„Bischöfin“ Mayr-Lumetzberger, Kremsmünster und der Zustand der Kirche Österreichs

"Bischöfin" Mayr-Lumetzberger 2008 bei einer null und nichtigen Trauung in einer österreichischen Kirche
„Bischöfin“ Mayr-Lumetzberger 2008 bei einer null und nichtigen Trauung in einer österreichischen Kirche

(Wien) Zuletzt war es ziemlich still um sie geworden. Der Schein trog. Nun ist die bereits vor zwölf Jahren exkommunizierte Österreicherin Christine Mayr-Lumetzberger, selbsternannte „Priesterin“ und – wenn schon denn schon – „Bischöfin“ wieder in die Medien geraten. Den Skandal enthüllte der britische Daily Telegraph, der auch einen dunklen Schatten auf den österreichischen Episkopat und das älteste Benediktinerkloster Österreichs wirft.

Wie der Daily Telegraph berichtet, soll Mayr-Lumetzberger, obwohl exkommunziert, regelmäßig alle vierzehn Tage an liturgischen Zeremonien im Benediktinerstift Kremsmünster in Oberöersterreich, Diözese Linz teilnehmen. Die Bischöfe, weder der Ortsbischof noch die Bischofskonferenz, haben bisher keinerlei Maßnahmen dagegen ergriffen. Die Ordenskongregation in Rom weiß nichts von den Spektakeln?

Mayr-Lumetzberger „zelebriert“ alle zwei Wochen im Stift Kremsmünster?

Selbsternannte Kasperle-Bischöfin "zelebriert" auf freiem Feld
Selbsternannte Kasperle-Bischöfin „zelebriert“ auf freiem Feld

Der Skandal vollzieht sich in Österreich und der Ortsbischof, wie es scheint, hat nichts dazu zu sagen? Die Nachricht mußte über England bekanntwerden, um genau zu sein, durch den Daily Telegraph. Ein Journalist der britischen Zeitung suchte Mayr-Lumetzberger auf, die ihm entsprechende Fotos zeigte, wie sie Seite an Seite mit katholischen Priestern in Österreichs Kirchen „Gottesdienste“ zelebriert und Sakramente spendet. Oder ein Bild, das sie (in priesterlichem Gewand?) neben einem Benediktiner aus Kremsmünster zeigt. Anlaß war die Begräbnis für einen anderen Mönch des Klosters. Alles nur haltlose Angeberei?

Die Klosteroberen, der seit 2007 amtierende Abt Ambros Ebhart und der seit 2013 amtierende Prior Pater Maximilian Bergmayr gaben sich überrascht nach dem Erscheinen des Daily Telegraph und erklären, nichts von alledem zu wissen.
2009 hatte Abt Ebhart erklären lassen, daß Mayr-Lumetzberger auf Wunsch der Familie einer aus der Kirche ausgetretenen Verstorbenen, an deren Begräbnis teilgenommen habe, aber weder „konzelebriert“ noch die Kommunion erhalten hab. Das war 2009. Und nun?

Das Versagen von Bischöfen und Priestern

2002 ließ sich Mayr-Lumetzberger mit sechs anderen Katholikinnen zu „Priesterinnen“ weihen. Ein Akt des feministischen Ungehorsams, mit dem sie der Kirche ihren Willen aufzwingen wollten. Damit verfielen alle Beteiligten der Exkommunikation, Mayr-Lumetzberger offiziell seit dem 22. August 2002. Im Daily Telegraph verwirrt sich Mayr-Lumetzberger mit der Aussage: „Seit ich Kind war, fühle ich mich von Gott zum Priestertum berufen und ich wollte Priester werden, bevor ich sterbe. Das wäre unmöglich gewesen, wenn ich gewartet hätte, daß die männlichen Priester das entscheiden.“ Die selbsternannte „Bischöfin“ gehörte in jüngeren Jahren für einige Zeit einem Benediktinerinnenorden an.

Erst einmal zur Priesterin „geweiht“, wollte Mayr-Lumetzberger jedoch mehr und ließ sich auch zur Bischöfin „weihen“. Zumindest behauptet sie das. Wie zweifelhaft Mayr-Lumetzberger ihre eigene „Weihe“ halten muß, geht aus der Aussage hervor, sie habe sich gleich von „mehr als einem Bischof“ weihen lassen. Ihre kryptische Anspielung ist so formuliert, daß man herauslesen könnte, es hätten sie nicht nur irgendwelche obskure, selbsternannte „Bischöfe“ außerhalb der apostolischen Sukzession geweiht, sondern geheim auch richtige Bischöfe der Katholischen Kirche. „Es war deren Idee, nicht meine“. Namen dieser angeblichen Bischöfe nennt sie aber keine. Angeblich um diese vor Sanktionen durch Rom zu schützen.

Der Linzer Kirchensumpf und die „Frau Bischöfin“

"Bischöfinnen" unter sich. Mayr-Lumetzberger links im Bild (Virtuelle Diözese)
„Bischöfinnen“ unter sich. Mayr-Lumetzberger links im Bild (Virtuelle Diözese)

Nur am Rande sei erwähnt, daß die Diözese Linz angeblich ihre „Ausbildung“ zum Priestertum finanziert haben soll. Die „Priesterinnenweihe“ Mayr-Lumetzbergers fand während der Amtszeit des heutigen Alt-Bischofs Maximilian Aichern von Linz statt, der 2002 scharfe Kritik an der „Weihe“ übte. Die Bischöfe Küng (damals Feldkirch) und Laun (Salzburg) sprachen von einem „Verbrechen“.

Christine Mayr-Lumetzberger hingegen erklärte dem Daily Telegraph, daß die „meisten katholischen Priester in Österreich sehr freundlich“ zu ihr seien und sie als „Frau Bischöfin“ ansprechen würden. Größenwahn?

Fotos von „Bischöfin“ Mayr-Lumetzberger in liturgischen Gewändern

Dem britischen Journalisten legte sie zahlreiche Fotos vor, die sie in liturgischen Bischofsgewändern zeigen wie sie Taufen spendet, Ehen schließt und Begräbnisse zelebriert und das alles in katholischen Kirchen verstreut über ganz Österreich. So wie ihre „Weihen“ ungültig sind, sind laut Kirchenrecht auch sämtliche Handlungen von ihr ungültig. Ihre „Zelebrationen“ sind damit bestenfalls bedeutungslose Schauspiel und Selbstdarstellung. Wenn sie Gültigkeit vorgaukeln, handelt es sich sogar um Betrug.

In den vergangenen zehn Jahren habe Mayr-Lumetzberger alle zwei Wochen im liturgischen Gewand am Altar des ältesten Benediktinerklosters Österreichs gestanden, wie sie dem Journalisten erzählte. In Kremsmünster habe sie zelebriert und konzelebriert. Und Abt und Bischof schauten weg?

Kardinal Braz-de-Aviz
Kardinal Braz de Aviz, Präfekt der Ordenskongregation

Wird Ordenskongregation eingreifen?

Der Daily Telegraph hat den Skandal enthüllt. Ein Eingreifen der Ordenskongregation in Sachen Kremsmünster wird erwartet. Kardinalpräfekt Braz de Aviz, der knallhart gegen den kirchentreuen Orden der Franziskaner der Immakulata vorgeht, kann kaum wegschauen, sollten sich die Behauptungen bestätigen, wenn ein Kloster wie Kremsmünster in solch skandalösem Ausmaß die Sakramente, vom Weihesakrament über das heiligste Altarsakrament mit Füßen tritt und erschütternden Betrug am gläubigen Volk übt.

Gleiches gilt bezüglich anderer Beteiligter, Priester und Orden, die Mayr-Lumetzberger Kirchen zur Verfügung stellten, um das Ehe- und Taufsakrament nachzuäffen und andere „Sakramentenspendungen“, die wertlos, da ungültig sind.

Wird Rom auch klären, welche Verantwortung die Bischöfe trifft, die einem Scheinfrieden huldigend, in ihren Diözesen und Pfarreien kaum faßbare liturgische Skandale und von der kirchlichen Lehre abweichende Haltung dulden, so daß sich das Erscheinungsbild der Kirche immer mehr in eine heillose Verwirrung verstrickt?

Text: Martha Weinzl
Bild: Virtuelle Diözese/Daily Telegraph (Screenshot)/La Stampa

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28 Comments

  1. Jetzt überfordert mal den armen Kardinal Braz de Aviz nicht, der ist mit den Franziskanern doch voll ausgelastet…

  2. Entweder die behauptete Zelebration ist öffentlich. Dann kann sich jedermann innerhalb von 2 Wochen davon überzeugen. Dem scheint aber nicht so zu sein, sonst wüsste nicht nur der Daily Telegraph davon.
    Oder sie geschieht heimlich. Dann handelt es sich um ein fragwürdiges Verkleidungsspiel von fragwürdigen Persönlichkeiten und ist für die Öffentlichkeit irrelevant.
    Oder sie ist eine Zeitungsente.
    Also vergesst es…

    • nein, wenn wirklich katholische Kirchen dafür zur Verfügung gestellt werden, kann man es nicht einfach vergessen, denn dann findet, genehmigtermaßen, ein Teufelswerk in der Kirche statt.

  3. Österreich ist abgefallen!
    Übrigens holte man sich aus Österreich sehr viele Unterschriften von Ordensleuten (bei denen man zuvor Gehirnwäsche gemacht hat) die Papst Benedikt XVI. zum Rücktritt aufforderten. Hier habe ich eine Segensfeier gefunden, die gerade stattgefunden hat für Geschiedene und Getrennte: https://www.youtube.com/watch?v=824NDNN_t88
    Österreich und auch die Schweiz, wie auch Deutschland sind sehr „modern“.

  4. All das wird gedulet und vielleicht sogar gefördert (?) – zumindest von manchen…
    Nur wenn man bei der glaubenstreuen Piusbruderschaft eine Messe besuchen will wird einem mit Exkommunikation gedroht…. man fasst es einfach nicht, ich zumindest fasse das alles nicht

    • Kasperlmesse ist okay, tridentinische nicht, da könnte man bei letzterer ja glatt noch an die physische Realpräsenz zu glauben beginnen, das geht aber nun wirklich nicht, was würde denn da aus der Ökumene bzw. Ökonomie (Kirchensteuer)

  5. Sind diese Fotos nicht gestellt sondern echt, kann dies doch nicht ohne Konsequenzen bleiben.
    Die Bischöfe, die Priester – wann und was werden sie dazu sagen?
    Die Benediktiner im Stift Kremsmünster, wie haben sie reagiert?
    Aber auch die Gläubigen in der Kirche – haben die nicht dagegen opponiert, falls alles so stimmt, wie im Beitrag geschildert?
    Sie hätten aus der Kirche hinausgehen können, den Bischof oder die Bischofskonferenz darüber informieren müssen.
    Diese von allen Beteiligten geübte Trägheit und Gleichgültigkeit dem anmaßenden Verhalten dieser Madame gegenüber ist absolut unverständlich.
    Eine hier ausbleibende Reaktion seitens der Kirche wäre unfassbar!

  6. Für den neuen „Chef “ in Rom, den Herrn Bergoglio und seine Putztruppe, wird zu diesem Frevel keine Reaktion zu erwarten sein, denn: nach seiner jüngsten „Perle des Tages“ darf sich die Kirche nicht auf das geschriebene Wort-Üebrlieferung sprich Bibel/Katechismus festlegen, beziehungsweise einschliessen, sondern muss neue Weg suchen…

  7. Das Schweigen vieler Geistlichen gegenüber den Unverschämtheiten dieser Person ist offenbar auch eine Folge der allerorts proklamierten (unbarmherzigen) „Barmherzigkeit“ !?

    Im Jahre 2009 hat die exkommunizierte Mayr-Lumetsberger in einer schauspielerischen Schmierentragödie als „Bischöfin“ verkleidet dreist und unverschämt selber nach der hl. Hostie gegriffen, ( auch nur möglich aufgrund der „Handkommunion“ !) die ihr zuvor von Bischof Schwarz verweigert worden war.

    Bischof Schwarz sagte damals:
    -
    „Sie ist exkommuniziert. Dass sie sich die Hostie einfach genommen hat, ist unerhört.“
    -

    Die offenbar geistig tief umnachtete Dame meinte dann erwidern zu müssen:
    -
    „Es gibt verschiedene Modelle der Kommunion
    [… ]
    Ich bin dort gewesen für alle Männer und Frauen in ähnlichen Lebenssituationen.“
    -

    Nehmen wir diese ihre höhnischen Aussagen als Grundlage für die aktuellen „Neuerungs“-Gedankenspiele rund um die – Verwirrung gestiftet habende – Synode, so dürften womöglich ähnliche Szenarien der „Selbstbedienung“ in anderen Variationen Einzug halten.

  8. Das geschieht eben, wenn sich ein „Bischof“ in eine Marionette verwandelt die die von antikatholischen Vereinen wie WiSiKi, POA, KFB, Laien – Pfarrerinitiative usw. am Gängelband geführt wird. Der Heilige Pfarrer von Ars sagte dereinst:
    „Lasst eine Gemeinde zehn Jahre ohne Priester, und sie beten die Tiere an.“ und ich möchte hinzufügen, „Übergebt eine Gemeinde einen antikatholischen Priester und Bischof und sie werden innerhalb eines Jahres alles anbeten nur nicht mehr Gott den Herrn“.

    Und wenn es der Vatikan wahrlich erst nehmen würde mit seiner „Aufsichtspflicht“ so hätte die Linzer Diözese mitsamt den anderen Ö Diözesen schon vor langen „Visitiert“ werden MÜSSEN.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  9. Der Hl. Cyprianus von Carthago:
    „Deine Diözese ist eine echte Mülltonne und du bist der passende Deckel dazu“.
    Diese knackige Aussage habe ich schon mehrmals zitiert- einmal mehr paßt sie wunderbar zu der beschriebenen Situation.
    Was wir erleben ist nicht sosehr eine Kirchenkrise, nicht sosehr eine Glaubenskrise sondern vor allem: eine Krise der Bischöfe.
    Schwache Bischöfe, selbstverliebte Laiengläubigen mit Gelüsten auf ein geistliches Amt, irregeleitete Gläubigen- das ist ein verheerender Cocktail.

    • „Schwache Bischöfe, selbstverliebte Laiengläubigen mit Gelüsten auf ein geistliches Amt, irregeleitete Gläubigen- das ist ein verheerender Cocktail.“
      Kurz, prägnant und voll zutreffend. Besser kann man das Tollhaus vor Christus nicht beschreiben.
      Per Mariam ad Christum.

  10. Im Dezember 1991 erschien in der Zeitung „N.D. des Victoires“, South Dakota, USA, ein Artikel. Die Befehle der Freimaurer haben folgenden Wortlaut:
    1. Die Messe (von Pius V.) ist einer protestantischen ´Messe´ anzugleichen; der Zelebrant soll gegen das Volk schauen. 2. Die lateinische Sprache ist sukzessive abzubauen, die Kniebeuge und das Niederknien in der Kirche sollen nicht mehr erlaubt werden. 3. Laien und vor allem Frauen sind auszuwählen, um am Altar zu sprechen und die Kommunion (in die Hand) auszuteilen. 4. Die private Beichte und die Beichte im Beichtstuhl haben aufzuhören; eingeführt wird die Bußfeier. 5. Über Hölle, Fegefeuer und das ewige Leben im Himmel darf nie mehr gesprochen werden. 6. Nach dem Konzil dürfen Erscheinungen der hl. Maria, des hl. Michael oder anderer Heiliger nicht mehr anerkannt werden. 7. Die Kirchenautoritäten, welche an die Erscheinungsorte gehen und die Botschaften verbreiten, werden mit Exkommunikation wegen Ungehorsams bedroht. 8. In der Predigt ist von der Liebe zwischen den Menschen und nicht mehr von der Liebe Gottes zu sprechen. 9. Kinder sollen vor ihrer ersten hl. Kommunion nicht mehr beichten. 10. Über die Heiligen darf auf der Kanzel nicht mehr gesprochen werden, außer wenn diese im Evangelium erwähnt werden. 11. Alle privaten Gebetbücher haben zu verschwinden, alle Katechismen sind zu verbrennen … 12. Die Kirchen kleinerer Pfarreien sind zu schließen. 13. Die Reliquien von Heiligen sind von den Altären zu entfernen. Die Messe soll auf einem Tisch oder einem Brett zelebriert werden. 14. Hinter dem Messtisch ist ein Stuhl hinzustellen, damit der Priester nach der Kommunion wie nach einer Mahlzeit sitzen kann. Gleichzeitig sind auch die Leute zum Sitzen zu zwingen. 15. In der Kirche soll der Rosenkranz nicht mehr gebetet werden, auch nicht die Litaneien von Maria, vom Herzen Jesu und von den Heiligen. 16. Die Macht des Papstes ist durch Manipulation und permanente Synoden (Versammlungen der Bischöfe und Kollegialität) zu entkräften. 17. Die Autorität des Priesters ist durch Laiengruppen zu entkräften, welche ihn beraten und führen. 18. Die römische Kurie ist neu zu organisieren, damit die Kardinale für den Gegenpapst stimmen können, welcher dann als Diktator regieren wird. 19. In dieser Art ist eine neue Religion zu gründen, eine Mischung aus allen Religionen der Welt. Die Christen werden gezwungen, ohne Kritik zu gehorchen. 20. Die Nichtteilnahme an der Sonntags-Messe darf nicht mehr als schwere Sünde behandelt werden. 21. Aus den Kirchen sind die Statuen des hl. Michael und der anderen Heiligen zu entfernen. 22. Die Exorzisten, welche die Dämonen der Besessenen wegschaffen, sind zu eliminieren. Dagegen ist zu verbreiten, dass der Dämon nicht existiert. Man wird nachher nicht mehr an die Hölle glauben. 23.Reduziert die Berufungen zum Priester dadurch, daß die Laien die Ehrfurcht vor ihnen verlieren. Ein Skandal eines Priesters in der Öffentlichkeit wird Tausende Berufungen vernichten. Lobt abgefallene Priester, die wegen der Liebe zu einer Frau, alles aufgegeben haben. Nennt sie heroisch, heldenhaft. Ehrt die laisierten Priester als wahre Märtyrer, die so unterdrückt wurden, daß sie es nicht länger ertragen konnten. 24. Verurteilt es auch als einen Skandal, daß unsere Freimaurerbrüder im Priesteramt bekannt gemacht und ihre Namen veröffentlicht“ werden sollen. Seid tolerant gegen die Homosexualität bei Priestern. Sagt den Menschen, daß die Priester einsam sind. 25. Erlaubt keine Gebete für den Papst oder zu Maria, da sie die Ökumene entmutigen. Verkündet, dass die Ortsbischöfe die zuständigen Autoritäten sind. Sagt, dass der Papst nur eine Repräsentationsfigur ist. Sagt den Menschen, das Lehren des Papstes diene nur der Unterhaltung, habe aber sonst keine Bedeutung. 26. Greift die Autorität des Papstes an, indem ihr eine Altengrenze seines Amtes festsetzt. Setzt sie allmählich herab. Sagt, dass ihr ihn vor der Überarbeitung bewahren wollt. 27. Seid kühn. Schwächt den Papst, indem ihr Bischofssynoden einrichtet. Der Papst wird dann nur eine Repräsentationsfigur sein, wie in England, wo das Ober- und Unterhaus regieren und die Königin von dort ihre Befehle bekommt. Dann schwächt die Autorität des Bischofs, indem ihr eine Gegeninstitution auf Priesterebene errichtet. Sagt, die Priester bekommen so die Anerkennung, die sie verdienen. 28. Dann schwächt die Autorität des Priesters durch Aufstellen von Laiengruppen, die den Priester beherrschen. Es wird soviel Hass dadurch entwickelt, dass sogar Kardinäle die Kirche verlassen, so dass sie, die Kirche nun demokratisch ist. 29. Reduziert die Berufungen zum Priester dadurch, dass die Laien diel Ehrfurcht vor ihnen verlieren. Ein Skandal eines Priesters in der Öffentlichkeit wird Tausende Berufungen vernichten.

  11. Zwei Dinge ärgern mich in dieser causa. Erstens schreibt ein englischer Journalist genüsslich über diese Angelegenheit – ich vermute, um der hl. kath. Kirche eins auszuwischen, oder auf der Suche darzulegen, dass bald die Praxis der abgefallenen Anglikaner auch uns erreichen möge. Zweitens: die arme fehlgeleitete Laienbischöfin Mayr war Ordensfrau. Die deutsche Kirche, wie auch offenbar jene Oesterreichs, hat sich m.E. von der Säkularisation bezw. dem Josefinismus kulturell und vor allem spirituell nicht mehr auffangen können oder ist wieder dorthin zurückgefallen. Ich war in den 60er Jahren einst eingeladen zu einer eschatologischen Tagung der Benediktiner und Benediktinerinnen im Norden Deutschlands. Neben vielen wertvollen ausgetauschten Glaubenserfahrungen ging mir auf, wie viel Grenzwertiges in der Luft lag – man bemühte sich sein eigenes Spatzenhirn über den Glauben der hl. Kirche zu stellen und dies den andern als normal unterzujubeln. Ich glaube, der Urfehler, der solche arme Fehlgeleitete zu Fall bringt, ist das Missachten des klösterlichen Silentium – benediktinisch die taciturnitas – die Liebe zur Schweigsamkeit. Ein kostbares unveräusserliches Gut der mystischen Gottesliebe – allein mit dem Einzigen zu sein, dies in der Gemeinschaft der Gleichgesinnten, die trägt und erhebt. Da wird oft in Diskussionsrunden geredet und nochmal geredet, jeder, jede wartet nur darauf wieder dran zu kommen, ohne vorher zugehört zu haben. Durch solche Kaskaden der Wortinflation sind viele Revolutionen und zerstörerische Umwälzungen, blutige Fehden, Kriege entstanden, wie der Blick in die Menschheitsgeschichte es dartut. Beten wir für die armen Verblendeten, dass sie zurückfinden, beten wir für alle Gottesleute in den Klöstern, dass sie aushalten allen Versuchungen und Angriffen zum Trotz. Sancta Maria magna mater Dei – sentiant omnes tuum juvamen interveni pro clero pro devoto dilecto femineo sexu. Ora pro nobis!

    • Aber werter Michael, so könnte man doch auch im Bezug auf das Rheinland „argumentieren“, war doch mal ein gewisser „promovierter Propagandamensch“ ein gebürtiger Rheinländer.
      So sollten wir als deutschsprachige & europäische Katholiken auf diesem viele Länder übergreifenden und verbindenden Forum also nicht reden. Wir sind als Glieder der Una Sancta doch sowieso erstmal ‚katholische Kosmopoliten‘ (sollten es zumindest sein, finde ich – bei allem durchaus erlaubten, ja vlt. auch gebotenen, sittlich guten & gesunden Patriotismus oder Lokal-Patriotismus); und zugleich immer auch ‚ultramontane Wahlrömer‘, was gerade uns deutschen Katholiken in der Zeit des Kulturkampfes nach der sog. ‚Reichsgründung‘ ja immer vorgehalten wurde. Und es waren ja auch erst diese Jahre, nach den schlimmen Kriegen von 1866 bzw. 1870/71, welche die von Bismarck (man muß fast sagen, „diabolisch-genialisch“) eingefädelte endgültige Trennung zwischen ‚Deutschen‘ und ‚Österreichern‘ erleben mußten. Leider – finde ich persönlich, denn dieses ‚neue‘ war ja im Ggs. zum ‚alten Reich‘ von Anfang an dezidiert ‚deutsch-national‘ und preußisch-protestantisch dominiert; und soviel ich weiß, hat der Hl. Stuhl die (letztl. sogar verfassungswidrige) ‚Erledigung des Hl. Römischen Reiches‘ nach der Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II. völkerrechtlich nie anerkannt. Nach über 1ooo Jahren das letzte Restchen ist ja, wenn man so will, noch der Campo Santo Teutonico, glaub ich (oder?) …
      … und ganz ehrlich: Habsburg wäre mir persönlich lieber gewesen als Hohenzollern! Der selige Kaiser Karl, die Kaiserin Zita und SKKH Kronprinz Erzherzog Otto etwa haben der Casa d‘Austria doch Zeit ihres Lebens alle Ehre gemacht (auch wenn man vielleicht nicht mit allen politischen oder strategischen Entscheidungen einverstanden sein muß, darüber kann man ja trefflich streiten; aber in ihrem persönlichen & ihrem Glaubensleben waren sie doch nun wirklich vorbildlich); und lieber ein Dr. Otto von Habsburg im EU-Parlament, als ein Herr Martin Schulz. Den Tod des Erzherzogs, leidenschaftlichen Parlamentariers & katholischen Europäers, empfand auch ich als herben Verlust. –
      Aber es schmerzt mich selbst als katholischen Südwestfalen (‚Johannländer‘ / a.d. östlichen, kath. Teil des vorm. Fms. Nassau-Siegen) schon sehr, diese vielen fürchterlichen Meldungen auch aus Österreich lesen zu müssen, gerade weil ich auch dieses Land sehr mag; und mich lange Zeit (und leider fälschlicherweise, wie ich jetzt erst, in dieser Zeit, mit Entsetzen erfahren muß) immer ein bißchen damit getröstet und gedacht hatte, daß doch wenigstens in Bayern und Österreich die katholische Welt noch wenigstens einigermaßen in Ordnung – & treu der traditio – (geblieben) sei. Nun muß ich erkennen, daß es etwa im Bistum Linz wohl mindestens ebenso schlimm zugeht, wie im Bistum Limburg; und daß selbst die einst stolzen Donau-Klöster scheint’s zu regelrechten Vorreitern & Kaderschmieden des Ultra-Modernismus‘ geworden sind. Traurig.

      • Also, was ich sagen will, in my humble opinion: (gerade) als katholische Europäer sollten wir politisch niemals national-konservativ (bzw. besonders als Deutsche: niemals ‚deutsch-national‘ und natürlich erstrecht nicht nationalistisch) denken, sondern entschieden katholisch-wertkonservativ gesinnt sein – und wenn, dann v.a. pan-europäisch, als ‚europäische Patrioten‘ (im guten Sinne natürlich, nicht im peinlich-chauvinistischen!!). Und insbes. im ganzen deutschsprachigen Raum vlt. eher ‚Lokalpatrioten‘ denn ‚Nationalpatrioten‘ sein, und uns wenn, dann eher als katholische Friesen und Franken, Sachsen und Schwaben, Niederösterreicher und Kärntner, Salzburger und Steirer, Aargauer und Berner, Bündner und Glarner betrachten (hoffentl. hab ich mich b.d. schweizerischen Bezeichnungen richtig ausgedrückt). Jedoch niemals in solche unsäglichen & dümmlichen „Piefke- und Ösi-Clichés“ verfallen, das nervt kolossal (und auch nicht in solche bescheuerten, pseudo-kulinarischen „Käsköppe-, Baguette-, Paprika-, Ziegenkäse-, Kümmel- oder Spaghetti-Schemata“ – mit den Spezialitäten eines Landes betitelt man sich nicht, sondern man genießt sie!^^). – Und was gerade jenen oben erwähnten Innviertler betrifft – wenn ich das richtig erinnere, hat Braunau nicht sogar (mehrfach!?) gewechselt? – Was ja ohnehin ziemlich irrelevant ist; wer würde etwa heute dem christlichen Georgien „vorhalten“, daß es einen J. W. Stalin „hervorgebracht“ habe???
        Kurzum: jeglicher Chauvinismus und Nationalismus ist für einen Katholiken ein absolutes no-go – und sowieso eines der problematischsten „Erbstücke“ gerade des (ohnehin in vielerlei Hinsicht höchst unseligen) 19. Jhds., und da kommt einiges zusammen, schon merkwürdig, find‘ ich (aber woran liegt das??): nicht nur dieser unselige Nationalismus, sondern auch der Marxismus, der Darwinismus, überhaupt dieser rein-positivistische Szientizismus und technizistische Machbarkeits- und Größenwahn, der Atheismus, Spiritismus, Psychoanalyse, Theosophie und Anthroposophie, Rassismus, Antisemitismus, ‚Ariosophie‘ und Eugenik, die historisch-kritische Exegese, der Modernismus natürlich, und der Kolonialismus, Imperialismus … – alles solche zumindest problematischen, z.T. aber wahnwitzigen und wirklich verbrecherischen Kopfgeburten, an denen diese Welt heute noch laboriert und die noch lange nicht überwunden sind (auch deshalb finde ich diesen naiven, völlig unkritischen „Konzilsoptimismus“ à la ‚Gaudium et spes‘ ziemlich unverständlich, unlogisch und peinlich; man hätte es besser wissen können und müssen, nach allem, was bis dahin schon geschehen war …).
        Das Schlimme in der heutigen Zeit aber: wir haben (jedenfalls hier in Deutschland) nicht eine einzige (zumindest: größere, einflußreichere) Partei, die wirklich katholisch- oder „auch nur“ christlich-wertkonservativ wäre! Jedenfalls, eine gewisse Doppel-Partei, die zumindest einmal diesen Anspruch hatte, halte ich (mittlerweile und für mich selbst, als Katholiken) für nicht mehr wählbar.

      • Präzisierung: ich meine da oben natürlich nicht, daß jeder Patriotismus per se ‚gebotenen, sittlich gut & gesund‘ sei, sondern meine den Patriotismus (nur) dann, wenn und insofern er wirklich ’sittlich gut & gesund‘ (und nicht übersteigert) ist. Dann (und nur dann) ist er erlaubt und kann er vielleicht sogar geboten sein; ich meine, sowas mal im KKK gelesen zu haben. Also in diesem Sinne eben.

      • Noch eine notw. Präzisierung leider, @ Michael, tut mir leid …: Antwort auf Ihren Kommentar, geehrter Michael, ist nat. nur der allererste Satz / Einwand oben! Alles weitere hab ich dann einfach so „frei weitergesponnen“, ganz allgemein[!], bezieht sich also nicht (mehr nur) auf Sie bzw. Ihre Worte; ich will und darf selbstverständlich nicht Ihnen persönlich etwa sowas wie ‚Chauvinismus‘ oder so unterstellen; tut mir leid, wenn ich durch mein „freies Weiterspinnen“ diesen Eindruck erweckt haben sollte – war nicht meine Absicht; eher „wie üblich – dumm gelaufen“ 😉 – hätte das besser kennzeichnen / separat darunter tippen sollen, pardon!

      • Ja, ja, Sie haben ja völlig Recht, bester Ralph; wir können (bzw. ich kann) das ja als ‚verunglückten Versuch‘ ausdrucken, lochen und in einem geduldigen Ordner wegheften „auf nimmer Wiedersehen“, und weg is‘ 😉 !?

  12. Die „Altkatholiken“ äffen den katholischen Ritus nach und ernennen auch „Priesterinnen“. Christine Mayr-Lumetzberger wäre doch dort gut aufgehoben. Die ganzen Scheinargumente der Progressisten, mit der Zulassung von Frauen zum Priesteramt würde alles besser laufen, werden bei den „Altkatholiken“ widerlegt. Als größte Konfession der Welt mit hierarchischer Struktur ist die Kirche eben vielfältigen Angriffen ihrer Feinde ausgesetzt, die sich u. a. daran stören, daß keine Frauen dem Klerus angehören können.

    • Wer wäre denn da noch überrascht ? Wer dagegen ist, kann sich jetzt schon als Fledermäusler oder Holzwurm einsortieren.

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