Schleichendes Manöver gegen Kardinal George Pell im Gange

Kardinal George Pell
Kardinal George Pell

(Rom) Am Abend des 13. März 2013 gab Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran den Namen des Kardinals bekannt, der im Konklave zum neuen Papst gewählt worden war. Als der Name Georgium fällt, dachte mancher für einen Augenblick an Kardinal George Pell. Der damalige Erzbischof von Sydney gilt als rechtgläubig und traditionsfreundlich. Er ist kein zweiter Kardinal Burke und dennoch wird er im Vatikan manchen immer lästiger.

Mit der Errichtung des C8-Kardinalsrats, dem je ein Vertreter der verschiedenen Erdteile angehört, wurde der Australier als einziger ozeanischer Kardinal automatisch zu unerwarteten Ehren erhoben. Unterschiede wurden schnell sichtbar. Während andere C8-Räte, wie der Honduraner Kardinal Maradiaga als „Vize-Päpste“ auftraten und sich in Ankündigungen überschlugen, was nun alles geändert werde, war der australische Kardinal bemüht, die Tragweite der vielzitierten Kurienreform und der Mitsprache bei der Kirchenleitung zu minimieren. Dahinter steht ein unterschiedliches Kirchenverständnis, dem sich das eigene Ego unterzuordnen habe.

Am 24. Februar, wenige Tage nach dem Ende des Kardinalskonsistorium, auf dem Kardinal Walter Kasper den Anstoß zur „neuen Barmherzigkeit“ gab, errichtete Papst Franziskus mit dem Motu proprio Fidelis dispensator (Der treue Verwalter) ein Wirtschaftsministerium des Heiligen Stuhls. George Pell wurde zum ersten Kardinalpräfekten ernannt und nach Rom geholt.

Von Sydney zum C9-Berater und Wirtschaftsminister

Über diese Einbindung wurde viel gerätselt. Sie machte den Weg zur Ernennung eines neuen Erzbischofs von Sydney möglich. Als Diözesanbischof konnte Pell unter anderem die Tradition fördern und in der Seelsorge wirken. Als Wirtschaftsminister ist er mehr der Oberbuchhalter des Heiligen Stuhls. Zudem setzte ihn Papst Franziskus wie ein Stich ins Wespennest ein. Eine Aktion, die weniger den Papst, dafür aber um so mehr den Kardinal gefährdet.

Durch die Berufung nach Rom kann er in dem inzwischen zum C9-Rat erweiterten Beratergremium für die Leitung der Kirche ersetzt werden, sobald ein weiterer ozeanischer Kardinal ernannt sein wird. Am vergangenen 18. September ernannte Papst Franziskus den Dominikaner Anthony Colin Fisher zum neuen Erzbischof von Sydney und Primas von Australien. Oder wurde gegenüber Kardinal Pell angewandt, was Johannes Paul II. mit einigem Erfolg bei Walter Kasper anwandte? Zähmung durch Beförderung und Berufung nach Rom? Seit dem Ende des Pontifikats von Benedikt XVI. hat dieser Versuch allerdings Schiffbruch erlitten.

Verteidiger von Ehesakrament und Morallehre

Wie dem auch sei. Tatsache ist, daß sich Kardinal Pell bei Ehe und Familie im Vorfeld der Bischofssynode und auf der Synode in die Gruppe der orthodoxen Verteidiger der kirchlichen Lehre einreihte. An der Synode konnte er als Dikasterienleiter immerhin von Amts wegen teilnehmen, was ihm als Erzbischof von Sydney ohne persönliche päpstliche Ernennung zum Synodalen nicht möglich gewesen wäre.

Kardinal Kasper hatte seine Rede vor dem Kardinalskonsistorium als „Evangelium der Familie“ bezeichnet und publiziert. Kardinal Pell antwortete unzweideutig mit einem Vorwort zum Buch „Das wahre Evangelium der Familie“ (Verlag Media Maria).

Kardinal Raymond Burke, der Wortführer der Synodalen, die sich einer Aufweichung der Morallehre und einer Untergrabung des Ehesakraments widersetzten, wurde von Papst Franziskus bereits kalt abserviert. Inzwischen beginnen auch Angriffe gegen Kardinal Pell.

Manöver gegen „ehrliche, unabhängige Stimmen an der Kurie“

An der Römischen Kurie ist ein Versuch im Gange, den „ehrlichen australischen Purpurträger“ zu schädigen, wie der Vatikanist Marco Tosatti bestätigt. Ihm wird sein direkter und energischer Charakter zum Vorwurf gemacht. Interessanter ist, daß die Angriffe unmittelbar nach dem Ende der Bischofssynode einsetzten, obwohl der Kardinal seit acht Monaten in Rom ist. Und tatsächlich fehlt es bei der Kritik an seiner Person nicht an Hinweisen auf seine Wortmeldungen in der Synode.

Nun, da Kardinal Burke, „eine der ehrlichsten und unabhängigsten Stimmen an der Römischen Kurie“ (Tosatti) aus der Apostolischen Signatur, dem Obersten Gerichtshof der Katholischen Kirche, entfernt wurde, „reden sie an der Kurie über ein schleichendes Manöver gegen den australischen Kardinal George Pell, der sich wie der Amerikaner kein Blatt vor den Mund nimmt“, so Tosatti in einem gestern in der Tageszeitung La Stampa erschienenen Artikel.

Bei Synode Mikrophon abgeschaltet, doch Kardinal Pell sprach mit lauter Stimme weiter

Am 16. Oktober war es George Pell, der auf der Bischofsynode als erster das Wort ergriff und mit einer feurigen Rede Anklage gegen die Vorgangsweise des Generalsekretariats und dessen Informationspolitik erhob. Eine Initialzündung, die zum Aufstand der Synodenaula wurde und den ziemlich verzweifelten Synodensekretär Kardinal Baldisseri Hilfe bei Papst Franziskus suchen ließ.

Baldisseri hatte soeben bekanntgegeben, daß die Ergebnisse der Synodenarbeitskreise nicht veröffentlicht würden. Das brachte das Faß zum Überlaufen. Bereits zuvor hatten die Kardinäle Müller, Burke und andere Synodalen die einseitige Bevorzugung der Kasper-Partei in der Informationspolitik kritisiert. Kardinal Burke sprach von „Manipulation“.

Kardinal Pell wiederholte den Vorwurf nun offen in der Synodenaula. Der Kardinal traf damit den Nerv anderer Synodalen. Die offene Rebellion gegen die Synodenregie war perfekt. Diese versuchte hilflos gegenzusteuern und provozierte dadurch noch mehr. Um den Kardinal zum Schweigen zu bringen, wurde sein Mikrophon abgeschaltet. Der Australier sprach einfach mit lauter Stimme so lange weiter, bis das Mikrophon wieder aufgeschaltet wurde.

„Wir trauen einer Erklärung nicht!“

Seine anklagende Forderung: „Es braucht Transparenz! Jeder muß sagen können, was er zu sagen hat!“ Ein harter Schlagabtausch, der seinen Höhepunkt erreichte, als Kardinal Baldisseri mit einer Erklärung durch das vatikanische Presseamt vertrösten wollte und Kardinal Pell sinngemäß erwiderte: „Wir trauen einer Erklärung nicht“. An dieser Stelle brach heftiger Applaus aus und viele Synodenväter machten Zwischenrufe zur Bekräftigung des Australiers.

Obwohl es Papst Franziskus, dem offensichtlichen Regisseur der „neuen Barmherzigkeit“, sichtlich gegen den Strich ging, willigte er in die Veröffentlichung der Arbeitskreisberichte ein. Spätestens an dieser Stelle dürfte dem Papst bewußt geworden sein, daß mit der Synode 2014 die gewünschten Ziele nicht zu erreichen waren. Tatsächlich scheiterten die drei entscheidenden Paragraphen des Schlußberichts und machten die Synode für deren Promotoren wertlos. Oder fast.

Bruch der Synoden-Geschäftsordnung

Papst Franziskus, ein gewiefter Stratege, ließ die Synoden-Geschäftsordnung brechen und die drei abgelehnten Paragraphen dennoch veröffentlichen. Eine brüske Vorgangsweise um sich Unterstützung durch Medien und bestimmte Kirchenkreise zu sichern. Vor allem eine demonstrative Trotzreaktion nach dem Motto: Diesmal wurde noch verhindert, aber das nächste Mal … Das nächste Mal ist bereits im Oktober 2015 mit der Ordentlichen Bischofssynode zum selben Thema.

Kardinal Burke bekam die Vergeltung bereits zu spüren. Und das „mutige und evangelische Verhalten von Kardinal Pell (Ja Ja, Nein Nein)“, so Tosatti, lieferte jenen Munition, die den Australier, der heute auf dem Papier fast allein für die Finanzen und die Verwaltung des Heiligen Stuhls zuständig ist und damit einen ziemlich undankbaren Posten hat, ohnehin nicht sonderlich mögen. Geld und Verwaltung spielen für die Kirche zwar vordergründig keine wichtige Rolle, doch das sehen nicht alle so. Bekanntlich hört für manche beim Geld vieles auf.

Der Kardinal wird nun als „zu unausgeglichen“ und „zu radikal“ dargestellt. „Dabei sollte die Aufrichtigkeit dem nicht mißfallen, der den Priestern nahelegt, nicht klerikal zu sein. Aber…“, so Tosatti in Anspielung auf eine jüngste „Perle“ von Papst Franziskus.

Päpstlicher Unmut und Trittbrettfahrer

Tatsache ist, daß sich Kardinal Pell unter den maßgeblichen Personen keine neuen Freunde gemacht hat. Das gilt etwa für die anderen Wirtschaftseinrichtungen des Vatikans, denen durch päpstliche Anordnung wirkliche Entscheidungsbefugnisse entzogen wurden. Der Ärger richtet sich gegen den, der sie nun innehat. Das bedeutet auch, daß Trittbrettfahrer versuchen, sich den päpstlichen Unmut gegen den Kardinal zunutze zu machen. Laut Motu proprio vom Februar 2014 sollte auch die Finanzabteilung des Staatssekretariats Pells Wirtschaftsdikasterium unterstellt werden. Eine Abteilung, die über Finanzen verfügt, die jenen der Vatikanbank IOR nicht nachstehen. Gleiches gilt für die Personalabteilung des Staatssekretariats. Doch acht Monate nach dem Motu proprio ist von einem Übergang der Zuständigkeiten keine Rede. Es gibt erhebliche Widerstände. Der für seine pragmatische Effizienz bekannte australische Kardinal dürfte davon nicht begeistert sein und es auch sagen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL

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31 Comments

  1. Kapuzinerpredigt:
    *******************
    Gelobt sei die Dreifaltigkeit
    von nun an bis in Ewigkeit!
    „Barmherzigkeit ist eine Zier,
    doch weiter kommt man ohne Ihr!“
    So denkt zu Rom der große Fischer,
    und eines ist wohl völlig sicher,
    wenn man geschieden oder schwul,
    wird einem von dem Heil‘ gen Stuhl,
    gerne Barmherzigkeit gewährt!
    Wenn man zur Tradition gehört,
    trifft einen schnell des Papstes Bann,
    ohne „Barmherzigkeit“ sodann!
    Im besten Fall wird man gehetzt
    und in den Ruhestand versetzt.
    Wenn‘ s schlecht geht, das ist ja bekannt,
    dann greift man durch mit fester Hand.
    So mancher Franziskanerpater,
    vom Ordenszweig der Immaculata,
    der weiß, ich find‘ es wirklich schade,
    dann kennt in Rom man keine Gnade.
    Dann greift man durch, ganz schnell und dreist,
    obwohl der Papst Franziskus heißt!
    Gegen Solche, meine Lieben,
    darf man „Barmherzigkeit“ nicht üben!
    Denn Katholiken, solche Frommen,
    die sind davon ja ausgenommen.
    Die sind Verfolgung ja gewöhnt,
    darum der alte Schlachtruf dröhnt:
    „Schlaget sie wo ihr sie find,
    das ist doch wirklich keine Sünd“
    Es sagt schon Thomas von Aquin:
    „Willst du Barmherzigkeit bemüh‘ n,
    vergiss nicht die Gerechtigkeit,
    sonst wird daraus nur Grausamkeit“
    Ja, grausam ist das böse Spiel,
    das nur Zerstörung hat zum Ziel!
    Vielleicht kommt Ihr noch selbst in Bann,
    dann stört nicht weiter Euch daran.
    Ja, lasst Euch davon nicht betören,
    und folgt den alten Kirchenlehren!
    Geht nur zur alten Liturgie,
    denn beider „Neuen“ weiß man nie,
    was man dort treibt an heil‘ gen Ort
    und ob der Heiland wirklich dort,
    im Sakramente ist zugegen
    und ob es uns gereicht zum Segen!
    Kämpft weiter, in des Herren Namen,
    bleibet gut katholisch. Amen!

  2. Zehn Kardinäle, wollten katholisch sein,
    das war dem Obersten zuviel, da waren´s nur noch neun.
    Neun Kardinäle, sie beten Tag und Nacht,
    Burke wurde schnellstens weggemobbt, da waren´s nur noch acht.
    Acht Kardinäle sollten „ausgegrenzte“ lieben,
    Pell hielt dagegen, Ton war weg, bald sind es nur noch sieben.
    Sieben Kardinäle, ein paar sind schon perplex
    Bald kommt der Angriff auf den Müller, dann sind es nur noch sechs
    Sechs Kardinäle, Herr Marx die Nase rümpft
    Das ist ihm immer noch zu viel , viel besser wären fünf
    Fünf Kardinäle, wer ist denn jetzt noch hier?
    Caffarra hat ein Buch geschrieben, es sind bald nur noch vier
    Vier Kardinäle, wann ist der Albtraum bloß vorbei?
    So schnell noch nicht, sagt unser Papst, die nächste Zahl ist drei.
    Drei Kardinäle, auch Kasper ist dabei
    Der stört mich aber selber jetzt, da nehm ich lieber zwei.
    Zwei Kardinäle, wollen bei der Wahrheit sein, einer will sie suchen im Vatikan
    Der letzte bleibt allein.
    Ein Kardinal, er bittet um Gebet
    Wir sollten schnellstens unterstützen, sonst ist es bald zu spät.

    • @ Sabine

      Der Papst vergißt die Perlenkette,
      beim Aus-dem-Hause-gehn.
      Kasper verliert mit Marx die Wette,
      da waren’s wieder Zehn.

      • @ Senfkorn
        Bingo !!!!!!
        Da soll noch mal einer sagen es gäber Uneinigkeit bei den Katholiken 😉
        Auf dieser Website schlagen doch die meisten Herzen im gleichen Takt.

  3. „Der damalige Erzbischof von Sydney gilt als rechtgläubig“

    Entschuldigung, aber wer wie Kardinal Pell öffentlich Adam und Eva als Mythos bezeichnet und erklärt, dass Atheisten in den Himmel kommen können und dass die Hölle wahrscheinlich leer ist, kann unmöglich als „rechtgläubig“ bezeichnet werden.

    Wenn Adam und Eva ein Mythos sind, dann hat es keine Erbsünde gegeben, die einen gottmenschlichen Erlöser erforderlich macht und als Voraussetzung für Ihn zusätzlich eine von der Erbsünde unbefleckt empfangene Gottesmutter benötigt.
    Ohne Erbsünde bricht ganze katholische Glaubensgebäude komplett zusammen bzw ist dann nicht mehr katholisch.

    Guter Artikel dazu hier mit Video, wo der Kardinal seine „Weisheiten“ von sich gibt.
    http://unamsanctamcatholicam.blogspot.de/2012/05/cardinal-pell-richard-dawkins-adam-eve.html

    • Wenn ein Kardinal wie Kardinal Pell “ Adam und Eva “ als Mythos bezeichnet und die
      Hölle als wahrscheinlich leer und Atheisten als mögliche Himmelsaspiranten nennt, kann man ihn nicht als rechtgläubig bezeichnen. Es ist heute modern geworden, zum
      Beispiel die Hölle zu leugnen ( Erzbischof Marx ) und gleichzeitig katholische Positio-
      nen zu vertreten. Jeder ist sich selber Lehramt und Papst. Es wird sich einfach etwas
      herausgepickt und dann entsprechend geleugnet oder bestätigt, je nach Situation. Die-
      se Eiertänze werden von vielen Bischöfen praktiziert und das Kirchenvolk wird so sys-tematisch verwirrt.
      Sie liebe Martina haben vollkommen recht wenn Sie sagen, was Kardinal Pell sagt :
      “ Adam und Eva, ein Mythos “, dann ist unser Glaube hinfällig und es hätte keiner Er-
      lösung bedurft.

    • Die „Allerlösungslehre“ ist meiner Meinung nach die aktuell verhängnisvollste Häresie überhaupt und eine der Hauptursachen der gegenwärtigen grossen Kirchenkrise. Wenn die Priester und Bischöfe keine Seelen mehr in den Himmel mehr führen müssen, da die Hölle ja ohnehin leer ist, das Sühneopfer daher auch nicht mehr darbringen müssen, niemanden mehr taufen oder gar jemandes Beichte hören brauchen, ist ihre Rolle, ja die der ganzen Kirche eigentlich obsolet.
      Kein Wunder versuchen sie ihren „Job“ daher mit allerlei sonstigem Sinn zu füllen, die nutzlos gewordene Kirche immerhin noch zu einem brauchbaren Hilfswerk umzuformen.
      Wenn sie aber mal einen Blick ins Evangelium wagen würden, und nachlesen würden, was Jesus über die ewige Verdammnis sagt, würden sie bald erkennen, dass die „Allerlösungslehre“ rein gar nichts mit dem Christentum zu tun hat!

  4. Es ist nicht zu verstehen, dass konservative Kreise (wie auch kath.net) DIESEM Papst noch immer zujubeln…

    • „kath.net“ ist nicht mitnichten konservativ. Es war es nie. Lesen Sie doch mal die Kommentare des dortigen Obergurus „gandolf“.
      Das ist absurder Führerkult verbunden mit dem Evangelikalismus, den der Prädikant Bergoglio so sehr liebt.

    • die kippen ganz langsam…

      siehe hier, letzter Abschnitt: http://www.spectator.co.uk/features/9361502/watch-out-pope-francis-the-catholic-civil-war-has-‎begun/‎

      und auf kath.net sind seit der Synode die Kommentare explosionsartig angestiegen, die zumindest Unwohlsein mit dem Papst ausdrücken, bzw. sich im Stich gelassen fühlen

      dauert halt alles in einer Zeit, wo man sich nach Abschaffung der Wahrheit durch den Konzilsgeist als konservativer Katholik an den Papst geklammert hat… ich hab auch ein wenig gebraucht, aber die Attacken auf den Usus Antiquor haben mir die Augen geöffnet…

      • Bei kath.net kippt niemand und nichts. Das derzeitige Zulassen von „besorgteren Leserkommentaren“ ist reines Kalkül, um die Leser und damit Spender nicht zu vergraulen. Man beachte einfach, welche Artikel und Beiträge von kath.net gebracht werden und – viel wichtiger – welche NICHT gebracht werden! Manipulatives Portal.
        Sollte in der Gründungsphilosopie Evangelisierung/Verkündigung gemäß der unverkürzten katholischen Lehre und Tradition ehrlich gewollt gewesen sein? Möglich. Heute wird ehrlich Geld gewollt.

    • Wo kath.net draufsteht, ist Schönborn drinnen. Es geht ums liebe Geld.
      Dafür walzt Oberchef „Gandalf“ lieber fromme Katholiken nieder und verbiegt sich gelenkig.
      Er hat eine Abneigung gegen den Alten Ritus und die Tradition inhaliert, damit er schreien kann: „Seht her, ich bin zwar konservativ, aber doch kein Tradi“. Abputzen und distanzieren. Nicht sehr nobel. Dafür aber konformistisch, nicht für die Modernisten, aber die sog. „Konservativen“.
      Und die wollen irgendwie rechtgläubig sein, aber nicht zuviel, um den Mehrheitsfaden nicht zu verlieren, und ja kein Konflikt mit den Modernisten. Kurzum: mehr Kirchenpolitik und Biederkeit als geradliniger Miles Christi.
      Oder habe ich „Gandalf“ nach zehn Jahren immer noch nicht verstanden?

      • Nicht zu vergessen, dass das angeblich soo konservative „kath.net“ zu den fanatischsten Verbreitern und Unterstützern des häretischen „Medjugorje“-Fakes gehört. Auch hier sind sie getreuen Klassensprecher ihres Geldgebers Grav von Schönborn.
        Wer auf diese Linzer Renegaten reinfällt und meint, die seien „rechtgläubig“, ist selber schuld. Die sind genauso modernistisch wie der Mainstream.

      • In kaum einem Medium wird der Hass gegen Russland mehr kultiviert als auf kath.net.
        Msgr. Schlegel ist hierbei ein Rädelsführer. Ich kenne keinen Priester, der hasserfüllter ist als Schlegel.

      • Sweet, angesichts der evangelikalen Affinität von kath.net sind die dumpfen Stereotypen nur folgerichtig.
        Kath.net ist banaler Neo-Konservatismus pur, freilich recht unbeholfen und weniger professionell in seinem „Führerkult“ als die amerikanischen Originale.
        Es ist papalatrisches Irrenhaus, irre deswegen weil Gandalf und co. die albernsten Konstrukte in ihrem Jubelsprech sich mittlerweile erdenken müssen um die eklatanten Widersprüche zw. „B16″ „JP2″ „CIC“ u „KKK“ und dem argentinischen Perlen-Händler irgendwie glatt Bügeln zu können. Diese Schizophrenie ist aktuell sehr gut bei „Gandalf“ zu bemerken.

      • kathnet zensiert rücksichtslos alles, was sich gegen die dort betriebene Rußlandhetze wendet. Rückfragen meinerseits, warum meine Stellungnahme gegen billige Rußlandpolemik nicht veröffentlicht wurde, wurden ebensowenig beantwortet wie eine offizielle Beschwerde bei der Redaktion. Danals hielt ich dieses Verhalten einfach nur für feige und charakterlos. Heute, nach dem Buch „gekaufte Journalisten“, scheint mir eine andere Erklärung naheliegender.

      • Kann den Vorkommentatoren in allem nur zustimmen. Das ist ein übles „neo-konservatives“, ergo: modernistisches Hetz-Portal, die auch völlig kritiklos die protestantisch-liberalen „USA“ bejubeln und dem dortigen, von freimaurerischen Mega-Familien (Rockefeller, Kennedy, Murdoch) finanzierten Turbo-Kapitalismus anhängen, der im Verein mit der „UNO“ die Eine-Welt-Religion implementiert. Das erklärt die Russland-Hetze, die dort betrieben wird.

        „Gandalf“, im real life Roland Baron de Nordberg-Noé, geb. Biermeier (dass er den Namen seiner Gattin angenommen hat, sagt vieles über seine Grundeinstellung aus!), ist ein gescheiterter Theologe, der von keinem Seminar angenommen wurde. Als Roland Biermeiner hat er mit Halbstarkenallüren dereinst im Mühlviertel Angst und Schrecken verbreitet; nun macht er via kath.net Linz unsicher.

  5. Man kann die Augen vor der Realität schließen, weil sie zu unerträglich scheint. Es gibt Lebensphasen, in denen es vielleicht sogar nötig ist, um sich selbst vor Verzweiflung oder zu großem Kummer zu schützen. Doch das ist ein Rezept, das nur vorübergehend hilft.

    Seit dem 2. Vatikanischen Konzil findet in der katholischen Kirche eine Revolution statt. Offen war schon damals die Rede vom „1789 der katholischen Kirche“ oder vom „Ende der Gegenreformation“, sowohl von Progressisten als auch von Verteidigern des Glaubens.
    Alle Alarmglocken hätten schrillen müssen, weil es eine Revolution in der katholischen Kirche nicht geben kann. Weil sie die Hüterin des geoffenbarten, des empfangenen Glaubens ist, den zu revolutionieren, zu verändern, die Kirche kein Recht hat.

    Es „musste“ schließlich zu Bergoglio kommen, er verbietet uns, weiter die Augen zu schließen oder Illusionen anzuhängen.

    Nach dem vom Termin her seltsamen Rücktritt Benedikt XVI. musste klar sein, dass sein Nachfolger unmöglich ein Kardinal Burke oder Kardinal Pell sein konnte. Die grauen Eminenzen im Hintergrund würden ein zweites Pontifikat ähnlich dem Benedikt XVI. auf keinen Fall mehr dulden.
    Innerkirchlich haben wir schon lange ein Schisma. Glaubenstreue Katholiken schließen immer wieder davor die Augen. Es nutzt nichts mehr.
    Auch Kardinal Pell wird von Bergoglio noch weiter entsorgt werden. Obwohl seine Versetzung als Finanzchef weg von der Seelsorge schon schlimm genug war. Der Jakobiner Bergoglio kennt keine Rücksicht mehr.
    Hoffentlich gehen den glaubenstreuen Katholiken rechtzeitig die Augen auf. Hoffentlich halten sie Bergoglio nicht für einen „Betriebsunfall“, den das nächste Konklave schon wieder ausbessern wird.
    Die Angst vor einem evtl. offiziellen Schisma ist gefährlicher, als ein Schisma selbst. Wir haben als katholische Kirche schon lange die Einheit in der Wahrheit verloren. Dieser Synkretismus oder Pluralismus im Glauben ist verantwortlich dafür, dass die Ehelehre von den römischen Autoritäten aufgegeben wird und von vielen Bischöfen inoffiziell längst aufgegeben wurde. Eine Kirche, deren Autoritäten sich anmaßen, den geoffenbarten Glauben dem Zeitgeist anzupassen, wird auch die Ehelehre, die gesamte Moral, dem Zeitgeist anpassen.
    Ich sehe nur zwei Möglichkeiten: Glaubenstreue Katholiken passen sich an, reihen sich weiter ein in den Niedergang oder sie widerstehen. Das ist möglicherweise der Weg ins Schisma. Das dann Gestalt annimmt, wenn glaubensstarke Kardinäle sich an die Spitze des Widerstands stellen.

    Es kann auch anders kommen. Doch wir sollten gewappnet sein.

  6. Der derzeitige Papst und diejenigen ihm entsprechenden, die er zu sich holte, sind offensichtlich nur mit für alle (!) Beteiligten entehrenden Mitteln in der Lage ‚ihre Vorstellungen von Kirche‘ zu verfolgen.

    • Sehr gut beobachtet! Hieran erkennt man das ganze Ausmaß ihrer Niedertracht. Und so etwas will barmherzige Liebeskirche sein. Welch eine Komödie!

  7. Kardinal Pell ist leider gesundheitlich etwas angeschlagen (das war bereits ein Thema als Stimmen in Rom kursierten er werde Nachfolger von Kardinal Levada, schließlich wurde es dann G.L. Müller).
    Er ist ein starker Beter hoffentlich kann er sich unter diesen widrigen Umständen in Rom behaupten und als Bekenner ausharren unter diesem Regime.

  8. So wenig F. sich in der Bibel auszukennen scheint, so mehr zeigen sich seine Qualitäten in kirchenpolitisch-militärischer Operationsführung: hat schon was Verwandtes mit diesen Sprengstoffgürtel-Fachkräften.

  9. @ Kostadinov

    Dass Obama losgelöst und hilflos wirkt, ist eine Täuschung der Wahrnehmung.

    Er, Obama, zieht sein NWO-Programm, dass ihm von der Hochfinanz, der Wall Street, vorgesetzt wurde, ohne mit der Wiper zu zucken, durch.

    • wollte mich nicht auf Obama-Niveau begeben… ich meinte eher die Aussage, dass die „moderate conservative Catholics are losing confidence in him“, war der vorletzte Abschnitt, sorry

  10. Pell wäre zurzeit der einzige Gegenkandidat von Franziskus.

    Er würde die äußerliche Einfachheit Franziskus´ aber auch das ganze Erbe Benedikts in sich vereinen.

  11. Dass der auch noch weg muss, ist vollkommen klar, den konnte schon der Vorgänger nicht brauchen, da gab es ja den Eiertanz ob er Präfekt der Bischofskongregation wird!

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