Neugründung des Ordenslebens und „ekklesiologisches Paradigma“? Thesen des Papst-Vertrauten Galantino

Versammlung der Oberenkonferenz
Versammlung der Oberenkonferenz 2014: Wie Orden aus Krise führen?

(Rom) Wie kann das Ordensleben neu belebt und aus der Nachwuchskrise geführt werden? Dazu tagte vom 3.-7. November in Tivoli, 30 Kilometer östlich von Rom, die 54. Generalversammlung der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Italiens (CISM).Von welchen Referenten erwarteten sich die Ordensoberen Antwort auf diese Frage?
Sowohl die Referenten, als auch das Hauptreferat hatten es in sich. Hauptredner war Bischof Nunzio Galantino, ein persönlicher Vertrauter von Papst Franziskus, den er zu Weihnachten 2013 zum Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz ernannte.
Galantino sprach über die Notwendigkeit eines „ekklesiologischen Paradigmas“ und die Notwendigkeit einer „Neugründung“ des Ordenswesens.

Generalversammlung der Superiorenkonferenz

Zum besseren Verständnis: Die CISM entspricht der Vereinigung der Höheren Ordensobern der Schweiz (VOS), der Vereinigung Deutscher Ordensoberen (VDO) und der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs. Letztere steht seit 2013 unter dem Vorsitz von Abtpräses Christian Haidinger (Benediktinerabtei Altenburg). Zu seinem Amtsantritt führte die Tageszeitung Die Presse ein Interview mit Haidinger. Darin bezeichnete der Abtpräses die katholische Ehelehre als „Katastrophe“ und forderte die Zulassung des Frauenpriestertums: „Ich hoffe sehr und bin überzeugt, daß es Priesterinnen geben wird, auch wenn ich es nicht beeinflussen kann.“ Ebenso sprach er sich für die Abschaffung des Priesterzölibats aus: „daß nur ein zölibatär lebender Mann Priester werden kann, ist nicht mehr zu halten. Ich bin für ehrliche und offene Lösungen in der Kirche und kann mir nicht vorstellen, daß eine Abschaffung nicht kommt“. Implizit unterstellte er der Katholischen Kirche „unmenschlich“ und „unehrlich“ zu sein.

Ordensleben aus der Krise führen? – Von Kommissar Volpi bis zum „atheistischen Humanismus“

Luciano Manicardi, Gemeinschaft von Bose
Luciano Manicardi, Gemeinschaft von Bose

Das Thema der italienischen Oberenkonferenz lautete „Die Aufgabe der Kirche und das geweihte Leben im Licht von Evangelii Gaudium“. Dabei ging es um die Frage, wie das katholische Ordensleben aus der Nachwuchskrise geführt und erneuert werden kann. Die Referenten des 4. November waren:

• Luciano Manicardi, „Mönch“ und Vize-Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Bose (Comunità di Bose) des umstrittenen Laien Enzo Bianchi. Dessen Lehre sei „lediglich nominell ein christlicher in Wirklichkeit aber ein atheistischer Humanismus“, so der ehemalige Dekan der Philosophischen Fakultät der Päpstlichen Lateranuniversität, Msgr. Antonio Livi 2012 in der Tageszeitung Il Foglio (siehe auch Enzo Bianchi der „falsche Prophet“ ist neuer Consultor für die Ökumene).

• Als Referent zum gestellten Thema erstaunte Kapuzinerpater Fidenzio Volpi OFM Cap., seines Zeichens Generalsekretär der CISM und seit August 2013 unter den Franziskanern der Immakulata wütender Apostolischer Kommissar (siehe zu Volpi im Archiv). Er hätte besser darüber referieren können, wie man einen blühenden Orden kaputtmacht, der weder Nachwuchssorgen kannte noch in einer Krise steckte.

• Der Franziskaner Kurienerzbischof José Rodriguez Carballo OFM Conv., seit dem 6. April 2013 Sekretär der römischen Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens und damit erste relevante Personalentscheidung im Pontifikat von Papst Franziskus (siehe Rodriguez Carballo läßt Katze aus dem Sack: „Treue zum Konzil für Orden nicht verhandelbar“).

• Der Kamaldulenser Dom Innocenzo Gargano OSB Cam., außerordentlicher Professor für Neues Testament an der Päpstlichen Universität Urbaniana, Lehrbeauftragter am Päpstlichen Bibelinstitut und Anhänger der progressiven Schule von Bologna. Wesentlich auf ihn geht die neue mens camaldulensis zurück. Deren Hauptziel ist die Überwindung der Theologie durch die „Weisheit“. Jede Rückkehr zur monastischen Theologie unter welcher Form auch immer sei zu verhindern und durch eine monastische „Weisheit“ zu ersetzen. Im Licht der Ökumene seien die Heilige Schrift, die Väter, die anderen Konfessionen, die Juden und andere Religionen, die Geschichte, letztlich das Leben in dieser Weisheit neu zu lesen und zu verstehen.

Hauptreferent: Papst-Vertrauter Galantino und das „ekklesiologische Paradigma“

Bischof Nunzio Galantino: "Ekklesiologisches Paradigma notwendig"
Bischof Nunzio Galantino: „Ekklesiologisches Paradigma notwendig“

Einziger Referent des 5. November war Bischof Nunzio Galantino von Cassano all’Jonio, der ohne vorheriges Wissen des Vorsitzenden Kardinal Bagnasco von Papst Franziskus zum Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz ernannt wurde und seither deren starker Mann ist. Für die Ernennung „entschuldigte“ sich Papst Franziskus bei den Gläubigen von dessen Diözese, der er einige Monate später demonstrativ einen Besuch abstattete und dabei die Mafia für „exkommuniziert“ erklärte (siehe Eine Frage der Prioritäten? – Fronleichnamsprozession ohne Papst Franziskus).

In einem am vergangenen 12. Mai veröffentlichten Interview distanzierte sich Bischof Galantino von den Lebensschützern und folgte darin der neuen Linie von Papst Franziskus, der erklärte, die nicht verhandelbaren Grundsätze von Benedikt XVI. „nie verstanden“ zu haben (siehe Bergoglio-Effekt: Sekretär der Bischofskonferenz distanziert sich von Lebensschützern und Die Prälaten, denen die ungeborenen Kinder ein lästiger Klotz am Bein ist). Das Thema seines Referats lautete: „Die Kirche im ‚Ausgang‘ ist eine Kirche der offenen Türen. Das ekklesiologische Paradigma von Evangelii Gaudium“. Das vollständige Referat wurde von der Superiorenkonferenz veröffentlicht.

Wenn ein enger Vertrauter des Papstes von einem „ekklesiologischen Paradigma“ spricht, läßt das aufhorchen.

Neugründung des Ordenswesens: Die drei Versuchungen

Im ersten Teil seiner Rede sprach Bischof Galantino von drei Versuchungen des Ordenslebens und zitierte dabei weniger Evangelii Gaudium, als vielmehr die Abschlußrede von Papst Franziskus zur Bischofssynode.

„1) Mißtrauen: Franziskus hat uns daran erinnert, daß das Vorangehen vor allem durch ‚die Versuchung der feindseligen Erstarrung‘1, jener, die sich in Buchstaben einschließen und nicht mehr den Geist erfassen, verhindert wird: dann mag man auch eifrig und skrupulös sein, man verurteilt sich aber dazu, sich von Gott nicht mehr überraschen zu lassen, vom Gott von Jesus von Nazareth… .

2) Destruktive Leichtgläubigkeit, die dazu verleitet, ‚die Symptome zu behandeln und nicht die Ursachen und die Wurzeln‘.

3) ‚Die Versuchung, das depositum fidei zu vernachlässigen und sich selber nicht als Hüter, sondern als Besitzer und Herren zu verstehen oder andererseits die Versuchung, die Realität zu vernachlässigen und eine einengende Sprache zu benutzen und so zu sprechen, dass man viel redet und nichts sagt!‘, um Papst Franziskus zu zitieren. Diese Dinge wurden Byzantismen genannt…“

Die wirklichen Probleme, an denen das Ordensleben heute krankt, sind laut Bischof Galantino demnach: Ordensleute, die sich bemühen, die eigene Ordensregel buchstabengetreu zu befolgen; die Gutgläubigkeit und eine zu einengende Sprache.

„Der vom Evangelium aufgezeigte Weg, um diese Versuchungen zu besiegen, die sich auch in den verschiedenen Formen zeigen, die das Ordensleben herabsetzen und in die Nähe von Kleinlichkeit rücken und fruchtlos machen, ist in einem Wort zusammengefaßt, um genau zu sein in einem Verb, das wir als eine der Säulen der Lehre von Papst Franziskus kennengelernt haben: hinausgehen. (…) Es handelt sich um ein Hinausgehen um die Perspektive der Ränder zu umarmen“, so Bischof Galantino.

„Wahrscheinlich würde es Bischof Galantino als Kleinlichkeit abtun, wenn man daran erinnert, daß das Evangelium sehr wohl einen Weg aufzeigt, aber nicht den Genannten, wenn es heißt: ‚Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!‘“, so Libertà e Persona.

Der neue Imperativ: „Hinausgehen“

Kamaldulensermönch Innocenzo Gargano
Kamaldulensermönch Innocenzo Gargano

Bischof Galantino führte im zweiten Teil seines Referats aus, was zu tun sei, um den neuen Imperativ des „Hinausgehens“ auf das Ordensleben anzuwenden:

„1) Sich aus dem Mittelpunkt nehmen, was dazu führt, zu lernen, sich von den eigenen Ideen distanzieren zu können – die so oft ungebührlich verabsolutiert werden! – und auch von den eigenen Werken.

2) Die Bereitschaft, die Angst vor dem zu besiegen, was anders ist als wir, vor allem wenn die Diversität sich als komplex und problematisch zeigt. Diesbezüglich rief Franziskus die Notwendigkeit in Erinnerung, das ‚Phantom‘ zu bekämpfen, das das Ordensleben als Rückzugsort und Trost versteht. Im übrigen sind wir Zeugen, wie wenig die Vorstellung noch aufrecht zu erhalten ist, vom Ordensmenschen als einer Art Handwerker, der selbständig arbeitet und in eine ‚andere‘, ‚besondere‘, ‚höhere‘ Dimension eingebettet ist, die Abgeschiedenheit [von der Welt] meint… Diese Intimität paart sich am Ende mit Individualismus, Krankheiten, die durch ihr sich Abschließen vielen Beziehungen schaden…

3) Schließlich bedeutet Hinausgehen, neben sich aus dem Mittelpunkt zu nehmen und sich [in die Welt] miteinzubeziehen, sich einen neuen Blick zuzulegen oder besser, den Blick Christi anzunehmen.“

Das Hinausgehen scheint daher wesentlich mehr zu bedeuten als nur die physische Bewegung und das an die „Ränder“ gehen. Es scheint auch ein Hinausgehen aus sich selbst zu sein, aus Strukturen und Regeln. Wie weit dieses Hinausgehen gemeint ist, wird nicht genau definiert. Meint es letztlich auch ein Hinausgehen aus der Konfession oder gar der Religion?

Drei „Voraussetzungen“ für die „Neugründung“ des Ordenswesens

Oberenkonferenz 2014 in Tivoli
Oberenkonferenz 2014 in Tivoli

Deshalb, so der Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz, brauche es dringend drei „Voraussetzungen“ für eine „Neugründung“ des Ordenswesens:

„A) Die Erste ist ein gemeinschaftliches Leben, ein Leben brüderlicher Beziehungen… der Andere wird Teil der Identität von jedem in einem Gemeinschaftsleben, das nicht das Anderssein bedroht, sondern es hervorbringt…

B) Die Notwendigkeit, auf authentische Weise in einem bestimmten Charisma verwurzelt zu sein. Das Ordensleben lebt heute in einer Wendezeit, einer Neupositionierung, ja mehr noch: einer Neugründung. Es geht inzwischen nicht mehr, sich anzupassen, oder einfach nur zu aggiornare. Es ist notwendig, sogar die Paradigmen des Ordenslebens zu ändern, wenn man einen wirklichen Veränderungsprozeß auslösen will. Sich nicht von den Historisierungen zu befreien, die die Treue zum Heute bedingen, hieße, zu spät zur Verabredung mit der Geschichte zu kommen und damit Gefahr zu laufen, nicht dabei zu sein, als nicht anwesend erkannt zu werden, zu verschwinden.

C) Die Notwendigkeit, ganz tief in die Realität eingetaucht zu sein, indem man Erfahrung von ihr macht… Heute besteht Bedarf, eine Heiligkeit anzubieten, die nicht in den Weihrauch des Tempels verbannt ist und die nicht ihrer ursprünglichen Kraft entkleidet ist, sondern aus Transzendenz und täglicher Existenz gemacht ist, die untrennbar miteinander verwoben sind. Dann ist das Labor für eine neue Menschheit, die imstande ist, mentalen, spirituellen und affektiven – und auch organisatorischen – Strukturen Leben zu verleihen, einfachen und einladenden, nicht lastenden und offenen, in denen nicht die Freude der Gemeinschaft fehlt, weil eine Brüderlichkeit ohne Freude eine Brüderlichkeit ist, die verlischt… Die Alternative ist Sterilität, zu der wir verurteilt sind, wenn der Reichtum des Ordenslebens sich an einem Gesellschaftsmodell blockiert, das es nicht mehr gibt und an einem Verhaltensmodell, das nicht mehr als Wert wahrgenommen wird.“

Die „Voraussetzungen“ sind kryptisch formuliert, besonders Voraussetzung A) dürfte sich nur Bischof Galantino selbst erschließen, während die anderen beiden Voraussetzungen nur zu deutlich sind und in der Tat einen „Paradigmenwechsel“ fordern.

2015 hat Papst Franziskus zum Jahr des geweihten Lebens ausgerufen. Da Bischof Galantino zu seinen Vertrauten zählt, wird man sich mit seinen Ausführungen über eine „Neugründung“ des Ordenslebens auseinandersetzen müssen. Dazu dürfte das kommende Jahr noch ausreichend Gelegenheit bieten.

Eine kleine Statistik

Da Bischof Galantino mit seinem Referat „Schlüsselworte“ für eine Erneuerung des Ordenslebens aufzeichen wollte, erstellte Luisella Scrosati für Persona e Libertà eine kleine Statistik darüber, wie häufig welche Schlüsselbegriffe in seinem Referat genannt wurden. Die Statistik in erweiterter Form:

Abtötung: 0
Anbetung/anbeten: 0
Apostolat/apostolisch: 0
Askese: 0
Buße: 0
Erbarmen: 0
Gebet/beten: 0
Glauben: 0
Kontemplation/kontemplativ: 0
Maria: 0
Sünde: 0
Benedikt XVI.: 1 (um zu sagen, daß Papst Franziskus von Benedikt XVI. das Thema Zeugnis geben übernommen habe)
Gnade: 1 (als „Zeit der Gnade“ bezogen auf das kommende Jahr des geweihten Lebens)
Hoffnung: 1 (als „die Zukunft mit Hoffnung umarmen“)
Barmherzigkeit: 2
Liebe: 2
Neugründung: 2
Prozeß: 2
Jesus: 3
Zuhören: 4
Verschließen/absondern/Zurückgezogenheit: 5 (negativ)
Veränderung/verändern: 5 (positiv)
Ränder: 6
Hinausgehen: 8
Papst Franziskus: 17

Für die „Neugründung“ des Ordenswesens, laut Bischof Galantino, spielen Gebet, Buße, Umkehr, Askese und Anbetung demnach keine Rolle? Vielleicht lesen wir seine Rede zu „engherzig“, jene Engherzigkeit, die er für die Ordenskrise verantwortlich macht. Im kommenden Jahr wird es sicher weitere Gelegenheiten geben, die Vorstellungen einer „Neugründung“ des katholischen Ordenswesens zu ergründen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Libertà e Persona

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  1. Ansprache von Papst Franziskus zum Abschluß der III. außerordentlichen Bischofsynode am 18. Oktober 2014 []

35 Comments

  1. Diese Statistik lügt nicht. Genauso ticken diese Schwadronierer.
    Jesus : 3, der Barmherzige : 17,
    Was mich wundert, dass Liebe nur 2mal erwähnt wird. Normalerweise gehen sie doch mit diesem Wort ständig hausieren und erschlagen jeden mit der Liebe, der ihre Albernheiten vor Christus komisch findet. Buße: 0, alles klar.
    Per Mariam ad Christum.

    • Und damit haben sich die Herrschaften ihr Urteil selbst gesprochen.

      „Neugründung“ abblasen, die ganzen Debattierclubs auflösen und die Herrschaften einmal mit ehrlicher Arbeit „belasten“
      Dabei könnten Orden heute derart viel zur Bewahrung der Katholischen Tradition tun da sie unabhängig von den Befindlichkeiten der örtlichen Gemeinden sind.
      Nein, aber so kann man nur eins empfehlen, Auflösen liebe Herren ihr habt euch überlebt !

    • Carlo Martini, der Antepapa (!), hatte die Ideen.
      Er guckte sich Bergoglio aus.
      Der Kapuziner Raniero Cantalamessa – man lese, was er von sich gibt – flitzte wie ein Weberschiffchen zwischen Rom und Buenos Aires hin und her.
      Martini wollte Bergoglio schon 2005 zum Papst.
      Bergoglio soll die Ideen Martinis ausführen – man muß glauben, dass die Ideen eher an ihn herangetragen werden, als dass sie in seinem Kopf geboren wurden.
      Die Leute da in Tivoli sind nichts als Nachahmer, Opportunisten, Konformisten, Trittbrettfahrer und Wadlbeißer. Mit ihrem abstrakten Schwadronieren erweisen sie sich als müde Altachtundsechziger mit Torschlusspanik.
      Verräterisch ist die Sache doch sehr wohl: Wenn man ein Haus renovieren will, kann man nicht an allen Ecken und Enden gleichzeitig mit der Erneuerung und auch nicht mit einem Umbau beginnen.
      Wie diese Leute das anfangen, sieht nach Abriss aus. Leute, lest euch „Biedermann und die Brandstifter“ durch – nicht unbedingt das Bühnenstück, es reicht die Kurzgeschichte.
      Wir Tradis jammern nun schon seit fast 50 Jahren. Es hilft alles nichts. Notwendig ist eben auch von Seiten der Tradition eine „praxisorientierte Befreiungstheologie“.
      “Ganz vergessen, Maria hat ja auch eine Null bekommen, passt schon.” Schreibt Shuca weiter unten. Aber sie ist die Siegerin.

      • ich dachte, Kasper guckte sich Bergoglio aus… der ist ja auch mehrmals nach Buenos Aires gejettet angeblich für Barmherzigkeitsvorträge…

  2. Alles nicht verwunderlich, sondern ganz konsequent. Sämtliche Ratten sind an Deck und haben nach einer Diät unter Papst Benedikt XVI volle Tröge. Bergoglio füttert sie mit ausgesuchten Leckerbissen und sie werden immer dreister.

    • Ihre Formulierung – ein sprechendes Bild, in dem das, was lebt sich wegen der vollen Tröge in Ungeahntes auszuwachsen anschickt.

    • Kardinal Bertone hat von „Maulwürfen und Schlangen gesprochen“ . Nun er ist näher dran und wird seine Erfahrungen gemacht haben. Ich frage mich immer was Luzifer zur Zeit so über Rom denkt. Wenn man das wüßte wüßte man mehr. Aber vielleicht ist es besser man hält Abstand mit solchen Gedanken. Wo soll denn das enden. Aber das Maria die Mutter Gottes für die Schlüsselworte nicht würdig befunden worden ist macht mich schon ein bißchen nachdenklich. Mein Gott bin ich heute wieder weichgespült.
      Per Mariam ad Christum.

      • Der Lichtträger wird ob des Zuwachses dienstbereiter Seelen unter der Geistlichkeit zunächst zufrieden sein aber noch nicht ganz und gar.

        Nur Aufopferung und Gebet des Rosenkranzes kann diese aus dem Maul dieses Verlierers herausreißen.

  3. So eine kleine Statistik ist doch sehr aufschlußreich; knapp und übersichtlich: „An den Früchten werdet ihr sie erkennen.“

  4. Tja da sehn sie doch wo die Reise hingeht… lassen sie sich überraschen, ob es in den Orden Kenner der christlichen Lehre und Tradition gibt oder ob die Franzikus-Claqueure fröhlich winken und Beifall klatschen.
    Andererseits sind die Theorien so dürr, kompliziert, langweilig, leblos, moralisierend und peinlich, dass sie nicht viel Schaden anrichten können.
    Wo echte Berufung und gelebte Gemeinschaft in Christus ist, kann nicht viel Schaden entstehen.
    Berufungen wachsen aus diesem Unsinn sicher nicht.

  5. Aus obigem Bericht:
    „In einem am vergangenen 12. Mai veröffentlichten Interview distanzierte sich Bischof Galantino von den Lebensschützern und folgte darin der neuen Linie von Papst Franziskus, …“

    Lt. der angefügten kleinen Statistik der Schlüsselbegriffe nannte Bischof Galantino das „Hinausgehen“ 8 mal.
    Aber das genau zeichnet ja die Lebensschützer aus. Sie gehen hinaus zu den Frauen, um sie von etwas abzuhalten, dass sie später u.U. stark bereuen.
    Sie stellen sich vor Abteibungskliniken, sie nehmen an Lebensschutz-Demos teil und müssen sich deswegen verhöhnen lassen.
    Speziell dieses „Hinausgehen“ also findet nicht die Anerkennung Bischof Galantinos.
    Sicher – es sind Laien, die in diesem Fall hinausgehen und nicht Ordensleute.
    Trotzdem wollte ich auf diesen Widerspruch hinweisen.

  6. „mutige Aufbrüche“ in den finalen Abyss anstatt die verschiedenen Charismen der diversen Orden, welche durch das „neue Pfingsten“ entstellt wurden und zu oft gänzlich verloren gingen wieder zu entdecken. Ja, der Weinberg des Herrn (nun der hippe „unser Bruder Jesus“, kein Wort mehr vom Herrn, Erlöser und Heiland) muß noch mehr zerwühlt werden bis er endlich ganz kahl gefressen ist.
    Bischof Galantino hat übrigens das evangelikale Jargon seines Meisters gut erlernt und sich zu eigen gemacht. Die Statistik am Ende des Beitrages zu studieren genügt um die entbehrliche jesuitische Schwatzhaftigkeit zu kommentieren.

  7. Diese „Voraussetzungen“ drücken die Luft zum Atmen ab. So könnte auch ein sozialistisch / kommunistisch Funktionär sprechen:

    Auflösung des Individuums („der Andere wird Teil der Identität von jedem in einem Gemeinschaftsleben, das nicht das Anderssein bedroht, sondern es hervorbringt“)
    Auflösung / Eliminierung der Geschichte zugunsten eines ewigen Fortschritts („wenn man einen wirklichen Veränderungsprozeß auslösen will. Sich nicht von den Historisierungen zu befreien, die die Treue zum Heute bedingen, hieße, zu spät zur Verabredung mit der Geschichte zu kommen“)
    Verpflichtung zum Jubeln („Freude der Gemeinschaft […], weil eine Brüderlichkeit [sic] ohne Freude eine Brüderlichkeit ist, die verlischt“)
    Kurz: Eine individuum-, seelenlose Gesellschaft, die völlig zeitlos die Zukunft zur realen Gegenwart erklärt. Welche Bedeutung hat da eigentlich noch „Hoffnung“, um die Zukunft zu umarmen („die Zukunft mit Hoffnung umarmen“)?

    Ist das nicht schauderhaft:
    „Gefahr zu laufen, nicht dabei zu sein, als nicht anwesend erkannt zu werden, zu verschwinden (!!!) .“
    „ganz tief in die Realität eingetaucht zu sein, indem man Erfahrung von ihr macht“
    „Labor für eine neue Menschheit“

    • Bitte korrigieren:

      statt: „die völlig zeitlos die Zukunft zur realen Gegenwart erklärt“

      lies: „die völlig zeitlos die Zukunft zur gegenwärtigen Realität erklärt“

  8. „Katholisches.info“ erinnerte schon im August letzten Jahres an ein Interview aus dem Jahre 1972 mit Kardinal Danielou über die schon damals erkennbare Krise der Ordensgemeinschaften; hier ein Auszug:
    -
    „Interview von Radio Vatikan mit Jean Kardinal Danielou vom 23. Oktober 1972
    [….]
    Die evangelischen Räte werden nicht mehr als Weihe an Gott gesehen, sondern in einer soziologischen und psychologischen Perspektive. Man ist besorgt, kein bürgerliches Gesicht zu zeigen, doch auf der persönlichen Ebene wird die Armut nicht praktiziert. Man ersetzt den religiösen Gehorsam durch Gruppendynamik. Unter dem Vorwand Formalismen zu überwinden, wurde jedes geregelte Gebetsleben aufgegeben und die Folgen dieses Zustandes der Verwirrung sind vor allem ein Versiegen der Berufungen, denn junge Menschen verlangen nach einer ernsthaften Ausbildung. Gleichzeitig gibt es zahlreiche und skandalöse Austritte von Ordensleuten, die ihren Bund verleugnen, der sie an das christliche Volk bindet.
    [….]“
    -

    http://www.katholisches.info/2013/08/07/klarsicht-1972-kardinal-danielou-ueber-die-krise-des-ordenslebens/

    -

  9. Wo ist denn jetzt der „Ottaviani“ mit seinen süffisanten Schwurbeleien? Wahrscheinlich heckt er mit seinen modernistischen Römlingen neue Postings aus…

    • “ … ganz tief in die Realität eingetaucht zu sein, indem man Erfahrung von ihr macht … “
      Abgesehen von der Schwafulosität der Formulierung klar sein, dass allein die Kartäuser, allein die Kartäuser “tief in die Realität eingetaucht” sind, weil sie allein auf Gottes Gnade hin sich der Wirklichkeit zu stellen, imdem sie nicht vor sich selbst weglaufen, wie es alle möglichen Depressiven und Hysteriker, darunter auch der hemdsärmelige Pseudo-Camuldulenser* – der eigentlich ein ähnliches Eremitenleben führen müsste wie die Kartäuser – unentwegt zu tun versuchen.
      Leo Lämmlein, tun Sie nicht, was der Papst Ihnen sagt, Sie werden sonst im Abgrund enden. Tun Sie lieber; was Ihnen Augustinus, Theresia von Avila und die anderen großen Psychologen der katholischen Tradition sagen: «Noli foras ire, in te ipsum redi; in interiore homine habitat veritas – Geh nicht nach außen, zu dir selbst kehre zurück; im inneren Menschen wohnt die Wahrheit.» Augustinus
      * Im Jahr 1984 stand unsere Gruppe vor dem Eremo von Camaldoli und blickte über ein Mäuerchen auf die Zellen (Häuschen) der Eremiten. Niemand ließ sich sehen. Ein junger Mann in schwarzem Anorak und schwarzer Hose erklärte eloquent einer italienischen Gruppe das Einsiedlerleben. Wir kamen drauf, dass wir es mit einem nachkonziliaren “Einsiedler” zu tun hatten, der von seinem Häuschen an die „Peripherie“ hinausgegangen war. Es könnte durchaus der nachmalige „Ordensexperte“ von Tivoli gewesen sein.

      • Genau dasselbe habe ich in den 90er Jahren in Camaldoli erlebt – da ist obiger Camaldulenser im Räuberzivil eine gute Referenz. Der ausgegossene inflationäre Look und das extrovertierte Gehabe sind mir jetzt noch präsent. Ich glaube, der hl. Romuald würde sich im Grabe drehen, wenn er sähe, was aus seiner gewaltigen Mönchsbewegung geworden ist.
        [email protected] für die wertvollen Verweise auf Augustinus und Teresa von Avila! Denn nur so werden die Orden leben und überleben.

  10. Jetzt habe ich es durchgelesen, ich glaube ich habe mich selten so aufgeregt wie beim Lesen dieser freimaurerischen gotteslästerlichen Thesen. Ich bin entsetzt. Also eines muss gesagt sein, denn das halten sich auch die netten guten Konservativen zu wenig vor Augen: beim Ordensleben ist nicht das Allerschlimmste, wenn sie sozusagen sich auch – wie oben irgendwo erwähnt – nach anderen Glaubesrichtungen (die nicht katholisch sind) umsehen. Sicher das ist eine schlimme Sache. Aber so weit braucht man nicht zu gehen.
    Es reicht bereits eines, um ein schweres Verbrechen zu begehen: die Ordensregel nicht einzuhalten! Wer sich nicht an die Ordensregel hält, weil er sonst zu „kleinlich“ oder zu „fanatisch“ ist, der ist auf dem Weg zur Hölle. Zu sagen, man müsse die Regeln sozusagen lockerer nehmen, ist eine schlimme Sache. Denn der Weg der Heiligung einer Ordensfrau und eines Ordensmannes, ist gerade das Erfüllen seiner Gelübde und vor allem: der Ordensregel die Treue zu halten. Nicht einer modernisierten (New-Age) Interpretation einer Regel, sondern DER Ordensregel. Und genau daran scheitert es.
    Es gibt in jedem Kloster eigene Hausregeln, die ja auch wichtig sind. Darunter wird geregelt z.B. wann man die Heizungen benutzen darf, wie oft man in der Woche oder im Monat duschen darf und wie viele Minuten man dazu verwenden darf. Wie viele Tropfen Shampoo man verbrauchen darf. Oder ob 3 oder 4 Mitschwestern die Telefonate mit Verwandten abhören dürfen. Dort sollten sie ruhig Veränderungen bringen, da sollten sie ansetzen und etwas „Barmherzigkeit“ walten lassen, aber nicht beim Befolgen der ORDENSREGELN und des Ordensgeistes. Dann hat mich noch dieser Satz aufschrecken lassen: „Jede Rückehr zur monastischen Theologie unter welcher Form auch immer sei zu verhindern und durch eine monastische ‚Weisheit‘ zu ersetzen.“ Wissen die denn nicht, wie viele Berufungen durch all diesem Abfall angegriffen werden, und wie viele Seelen verloren gehen? Wie viele werden sich wahrscheinlich zu den Orthodoxen konvertieren, wenn sie all diesen Gräuel mit ansehen…
    Die monastische Theologie ist das Herzblut eines Christen, eines Gottgeweihten, einer Vita Cosacrata! Es ist die Seele. Es ist das Herz des Gebetes für die Rettung von Seelen und der Kirche und Welt. Wenn man die monastische Theologie aufgibt dann begeht man Selbstmord. Man tötet das geistige Leben. Man tötet das Priestertum. Denn vom monastischen Leben her, von seinem Geist, den Geist unserer Väter (die übrigens damit die Kirche retteten! UNS!), von Gott, von Christus und seinen Geist, hängt die Zukunft der Kirche und Gesellschaft ab. Genau DA MUSSTEN SIE NUN reinschlagen.
    O, ich bin ohne Worte. Es reicht. Es ist alles sehr schlimm. Die Kirche des Antichristen wird geboren. GEBET, OPFER und BUßE sind heute nötiger denn je. Herr vergebe uns.

    • Treffliche Beispiele, was wirklich geändert werden könnte. Die Bewahrung der Ordensregeln und des Ordensgeistes (ich übernehme einmal diesen Begriff) sind jedoch unantastbar.

  11. Für was brauchen die denn diese große Zusammenkunft und die Beratungen um herauszufinden, welcher Weg zu mehr Ordens- und auch Priesterberufungen führt? Bei den Franziskanern der Immakulata gab es viele Ordensberufungen. Die Priesterseminare, wo der echte katholische Glaube gelehrt wird, haben großen Zulauf, während die modernistischen Priesterseminare in der Bedeutungslosigkeit versinken. Das sagt doch alles! Bekämpft nicht länger die Tradition, die überlieferte Lehre! Seht endlich ein, dass die römisch-katholische Kirche in den letzten ca. 50 Jahren so ziemlich alles falsch gemacht hat.
    Andererseits befürchte ich, dass die Zeit des Antichristen gekommen ist und dieser Selbstzerstörungsprozess der Kirche vom Fürsten der Welt ausgeht. Die Heilige Jungfrau Maria kündigte in Marienfried ja an: Der Teufel werde solche Macht bekommen, dass alle, die nicht fest in ihr gegründet seien, sich täuschen und blenden lassen.
    Es wird immer härter werden, für die glaubenstreuen Katholiken. Aber mag der Weg noch so hart und steinig sein, im festen Vertrauen auf den Dreifaltigen Gott und die Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria werden wir den Mut und die Kraft haben, bis zum Ende durchzuhalten.

  12. Aus der Statistik: Hinausgehen: 8… Und zuguter letzt: Papst Franziskus:17. Ja, geht hinaus, alle Ihr Konzilsvertreter! Geht bitte hinaus aus der Kirche und nehmt beim Hinausgehenen euren Bergoglio Pope Franziskus gleich mit! Aus den Augen aus dem Sinn. Dort könnt Ihr eure „Perlen“ dann weiterhin unter die Schweine werfen!

  13. Totaler Wahnsinn.
    Ich habe die „drei Grundvoraussetzungen für die Neugründung des Ordenswesens“ genau durchgeschaut und dann einmal die homophil-durchtränkte „christliche“ Communes (das gibt es: z.B. der frühere CPRL in Antwerpen (Spätberufenenseminar, 1985-1999) und das Haus am Grote Kring 2 in Kortrijk, Westflandern (Bistum Brügge)) darauf abgeklopft, und siehe:
    diese Communes passen haargenau darauf.
    Es ist übrigens sehr gefährlich und äusserst ungesund: neben vielen und besonders sehr schweren Krankheiten ist der ganze Laden für Normalmenschen nicht attraktiv.
    Was das „Gehen bis an die Grenzen“ betrifft, so möchte ich nur verweisen auf den äusserst berüchtigten alten flämischen Jesuitenpater Luc Versteylen SI (Antwerpen), der seine ganze Karriere mit nonconformistischem Gehabe auffiel, „stark bis an die Grenze ging aber niemals darüber hinweg“ (naja, das sah auf einmal total anders aus, als dann in Nordbelgien die gewaltige Serie Mißbrauchsskandale in der Kirche ans Licht kam), der auf in allen Gazetten erzeugten Druck und Anfragen durch den Pater Jesuitenprovinzial dann für einen geselligen alten Lebensabend zu zweit freigestellt wurde, mit seiner seit über 40 Jahren liierten Freundin, und der sich jetzt auch nicht mehr an Vieles erinnern kann.

    Dum mundus volvitur, crux stat – die herrliche Devise der Kartäuser gilt mehr denn je.
    Daß statt „mundus“ jetzt auch Personen oder auch die „Modernisten“ geschrieben werden kann, ist sicher ein Resultat der Veränderungen in den letzten 18 Monaten.
    Übrigens: die Aussage S.Exc. EB Léonard, das AIDS Charakteristiken der immanenten Gerechtigkeit innewohnten (lautkehls angegriffen durch alle Modernisten und Progressive) ist trotzdem unter diesen neuen Gesichtspunkten erneut zu evaluieren.
    Papst Franziskus spricht sehr viel vom Teufel.

  14. Die Mönche sollten sich auch nicht in vergammeltem Aussehen befleißigen, wie es auf dem obersten Bild eines Referenten zu sehen ist. Das macht schon a priori einen denkbar schlechten Eindruck.

    • Yep! ← Der war aber doch nun wirklich mal kurz genug!?!??? 😉 – Aber stimmt schon, was Sie schreiben; sagen wir mal, unter normalen Umständen! Unter *diesen* Umständen jedoch, ähnlich wie beim Thema ‚Soutane‘, würde ich fast sagen, besser *die* laufen in irgendwelchen schicken[???] 80erjahre-Wollpullovern herum wie so ein gewisser Psycho-, äh, Ihr wißt schon, als daß man *sie* auch noch mit würdigen Priestern und Ordensleuten der Kirche Christi verwechselt; sonst läuft’s wohl wirklich Gefahr, zu bloßem Etikettenschwindel zu degenerieren. Burke trägt die Cappa mit Würde und vollem Recht; Cappa mit Kasper jedoch, und ich müßte, tut mir leid, lachen bis der Arzt kommt …

  15. Hinausgehen, hinausgehen, hinausgehen. Wo wollt ihr den hin?
    Ihr lauft nur den Katholiken die noch glauben und katholisch sind vor den Füßen rum so das die auch noch ins stolpern kommen. Bleibt in eurer Hütte 30 km von Rom und spielt Skat da richtet ihr wenigstens keinen Schaden an. Aber ich verspreche euch ihr werdet kein As in euren Karten haben.
    Per Mariam ad Christum.

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