Chefredakteur des Espresso, 1968-1972 Parlamentsabgeordneter der Sozialistischen Partei, 1976 Gründer der Tageszeitung La Repubblica, bis 1996 Chefredakteur, Kampf für die Legalisierung der Ehescheidung und der Abtreibung, Selbstbezeichnung: Atheist. []
  3. Marco Pannella, Jg. 1930, 1955 mit Scalfari Mitbegründer der Radikalen Partei, die sich als Nachfolgerin der historischen extremen Linken sieht, 1963-1967 und 1981-1983 Vorsitzender der Radikalen Partei, 1976-1994 mit Unterbrechungen Parlamentsabgeordneter von 1979-2009 Europaabgeordneter der Radikalen, Kampf für die Legalisierung der Ehescheidung und der Abtreibung, Pannella stilisierte sich als Gegner des Systems, war jedoch zeitlebens dessen Profiteur, Selbstbezeichnung: gottlos. []

27 Comments

  1. Ich kann die hier getroffenen Feststellungen nur bestätigen durch eigene Erfahrungen. Alle jene in meinem Bekanntenkreis, die sich als glühende Franziskus-Befürworter ausgeben, sind solche, die schon seit Jahren nicht mehr in einer Hl. Messe angetroffen wurden. Und hat sich das bei ihnen, die doch den neuen Papst so sehr begrüßen, geändert? Haben sie den Weg zur Kirche wieder gefunden? – KEIN EINZIGER von ihnen!

    • Der christliche Glaube hat unter Papst Bergoglio an Bedeutung verloren.
      Außerdem sagte er wiederholt, daß kein Mensch KATHOLISCH werden solle. Am besten der Jude bleibt Jude, der Moslem Moslem, der Protestant eben protestantisch usw. Frei nach dem Motto: Hoch lebe der Synkretismus mit seiner anthropozentrischen Vision!
      Katholisch zu sein dagegen belegt er, wo immer möglich mit Spott und Hohn.

  2. Ich habe das hier schon bei anderen Gelegenheiten gesagt: gute Hinweise zum Verständnis dieses Papstes Bergoglio bietet Michael Hesemann Franziskus-Buch des vergangenen Jahres.
    Da kann man vieles lesen und, wenn man nachdenkt, lernen. Da beschäftigt sich der junge Bergoglio mit dem Marxismus und erklärt dann seiner Mutter wie aus heiterem Himmel, daß er Priester werden wolle. Das war überhaupt nicht sein Weg.
    Hesemann gibt dann eine angebliche Berufungsgeschichte zum Besten, die er, Hesemann, tatsächlich selber glaubt. Da muß man beim Lesen durchaus aufpassen, denn offenbar hat man Hesemann ganz schön hinters Licht geführt in Buenos Aires- aber nicht allein wegen der unglaublichen Berufungsgeschichte des Teenagers Bergoglio.

  3. Ehrlich gesagt erscheint mir der „Bergoglio-Effekt“ unbedeutend.
    Wenn ein Gebäude so leicht einstürzen kann, war vorher schon alles morsch.

    Mag auch sein, dass wir nun eine „Sakralisierung der typisch linken Themen“ erleben, die in Südamerika seit Jahrzehnten bereits alles zerstören.
    Wir hatten aber davor und zeitgleich – nicht nur in Südamerika – eine „Sakralisierung“ faschistischer Herrschaftsmodelle, die allesamt völlig aus dem Auge verloren haben, dass uns an jeder Kirche unser Herr schon am Eingang als der Gekreuzigte empfängt. Diese historischen Perioden haben den letzten Funken an Kreuzesnachfolge und Kreuzesbereitschaft aus den Katholiken ausgetrieben.
    Vorbereitet also durch diesen (Klerikal-)Faschismus war der Glaube und die Kreuzesbereitschaft bei vielen Katholiken so ausgelaugt, dass sie – enttäuscht von diesen selbst so oft korrupten und gewalttätigen politischen Verführern und falschen Propheten – resigniert und erleichtert in die Arme der Linken fielen: wenn schon rein irdisch und politisch, dann wenigstens mit etwas mehr Freiheit und ohne diese seelische Verspannung…

    Es ist komplex, was sich da seit mindestens 200 Jahren abspielt.
    Bereits in der Mitte des 19. Jh beklagt die Gottesmutter in La Salette vor allem anderen den Abfall des Klerus bis in die Spitze.
    Es ist in dieser Botschaft auffallend, dass auch der damalige Papst gemahnt wird (Pius IX.): „Er sei vielmehr standhaft und großmütig und kämpfe mit den Waffen des Glaubens und der Liebe.“ https://gloria.tv/?media=297398

    Das ist die Frage der Fragen: Hat die Kirche mit den „Waffen des Glaubens und der Liebe“ gekämpft? Warum muss Pius IX. gemahnt werden? Wohl kaum, wenn da nicht ein Problem auch im Vorgehen des Papstes gewesen wäre.

    Im Jahre 1846 fallen diese Worte: „… denn es gibt niemand mehr, der die Barmherzigkeit und die Verzeihung für das Volk erfleht; es gibt keine großherzigen Seelen mehr; es gibt niemand mehr, der würdig wäre, das makellose Opferlamm dem Ewigen zugunsten der Welt aufzuopfern…“

    Es gibt „niemanden mehr“, „niemanden …der würdig wäre, das makellose Opferlammm …aufzuopfern“

    Das passt zu den zeitgleich ausgesprochenen Sätzen Dom Guérangers in seinem Werk über die Hl. Messe, dass der Satan das Hl. Messopfer ungültig machen wird, „abschaffen“ wird, und der Zorn Gottes so über die Welt kommen wird.

    Der „Bergoglio-Effekt“ ist wahrscheinlich wesentlich unbedeutender als wir glauben. Mit Bergoglio wird nur das Ausmaß der Katastrophe, die sich seit 200 Jahren angebahnt hat – dies aber wohl ausschließlich durch viele, viele Versäumnisse aufseiten der Hierarchie, radikal sichtbar.

    Seine Stillosigkeit und sein theologisches Chaos ist fast noch ehrlicher als die kaschierte Halbherzigkeit bzw. Verengung seiner Vorgänger.

    • Ich denke Sie haben recht. Man muss hier sicher unterscheiden zwischen den tieferliegenden Ursachen und dem „Anlass“ den der Bergoglio Franz jetzt gibt dass Fass an so vielen Stellen zum überlaufen zu bringen.

      Faktisch ist die Kirche ja seit dem 2. Vatikanum innerlich zerissen (vielleicht schon vorher?). Objektiv muss man wohl sagen, dass dieser Riss durch Benedikt XVI und seine Rehabilitation der alten Messe noch stärker hervorgetreten ist. Übrigens bin ich der Ansicht, dass es gut ist dass dieser Riss nun offen an die Oberfäche kommt.

      Ich glaube fest an den Zusammenhang ‚lex orandi lex credendi‘. Sicherlich etwas pauschalisierend folgt daraus und ist auch beobachtbar, das Anhänger der alten Messe im wesentlichen auch das glaubenstreue Lager bilden (es gibt sicher viele Aussnahmen, aber man schaue sich nur die Kardinäle an die auf der Synode Wiederstand geleistet haben, alles Freunde der alten Messe).

      Wenn man den Franz nun zu Ende denkt, kann er aus seiner Sicht eigentlich garnicht anders als die alte Messe zu bekämpfen, den diese ist der Nährboden der die meisten glaubenstreuen zusammenhält. Wenn er die Kirche zerstören will, muss er damit zwangsläufig die alte Messe zerstören (und er hat ja auch schon massiv damit angefangen). Hier muss man sich auf einiges gefasst machen.

      Aus dieser Sicht ist es strategisch von der FSSPX nicht klug jetzt eine Annährung an Rom zu suchen, denn dann wäre sie dem Zerstörungswerk vom Franz ausgeliefert. Besser wäre es doch sich von Rom erstmal fern zu halten, zuzusehen wie sich dort die Welt entwickelt (vielleicht dankt Franz bald ab und Kardinal Burke folgt ihm nach…) und dabei einen Nukleus der glaubenstreuen zu bilden. Sollte es (Gott behüte) unter dem Franz’schen Zerstörungswerk zu einem Schisma kommen, könnte dieser Nukleus den glaubenstreuen Teil der Katholiken auffangen und die wahre Kirche Christi bilden.

      • Nun, dann wäre doch der einfachste Weg für ihn derjenige, Summorum Pontificum aufzuheben und die alte Messe ausdrücklich zu verbieten. Aber das wäre wohl zu offensichtlich. Ich frage mich seit Beginn seines Pontifikates, wieso der Heilige Geist dieses Desaster auf dem Papstthron herbeigeführt hat. Ich habe nur 2 Antworten: entweder es war gar nicht der Heilige Geist (aber ist das möglich?) oder der Heilige Geist will ganz bewusst ein Scheitern eines Progressiven Papstes herbeiführen, damit es anschließend langsam aber sicher wieder aufwärts gehen kann. Hat jemand hier eine andere Erklärung?

      • @Aventin
        Ich denke, es war sicher nicht der Hl. Geist, der F. auf dem Papstthron sehen wollte. Es war aber m.E. alles in der Zulassung Gottes, weil das Große Finale eingeläutet wird!

  4. A. Socci hat sich intensiv mit den Widersprüchlichkeiten des Bergoglio Papstes beschäftigt und diese in seinem Buch `Non è Francesco` zusammengetragen, der in Italien ein offenbar ein Publikumsrenner ist.
    Laut Sandro Magister, der auf dieses Buch Bezug nimmt, sagt sogar, daß diese Widersprüche gar dem Charakter Bergoglios innewohnten.
    http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/11/under-bergoglio-christianity-matters.html#more
    (hochinteressantes Interview auf roratecoeli)
    Socci`s steilste These ist, dass die Wahl von Bergoglio nach dem Gesetz nicht kanonisch erfolgt sei und deshalb ungültig.
    Der erste Verstoß gegen die festgelegte Regelung sei also der, dass man einen Wahlgang annulliert hat, der jedoch GÜLTIG war!
    Socci schreibt:
    Der argentiniche Kardinal Jorge Mario Bergoglio wurde gewählt und zwar im 5.Wahlgang, obwohl laut Journalistin Elisabetta Piquè, die als Vatikanistin der argentinischen Tageszeitung LA NATIÓN aus Rom berichtet, es im 6. Wahlgang geschah.

    Artikel 69 der apostolischen Konstitution UNIVERSI DOMINI GREGIS regelt das Konklave und legt fest:
    WANN IMMER MAN BEI DER WAHL ZWEI STIMMZETTEL VORFINDET DIE SO GEBOGEN SIND, …DASS SIE VON EIN UND DEM SELBEN WÄHLER ZU SEIN SCHEINEN, WENN AUF BEIDEN DER GLEICHE NAME STEHT, GILT ES ALS EINE STIMMWAHL, WENN ABER DIE NAMEN UNTERSCHIEDLICH SIND, GILT KEINES DER NAMEN. JEDOCH WIRD DIE WAHL IN KEINEN DER BEIDEN FÄLLEN AUFGEHOBEN!
    Der erste Verstoß gegen diese festgelegte Regelung ist also der, dass man einen Wahlgang annulliert hat, der jedoch gültig war! Doch als reiche dies nicht aus, folgte ein weiterer Verstoß… Es fand eine weitere Wahl am selben Tag statt, die fünfte Wahl!
    Genau DIE WAHL AUS DER BERGOGLIO HERVORGING.
    Wobei dieselbe apostolische Konstitution vorschreibt, dass man NUR 4 Wahlgänge am Tag abhalten dürfe. Zwei am Morgen und zwei am Nachmittag.
    Artikel 76 der Konstitution bestätigt, dass:
    WENN DIE PAPSTWAHL ANDERS STATTFINDEN SOLL UND MAN SICH NICHT AN DIE REGELUNG DIE IN DER KONSTITUTION VORGESCHRIEBEN IST HÄLT; IST DIE WAHL NULL UND NICHTIG! Und somit wird der gewählten Person kein Recht verliehen!

    Das Papsttum von Bergoglio habe es somit nie gegeben.
    Denn der ARTIKEL 87 von UNIVERSI DOMINI GREGIS sagt aus: dass wenn es keine kanonische Regelmäßigkeit gibt, gab es keine Wahl. So laut Antonio Socci.

    Seine Website heißt: http://www.antoniosocci.com.

    http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_constitutions/documents/hf_jp-ii_apc_22021996_universi-dominici-gregis_ge.html

    Dies gibt auch mäßig intelligenten Katholiken zu denken.

    • Es ist einsichtig, daß wenn nur 4 Wahlgänge an einem Tag gestattet sind, bei der Wahl von Herrn Bergoglio etwas schief gelaufen sein muß.
      Nur fragt man sich, wer dann der wahre Papst ist.
      Der Rückzug von Papst Benedikt ist ja ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Er ist nach außen hin zurückgetreten und blieb doch Papst.
      Mir scheint als wäre Papst Benedikt weiterhin Papst der wahren Kirche, nur eben im Hintergrund betend und wirkend, und Papst Bergoglio der Papst der Anti-Kirche, die jetzt freilich die Bühne für sich eingenommen bzw. okkupiert hat. Nun haben sie also, was sie schon lange wollten und können sich austoben nach Lust und Laune.

      Was mir aber aufgefallen ist: seitdem es die neuen Gesangsbücher gibt, ist nochmals ein Protestantisierungsschub evidentermaßen zu beklagen.

    • Sie zitieren zwar einige Abschnitt aus UDG, aber nicht die entscheidenden – das ist Abschnitt 68, nicht 69 (ich zitiere Suarez aus dem Papstgeflüster):

      „1) Wir haben keinerlei sicheres Wissen aus dem Konklave, da dieses Wissen nur mit Erlaubnis des neugewählten Papstes zugänglich ist. Das ist aber nicht der Fall und daher sind alle Spekulationen EIGENTLICH müßig.
      2) Die einzigen, die ein Klageverfahren anstrengen könnten, wären die wahrberechtigten Kardinäle. Ich sehe KEINEN EINZIGEN, der die Ungültigkeit der Wahl auch nur erwägt. Sie alle erkennen damit – das ist ein RECHTSAKT – die Rechtmäßigkeit des Pontifikates an.
      3) Für die Wahl des Papst gilt ein besonderes Gesetz, es hat den Titel “Universi Dominici Gregis”, wurde von Johannes Paul II. erlassen und zweimal von Benedikt XVI. modifiziert. Soweit ich sehe, sind diese Modifikationen aber für die vorliegende “Frage” aber irrelevant. Das Gesetz ist hier einsehbar: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_constitutions/documents/hf_jp-ii_apc_22021996_universi-dominici-gregis_ge.html

      4) Um die Streitfrage zu präzisieren, hier in folgender Fassung:
      “Im fünften Wahlgang seien von den 115 in der Sixtinischen Kapelle anwesenden Kardinälen 116 Stimmzettel abgegeben worden. Die Episode wurde vom Vatikan bislang nicht dementiert. Die anschließende Annullierung des Wahlgangs sei laut Konklaveordnung ungültig gewesen, behauptet Socci. Zudem hätten nur vier Wahlgänge pro Tag stattfinden dürfen” (http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/international/Franziskus-entmachtet-US-Bischof-Raymond-Leo-Burke-article1493423.html#plx220978137)

      a) Noch vor der AUSZÄHLUNG der Einzelstimmen durch Namenvorlesen wird die Anzahl der Stimmzettel geprüft (“68. Haben alle wahlberechtigten Kardinäle ihren Stimmzettel in die Urne gelegt, schüttelt der erste Wahlhelfer diese mehrmals, um die Stimmzettel zu mischen; darauf schreitet der letzte Wahlhelfer sogleich zur Zählung der Stimmzettel, indem er einen nach dem andern, allen sichtbar, aus der Urne nimmt und sie in einen anderen dafür bereitstehenden leeren Behälter legt. Wenn die Zahl der Stimmzettel nicht mit der Zahl der Wähler übereinstimmt, muß man alle Zettel verbrennen und sogleich einen neuen Wahlgang beginnen; stimmen hingegen die Zettel mit der Zahl der Wähler überein, folgt die öffentliche Auszählung der Stimmen, die folgendermaßen vor sich geht.”).
      b) Wenn also tatsächlich 116 Stimmzettel in der Urne waren, sind ZURECHT ALLE ZETTEL verbrannt worden und man ist ZURECHT nochmal zur STIMMABGABE geschritten. Auf die Anzahl der Wahlgänge (scrutinium) hat die ungültige Stimmabgabe (suffragia ferenda) KEINERLEI EINFLUSS. Denn zum vollständigen Wahlgang gehört auch das Auszählen der Einzelstimmen – dazu ist es aber gar nicht gekommen.

    • Teil II

      Etwas einfacher formuliert: Der vierte Wahlgang hat aus zwei Stimmabgaben (einer ungültigen und einer gültigen) bestanden (vgl. “66. Die zweite Phase, die man als den eigentlichen Wahlgang bezeichnen kann, umfaßt: 1) das Einwerfen der Stimmzettel in die dafür bereitgestellte Urne; 2) das Mischen und Zählen der Stimmzettel; 3) die öffentliche Auszählung der Stimmen.”).
      c) Überdies hat das Kardinalskollegium durchaus das Recht, das Papstwahlgesetz zu interpretieren: “5. Falls Zweifel über die in der vorliegenden Konstitution enthaltenen Vorschriften oder über die Art und Weise ihrer Durchführung auftreten sollten, so verfüge ich förmlich, daß dem Kardinalskollegium alle Vollmacht zusteht, diesbezüglich ein Urteil zu fällen. Diesem erteile ich deswegen die Erlaubnis, die zweifelhaften oder strittigen Punkte zu interpretieren, wobei ich bestimme, daß es bei den Beratungen über diese und andere ähnliche Fragen, mit Ausnahme des Aktes der Papstwahl selber, genügt, daß die Mehrheit der versammelten Kardinäle zur gleichen Auffassung kommt.”

      5) In aller Schärfe und aller Deutlichkeit muss man sagen, dass die Vorwürfe, Papst Franziskus sei nicht gültig gewählt, üble Verleumdungen sind. Wer auch nur einigermaßen Ahnung von Kirchenrecht hat, kann im Verfahren nichts, aber auch wirklich gar nichts Regelwidriges erkennen. Was Antonio Socci da verbreitet ist durchschaubar, zeigt, dass er von Kirchenrecht keine Ahnung hat und vor Bösartigkeit nicht zurückschreckt.“

      • Werte Sarah, Ihre Ausführungen sind sehr interessant, bedeuten aber natürlich nicht, dass Socci auch in den anderen Punkten falsch liegen muss.

      • Lieber Aventin,

        ich zitiere Suarez! Und auch nur das, was er zum Unsinn der Ungültigkeitsvorwürde Soccis sagt.
        Gott segne Sie!

  5. An den genannten Tatsachen kann niemand vorbeisehen. Das aber ist weit mehr als nur „Entsakralisierung“. Das ist der Einzug des Relativismus ins das Zentrum der Kirche, das ist die Zerstörung jeglicher Wahrheit, das ist Zertrümmerung aller Fundamente der katholischen Kirche. Und Herr Berg. soll tatsächlich noch als Papst anerkannt sein?

  6. [email protected] schließe mich Ihrer Einschätzung an. Ähnliche Gedanken bewegen mich schon lange.

  7. @Dilexi decorem
    Sie werden eines Tages zur „Kirche“ finden aber zur „Anti- Kirche“, zur „Gegen-Kirche“ sagt ein großer Bischof voraus: „Die vielen Einwände mit denen die Personen im letzten Jahrhundert die Kirche abgelehnt haben, werden Gründe sein, wieso sie jetzt die „Gegen-Kirche“ akzeptieren werden!“ Ja, immer mehr akzeptieren die Leute, die sich zuvor gegen die Kirche Gottes wandten, auf ein mal die Kirche und den Papst. Nicht aus Glauben sondern aus Sympathie Franziskus und der neuen Welle die er auslöst gegenüber. Viele guten stattdessen gehen verloren. Sie sind so arm dran, haben keinen Hirten denn die Hirten sind selber Verräter oder einfach blind und feige… Die guten Seelen sind so verwirrt, dass sie es mit der Kirche ganz sein lassen oder Sedisvakant werden. Andere die kurz davor waren unseren orthodoxen Glauben besser kennen zu lernen, kommen gar nicht so weit, leider und so werden sie von den freikirchlichen Gruppierungen gewonnen, da sie dort mehr Eifer vorfinden, mehr Frömmigkeit, mehr Feuer für das Evangelium etc…. Diese Zeit ist eine ganz schlimme Zeit. Die Muttergottes ist eine Art schwanger, ihre Babys sind die vielen Seelen die Gott retten will und der Drache angreift weil er sie verschlingen will. Christus dürstet es nach Seelen, doch auch Satan dürstet nach Seelen, nach Schmerz und Vernichtung um Gott eins auszuwischen. Beten wir und bitten wir Gott uns allen zu vergeben, denn es sind unsere vielen Sünden die unserer Welt die Sonne nimmt: Christus! Ohne Christus, ein kaltes Herz, Abfall vom Glauben und so viel Zerstörung. Bischof Sheen sagte:
    „Satan wird eine Gegen-Kirche vorbereiten,
    diese wird der Nachäffer der Kirche sein,
    wie der Teufel der Nachäffer Gottes ist!
    Es wird alle Merkmale der Kirche haben,
    aber verkehrt herum und seines göttlichen Inhalts entleert.
    Es wird ein „Mystischer Leib“ des Antichristen sein, der mit seiner Äußerlichkeit
    in all seinem Aussehen, dem mystischen Leib Christi ähneln wird…
    Dann wird es paradox: die vielen Einwände mit denen die Personen im letzten Jahrhundert die Kirche abgelehnt haben, werden Gründe sein, wieso sie jetzt die
    „Gegen-Kirche“ akzeptieren werden.“
    Fulton John Sheen war ein sehr guter römisch katholischer Bischof in den USA und einer der einflussreichsten christlichen US-Medienpersönlichkeiten im 20. Jahrhundert

  8. Bergoglio ist Primas der Beliebigkeit. Ein selbstgerechter Selbstdarsteller, der fromme Gläubige in seinen „Perlen“ schmählich beleidigend scheltet und dafür das Lob der Welt erhält. Ich denke auch nicht, daß er eine andere Ideologie als nur seinem eigenen Ego despotisch zu folgen daher kann er geschickt situativ agieren
    Die großen Kontradiktionen in denen die Konzilskirche ja penetrant agiert werden mit ihm besonders offenbar. Hieß es doch im neuen Pfingsten müsse Kollegialität herrschen doch hat mit dem Absolutisten Bergoglio die Papolatrie einen Punkt erlangt beispiellos in der Geschichte.

  9. @ Schatzgräber
    Sie fragen, wer soll tatsächlich noch als Papst anerkannt sein?
    Die Frage muss doch unter folgenden Prämissen gesehen werden.
    1. Wenn der Rücktritt von Papst Benedikt XVI wirklich ohne Pressionen und freiwillig erfolgte, so war und ist er gültig. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass Benedikt durch Pressionen aus dem Amt gedrängt wurde. Aber ein sicher Beweis für diese Annahme fehlt und die katholische Welt muss seine Aussage, dass er aus freien Stücken zurückgetreten ist, für wahr halten.
    2. Wenn die Socci These stimmt und Franziskus nicht nach den Regeln des canonischen Rechtes gewählt wurde, ist seine Wahl nicht gültig. (mit vielen Konsequenzen). Sofern uns alles der Wahrheit gemäß übermittelt wurde, halte ich die Socci These für in sich richtig.
    3. Alle Päpste sind nur Stellvertreter und zwar des lebenden und auferstandenen Gottessohnes,
    Jesus Christus .
    Wenn die Stelle des Stellvertreters vakant ist, liegt die Leitung der Kirche bei unserem Herren Jesus Christus, durch den Heiligen Geist, der von ihm ausgeht.
    Ich finde in diesem Gedanken gerade in der heutigen Zeit sehr viel Trost. Die Pforten der Hölle werden die Kirche mit dem Depositum fidei eben nicht überwältigen.

      • Und Soccis These stimmt aber doch. Außerdem:
        1. Papst Benedikt XVI. musste zurücktreten… er ist aber bis heute nicht frei. Er stand unter Druck und man drohte sogar ihn noch bis zum 30 Dezember 2012 umzubringen, wenn er nicht bis dahin Kooperation zeigte… Der Bischof aus Palermo hat nicht dicht gehalten und nicht nur er und so kam diese Sache in die Öffentlichkeit… Außerdem hatte man Unterschriften gesammelt von Priestern und Ordensleuten die dem Papst zu einen Rücktritt gezwungen haben! Er stand somit SEHR unter Druck.
        2. Antonio Socci weiß ganz genau was er da schreibt und hatte auch einen Berater der sich mit Kirchenrecht auskennt und Kontakt zu einigen die über das Konklave berichten konnten…
        3.Und jetzt die große Rätselfrage an Sie liebe Sarah, da Sie sich anscheinend bestens mit Kirchenrecht auskennen, was halten Sie denn davon: Zum Thema Papstwahlrecht: Papst Paul IV. (1555-1559) hatte in der Bulle (Bulle = feierlicher päpstlicher Erlaß) „Cum ex apostolatus“ vom 15. Februar 1559 folgendes erklärt: Wenn bei einem Bischof, und sei es auch der Bischof von Rom, vor seiner Berufung bzw. Einsetzung bekannt geworden sein sollte, daß er vom katholischen Glauben abgewichen oder in eine Häresie gefallen ist, so ist seine Berufung bzw. Einsetzung nichtig, unwirksam und ungültig, und folglich entbehren alle seine richterlichen oder verwaltungstechnischen Akte irgendeiner Autorität. Die weitere Geltung dieser Bulle “Cum ex apostolatus officio” Pauls IV. wurde übrigens durch den heiligen Papst Pius V. in seiner eigenen Bulle “Multiplices inter” vom 21. Dezember 1567 erneuert und noch einmal ausdrücklich bestätigt sowie ihre genaueste Beobachtung
        eingeschärft. Zudem wurde der in der Bulle formulierte Grundsatz, daß der Papst, wenn er PERSÖNLICH IN HÄRESIE falle, eo ipso seines Amtes verlustig sei und von der Kirche gerichtet werden könne, ins Rechtsbuch der Kirche (Corpus juris canonici) aufgenommen. Ich brauch Sie sicher nicht daran zu erinnern, dass dieser Papst Franziskus mehrfach Häresien ausgesprochen hat. Sei es, dass Gott NICHT KATHOLISCH ist und sei es, dass es keine Objektive Wahrheit gibt und die Moslems den barmherzigen wahren Gott anbeten etc. Vergessen Sie nicht liebe Sarah, die Kirche gibt es nicht erst seit dem II. Vatikanischen Konzil. Also wenn schon Kirchenrecht, dann Kirchenrecht. Gottes Segen

  10. Der Hl. Geist ist überall zugegen. Ob Er allerdings bei diesen Papstwahl en gnadenhaft anwesend war, wage ich zu zu bezweifeln.

  11. Teil 2.
    Aber unabhängig von dem was Socci schreibt, wird es die Kirche sein die eines Tages entscheiden wird, was genau richtig und was falsch war… Ich jedenfalls bete für beide, für Papst Franziskus und für Papst Benedikt XVI. und vertraue auf die Vorsehung Gottes. Wir dürfen uns über die Kirche etc.Gedanken machen, das ist nicht verboten, wir können auch dazu Soccis Buch lesen und das Kirchenrecht kennen wie auch die Konzilien, das ist gut, aber am Ende sind wir genau so schlau wie vorher… Beten wir und freuen wir uns, denn Christus ist und bleibt König! Ganz egal wie sich die Dinge legen und was noch alles herauskommt. Beten wir und kämpfen wir den guten Kampf. Laudetur Jesus Christus!

  12. Antonio Socci hat hier sehr verdienstvoll einen sehr detaillierten und substanzreichen Artikel geschrieben.
    Besonders getroffen hat mich daß er die Predigt v.20.12.2013 referiert, wo der Hl. Maria, de Mutter Unseres Herrn unmöglichste Sachen und plattest-menschliche Kommentaren ggb. Gott unterstellt würden.
    Der gesamte Text dort war noch brutaler als die hier angegebene Zitate;
    Hier wurde faktisch das Wesen der Immaculata Conceptio nichtig erklärt, als von null und keinem Wert.
    Umso brutaler als die Communio an jenem Tag „Ecce virgo concipiet…“ ist, ein der schönsten und innigsten Communiones und mit direktem Bezug zu der Hl. Jungfrau Maria.
    Es war widerlich erschlagend.
    Sofort Todesstille auf allen vatikanfreundlichen Websites, totales Schweigen; erst eine Woche später wurde dann im Domus St.Martae aus heiterem Himmel freundliches über die Gottesmutter Maria gesagt.
    Man hat also knapp eine Woche gebraucht um diese eklatante Beleidigung der Mutter Unseres Herrn zu sehen, zu erkennen und dann trödelnd und beschönigend ein bisschen gutzumachen.
    Nur bei wenigen Tapferen war ein kritisches Wort oder auch nur die Zitierung dieses Schunds zu hören.

    Das ist nicht verwirrend, das ist zutiefst verletzend für unseren Herrn Jesus Christus und für Seine Hl. Kirche; es zeigt eindrucksvoll was von dem Dogma der Conceptio Immaculata gehalten wird, und damit verbunden, was auch von den dazu stehenden treuen Gläubigen gedacht wird.
    Es grenzte an Blasphemie.

  13. Ich möchte noch einmal zu bedenken geben, dass man den „Felsen“ als Amt schon ernstnehmen muss. Der „Fels“ hängt sehr wohl im Wort Jesu an Petrus damit zusammen, dass die Kirche festgegründet ist auf Jesus und dies durch einen „Stellvertreter“ auch sichtbar gemacht wird.

    Wenn aber dieser Felsen-Stellvertreter es nicht mehr schafft, den Felsen Jesu sichtbar zu machen, was folgt daraus?

    Wir haben uns angewöhnt, den Papst von allem freizusprechen und die Schuld bei allem und jedem, nur nicht bei ihm zu sehen.

    Wenn aber die katholische Hierarchie wirklich gilt, dann ist es immer zwingend das Versagen eines Papstes, wenn der Fels zu wanken scheint, wenn z.B. „der Rauch Satans“ unter seiner Herrschaft eindringen kann – alleine dieser Satz Pauls VI. ist ein Offenbarungseid!
    Er hätte der Fels sein sollen vor der Welt, und er hat die Liturgie und vieles mehr zerstört.

    Es muss aber schon viel früher angefangen haben – wie gesagt: wenn die Gottesmutter bereits 1846 (!) Pius IX. mahnen muss, wenn auch später in der Fatima-Angelegenheit (1929) der Ungehorsam des Papstes als Ausgangspunkt des Untergangs der sichtbaren Kirche in Aussicht gestellt wird (also das galt Pius XI. und Pius XII.), dann kann uns aufsteigen, dass das Problem der letzten 200 Jahre in der Kirche nicht zuletzt die Päpste selbst waren.

    Wenn man anfängt, die Papstgeschichte von daher zu lesen, sieht sich manches plötzlich anders an. Ich finde, dass Leo XIII. mit seinem Gebet um Schutz durch den Erzengel Michael tatsächlich einsam herausragt: Er hat damit Demut und eine sensibles Bewusstsein für das eigene Unvermögen in der Stunde höchster Gefahr ausgedrückt, eine Haltung, die die anderen Päpste nicht hatten, wie es scheint (man mag mich korrgieren – aber bitte nur mit Quellen und Argumenten). Sie alle setzten auf Strukturen, Kontrolle und Machtausübung…und scheiterten. Es gibt auch zu denken, dass das Vaticanum I förmlich …ja: von Gott? … abgewürgt wurde. Er selbst unterbrach es. Auch das ist merkwürdig.

    Vielleicht ist unsere gewohnte Lesart einfach falsch und verfehlt die wesentliche Botschaft.
    Bergoglio ist aber in jedem Fall nur der wüstenhafte Endzustand eines 200 Jahre währenden Zermahlungsprozesses.

  14. Ich halte alles, was Sie schreiben @Chiara für plausibel und richtig.
    Ich würde meinerseits noch ergänzen: ich halte den Blitzeinschlag in die Kuppel des Petersdoms am Abend des 11.02.2013 für ein göttliches Zeichen. Papst Benedikt und schon sein heiliger Vorgänger Papst Johannes Paul II. haben alles getan, um die katholische Christenheit auf die richtigen Wege zu lenken und leiten. Es gab aber viele, die im Untergrund gegen die Kirche gewühlt hatten- und nun bekamen, was sie wollten.
    Papst Benedikt war mit all seinem Tun, Reden und Handeln am Ende der Fahnenstange angekommen- mehr ging nicht mehr und mehr Ungehorsam und Böswilligkeit und persönliche Angriffe/Hetztiraden sind/waren nicht mehr vorstellbar.

    Bekanntlich leben wir in einer Art Endzeit, wenn man z.Bsp. die Voraussagen des hl. Malachias betrachtet. Nichts wissen wir. Wir wissen nicht, was die Pläne Gottes sind. Vieles ist möglich und denkbar. Vielleicht spielt dieser Papst Bergoglio nur seine Rolle, weil er sie gewissermaßen zu spielen hat; irgendwie. Möglich ist, weil er sich mit Vorliebe Bischof von Rom nennt, daß der Papst in Zukunft gar nicht mehr Bischof von Rom ist, sondern in einer anderen Stadt, einem anderen Land seinen Sitz hat. Denn es steht nirgendwo geschrieben, daß Rom für alle Ewigkeit Sitz des Papstes wäre. Der Westen, Europa hat es vergeigt. Warum sollte der Papst in Zukunft nicht auf dem Gebiet eines gläubigen Volkes „residieren“? Es muß nicht sein, daß der Papst in einem weitgehend ungläubigen und anti-gläubigen Kontinent wohnt.

    • @Franzel, aber vergessen wir nicht, dass die Hl.Katharina von Siena sich so sehr bemüht hat, dass der Papst nach Rom zurückkehrt. ROM gilt doch als heilige Stadt, als Zentrum unserer Kirche. Oder besser gesagt: die Kirche als Zentrum Roms und von Rom aus ausstrahlend in der ganzen weiten Welt. Rom ist nicht nur heilige Stätte, so vieler Heiliger die ihr Blut vergossen haben und besonders die unserer heiligen Apostelfürsten sondern war die Hauptstadt an der es Kommunikationsmittel (damals hatte es die Bedeutung fast wie Internetzugang) gab und der hl.Apostel Paulus wusste, dass wenn er in Rom ankommt, das Evangelium von dort aus die Massen erreichen würde und auf der ganzen Welt bekannt werden würde. Kann mir aber jemand zeigen wo geschrieben steht, dass Rom für immer DIE Stadt des Herrn und der Kirche sein wird in der ein Papst lebt und von dort aus die Kirche geführt wird? Es tut mir Leid, aber ich werde da nicht schlau. Dogmatisch ist das wohl so nicht verfasst worden, oder wo finde ich Auskunft darüber? Es heißt jedenfalls, bei einer wahren Erscheinung der Muttergottes, und zwar der Muttergottes in Fatima wurde uns gesagt, dass in PORTUGAL der Glaube bewahrt werden würde. Die Muttergottes aber auch andere Hl.Mystiker sahen voraus, dass Rom den Glauben verlieren würde und Sitz des Antichristen werden würde, jedoch würde Portugal den Glauben bewahren und Glaube ist auch gleichzusetzen mit Kirche. Vielleicht wird eines Tages die reine Kirche Gottes, oder: die Gemeinschaft der Katholiken, sagen wir mal so, und ein weiterer Heiliger Sitz in Portugal sein? Dann gibt es noch die Sache: die Kirche ist vor allem wo der Papst ist, das dürfen wir auch nicht vergessen… Alles einwenig verwirrend. Vor allem gab es in der Kirchengeschichte Zeiten da wussten die Leute gar nicht wer der richtige Papst ist, da es drei Männer gab die dies von sich behaupteten… War nicht deswegen der rechtmäßige Papst nicht ein mal nach Frankreich gezogen, bis dann der Herr ihm die Hl. Katharina von Siena sandte und ihn zurück nach Rom bestellte. Rom ist Heilig. Jedenfalls interessiert es mich wo geschrieben steht, dass die Kirche nicht unbedingt an die Stadt ROM gebunden ist. Papst Benedikt XVI. hat aber auch mal gesagt, die Kirche habe sich geografisch woanders hin fortbewegt. Auch interessant. Gottes Segen

  15. Rom ist das Zentrum mit dem Primat des Papstes, also des Bischofs von Rom dem alle Gewalt gegeben ist… Die Orthodoxen nehmen das aber z.B nicht an, sie sehen Rom nicht als Zentrum und den Papst auch nicht als Haupt der Kirche der Christus darstellt und auch deswegen verbinden sie sich nicht mit uns. Aber es kann durchaus vorkommen, dass man mal aufgrund der Verfolgung und sei es Intern der Kirche selbst, also in Rom selber (es wird ja den Glauben verlieren! Bzw.hat es schon.) eine Zeitlang außerhalb dieser Stadt residiert… und sich als Kirche Gottes geografisch nicht in der Stadt Rom befindet sondern in der Wüste. Wir können nur beten.

Comments are closed.