Piusbruderschaft antwortet Bischof Semeraros Exkommunikationsdrohung

Kathedrale von Albano
Kathedrale von Albano

(Rom) Die Piusbruderschaft (FSSPX) veröffentlichte eine Antwort auf das Schreiben von Bischof Marcello Semeraro von Albano (siehe Bericht Kirche und Piusbruderschaft: Vertrauter des Papstes droht Gläubigen mit Exkommunikation). Der Brief an die Pfarrer seiner Diözese sorgte für internationales Aufsehen, da er im Widerspruch zu den jüngst wiederaufgenommenen Gesprächen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Piusbruderschaft zu stehen scheint und Bischof Semeraro ein enger Vertrauter von Papst Franziskus und Sekretär des C9-Kardinalsrats ist.

Als Hintergrund wird genannt, daß der Bischof sich über mehr als 60 Kinder ärgere, die der Katechese der Piusbruderschaft für die Erstkommunion folgen und rund 30 Kinder, denen von Bischof de Galarreta (FSSPX) Anfang Oktober die Firmung gespendet wurde. Ob diözesaninterne oder darüber hinausgehende Gründe Anlaß für den bischöflichen Brief waren, bleibt vorerst unklar.

Anfragen an Bischof Semeraro

„Viele Dinge könnten wir Msgr. Semeraro aus seinem Blickwinkel fragen“, heißt es in der Erklärung des Italienischen Distrikts der Piusbruderschaft. „Wir könnten fragen, ob er weiß, daß die Priesterbruderschaft St. Pius X. 1970 mit der Approbation des Bischof von Freiburg [im Üchtland] errichtet wurde; daß der Heilige Stuhl ihr 1971 das Decretum laudis ausstellte; daß das Haus der Bruderschaft in Albano mit seinem halböffentlichen Oratorium zur Spendung der Sakramente von seinem Vorgänger Msgr. Raffaele Macario am 22. Februar 1974 (Prot. Nr. 140/74) kanonisch errichtet wurde.“

Und weiter: „Wir könnten ihn ebenso fragen, wie er seine Verbote mit den offiziellen Erklärungen des Heiligen Stuhls in Einklang bringt, der mit einer Antwort der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei vom 18. Januar 2003 erklärte, daß die Sonntagspflicht durch Teilnahme an einer von einem Priester der Piusbruderschaft zelebrierten Messe erfüllt werden kann“.

„Wir könnten ihn auch fragen, warum er, der Bischof, eine ökumenische Vigil in der Kathedrale (18. Januar 2014) organisieren kann, um mit Menschen zu beten, die sich mit Sicherheit nicht „in Gemeinschaft mit der Katholischen Kirche“ befinden, darunter eine evangelische Pastorin und ein orthodoxer Bischof, während seine Gläubigen nicht mit anderen Katholiken die Messe bei der Bruderschaft feiern können sollen.

Homosexuelle und Protestanten willkommen, nicht aber traditionsverbundene Katholiken?

Wir könnten ihn auch fragen, warum sein Geist der Offenheit so groß ist, daß er das Erste Forum homosexueller Christen miteinschließt, das am vergangenen 26.-28. März im Haus des Somaskerordens stattfand, aber nicht, wer der Tradition der katholischen Kirche verbunden bleibt.“

Die Bruderschaft erwarte sich keine Antwort auf diese Punkte, die „die offensichtlichen Widersprüche von Msgr. Semeraro erkennen lassen“.

Die Piusbruderschaft gründe ihren Auftrag „gerade auf die Notwendigkeit, die Irrtümer gegen den römisch-katholischen Glauben zu bekämpfen, die in der Kirche sogar von Bischöfen verbreitet werden“. Die Aussendung nennt in diesem Zusammenhang „ökumenischen Indifferentismus“, der allen Religionen die gleiche Gültigkeit zuspreche, als wären sie eigenständige und gleichwertige Heilswege. Dadurch werde das Erste Gebot Gottes mißachtet; eine „Liturgie“, die sich davon entferne, Ausdruck der katholischen Dogmen zu sein, um „semi-protestantisch und ehrfurchtlos“ zu werden. „Irrtümer, die immer weiter vorangetrieben werden, wie die jüngste Synode gezeigt“ habe, „bei der unter dem Vorwand der Barmherzigkeit, die Änderung des Sechsten Gebots diskutiert wurde und der Verzicht auf die Unauflöslichkeit der christlichen Ehe“.

„Drohungen und ungerechte kirchenrechtliche Sanktionen“

Die Piusbruderschaft werde weiterhin nach dem Vorbild ihres Gründers „unverkürzt das depositum fidei und die katholische Moral weitergeben und sich offen gegen die Irrtümer wenden, die diese entstellen wollen“. Dabei fürchte man „weder Drohungen noch ungerechte kirchenrechtliche Sanktionen, da weder Msgr. Semeraro noch irgendein anderes Mitglied der kirchlichen Hierarchie dieses depositum ändern“ könne. Es sei wichtiger Gott zu gehorchen als den Menschen, zitiert die Aussendung abschließend den Apostel Paulus.

In diesem Sinne werde die Bruderschaft ihre Seelsorge fortsetzen und „jeder Gläubige, der die Sakramente empfangen möchte, wie sie die Kirche immer gespendet hat, der einen authentischen Katechismus für seine Kinder wünscht und eine entsprechende Unterweisung für Erwachsene, der eine geistliche Leitung wünscht und eine Stärkung für die Kranken, wird immer willkommen sein“, so der Distriktobere für Italien.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons/FSSPX (Screenshot)

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33 Comments

  1. Bravo! Es ist einfach eine Wohltat und ein Geschenk Gottes, dass die Una Sancta noch da ist – nicht in Rom, aber in der FSSPX!

  2. Eine klare und völlig richtige Antwort!

    Es scheint eine abegstimmte Kampagnie gegen die FSSPX im Gang zu sein – siehe auch die Berichterstattung auf kath.net / KNA wo ansscheinend absichtlich Übersetzungsfehler eingebaut wurden um die öffentliche Meinung zu beeinflussen http://www.kath.net/news/48104

    • Klar handelt es sich um eine Kampagne, die seit Jahrzehnten läuft in immer wiederlehrenden Formen. Kath.net ist ein Zensurverein, der alle ausklingt, die etwas Kritisches über Berdoglio sagen bzw. schreiben.

      • Richtig, ich habe dort bis Anfang des Jahres auch kommentiert…. Nachdem nur noch rund 20% meiner Postings veröffentlicht wurden habe ich unter Protest meinen Account löschen lassen. Jede Kritik an Franz und seinen Vasallen wird dort, genau wie Sie schreiben zensiert.

      • „kath.net“ ist ein lächerlicher Tummelplatz vollkommen infantiler „Führer sprich wir folgen…“-Gestalten und zudem wird dort eine Un-Art von brandgefährlichem evangelikalem Katholizismus „kultiviert“, eben das was sich der für den „Segen“ vor Evangelen-Pastoren sich demütig-Kniende Bergoglio für die römische Kirche ersinnt.

    • @Pascal

      Ich finde dort gar keine Perlen mehr 🙁 , oder sind meine verzweifelten Augen darob so verheult, daß ich auch eine klitzekleine nicht mehr sehen kann?

    • Kath.net ist unter dem Deckmaentelchen des Konservativen ein weiteres Hetzportal gegen die Tradition und man will es nicht gegen sie verwenden auch noch aus Oesterreich, wo gerade der groesste Antikirchenkampf tobt.
      Gerade um diese eigentlich nur eine Unverschaemtheit darstellende Aeusserung eines sog. Papst Vertrauten wird nun einmal wieder eine Exkommunikationsdebatte gestrickt.
      War Benedikt nicht ?
      Gab es kein Summum Pontificum ?
      Nein, ich glaube die Kath.net Schreiberlinge drehen und mischen solange an der Wahrheit bis ein huebsches Breichen herauskommt.
      Leider trifft fuer Kath net der boese Revanchistenspruch voll zu “ Das Gegenteil von Geistreich ist Oesterreich “ ! (Bitte NUR fuer Kath.net)

    • Ich will mir jetzt nicht den Unmut aller hier zuziehen, aber ganz so sehe ich es nicht. Kath.net lässt schon auch kritischere Stimmen zu, man muss nur eben sehr auf den Ton achten, was ja nun auch nicht immer verkehrt ist. es erscheint mir auch nicht akzeptabel, Kritik am Papst, die man durchaus üben darf, in die Form einer extrem persönlich herabsetzenden Polemik zu kleiden. Damit erreicht man zudem nur, dass sich diejenigen, die dem Papst nur solange treu sind, wie er ihre Positionen bestärkt, entrüsten können.

      Kritik muss man üben, auch deutliche, inhaltliche Kritik. Nur muss man auf den Ton achten und jede Beleidigung meiden.

      • Hochgeehrter @Suarez,

        Ihre große Höflichkeit und Ihr riesiger Einsatz und Geduld bei der Verteidigung des Glaubens rufen meine größte Bewunderung hervor.
        Es freut mich persönlich sehr daß Sie hier posten und auch lesen.
        Gott befohlen!

      • Ich wuenschte ich koennte Ihnen Recht geben.
        Nein, bei Kath. Net fliegt raus, wer Papst Franz kritisiert (und da gibt es auch in vornehmen Ton Einiges) oder wer Symphatien fuer FSSPX hat.
        Ist ja letztlich auch egal, denn das „Franz-Perlen-Jubel-kritiklos“ Portal soll lesen wer will, meine Zeit dafuer ist zu schade.
        Gottes Segen !

      • Hochgeehrter @Adrien Antoine,

        wo sonst lohnte es sich, wenn nicht für die Verteidigung der Wahrheit sich mit ganzem Herzen einzusetzen?

        Wir leben in dunklen Zeiten, wo der Glaube mitten aus der Kirche heraus verzerrt und in sein Gegenteil verkehrt wird. Wenn ich lese, was einige angeblich katholische Bischöfe(!) von sich geben, wie sie die Authentizität des Glaubens mit ihren zeitgeistigen, von Lobby-Gruppen forcierten Phrasen aushöhlen, dann kann ich, wie viele andere auch – Sie eingeschlossen – nicht mehr schweigen.

        Ich sehe das derzeitige Pontifikat insbesondere was seine Darstellung in den Medien anbetrifft, als schwere Bürde, ja teilweise als Katastrophe für die Kirche an, will mich aber nicht zu einer Kritik hinreißen lassen, die die Person trifft, da doch eine kirchliche Entwicklung gemeint ist, die sich analog der gesellschaftlichen vollzogen hat.

        Das Pontifikat von Papst Franziskus steht unter dem Zeichen eines Progressismus, der nicht erst mit diesem Pontifikat entstanden ist, sondern es spiegelt die Logik der Moderne wieder, in der Wahrheit – auch und gerade im Glauben – als flexibles Instrument menschlichen Tuns interpretiert wird.

        Ich möchte hier eine Stelle in „Die Metamorphosen des Gottesreiches“ von Etienne Gilson, den Sie sicher bestens kennen, zitieren. Gilson setzt sich hier mit einzelnen Aspekten Dantes „Monarchia“ auseinander:

        „Kein Stellvertreter, ob göttlich oder menschlich, ist dem gleichgestellt, dessen Stellvertreter er ist. Der Beweis dafür ist, daß er wohl die Autorität von ihm empfangen, sie aber nicht seinerseits wieder vergeben kann. Ergänzen wir noch, daß er niemals all das vermag, wozu sein Herr mächtig ist, wie man es überzeugend im Falle des Papstes sieht, der seine Autorität von Gott erhält, was ihm aber nicht die Macht verleiht, Wunder zu wirken oder Dinge zu erschaffen…ein Stellvertreter ist nur mächtig durch die Macht seines Herren. Man muss also sorgfältig dem Fall entsprechend unterscheiden. Christus sagte zu Petrus: ‚Alles, was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein, und alles was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein.‘ Dieses Faktum ist unbestreitbar, aber nun gilt es zu wissen, was ‚alles‘ sagen will. ..Kurz, Petrus wird die Macht haben, ‚alles‘ das zu tun, was sich auf sein Amt bezieht, und selbst da nichts Bedeutendes. Um nur ein Beispiel zu nehmen: er kann nicht eine regulär geschlossene Ehe trennen und niemand wiederverheiraten, wenn dessen Partner noch lebt. Die Schlüsselgewalt wurde Petrus nicht absolut gegeben, sondern nur in Relation zu seiner päpstlichen Funktion.“

  3. Sehr gut. Es ist wichtig, dass die römischen Autoritäten endlich erkennen, dass die Traditionalisten nicht so naiv sind und es nie waren, sich von derart motivierten Kirchenstrafen einschüchtern zu lassen, selbst wenn sie rein formalkanonistisch gerechtfertigt zu sein schienen. Erkennt Rom das nicht, ist Rom naiv, nicht die Traditionalisten. Zumal: WEn interessiert es heute noch, ob jemand exkommuniziert ist? Wenn man nicht gerade in einem kirchlichen Dienstverhältnis steht, gibt es keine praktischen Konsequenzen oder Nachteile, was auch richtig ist.

    • Autoritäten ? Amtsinhaber im Nichtdienst der Kirche wäre besser gesagt. Für uns sind diese Leute keine wirklichen Autoritäten.

  4. Die Piusbrüder sollten etwas differenzierter argumentieren. Sie werfen die Protestanten und Orthodoxen in den gleichen Topf, weil diese nicht dem Papst unterstehen: die Piusbruderschaft unterwirft sich auch nicht unbedingt dem Papst. Man sollte auf die Sakramente schauen. Bei den Protestanten sind die Weihen ungültig, weil Luther nur Priester und kein Weihbischof war. Die Realpräsenz in der Hostie fehlt, weil Luther dieses Sakrament abgeschafft hat. Bei den Orthodoxen sind alle Sakramente gültig vorhanden. Die Realpräsenz ist gegeben. Die Piusbruderschaft, sollte nicht je nach Lage sich auf die Lehre ode dann auf den Papst beziehen.
    Es ist richtig, dass eine Exkommunikation sich jeder automatisch zuzieht der öffentlich Irrtümer verbreitet, dazu braucht es keinen formellen Akt.

    • Was heißt differenzierter argumentieren. Bei den Orthodoxen gibt es verschiedene Rich-
      tungen, sie einzeln zu benennen, ist an sich belanglos. Der Piusbruderschaft ist vielmehr
      zu verdanken, dass die “ Heilige Messe aller Zeiten “ aus der Versenkung geholt und zu
      Ehren gekommen ist. Benedikt XVI.hat gegen allen Widerstand diese Heilige Messe zum Glanz verholfen. Man muss wirklich fragen, warum die Piusbruderschaft gleich nach dem Konzil so vehement bekämpft wurde und noch immer wird. Es kann nur so sein, dass die meisten Bischöfe nicht ertragen können, dass die Piusbruderschaft sehr
      erfolgreich ist und Zulauf hat. Aus diesem Grund arbeiten sie lieber mit Protestanten und Kirchenzerstörer ( Synode ) zusammen.

      • Ja natürlich, aber der Hauptgrund ist der, dass die FSSPX im Recht ist und die Klerisei tief im Inneren das auch weiss (zumindest die, die sich einmal mit katholischer Theologie beschäftigt hat)
        Dieser Stachel sitzt tief.

    • Wollen Sie unterstellen, dass die FSSPX Irrtümer verbreitet? Welche denn bitte? Da bin ich mal gespannt….

    • Fides@: „Es ist richtig, dass eine Exkommunikation sich jeder automatisch zuzieht der öffentlich Irrtümer verbreitet, dazu braucht es keinen formellen Akt“.Ach so?Darf ich Sie darauf hinweisen-Sie Schlaumeier-, dass wenn hier jemand öffentlich Irrtümer verbreitet,es offensichtlich Bergoglio und seine Konzilssekte ist.Und darüberhinaus interressiert es die Welt und 98% der Menschheit keinen Deut,wenn eine Kirchenorganisatiomk wie die RKK Exkommunikationen ausspricht.Wir leben nicht mehr im Mittelalter.Sie wahrscheinlich schon!

    • Das ist sicher vom Grundsatz her richtig, was Sie schreiben. Nur frage ich mich als katholischer Laie, wie es zu beurteilen ist, wenn es keine Kontinuität in der Lehre der Katholischen Kirche mehr gibt.

      Was mittlerweile einige Bischöfe vertreten, widerspricht eindeutig dem, was die Kirche bisher in der apostolischen Sukzession geglaubt und gelehrt hat. Ein Bruch der Kontinuität der Lehre kann doch letztendlich nur ein Irrtum sein, selbst wenn man hier mit einer neuen, rabulistischen Hermeneutik das Kernproblem dieser Diskontinuität umschiffen, ja leugnen will. Dann gäbe es schlicht keine verbindliche Offenbarung, sondern der Glaube wird dann interpretativ und zwar so weitgehend, dass in ihm sich ausschließende Glaubenspositionen nebeneinander bestehen könnten. Ein solch eklektizistischer Glaube hat mit Wahrheit dann nur wenig zu tun, er erhöbe nicht einmal mehr den Anspruch, wahr zu sein. Er könnte es auch nicht, da in ihm ja keine Kontinuität der Lehre und damit des Glaubens mehr gewahrt wäre.

      Im Grunde gibt es dann auch keine Irrtümer mehr, höchstens noch aus einem leeren Formalismus heraus, der dem Papst dann eine Lehrautorität zuspräche, die in sich widersprüchlich wäre, weil sie keine Kontinuität zu den früheren Lehrentscheidungen aller Päpste beanspruchen könnte. Genau genommen, wäre eine Exkommunikation dann nur noch ein formaler, willkürlicher Akt.

      Diese Fragen machen mir als katholischem Laien deutlich, wie stark die Kirche mittlerweile durch den progressiven Zeitgeist, der in ihr zunehmend herrscht, in die Krise gerät. Die Wahrheit des Glaubens steht auf dem Spiel!

      Ich hoffe und bete, dass diese Tendenz zum Relativismus nicht weiter in der Kirche Raum gewinnt und der Papst erkennt, welche Gefahren sich hier auftun.

      • Frei nach Theresa von Avila: ich fürchte eine Horde Dämonen weniger als einen zeitgeistkonformen Bischof

      • @ suarez : Sie verstehen also unter „die Kirche“ die Bischöfe in der apostolischen
        Sukzession . Dieser Blickwinkel nach oben ist doch schon seit geraumer Zeit antiquiert . Auch der Glaube , das Glaubenswissen kann sich verbreitern und
        neue Komponenten ans Licht bringen .
        „Eklektizistisch“ : Sie vergessen , das die RKK selbst aus verschiedenen Strö-
        mungen und Traditionen der Antike hervorgegangen ist. Es ist nicht nur eine
        Fortsetzung des Judentums im Judenchristentum ( Jerusal. Urgemeinde ) ,
        sondern speist sich aus dem Hellenismus , Byzantinismus , Mysterienreli-
        gionen .
        „Kontinuität“ : Sie entwerfen hier ein stark vereinfachtes Bild der Tradition .
        Mein uralter Nachbar sagte mir als Kind einmal : Man glaubt , was man gelernt
        hat : So ist es in autoritärer geprägten Zeiten eben gewesen : die tradierten
        Werte waren ein „MUST“ , sie gehörten einfach zur Kultur . Die Idealisierung
        von Tradition ist legitim , sie darf aber nicht übersehen , das Kultur ein
        dynamischer Prozess ist .

      • @rampolla: „Kultur ein dynamischer Prozess“

        Offensichtlich zielt Ihre Aussage auf die immer wieder strapazierte These von der Entwicklung des Glaubens. Der Begriff der Entwicklung ist aber nicht unproblematisch, wenn er abstrakt gebraucht wird und nicht in einem inhaltlichen Kontext steht. Eine Entwicklung kann auch in den Irrtum führen. Gleiches gilt für die Dynamik eines Prozesses. Es kommt ja hier erst einmal darauf an, welche Dynamik gemeint ist, es kann sich ja auch um eine ins Negative weisende Dynamik handeln bzw. um eine Dynamik eines sich ins Negative kehrenden Prozesses.

        Mir scheint, Sie vertreten da ein wenig zu sehr ein Hegelsches Weltbild, in dem die Menschheit (Vernunft) stufenweise ins Licht der Wahrheit tritt. Für einen Teil der Menschheit trifft dies zu, nicht jedoch für alle!

        Es gibt faktisch den Abfall vom Glauben, von der Wahrheit und dieser Abfall vollzieht sich in der Tat sehr dynamisch, wie wir an der jüngsten Entwicklung in der Kirche sehen. Dies kann und darf uns aber nicht beruhigen, im Gegenteil, es sind Zeichen des Kulturverfalls, nicht seiner konkreteren Ausgestaltung.

        Ich könnte Ihnen zustimmen, wenn Sie das Erfassen der Wahrheit als zeitlich bedingten Akt bezeichneten. Wahrheit erschließt sich uns nicht in der Totalität, sondern im sukzessiven Erfassen ihrer Ausfaltungen in der Wirklichkeit, die wir ja auch nur zeitlich erfassen können – siehe hierzu die Ausführungen zur Erkenntnis in den Confessiones von Augustinus.

        Doch ist es eine tragische Tatsache, das wir als sündhafte Menschen immer hinter die schon erkannte Wahrheit wieder zurückfallen können, indem wir uns von Ideologien blenden lassen und genau darum ging es mir.

    • Die „Ökumene“ mit den Protestanten ist an sich ebenso verwerflich wie diejenige mit den sogenannten „Orthodoxen“. Man kann nur davor warnen sich von deren Riten blenden zu lassen. Es ist ein Ärgernis diesen eine Kirche zu übertragen. In der vorkonziliaren Kirche war das- zu Recht- undenkbar.

  5. Danke der FSSPX für die klaren Worte gegen die wildgewordenen Modernisten auf und um dem Stuhle Petri herum. Es ist eine wahre Hatz losgetreten auf alles was der Tradition und dem Depositum fidei der vorkonziliaren Kirche anhängt. Ein wahrer Feldzug, angeführt von dem scheinheiligen Wolf im Schafspelz im Vatikan, Franziskus. Der Fisch beginnt vom Kopfe an zu stinken!

  6. Komisch, immer holt man die „Keule“ der Exkommunikation aus der „Schublade“, wenn man die FSSPX als Schismatiker bezeichnen will. Welche Glaubenslehre hat die Piusbruderschaft denn geleugnet? Ein Kardinal Kasper hat die Auferstehung Jesu geleugnet und wird heute vom Papst als Vorbild genommen. Welche Lehre der Kirche hat die FSSPX geleugnet und zeitgemäß ausgelegt? Hat sie etwas die Ehelehre der Kirche angezweifelt? Nein, hat sie nicht, aber sie hat die Ehe gegen die Aufweichung der Lehre durch Bischöfe und Kardinäle verteidigt. Wenn man die exkommuniziert, die am Glauben und der Lehre der Kirche unverbrüchlich festhalten, dann läuft ihn Rom wirklich etwas schief! Die Bischöfe und besonders der Papst sollten die Glaubenslehre verteidigen und auch verkünden. Wenn aber die Bischöfe, die die Lehre dem Zeitgeist anpassen wollen und die Tradition verfolgen meinen, sie müssten die Traditionalisten exkommunizieren, dann sollen sie es doch tun. Wir aber halten fest am alten Glauben, den Glauben für den unsere unzähligen Märtyrer ihr Blut vergossen haben. Der heilige Johannes der Täufer, hat die Ehe verteidigt und auch ein heiliger Kilian wurder ermordet, weil er die Ehelehre der Kirche verteidigt hat. Unsere Bischöfe wollen lieber dem Fürsten dieser Welt huldigen um nicht mit den Kindern dieser Welt im Wiederspruch zu stehen. Ohne die Priesterbruderschaft St. Pius X. wäre schon längst, die Tradition der Kirche zerstört und vernichtet. Die heilige Messe ist jetzt schon in vielen Pfarreien zu einem „Wohltätigkeitsbankette“ verkommen und hat nichts mehr mit der unblutigen Erneuerungen des Kreuzesopfers nichts mehr gemein. Die Piusbruderschaft ist der Stachel im Fleisch der Feinde der kirchlichen Traditions- und Glaubenslehre.

    • Völlig zutreffende Ausführungen. Die FSSPX hat nichts geleugnet, was bis zum Zweiten Vatikanum unbestreitbar katholisch war und geblieben ist.

  7. „Wir könnten ihn auch fragen, warum er, der Bischof, eine ökumenische Vigil in der Kathedrale (18. Januar 2014) organisieren kann, um mit Menschen zu beten, die sich mit Sicherheit nicht „in Gemeinschaft mit der Katholischen Kirche“ befinden, darunter eine evangelische Pastorin und ein orthodoxer Bischof, während seine Gläubigen nicht mit anderen Katholiken die Messe bei der Bruderschaft feiern können sollen.“
    Statt sich aufzuregen sollte sich die Piusbruderschaft große Sorgen um diesen Bischof machen. Möglicherweise ist er vom Konzilsgeist besessen. Wenn der bei Rot vor einem Fußgängerüberweg steht und sieht auf der anderen Seite Atheisten und Angehörige anderer Religionen rennt der sofort los um sie zu umarmen. Die Gefahr interessiert ihn nicht.
    Wenn aber Grün ist und auf der anderen Seite traditionelle Katholiken stehen verkrampft er und ist selbst unter massiver Gewaltanwendung nicht zu bewegen die Straße zu überqueren. Es ist immer dieselbe Frage. „Ist das Glas halbvoll oder halbleer“. Ich vermute mal das es bald überläuft.
    Per Mariam ad Christum.

  8. Zu diesem Thema drei Bibelverse, die das Leben verändern können:
    ——————————————————————————————-

    Lasst euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!
    1 Korinther 15,33

    Jetzt aber habe ich euch geschrieben, dass ihr keinen Umgang haben sollt mit jemand, der sich Bruder nennen lässt und dabei ein Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer oder Trunkenbold oder Räuber ist; mit einem solchen sollt ihr nicht einmal essen.
    1 Korinther 5,11

    Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr euch von jedem Bruder zurückzieht, der unordentlich wandelt und nicht nach der Überlieferung, die er von uns empfangen hat.
    2 Thessalonicher 3,6

    Und er konnte dort kein Wunder tun, außer daß er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte. Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens. Und er zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte.
    Markus 6,5-6

    Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und Mutter.
    Markus 3,35

  9. Ein Götzendiener ist jeder, für den nicht der eine, wahre, dreifaltige Gott unbedingten Vorrang in seinem Leben hat, der nicht aus ganzer Seele nach Gott dürstet.

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