Predigt von Kardinal Burke in der Wiener Karlskirche

Pontifikalamt von Kardinal Burke, Wien, Karlskirche, 4.11.2014
Pontifikalamt von Kardinal Burke, Wien, Karlskirche, 4.11.2014

(Wien) Am vergangenen 4. November zelebrierte Kardinal Raymond Burke in der Wiener Karlskirche am Gedenktag des Kirchenpatrons, des Heiligen Karl Borromäus ein Pontifikalamt im überlieferten Ritus. Eingeladen hatte der Verein Una Voce Austria, der nun die Predigt des Kardinals auf seiner Internetseite veröffentlichte und Katholisches.info zur Weiterveröffentlichung zur Verfügung stellte. Das Pontifikalamt war ein denkwürdiges Ereignis. Die Predigt ist ein programmtischer Gradmesser zur Lage der Kirche heute und für Auftrag und Berufung des Christen in unserer Zeit. Weiteres Bildmaterial findet sich auf der Seite von Una Voce Austria.

Der Wien-Besuch von Kardinal Burke war überschattet von den Ereignissen rund um die Bischofssynode in Rom über die Familie. Wenige Tage später wurde der amerikanische Purpurträger von Papst Franzikus in einer Strafaktion aus der Römischen Kurie entfernt und auf den Ehrenposten eines Kardinalpatrons des Malteserordens abgeschoben.

In Wien untersagte der Abt des Augustiner-Chorherrenstiftes Klosterneuburg die Zelebration einer Votivmesse im überlieferten Ritus zur Ehren der Apostel Petrus und Paulus in der Pfarrkirche St. Leopold von Wien-Donaufeld. Die Pfarrei, die dem Stift inkorporiert ist, hatte Kardinal Burke dazu eingeladen.

 

FEST DES HEILIGEN KARL BORROMÄUS, BISCHOF UND BEKENNER

Karlskirche, Wien
4. November 2014

Eph 3, 8-12
Mt 25, 14-23

HOMILIE

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Gelobt sei Jesus Christus:
In Ewigkeit. Amen!

Es ist für mich eine Quelle besonderer Freude, das heilige Messopfer am Festtag des heiligen Karl Borromäus in dieser überwältigenden Kirche darzubringen, die unserem Erlöser und seinem beispielhaften Hohepriester, dem heiligen Karl Borromäus, geweiht ist.

Predigt von Kardinal Burke
Predigt von Kardinal Burke

Die außergewöhnliche Schönheit dieser Kirche spiegelt die noch größere außergewöhnliche Heiligkeit des Lebens des heiligen Karl wider, des heroischen Hirten, der die Vollendung des außergewöhnlichen Werks des Konzils von Trient sowie die Umsetzung seiner Lehre und seiner Disziplin für die Rettung zahlloser Seelen betrieben hat. Das Kirchengebäude selbst wie seine künstlerische Ausgestaltung inspirieren uns, das Leben des heiligen Karl tiefer zu betrachten sowie danach zu streben, seine heroische Heiligkeit unter den Bedingungen unseres täglichen Lebens nachzuahmen, allem voran indem wir Gott unsere Verehrung „im Geist und in der Wahrheit“1 darbringen.

Die Darbringung des heiligen Messopfers ist der erhabenste Ausdruck des Lebens in Christus, das wir mit dem heiligen Karl und allen Heiligen teilen dürfen. Im eucharistischen Opfer, steigt Christus, der in der Herrlichkeit zur Rechten des Vaters thront, von neuem auf die Altäre unserer Kirchen und Kapellen herab, um sein Opfer von Golgota wiederum gegenwärtig zu setzen. Indem er unter uns weilt, gießt er von seinem glorreichen durchbohrten Herzen die sieben Gaben des Heiligen Geistes über uns aus, um uns zu jedem Gedanken, jedem Wort und jeder Tat, die fromm und heilig sind, anzuleiten und uns darin zu bestärken.

Wenn wir nun das Leben des heiligen Karl Borromäus im Zusammenhang mit dem eucharistischen Opfer betrachten, wollen wir uns besonders dem Lob des Hohepriesters, wie wir es im Buch Jesus Sirach finden, zuwenden. Dieser heilige Text sagt uns: „Niemand ist ihm gleich an Herrlichkeit; er hat das Gesetz des Allerhöchsten gehalten.“2 Die Größe des Hohepriesters hängt von der Aufmerksamkeit ab, die er jenem Gesetz schenkt, das ins Herz eines jeden Menschen geschrieben ist und welches uns, erklärt und erleuchtet durch das inspirierte Wort Christi, von der Kirche vorgelegt wird.

Karlskirche WienWährend die erhabensten Tätigkeiten des Hohepriesters in der Lehre der Glaubensgeheimnisse und in ihrer Gegenwärtigsetzung in den Sakramenten, allen voran der Darbringung der heiligen Messe besteht, so ist er der Erste, der dazu bestimmt ist, diese heiligen Handlungen durch die Ordnung seines eigenen Lebens, in Übereinstimmung mit dem göttlichen Gesetz, zu vollziehen. Der heilige Karl Borromäus hat verstanden, dass Lehre und Disziplin der Kirche die unersetzbaren Bedingungen für die Begegnung mit Christus sind sowie die tägliche Umkehr unseres Lebens zu Christus, indem wir ihm nachfolgen auf dem einzigen Weg, der zum ewigen Leben führt: dem Kreuzweg.3 Deshalb konnte er sich so heroisch um einen guten Abschluss des Konzils von Trient und ebenso nach dessen Ende um die Umsetzung seiner Beschlüsse in der seiner priesterlichen Sorge zunächst in Rom, dann in Mailand anvertrauten Herde bemühen.

Dem heiligen Karl war bewusst, dass die Gnade der heiligen Weihen, die ihm in jungen Jahren gespendet worden waren, ihn und seine persönlichen Gaben umgestaltet hatte, sodass er in der Erfüllung seiner hohepriesterlichen Aufgaben völlig Christus gehörte. Mit einem solchen Geschenk der Gnade ausgestattet zu sein, verlangte, dass der heilige Karl selbst gegenüber dem kleinsten Detail seines priesterliche n Dienstes aufmerksam war, sodass er ein treuer, großzügiger und reiner Arzt der Seelen sein konnte. Er hat zu gut jene tiefe Bedeutung des Gleichnisses von den Talenten verstanden, in dem unser Herr uns lehrt, die uns anvertrauten Talente – seien es fünf, zwei oder eines – aufmerksam im Dienst für den Meister zu nutzen. Solche liebende Aufmerksamkeit, selbst gegenüber den kleinsten Dingen, ist auch unser Weg zu Freude und Friede, in unserem gegenwärtigen Leben wie im zukünftigen. So dürfen auch wir die Worte des Meisters an seinen Diener verstehen: „Du hast wohlgetan, guter und treuer Knecht; weil du im Kleinen treu gewesen bist, werde ich dir auch Großes anvertrauen: Geh ein in die Freude deines Herrn.”4

Dom Prosper Gueranger beschreibt die frühe Berufung des heiligen Karl, seinem Onkel, Papst Pius IV., im Werk an der Reform der Kirche angesichts des gewalttätigen Umbruchs der protestantischen Revolution beizustehen, folgendermaßen:

Karl hat nicht gezögert. Der Glaube, der ihm die fehlende Erfahrung ersetzte, eröffnete ihm die Einsicht, dass Rom sich zuerst dem Fluss der Irrtümer, die drohten, die ganze Welt zu überfluten, entgegenstellen musste als ein Damm der ungeteilten Wahrheit, deren Hüter es ist.5

Der heilige Karl widmete sich so der kirchlichen Disziplin, damit die Gläubigen, allen voran er selbst, sich mit Bestimmtheit die Fülle des Lebens in Christus, in der Lehre des Glaubens, der göttlichen Liturgie und der Übung der Tugenden aneigneten.

Den Dienst des heiligen Karl für Pius IV. im Hinblick auf die vom Konzil von Trient geforderten Reformen beschreibt Dom Gueranger:

Er ließ die liturgischen Bücher revidieren und den römischen Katechismus zusammenstellen. Allem voran aber war er selbst in allen Dingen das Beispiel der erneuerten Disziplin, und erwarb sich so das Recht, seinen Eifer für oder gegen andere zu richten. Die Stadt Rom wurde durch seine Initiative einer heilbringenden Reform, das erste hervorragende Beispiel.6

Nachdem er seine Aufgabe in Rom vollendet hatte, nahm er die Reform der Kirche in der Erzdiözese Mailand auf sich, deren Erzbischof er geworden war. Unermüdlich überblickte er jedes Detail des kirchlichen Lebens in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Konzils von Trient.

a8c20f19d1Indem wir heute die heilige Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus zelebrieren, fällt unser Blick von selbst auf die Weise, wie der heilige Karl mit größter Energie darum bemüht war, die unvergleichliche Schönheit des Ritus der heiligen Messe nach dem Willen des Konzils von Trient zu bewahren. Der heilige Karl hat nicht nur verstanden, dass die aufmerksame Sorge um die Disziplin des Lebens die Grundlage der wahren Gottesverehrung ist, sondern erblickte zugleich, wie sich die eigentümliche Schönheit des Ritus der heiligen Messe in der Schönheit eines tugendsamen Lebens, eines Lebens reiner und selbstloser Liebe Gottes wie des Nächsten widerspiegelt. In dieser Hinsicht gab der Heilige den Gläubigen detaillierte Anweisungen darüber, wie die Kirchengebäude ausgestattet sein sollten, damit die religiöse Kunst und Architektur dem Geheimnis des Glaubens diene.7 Man denke nur an die wunderbare Entwicklung, die den Tabernakel ins Zentrum des Chorraumes verlegt und die auf unseren Heiligen zurückgeht.8

In diesen Tagen, in denen es in der Welt wie in der Kirche zu starken Verwerfungen kommt, wollen wir es deshalb nicht versäumen, um die Fürbitte des heiligen Karl Borromäus für unsere Bischöfe zu beten, damit sie durch die Befolgung des „Gesetzes des Allerhöchsten” und durch ihre treue Aufmerksamkeit selbst für die geringsten Details in der Sorge an ihrer Herde viele Seelen zum ewigen Lebe führen. In besonderer Weise wollen wir auch darum beten, dass ihr Augenmerk sich der heiligen Liturgie zuwende und diese für sie selbst und für alle ihrer geistlichen Betreuung Anvertrauten der Ursprung reiner und selbstloser Liebe zu Gott und dem Nächsten wird. Der heilige Karl Borromäus bitte für uns alle, damit wir durch die Aneignung der gesunden katholischen Lehre und Disziplin in der Ähnlichkeit mit Christus voranschreiten.

Der heilige Papst Johannes Paul II. hat uns in Übereinstimmung mit dem heiligen Karl Borromäus, seinem eigenen Namenspatron, daran erinnert, dass wir angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit uns nicht selbst oder die Welt retten können, indem wir „irgendeine magische Formel“ finden oder indem wir „ein neues Programm erfinden.“9 In unmiss verständlicher Weise hat er erklärt:

Nein, wir werden nicht durch eine Formel gerettet, sondern von einer Person und durch die Verheißung, die diese uns gibt: Ich bin bei euch.10

Dieser heilige Papst hat uns daran erinnert, dass das Programm, durch das wir die großen geistlichen Herausforderungen unserer Zeit wirksam angehen können, am Ende Jesus Christus selbst ist, der für uns in seiner Kirche lebt. Der Papst erklärte weiter:

Das Programm liegt schon vor: Seit jeher besteht es, zusammengestellt vom Evangelium und von der lebendigen Tradition. Es findet letztlich in Christus selbst seine Mitte. Ihn gilt es kennenzulernen, zu lieben und nachzuahmen, um in ihm das Leben des dreifaltigen Gottes zu leben und mit ihm der Geschichte eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himmlischen Jerusalem erfüllt. Das Programm ändert sich nicht mit dem Wechsel der Zeiten und Kulturen, auch wenn es für einen echten Dialog und eine wirksame Kommunikation die Zeit und die Kultur berücksichtigt.11

Kurz gesagt, das Programm, das uns zur Freiheit und zum Glück führt, ist für einen jeden von uns die Heiligkeit des Lebens in Übereinstimmung mit dem Lebensstand. Möge der heilige Karl Borromäus unser großer Lehrer und Fürsprecher darin sein, unserer Berufung zur Heiligkeit immer vollkommener zu entsprechen. Erheben wir also nun unsere Herzen, vereint mit dem unbefleckten Herzen der Gottesmutter, zum glorreichen durchbohrten Herzen Jesu, das für uns im eucharistischen Opfer offensteht. Erheben wir zum Herzen Jesu die Intentionen der Kirche in unseren Tagen, allem voran die Absicht der treuen Anhänglichkeit an Lehre und Disziplin, selbst in den kleinsten Dingen. Im eucharistischen Herzen Jesu werden unsere Herzen gleich dem Herzen des heiligen Karl von der Sünde geheilt und in der Verehrung der Disziplin entflammt, durch welche wir täglich in der Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten wachsen.

Herz Jesu, Heil aller, die in dich vertrauen, erbarme dich unser!
O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen!
Heiliger Karl Borromäus, Bischof und Bekenner, bitte für uns!

Raymond Leo Cardinal BURKE

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Bilder: Una Voce Austria

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Zuwendungsübersicht
  1. Joh 4, 24 []
  2. Sir 44, 19 []
  3. Cf. Mt 16, 24 []
  4. Mt 25, 21 []
  5. “Charles n’hésita pas. Appelant la foi au secours de son inexpérience, il comprit qu’au déluge d’erreurs sous lequel le monde menaçait de périr, Rome se devait avant tout d’opposer comme digue l’intégrale vérité dont elle est la gardienne; …”. Prosper Guéranger, L’Année Liturgique, Le Temps après la Pentecôte, Tome VI, 11ème éd. (Tours: Maison Alfred Mame et Fils, 1925, S. 210. English translation: Prosper Guéranger, The Liturgical Year, Time after Pentecost, Book VI, tr. The Benedictines of Stanbrook Abbey (Fitzwilliam, NH: Loreto Publications, 2000), S. 167. []
  6. “La revision des livres liturgiques, la rédaction du Catéchisme romain l’eurent pour promoteur. Avant tout, et sur toutes choses, il fut l’exemplaire vivant de la discipline renouvelée, acquérant a insi le droit de s’en montrer envers et contre tous l’infatigable zélateur. Rome, initiée par lui à la réforme salutaire où il convenait quélle précédât l’armée entière des chrétiens, se transforma en quelques mois.” Ibid., S. 213. English translation: Ibid., S. 169. []
  7. Carolus Borromeo, Instructionum Fabricae et Supellectilis Ecclesiasticae, Liber II, ed. Massimo Marinelli (Città del Vaticano: Libreria Editrice Vaticana, 2000). []
  8. Ibid., S. 37-38. []
  9. “formulam veluti «magicam» … excogitando «novo consilio». Ioannes Paulus PP. II, Epistula Apostolica Novo Millennio Ineunte, “Magni Iubilaei anni MM sub exitum,” 6 Ianuarii 2001, Acta Apostolicae Sedis 93 (2001), 285, Nr. 29. English translation: Pope John Paul II, Apostolic Letter Novo Millennio Ineunte, “At the Close of the Great Jubilee of the Year 2000,” 6 January 2001, Boston: Pauline Books & Media, 2001, S. 39, Nr. 29. []
  10. “Nullo modo: servabit nos nulla formula, verum Persona una atque certitudo illa quam nobis Ipsa infundit: Ego vobiscum sum!” Ibid., 285, Nr. 29. English translation: Ibid., S. 39, Nr. 29. []
  11. “Iam enim praesto est consilium seu «programma»: illud nempe quod de Evangelio derivatur semper vivaque Traditione. Tandem in Christo ipso deprehenditur istud, qui sane cognoscendus est, diligendus atque imitandus, ut vita in eo trinitaria ducatur et cum eo historia ipsa transfiguretur ad suam usque in Hierosolymis caelestibus consummationem. Institutum enim hoc, variantibus quidem temporibus ipsis atque culturae formis non mutatur quamvis rationem quidem habeat temporis et culturae, ut verum instituat diverbium efficacemque communicationem.” Ibid., 285-286, Nr. 29. English translation: Ibid., S. 39-40, Nr. 29. []

35 Comments

  1. Wie kann man P. Johannes Paul II. und Kardinal Karl Borromäus in einem Atemzug nennen? Karl Borromäus ist ein Heiliger!!

    • Wie nicht @Cornelius?
      Papst Johannes Paul II. nicht als Heiligen zu ehren ist entweder völlige Blindheit oder Bosheit oder beides zusammen.

      • @Franzel
        Papst Joh. Paul II. hat Häresien verbreitet, das ist ein unbstreitbarer Fakt!!!
        Deshalb kann er kein Heiliger sein!

    • @Cornelius: wenn Sie sich, und dies ist offenkundig der Fall, weigern, JP II als kanonischen Heiligen anzuerkennen, dann sind Sie nicht mehr katholisch, sondern latae sententiae exkommuniziert. Das wissen Sie selber sicherlich sehr gut.

  2. Herzlichen Dank an die Redaktion für die Veröffentlichung dieser herausragenden Predigt.
    Vielleicht braucht Kardinal Burke nach den letzten Kämpfen eine Zeit der Ruhe, der Besinnung, der Stille. Doch dann hoffe ich, dass wir seine Stimme wieder hören. Hin und wieder, wenigstens.

    Das ist die Predigt eines Kardinals der römisch-katholischen Kirche, der über das Zentrum des katholischen Glaubens predigt, der anscheinend mühelos das Konzil von Trient in die heutige Zeit überträgt und fruchtbar macht. An der Gestalt und dem Wirken des hl. Karl Borromäus.

    Einen anderen Weg aus der bedrohlichen Glaubens- und Kirchenkrise vermag ich nicht zu erkennen, den Raymond Kardinal Burke weist.

    Einen Wunsch möchte ich noch äußern: Mögen sich viele Priester der Tradition diese Predigt zum Vorbild nehmen. Es gibt Glaubenswahrheiten, die kann man nicht oft genug aussprechen.

  3. Irgendwie habe ich bei dieser Predigt Bauchweh, weil sie in sich nicht stimmig ist.

    Der erste Teil mit dem kurzen Abriss über den Heiligen Karl Borromäus stellt uns einen eifernden Reformer vor Augen. Aber wie „tickt“ dieser Reformer?
    „Der heilige Karl Borromäus hat verstanden, dass Lehre und Disziplin der Kirche die unersetzbaren Bedingungen für die Begegnung mit Christus sind.“
    Disziplin, Lehre, klingt unvoreingenommen so, als gäbe es ein Entweder-Oder, als sei es eben nicht alles offen oder historisch, was „Lehre und Disziplin“ ist.
    Vor allem: wer so formuliert geht wohl kaum davon aus, dass das, was gestern gelehrt wurde und was gestern an Disziplin „destilliert“ wurde, heute vernachlässigbar sei.
    Soweit so gut.
    Doch dann kommt der Schwenk zu JP II, der dieses alles aber weder als „magische Formel“ (was meint er damit eigentlich?) noch als „neues Programm“ verstanden wissen will.
    Ah ja, durchfährt es mich.
    Was denn aber dann?
    Meint er mit „magischer Formel“ das scholastische Begrfiffsverständnis?
    Und wieso setzt JPII sich von „neuen Programmen“ ab, wo er doch später selbst – eingebettet in scheinbar traditionell klingende Sätze eingebettet – sagt:
    „Ihn (Jesus) gilt es kennenzulernen, zu lieben und nachzuahmen, um in ihm das Leben des dreifaltigen Gottes zu leben und mit ihm der Geschichte eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himmlischen Jerusalem erfüllt.“
    Ich schlucke – es ist dieses „der Geschichte eine neue Gestalt geben, bis sie sich im Himmlischen Jerusalem erfüllt“.
    Ja, das ist dieser Satz, der überhaupt nicht passt, denn Christusnachfolge heißt alles, bloß nicht „der Geschichte eine neue Gestalt geben“! Jedenfalls bis vor 50 Jahren – bis dahin war der Christ „nicht von dieser Welt“ und hatte dort auch „keine bleibende Stadt“. Diese historisierende Idee ist aus dem Munde des Lehramtes exakt von Johannes XXIII. in der Eröffnungsrede zum Konzil erstmals aufgebracht worden. Bekennt sich der Kardinal so zu den beiden Superheiligen?
    Wieso zitiert Kard. Burke ausgerechnet diesen obskuren Satz, der auch das Festhalten am „Hl. Messopfer“ in der überlieferten Form nicht mehr plausibel macht?
    Denn wenn Christusnachfolge bedeutet, der Geschichte eine neue Gestalt zu geben, die dann irgendwann bruchlos ins Himmlische Jerusalem übergeht, dann ergibt das tridentinische Hl. Messopfer mit seinem Sühnecharakter keinerlei Sinn.
    Oder aber man feiert es aus einem falschen, quasi „folkloristischen“ Verständnis heraus, einem Verständnis, das die Kirche niemals so davon hatte, verfehlt es also intentional?

    Ich komme aus dieser Rede nicht draus. Sie ist durcheinander und bleibt an der Oberfläche. Sie irrlichtert mit unklaren „kritischen“ Tönen und will sich doch auf nichts festlegen lassen.
    Das theologische Konzept dahinter – es hat nicht Hand nicht Fuß.

    • Ja, liebe Zeitlos, da muß ich Ihnen leider Recht geben. „Leider“ nicht etwa deshalb, weil ich Ihnen persönlich nicht gerne Recht geben würde, sondern „leider“, weil Sie den Nagel auf den Kopf getroffen haben.
      Bleibt zu hoffen, dass diese Predigt eine „politische“ war, eine „diplomatische“‚, eine, die Kardimal Burke vielleicht so garnicht halten wollte. Möglicherweise war das „alles Mögliche“ innerhalb des Spielraums, der ihm geblieben war… … …
      Einer, der der Wortführer des Wiederstandes auf der Synode war, einer, der nach Wien fährt, um in diesen Zeiten eine Messe im tridentinischen Ritus zu lesen, ein scharfsinniger Geist wie er, hat normalerweise mehr zu sagen als das – dessen bin ich mir sicher!

  4. Kann mir jemand erklären, warum Kardinal Burke diese rote Schleppe trägt?
    Ich habe das noch nie gesehen, obwohl ich aus Kindheitstagen noch die alte Messe kenne.
    Danke!

  5. Am Stephanstag im Jahre 2010 predigte Kardinal Burke in der römischen Pfarrei Santa Maria di Nazareth und hob hervor:
    -
    „Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, aber nicht aufgrund des Konzils, hat die Art der Reform des Meßritus das göttliche Handeln in der Heiligen Messe durch die Vereinigung von Himmel und Erde erheblich verdunkelt und einige zum irrigen Denken verleitet, daß die Heilige Liturgie ein Handeln von uns ist, die wir auf bestimmte Weise erfunden haben und mit der wir daher experimentieren können.“

  6. Liebe Zeitschnur,
    Selig sind,die da geistlich arm sind,denn das Himmelreich ist ihr.
    der Geschichte eine neue Gestalt geben,bis sie sich im himmlischen Jerusalem erfüllt..
    Der Jünger Jesu gibt seinemLeben eine neue Gestalt(weg von Drogen,weg von Zorn,weg von..)und bleibt treu,dann geht er ein ins himmlische Jerusalem.
    Christ ist nicht von dieser Welt,er lebte hier,wir auch.
    Ziel ist unsere Heimat beim Vater,im himmlische Jerusalem.
    Gottes Segen auf ihrem Weg

    • Das mag zwar sein, hat aber mit der Formulierung „der Geschichte eine neue Gestalt geben“ kaum zu tun. Diese Formulierung ist nicht neutral und man muss sich – wenn auch arm im Geiste – fragen, warum Kard. Burke sie hier ausgerechnet einfügt.

      Wohl bedeutet die „conversio“ des einzelnen eine „Veränderung“ auch im Lebensstil.
      Damit gebe aber nicht „ich“ der „Geschichte“ eine „neue Gestalt“, sondern ich selbst werde durch Christus erneuert. Die „Geschichte“ ist nach der traditionellen Lehre als Heilsplan Gottes aufzufassen, der allerdings nicht zu einer „neuen Gestalt“ der Geschichte selbst führt. Denn die „Geschichte“ ist selbst nicht übergeordnetes Objekt des Heils.

      Das Subjekt der Erneuerung in Christus sind ausschließlich Menschen und nicht „die Geschichte“.
      Die Geschichte ist als „Zeit“ geschöpfliche Dimension dieser Welt, die aber radikal zerstört (im Feuer heißt es in der Schrift mehrfach) und ersetzt werden wird durch einen „neuen Himmel und eine neue Erde“. Das jedenfalls ist Lehre der Kirche.

      Der lateinische Text in der Anmerkung bestärkt jedoch um ein weiteres, dass JP II. sehr wohl meint, dass die Geschichte selbst Heilsgestalt ist und als Geschichte ins Himmlische Jerusalem übergeht:
      „…cum eo historia ipsa transfiguretur ad suam usque in Hierosolymis caelestibus consummationem…“ (…mit Ihm wird die Geschichte selbst umgeformt bis hin zu ihrer Vollendung im Himmlischen Jerusalem…)

      Dieser Satz widerspricht der Lehre. Im Nicäischen Credo bekennen wir:
      „Er ist aufgefahren in den Himmel und sitzt zur Rechten des Vaters. Und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.“
      Ein Gericht über „Lebende und Tote“ hebt Zeit und damit Geschichte allerdings logisch auf.
      Zuletzt bekennen wir im Credo am Schluss den neuen Himmel und die neue Welt, die keine bruchlose historische Folge der diesseitigen Welt ist:
      „Exspecto resurrectionem mortuorum et vitam venturi sæculi – Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben in einem kommenden Zeitalter.“
      Die Historizität (die Tote produziert hat) wird vollkommen vernichtet, weil der Tod als der letzte Feind, wie der hl. Paulus es sagt, am Ende vernichtet wird. Nicht durch eine Transfiguration des Todes ins Leben, sondern durch die Erschaffung einer von Grund auf neuen Welt.
      Das derzeitige Zeitalter wird also in seiner historischen, todgeweihten Gestalt, die ihm Menschen gaben, gerichtet und vorbei sein.

      • Der Satz „der Geschichte eine neue Gestalt geben“ ist alles andere als fragwürdig. Er ist durch und durch traditionell katholisch – erst das unselige „Konzil“ hat den dahinter stehenden Gedanken für ein Linsengericht auf den Müllhaufen geworden.

        Die Kirche ist die societas perfecta. D.h., die Welt in ihrer Sozialgestalt hat die Kirche wenigstens in Umrissen entsprechend abzubilden. Deshalb muss die Welt „katholisch durchsäuert“ werden und die katholische Religion als einzig wahre Religion hat in Gestalt ihrer Kirche staatlicherseits privilegiert zu sein. Im Spanien des unvergessenen Generalisimo Franco war dies zumindest annähernd verwirklicht – die beste Epoche für die Kirche im 20. Jahrundert überhaupt.

        Werte Frau Zeitschnur: nicht die Geschichte hat der Kirche eine neue Gestalt zu geben, sondern umgekehrt: die Kirche hat der Geschichte ene neue, nämlich katholische Gestalt zu geben. Eben so wie es der ruhmreiche, große Kardinal Burke predigt. Wir brauchen wieder katholische Staaten und Gesetze.
        Die Kirche hat dies fast zwei Jahrtausende gelehrt; seit 1962 leider nicht mehr. Seither gilt das verheerende „Aggiornamento“, das die Kirche verweltlicht hat anstatt die Welt katholisiert.

  7. Einige Anmerkungen:
    1) Mich hat zunächst der Verweis auf Johannes Paul II. auch gestört. Doch Kardinal Burke ist kein „Lefebveaner“. Er erkennt die Heiligsprechung Johannes Paul II. an. Ob die heutige FSSPX die Heiligsprechung JPII. anerkennt, ist mir wirklich nicht bekannt. Ich habe einen Widerspruch aus Menzingen nicht gelesen, er könnte mir aber auch entgangen sein. Ich weiß es nicht.

    2) Jetzt das Zitat selbst: Es ist „absolut katholisch“, es verzerrt in keiner Weise den Glauben. Wenn es für sich allein steht, muss ich hinzufügen. Eingeordnet in die Theologie von JP II., wie sie im Konzilsdokument „Gaudium et spes“ zusammengefasst ist, wäre die Vorstellung einer Welt, die ins himmlische Jerusalem übergeht, verwirrend und häresiebegünstigend.

    Doch davon ist keine Rede im Zitat: Im Gegenteil! Die Geschichte läuft nicht geradezu auf das himmlische Jerusalem zu, weil der Allerhöchste das immanent in sie hineingelegt hat. Schon bei der Schöpfung. Was ein übernatürliches Eingreifen des dreifaltigen Gottes, vor allem die Erlösung, im Grunde überflüssig macht.
    In diesem Zitat heißt es ausdrücklich: „Ihn“ (unsern Herrn) „gilt es kennenzulernen, zu lieben, nachzuahmen, um in ihm das Leben des dreifaltigen Gottes zu leben und mit ihm der Geschichte eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himmlischen Jerusalem erfüllt.“
    Es ist durchaus die Pflicht der Kirche, der katholischen Christen, diese Erde zu gestalten. Gerade weil der moralische Fortschritt der Menschheit nicht immanent eingegeben ist, dürfen wir uns davon nicht dispensieren.
    Natürlich ist das Heil unserer Seele unsere vorrangige Sorge. Oder sollte es sein. Wer jedoch dabei stehen bleibt, bei einer reinen Herzensfrömmigkeit, neigt zum Pietismus, jedenfalls nicht zum Katholizismus.

    Ausdrücklich sprach Erzbischof Lefebvre vom „sozialen Königtum Jesu Christi“, er wehrte sich leidenschaftlich gegen das Herausdrängen der Kirche, der christlichen Grundsätze aus der Gesellschaft. Der Erzbischof sah mit eigenen Augen als Missionar in Afrika, wie sich auch das gesellschaftliche Leben positiv veränderte bei den neubekehrten Afrikanern. Für ihn stand jedoch felsenfest: Vorrang hat der Glaube, die innere Umwandlung in Jesus Christus. Durch die hl. Messe, die Sakramente, die Verkündigung des Glaubens, das persönliche Gebet. Diese Christen sind pflichtbewusster, sie halten Termine ein, wahren die eheliche Treue und leben in Familien, die vom christlichen Geist geprägt sind. Der Fortschritt war für ihn sichtbar, das gesellschaftliche Umfeld änderte sich positiv. Das war jetzt keine „Lefebvre-Masche“, wie mir vielleicht in anderen Worten mal wieder vorgeworfen wird, sondern die klassische Lehre der katholischen Kirche. Wir sind nicht notorisch fortschrittsfeindlich als Katholiken, nur lehnen wir ab, dass er immanent in die Schöpfung eingegeben ist, wofür die meisten Konzilstheologen stehen.
    Fortsetzung:
    In dem Zitat ist die katholische Lehre sehr gut zusammengefasst.

    Fortsetzung:

  8. Fortsetzung:
    Im Vaterunser lehrt unser Herr seine Jünger und damit alle späteren Christen zu beten“…. Zu uns komme Dein Reich. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden…“
    Nie haben Katholiken nur die Hände gefaltet und geglaubt, das Reich Gottes komme ganz von allein, ohne unser Zutun.
    Wenn im Johannes-Evangelium unser Herr den Gegensatz zur Welt betont, die ihn nicht kennt, die ihn verwirft, dann ist damit ausdrücklich die gottfeindliche Welt gemeint, die zu leugnen gegen jede Realität wäre.

    In dieser Spannung werden wir uns immer befinden auf dieser Erde: Das Reich Gottes soll auf dieser Welt Gestalt annehmen, wobei die Welt immer auch gottfeindlich bleiben wird. Sollen Katholiken deshalb den Kampf aufgeben, diese Welt den Atheisten, Agnostikern, Kirchenfeinden tatenlos überlassen? Das kann es nicht sein.

    Es ist unabänderlich: Leider ist die „Tradition“ in der Frage, was das 2. Vatikanische Konzil und die Päpste anbetrifft, gespalten.

    Doch ich kann keinen Sinn mehr darin erkennen, diese Frage weiter zur „Frage Nr. 1″ zu machen. Weil es nicht mehr zu übersehen ist: Mit Papst Bergoglio an der Spitze zerstört sich die „Konzilskirche“ selbst.

    In diesem Zusammenbruch, der keinen Katholiken kaltlassen kann, ist es unbedingt nötig, einen klaren Kompass für den Glauben zu haben.

    Alles, was Kardinal Burke zur heiligen Messe sagt, ist so tief, ist so klar, dass diese Predigt eine Hilfe zur Meditation sein kann.

    Dieser Kardinal spricht wieder vom hl. MESSOPFER. Alle anderen Kardinäle und Bischöfe sprechen immer nur von der „Eucharistiefeier.“

    Vom „Messopfer“ zu sprechen ist verpönt. So zu predigen, wie Kardinal Burke predigt, ist den meisten Kardinälen und Bischöfen vollkommen fremd. Und dann natürlich auch den Priestern.

    Sich auf Trient zu beziehen, aus dem hl. Messopfer geistlich zu leben, den Kampf gegen die Irrtümer, die den Glauben überschwemmen, aufzunehmen, das hören wir doch von keinem Bischof. Und trotzdem gibt es keinen anderen Weg.

    Über Predigten lässt sich trefflich streiten. Das haben Katholiken immer getan. Ich kann nur hoffen, dass sich die Katholiken, denen die Tridentinische Messe unentbehrlich ist, die Perlen heraussuchen, die in dieser Predigt enthalten sind.

    Nein, ich kann es nicht nur hoffen, ich bin dessen sicher.

  9. Lieber @Cornelius
    // Wie kann man P. Johannes Paul II. und Kardinal Karl Borromäus in einem Atemzug nennen? Karl Borromäus ist ein Heiliger!! //
    Ja, das ist eine gute Frage!

    Lieber @Traditionstreuer
    Für das – je persönliche – Seelenheil ist „Geschichte“ oder die Gestaltung derselben völlig irrelevant. Die Kirche mag in Lehre und Disziplin zu dem in Rede stehenden „unveränderlichen Programm“, zum notwendigen Heilsprogramm gehören. Aber vor allem ER ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit – ohne Zeit und Geschichte, weil er immer schon war, vor aller Zeit. Wozu dann „Geschichte gestalten“ wollen, wenn es allein darauf ankommt, IN IHM zu sein, wie die Rebe am Weinstock. Und reiche Frucht bringt nur der, der die Gebote hat und sie hält – eben in IHM bleibt. Die Außenwirkung, das Wirken in die Welt, in die Zeit ist nachrangig und ein positiver Nebeneffekt – hinsichtlich der Werke der Barmherzigkeit. Doch geht es nicht in erster Linie um das Sammeln von Schätzen, die nicht vergehen, die ewigen, zeitlosen?
    „Richtet euren Sinn auf das Himmlische, nicht auf das Irdische.“ Es ist keineswegs Aufgabe der Kirche der „Geschichte eine Gestalt“ zu geben, weder eine „katholische“ noch eine „neue“, denn Geschichte ist der Zeit unterworfen, mithin nichtig! Sondern ihre Aufgabe und Zweck ist es den Seelen ein Hilfsmittel zu sein, sich IN der Zeit (nicht für die Zeit!) Schätze zu erwerben, Schätze, die nicht vergehen, ewige, somit Gott gefällige. Nicht Schätze, die ein Verfallsdatum haben und der Geschichte unterworfen sind, die verderben.
    Reine Liebe kennt keine Zeit und hat keine Geschichte. Sie ist da, solange Gott ist – vor aller Zeit, gestern, heute, immer ewig.

    Übrigens, wenn es heißt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ und „Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen“. Wo soll ich dann Ihren Kommentar:
    // hat in Gestalt ihrer Kirche staatlicherseits privilegiert zu sein. //
    verorten?

    Liebe @Zeitlos,
    // Das Reich Gottes soll auf dieser Welt Gestalt annehmen //
    Können Sie dies mit einer Bibelstelle rechtfertigen?

    • Gern.
      Die Bitten des Vaterunser habe ich bereits genannt: „Es komme Dein Reich. Es geschehe Dein Wille wie im Himmel auch auf Erden.“ Mt, 6,10.
      Eine rein geistige Wirklichkeit? Sicher auch, aber nicht nur: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz schal geworden ist, womit soll man es salzen? Es taugt zu nichts weiter, als dass es hinausgeworfen und zertreten wird von den Menschen. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt nicht verborgen bleiben, die droben liegt auf dem Berge. Mt 5, 13,14..
      „Nachdem Johannes in Haft gesetzt war, begab sich Jesus nach Galiläa, verkündete das Evangelium vom Reiche Gottes und sprach: „Erfüllt ist die Zeit und genaht hat sich das Reich Gottes; bekehrt euch und glaubt an das Evangelium.“ (Mk 1; 14,15).

      Das „Reich Gottes“ meint immer eine geistige Wirklichkeit, die jedoch sichtbar ist: Zuerst ist es der Gottmensch Jesus Christus selbst, der dieses Reich in seiner Person sichtbar verkörpert. Doch dabei bleibt es nicht: „Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach:‘ Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das einer nahm und auf seinen Acker säte. Es ist zwar das kleinste unter den Samenkörnern, wächst es aber empor ist es größer als alle Kräuter und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen wohnen.“ (Mt. 13; 31,32).

      Die „Stadt auf dem Berge“, der „große Baum“ sind sichtbar, und sie sollen es sein. Und so haben früh Kirchenkritiker geseufzt: „Jesus Christus hat das Reich Gottes verkündet, gekommen ist die Kirche.“
      Auch wenn die katholische Kirche und das Reich Gottes, das in der Verkündigung Jesu Christi einen breiten Raum einnahm, keinesfalls identisch sind, so ist die innere Verbindung nicht zu leugnen.

      Ich möchte schließen mit der Präfation des Christkönigsfests: „Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam, Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott. Du hast Deinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, den ewigen Priester und König des Weltalls, mit dem Öle der Wonne gesalbt. Er sollte sich selbst auf dem Altare des Kreuzes als makelloses Friedopfer darbringen und so gnadenvoll die Erlösung der Menschheit vollziehen. Und wenn Er einst alle Geschöpfe Seiner milden Herrschaft unterworfen hat, soll er Deiner unendlichen Majestät ein ewiges, allumfassendes Reich übergeben: ein Reich der Wahrheit und des Lebens, ein Reich der Heiligkeit und der Gnade, ein Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens…“

      Dieses Reich hat eine sichtbare Gestalt in der „streitenden Kirche“ hier auf Erden. Diese Gestalt wird übergehen in jenes Reich, von dem wir im Credo beten: „Er wird wiederkommen in Herrlichkeit, und Seines Reiches wird kein Ende sein.“

    • Agricola @ Jesus Christus hat als er auf Erden wandelte, das Reich Gottes verkündet.
      Das Reich Gottes soll schon auf Erden entfacht werden. Ein Reich der Liebe und Barm- herzigkeit, ein Reich nach Gottes Geboten und ein Reich in dem Gott an erster Stelle steht und angebetet wird. Vollendung findet dieses Gottesreich am Ende der Zeiten, nämlich im “ Himmlischen Jerusalem “.

      • Lieber @alfredus,

        ja, das stimmt schon, denn es heißt ja auch:
        „Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen“
        Mit „Reich“ ist daher keinesfalls ein Staatsgebilde (vgl. die Geschichte der Emmaus-Jünger, die ja nach der Kreuzigung Jesu enttäuscht weil sie wie viele dachten, dass er Jerusalem wieder aufbaue – als territoriale Macht) oder ein Gottesstaat nach Islamischem Vorbild gemeint, sondern ein vor allem geistiges, überzeitliches Reich, das allein durch IHN und mit IHM präsent ist. Es ist ja auch nicht nur beschränkt auf die Lebenszeit Jesu, sondern es ist präsent durch das hl. Messopfer und durch die Sakramente, die ER uns hinterlassen hat. Dadurch kann und wird ER alle Tage bei uns sein bis zum Ende der Welt. Allerdings nicht für jeden, sondern für alle, die an IHN glauben und an seinem Wort festhalten.
        Das Reich Gottes auf Erden gilt dem Menschen IN der Zeit. Es ist ein Reich der Gott gefälligen, weil Gott liebenden Seelen und hierin ist es zeitlos. Darum kann auch kein Unzüchtiger, Mörder etc. keiner der nicht die Gebote hält in sein Reich kommen (er schließt sich selber aus). Aber der Mensch IN der Zeit muss sich IN der Zeit bewähren. Wer IN der Zeit IN Jesus bleibt wie die Rebe am Weinstock (durch das hl. Messopfer, durch die Sakramente, durch die Gebote), der hat Anteil an seinem EWIGEN Reich, im himmlischen Jerusalem.

    • Danke @ agricola, für den wichtigen Hinweis auf die Worte Jesu: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ und „Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen“. –

      Die irdische Macht war eine der Versuchungen Jesu, und was hatte Er geantwortet:

      „Weg mit dir Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“ (Mt. 4, 10)

      Irdischer Machtbesitz erfordert den Kniefall vor dem Satan.

      Bei dem Luther-Artikel von gestern wirft man Luther vor, er habe nicht leiden wollen und das Kreuz nicht zu Ende tragen wollen.
      Aber ich kann bei nüchterner Betrachtung bei vielen Tradis nichts anderes sehen: sie gieren nach Macht, wollen Chef spielen, führen dauernd das Wort „Hierarchie“ im Mund, wobei sie selbst sich schon mal einen Platz zur Rechten des Weltenrichters gesichert haben.
      Seit Jahrhunderten spielen diese Leute „Jüngstes Gericht“ aus eigenem Vermögen und haben damit die Kirche verlästert und unglaubwürdig gemacht.
      Für unseren Herrn ist da nämlich genau so wenig Platz wie bei einem Luther.
      Man will nicht dienen, sondern herrschen.

      In diesem Punkt finde ich eine Beobachtung Pfr. Milchs sehr gut: Er sagte oft, bei den Katholiken finde er mehr „Islam“ als Kreuzesnachfolge. An diesem Punkt kann man ihm mur rechtgeben.

      Denn es ist uns genau dies, nämlich eine „bleibende Stadt“ oder gar ein Recht auf Macht und Privilegien hier auf Erden sogar – wie Sie den Herrn selbst zitieren – ausdrücklich NICHT verheißen!

      Kreuzesnachfolge…..

      • Ja ja, nur jeden Tag die verhassten „Tradis“ mit einem dicken Klumpen Dreck bewerfen. Wenn die Tradition für Sie so unerträglich (geworden) ist, dann seien Sie doch endlich so konsequent und gehen Sie nach „drüben“, zu Ihren Proetstanten! Wir hindern Sie sicherlich nicht daran, sondern wünschen gute Reise.

      • O wieder im Majestätsplural, wo es argumentativ eng wird…

        Die Konzilskirchler haben wenigstens nicht den Anspruch, etwas Erhabenes zu tradieren.
        Wenn aber die, die das von sich behaupten, in diesem Stil auftreten, wie man es hier täglich lesen kann, muss man, wenn man andererseits täglich die reichen Schätze der echten Tradition erkennt, die Stimme erheben gegen solche Verfälscher – die verheerende Wirkung Ihrer und anderer Postings auf unbeleckte Nichtkatholiken ist Ihnen nicht bewusst, aber dennoch eine Tatsache.

        …und das – ist für Sie vielleicht keine Perspektive – ist für mich äußerst schmerzvoll…weil ich diese Menschen kenne und liebe. Sie sind bestürzt über diese Selbstgerechtigkeit und diese mörderische Verbalprügelei, an der fast regelmäßig niemand Anstoß nimmt, weil man sich hier offenbar selbst befugt hat, gewalttätig aufzutreten, jedem anderen aber fast jedes Bewegungsrecht abspricht und Widersprcuh auf der Sachebene kriminalisiert und psychologisiert.

        ich erhalte immer wieder private Zuschriften von Leuten, die inzwischen so abgeschreckt sind, dass sie sich hier im Forum nicht mehr getrauen, einzuschreiten, um nicht selbst sofort verleumdet, gemaßregelt und persönlich niedergemacht zu werden.

        Und darum versuche ich, in diesem Getümmel hier noch so etwas wie Vernunft und Präzision aufrecht zu halten, auch wenn mir das nicht immer angemessen gelingt, weil auch ich nur ein Mensch bin.

        Daher: wir alle haben bitterst Buße und Umkehr nötig.

    • Nein, die Katholisierung der Welt ist nicht „irrelevant“. Einiges Richtige dazu hat „Zeitlos“ weiter unten schon geschrieben. Erinnert sei an die Herrenworte aus der Bergpredigt, dass die Kirche Salz der Erde und Licht der Welt (s. auch „Lumen gentium“) sein muss.
      Dies alles drückt(e) sich aus in der alten Lehre vom sozialen Königtum Christi, die ein unveräußerlicher Bestandteil der Tradition ist und bis 1962 auch von allen Päpsten gelehrt wurde. Seither hören wir leider nur noch bei den Piusbrüdern davon. Der Rest der Kirche scheint den Auftrag des Herrn aus Mt 5 ad acta gelegt zu haben. Salz der Erde und Licht der Welt hieße heute u.a., daß der Staat sich wieder seiner katholischen Wurzeln besinnt und dafür sorgt, daß Ehe, Familie, gesunde Sexualität, Leben an seinem Anfang wie an seinem Ende, Disziplin, Arbeitseifer, Gehorsam, Achtung der natürlichen Hierarchien, natürliche Unterschiede zw. Mann und Frau, Hochschätzung des Militärischen etc. gesetzlich geschützt und die Kräfte, die dies alles zersetzen, verfolgt werden.

  10. Der heilige Thomas trägt drei verschiedene Verstehensweisen des Satzes „Adveniat regnum tuum“ vor:

    1. In dem Sinn, dass ein Herrscher zwar der eigentliche Herrscher ist, die Untertanen sich ihm aber widersetzen und ihn nicht anerkennen. Dafür spricht die Schriftstelle 1. Kor. 15, 25 – am Ende der Geschichte (die im wesentlichen Resultat der Sünde ist), wird Christus von Gott alles zu Füßen gelegt werden. Das heißt, dass es zuvor nicht der Fall ist. Diese Unterwerfung kann aber nicht ohne eine radikale Zäsur in Form des Gerichtes über die Sünder geschehen. Nach dem Endgericht ist keine Zeit mehr und auch keine Geschichte.

    2. Wir bitten damit um Teilhabe am Himmelreich. Es ist erstrebenswert, weil

    a. dort höchste Gerechtigkeit ist
    b. dort höchste Freiheit ist (Übereinstimmung aller im Willen des Vaters)
    c. dort Übefülle herrscht (die Überfülle Gottes)

    3. Der Satz bittet um die Herrschaft über die Sünde, die ja die ganze Weltzeit („Geschichte“) zerfrisst und dem Tod überantwortet.

    Thomas zieht aus den drei Verständnisweisen je drei Folgerungen:

    1. Wenn wir darum bitten, dass Gott der Herrscher sei, überlassen wir jede Ambition der Rache IHM, streben also keine politische Macht an.

    2. Wenn wir Ihn bitten, dass wir am Himmelreich teilhaben, sorgen wir nicht mehr um unsere irdischen Güter und erwarten von ihnen nichts mehr! Es ist unerheblich, ob die Kirche reich oder arm, mächtig oder verfolgt ist, ob sie „herrscht“ nach Kritierien der Welt oder scheinbar beherrscht wird.

    3. Wenn wir um die Herrschaft über die Sünde bitten, müssen wir als echte Christen zu aller erst in uns selbst sanftmütig werden und Gott um die Herrschaft über unser Herz bitten, bevor wir andere unterwerfen oder niedermachen, denn es heißt, „Selig sind die Sanftmütigen“.

    Ich denke, das ist eine gute Hilfe, sich hier nicht zu vergaloppieren.

  11. Ich bitte katholisches.info, daß herabwürdigende und verächtliche Äußerungen zu Heiligen und Seligen der Kirche nicht mehr veröffentlicht werden wie solche von Cornelius und Dario.
    Der Begriff Meinungsfreiheit wird ansosnten der Lächerlichkeit preisgegeben. Über Selige und Heilige darf nichts Verächtliches gesagt werden- das ist christlich, katholisch.

  12. Die Tragik und Doppelzüngigkeit des Themas „soziales Königtum Christi“ können wir in der Person Pius XI. direkt erfahren.
    Einerseits schreibt er eine ellenlange Enzyklika „Qua primas“ mit Sätzen wie folgenden:

    „Doch ist diese Herrschaft vor allem geistiger Natur und betrifft die geistigen Belange. Das zeigen sehr deutlich die oben angeführten Stellen aus der Heiligen Schrift, das beweist auch Christus der Herr selbst durch die Art und Weise seines Handelns. Zu wiederholten Malen hören wir von den Juden, ja von den Jüngern selbst die irrtümliche Meinung, der Messias werde dem Volke wieder zur Freiheit verhelfen und das Reich Israel wieder aufrichten. Christus zerschlug diese Einbildung und verachtete dieses Hoffen. Als das von Bewunderung ergriffene Volk ihn zum König ausrufen wollte, da lehnte er sowohl Titel als Ehre ab, indem er floh und sich verbarg. Dem römischen Landpfleger erklärte er, sein Reich sei nicht von dieser Welt. Dieses Reich wird in den Evangelien dahin umschrieben, daß die Menschen ihren Eintritt in dasselbe durch Buße vorbereiten sollen, daß sie aber in dasselbe nur durch den Glauben eingehen können und durch die Taufe, die zwar eine äußere Handlung ist, aber dennoch die innere Wiedergeburt anzeigt und bewirkt. Dieses Reich ist einzig dem Reiche Satans und der Macht der Finsternis entgegengesetzt. Es verlangt von seinen Anhängern nicht nur, daß ihr Herz sich löse von irdischen Reichtümern und Gütern, daß sie Milde walten lassen, daß sie hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, sondern auch daß sie sich selbst verleugnen und ihr Kreuz auf sich nehmen.“

    Und andererseits war es gerade Pius XI. samt seinem neuen Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, der in Mexiko die Cristeros den antiklerikalen Gesetzen der damaligen freimaurerischen Regierung so unterwarf, dass Tausende, die für das soziale Königtum Christi in ihren Gemeinschaften gekämpft hatten, entgegen einer Amnestiezusicherung ermordet wurden. http://www.katholisches.info/2011/12/20/mexiko-1931-der-aufstand-der-cristeros-ein-wortbruchiger-staat-der-vatikan-und-der-gerechte-krieg/

    Das ist also alles eine unausgegorene Sache, die einer genauen Betrachtung und Untersuchung überhaupt erst einmal bedürfte, zumal der Missbrauch mit der Herrschaftsidee Christi gerade im 20. Jh so schlimm ist, dass hier einiges theologisch erst noch zu klären sein wird, sobald wir wieder ein ordentliches Lehramt haben.

  13. @Ultramontanus
    @Franzel

    Auf seiner Reise nach Belgien im Mai 1985 begegnete der Papst in Brüssel den Vertretern der islamischen Gemeinschaft und sagte ihnen:
    „Wir Christen und Moslems begegnen einander im Glauben an den einzigen Gott unseren Schöpfer, unseren Führer, unseren gerechten und barmherzigen Richter. Wir bemühen uns, in unserem täglichen Leben den Willen Gottes GEMÄß DER LEHRE UNSERER JEWEILIGEN HEILIGEN BÜCHER in die Tat umzusetzen…“

    In seiner Enzyklika Redemptor Hominis lehrt Joh. P. II., die „festen Glaubensüberzeugungen der Anhänger der nichtchristlichen Religionen“ gingen „vom Heiligen Geist“ aus, was zweifellos gleich mehreren katholischen Galubenswahrheiten widerspricht.

    1980 begibt er sich in einen ltuherischen Tempel und erklärt: “ Ich komme zu euch wegen des geistigen Erbes von Martin Luther“

    Während einer Indienreise 1986 lässt er sich von einer hinduistischen Priesterin den „Tilak“ auf die Stirn zeichnen, das rote Götzenmal der Hindus an dem sich die Anbeter Shiwas erkennen.

    Am Sonntag den 6. Mai 2001 begibt er sich in Damaskus in die Omaijadenmoschee und küsst den Koran.
    http://sufi-braunschweig.de/Papst-Johannes-Paul-II.htm

    In Jordanien sagt er:“ Möge der hl. Johannes der Täufer den Islam beschützen und das ganze Volk von Jordanien und alle, die an dieser Feier, einer denkwürdigen Zelebration, teilgenommen haben. Ich bin Ihnen allen dankbar.“

    Muss ich noch über die schändlichste aller Gotteslästerungen in Assisi sprechen, bei der man in Anwesenheit des Dalai Lama und seiner Anhänger, eine Buddastatue auf den von Kerzen beschienenen Tabernakel, stellte?

    Möchten Sie noch mehr?

    • Und wenn Sie noch tausend Häresien des heiliggesprochenne Paptes hier aufweisen könnten – er ist ordnungsgemäß und kanonisch heiliggesprochen durch die Kirche, also ist er ein Heiliger. Wer dies bestreitet, ist nicht katholisch. Überlegen Sie sich gut, was dies für Ihr Seelenheil bedeutet.

    • Es ist sehr auffallend, dass hier so gut wie niemand, etwas zur Heiligsprechung von Joh. Paul II. zu sagen hat. Da herrscht betretenes Schweigen!! Dieses „Eisen“ ist wohl für viele zu h e i ß!

  14. Herzlichen Dank an katholisches.info für die Verbreitung dieser großen Predigt.
    S.E. Kard. Burke sei herzlichst gedankt.
    Die Qualität der Postings auf dieser Website hierzu ist hervorragend.
    Excelsior

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