Predigt von Kardinal Burke in der Wiener Karlskirche

Pontifikalamt von Kardinal Burke, Wien, Karlskirche, 4.11.2014
Pontifikalamt von Kardinal Burke, Wien, Karlskirche, 4.11.2014

(Wien) Am vergangenen 4. November zelebrierte Kardinal Raymond Burke in der Wiener Karlskirche am Gedenktag des Kirchenpatrons, des Heiligen Karl Borromäus ein Pontifikalamt im überlieferten Ritus. Eingeladen hatte der Verein Una Voce Austria, der nun die Predigt des Kardinals auf seiner Internetseite veröffentlichte und Katholisches.info zur Weiterveröffentlichung zur Verfügung stellte. Das Pontifikalamt war ein denkwürdiges Ereignis. Die Predigt ist ein programmtischer Gradmesser zur Lage der Kirche heute und für Auftrag und Berufung des Christen in unserer Zeit. Weiteres Bildmaterial findet sich auf der Seite von Una Voce Austria.

Der Wien-Besuch von Kardinal Burke war überschattet von den Ereignissen rund um die Bischofssynode in Rom über die Familie. Wenige Tage später wurde der amerikanische Purpurträger von Papst Franzikus in einer Strafaktion aus der Römischen Kurie entfernt und auf den Ehrenposten eines Kardinalpatrons des Malteserordens abgeschoben.

In Wien untersagte der Abt des Augustiner-Chorherrenstiftes Klosterneuburg die Zelebration einer Votivmesse im überlieferten Ritus zur Ehren der Apostel Petrus und Paulus in der Pfarrkirche St. Leopold von Wien-Donaufeld. Die Pfarrei, die dem Stift inkorporiert ist, hatte Kardinal Burke dazu eingeladen.

 

FEST DES HEILIGEN KARL BORROMÄUS, BISCHOF UND BEKENNER

Karlskirche, Wien
4. November 2014

Eph 3, 8-12
Mt 25, 14-23

HOMILIE

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Gelobt sei Jesus Christus:
In Ewigkeit. Amen!

Es ist für mich eine Quelle besonderer Freude, das heilige Messopfer am Festtag des heiligen Karl Borromäus in dieser überwältigenden Kirche darzubringen, die unserem Erlöser und seinem beispielhaften Hohepriester, dem heiligen Karl Borromäus, geweiht ist.

Predigt von Kardinal Burke
Predigt von Kardinal Burke

Die außergewöhnliche Schönheit dieser Kirche spiegelt die noch größere außergewöhnliche Heiligkeit des Lebens des heiligen Karl wider, des heroischen Hirten, der die Vollendung des außergewöhnlichen Werks des Konzils von Trient sowie die Umsetzung seiner Lehre und seiner Disziplin für die Rettung zahlloser Seelen betrieben hat. Das Kirchengebäude selbst wie seine künstlerische Ausgestaltung inspirieren uns, das Leben des heiligen Karl tiefer zu betrachten sowie danach zu streben, seine heroische Heiligkeit unter den Bedingungen unseres täglichen Lebens nachzuahmen, allem voran indem wir Gott unsere Verehrung „im Geist und in der Wahrheit“1 darbringen.

Die Darbringung des heiligen Messopfers ist der erhabenste Ausdruck des Lebens in Christus, das wir mit dem heiligen Karl und allen Heiligen teilen dürfen. Im eucharistischen Opfer, steigt Christus, der in der Herrlichkeit zur Rechten des Vaters thront, von neuem auf die Altäre unserer Kirchen und Kapellen herab, um sein Opfer von Golgota wiederum gegenwärtig zu setzen. Indem er unter uns weilt, gießt er von seinem glorreichen durchbohrten Herzen die sieben Gaben des Heiligen Geistes über uns aus, um uns zu jedem Gedanken, jedem Wort und jeder Tat, die fromm und heilig sind, anzuleiten und uns darin zu bestärken.

Wenn wir nun das Leben des heiligen Karl Borromäus im Zusammenhang mit dem eucharistischen Opfer betrachten, wollen wir uns besonders dem Lob des Hohepriesters, wie wir es im Buch Jesus Sirach finden, zuwenden. Dieser heilige Text sagt uns: „Niemand ist ihm gleich an Herrlichkeit; er hat das Gesetz des Allerhöchsten gehalten.“2 Die Größe des Hohepriesters hängt von der Aufmerksamkeit ab, die er jenem Gesetz schenkt, das ins Herz eines jeden Menschen geschrieben ist und welches uns, erklärt und erleuchtet durch das inspirierte Wort Christi, von der Kirche vorgelegt wird.

Karlskirche WienWährend die erhabensten Tätigkeiten des Hohepriesters in der Lehre der Glaubensgeheimnisse und in ihrer Gegenwärtigsetzung in den Sakramenten, allen voran der Darbringung der heiligen Messe besteht, so ist er der Erste, der dazu bestimmt ist, diese heiligen Handlungen durch die Ordnung seines eigenen Lebens, in Übereinstimmung mit dem göttlichen Gesetz, zu vollziehen. Der heilige Karl Borromäus hat verstanden, dass Lehre und Disziplin der Kirche die unersetzbaren Bedingungen für die Begegnung mit Christus sind sowie die tägliche Umkehr unseres Lebens zu Christus, indem wir ihm nachfolgen auf dem einzigen Weg, der zum ewigen Leben führt: dem Kreuzweg.3 Deshalb konnte er sich so heroisch um einen guten Abschluss des Konzils von Trient und ebenso nach dessen Ende um die Umsetzung seiner Beschlüsse in der seiner priesterlichen Sorge zunächst in Rom, dann in Mailand anvertrauten Herde bemühen.

Dem heiligen Karl war bewusst, dass die Gnade der heiligen Weihen, die ihm in jungen Jahren gespendet worden waren, ihn und seine persönlichen Gaben umgestaltet hatte, sodass er in der Erfüllung seiner hohepriesterlichen Aufgaben völlig Christus gehörte. Mit einem solchen Geschenk der Gnade ausgestattet zu sein, verlangte, dass der heilige Karl selbst gegenüber dem kleinsten Detail seines priesterliche n Dienstes aufmerksam war, sodass er ein treuer, großzügiger und reiner Arzt der Seelen sein konnte. Er hat zu gut jene tiefe Bedeutung des Gleichnisses von den Talenten verstanden, in dem unser Herr uns lehrt, die uns anvertrauten Talente – seien es fünf, zwei oder eines – aufmerksam im Dienst für den Meister zu nutzen. Solche liebende Aufmerksamkeit, selbst gegenüber den kleinsten Dingen, ist auch unser Weg zu Freude und Friede, in unserem gegenwärtigen Leben wie im zukünftigen. So dürfen auch wir die Worte des Meisters an seinen Diener verstehen: „Du hast wohlgetan, guter und treuer Knecht; weil du im Kleinen treu gewesen bist, werde ich dir auch Großes anvertrauen: Geh ein in die Freude deines Herrn.”4

Dom Prosper Gueranger beschreibt die frühe Berufung des heiligen Karl, seinem Onkel, Papst Pius IV., im Werk an der Reform der Kirche angesichts des gewalttätigen Umbruchs der protestantischen Revolution beizustehen, folgendermaßen:

Karl hat nicht gezögert. Der Glaube, der ihm die fehlende Erfahrung ersetzte, eröffnete ihm die Einsicht, dass Rom sich zuerst dem Fluss der Irrtümer, die drohten, die ganze Welt zu überfluten, entgegenstellen musste als ein Damm der ungeteilten Wahrheit, deren Hüter es ist.5

Der heilige Karl widmete sich so der kirchlichen Disziplin, damit die Gläubigen, allen voran er selbst, sich mit Bestimmtheit die Fülle des Lebens in Christus, in der Lehre des Glaubens, der göttlichen Liturgie und der Übung der Tugenden aneigneten.

Den Dienst des heiligen Karl für Pius IV. im Hinblick auf die vom Konzil von Trient geforderten Reformen beschreibt Dom Gueranger:

Er ließ die liturgischen Bücher revidieren und den römischen Katechismus zusammenstellen. Allem voran aber war er selbst in allen Dingen das Beispiel der erneuerten Disziplin, und erwarb sich so das Recht, seinen Eifer für oder gegen andere zu richten. Die Stadt Rom wurde durch seine Initiative einer heilbringenden Reform, das erste hervorragende Beispiel.6

Nachdem er seine Aufgabe in Rom vollendet hatte, nahm er die Reform der Kirche in der Erzdiözese Mailand auf sich, deren Erzbischof er geworden war. Unermüdlich überblickte er jedes Detail des kirchlichen Lebens in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Konzils von Trient.

a8c20f19d1Indem wir heute die heilige Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus zelebrieren, fällt unser Blick von selbst auf die Weise, wie der heilige Karl mit größter Energie darum bemüht war, die unvergleichliche Schönheit des Ritus der heiligen Messe nach dem Willen des Konzils von Trient zu bewahren. Der heilige Karl hat nicht nur verstanden, dass die aufmerksame Sorge um die Disziplin des Lebens die Grundlage der wahren Gottesverehrung ist, sondern erblickte zugleich, wie sich die eigentümliche Schönheit des Ritus der heiligen Messe in der Schönheit eines tugendsamen Lebens, eines Lebens reiner und selbstloser Liebe Gottes wie des Nächsten widerspiegelt. In dieser Hinsicht gab der Heilige den Gläubigen detaillierte Anweisungen darüber, wie die Kirchengebäude ausgestattet sein sollten, damit die religiöse Kunst und Architektur dem Geheimnis des Glaubens diene.7 Man denke nur an die wunderbare Entwicklung, die den Tabernakel ins Zentrum des Chorraumes verlegt und die auf unseren Heiligen zurückgeht.8

In diesen Tagen, in denen es in der Welt wie in der Kirche zu starken Verwerfungen kommt, wollen wir es deshalb nicht versäumen, um die Fürbitte des heiligen Karl Borromäus für unsere Bischöfe zu beten, damit sie durch die Befolgung des „Gesetzes des Allerhöchsten” und durch ihre treue Aufmerksamkeit selbst für die geringsten Details in der Sorge an ihrer Herde viele Seelen zum ewigen Lebe führen. In besonderer Weise wollen wir auch darum beten, dass ihr Augenmerk sich der heiligen Liturgie zuwende und diese für sie selbst und für alle ihrer geistlichen Betreuung Anvertrauten der Ursprung reiner und selbstloser Liebe zu Gott und dem Nächsten wird. Der heilige Karl Borromäus bitte für uns alle, damit wir durch die Aneignung der gesunden katholischen Lehre und Disziplin in der Ähnlichkeit mit Christus voranschreiten.

Der heilige Papst Johannes Paul II. hat uns in Übereinstimmung mit dem heiligen Karl Borromäus, seinem eigenen Namenspatron, daran erinnert, dass wir angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit uns nicht selbst oder die Welt retten können, indem wir „irgendeine magische Formel“ finden oder indem wir „ein neues Programm erfinden.“9 In unmiss verständlicher Weise hat er erklärt:

Nein, wir werden nicht durch eine Formel gerettet, sondern von einer Person und durch die Verheißung, die diese uns gibt: Ich bin bei euch.10

Dieser heilige Papst hat uns daran erinnert, dass das Programm, durch das wir die großen geistlichen Herausforderungen unserer Zeit wirksam angehen können, am Ende Jesus Christus selbst ist, der für uns in seiner Kirche lebt. Der Papst erklärte weiter:

Das Programm liegt schon vor: Seit jeher besteht es, zusammengestellt vom Evangelium und von der lebendigen Tradition. Es findet letztlich in Christus selbst seine Mitte. Ihn gilt es kennenzulernen, zu lieben und nachzuahmen, um in ihm das Leben des dreifaltigen Gottes zu leben und mit ihm der Geschichte eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himmlischen Jerusalem erfüllt. Das Programm ändert sich nicht mit dem Wechsel der Zeiten und Kulturen, auch wenn es für einen echten Dialog und eine wirksame Kommunikation die Zeit und die Kultur berücksichtigt.11

Kurz gesagt, das Programm, das uns zur Freiheit und zum Glück führt, ist für einen jeden von uns die Heiligkeit des Lebens in Übereinstimmung mit dem Lebensstand. Möge der heilige Karl Borromäus unser großer Lehrer und Fürsprecher darin sein, unserer Berufung zur Heiligkeit immer vollkommener zu entsprechen. Erheben wir also nun unsere Herzen, vereint mit dem unbefleckten Herzen der Gottesmutter, zum glorreichen durchbohrten Herzen Jesu, das für uns im eucharistischen Opfer offensteht. Erheben wir zum Herzen Jesu die Intentionen der Kirche in unseren Tagen, allem voran die Absicht der treuen Anhänglichkeit an Lehre und Disziplin, selbst in den kleinsten Dingen. Im eucharistischen Herzen Jesu werden unsere Herzen gleich dem Herzen des heiligen Karl von der Sünde geheilt und in der Verehrung der Disziplin entflammt, durch welche wir täglich in der Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten wachsen.

Herz Jesu, Heil aller, die in dich vertrauen, erbarme dich unser!
O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen!
Heiliger Karl Borromäus, Bischof und Bekenner, bitte für uns!

Raymond Leo Cardinal BURKE

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Bilder: Una Voce Austria

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Zuwendungsübersicht
  1. Joh 4, 24 []
  2. Sir 44, 19 []
  3. Cf. Mt 16, 24 []
  4. Mt 25, 21 []
  5. “Charles n’hésita pas. Appelant la foi au secours de son inexpérience, il comprit qu’au déluge d’erreurs sous lequel le monde menaçait de périr, Rome se devait avant tout d’opposer comme digue l’intégrale vérité dont elle est la gardienne; …”. Prosper Guéranger, L’Année Liturgique, Le Temps après la Pentecôte, Tome VI, 11ème éd. (Tours: Maison Alfred Mame et Fils, 1925, S. 210. English translation: Prosper Guéranger, The Liturgical Year, Time after Pentecost, Book VI, tr. The Benedictines of Stanbrook Abbey (Fitzwilliam, NH: Loreto Publications, 2000), S. 167. []
  6. “La revision des livres liturgiques, la rédaction du Catéchisme romain l’eurent pour promoteur. Avant tout, et sur toutes choses, il fut l’exemplaire vivant de la discipline renouvelée, acquérant a insi le droit de s’en montrer envers et contre tous l’infatigable zélateur. Rome, initiée par lui à la réforme salutaire où il convenait quélle précédât l’armée entière des chrétiens, se transforma en quelques mois.” Ibid., S. 213. English translation: Ibid., S. 169. []
  7. Carolus Borromeo, Instructionum Fabricae et Supellectilis Ecclesiasticae, Liber II, ed. Massimo Marinelli (Città del Vaticano: Libreria Editrice Vaticana, 2000). []
  8. Ibid., S. 37-38. []
  9. “formulam veluti «magicam» … excogitando «novo consilio». Ioannes Paulus PP. II, Epistula Apostolica Novo Millennio Ineunte, “Magni Iubilaei anni MM sub exitum,” 6 Ianuarii 2001, Acta Apostolicae Sedis 93 (2001), 285, Nr. 29. English translation: Pope John Paul II, Apostolic Letter Novo Millennio Ineunte, “At the Close of the Great Jubilee of the Year 2000,” 6 January 2001, Boston: Pauline Books & Media, 2001, S. 39, Nr. 29. []
  10. “Nullo modo: servabit nos nulla formula, verum Persona una atque certitudo illa quam nobis Ipsa infundit: Ego vobiscum sum!” Ibid., 285, Nr. 29. English translation: Ibid., S. 39, Nr. 29. []
  11. “Iam enim praesto est consilium seu «programma»: illud nempe quod de Evangelio derivatur semper vivaque Traditione. Tandem in Christo ipso deprehenditur istud, qui sane cognoscendus est, diligendus atque imitandus, ut vita in eo trinitaria ducatur et cum eo historia ipsa transfiguretur ad suam usque in Hierosolymis caelestibus consummationem. Institutum enim hoc, variantibus quidem temporibus ipsis atque culturae formis non mutatur quamvis rationem quidem habeat temporis et culturae, ut verum instituat diverbium efficacemque communicationem.” Ibid., 285-286, Nr. 29. English translation: Ibid., S. 39-40, Nr. 29. []
Cornelius

Wie kann man P. Johannes Paul II. und Kardinal Karl Borromäus in einem Atemzug nennen? Karl Borromäus ist ein Heiliger!!

Franzel

Wie nicht @Cornelius?
Papst Johannes Paul II. nicht als Heiligen zu ehren ist entweder völlige Blindheit oder Bosheit oder beides zusammen.

Dario

@Franzel
Papst Joh. Paul II. hat Häresien verbreitet, das ist ein unbstreitbarer Fakt!!!
Deshalb kann er kein Heiliger sein!

Ultramontanus

@Cornelius: wenn Sie sich, und dies ist offenkundig der Fall, weigern, JP II als kanonischen Heiligen anzuerkennen, dann sind Sie nicht mehr katholisch, sondern latae sententiae exkommuniziert. Das wissen Sie selber sicherlich sehr gut.

dilexi decorem domus tuae

Sehr schöne Bilder vom Pontifikalamt:
http://una-voce-austria.at/bilder/pontifikalamt-2014/

Josef

Wer verstehen will, der verstehe

Zeitlos
Herzlichen Dank an die Redaktion für die Veröffentlichung dieser herausragenden Predigt. Vielleicht braucht Kardinal Burke nach den letzten Kämpfen eine Zeit der Ruhe, der Besinnung, der Stille. Doch dann hoffe ich, dass wir seine Stimme wieder hören. Hin und wieder, wenigstens. Das ist die Predigt eines Kardinals der römisch-katholischen Kirche, der über das Zentrum des katholischen Glaubens predigt, der anscheinend mühelos das Konzil von Trient in die heutige Zeit überträgt und fruchtbar macht. An der Gestalt und dem Wirken des hl. Karl Borromäus. Einen anderen Weg aus der bedrohlichen Glaubens- und Kirchenkrise vermag ich nicht zu erkennen, den Raymond Kardinal… weiter lesen »
zeitschnur
Irgendwie habe ich bei dieser Predigt Bauchweh, weil sie in sich nicht stimmig ist. Der erste Teil mit dem kurzen Abriss über den Heiligen Karl Borromäus stellt uns einen eifernden Reformer vor Augen. Aber wie „tickt“ dieser Reformer? „Der heilige Karl Borromäus hat verstanden, dass Lehre und Disziplin der Kirche die unersetzbaren Bedingungen für die Begegnung mit Christus sind.“ Disziplin, Lehre, klingt unvoreingenommen so, als gäbe es ein Entweder-Oder, als sei es eben nicht alles offen oder historisch, was „Lehre und Disziplin“ ist. Vor allem: wer so formuliert geht wohl kaum davon aus, dass das, was gestern gelehrt wurde und… weiter lesen »
Kanadier
Ja, liebe Zeitlos, da muß ich Ihnen leider Recht geben. „Leider“ nicht etwa deshalb, weil ich Ihnen persönlich nicht gerne Recht geben würde, sondern „leider“, weil Sie den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Bleibt zu hoffen, dass diese Predigt eine „politische“ war, eine „diplomatische“‚, eine, die Kardimal Burke vielleicht so garnicht halten wollte. Möglicherweise war das „alles Mögliche“ innerhalb des Spielraums, der ihm geblieben war… … … Einer, der der Wortführer des Wiederstandes auf der Synode war, einer, der nach Wien fährt, um in diesen Zeiten eine Messe im tridentinischen Ritus zu lesen, ein scharfsinniger Geist wie er, hat… weiter lesen »
zeitschnur

Danke für die Rückmeldung, aber ich bin….NICHT……. „zeitlos“, sondern:

ZEITSCHNUR.

Kanadier

‚tschuldigung für diesen entscheidenden Fehler. Ich hab die Antwort auf dem Handy getippt und mich getäuscht….

kümmernis

Kann mir jemand erklären, warum Kardinal Burke diese rote Schleppe trägt?
Ich habe das noch nie gesehen, obwohl ich aus Kindheitstagen noch die alte Messe kenne.
Danke!

defendor

Am Stephanstag im Jahre 2010 predigte Kardinal Burke in der römischen Pfarrei Santa Maria di Nazareth und hob hervor:
-
„Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, aber nicht aufgrund des Konzils, hat die Art der Reform des Meßritus das göttliche Handeln in der Heiligen Messe durch die Vereinigung von Himmel und Erde erheblich verdunkelt und einige zum irrigen Denken verleitet, daß die Heilige Liturgie ein Handeln von uns ist, die wir auf bestimmte Weise erfunden haben und mit der wir daher experimentieren können.“

lui

Liebe Zeitschnur,
Selig sind,die da geistlich arm sind,denn das Himmelreich ist ihr.
der Geschichte eine neue Gestalt geben,bis sie sich im himmlischen Jerusalem erfüllt..
Der Jünger Jesu gibt seinemLeben eine neue Gestalt(weg von Drogen,weg von Zorn,weg von..)und bleibt treu,dann geht er ein ins himmlische Jerusalem.
Christ ist nicht von dieser Welt,er lebte hier,wir auch.
Ziel ist unsere Heimat beim Vater,im himmlische Jerusalem.
Gottes Segen auf ihrem Weg

zeitschnur
Das mag zwar sein, hat aber mit der Formulierung „der Geschichte eine neue Gestalt geben“ kaum zu tun. Diese Formulierung ist nicht neutral und man muss sich – wenn auch arm im Geiste – fragen, warum Kard. Burke sie hier ausgerechnet einfügt. Wohl bedeutet die „conversio“ des einzelnen eine „Veränderung“ auch im Lebensstil. Damit gebe aber nicht „ich“ der „Geschichte“ eine „neue Gestalt“, sondern ich selbst werde durch Christus erneuert. Die „Geschichte“ ist nach der traditionellen Lehre als Heilsplan Gottes aufzufassen, der allerdings nicht zu einer „neuen Gestalt“ der Geschichte selbst führt. Denn die „Geschichte“ ist selbst nicht übergeordnetes Objekt… weiter lesen »
Traditionstreuer
Der Satz „der Geschichte eine neue Gestalt geben“ ist alles andere als fragwürdig. Er ist durch und durch traditionell katholisch – erst das unselige „Konzil“ hat den dahinter stehenden Gedanken für ein Linsengericht auf den Müllhaufen geworden. Die Kirche ist die societas perfecta. D.h., die Welt in ihrer Sozialgestalt hat die Kirche wenigstens in Umrissen entsprechend abzubilden. Deshalb muss die Welt „katholisch durchsäuert“ werden und die katholische Religion als einzig wahre Religion hat in Gestalt ihrer Kirche staatlicherseits privilegiert zu sein. Im Spanien des unvergessenen Generalisimo Franco war dies zumindest annähernd verwirklicht – die beste Epoche für die Kirche im… weiter lesen »
Zeitlos
Einige Anmerkungen: 1) Mich hat zunächst der Verweis auf Johannes Paul II. auch gestört. Doch Kardinal Burke ist kein „Lefebveaner“. Er erkennt die Heiligsprechung Johannes Paul II. an. Ob die heutige FSSPX die Heiligsprechung JPII. anerkennt, ist mir wirklich nicht bekannt. Ich habe einen Widerspruch aus Menzingen nicht gelesen, er könnte mir aber auch entgangen sein. Ich weiß es nicht. 2) Jetzt das Zitat selbst: Es ist „absolut katholisch“, es verzerrt in keiner Weise den Glauben. Wenn es für sich allein steht, muss ich hinzufügen. Eingeordnet in die Theologie von JP II., wie sie im Konzilsdokument „Gaudium et spes“ zusammengefasst… weiter lesen »
Zeitlos
Fortsetzung: Im Vaterunser lehrt unser Herr seine Jünger und damit alle späteren Christen zu beten“…. Zu uns komme Dein Reich. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden…“ Nie haben Katholiken nur die Hände gefaltet und geglaubt, das Reich Gottes komme ganz von allein, ohne unser Zutun. Wenn im Johannes-Evangelium unser Herr den Gegensatz zur Welt betont, die ihn nicht kennt, die ihn verwirft, dann ist damit ausdrücklich die gottfeindliche Welt gemeint, die zu leugnen gegen jede Realität wäre. In dieser Spannung werden wir uns immer befinden auf dieser Erde: Das Reich Gottes soll auf dieser Welt Gestalt… weiter lesen »
Agricola
Lieber @Cornelius // Wie kann man P. Johannes Paul II. und Kardinal Karl Borromäus in einem Atemzug nennen? Karl Borromäus ist ein Heiliger!! // Ja, das ist eine gute Frage! Lieber @Traditionstreuer Für das – je persönliche – Seelenheil ist „Geschichte“ oder die Gestaltung derselben völlig irrelevant. Die Kirche mag in Lehre und Disziplin zu dem in Rede stehenden „unveränderlichen Programm“, zum notwendigen Heilsprogramm gehören. Aber vor allem ER ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit – ohne Zeit und Geschichte, weil er immer schon war, vor aller Zeit. Wozu dann „Geschichte gestalten“ wollen, wenn es allein darauf ankommt, IN… weiter lesen »
Zeitlos
Gern. Die Bitten des Vaterunser habe ich bereits genannt: „Es komme Dein Reich. Es geschehe Dein Wille wie im Himmel auch auf Erden.“ Mt, 6,10. Eine rein geistige Wirklichkeit? Sicher auch, aber nicht nur: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz schal geworden ist, womit soll man es salzen? Es taugt zu nichts weiter, als dass es hinausgeworfen und zertreten wird von den Menschen. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt nicht verborgen bleiben, die droben liegt auf dem Berge. Mt 5, 13,14.. „Nachdem Johannes in Haft gesetzt war, begab sich Jesus nach Galiläa, verkündete… weiter lesen »
alfredus

Agricola @ Jesus Christus hat als er auf Erden wandelte, das Reich Gottes verkündet.
Das Reich Gottes soll schon auf Erden entfacht werden. Ein Reich der Liebe und Barm- herzigkeit, ein Reich nach Gottes Geboten und ein Reich in dem Gott an erster Stelle steht und angebetet wird. Vollendung findet dieses Gottesreich am Ende der Zeiten, nämlich im “ Himmlischen Jerusalem “.

Agricola
Lieber @alfredus, ja, das stimmt schon, denn es heißt ja auch: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen“ Mit „Reich“ ist daher keinesfalls ein Staatsgebilde (vgl. die Geschichte der Emmaus-Jünger, die ja nach der Kreuzigung Jesu enttäuscht weil sie wie viele dachten, dass er Jerusalem wieder aufbaue – als territoriale Macht) oder ein Gottesstaat nach Islamischem Vorbild gemeint, sondern ein vor allem geistiges, überzeitliches Reich, das allein durch IHN und mit IHM präsent ist. Es ist ja auch nicht nur beschränkt auf die Lebenszeit Jesu, sondern es… weiter lesen »
zeitschnur
Danke @ agricola, für den wichtigen Hinweis auf die Worte Jesu: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ und „Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen“. – Die irdische Macht war eine der Versuchungen Jesu, und was hatte Er geantwortet: „Weg mit dir Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“ (Mt. 4, 10) Irdischer Machtbesitz erfordert den Kniefall vor dem Satan. Bei dem Luther-Artikel von gestern wirft man Luther vor, er habe nicht leiden wollen und das Kreuz nicht zu Ende tragen wollen. Aber ich kann… weiter lesen »
Traditionstreuer

Ja ja, nur jeden Tag die verhassten „Tradis“ mit einem dicken Klumpen Dreck bewerfen. Wenn die Tradition für Sie so unerträglich (geworden) ist, dann seien Sie doch endlich so konsequent und gehen Sie nach „drüben“, zu Ihren Proetstanten! Wir hindern Sie sicherlich nicht daran, sondern wünschen gute Reise.

zeitschnur
O wieder im Majestätsplural, wo es argumentativ eng wird… Die Konzilskirchler haben wenigstens nicht den Anspruch, etwas Erhabenes zu tradieren. Wenn aber die, die das von sich behaupten, in diesem Stil auftreten, wie man es hier täglich lesen kann, muss man, wenn man andererseits täglich die reichen Schätze der echten Tradition erkennt, die Stimme erheben gegen solche Verfälscher – die verheerende Wirkung Ihrer und anderer Postings auf unbeleckte Nichtkatholiken ist Ihnen nicht bewusst, aber dennoch eine Tatsache. …und das – ist für Sie vielleicht keine Perspektive – ist für mich äußerst schmerzvoll…weil ich diese Menschen kenne und liebe. Sie sind… weiter lesen »
Traditionstreuer
Nein, die Katholisierung der Welt ist nicht „irrelevant“. Einiges Richtige dazu hat „Zeitlos“ weiter unten schon geschrieben. Erinnert sei an die Herrenworte aus der Bergpredigt, dass die Kirche Salz der Erde und Licht der Welt (s. auch „Lumen gentium“) sein muss. Dies alles drückt(e) sich aus in der alten Lehre vom sozialen Königtum Christi, die ein unveräußerlicher Bestandteil der Tradition ist und bis 1962 auch von allen Päpsten gelehrt wurde. Seither hören wir leider nur noch bei den Piusbrüdern davon. Der Rest der Kirche scheint den Auftrag des Herrn aus Mt 5 ad acta gelegt zu haben. Salz der Erde… weiter lesen »
zeitschnur
Der heilige Thomas trägt drei verschiedene Verstehensweisen des Satzes „Adveniat regnum tuum“ vor: 1. In dem Sinn, dass ein Herrscher zwar der eigentliche Herrscher ist, die Untertanen sich ihm aber widersetzen und ihn nicht anerkennen. Dafür spricht die Schriftstelle 1. Kor. 15, 25 – am Ende der Geschichte (die im wesentlichen Resultat der Sünde ist), wird Christus von Gott alles zu Füßen gelegt werden. Das heißt, dass es zuvor nicht der Fall ist. Diese Unterwerfung kann aber nicht ohne eine radikale Zäsur in Form des Gerichtes über die Sünder geschehen. Nach dem Endgericht ist keine Zeit mehr und auch keine… weiter lesen »
Agricola

Ja, liebe @zeitschnur,

und Dank an den hl. Thomas.

Franzel

Ich bitte katholisches.info, daß herabwürdigende und verächtliche Äußerungen zu Heiligen und Seligen der Kirche nicht mehr veröffentlicht werden wie solche von Cornelius und Dario.
Der Begriff Meinungsfreiheit wird ansosnten der Lächerlichkeit preisgegeben. Über Selige und Heilige darf nichts Verächtliches gesagt werden- das ist christlich, katholisch.

zeitschnur
Die Tragik und Doppelzüngigkeit des Themas „soziales Königtum Christi“ können wir in der Person Pius XI. direkt erfahren. Einerseits schreibt er eine ellenlange Enzyklika „Qua primas“ mit Sätzen wie folgenden: „Doch ist diese Herrschaft vor allem geistiger Natur und betrifft die geistigen Belange. Das zeigen sehr deutlich die oben angeführten Stellen aus der Heiligen Schrift, das beweist auch Christus der Herr selbst durch die Art und Weise seines Handelns. Zu wiederholten Malen hören wir von den Juden, ja von den Jüngern selbst die irrtümliche Meinung, der Messias werde dem Volke wieder zur Freiheit verhelfen und das Reich Israel wieder aufrichten.… weiter lesen »
Dario
@Ultramontanus @Franzel Auf seiner Reise nach Belgien im Mai 1985 begegnete der Papst in Brüssel den Vertretern der islamischen Gemeinschaft und sagte ihnen: „Wir Christen und Moslems begegnen einander im Glauben an den einzigen Gott unseren Schöpfer, unseren Führer, unseren gerechten und barmherzigen Richter. Wir bemühen uns, in unserem täglichen Leben den Willen Gottes GEMÄß DER LEHRE UNSERER JEWEILIGEN HEILIGEN BÜCHER in die Tat umzusetzen…“ In seiner Enzyklika Redemptor Hominis lehrt Joh. P. II., die „festen Glaubensüberzeugungen der Anhänger der nichtchristlichen Religionen“ gingen „vom Heiligen Geist“ aus, was zweifellos gleich mehreren katholischen Galubenswahrheiten widerspricht. 1980 begibt er sich in einen… weiter lesen »
Ultramontanus

Und wenn Sie noch tausend Häresien des heiliggesprochenne Paptes hier aufweisen könnten – er ist ordnungsgemäß und kanonisch heiliggesprochen durch die Kirche, also ist er ein Heiliger. Wer dies bestreitet, ist nicht katholisch. Überlegen Sie sich gut, was dies für Ihr Seelenheil bedeutet.

Dario

Ihr Kommentar spricht für sich – wie blind und verstockt können Menschen doch sein!!

Dario

Es ist sehr auffallend, dass hier so gut wie niemand, etwas zur Heiligsprechung von Joh. Paul II. zu sagen hat. Da herrscht betretenes Schweigen!! Dieses „Eisen“ ist wohl für viele zu h e i ß!

Adrien Antoine

Herzlichen Dank an katholisches.info für die Verbreitung dieser großen Predigt.
S.E. Kard. Burke sei herzlichst gedankt.
Die Qualität der Postings auf dieser Website hierzu ist hervorragend.
Excelsior

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