Benedikt XVI. überarbeitet Aufsatz von 1972 und positioniert sich als „Gegenpapst“

„Vom Saulus zum Paulus?“ Fragt das Regensburger Wochenblatt. Die Süddeutsche Zeitung hat ihr abschätziges Urteil bereits zur Hand: „Der Dagegen-Papst“. Der Grund der Aufregung? Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich erneut aus seinem inneren Exil zu Wort gemeldet. Er überarbeitete einen Aufsatz über das Ehesakrament und die Unauflöslichkeit der Ehe aus dem Jahr 1972 und veröffentlichte ihn neu. Die Überarbeitungen sind es, die für kirchenpolitischen Zündstoff sorgen.

Veröffentlicht hatte Joseph Ratzinger den Aufsatz in seiner Zeit als Professor der Theologie in Regensburg. Nun ist er in den Gesammelten Schriften erschienen, die vom Papst-Benedikt-Institut unter der Leitung von Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg herausgegeben werden.

1972: Die Nähe zur Position von Kardinal Kasper

1972 hatte Joseph Ratzinger ähnliches geschrieben, wie Kardinal Walter Kasper beim Kardinalskonsistorium und bei der Bischofssynode über die Familie vertreten hat. Dabei ging es um die zivile Zweitehe, die eine gewisse Anerkennung auch in der Kirche finden sollte. Die Rede war davon, daß „die Eröffnung der Kommuniongemeinschaft nach einer Zeit der Bewährung nicht weniger als gerecht und voll auf der Linie der kirchlichen Überlieferung“ sei. Natürlich, wenn sich „eine zweite Ehe über eine längere Zeit hin als sittliche Größe bewährt“ habe und „im Geist des Glaubens gelebt“ wird und es in der neuen Zivilehe „moralische Verpflichtungen gegenüber Kindern und Ehefrau gebe“. So lautete der ursprüngliche Ratzinger-Aufsatz, wie er von der Süddeutschen Zeitung zitiert wird, der nun ein Unterschied aufgefallen ist.

Papst Franziskus
Papst Franziskus

2014: Die Distanzierung von Kardinal Kasper

Denn Papst Benedikt XVI. teilt die 1972 vertretene Meinung nicht mehr. Aus diesem Grund unterzog er den Aufsatz vor seiner Veröffentlichung in den Gesammelten Schriften einer grundlegenden Überarbeitung. Die Schlußfolgerung, die Benedikt XVI. 2014 zieht, ist eine ganze andere als der Theologe Joseph Ratzinger im Jahr 1972 zog. Nicht die Zweit-Ehe sei anzuerkennen und die Zulassung zur Kommunion zu gewähren, sondern der Ablauf der Ehenichtigkeitsverfahren zu überprüfen und zu straffen. Eine Position, die er bereits während seiner Regierungszeit als Papst vertreten hatte.

In der überarbeiteten und damit verbindlichen Fassung geht Benedikt XVI. auf Distanz zu Kardinal Kasper und dem in diesem Jahr unternommenen Versuch, innerkirchlich die Anerkennung der Zweitehe und die Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene durchzusetzen. Statt dessen stärkt Benedikt XVI. die Position jener Kardinäle, die sich diesem Versuch entgegenstellten, Glaubenspräfekt Kardinal Gerhard Müller, Kardinal Raymond Burke, Kardinal Walter Brandmüller, Kardinal George Pell und andere.

Benedikt XVI. ergreift Partei als „Gegenpapst“ von Papst Franziskus

Der Zeitpunkt der Überarbeitung kann kaum als zufällig angesehen werden. Damit griff das zurückgetretene Kirchenoberhaupt aktiv in die aktuelle Diskussion ein und ergriff eindeutig Partei. Nach kirchlicher Gepflogenheit würde das bei Nachfrage verneint werden. Die Fakten sprechen jedoch für sich. Auch, daß sich das „Dagegen“ von Benedikt XVI., das die Süddeutsche Zeitung ihm mit dem Wortspiel „Der Dagegen-Papst“ zuschreibt, tatsächlich gegen Papst Franziskus richtet und sich Benedikt XVI. in der aktuellsten und hitzigsten innerkirchlichen Auseinandersetzung als „Gegenpapst“ positioniert.

So würde man es im Vatikan nie sagen. Das Gefecht findet auf Distanz und ohne Nennung des Gegenparts statt. Das Bild ist jedoch klar. Benedikt XVI. verteidigt die Lehre der Katholischen Kirche. Seine Position richtet sich nicht gegen jemand, sondern ergreift Partei für das depositum fidei, das er offenbar gefährdet sieht. Anders gesagt: Er ergreift Position gegen alle, die sich der kirchlichen Lehre entgegenstellen und sei es Kardinal Walter Kasper und sei es selbst Papst Franziskus.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: InfoVaticana

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49 Comments

  1. Was hier geschieht, ist kein ganz banaler, sich tausendfach täglich wiederholender Vorgang: Jeder Mensch darf seine Meinung ändern und authentisch sagen, dass er seine frühere Meinung nicht mehr aufrecht erhält. Seine Meinung ändern zu dürfen, ist ein Menschenrecht! Es gehört zur Meinungsfreiheit. Es ist nicht nur legitim, sondern sogar moralisch erwünscht, dass ein Professor Einsichten, die er für überholt hält, revidiert und sich immer weiter fortbildet und neue Argumente in Rechnung zieht, die ihm vor 20, 30 oder 40 Jahren noch nicht bekannt oder bewusst waren. Benedikt XVI. tut jetzt nichts anderes. Er handelt wie ein Professor, der eine frühere Publikation revidiert. Das habe ich persönlich auch schon getan, und zwar genau mit meiner allerersten Publikation, die ich ein Jahrzehnt später in einem Aufsatz in Teilen revidiert habe. Übrigens hat das auch Bischof Augustinus in seinen Retractationes getan, und jeder weiß, dass Benedikt XVI. Augustinus über alles schätzt. Wenn also Benedikt XVI. jetzt seine Publikationen von anno dazumal angesichts der Herausgaber der Gesammelten Werke bei Herder revidiert, dann hätte er das zweifellos auch als amtierender Papst getan. Das richtet sich gegen überhaupt niemanden, sondern er ist diese Retractatio seiner akademischen und persönlichnen Aufrichtigkeit schlicht und ergreifend schuldig.

    • Sehr richtig! Wo kämmen wir hin wenn ein Katholik seinen erkannten Irrtum nicht widerrufen könnte. Allerdings, wäre das nicht nötig, wenn sich der frühere Pontifex schon 1972 an die kirchliche Lehre gehalten hätte. Genau an dieser Stelle hat aber auch die freie Meinung ihre Grenzen. Wer katholisch ist lehrt , was die Dogmen angeht,
      immer das gleiche und ein Widerruf schließt einen früheren Irrtum ein! Drum: Immer schön katholisch bleiben!!!!

  2. Wer um die Langfristigkeit solcher Editionsprozesse weiß, wird darin keinen spontanen Affront gegen die Synode oder Papst Franz I. sehen können. Hier ist der Wunsch nach einer deftigen Schlagzeile bei den „Qualitätsmedien“ der Vater des Gedankens.
    Es bleibt aber festzuhalten, daß Benedikt XVI. seine eigene Position von 1972 (!) revidiert. Da ist er wieder einmal einigen Herren mindestens einen Schritt voraus.

  3. Gott sei Dank!! Hier zeigt der zurückgetretene Papst Rückrat. Noch länger zuschauen und in so wichtigem Punkt schweigen hätte bedeutet, dass man ihm Mitschuld an der Misere hätte ankreiden können. Benedikt zeigt, wem er sich verpflichtet weiß: Christus.

    Weiter so, wir Gläubigen brauchen dich, Benedikt!

  4. Hätte Se. Exzellenz Bischof Joseph Ratzinger, früher Papst Benedikt XVI. überhaupt abdanken dürfen? Eine Verantwortung, die einem unmittelbar von Gott auferlegt wurde -die Wahl durch die Kardinäle bezeichnet wohl die Person, verleiht aber nicht das Amt- kann einem auch nur von Gott selbst wieder abgenommen werden. Der Wille Gottes wird natürlich auch erkennbar in den Umständen …

    Die eingangs gestellte Frage kann von keinem Außenstehenden beantwortet werden – dies könnten nur (abgesehen von Gott) Ratzinger selbst und sein Beichtvater, bzw. letzterer könnte es ja gerade nicht.

    Zwei Vergleiche aus der Geschichte können nachdenklich stimmen:

    Wenn es der hl. Alfons Maria von Liguori, trotz schwerster körperlicher Gebrechen, lange nicht gewagt hat, sein Amt als Bischof von Sant‘Agata dei Goti aufzugeben, so hatte dies, wie man in seinen Briefen nachlesen kann, schwerwiegenste Gründe. Es ist erschütternd, wenn der Heilige dort von seiner völlig zerrütteten Gesundheit spricht, aber gleichzeitig betont, daß er, falls ihm die Aufgabe des Amtes gestattet würde, befürchte, für den Rest seines Lebens von Gewissenbissen gepeinigt zu werden – weil er vor seiner Verantwortung geflohen sei.

    Im Jahre 1720 wurde Papst Clemens XII. im exakt gleichen Lebensjahr auf den Stuhl Petri erhoben, wie Papst Benedikt XVI. Clemens XII. regierte die Kirche bis zu seinem Tode im Jahre 1730. Sein Pontifikat war ein kraftvolles und für die Kirche segensreiches, obwohl der Papst kurz nach seiner Erwählung erblindete und bettlägerig wurde – ungeachtet der damals viel geringeren Möglichkeiten der Medizin regierte der körperlich hinfällige Papst die Kirche mit starker Hand . Ihm verdanken wir unter anderem die erste Verurteilung der Freimaurerei durch das Schreiben „In Eminenti Apostolatus“. Körperlich gesehen wirkt Ratzinger auch jetzt noch im Vergleich zu Clemens XII. wie Herkules.

    Was Bischof Joseph Ratzinger jetzt offenbar versucht, ist den Schaden zu begrenzen, den er jedenfalls objektiv gesprochen mit zu verantworten hat. Durch sein Abdanken wurde die Thronbesteigung des vielleicht nur beschränkten, vielleicht auch heimtückisch durchtriebenen, in jedem Falle aber notorisch ungeeigneten Bergoglio überhaupt erst möglich – und als Folge davon, daß halbmumifizierte Häretiker à la Kasper noch einmal aus der Gruft geschlichen kommen, um ihre „Vision“ von „Kirche“ mit letzter Kraft und in panischer Eile durchzupeitschen. Kräfiger Gegenwind kommt aus Ost-Europa, vgl. z.B. die neuesten Stellungnahmen von Erzb. Gadecki, Vositzender der polnischen Bischofskonferenz, aber auch aus Afrika, aus Nordamerika, sogar aus Frankreich (Kard. Vingt-Trois), nicht zuletzt aus Italien selbst, dessen Bischofskonferenz einen der Büttel Bergoglios, den elenden Erzb. Bruno Forte (Verf. der häretischen ersten Relatio der Synode), mit Schwung vor die Türe gesetzt hat. Alle genannten Kirchenfürsten handeln, Ratzinger aber redet – so wie er es immer getan hat. Professor bleibt eben Professor.

    • Danke für diesen wunderbaren Kommentar. Nur der Richtigkeit wegen Papst Clemens XII. bestieg 1730 den Thron Petri und starb von den Römern tief betrauert 1740.
      Clemens XII. wäre ein gutes Beispiel für Ratzinger gewesen. Aber leider hat das Management-Denken das Papsttum schon seit geraumer Zeit erfasst.

      • Ich würde Ihnen vom Gefühl her recht geben.‎
        Vom Verstand her möchte ich aber doch einen Gedanken anbringen, der das «Management-‎Denken» vielleicht teilweise erklären kann. Ich bin historisch zu unbeleckt, um zu wissen, ob ‎Clemens XII gute Mitarbeiter hatte, auf die er sich verlassen konnte. Ich bin mir aber sicher, daß ‎Benedikt die nicht hatte. Hier liegt das eigentliche Scheitern: er hat es nicht geschafft, die Kurie ‎so aufzugleisen, daß sie auch im Falle einer Krankheit des Papstes ordentlich weiter gehandelt ‎hätte. Da waren wohl auch die letzten Monate des Pontifikats von JP II ziemlich abschreckend. ‎Normalerweise hätte ich jetzt noch geschrieben, daß ich ich dafür nicht verurteilen möchte, aber ‎das ist ja in unseren wirren Zeiten schon eine vergiftete Phrase geworden. Wenn Ratzinger die ‎Ellenbogen eines Bergoglios hätte, wäre er wohl nicht zurückgetreten, aber ich hab ihn mal in ‎Regensburg getroffen und den Eindruck gewonnen, Ellenbogen hat er nicht für den Intrigen-Stadl ‎in Rom…‎

        So, jetzt können die Wickerl & Co wieder auf mich als Benedikt-Versteher einkloppen ;-)‎

    • Genau.
      Beten wir zum heiligen Bischof Sarto, den früheren Papst Pius X, dass noch möglichst viele Bischöfe die Einsicht erlangen, dass das, was sie vertreten, aus der Hölle kommt. Im besten Fall sieht dies sogar Bischof Bergoglio ein. Möge aus einem Saulus ein Paulus werden.
      Per Mariam ad Christum.

    • Grüß GOTT, ich habe schon einmal darauf hingewiesen, wurde aber nicht veröffentlicht.
      Lesen Sie 2 Thessalonicher 2, 1-12 „Die Zeichen der Endzeit“. …,7 + 8 „Denn die geheime Macht der Gesetzwidrigkeit ist schon am Werk; nur muß erst der beseitigt werden, der sie bis jetzt noch zurückhält. Dann wird der gesetzwidrige Mensch allen sichtbar werden.“
      Benedikt XVI ist der in Fatima prophezeite Papst und „wartet auf dem Gelände des Vatikan auf seinen von GOTT geplanten Einsatz.

      Trauen Sie sich, zu denken, daß wir tatsächlich die Generation der Endzeit sind, Beten Sie ggf. um die Unterscheidung der Geister.

  5. Papst, Gegenpapst, ich denke das ist alles zu hoch gegriffen, ich denke es geht hier um Katholisch oder häretisch.
    Kasper ist ganz klar auf das Schisma aus, wie anscheinend grosse Teile des Klerus.
    Papst Franz gerät, sollte er nur Fragmente von Theologie in sich haben, in eine dramatische Zwickmühle, denn gibt der den Häretikern nach, droht nicht nur, sondern vollzieht sich ganz logisch, die letzte grosse Kirchenspaltung vor dem jüngsten Gericht.
    Bremst er aber die rasante Abschussfahrt des „Kirchenkarrens“ werden ihn seine „Freunde“ ganz schnell verlassen und es öennte den 2. lebenden Papst im Ruhestand geben.
    Ich habe aber keinerlei Mitleid mit ihm, denn sein Pontifikat ist seit dem ersten Tag von Beliebigkeit, zweideutigen Aussagen und völliger Richtungslosigkeit gekennzeichnet.
    Seine Aktionen sind wirr und verstoerend, der Applaus kommt zu 90 % von der falschen Seite, was fuer einen Stellvertreter Christi eine Bankrotterklaerung ist und sich nur mit Dummheit und Unbildung erklaeren laesst.
    Jeder einigermassen erfahrene Berater haette ihn vor der sich abzeichnenden Katastrophe warnen muessen, aber wahrscheinlich kommt bei ihm Starrsinn und Beratungsresistenz auch noch erschwerend dazu.
    Schauderhaft, so einen Mann in diesen schrecklichen Zeiten am Ruder des Kirchenschiffs zu wissen.

  6. Ich kann mich dunkel an einen Aufsatz zu dem Thema erinnern, der in einem der schon erschienenen Bände der Gesammelten Schriften aufgenommen ist. Darin geht Papst Benedikt auf die Voraussetzungen der Gültigkeit des Sakramentes der Ehe ein. Er stellt fest, dass heute die Mehrzahl auch der Katholiken ein nur noch rudimentäres Verständnis des Ehesakramentes hat und es daher zu extremen Verwerfungen komme, die sich in den steigenden Zahlen gescheiterter Ehen zeige. Insbesondere junge Menschen, denen die Reife fehle, schlössen eine Ehe, ohne überhaupt den tieferen Sinn dieses Bundes nachzuvollziehen. Insofern könne es zu Situationen kommen, wo eine Ehe zwar formal kirchlich geschlossen, ihrem Wesen nach aber nicht gültig geschlossen sei. In solchen Fällen seien Überlegungen über eine Zulassung zu den Sakramenten nicht grundsätzlich falsch. Papst Benedikt hat wohl lange gerungen, einen adäquaten Weg für diese Problematik zu finden, wobei er sich von Verwässerungen der Ehe. wie sie im Gefolge des Ansatzes von Kardinal Kasper notwendig eintreten würden, klar distanziert. Offenbar wollte er im Zuge der Veröffentlichung des lange erwarteten Bandes 4 der Gesammelten Schriften, den Text nochmals so überarbeiten, so dass Missdeutungen, wie sie schon aus ideologischen Interesse zu erwarten sind, weitestgehend ausgeschlossen werden. Insofern handelt es sich wohl eher nicht um eine Reaktion auf die Synode, sondern um die Sorge, dass die Lehre, wie sie in den Gesammelten Schriften durch Papst Benedikt reflektiert ist, auch authentisch erscheint.

    • Papst Benedikt XVI. hat auf jeden Fall mit den Lehren von Kardinal Kasper, der das Sprachrohr von Papst Bergoglio ist, nichts im Sinn. Und eigentlich auch vor 40 Jahren nicht, denn ihm ging es nicht um Ideologie wie dem Kardinal Kasper, sondern darum, den mißlichen Situationen vieler Menschen aus echter Sorge irgendwie Abhilfe zu schaffen.
      Gut, daß Sie hier differenzieren @Suarez. Das ist dann mal Wermut für so viele, die nichts im Sinne haben als dem guten Papst Benedikt ans Leder zu gehen. Diese sitzen imselben Boot wie die „Süddeutsche“ und andere antikatholische Blätter.

      Die Ehe- und Familienlehre vom heiligen Papst Johannes Paul II. ist und bleibt die wahre und einzig richtige Lehre der Kirche. Wer sie antastet, will die Kirche zerstören.

      • Aha. Wer den Koranküsser und Assisi-Gräueltäter kritisiert, will also die Kirche zerstören. O Herr, schmeiss Hirn vom Himmel!

  7. Wenn einer wirklich ein „Dagegen-Papst“ ist, so ist es Herr Bergoglio, denn er wendet sich in vielen Stücken gegen die Ordnung und die Lehre der Kirche. Der wirkliche Papst scheint immer noch Benedikt zu sein. Und das zeigt sich immer deutlicher.

  8. Ob Papst oder Gegenpapst. Es geht doch darum, dass wir einen obersten Hüter der immerwährenden Lehre und der Dogmen haben, an dem sich die Gläubigen orientieren können. Man muss dann eben Papst Franziskus in den Glauben zurückholen, oder er provoziert mit seiner Glaubensuntreue das Schisma. Er ist ja ohnehin bei 116 Stimmenzetteln von 115 anwesenden Kardinälen gewählt worden. Aber das ist auch nur eine Formsache, ob der glaubenstreue oder gewählte glaubensuntreue der wirkliche Papst.

    • Frauen Priester? Richtig müßte es wenigstens heißen: „PriesterInnen“, noch besser, Priester*Innen (um trans-, inter und intrasexuelle Personen nicht zu diskriminieren). Idealster würde mensch „Priestx“ schreiben. Alles andere geht ja irgendwie von einer strengen Biopolarität der Geschlechter aus, und verkennt die zwischen- oder geschlechtlich leben!

  9. „1972 hatte Joseph Ratzinger ähnliches geschrieben, wie Kardinal Walter Kasper beim Kardinalskonsistorium und bei der Bischofssynode über die Familie vertreten hat.“
    Wie viele Bischöfe und Priester haben haben in den letzten 42 Jahren dieses „ähnliche“ im Vertrauen auf Joseph Ratzinger übernommen? Und wie viele Katholiken haben im Vertrauen auf die Bischöfe und Priester die Joseph Ratzinger vertraut haben dieses „ähnliche“ auch übernommen und danach ihren Glauben ausgerichtet ?
    „Denn Papst Benedikt XVI. teilt die 1972 vertretene Meinung nicht mehr.“
    Ich fühle mich nicht wohl bei dem Wort “ Kollateralschäden“.
    Per Mariam ad Christum.

  10. Joseph Ratzinger hat bereits während seines Pontifikates die Distanz zu seiner damaligen „Revoluzzerzeit“ öffentlich geäußert – z.B. berichtet davon DRadio: http://www.deutschlandradiokultur.de/papst-benedikt-der-unbarmherzige.1005.de.html?dram:article_id=211079
    Auf kath.net müsste auch ein Artikel sein, in dem er damals ausdrücklich einräumte, er habe 1972 so gedacht, könn das aber nicht mehr so sehen und betrachte entsprechende Regeln in der Orthodoxie als Ableitung aus häretischen Väterstellen. ich find es nur gerade nicht mehr.

    Von „Gegenpapst“ würde ich da nicht reden.
    In der postmodernen Theologie darf ja jeder etwas meinen – der eine so, der andre so.
    Und Benedikt ist nun mal nicht mehr der Papst.

    Insofern ist das alle m.E. nicht Neues unter der Sonne.

    • „In der postmodernen Theologie darf ja jeder etwas meinen – der eine so, der andre so.“
      Das haben postmoderne Theologen so an sich. Da sie sich in der Regel klüger fühlen als Christus und besonders in dieser ebenfalls postmodernen Welt großräumig punkten wollen schreiben sie heute dieses und morgen wieder was anderes. Das ist aber nicht das Problem. Das Problem ist das das einfache Schaf in der Herde des Herrn heute dieses hört und morgen wieder was anderes und wie wild hin und her springt und verzweifelt seinen Gott sucht und ihn nicht mehr findet. Wir haben das Thema Lateinamerika. Die Evangelikalen und auch ihre alten heidnischen Götter haben ihre Tore weit aufgemacht und die Katholiken strömen nur in sie hinein. Sie verlieren sogar die Bindung zur ihrer Mutter, zur allerseligsten Jungfrau. Das sind die Früchte der Experimente der modernen Theologie.
      Per Mariam ad Christum.

  11. Es wird keinen Gegenpapst geben. Benedikt spricht als Mönch und sonst nichts. Alles weitere nimmt seinen Lauf hin zur EineWeltreligion.

  12. Das ist das Schlechteste was er jetzt machen kann, er hat das Papstamt weggeschmissen und soll eine Ruhe geben! So wenig ich Kardinal Beroglio gewählt hätte. Dass seine Aufsätze, ja sein ganzes Lebenswerk einen hohen Korrekturbedarf haben, davon bin ich überzeugt, man sollte seine Bücher den Index setzen.

  13. Ich hab`ja schon länger gesagt, daß Papst Benedikt XVI. nach wie vor Papst ist. Sein Rücktritt geschah aus Gesundheitsgründen. Wie wahr das ist, gewesen ist! Aber sein Rücktrittsschreiben, die declaratio, gibt, da unrichtiges Latein, Hinweise darauf, daß er Papst geblieben war und Papst ist.
    Papst Bergoglio ist Papst der anti-katholischen Partei.
    Es fragt sich wie lange die nicht wegzudiskutierenden Differenzen noch eine nicht mehr gegebene Einheit noch vortäuschen können oder anders gesagt: wann wird der Bruch offenkundig gemacht?

    • @Franzel

      Sie meinen also bei P. Franziskus gibt es einen Bruch, aber bei P. Joh. Paul II. gibt es keinen, weil er ja ein Heiliger ist! Sehr interessant!!

  14. Die Überschrift, in der sich Benedikt XVI. em. angeblich zum „Gegenpapst“ positioniert, finde ich sehr unglücklich. Es ist zu bezweifeln, dass Benedikt XVI. das überhaupt wünscht. Sein Rücktritt war schon verwirrend genug, aber darauf komme ich später. Ein zurückgetretener Papst darf nicht „Gegenpapst“ spielen, das Papstamt würde völlig verkommen, in die Beliebigkeit einzelner Personen degenerieren.

    Sehr zu begrüßen ist, dass Benedikt seinen Irrtum revidiert hat. Damit wird für die Katholiken hoffentlich deutlich, die sich einreden lassen, zwischen Benedikt XVI. und Franziskus passe kein Blatt Papier, dass das reines Wunschdenken ist, mit der Realität nicht das geringste zu tun hat. Wobei klar ist, dass Benedikt vor der Synode die Revision vorgenommen hat.

    Zwischen Benedikt XVI. und Franziskus klaffte immer schon ein Abgrund.
    Im Sprachstil, in der Hochachtung vor der Liturgie, in den inhaltlichen Botschaften selbst. Benedikt XVI. war kein „Papst der Alten Messe“, aber er schätzte die Ehrfurcht, die Würde, die geistliche Tiefe, die sie ausstrahlt. Er hat der Tridentinischen Messe einen Platz in der Kirche zurückgegeben, der es ermöglicht, dass sie weiter aufblühen kann. Mehr war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Das muss man wissen, auch wenn man nicht damit einverstanden ist, dass der überlieferte römische Ritus nur die außerordentliche Form des römischen Ritus ist nach „Summorum Pontificum.“
    Und jetzt zum Rücktritt: Offensichtlich haben alle hier vergessen, dass Benedikt XVI. einem beispiellosen Anschlag zum Opfer gefallen ist. Seit dem Jahr 2006 waren seine Privatgemächer mit Abhörgeräten verwanzt. Für ihn und seinen Sekretär waren nicht sichtbar Kameras angebracht, die alles aufzeichnen konnten. Der Kammerdiener war der Verräter, der zu allen Räumen und Schubladen Zugang hatte.
    Glaubt jemand im Ernst, ein solcher Papst und sein Sekretär seien nicht erpressbar? Sie müssten Engel sein, reine Geistwesen, wenn das nicht der Fall wäre. Jeder Mensch ist nach Anstrengungen, nach Ärger, erschöpft, missmutig, macht Äußerungen, die er ausgeruht nie von sich geben würde. Oder er spricht sich einfach nur aus, ganz intim in seiner Privatsphäre.
    Dieser Papst kann nackt fotografiert worden sein, beim Baden, beim Duschen, beim sich Ankleiden. Auf weitere Details verzichte ich…
    Ich weiß nicht, was fotografiert worden ist, was aufgezeichnet worden ist. Nur ist davon auszugehen, dass Benedikt XVI. einen beispiellosen Angriff auf seine Privatsphäre erlitten hat. Es ist weiter davon auszugehen, dass der Kammerdiener, ein einfacher Putzmann des Peteradoms, nur ein Werkzeug war von mächtigen Hintermännern.
    Wir wissen nicht, was aufgezeichnet worden ist, was abgehört worden ist. Doch wir sollten zumindest beim Rücktritt von Benedikt XVI. diesen gemeinen Anschlag auf seine Privatsphäre im Hinterkopf behalten.
    Es ist wichtig, wenn Benedikt XVI. jetzt nicht mehr schweigt. Aber machen wir ihn bitte nicht zum „Gegenpapst.“ Es schadet dem Papstamt.

  15. @ Gerd Hengsberger
    Damit haben Sie leider den Nagel auf den Kopf getroffen. Papst Benedikt XVI., wie schon seine Vorgänger, Papst Franziskus, Kardinal Burke (siehe seine letzte bekannt gewordene Predigt)… alle führen sie die katholische Kirche in die antichristliche Neue Weltordnung mit totalitärer Eine-Welt-Regierung und greuelhafter Eine-Welt-Religion. Sie unterscheiden sich nur in Nuancen und garantieren, dass die Katholiken der verschiedenen Richtungen mitmarschieren.

    • „Sie unterscheiden sich nur in Nuancen und garantieren, dass die Katholiken der verschiedenen Richtungen mitmarschieren.“
      Genauso ist es. Die Traditionellen sollen auch auf der falschen Seite stehen nur sollen sie es nicht merken und glauben das es nicht so ist. Zwischen Raffinesse und Weisheit ist ein tiefer Graben und keiner kann hinüber.
      Per Mariam ad Christum.

    • @Leo Lämmlein
      Wenn Sie solche Beschuldigungen erheben, dann wäre es angebracht, dass Sie diese auch begründen. Sie können sich ja gut ausdrücken, und harte Argumente, über die man diskutieren kann, kann niemand von vornherein beanstanden.

      Doch einfach zu behaupten, Papst Benedikt, …Kardinal Burke …alle führen sie die katholische Kirche in die antichristliche Neue Weltordung…“ ohne es zu begründen, das klingt, mit Verlaub, verleumderisch.

      Es ist unbestritten: Joseph Ratzinger hat auch theologische Irrtümer verbreitet, die er als Papst nicht zurückgenommen hat. Aber auch nicht – als Papst – verbreitet hat. Unter dem hl. Pius X. hätte er diese widerrufen müssen, oder er wäre exkommuniziert worden. Doch Pius X. ist seit 1914 tot.

      Ich bin der festen Überzeugung: Über die Konzilsepoche wird das Lehramt der katholischen Kirche entscheiden. Und über diese Päpste. Schuldig geworden sind sie alle.
      Doch das berechtigt nicht, sie alle über einen Kamm zu scheren. Prof. Ratzinger ist vielleicht einer theologischen Eitelkeit zum Opfer gefallen, er glaubte, die Kirche reformieren zu können, indem er sie mit der neuzeitlichen agnostischen Philosophie versöhnt. Ihm wurde kein Einhalt von Rom geboten.

      Doch deswegen wollte er nie die katholische Kirche in eine totalitäre Neue Weltordnung überführen. Er hat sich auch so stark für den überlieferten Glauben eingesetzt, dass er sich den Hass aller liberalen, progressistischen Katholiken zugezogen hat. Er wurde von den Leitmedien und den Zeitgeist-Kirchen-Zeitungen jahrzehntelang so übel beleidigt und mit Hass verfolgt, dass sie ihn keinesfalls als den Papst anerkannten, der zu ihnen gehörte. Niemand hier von uns würde das auch nur eine Woche durchstehen, noch nicht mal drei Tage.

      Sind sie denn blind Leo Lämmlein? Sie müssten doch sehen, dass Bergoglio von den Leitmedien geliebt, gehätschelt wird, während Benedikt XVI. das Feindbild schlechthin war.
      Und dann Kardinal Burke: In welcher Predigt gibt es auch nur Andeutungen, dass er die Kirche in die NWO einführen will?
      Er hat alle seine Ämter verloren, wurde auf einen Posten abgeschoben, den ein Greis ausfüllen kann. Die Ungerechtigkeit, die ihm von Bergoglio angetan wurde, wurde in den Leitmedien auch noch gelobt. Als sei er zurecht abgeschoben.

      Dass Bergoglio die Kirche tatsächlich in die NWO einführen will, das haben wir hier ausführlich auf katholisches.info begründet. Mit Argumenten, mit Zitaten, nicht nur aus dem Gefühl heraus.

      Dass Kardinal Burke das ebenfalls will, das haben Sie zu begründen. Sonst ist eine Verleumdung.

    • Leo Lämmlein, ich empfinde Ihren Kommentar als eine Unverschämtheit. Sie und mit Ihnen so einige andere Kommentatoren/-Innen dieses Forums sitzen in der warmen Stube ihres reichlich instabilen Gedankengebäudes und zielen lustvoll mit mehr oder weniger intelligenten, allemal aber undifferenzierten Invektiven auf Personen der Kirche wie auf Schießbudenfiguren, die sich müh(t)en, das Schifflein Petri auf Kurs zu halten. Ich kann es nicht mehr lesen: „Korankuss“, „Assisi“, mit diesen gebetsmühlenartig wiederholten Schlagworten will man beispielsweise ein 25jähriges Pontifikat in Gänze in die Häresie versenken, das dazu beitrug, den Eisernen Vorhang zum Einsturz zu bringen, das Fatima erst wieder aus der Versenkung hervorgeholt, das die katholische Lehre in wesentlichen Punkten mit tief-theologischen Enzykliken erklärt, bekräftigt und verteidigt hat und dessen Amtsträger mit seinem Charisma und seiner Leidensbereitschaft Millionen von Menschen ein Vorbild im Glauben war. Sie beschimpfen weiters einen Papst, der es nach vierzig Jahren Denk- und Liturgieverbot ermöglicht hat, dass junge Menschen den überlieferten Ritus kennen- und in ihm heimisch werden konnten, der sein möglichstes tat, um an die vom Konzilsungeist abgeschnittenen Fäden der Tradition anzuknüpfen und dafür persönliche Verfolgung (siehe den obigen Kommentar von zeitlos) und einen schmachvollen Rücktritt vom Papstamt in Kauf nahm. Sie bespucken einen Kardinal der Kirche, der, obwohl er sich dadurch nur Anfeindungen und Bespöttelungen aussetzte, die jungen traditionellen Gemeinschaften unterstützte, jederzeit entschieden für die Lehre und Disziplin der Kirche eintrat und jüngst mit seinem mutigen Vorgehen verhindert hat, dass eine ganze Synode manipuliert und dazu benutzt wird, um die Lehre der Kirche aus vorgeschobenen pastoralen Gründen aus den Angeln zu heben und der dafür aus all seinen Ämtern entfernt wurde. Und Sie besitzen die ungeheure Ignoranz, diese Personen auch noch mit Bergoglio gleichzusetzen, wo jedes Kind weiß, dass dieser Mann nur dazu da ist, um eben jene Ära Woityla-Ratzinger zu beenden und das Konzil im Sinne der Progressisten zu vollenden. Machen Sie es sich bloß nicht zu einfach, sonst könnten auch Sie einmal vom Herrn ähnliche Fragen gestellt bekommen, die er – nach Goethes Faust – Mephisto im Himmel stellte: „Hast du mir weiter nichts zu sagen? Kommst du nur immer anzuklagen? Ist auf der Erde ewig dir nichts recht?“

      • @hicesthodie
        Sie haben völlig Recht. Verdiente Menschen werden hier heruntergemacht, daß es einem übel werden kann. Päpste, Heilige, Erzb. Levebrvre, die ganze FSSPX, die FSSP, sämtliche Bemühungen traditionstreuer Menschen werden samt und sonders niedergemacht, alles für hoffnungslos erklärt, Verwirrung und Zweifel gesäät – was ist damit? Sind Sie sicher, daß Sie Leo Lämmlein meinen?

      • @Hicestodie Ja Sie haben Recht, er Johannes Paul II: trug erheblich zum Fall des Eisernen Vorhanges bei und er hat das sehr gut gemacht, aber wenn er sich damit beschäftigen hätte wollen, hätte er Politiker werden sollen, als Papst so etwas zu machen und mit einem Bankskandal das zu finanzieren ist nicht der richtige Weg.

      • @hicesthodie: Was Sie hier von sich geben, ist ein theologisch völlig unreflektierter, schwachbrüstiger Romantizismus, der sich mit bauchigen Geühlen an der „Person“ JP II fasziniert (sein „Leiden“ sein „Kampf gegen den Kommunismus“ etc.pp.), statt ihn danach zu beurteilen, ob er treu und unerschütterlich das depositum fidei bewahrt und tapfer verteidigt hat. Und da hat er eben, von bestimmten sexualethischen Punkten mal abgesehen, auf ganzer Linie versagt und die Kirche auf den Weg geführt, den der jetzige „Papst“ aus der Pampa nun vollendet.
        Wie oft soll man es in der Tradition noch sagen: Weder JP II noch B 16 waren jemals auch nur annähernd unter den unsrigen. Sie waren/sind reine Modernisten!!!

    • @ Zeitlos, hicesthodie, M.S.
      Was die Päpste nach dem 2. Vatikanischen Konzil bis einschließlich Papst Benedikt XVI. angeht, bitte ich Sie selbst zu recherchieren unter den Stichwörtern Papst – Vatikan – Neue Weltordnung – Eine-Welt-Religion, u.dgl., auf Deutsch und auf Englisch. Sie werden genügend Material finden, das meine These für diese Päpste durch Äußerungen und Taten derselben bestätigt. (Direkte Verlinkungen zu diesem Thema möchte ich auf diesem katholischen Portal vermeiden, da diese Artikel oft polemisch sind.) Damit schere ich in der Tat diese Päpste, zumindest in diesem schicksalhaften Punkt, über einen Kamm. Für Papst Franziskus stellen Sie das ja selbst nicht in Frage. Was für subjektive Absichten die Päpste mit ihren objektiven Taten verbanden und verbinden, darüber ist mit der allgemeinen Feststellung im einzelnen nicht geurteilt. Günstigstenfalls sahen sie das Eine-Welt-System als ohnehin unvermeidlich auf die Menschheit zukommen und wollten ihm einen christlich-humanistischen Charakter aufprägen. Ich fürchte jedoch, die Realität ist unbarmherziger: Der Vatikan ist führend an der Verschwörung beteiligt. Einen Geschmack, was für politische Regimes unter römisch-katholischer Führung aufgerichtet werden können, gab im 20. Jahrhundert z.B. die grausame, völkermörderische Ustascha-Diktatur des Katholiken Ante Pavelić im „Unabhängigen Staat Kroatien“. Aber auch Adolf Hitler ist hier zu nennen, der bis zum Ende kirchensteuerzahlender Katholik war und niemals exkommuniziert wurde.
      Was nun Kardinal Burke angeht, so habe ich ihn in diese Reihe per Induktionsschluss aufgenommen. Anlass dazu gab mir seine Predigt in der Wiener Karlskirche, wo er Papst Johannes Paul II. zustimmend zitierte. Als Kardinal gehört Raymond Burke zur obersten Führung der katholischen Kirche, im Rang eines Fürsten (principe), und ist einer der engsten Papstvertrauten. Eine Distanzierung von deren Politik in dieser Hinsicht ist mir nicht bekannt geworden. Ihnen? Er wäre dann auch nicht zum Kardinal ernannt worden. Allerdings kann ich Ihnen im Moment keine positiven Aussagen von ihm zum Thema der Neuen Weltordnung vorlegen. Vielleicht bei Gelegenheit. Sollte ich darauf stoßen, dass er die Neue Weltordnung glaubhaft k r i t i s i e r t , dann werde ich das selbstverständlich auch mitteilen und um Entschuldigung bitten.
      Was viele Traditionalisten nicht sehen wollen: Die Kollaboration der Kirche mit der Welt ist sehr alt, älter als 50 Jahre und älter als 500 Jahre.

      • Leo Lämmlein, sie müssen aber die subjektiven Absichten, die Motive der Handlungsträger in die Beurteilung ihrer Taten einfließen lassen, sonst werden Sie in Ihrem Urteil ungerecht. Dann wären nämlich bspw. auch die Männer des 20. Juli 1944 und zwei Drittel der Mitglieder des Kreisauer Kreises alle Verbrecher, weil sie in irgendeiner Form ins Nazi-System involviert waren. Wie sollten sie es aber nicht, da sie in dieser Zeit ihr Leben lebten und nicht von Außen dazu gezwungen wurden, ins Exil oder in den politischen Widerstand zu gehen. Gerade deshalb aber ist der Widerstand, den sie dennoch geleistet haben, um so höher zu bewerten. Übertragen auf die von Ihnen genannten Personen: sie lebten in der Zeit des Konzils und der Nachkonzilszeit und haben diese in führenden Positionen mitgestaltet, weil sie Teil dieser Kirche waren. Sicher: besser wäre es gewesen, sofort und konsequent sich zu verweigern (obzwar wir uns ja hier belehren lassen mussten, dass selbst Lefebvres Weg ein Irrtum war!). Aber sie waren immerhin Männer aufrechten Sinnes, denen es einzig darum ging „das Amt des Hirten der Universalkirche in Treue auszuüben und unermüdlich die geistlichen und weltlichen Rechte sowie die Freiheit des Heiligen Stuhles zu wahren und zu verteidigen“. Wer handelt, macht auch Fehler, hört auf falsche Berater. Assisi und der Korankuss waren Fehler, ganz gewiss. Aber sie waren nichts anderes, als der Versuch, die Rolle der Kirche in einer sich verändernden, von Globalisierung geprägten Welt zu stärken und zu sichern. Und was hätte es gebracht, außer Verfolgung der Kirche, wenn Pacelli Hitler öffentlich exkommuniziert hätte, er war es ja latae sententiae schon längst. Man kann das in hochhuthscher Arroganz „Kollaboration der Kirche mit der Welt“ nennen. Aber schon Christus lobte im Gleichnis den klugen Verwalter. Von diesen allen unterscheidet Bergoglio sich jedoch fundamental, denn ihm geht es – allem Anschein nach – in der Tat darum, den Glauben zu relativieren, der Welt anzupassen und die katholische Kirche in einem Meer der Religionen aufgehen zu lassen. Deshalb verbietet es sich ganz einfach, Wojtyla, Ratzinger und Burke in einem Atemzug mit diesem zu nennen!

  16. Natürlich ist es legitim, dass der frühere Papst Benedikt XVI. seine Sicht zum Ehesakrament darlegen darf. Immerhin ist er nach wie vor Priester. Dennoch sollte er sich, wie angekündigt, in Demut zurückziehen und der Kirche im Gebet dienen.

    • Leider scheint aber Herr Bergoglio wie viele andere in der Kirche zu vergessen, dass sie ebenfalls Priester sind und dem Dreifaltigen Gott unterworfen sind. Wenn schon Herr Bergoglio das Schifflein Petri auf einen Eisberg zusteuert, ohne nur einen Versuch zu unternehmen, auszuweichen, dann muss Papst Benedikt XVI noch einmal ans Steuer und sein bestmöglichstes tun, um eine Katastrophe zu verhindern.
      Per Mariam ad Christum.

  17. Ratzinger „ergreift Partei für das depositum fidei, das er offenbar gefährdet sieht. Anders gesagt: Er ergreift Position gegen alle, die sich der kirchlichen Lehre entgegenstellen „- Wie bitte?!
    Dann sollte er doch an allererster Stelle mal gegen sich selbst Partei ergreifen.
    Als frischgebackener „Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre“ veröffentlichte er seine Aufsatzsammlung „Theologische Prinzipienlehre. Bausteine zur Fundamentaltheologie“, München 1982. Ausschitte aus den Seiten 398f und 409:
    „Wenn man nach einer Gesamtdiagnose für den Text [Vatikanum 2, Gaudium et Spes] sucht, könnte man sagen, daß er (in Verbindung mit den Texten über Religionsfreiheit und über die Weltreligionen) eine Revision des Syllabus Pius‘ IX., eine Art Gegensyllabus darstellt. […] Begnügen wir uns hier mit der Feststellung, daß der Text die Rolle eines Gegensyllabus spielt und insofern den Versuch einer offiziellen Versöhnung der Kirche mit der seit 1789 [Beginn der französischen Revolution] gewordenen neuen Zeit darstellt. […] Die Aufgabe lautet daher nicht: Aufhebung des Konzils, sondern Entdeckung des wirklichen Konzils und Vertiefung seines wahren Wollens im Angesicht des jetzt Erfahrenen. Dies schließt ein, daß es keine Rückkehr zum Syllabus geben kann, der eine erste Markierung in der Auseinandersetzung mit dem Liberalismus und den heraufsteigenden Marxismus sein mochte, aber kein letztes Wort sein kann.“

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