Die Bischofssynode laut „Civiltà Cattolica“ – Rückschlüsse auf Stimmung in der Kasper-Partei?

Civiltà Cattolica mit Synodennachlese
Civiltà Cattolica mit Synodennachlese

(Rom) Die römische Jesuitenzeitschrift La Civiltà Cattolica bietet in ihrer neuen Ausgabe eine Nachlese auf die Bischofssynode über die Familie. Autor ist Chefredakteur Pater Antonio Spadaro persönlich. Der Bericht liefert interessante Rückschlüsse auf die postsynodale Stimmung im Lager um Kardinal Walter Kasper. Der Tenor des Aufsatzes ist moderat und ausgleichend, ergreift jedoch Partei für Kaspers „Öffnungen“. Da die Zeitschrift nur mit Druckerlaubnis des Vatikans erscheinen kann und Pater Spadaro zum engeren Vertrautenkreis des Papstes gehört, lohnt eine gründliche Analyse des Textes, der bis ins päpstliche Arbeitszimmer blicken läßt. Eine solche Analyse kann an dieser Stelle bestenfalls angestoßen werden. Das aber soll geschehen.

Unikat Civiltà Cattolica

Die römische Jesuitenzeitschrift La Civiltà Cattolica stellt ein Unikat dar, dessen Kenntnis erst ihre Bedeutung erklärt. Die seit mehr als 150 Jahren erscheinende Zeitschrift besitzt den Status eines offiziösen Organs des Heiligen Stuhls. Alle Beiträge werden vor ihrer Drucklegung dem vatikanischen Staatssekretariat vorgelegt und bedürfen einer Druckerlaubnis. Dementsprechend lassen sich aus den Beiträgen zumindest gewisse Rückschlüsse auf die offizielle Linie des Vatikans ziehen. Die Verbindung zwischen der Zeitschrift und dem Heiligen Stuhl wurde noch verstärkt, seit erstmals in der Kirchengeschichte ein Jesuit den Stuhl Petri eingenommen hat. Die Civiltà Cattolica veröffentlicht nämlich ausschließlich Beiträge von Jesuiten. Die Wahl von Papst Franziskus schuf eine neue Synergie zwischen Pater Antonio Spadaro, Schriftleiter seit der Ausgabe vom 1. Oktober 2011, und dem Kirchenoberhaupt.

Im September 2013 veröffentlichte die Zeitschrift eines jener umstrittenen Interviews von Papst Franziskus. Das Interview wurde von Pater Spadaro geführt. Veröffentlicht wurde es zeitgleich von der Civiltà Cattolica, Radio Vatikan und zahlreichen Jesuitenzeitschriften in verschiedenen Sprachen rund um den Globus. Größtmögliche Aufmerksamkeit war das Ziel. Es handelt sich unter mehreren um das einzige Interview, das der Papst bisher einer kircheneigenen Zeitschrift gewährte.

„Eine Kirche auf dem synodalen Weg“

Seither gehört Pater Spadaro zum Vertrautenkreis des Papstes und stellt seine Zeitschrift auch strategischen Planungen zur Verfügung, wie die Bischofssynode über die Familie zeigte. Am Vorabend zum Synodenauftakt veröffentlichte die Zeitschrift einen Aufsatz, der die „Öffnungs“-These von Kardinal Walter Kasper unterstützte.

In der jüngsten Ausgabe der Civiltà Cattolica (Heft Nr. 3945 vom 1. November 2014, S. 213-227) ist mit dem Titel „Eine Kirche auf dem synodalen Weg. Die pastoralen Herausforderungen zur Familie“ ein Resümee der Bischofssynode aus der Feder von Pater Spadaro erschienen, der Einblick in die nachsynodale Einschätzung auf höchster kirchlicher Ebene bietet. Man könnte zum Teil von einer Katerstimmung sprechen, liest man bestimmte Formulierungen als Ärger über eine mißlungene „Neuausrichtung“ der kirchlichen Ehe- und Morallehre. Diesbezüglich ist Pater Spadaro nicht zimperlich, der selbst, als von Papst Franziskus persönlich ernannter Synodale an der Synode teilnahm.

Verärgerung über teilmißglückte Synode

Papst Franziskus mit Pater Antonio Spadaro
Papst Franziskus mit Pater Antonio Spadaro

Der Paragraph 52 der Relatio Synodi behandelte die im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehenden wiederverheiratet Geschiedenen, zu denen Kardinal Kasper „neue Wege“ formuliert und gefordert hatte, mit wenig verschleierter Unterstützung durch Papst Franziskus. Doch der Paragraph 52 erreichte keine qualifizierte Mehrheit unter den Synodenvätern. Die Abstimmung sei „in un certo senso anomala, perché è come se 74 padri su 183 avessero voluto negare persino la registrazione della discussione di fatto vissuta”, so Pater Spadaro, der damit gleich eine Schuldzuweisung vornimmt. Das Votum sei gewissermaßen „anomal“, gerade so, als hätten 74 von 184 Synodenvätern sogar die tatsächlich erlebte Diskussion leugnen wollen. Harte Worte, die erkennen lassen, welche Verärgerung die verpaßte Zweidrittelmehrheit im näheren Umfeld des Papstes ausgelöst haben muß.

Auf der Synode seien „unterschiedliche Kirchenmodelle“ sichtbar geworden, aber auch unterschiedliche kulturelle Prägungen, die „in Zügen sogar gegensätzlich“ sind, je nach Herkunftsland oder Kontinent der Synodenväter, so Pater Spadaro. Der nicht eine von der Kasper-Partei vom ersten Synodentag an ausgegebene Parole aufzugreifen vergißt, wenn er schreibt, daß man in der Synodenaula „wirklich ein ‚konziliares‘ Klima geatmet hat“.

Zwischen „voller erwachsenen Reife“ und Unreife

Die in der Debatte aufgetretenen konträren Positionen wertet er nicht inhaltlich, sondern formal und spricht von „Abgeklärtheit und Offenheit“, die zwar die Diskussion nicht weniger hart gemacht hätten, sondern „im Gegenteil es erlaubt haben, eine wirkliche Dynamik zu leben, die keineswegs ‚Verwirrung’ist, sondern ‚Freiheit‘: zwei Begriffe, die nie zu verwechseln sind, will man nicht mutig die volle erwachsene Reife leben“. Eine im Zusammenhang mit einer Synode ziemlich kurios anmutende Formulierung, will man darin nicht eine wohlwollende Anspielung auf das progressive Konzept des „mündigen Christen“ erkennen. Im Umkehrschluß scheint Pater Spadaro sagen zu wollen, daß eine Ablehnung, über Kaspers „Öffnung“ zu diskutieren, ein Mangel an „voller erwachsener Reife“ wäre.

Die Möglichkeit der meritorischen oder formalen Unzulässigkeit einer Position, wie sie jede Rechtsordnung kennt, im konkreten Fall etwa, weil in offensichtlichem Widerspruch zur kirchlichen Lehre und Ordnung, wird von Pater Spadaro nicht erwogen.

Der Schriftleiter der Jesuitenzeitschrift setzt andere Akzente, etwa wenn er betont, daß Papst Franziskus „die Korrektheit des synodalen Verfahrens bestätigt“ habe, „von dem man sich nicht eine vollständige Übereinstimmung erwarten konnte“. Pater Spadaro zitierte in diesem Zusammenhang das „Klima“ des sogenannten Jerusalemer Apostelkonzils aus der Apostelgeschichte, wo eine „große Diskussion“ stattgefunden habe.

„Ohne je die Wahrheit des Ehesakraments in Frage zu stellen“ und doch…

Diese „direkte Konfrontation Aug in Aug“, so die Civiltà Cattolica, sei das, was der Papst von den Synodalen gewünscht habe, denn er habe gewußt, daß alle vom „Wohl der Kirche, der Familie und der suprema lex, der salus animarum“ geleitet seien. Das habe eine Diskussion möglich gemacht „ohne je die grundlegende Wahrheit des Ehesakraments in Frage zu stellen: die Unauflöslichkeit, die Einheit, die Treue und die Fortpflanzung, das heißt, die Offenheit für das Leben“.

Nachdem Pater Spadaro beklagte, daß ein Teil der Synodenväter, seiner Meinung nach, sogar „leugnen“ wollten, daß es eine Diskussion über die wiederverheiratet Geschiedenen gegeben habe, bringt er seine Genugtuung darüber zum Ausdruck, daß das Thema in der Schlußbotschaft doch vorhanden sei, die als Ganze abgestimmt wurde und mit 158 gegen 174 Stimmen angenommen wurde. Dort heißt es: „Deshalb haben wir im ersten Teil unseres synodalen Weges über die pastorale Begleitung und den Zugang zu den Sakramenten der wiederverheiratet Geschiedenen nachgedacht“. Dieses Zitat ist als einziges im ganzen Aufsatz kursiv gesetzt und damit herausgehoben, was gleichzeitig auch betont, welche Haltung Pater Spadaro und die Civiltà Cattolica einnimmt.

Lob für die Relatio post disceptationem mit „frischerer und zeitgemäßerer Sprache“

Pater Antonio Spadaro, Schriftleiter der Civiltà Cattolica
Pater Antonio Spadaro, Schriftleiter der Civiltà Cattolica

Pater Spadaro lobt die umstrittene Relatio post disceptationem mit exakt jener Diktion, die auch die Kardinäle Kasper, Schönborn und Marx in- und außerhalb der Synode gebrauchten. „Generell können wir sagen, daß die Relatio die Anerkennung der positiven Elemente auch in den nicht perfekten Familienformen und den problematischen Situationen aufgenommen hat.“ Es werde darin gesagt, daß „das Positive in den nicht perfekten Situationen anzuerkennen“ sei. Die von Pater Spadaro in diesem Zusammenhang bemühten Stichworte lauten „Lebenswirklichkeit“, „wirkliches Leben“, „reale Geschichte“. Damit habe die „Relatio eine Kirche gezeigt, die mit ihren Energien mehr darauf abzielt soviel Getreide als möglich zu säen anstatt Unkraut auszureißen.“

Dann kommt der Jesuit ins Schwärmen: „Obwohl es noch ein provisorischer, zu vertiefender und zu korrigierender Text war, löste er bei einigen die Freude über eine ‚frischere’ und zeitgemäßere Sprache aus“. Das Verdienst des umstrittenen Dokuments sei, laut Pater Spadaro, daß es „die konkrete Existenz der Menschen aufgegriffen hat, anstatt abstrakt über die Familie zu sprechen, wie sie sein sollte“. Zu diesem positiven Aufgreifen der „konkreten Existenz der Menschen“ zählt er „die Würdigung der nur durch eine Zivilehe verbundenen Paare, die Situation der wiederverheiratet Geschiedenen und ihren eventuellen Zugang zu den Sakramenten der Versöhnung und der Eucharistie, die gemischten Ehen, die Fälle von Nichtigkeit, die Situation homosexueller Menschen, die Herausforderung des Geburtenrückgangs und der Erziehung“.

Ablehnung des „Gradualitäts“-Prinzips vorkonziliar?

Zur von Kardinal Schönborn, und dann auch anderen vertretenen neuen „Gradualität“ schreibt Pater Spadaro, die Positionen der Arbeitskreise haben vom „Mut an verbotene Türen zu klopfen“ (Circulus Anglicus A) bis zur „völligen Zurückweisung des Prinzips der vom Zweiten Vaticanum inspirierten ‚Gradualität‘ (Circulus Gallicus B) gereicht. Angesichts einer innerkirchlich weitgehend durchgesetzten Tabuisierung von jeder Kritik am Konzil, das a priori „positiv“ zu werten sei, will der Schriftleiter mit seinem Hinweis auf das Zweite Vaticanum den Eindruck signalisieren, die Kritiker der Gradualitäts-These seien im Unrecht, da vor- oder antikonziliar, was wohl ohne jede „Gradualität“ gleichermaßen schlimm sein muß. Nur nebenbei sei erwähnt, daß der Circulus Anglicus A an der genannten Stelle eigentlich etwas ganz anderes aussagt und nur „ein Mitglied“, wie ausdrücklich vermerkt wurde, auf die oben zitierte Aussage „drängte“.

Interessant ist noch die Feststellung, daß die Relatio post disceptationem, laut Darstellung der Civiltà Cattolica „Kardinal Peter Erdö mit Unterstützung des Sondersekretärs Msgr. Bruno Forte redigiert hat, wie es der Ordo Synodi“ vorsehe. Die Relatio sei auf der Grundlage der Wortmeldungen entstanden, die vor Synodenbeginn dem Generalsekretariat zukamen.

Nicht minder interessant, daß die Kommission für die Schlußbotschaft bereits tagte, als die Arbeitskreise erst ihre Arbeit aufnahm und damit deren Arbeit gar nicht berücksichtigen konnte. Die Kommission bestand ursprünglich ausschließlich aus Mitgliedern, die der Kasper-These wohlwollend gegenüberstanden. Erst der „afrikanische Unfall“ Kaspers während der Synode führte dazu, daß Papst Franziskus zur Beruhigung des aufgewühlten Klimas, von dem Spadaro nichts zu berichten weiß, noch zwei Mitglieder nachbestellte.

Von intransparenter Transparenz und anderen Unterschlagungen

In der Veröffentlichung der Abstimmungsergebnisse auch über die einzelnen Paragraphen „hat Franziskus den ganzen Prozeß transparent gemacht, indem er den Gläubigen die Lesart und die Beurteilung der Fakten überließ, auch jene, die schwerer zu interpretieren sind“. Mit keinem Wort erwähnt Pater Spadaro hingegen den Unmut nicht weniger Synodenväter, die gerade einen Mangel an Transparenz kritisierten, bzw. der Synodenleitung eine selektive Transparenz vorwarfen, mit der Kaspers Partei begünstigt werden sollte. So wurden die Wortmeldungen der Synodalen im Gegensatz zu den früheren Synoden nicht veröffentlicht und damit das genaue Gegenteil von Transparenz praktiziert. Die Veröffentlichung der Ergebnisse der Einzelabstimmungen und nicht nur das Endergebnis sei erfolgt, weil Kaspers Position eine leichte, wenn auch nicht ausreichende Mehrheit hatte. Wäre diese nicht der Fall gewesen, hätte es wahrscheinlich auch diese „Transparenz“ nicht gegeben.

„Dieser ganze Prozeß hat die Veröffentlichung der Arbeitsmaterialien (Relatio und relationes der Arbeitskreise) für eine größere externe Teilhabe außerhalb der Synode notwendig gemacht“, so Pater Spadaro, der mit keinem Wort erwähnt, daß die Veröffentlichung der relationes erst widerwillig nach einem Aufstand der Synodalen erfolgte. Statt dessen heißt es im Aufsatz: „Es soll nicht verschwiegen werden, daß die Veröffentlichung aller Diskussionsunterlagen von einigen als riskant betrachtet wurde, weil sie ein Bild der Kirche in ihrer Vielschichtigkeit unterschiedlicher Positionen lieferte“. Kein Wort darüber, daß die Veröffentlichung oder Nicht-Veröffentlichung nicht nur eine Frage der Opportunität war, sondern einen inhaltlichen Konflikt widerspiegelte, weil die Verteidiger der kirchlichen Ehe- und Morallehre in der Nicht-Veröffentlichung ein Todschweigen ihrer Position erkannten, mit dem der Gegenposition von Kardinal Kasper eine Monopolstellung gesichert werden sollte, wie dies durch Papst Franziskus bereits beim Kardinalskonsistorium im vergangenen Februar vorexerziert worden war.

So versteht sich von selbst, daß Pater Spadaro den erhobenen Vorwurf der „Manipulation“ ebensowenig erwähnt, wie die noch während der Synode von Kardinal Burke geäußerte Kritik, Papst Franziskus habe durch seine Haltung in der Gesamtfrage „eine Menge Schaden angerichtet“. Ebensowenig thematisiert wird Kritik an Kardinal Kasper vor allem durch afrikanische Synodale. Statt dessen lobt er, daß Papst Franziskus die Veröffentlichung auch jener Teile verfügte, die keine Mehrheit erhielten.

„Mutige pastorale Entscheidungen“

Pater Spadaro betont als Neuerung, daß im angenommenen Teil des Schlußberichts „positive Elemente“ auch in Zivilehen und ohne Trauschein zusammenlebenden Paaren anerkannt würden und die Rede von „mutigen pastoralen Entscheidungen“ sei. Dazu gehört auch, daß Pater Spadaro unverkennbar eine „Öffnung“ der Kirche gegenüber Homosexuellen vertritt. Mit keinem Wort erwähnt er auch nur ansatzweise Kritik am sündhaften Verhalten Homosexueller, betont aber ausdrücklich, daß die „Willkommenshaltung“ einen Einsatz der Nähe bedeute, „der auch imstande ist, ungerechte und gewalttätige Diskriminierungen anzuklagen“. Homosexuelle, werden nur als verteidigungs- nicht aber als kritikwürdig benannt.

Pater Spadaro berichtet, daß die drei Paragraphen zu den wiederverheiratet Geschiedenen und den Homosexuellen zwar abgelehnt wurden, nicht ohne zu erwähnen, daß sie aber „eine satte Mehrheit“ erhalten haben. Dabei unterstellt er den Verteidigern der kirchlichen Ehe- und Morallehre wahrheitswidrig „weniger geneigt zur pastoralen Annahme dieser Menschen zu sein“.

Das Feldlazarett, das sich selbst belagert

Schließlich macht sich der Jesuitenschriftleiter das von Papst Franziskus wiederholt vorgetragenen Bild von der Kirche als „Feldlazarett“ zu eigen: „Viele Menschen sind verletzt, die von uns Nähe erbitten, die von uns erbitten, worum sie Jesus baten: Nähe, unmittelbare Nähe“. Es drängt sich die Frage auf, ob das wirklich alles ist, was die Menschen von Jesus erbaten und noch mehr, ob das alles ist, wozu Jesus zu den Menschen ging. Vor allem bliebt ausgeklammert, daß die „vielen Verletzten“ auch jene voraussetzen, die verletzen, einschließlich der Frage, ob die Darstellung der Menschen nur unter dem Blickwinkel von „Verletzten“ der menschlichen Natur und der beschworenen „Lebenswirklichkeit“ gerecht wird. Wohl kaum.

Dennoch unterläßt es Pater Spadaro nicht, einen Seitenhieb auszuteilen. Er sagt nicht gegen wen, doch sind die Adressen hinlänglich bekannt. Denn das Bild der Kirche als „Feldlazarett“ sei „das Gegenteil einer belagerten Festung“. Nach der Wahl von Papst Franziskus wurde damit mit dem Finger auf Benedikt XVI. gezeigt. Das sei nicht „bloß eine schöne poetische Metapher: aus ihr kann ein Verständnis des Auftrags der Kirche kommen und auch der Bedeutung der Heilssakramente“, heißt es im Aufsatz. Die simple Tatsache, daß sich niemand selbst belagern kann, sondern nur von Dritten belagert werden kann und dabei feindliche Absicht Voraussetzung ist, zeigt die Haltlosigkeit des Vergleichs.

Die Fähigkeit zu falschen Fragen

Das Kampffeld seien heute einige Herausforderungen, die die Familie betreffen. Dabei nennt Spadaro unter anderen „Paare ohne Trauschein, die die Frage der sozialen Institutionalisierung ihrer Beziehungen aufwerfen“; ebenso „homosexuelle Personen fragen sich, warum sie nicht ein Leben stabiler affektiver Beziehung als praktizierende Gläubige führen können“. Antworten gibt der Schriftleiter keine, sondern will durch die Auflistung einen großen Handlungsbedarf signalisieren. Deshalb thematisiert Spadaro weder den Widerspruch einen nicht-institutionellen Weg institutionalisieren zu wollen noch die falsch gestellte und damit irreführende Fragestellung fiktiver Homosexueller.

„In Wirklichkeit aber ist das wahre Problem, die wirklich tödliche Wunde der Menschheit heute, daß die Personen sich immer schwerer tun aus sich selbst herauszugehen und Treuepakte mit einem anderen Menschen abzuschließen, selbst einem geliebten. Es ist diese individualistische Menschheit, die die Kirche vor sieht. Und die erste Sorge der Kirche muß die sein, nicht die Türen zu schließen, sondern sie zu öffnen, das Licht anzubieten, das in ihr wohnt, hinauszugehen um einem Menschen entgegenzugehen, der, obwohl er glaubt, keine Heilsbotschaft zu brauchen, sich oft verängstigt und vom Leben verletzt wiederfindet. Wenn die Kirche wirklich die Mutter ist, behandelt sie ihre Kinder nach ihrer „barmherzigen Liebe“.“

„Synodaler Weg“ steht erst „ganz am Anfang“

Spätestens beim letzten Satz fragt man sich staunend, in welcher Kirche Pater Spadaro eigentlich aufgewachsen und Priester geworden ist: „Einige Synodenväter haben sich die Frage gestellt, ob es eine „sakramentale Ökonomie geben kann, die unrettbare Situationen vorsieht, die dauerhaft vom Zugang zum Sakrament der Versöhnung ausschließen?“

Der „synodale Weg“ sei beschritten. Das sei erst „ganz der Anfang“ gewesen, resümiert der Chefredakteur der Jesuitenzeitschrift. Der Ablauf der Bischofssynode versetzte dem Kasper-Lager einen unerwarteten Dämpfer. Das läßt sich auch bei Pater Spadaro herauslesen. Gemäß einer positivistischen Grundsicht, die gewöhnlich Fortschrittgläubigen innewohnt, scheint man die teilmißglückte Bischofssynode als Betriebsunfall zu betrachten und beim begonnenen „synodalen Weg“ auf den Faktor Zeit zu setzen.

Reue, Umkehr, Buße scheinen vergessene Fremdwörter eines Vokabulars aus dunkler Vorzeit. Der Rückblick von Pater Spadaro auf die Bischofssynode bleibt ein in der Sprache auf Zurückhaltung wertlegender Text, der den Eindruck einer moderaten, ausgewogenen Position vermitteln möchte, der er inhaltlich aber nicht ist.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons/Civiltà Cattolica/Gesuitinews

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44 Comments

  1. Gott sei Dank haben die Progressisten ihr Ziel nicht erreicht. Aus dem Artikel kann man entneh-
    men, dass das Thema “ Kommunion für die Wiederverheirateten “, von langer Hand vorbereitet worden war. Die deutschsprachigen Bischöfe, allen voran Kardinal Marx von München, waren sich
    sicher, dass das Ehesakrament aufgeweicht werden kann. Man kann sicher sein, dass jetzt alles
    unternommen wird, um auf der Synode 2015 zum Ziel zu gelangen. Wir müssen mit unserem Ge-
    bet dagegen halten und um so Gott will, schlimmeres zu verhindern.

    • Ora et labora. Bete und arbeite. Bete und Gott wird es tun. Es braucht mehr. Wir müssen mehr tun mit Gottes Unterstützung. Der Abfall seit dem Konzil ist nicht mehr zu beheben. Aber führen wir doch wieder eine neue Generation von Kindern an die göttliche Moral heran. So ist der Kinderkreuzzug eine wunderbare Sache. Die Kinder sind begeistert.

  2. Was ich heraushöre, ist der leider auch in politischen Debatten sehr häufig anzutreffende Hochmut einer Seite, die glaubt, die jeweils andere Seite als geistig minderbittelt und eigentlich gar nicht richtig ermstzunehmen betrachten zu dürfen. Es ist heute so viel von Dialog die Rede, aber genau diese Grundhaltung macht einen wirklichen Dialog unmöglich.

  3. Also so ein Schmarrn! Was ist in diesen Hirnen drin, das mit dem Topoi „barmherzige Mutter“ benannt wird? Alles verzeihend, alles vergebend, immer barmherzig? Wenn das das Wunschbild dieser Kleriker in Bezug auf die Kirche als Mutter ist, dann habe ich ernste Bedenken, ob ich es hier mit reifen, erwachsenen Personen zu tun habe. Wenn alle Mütter so ihre Erziehungsaufgabe wahrnähmen, wäre die Welt voll mit Narzissten oder sonstigen psychopathischen oder soziopathischen Störenfrieden! Das lässt eher Rückschlüsse auf die Phantasiegebilde dieser Kleriker zu als auf ein reales, verantwortlich gelebtes Leben.
    Und dann diese doch etwas tantenhafte Art um den Terminus „Gradualität“. Das hieß seither lässliche Sünden, davon ist jede Ehe, jede Beziehung, jeder Mensch betroffen. Jeden Tag. Auch die sakramentale Ehe ist nicht ständig die „perfekte Situation“. Könnte „realiter“ in der Beichte gehört werden, so denn die Beichte gehört werden würde…..also ganz real ….so im wirklichen Leben….
    Andauernder Ehebruch fällt nicht unter lässliche Sünde, das ist Todsünde. Der Schaden, der dadurch angerichtet wird, zieht weite Kreise ins gesellschaftliche Umfeld. Außerdem hats geradezu eine Sogwirkung auf Ehen in Krisen. Weiß jeder, der real im Leben steht. Und ergänzend dazu, weil der Begriff Unkraut verwendet wurde in Anlehnung ans Evangelium, nein, Unkraut reißen wir nicht aus, aber wir dürfen es auch nicht düngen (Sakramente!). Unkraut heißt nämlich deshalb Unkraut, weil es die unangenehme Eigenschaft hat, Nutzpflanzen, also die „Frucht“ zu verdrängen. Gelegentliche Arbeiten in einem Klostergarten könnten da so manchem Schreibtischhengst ganz real den Horizont erweitern!
    Mein Fazit: Himmel Hilf!!
    Meine Versuchung: ein klammheimliches Verständnis für die Protestanten, die schon vor 500 Jahren so die Nase voll hatten…..

  4. Zu den gr0ßen Vorzügen der katholischen Kirche gehörte, dass sie – als Schutz vor der babylonischen Sprachverwirrung- über zweitausend Jahre dieselbe Sprache benutzt. Die Terminologie war immer gleich verständlich. Gesetzestexte und lehramtliche Texte kannten keine Unklarheit der Sprache. Neben anderen einmaligen Vorzügen wird sie auch von diesem einmaligen Vorzug derzeit in diesem Pontifikat befreit. Im Zusammenhang mit diesem Artikel, möchte ich auf die geänderte Sprache und Terminologie in der Kirche hinweisen. Wie Orwell von einem (politischen) Neusprech warnte, so gibt es auch einen erkennbaren klerikalen Neusprech, der die Sinngebung kaum merkbar wandeln soll,. Spadaro gehört offensichtlich zu den Vorturnern dieser Kunst.
    Ich möchte Sie anregen diesen Mangel mit offen zu legen und an weiteren Beispielen zu beschreiben. Vielleicht kommt ein Artikel für diese Seite heraus.
    Dieter Fasen
    Einige herausgegriffenen Beispiele:
    ->Das Wort „Lebenswirklichkeit“ ersetzt den eindeutigen Begriff der Wahrheit
    -> die Begriffe „Sünde Sühne, Reue, Buße etc. sind weiter existent, aber aus der Terminologie gestrichen
    -> der Begriff „Mut“ fehlt in wenigen bischöflichen Predigten, obgleich Jesus nie Mut von seinen Jüngern gefordert hat. Er verlangt dafür immer einen starken Glauben. Diese Forderung gehört jedoch zu den Fremdwörtern der heutigen Verkündigung.
    -> statt Ehe, gibt es nun den Begriff der sozialen Institutionalisierung
    -> für den, der Aristoteles kennt, verbietet sich auch das Wort Gradualisierung. Er sagte kurz und bündig: Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile und verwies dazu noch darauf, dass eine Schwalbe keinen Sommer macht…. oder im Sinne von S.E. Schönborn soziale Fürsorge unter Homosexuellen noch nicht den Anspruch auf „Teilehe erheben kann.

    • Ein wunderbarer kristallklarer Kommentar. Danke dafür! Also ist es doch nicht vergebens, dass mich die Philosophie und vor allem die sacra pagina nie hat ruhen lassen!

    • Also erstmal: Dass „die Kirche“ seit zweitausend Jahren dieselbe Sprache spricht, ist ja überhaupt nicht wahr. Nicht zuletzt, weil es „die Kirche“ vor zweitausend Jahren noch gar nicht gab.

      Wer einen derartigen Aberglauben für „wahr“ erklärt, hat dann natürlich ein Problem mit der Wirklichkeit. Nicht nur der „Lebenswirklichkeit“.

      Die Begriffe „Sünde, Sühne, Reue, Buße“, die es in der Tat schon sehr lange in der kirchlichen Sprache gibt, beziehen sich auf böse Taten. Das Zusammenleben mit einem Sexualpartner ist nach Meinung der alten und neuen Philosophen aber an und für sich nichts Böses. Man kann es deswegen auch nicht bereuen oder büßen.

      Was man bereuen, büßen und sühnen muss, sind die bösen Taten, die (wie könnte es anders sein) mit so einem Zusammenleben verbunden sein oder in dessen Zusammenhang begangen werden können. Deshalb ist die (m.E. wenig hilfreiche, weil viel zu schwammige und unverständliche) Vorstellung einer „Gradualität“ hier im Prinzip wohl doch anwendbar, man muss nur begreifen und sich darüber einigen, was das heißen soll.

      Wenn das Ganze mehr ist als seine Teile, so heißt das auch, dass das Ganze einer Beziehung für ihre moralische Bewertung ausschlaggebend sein muss und nicht bloß ein ziemlich willkürlich herausgegriffener Teilaspekt. Genau das will „Gradualität“ hier wohl eigtl. sagen. Das Zusammenleben mit einem Partner ist nicht deswegen böse, weil darin irgendwelche sexuellen Dinge passieren, die an sich ja gar nicht böse sind. Das Zusammenleben mit einem Partner könnte schlecht sein, wenn man damit einen anderen Menschen oder eine wichtige soziale Regel verletzt. Ob dies der Fall ist, muss man im Einzelfall prüfen.

      Tut man das, so kommt (wenig überraschend) heraus, dass das Zusammenleben mit einem Partner in manchen Fällen schlecht und in anderen Fällen gar nicht schlimm ist.
      Was die bösartige Verletzung eines anderen Menschen betrifft, so stellt man fest, dass das Zusammenleben mit einer anderen Person als der, welcher man es versprochen hat, den Ehepartner schwer verletzen kann und deshalb abzulehnen ist. Ebenso wird bspw. auch deutlich, dass eine nicht funktionierende Ehe oft sehr schlimm und verletzend für einen oder beide Beteiligte oder die Kinder sein kann und das zwanghafte Weiterführen einer zerstörten Ehe darum ebenfalls böse ist.

      Weiter unterscheidet sich das moralische Urteil natürlich auch, je nachdem, welche sozialen Regeln man als gültig zugrunde legt. Gerade im letzten Punkt wird deutlich, dass die Kirche in anderen Jahrhunderten ganz andere Regeln für wichtig hielt als heute, also eine ganz andere Sprache gesprochen hat.

      Im angesprochenen Fall, wenn also die Weiterführung einer versprochenen Ehe sittlich gar nicht möglich ist (weil sie böse wäre), sollen sich die Partner besser trennen. Wenn in so einem Fall einer der Partner (vorzugsweise der Unschuldigere) das Glück hat, einen neuen Partner zu finden, der ihn über das Unglück der gescheiterten Ehe hinweghilft, ist daran nichts Böses zu finden.

      • Sie haben sicher recht damit, dass die Kirche nicht seit 2000 Jahren dieselbe Sprache spricht – das ist zu plump und verkennt, in welch harten Debatten sie stand, und dass vieles anhand dieser Debatten sich dogmatisch überhaupt erst in die Sprache gegossen hat.
        Man muss sich ja immer vor Augen halten, dass ein Hieronymus z.B. tatsächlich noch nicht vertraut war mit der dogmatischen und sprachlichen Situation in der Kirche …sagen wir …auf dem 4. Laterankonzil 1215 (etc. ist nur ein Beispiel).

        Es wurde im Lauf der Jahrhunderte unendlich viel theologisch-philosophisch und damit natürlich auch sprachlich erst ausdifferenziert, vagere Formulierungen wurden präzisiert (z.B. beim Filioque), eng aufgefasste Begriffe wurden entfaltet etc. Vielleicht gibt es ja sogar wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema. Weiß das vielleicht jemand?

        Dennoch halte ich Ihre Schlüsse auf das Zusammenleben in Beziehungen teilweise für falsch. Es ist ein schwieriges Thema, das zugegebenermaßen voller Widersprüche steckt. Ich habe neulich ja selbst drauf hingewiesen: mit Konstruktionen wie der angeblich unauflöslichen Josefsehe (die aber kirchenrchtlich sehr wohl auflösbar, weil nicht vollzogen ist), mit denen man in der Geschichte laboriert hat, hat man unbewusst und ungewollt der heutigen Situation Pulver geliefert.
        Es bedürfte hier dringend eines wahren Lehramtes, um hier eine regula fidei proxima zu definieren, vielleicht sogar noch eine dogmatische Präzisierung, die dann im depositum fidei fixiert ist. Das Trienter Konzil hat zwar die Unauflöslichkeit der Ehe zum Dogma erhoben, aber den geistlichen Sinn des Sakramentes nicht weiter erklärt. Nun gibt allerdings die Hl. Schrift schon klare Auskunft über diesen geistlichen Sinn. Mir ist inzwischen aufgefallen, dass einige Tradis hier das Kind mit dem Bad ausschütten und einfach nur plump „zurück“ schauen auf den ersten Ehezweck (Fortpflanzung) und die Beziehungsebene völlig veneinen, weil das angeblich nicht Lehre der Kirche sei. Das ist mir unbegreiflich, weil der Hl. Paulus darüber im Epheserbrief nun wirklich soviel schreibt, dass schon Ignoranz dazu gehört, wenn man das einfach übergeht. Die Ehe ist ein „sacramentum“, sagt der Apostel, i.S. des „Geheimnisses“, weil sie Abbild der Beziehung Christi zur Kirche ist. Auch das AT arbeitet vielfach mit dieser Metapher hinsichtlich der Beziehung Gottes zu Israel als einer „Ehe“. Nur von dieser Metaphorik her lässt sich auch die geschlechtliche Komplementarität in den verschiedenen geistlichen Aufgaben erklären. Dieses Wissen war allerdings in der Frömmigkeit und Mystik so lebendig, wie es nicht lebendiger sein konnte. Jede ewige Profess einer Ordensfrau operiert mit diesem „großen Geheimnis“ (sacramentum magnum).
        Für Katholiken ist daher eine Zweitehe undenkbar – das hieße ja, dass man dem Ehepartner das schuldig bleibt, was man ohnehin jedem schuldet: Liebe, Verzeihung und Versöhnung!

      • Es geht bei der Ehe nicht darum wie glücklich oder unglücklich die einzelnen Partner dabei sind.
        Gut ist nicht das was mir gut tut, sondern was gut ist.
        Schlecht ist nicht das was mir schwer fällt, sondern das was schlecht ist.

        Die Gleichsetzung schlecht = böse ist einfach Relativismus.

      • Es wäre nett, wenn Sie Ihre hier dargelegte Meinung bezüglich gescheiterter Ehe und Sexualpartner, die über eine gescheiterte Ehe hinweghelfen dürfen, auch hier anschließend belegen könnten.

        Woraus erkennen Sie, dass die biblisch göttliche Norm, wonach sich ein getrennter Mensch nicht wieder mit einem neuem Partner binden kann, seine Gültigkeit verlor ?
        1. Korinther 7, 10-16 + 40; Römer 7, 2-3

      • @Annabel, danke für Ihre Frage!
        Das Thema ist ja vielschichtig und die Zugangsweisen sind Legion.

        Dass Dr. Fasen es hier einmal aus rein moralphilosophischer Sicht angegangen ist, fand ich interessant. Deshalb habe ich diesmal auf jede biblische und dogmengeschichtliche Bezugnahme verzichtet, was sonst wirklich nicht meine Art ist, in diesem Beitrag aber wie gesagt ganz bewusst geschah: Es ging mir neben meiner Kritik der unhist. Sichtweise des Lehramts v.a. um die denkfehlerhafte Bezugnahme auf Aristoteles.

        Bibelstellen, die den gewissenhaften Leser daran gemahnen, das Scheidungsverbot Jesu sehr ernst zu nehmen, aber nicht sittenstreng zu verabsolutieren, sondern bei allem – aber ganz besonders bei der Frage des Sakramentenempfangs – stärker darauf zu achten, ob die Betreffenden wirklich aktuell sündigen (also sittlich böse handeln) oder nicht, gibt es ja viele. Nicht zuletzt ist doch auffällig, dass die „Relativierung“ des kategorischen Entlassungs- und Wiederverheiratsverbots Jesu schon im NT selbst anfängt (Paulus’ Kor-Bf. haben Sie schon genannt, die Porneia-Klauseln wären das andere wichtige Bsp.).
        Insgesamt stimmt der Befund m.E. in etwa mit dem oben beschriebenen moralphilosophischen Ergebnis überein: Ehescheidung ist eigtl. immer schlecht und (meist) auf beiden Seiten mit sittlichem Versagen (also echter, vorwerfbarer Schuld) verbunden; ob dagegen eine Wiederheirat (bzw. – in Würdigung des ausdrückl. Wiederheiratsverbots Jesu – vllt. besser nur eine nicht-ehel. neue Verbindung) *nach* dem Zerbrechen einer Ehe wirklich immer sittlich schlecht sein muss, lässt sich mit sehr guten Gründen in Frage stellen.

        Bekanntlich hat übrigens laut Mt. auch Jesus selbst die Frau von der Schuld an dem Ehebruch, in den sie von ihrem Mann infolge der Entlassung „getrieben“ wurde, quasi freigesprochen bzw. die ihr vorwerfbare Schuld (die er dem entlassenden Mann anlastet) zumindest deutlich relativiert. Es kommt also immer auf die moralische Schuld (das „Herz“, das Innere des Menschen und das entsprechende Verhalten ggü. dem Nächsten) an, nicht so sehr auf den äußeren Zustand einer nur noch formalrechtlich „ehebrecherischen“ Beziehung.

        Was den Umgang mit den Sünden und Verfehlungen anderer Leute und überhaupt die christliche Einstellung ggü. moralischen Versagern, öffentlichen Sündern, sittenstrengen Moralisten, Vergebung von Schuld usw. angeht, sind darüber hinaus natürlich die Gleichnisse Jesu von zentraler Bedeutung und in ihrer Eingängigkeit und evangelischen Logik m.E. unübertrefflich.

        Siehe dazu etwa meine Kommentare beim Artikel „Kasper: Sie wollen Krieg“ vom 18.9. (derzeit S. 5 der Monatsübersicht für Sept.). Zu der dogmengeschichtlichen Situation die Disk. mit @Zeitlos einen Tag später (beim Artikel über Kard. Ravasi). Anderswo zuletzt etwa auf dem Blog einfachentfachend zum Beitrag „Statisch, dynamisch?“ vom 7. Okt.

      • @ K

        Dank für Ihre Erläuterungen.

        Was mir besonders auffält an Ihrer Argumentation, ist, dass ich früher eine ähnliche Einstellung hatte wie Sie. Mein damaliges Leben im Bereich der evangelisch protest. Religion, in der ich ursprünglich aufwuchs, war geprägt durch die Gnadenlehre „Rechtfertigung durch Glauben allein“, wobei lediglich der Anspruch galt, täglich „erwachsene, freie Gewissensentscheidungen“ zu treffen, um das Böse vom Guten sauber unterscheiden zu können und um das Gute dabei wählen zu können.

        Inzwischen bin ich längst (auch durch das Studium der Bibel) zum katholischen Glauben gelangt besonders wegen der Realexistenz Jesu bei der kathol. Eucharistie und wegen der katholischen Rechtfertigungslehre, weil mir klar wurde, dass Rechtfertigung aus Glauben allein nicht ausreicht im Lichte der Bibel, wenn biblisch gefordert ist, dass das „Siegen bis zuletzt“ zur Rechtfertigungslehre (zweite Rechtfertigung) gehören muss unter der Maßgabe dessen, was Christus uns geboten hat und unter seinem Hüten mit eisernem Stab.
        Matthäus 28, 20; Offenbarung 2, 26 bis 3, 21 und 12,5

        Meine Gewissensentscheidungen entsprechen seitdem einem höheren Maßstab. Ich suche nun den „größten gemeinsamen Nenner“ für Gewissensentscheidungen, während ich unter der protestant. Lehre lediglich in der Lage war, den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ zu finden, weil „das Böse“ unter der reinen protest. Gnadenlehre „an den porösen Rändern der Gewissensentscheidungen“ leicht relativistisch dazu erklärt werden konnte, „nicht wirklich böse zu sein“.
        Man kann dann, selbst wenn man das Gewissen biblisch schult, dazu verleitet werden, alles als „heilig“ (von Gott geheiligt) zu erklären, was in Wahrheit nicht heilig ist.
        Desto mehr man im Laufe der Zeit dazu tendiert, alles für „nicht so schlimm“ zu halten, desto eher ist man fähig, nur noch einen „kleinsten gemeinsamen Nenner“ für die tägliche Gewissensentscheidung als Basis zu betrachten.

        Dorthin wo Sie also jetzt hin tendieren, zum „kleinsten gemeinsamen Nenner“, von dort kam ich her und ich kann Ihnen versichern, dass das Absenken der christlichen Norm auf jeden Fall dazu führt, dass die moralischen Bedenken dadurch mehr und mehr sinken werden, wie man es deutlich in den evangelischen Kirchen sehen kann, die dem Zeitgeist ihr Gewissen und die Lehre Christi geopfert haben.

        Christus hat dargelegt, dass sein Kommen und sein schmerzvoller Opfertod nicht bedeuteten, dass man anschließend für Gewissensentscheidungen den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ akzeptieren könne.
        Im Gegenteil. Sein Maßstab zeigte, dass inzwischen ein weitaus höherer Maßstab gilt als vor seiner Kreuzigung. Inzwischen gilt bereits derjenige als Ehebrecher, der eine Frau mit Verlangen fortwährend ansieht.

        Man kann nicht einfach, gem Franziskus, alle diejenigen, die die Lehre Christi hochhalten, als Leute bezeichnen, die der Lehre des Pelagius folgen (Kirche ist die Gemeinschaft der Vollkommenen), weil Pelagianer, nie versuchten, wie Christen, die „zu siegen.

  5. Bereits im Jahre 1927 (!) 
    hat Hw Robert Mäder aus der Schweiz eine bezeichnende Schrift mit dem Titel „Gedanken eines Reaktionärs“ verfasst.

    Daraus das Vorwort; dieses scheint mir gleichsam eine prophetische Mahnung vor den Auswirkungen eines sich verselbstständigenden „synodalen Anfangs“ :
    -
    [….]
    Das Selbstverständliche wird unverständlich, 
    ausgemachte Wahrheit unsicher, Notwendigkeit überflüssig. 
    Der Tag scheint zu nahen, wo alle, die sich noch von der gesunden katholischen Vernunft leiten lassen, als staatsgefährliche Narren in die Irrenhäuser gesperrt werden.

    Unter diesen Umständen erscheint dieses Büchlein als Wagnis. 
    Es geht mit der Axt durch die Gassen, zerschlägt die Götzenbilder, verbrennt, was der Haufe angebetet und betet an, was er verbrannt. 
    Es betont dem Modernen gegenüber das Alte, appelliert vom Heute an das Gestern und Morgen, ist also reaktionär in jeder Zeile.

    Donoso Cortes sagt von solchen Ideen, daß sie erst nach der kommenden Sintflut triumphieren können. 
    Beim dichten Nebel, der heut auf dem Erdkreis lastet, leuchten die ewigen Sterne umsonst. 
    Die Stimmen der Wächter auf der vatikanischen Warte verhallen im Lärm des Schiffbruchs.

    Wir wenden uns deswegen nicht an die Vielen, sondern an die Wenigen, die Einsamen. 
    Ihre Sache ist es, die Feuerzeichen weiter zu tragen. Es ist einer, 
    der die Glut auf die Erde gebracht und will, daß sie flamme. 
    Katholisches Recht und katholische Pflicht ist es, sie zu hüten.

    Haben wir dabei Fehler gemacht, so bitten wir den Hl. Geist um Verzeihung. Im übrigen ist es wohl kleinere Sünde, einmal zu viel Holz ins Feuer zu legen, als mit Löschhorn und Wassereimer überall dreinzufahren, wo unbequeme Wahrheit lodert.

    Basel, im Advent 1921.“
    -

    • … das ist allerdings ein typisches Beispiel für die gravierende Fehlhaltung der „Tradition“.
      Wir halten ja nicht am „Alten“ fest, sondern an dem, was eindeutig Wille Jesu und was seine Gebote sind (so schreibt es der Hl. Johannes über die Gerechten am Ende der Zeiten!).
      Nicht alles „Alte“ ist jedoch identisch mit dem Willen Jesu. Und das „Reaktionärsein“ ist keine religiöse Kategorie, sondern eine politische. Immerhin sollte man bei jeder Sache hinsehen, ob ihre „Modernisierung“ tatsächlich abzulehnen ist. Also ein bisschen Differenzierung muss schon sein!
      Und nicht alles, was Mäder für alt hielt, war auch fraglos alt.
      Der letzte Satz ist eine echte Hybris – wie der Herr Prälat ja ohnehin seltenst einmal eigenes Versagen oder die Möglichkeit sich zu irren oder die Notwendigkeit eigener Demut zugesteht – hier erteilt er sich nach vorgeschobener Bitte um Verzeihung postwendend auch gleich noch die Absolution samt Rechtfertigung für seine Fehler.

      Er selbst, der hier jammert darüber, dass bald alle reaktionären Katholiken als Narren in Anstalten kommen, hat selbst übrigens lautstark dafür plädiert, missliebige liberale Künstler und Journalisten in Staatsgefängnissen zu internieren.
      Da bewegt sich einer in den eigenen Fiktionen, er sät Wind un bschwört Sturm herauf, und das alles unter „rechtgläubiger“ Flagge.
      Er hetzte gegen die Demokratie und profitierte als Schweizer von deren jahrhundertelanger Präsenz und Freiheit.

      Eine esoterisch angehauchte Islamisierung des katholischen Glaubens ist wahrlich keine Lösung.

      • Hören Sie doch endlich auf, gegen die Traditin zu hetzen. Man fasst es nicht – was ist bloss in Sie gefahren?
        Jetzt auch noch auf den verehrungswürdigen, hochlöblichsten Pfarrer Dr. Mäder einzutreten – der in der Kuppe des kleinen Fingers mehr Katholizität hatte als Papst Franz im gesamten Hirn…

        Per Mariam ad Iesum

      • Wer Mäder mal ohne ideologische Brille liest, der muss sich fragen, was eigentlich in diesen Mann gefahren ist…nicht alles, was sich „traditionell“ gebärdet, ist deswegen schon gleich katholisch oder gar maßgeblich – das ist der Punkt…
        Außerdem ist ja wohl Mäder nicht „die“ Tradition, aber es ist bezeichnend, dass die, die sich selbst so nennen, sich an diesem plumpen und fragwürdigen Geist so erfreuen – als ob es in der Kirche der vorigen Jahrhunderte nicht wirklich überzeugende und bei aller Glaubenstreue doch maßvolle Denker gäbe…

        Der Tag, an dem die tatsächliche Überlieferung wieder belebt wird und v.a. so etwas wie ein intellektuelles Mindestniveau dabei erreicht wird, an dem dieses widerwärtig-ressentimenthafte und geistlose Gehabe überwunden sein wird zugunsten konstruktiver Werke wird ein Freudentag sein!

  6. Dieses Geschwätz der heutigen „Kirchenväter“ ist fast nicht mehr zu ertragen. Dieses ständige „hinausgehen“, aus sich „herausgehen“, das „hinaustragen“ und „aufeinander zugehen“, diese angeblich „mutigen Entscheidungen“, diese scheinbar unvermeidlichen „neuen Wege“…. Was soll das eigentlich??!! Soll es etwa suggerieren, die Kirche früher wäre nur ein geschlossener, innerer Zirkel gewesen? Eine Art „Geheim“bund, die er versäumt hat, ihr „Licht hinauszutragen“?

    Hat sie nicht!!

    Die frühere Kirche hat den Auftrag Jesu, alle Völker zu lehren angenommen und umgesetzt. Sie ist es, die hinausgegangen ist, ihre Bischöfe, Priester und Missionare haben der Welt die frohe Botschaft Jesu verkündet – und die ist in der Tat mehr als nur „Nähe“ (auch eines dieser Schlagworte der Konzilskirche….) Diese Menschen haben das getan bis zur Selbstaufgabe, nicht wenige haben ihr Leben dafür gegeben! Diese sind in der Tat „hinausgegangen“ und auf andere „zugegangen“!

    Aber mit einem entscheidenden Unterschied:

    Den Unterschied zwischen richtig und falsch haben sie gepredigt, zwischen Wahrheit und Lüge und auch zwischen Seligkeit und Verdammnis. Das scheint heute nicht mehr so wichtig, nicht mehr opportun, nicht mehr notwendig oder vielleicht sogar nicht mehr richtig zu sein. Das heutige „hinausgehen“ dient nur noch dazu, „Nähe“ zu demonstrieren, Homosexuellen mit einer ‚„Willkommenshaltung“ die einen Einsatz der Nähe bedeute‘ (!!!) zu begegnen und den Sündern zu sagen, dass es eigentlich ganz egal sei, was sie tun oder lassen, Jesus sei eh „für alle“ gestorben und alle seien erlöst.

    Wurde Jesus dafür etwa ans Kreuz geschlagen? Sicher nicht! Hätte er gesagt, es sei gleichgültig, was wir tun und lassen, dafür hätte ihn niemand getötet!

    So aber kreuzigen die heutigen Pharisäer und Schriftgelehrten der nachkonziliaren, angeblich katholischen Kirche Jesus noch einmal.

  7. @Kanadier
    Danke für Ihre Zuschrift. Sie verweisen zu Recht auf die geänderte Terminologie: „hinaus gehen“, „hinaus tragen“ und „aufeinander zugehen“, Dieses bedeutet in der Sprache, die die Kirche zu verkünden hat: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“. …nicht mehr und nicht weniger.

    • Meinen des Franzes, Kaspers et al. aber nicht: sie meinen damit zerstören, dem Zeitgeist anpassen, niedermachen,…

      Es ist unsäglich schrecklich diese „falschen Propheten“ ertragen zu müssen und einer davon ist der Papst,

  8. „Deshalb haben wir im ersten Teil unseres synodalen Weges über die pastorale Begleitung und den Zugang zu den Sakramenten der wiederverheiratet Geschiedenen nachgedacht“.
    Es stellt sich nur die Frage ob euer Nachdenken vor Christus dem Verstand eines Maulwurfes übersteigt. Aber natürlich werdet ihr weiter mit dem Presslufthammer am Felsen Christi herumkloppen solange bis der Herr vor euch steht und ihr mit offenem Mund alle eure Werkzeuge fallen laßt.
    Per Mariam ad Christum.

  9. Der auffällige Drang von „modernen“ Vertretern der Kirche, wie oben schon mehrfach konstatiert, eine „neue“ Sprache, eine „zeitgemäße“ Sprache zu verwenden, hat keinesfalls einen christlichen Hintergrund. Die Wurzeln dazu sind in der sogenannten „New Age Weltanschauung“ zu finden, oft verknüpft mit halbseidenen wissenschaftlich verbrämten Trainingsmethoden wie z. B.NLP. In katholischen Bildungseinrichtungen dürfte das nicht unbekannt sein. Deren Vertreter versuchen gezielt Einfluss zu nehmen, ein bekannter Guru dieser Szene ist Fritjof Capra, er dürfte auf die Gesellschaft in Österreich vielleicht einen größeren Einfluss ausüben als der Kardinal.

    • So ist es…es scheint in den Reden Franziskus eine neue Phase des ,,Hinausgehen“,im,,Anmarsch“zu sein.Alle,gemeinsam schreiten,gehen,nicht Fragen,gehen,in Barmherzigkeit,..Exorzisten helfen den Anderen.Nicht mehr Umkehr,keine Buße,nur ev.Reinigung im Sammellager, in unserer Barmherzigkeit,erlösen wir den Rest.Kein Hinausgehen mehr,wie z Zt.,mit dem Höhepunkt des gemeinsamen Essens,kein Hinausfahren mehr,um unsere Werte,zu veranschaulichen,keine ,,Entwicklungshilfe“,Schluss mit dem Spaß.Niemand darf stehen bleiben,niemand darf in einer Nische bleiben,Alle,bereits erlöst,….müssen gehen,werden gehen….um ,,Freude“an diesem Glauben zu bekommen….

      • Ja Methodus, ein Knackpunkt ist das „Gehen“, die „Bewegung“ in der Zeitgeistkirche. Der zentrale Unterschied zwischen dem „neuen“ Christentum und dem katholischen Glauben ist der Ansatz der Erlösung. Im katholischen Glauben erlöst der Herr Jesus Christus den Menschen, anwesend in den Sakramenten. In der New Age Kirche muss der Mensch sich selbst erlösen! Der Priester im Team mit den „pastoralen Mitarbeitern“ hält dabei nur noch das Händchen als „Begleiter“. Deshalb die ständigen spirituellen Kursangebote, aktive Mitmachgottesdienste, Meditieren bis zum Umfallen, Gremiensitzung um Gremiensitzung, Stuhlkreis um Stuhlkreis, der „Gemeindeorganismus“ muss ständige Aktivität ausdampfen, weil er sonst nicht als „lebendige Gemeinde“ erscheint. Dieses „Fremdgewimmel“ könnte allerdings auch als Stadium eines Zerfallsprozess gesehen werden.

      • @ Zachar.Das ,,Fremdgewimmle“,als Zeichen vom Zerfall,hat mich sehr betroffen.Es gibt im Menschen ,,Urängste“,die,aufzugreifen,zum Eingang des Bösen in die Seele,die Tür für den Satan,werden.Z.B.,der Zerfall ,mit seinem Zeichen,am,,sichtbar“ ,,gesundem“Organismus.Ja,schreckliches Bild,..eines ,,selbsterlösten“selbssicherlösendem,Gruppenorganismus.Glaube,daß Einer in der Gruppe ,der seine Seele nicht hergibt,es geht um einzelne Seelen,nicht lebendig zerfallen kann,so….Gott lässt das Verdorbene zerfallen…Satan will Zerfall vom Lebendigem.Es geht um einzelne Seelen.

      • Und noch,nehme zur Hand ein Büchlein,,,Paradies auf Erden…Liturgie als Fenster zum Jenseits“und die Angst ist nicht mehr.Das Fremdgewimmle,..sind nur Babys,gefrässige Babys,die sich vom Verdorbenem,Abgestorbenem,ernähren.Die Seele haben wir vom Gott,….

  10. Wer wissen möchte wie die offizielle Homepage des Vatikan vatican.va mit den Schriften dieser bereits im Vorfeld als „MANIPULIERTE Synode“ bekannt gewordene außerordentliche Bischofssynode verfährt der schaue nach.
    Die abschließende Relatio wurde bisher lediglich auf italienisch und englisch veröffentlicht!

    Dagegen sticht die mehr als dubiose Relatio post disceptationes in fünf Sprachen heraus.
    Verblüffend ist, daß diese fleißigen Leute in der Lage gewesen sein wollen, diese Version an nur einem Wochenende verfasst zu haben und diese dann noch in vier weitere Sprachen übersetzen zu lassen. Nicht zu vergessen die Vorausinformation der Medien vor den Synodenvätern!

    Ist diesen Herrschaften wirklich nur die Lust an der Übersetzung der entgültigen Relatio in andere Sprachen vergangen oder ist dies Ausdruck der versuchten Täuschung?
    Kein Wunder ist der Jesuitenpater ein wenig enttäuscht und retuschiert was zu retuschieren geht.
    Weiß jemand ob der Pater Piano spielt?

  11. hat nichts mit diesem thema hier zu tun, wollte aber doch schnell mal alles etwas fragen….

    hat der papst wirklich vor ein paar tagen die evolutionstheorie bestätigt? will er uns damit sagen wir stammen vom affen ab? wenn ja, dann mache ich mir grosse sorgen um das zukünftige christentum. hier der link dazu:

    http://www.huffingtonpost.de/fabian-bross/papst-franziskus-wir-brauchen-die-evolutionstheorie_b_6070828.html

    der kopp verlag schreibt: die eine-welt-religion rückt näher, papst erkennt evolutionstheorie an.

    http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/spiritualitaet-und-weisheitslehren/michael-snyder/die-eine-welt-religion-rueckt-naeher-papst-erkennt-evolutionstheorie-an.html

  12. Die aktuelle Bischofssynode wäre aus biblischer Sicht nur berechtigt, Beschlüsse zu fassen, wenn die sog. Streitfragen und Beschlüsse biblisch kongruent wären.
    Wenn der Jesuit Pater Spadaro hierzu das 1. Apostelkonzil des 1. Jahrhunderts vergleichend bemüht, worüber in Apostelgeschichte 15 berichtet wird, um aufzuzeigen, dass Synoden durchaus neue Beschlüsse fassen können, die nicht allen Teilnehmern passen, so ist das nur bedingt richtig.

    In erster Linie geht es nicht darum, dass man, wie das Konzil der ersten Christen zeigt, nach Belieben neue bibelferne, also nicht gottgemäße Beschlüsse fassen kann, sondern darum, dass Beschlüsse biblisch nachvollziehbar sein müssen, insofern sie nicht konträr zu den göttl. Normen ausgelegt werden können.

    Das erste Apostelkonzil fand nur statt, weil damals erste Heiden in die Christenversammlung aufgenommen wurden und geklärt werden musste, ob Heidenchristen genauso beschnitten werden sollten wie die Judenchristen, worüber Judenchristen anfangs nicht alle gleicher Meinung waren.

    Der Bund der Beschneidung, der zwischen Gott und Abraham geschlossen wurde, der auch während des Gesetzesbundes geboten war, schloss insbes. auch die Beschneidung des Herzens, was Liebe zu Gott erforderte, mit ein und betraf sowohl beschnittene als auch unbeschnittene Gläubige, weil der Bund der Beschneidung vor der ersten Beschneidung mit Abraham geschlossen wurde. Römer 4, 9-12; Deuteronomium 10, 16 und 30, 6

    Beim ersten Apostelkonzil unter den Bedingungen des Neuen Bundes zwischen Christen und Gott wurde beschlossen, dass die männliche Beschneidung, die unter dem Alten Bund galt, für Heidenchristen nicht mehr geboten war.
    Paulus erklärte später, dass die Beschneidung des Herzens durch Gottes Geist jedoch weiter unter Christen zum Neuen Bund gehört und dass das Halten der Gebote Gottes, was die Liebe zu Gott ausdrückt, wichtiger als Beschneidung oder Unbeschnittenheit sei. Philipper 3, 3; 1. Korinther 7, 19

    Der spektakuläre Übergang vom Alten zum Neuen Bund war also nicht gekennzeichnet durch Änderung der göttl. Normen, sondern war vollkommen deckungsgleich damit.
    Die Streitfragen der jetzigen Bischofssynode sind jedoch nicht deckungsgleich mit Gottes biblisch festgesetzten Normen. Wiederverheiratung und homosexuelle Beziehungen sind in Gottes Augen nicht annehmbar und widersprechen seinen Normen, was biblisch deutlich nachvollziebar ist.

    Paulus betete seinerzeit für das Heil seiner jüdischen Brüder, deren verkehrte nicht gottgemäße Gerechtigkeit ihn schmerzte. Er sagte über sie, was man heute auch über die Teilnehmer dieser Synode sagen könnte in Römer 10, 2. 3:
    „Ich gebe ihnen das Zeugnis, dass sie Eifer für Gott haben, doch nicht gemäß rechter ERKENNTNIS. Denn da sie die Gerechtigkeit Gottes verkannten und ihre eigene aufzurichten suchten, unterwarfen sie sich nicht der Gerechtigkeit Gottes“

    • Eine solche Bewertung funktioniert eben leider nur, wenn man die Geschichte grob verzeichnet.

      Das Apostelkonzil ist ein großartiges Bsp. dafür, wie sich eine Wahrheit in der Kirche Bahn brach, die von den traditionellen Kreisen als entsetzlicher Tabubruch empfunden wurde.

      Das, was Paulus wollte (aus dem Heidentum zu Christus Bekehrte ohne Beschneidung in seine jüdische Sekte aufzunehmen), entsprach nach unserem Empfinden sicher dem wahren Willen Gottes. Das können wir aber nur so begreifen, weil wir uns die Sache (wie übrigens auch schon Lukas) im Nachhinein aus der Perspektive eines Christentums anschauen, das schon einige Jährchen Geschichte auf dem Buckel hat.

      Den Zeit- und Sektengenossen, gerade auch denen, die mit Jesus durch die Lande gezogen waren und seine Predigten gut kannten, erschien das Ansinnen Pauli dagg. als völlig abstrus und für einen Juden absolut häretisch. Einige hellsichtigere Genossen erkannten zwar, dass die Idee einer Heidenmission mglw. doch nicht ganz falsch in Gottes Augen war, aber selbst viele von denen, die selbst ebfs. Heidenmission betrieben, ging Paulus‘ extrem progressive Linie viel zu weit. Den gänzlichen Verzicht auf die Beschneidung und die Einhaltung der Speisegesetze hielten sie für in Gottes Augen nicht hinnehmbar, da es seinen Normen klar zu widersprechen und biblisch in keiner Weise nachvollziehbar schien.

      In der Auseinandersetzung dieser Positionen kam es schließlich zu einem Kompromiss (an den sich Paulus übrigens nicht hielt, sondern stattdessen aus Antiochia auswanderte und in Kilikien sein eigenes Ding verwirklichte, weshalb er von Teilen der Urkirche noch einige Zeit als Ketzer verfolgt wurde, bis diese in den Wirren der 70er Jahre unterging).
      Der sympathische, aber etwas harmoniesüchtige Lukas schönt diese Dinge ein wenig, sagt aber im Grunde genommen doch die Wahrheit (als inspirierter ntl. Autor kein Wunder), wenn er es im Ergebnis so darstellt, als hätten im Prinzip beide Gruppen recht gehabt und jdfs. das Richtige gewollt. Wenn wir mit dieser (etwas geschönten, aber doch im Grunde wahren) Sicht des Lukas auf die Synode und die darin vertretenen, gegensätzlich scheinenden Positionen blicken, könnten wir die Sache vllt. auch realistischer einschätzen, als das hier in den Kommentaren der Fall ist.

      • Immerhin konnte Petrus erst durch eine göttliche Vision, in der Gott unreine Tiere für rein erklärte, die Heidenmission akzeptieren, um anschließend der Aufforderung nachzukommen, den Heiden Kornelius aufzusuchen..

        Gottes Heiliges Geheimnis, wonach es Gottes Wille war, in Christus alle Dinge im Himmel und auf der Erde wieder zusammenzubringen, wurde nach und nach, dann wenn es notwendig war, seit der 1. Prophezeiung in Genesis 3, 15 fortlaufend offenbart. Markus 4, 11; Epheser 1, 9-11; Offenbarung 10, 7 und 11, 15.

        Ob Lukas den Bericht über das Apostelkonzil ggf. wohlwollend beschönigte, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Sicher ist m.E. jedoch, wenn wir die Worte des Lukas ernst nehmen wollen, dass die ersten Christen das Apostelkonzil unter Einwirkung des Heiligen Heistes abhielten, wie Petrus in Apostelgeschichte 15, 7. 8 verdeutlichte.

        Alles, was bis zum 1. Konzil bekannt war, reichte dann unter der Führung des Heiligen Geistes offenbar aus, dass das Ergebnis des 1. Konzils von Jakobus verkündigt werden konnte, insofern er auf frühere Prophezeiungen verwies, worin vorhergesagt wurde, dass nichtjüdische Völker gemäß Gottes Willen Gott suchen werden. Apostelgeschichte 15, 13-18.

        Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, dass wir allzu leicht, sobald wir nicht alles sofort verstehen, versucht sind, zu denken, die biblischen Berichte seien geschönt. Bei geduldiger Sicht ist es meist möglich, dass Gottes roter Rettungsfaden in der Bibel durchgehend deutlich hervorleuchtet.

      • Im Großen und Ganzen ist das ja völlig korrekt dargestellt, nur ist es eben überhaupt kein Argument für die Fehlerhaftigkeit des Ansatzes der Familiensynode, sondern das genaue Ggt.

        Es geht ja auch heute gerade darum, das biblische Gebot Jesu richtig in den Gesamtkontext (der Bibel, der Kirchengeschichte, der Zeit, der Gesellschaft, der Religion etc.) einzuordnen und bestimmte Widersprüche aufzudröseln, in die sich die kirchliche Praxis verrannt hat, da bisher bestimmte Gruppen als „öffentliche Sünder“ behandelt und darum von den Sakramenten ausgeschlossen wurden, obwohl sie ziemlich offenkundig (s.o.) in Wirklichkeit gar keine schweren Sünder sind. Es geht also eben nicht um eine simple „Angleichung an den Zeitgeist“, wie man den Synodalen heute gern vorwirft, denn exakt denselben Vorwurf könnte man ja auch gegen das Apostelkonzil erheben, und ungefähr solche Vorwürfe – „Änderung der Lehre“, „Relativierung der Gebote“ etc. – wurden ja damals auch tats. erhoben.

        Jesus selbst hatte die Speisegebote der Juden ja nie in Frage gestellt, geschweige denn auf die Beschneidung von Proselyten verzichtet, mit denen er ohnehin nichts zu schaffen hatte. Die Prophezeiungen, wonach am Ende der Zeiten nichtjüdische Völker zum Tempel des Herrn pilgern, waren (und sind) jüd. Allgemeingut und natürlich allen bekannt (auch Jesus). Das Neue lag hier darin, dass man diese Endzeit auf die hist. Jetztzeit übertrug und – quasi um ihr Ankommen zu erleichtern – disziplinäre Erleichterungen billigte, von denen weder bei Jesus noch im Judentum jemals die Rede war.

        Die Analogie zum Apostelkonzil zeigt also insbesondere, dass man sich bei der Suche nach dem Gotteswillen mehr oder weniger frei bewegen und auch zu neuartigen (sogar ausgesprochen kreativen) Lösungen kommen kann, solange der richtige Geist herrscht (namentlich der von Lukas historisch zwar leicht beschönigend, geistlich betrachtet aber völlig zu recht beschworene Geist des Miteinanders in der Suche nach dem Willen Gottes).

        Zudem zeigt das Apostelkonzil auch die richtige Richtung im Blick auf den Heilsauftrag der Kirche auf: zugunsten des Heils der Seelen werden gewisse Abstriche von einer strengen Auslegung des Gebotes gemacht, die einem Rigoristen völlig unannehmbar erscheinen müssen.

        Der ganze Vorwurf der Konservativen, auf der Synode werde eine (angeblich sogar „seit 2000 Jahren“ 🙂 bestehende „Lehre“ geändert (die es, wie ich jetzt ja schon öfters gezeigt habe, so ohnehin nicht gibt), bricht also auch an dieser Stelle in sich zusammen: Vor ca. 2000 Jahren geschah exakt dasselbe wie heute.

      • Ich glaube nicht, werter K, dass die aktuelle Familiensynode mit dem ersten Apostelkonzil vergleichbar ist, weil, wie ich schon schrieb, es seinerzeit einen triftigen Grund gab für die Änderungen für die Heidenchristen, nämlich das Ende des Bundes der Beschneidung und des Gesetzesbundes, dessen Erfordernisse nur für Juden galten.

        Der Bund der Beschneidung endete mit dem Neuen Bund, den Christus mit seinen Nachfolgern am Abend nach seinem letzten Abendmahl schloss, wobeit der Neue Bund die Beschneidung des Herzens statt der Beschneidung des Flesiches brachte. Phipipper 3, 3; Jeremia 31, 31-34

        Das erste Apostelkonzil machte die „lebenswichtigen Erfordernisse“ deutlich, die für Heidenchristen gelten sollten (keine Beschneidung des Fleisches, Enthalten vom Blut und Erwürgtem (weil nicht ausgeblutet) und von Porneia) Apostelgeschichte 15, 5. 29
        Es waren also nicht nur Speisevorschriften, sondern auch die jüdische Beschneidung und das Blut wegen des Lebens darin sowie Porneia gehörten dazu.
        Judenchristen wurden übrigens auch im Anschluss an das 1. Apostelkonzil weiterhin beschnitten, wenn die Judenmission durch Judenchristen dies erforderte. Apostelgeschichte, 16, 1-3

        Die konziliären Ergebnisse des 1. Jahrhunderts unserer Zeit waren die Quintessenz dessen, was unter Einfluss des Heiligen Geistes entfallen und was auf gar keinen Fall entfallen durfte von den früheren Erfordernissen des jüd. Gesetzesbundes, was einzig und allein dem Wechsel des Bundes geschuldet war, weil in jüdischer Zeit „das Gesetz ein Schatten der künftigen Dinge, die zu Christus führten, war. Hebräer 7, 12;
        Wir stehen nun „unter dem Gesetz des Christus“ 1. Kor. 9, 21
        Die jetzige Familiensynode befindet sich weiter unter den biblischen Erfordernissen des Neuen Bundes.

        Wenn, wie Sie sagen, „in einer Synode bestimmte Widersprüche aufgedröselt werden, in die sich die kirchl. Praxis verrannt hat, da bisher bestimmte Gruppen als „öffentliche Sünder“ behandelt und darum von den Sakramenten ausgeschlossen wurden, obwohl sie ziemlich offenkundig in Wirklichkeit gar keine schweren Sünder sind“, dann stimme ich Ihnen zu, was das Aufdröseln anbelangt. Für den Rest gilt:

        Für die Eucharistie gilt weiterhin, dass jemand, der unwürdig isst, sich selbst ein Gericht isst.
        Insofern denke ich, wie ich Ihnen heute bereits an anderer Stelle in diesem Thread schrieb, dass bei der Lösung der anstehenden Fragen die Beurteilung nicht dem kleinsten gemeinsamen Nenner folgen kann, wenn Christus selbst den Maßstab festgesetzt hat indem er den gemeinsamen Nenner aufgrund seines Opfers am Kreuz für uns erhöht hat, wenn er z.B. das Ansehen einer Frau bereits als Ehebruch entlarvte.

        Wie wollen Sie dann belegen, dass Ihre Änderungswünsche bezüglich dessen, was Sie subjektiv für böse oder nicht böse betrachten, bei der Familiensynode biblisch berechtigt sind ?

  13. danke an Annabel für diese Klarstellung. Sie zielt genau auf den Kernpunkt meines obigen Beitrages hin: Die Manipulation des Wortes Gottes sowohl durch Änderung der Terminologie als auch durch Auslassung sehr wesentlicher Teile, wodurch die Verkündigung zur kryptogamen Haeresie verkommt. Daher mein Aufruf an alle: Bleiben wir wachsam und kämpfen gemeinsam
    für das Wort Gottes.

    • Ich stimme Ihnen zu, Dr. Fasen. Kaum ein Katholik, der die Bibel nicht gründlich kennt, ist noch in der Lage, nachzuvollziehen, welche biblisch dargelegte göttliche Normen Grundlage der katholischen Lehre sind.
      Weil darüber hinaus wenige Menschen glauben und akzeptieren, dass Gottes ewige Normen unveränderlich sind, wird das nächste Konzil im kommenden Jahr, entsprechende Früchte mit fatalen Folgen tragen und viele Anhänger hervorbringen, die die biblische Lehre über Homosexualität und Zweitehe dem Zeitgeist opfern.
      Man wird ihnen wegen der neu genehmigten vermeidlichen Freiheiten leider vorerst weltweit zujubeln.

  14. Sowohl das unverständliche Gerede Spadaros als auch der Tenor der Kommentare hier laboriert an der aktuellen Problematik herum:

    Es geht um das Verhältnis der regula fidei proxima (die „nächste Glaubensregel“, d.i. das aktuelle päpstliche Lehramt) zu der der regula fidei remota (die „entfernte Glaubensregel“, d.i. Schrift und Tradition).

    Wir erleben nun zwei Tendenzen:

    Die „Postmodernisten“ sind dabei angelangt, das aktuelle Lehramt als völlig frei gegenüber der „fixen“ Glaubenshinterlage anzusehen. Was immer das Lehramt aus der Überlieferung macht, es ist legitim. In diesem Sinne haben sich seit F.s Wahl auch viele „Konservative“ als Postmodernisten erwiesen, denn sie haben das Recht des Papstes „wie auch immer zu lehren“ über das Recht Christi gesetzt – auch hier im Forum tobten diesbezgl. schlimme Debatten zu Beginn des Pontifikates…).
    Diese Meinung widerspricht jedoch eindeutig den Canones des Vaticanum I und qualifiziert diejenigen, die das so vertreten als Verfluchte:

    „Wer sagt, es könne geschehen, dass den von der Kirche vorgelegten Lehrsätzen einmal entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft ein anderer Sinn zuzuschreiben sei als der, den die Kirche gemeint hat und meint: der sei mit dem Anathema belegt.“ (Dei Filius 1870)

    Die Traditionalisten hingegen begehen den umgekehrten Fehler: inzwischen haben sich die meisten total verbissen in die entferntere Glaubensregel und zwar so sehr, dass sie alleine durch dieses Verbeißen das, was eigentlich nötig wäre, nämlich ein lebendiges und rechtmäßiges Lehramt, das die „regula fidei proxima“, also die näherliegende Regel ausmacht, tatsächlich nicht mehr brauchen. Sie sind tatsächlich „gefangen im Buchstaben“. Wir haben auch hier im Forum leuchtende Beispiele für diese Haltung. Sie ist zutiefst protestantisch! Wer glaubt, es genüge, Katechismen zu lesen und einer kleinen Gruppe von Klerikern zu folgen, die natürlich keinerlei Kompetenz haben, die regula fidei proxima auszuüben, der landet am Ende punktgenau da, wo einst Luther stand. Und entsprechend protestantisch ist dieses Rebellentum ja inzwischen auch geworden – auch das kann man hier sehr gut verfolgen.

    Es gilt eines auszuhalten: Wir haben einen großen Mangel und eine große Not! Uns fehlt der Papst! Uns fehlen die Hirten! Wir haben keine regula fidei proxima! es ist nun mal unkatholisch, dass irgendwer meint, er könne aktuell bestimmen, was Katholischsein sei – das ist das Dilemma, denn das ist alleine das, was dem Papst zusteht. Und das, was einmal war und fixiert wurde, ist immer die „entferntere Regel“. So jedenfalls hat die Kirche das immer gesehen.

    So sind (Post-)Modernisten wie Traditionalisten (auch viele Sedisvankantisten) längst im gleichen Boot angekommen: sie kommen nach 50 Jahren ohne das Lehramt aus, wie es auf dem Vaticanum I noch einmal so klar und deutlich hervorgehoben und dogmatisch erklärt wurde. So hat das Konzil auch „die“ Tradition protestantisisert – nur ist die so unbedarft, dass sie es nicht merkt!

  15. Die Schlagwortartigen Bezeichnungen- wie (Post-)Modernisten, Traditionalisten oder sogar Sedisvacantisten lehne ich als Überinterpretation ab. Ich bin nach wie vor römisch-katholisch und bleibe dabei. Aber ich sehe den Verfall, die Gleichgültigkeit und die Apostasie im Klerus, im Episkopat und seit über eineinhalb Jahren in erschreckender Weise im Lehramt . Dieses schmerzt mich sehr und verbindet sich mit der Frage, warum gehörst Du diesem Verein an, indem nur mehr die Toren das Sagen haben? Dann schaue ích in die Hl. Schriften und muss erkennen: Alles -auch die Endzeitliche Apostasie – ist vorhergesagt, nicht zum Trost, aber zur Erkenntnis der Wahrheit. Aus diesem Grunde rufe ich auch dazu auf, die teilweise bis zur Haeresie geänderte
    Terminologie zu erkennen und als solche zu benennen.

    • Dr. Dieter Fasen
      „Alles -auch die Endzeitliche Apostasie – ist vorhergesagt, nicht zum Trost, aber zur Erkenntnis der Wahrheit. Aus diesem Grunde rufe ich auch dazu auf, die teilweise bis zur Haeresie geänderte
      Terminologie zu erkennen und als solche zu benennen.“
      Das ist wohl war. Wir regen uns über Dinge auf die ganz eindeutig kommen müssen. Wir werden doch nicht auf die wichtigste Örtlichkeit unseres Glaubens verzichten? Und das ist die Zielgerade. Aber viele Katholiken auch Traditionelle haben Angst vor dem Finale. Was solls, vor unserem Herrn und Gott sind tausend Jahre nur eine durchwachte Nacht. Die Ewigkeit ist ganz eindeutig länger.
      Per Mariam ad Christum.

  16. Ein Grundirrtum im Denken: Es steht dem Papst alleine zu, zu bestimmen, was aktuell katholisch ist Falsch! Es steht ihm nur zu, wenn er sich an den geoffenbarten Glauben hält. Der katholische Glaube ist der von Gott geoffenbarte Glaube. Das Lehramt, an der Spitze der Papst, ist dazu verpflichtet, diesen „empfangenen geoffenbarten Glauben“ (Siri) zu verteidigen, vor Irrtümern zu schützen und zu verkünden.
    Wenn sich Päpste in schlimmer Vermessenheit einbilden, zusammen mit einer großen Zahl von Bischöfen, den GEOFFENBAETEN Glauben ändern zu dürfen, dann sind wir alle wirklich in großer Not.

    Doch niemals ist das, was ein „einmal war und fixiert wurde, immer die entferntere Regel.“ Das ist eine glatte Häresie. Die Offenbarung kann unmöglich die entferntere Glaubensregel sein und der Papst über ihr stehen. Das haben wir doch jetzt. Sie widersprechen sich selbst. Das ist Modernismus pur, und zwar der Modernismus der alten Schule. Die Dogmen ändern sich dem Zeitgeist entsprechend.

    Im Katechismus ist der geoffenbarte Glaube dokumentiert. Jeder Katholik, der seinen Katechismus kennt oder nachschlägt, kann sich nicht irren. Er ist die Basis in einer Kirchenkrise, in der alles drunter und drüber geht. Denn hier spricht das authentische Lehramt der katholischen Kirche. Das zu verändern keinem Papst und keinem Bischof zusteht.

    Mit Verlaub, Sie scheinen da was durcheinander zu werfen: Das I. Vatikanum hat eindeutig definiert, dass der Papst den definierten Glauben zu schützen hat. Von mir aus, den von Ihnen so verachteten „Katechismusglauben“. Der nichts anderes enthält als die Dogmen, die vom Papst und den Konzilen feierlich verkündet wurden. In einer leicht verständlichen Sprache, damit Akademiker und Putzfrauen diesen Glauben lernen können.

    Können irgendwelche Gruppen dafür, dass die Ihnen verhassten „Traditionalisten“ oder die Neomodernisten, ca. 50 Jahre ohne das Lehramt auskommen müssen? Dass wir derzeit ohne Hirten sind, ist unbestreitbar. Seit wann können die Schafe dafür, wenn die Hirten weglaufen? Aber wir sind nicht nur Schafe. Der überlieferte geoffenbarte Glaube ist dokumentiert. Nicht nur, aber auch in dem von Ihnen geringgeschätzten Katechismus.
    Unterstellen Sie bloß nicht, wer den Katechismus verteidigt, liest nichts anderes. Weil Sie dazu jederzeit in der Lage sind, füge ich diesen Satz hinzu.

    In Notzeiten braucht man Notproviant. Wir haben immerhin den Katechismus, die Heilige Schrift mit den Erläuterungen des rechtmäßigen Lehramtes und vor allem das heilige Messopfer, das selbst gelebte Dogmatik ist. Das muss jetzt genügen, seitdem Herr Bergoglio auf den Stuhl Petri gesetzt wurde.
    Zum Überleben reicht es allemal.

    • Hier zur Ernüchterung und Versachlichung ein Lexikonartikel zum Thema: http://kathenzyklo.bplaced.net/artikel.php?artikel=tradition

      Dass der Papst nicht abweichen darf von der regula fidei remota ist so selbstverständlich, dass ich das nicht extra noch mal erwähnen muss. Aber ich denke, ein vernünftiger Leser hat mich da ohnehin verstanden.

      Es war noch niemals Sache der Laien, die regula fidei proxima zu leisten – und daher ist die regula f. remota (remotus = entfernt ….bitte Lateinkenntnisse aufpolieren!) immer die „entfernte Regel“. Das ist nun mal die Wortbedeutung und die ist auch wörtlich zu verstehen. Ohne die lehrende Gewalt, werden wir irren!

      Zur Auffrischung der „regula fidei remota“ in Sachen Papst folgender Abschnitt aus „Pastor aeternus“ (1870):

      „Die Regel des rechten Glaubens bewahren ist der Anfang des Heiles. Da aber kann das Wort unsres Herrn Jesus Christus nicht außer acht gelassen werden: ,Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will im meine Kirche bauen (20). Die Wahrheit dieses Ausspruches beweisen die geschichtlichen Tatsachen. Stets blieb beim Apostolischen Stuhl die katholische Religion unversehrt erhalten; allzeit stand bei ihm die Glaubenslehre hoch und heilig in Ehren. Von seinem Glauben und von seiner Lehre wollen wir uns darum um keinen Preis trennen. Wir hoffen vielmehr, dass wir würdig seien, in der Einen Gemeinschaft zu stehen, die der Apostolische Stuhl verkündet. In ihr ist die Wahrheit und Unversehrtheit der christlichen Religion ganz und voll gewährleistet. (21) Das zweite Konzil von Lyon aber gab folgendem Bekenntnis der Griechen seine Zustimmung: „Die heilige Römische Kirche besitzt den höchsten und vollen Primat und obrigkeitlichen Rang über die gesamte katholische Kirche. Sie anerkennt in voller Wahrheit und zugleich in aller Demut, dass er ihr im heiligen Petrus, dem Fürsten der Apostel und ihrem Oberhaupt, dessen Nachfolger der römische Papst ist, vom Herrn selbst zugleich mit der Fülle der Gewalt verliehen wurde. Wie es nun vor allen andern ihre Pflicht ist, die Wahrheit des Glaubens zu verteidigen, so soll auch ihrem Urteil die Entscheidung in allen auftauchenden Glaubensfragen vorbehalten sein“

      Wenn also nur durch das Petrusamt, das legitim und rechtmäßig ausgeübt wird, „die katholische Religion unversehrt erhalten“ blieb, dann schließt die klare Vernunft und Logik, dass dies ohne das Petrusamt nicht gelingen kann – wozu sonst das Amt?

      Der Papst in nicht bloß in ex cathedra-Entscheidungen maßgebend, sondern immer: „so soll auch ihrem (also der obersten Lehrgewalt der Kirche) Urteil die Entscheidung in allen auftauchenden Glaubensfragen vorbehalten sein.“ (s.o.)

      In ALLEN auftauchenden Glaubensfragen!

      Man sieht an Ihrem Kommentar, wie weit man sich von der regula fidei remota entfernt hat (!) – und dies, weil man einem häretischen Papst anhängt bzw. selbsternannten Klein-Päpsten, denen man offenbar völlig blind folgt.

      • Sollten Sie mich meinen, @Zeitschnur, dann will ich Ihnen antworten: Ich hänge keinem häretischen Papst an, wenn Sie Herrn Bergoglio meinen.
        Es ist eine Unterstellung, dass ich Bergoglio anhänge.

        „(…) Den Nachfolgern des Petrus wurde der Heilige Geist nämlich nicht verheißen, damit sie durch seine Offenbarung eine neue Lehre ans Licht brächten, sondernd damit sie durch seinen Beistand die durch die Apostel überlieferte Offenbarung bzw. die Hinterlassenschaft des Glaubens heilig bewahren und getreu auslegten.“ (Auszug aus „Pastor aeternus“ , Dz.3070).

        Darum geht es. Das 1. Vatikanische Konzil hat es bestimmt, bitte lesen Sie nach.

        Ich habe nichts anderes gesagt. Der katholische Glaube ist der von Jesus Christus geoffenbarte Glaube, diese Offenbarung erging an die Apostel, die Apostel hatten als Oberhaupt den hl. Petrus den Jesus Christus als Oberhaupt eingesetzt hat. Die Nachfolger der Apostel, an der Spitze die Nachfolger des hl. Petrus, haben diesen Glauben „zu bewahren und getreu auszulegen…“

        Wenn das zum großen Schaden der Kirche nicht mehr geschieht, wenn diese wahrhafte Katastrophe eintritt, dann haben sich PAPSTTREUE Katholiken an die Lehren der Päpste, des rechtmäßigen Lehramtes zu halten, die mit dem 2000jährigen Glauben übereinstimmen. Und dieser Glaube ist dokumentiert, wie oft soll ich das noch schreiben.

        Sie begehen – wahrscheinlich – den Denkfehler, das Amt des Papstes zu subjektivistisch zu sehen. Wenn wir annehmen müssen, dass Bergoglio ein Häretiker ist, vielleicht auch Johannes Paul II., dann bleiben wir den Päpsten treu, die vollumfänglich den Glauben “ heilig bewahrt und getreu ausgelegt haben.“
        Einem – wahrscheinlich – häretischen Papst den Gehorsam zu verweigern, heißt doch nicht das Papstamt in Frage zu stellen.

        Ich weigere mich aber, nach Sedisvakantistenart den Stuhl Petri für vakant zu erklären. Weil das lächerlich wäre, weil ich zur hörenden Kirche gehöre und nicht das geringste Recht habe, dem Lehramt vorzugreifen, das allein zu diesem Urteil rechtmäßig und verbindlich befugt ist. Bis dahin halte ich mich an das Lehramt der Päpste, so wie es ca. 2000 Jahre verbindlich ausgeübt wurde.
        Denn ich habe nie behauptet, der Glaube der katholischen Kirche sei ohne den Papst zu bewahren. Wenn jedoch zum großen Unglück der Kirche ein Papst den Glauben entstellt, verzerrt, muss ich ihm nicht anhängen. Wohl aber seinen rechtgläubigen Vorgängern. Deren Lehren sind doch nicht mit ihrem Tod erloschen, mit ins Grab genommen worden. Nur wer eine rein subjektivistische Vorstellung vom Amt des Papstes hat, kann das annehmen.

        Katholisch ist dieser Subjektivismus allerdings nicht.

      • Das „Sie“, das in Ihrem Posting ohne Bezugnahme auftaucht, konnte aufgrund wörtlicher Aufnahmen nur auf mein Posting gemünzt sein, also darf man antworten – direkt unter Ihrem Posting in der Antwortfunktion, oder?

        Der erste Schritt wäre, mich so zu verstehen, wie ich es geschrieben habe – und Unklarheit hat mir wirklich noch nie jemand vorgeworfen….wohl aber mag es einem nicht schmecken, was ich vertrete, aber das sollte sachlich abgehandelt werden, auf diesem Forum hier Mangelware…leider…

        Ich denke überhaupt nicht subjektivistisch – es gibt ja auch keinen Hinweis darauf in meinen Sätzen.
        Im Gegenteil.

        Sie reden zu mir, als ob nicht ich es gewesen wäre, die von Anfang an, auch auf diesem Forum hier, F. als das erkannt hat, was er ist, einfach deswegen, weil ich schon gewohnt bin, eben nicht subjektiv, sondern genau und präzise auf den objektiven Gehalt von Worten und Gesten zu achten. Und ich war es auch, die sich dafür hat halbtot prügeln lassen müssen – auch hier auf diesem Forum. Diejenigen, die damals wie eine Meute über mich hergefallen sind, schweigen heute alle …

        Aber wie gesagt: immer habe ich meine Sicht scharf und rational begründet, und genau das verärgert all jene, die subjektiven Eindrücken und Ressentiments und Sentimentalitäten aufsitzen.

        Wenn Päpste Irrlehren verkünden, können sie nicht der Papst sein – der Papst als Stellvertreter Christi und der oberste Lehrer. Ich greife mit dieser einfachen Aussage keinem Lehramtsurteil vor, sondern ich stelle aufgrund der Lehre der Päpste und Konzilien vor diesen här. Päpsten und ihren Canones aufgrund einer philosophischen und logischen Leistung fest, deren Schlüssigkeit man objektiv ja prüfen kann, dass das, was F. (und nicht erst er!) lehrt, im logischen Widerspruch steht zu der Definition X oder Y. Folglich muss er ein Häretiker sein, weil die Definition der Kirche, die für uns alle ja gegeben wurde, um im Notfall die Geister zu unterscheiden, ja jeden, der das sagt, was er sagt, als Verfluchten bezeichnet. Logisch?

        Ich hoffe, Sie können diesem einfachen Gedankengang folgen, ohne dabei zu unterstellen, ich würde ein rechtskräftiges Urteil formulieren. Das tue ich damit nämlich nicht – wie auch? Wenn einer vor meinen Augen einen anderen umbringt, ihn vergewaltigt und beraubt, kann ich aufgrund des Verstandes und der Kenntnis der Gesetze (die ja nicht Juristen „vorbehalten sind“, sondern die sogar zwingend jeder peinlich genau kennen sollte!) sehr wohl sagen, das sei ein Mörder. Damit greife ich dem Gerichtsprozess nicht vor, der kommen wird, sondern ich sage das, um mich selbst und alle, die mir anvertraut sind, vor diesem bösen Mann zu schützen. Übrigens: selbst das weltliche Recht erlaubt in solchen Fällen eine Festnahme oder auch Wehrhaftigkeit durch den Zeugen, der für diesen Moment Anteil an der Staatsgewalt erhält…

      • Was ich tue, ist also nur das, was jedem Gläubigen sehr wohl zusteht, ja sogar abverlangt wird.

        Was ich aber strikt ablehne, ist die Vermischung, die durch die FSSPX geschieht. Erst mal engt sie sich ideologisch ein auf ihren Gründerguru Lefebvre und alle seine Irrtümer und die Ikone Pius X., der nicht nur selektiv, sondern auch tendenziös verklärt wird. Auch Sie haben ihn schon gegen Leo XIII. ausgespielt – und alleine daran merkt man doch, dass hier etwas gar nicht stimmt!
        Die Frage, ob Pius X. wirklich so „zukunftsweisend“ war, ist nicht geklärt – auch das wird ein späteres Lehramt erst einmal prüfen müssen. Denn Pius XII. war selbst in vielem so fragwürdig und diese Heiligsprechung ein Politikum in der Art, wie sie heute mit umgekehrten Vorzeichen vorgenommen werden.
        Mit Pius V. lässt sich das alles nicht vergleichen – alleine schon geistig und sachlich-inhaltlich nicht.
        Letztendlich haben wir eine Sekte, die einen kleinen Ausschnitt aus der Kirchengeschichte verabsolutiert und sich tatsächlich die Lehrkompetenz anmaßt, die nur einem künftigen Lehramt zustünde. Man verdankt auch nicht nur dieser Sekte das Überleben der tridentinischen Liturgie – immerhin gab und gibt s auch den Bischof Thuc, der bis heute einige Nachfahren hat, die teilweise dubios, teilweise aber zumindest nicht fragwürdiger anzusehen sind als die FSSPX, die es aber verstanden hat, bzgl. dieser Tatsachen Geschichtsklitterung zu betreiben und bis heute Strippen zieht und diese „anderen“ Tradis verunglimpft bis totschweigt.

        In den FSSPX-Fehler kann und will ich nicht verfallen. Die Schnittstelle ist wohl nicht Pius X. und schon gar nicht Lefebvre. Die Schnittstelle liegt im 19. Jh.
        Leo XIII. wollte die thomistische Methode (!) des Philosophierens wieder beleben, um den Herausforderungen der Moderne zu begegen. Wie gesagt: die METHODE, aber nicht zwingend jeden Inhalt. Diesbezgl. schlüsselhaft: http://www.stjosef.at/dokumente/aeterni_patris.htm

        Leider ist genau diese Leistung unterbleiben! Es gab zwar den „klassizistischen“ Neuthomismus, aber außer m.E. Scheeben kaum einen große Denker, der die Methode (also diesen Auftrag Leos XIII.) schon vor der Enzyklika aber auch danach fürs Hier und Jetzt fruchtbar machte. FRUCHTBAR! (Dass es im 19. Jh andere große Denker gab, die – wenn auch nicht direkt mit diesem methodischen Ansatz dennoch in dieses „Programm“ passen, will ich natürlich damit nicht bestreiten – z.B. Newman u.a.)

        Das ist aber die Schnittstelle, und hier muss es weitergehen – nicht diese polit-katholischen Rambos wie Donoso Cortes und seine geistigen Kinder, der das hervorbrachte, was man nur als katholisches Zombietum betrachten kann. Das ist ein Irrweg!

      • Liebe Zeitschnur,

        dennoch verstehe ich nicht, was dann in Ihren Augen der richtige Weg wäre. Den FI hatten Sie in einem früheren Kommentar vorgehalten, nicht entschlossen gegen Papst Franziskus Stellung zu beziehen. Wenn die FSSPX dies tun, agieren sie als Sekte, sich das Lehramt anmaßend?
        Ich sehe nicht, dass sich FSSPX ideologisch auf Pius X einengen würden. Was täten dann die Franziskaner, Benediktiner, Don Bosco-Salesianer. Ist die FSSPX wirklich aufgrund einer Methode zu definieren?
        Dass die Verwirrung sehr groß ist wird mir immer schmerzlicher bewusst. Doch wie und wo kann ich mich als Laie noch zuverlässig orientieren? Ist die Gültigkeit der hl. Messen gegeben, hinsichtlich Gültigkeit der Weihe eines Priesters (z.B. der FSSPX), seiner Intension die Messe gültig zu feiern (Realpräsenz), der Gemeinschaft der Kirche (una cum) mit Papst und Bischof?

        Zurück zur Frage der Lehre. Ich stimme Ihnen wie Sie weiter oben schreiben vollkommen zu:
        // Es gilt eines auszuhalten: Wir haben einen großen Mangel und eine große Not! Uns fehlt der Papst! Uns fehlen die Hirten! Wir haben keine regula fidei proxima! es ist nun mal unkatholisch, dass irgendwer meint, er könne aktuell bestimmen, was Katholischsein sei – das ist das Dilemma, denn das ist alleine das, was dem Papst zusteht. //
        Frage mich aber: Unter der Annahme, dass es derzeit keine (gültige) regula fidei proxima gibt, wäre es dann nicht legitim, ja geboten, auf die regula fidei remota zurückzugreifen und sich daran zu orientieren?

  17. Bergoglios Sprüche: Fledermauschristen, Essiggesichter, Pelagianer, Holzwürmer, Alle, alle, alle, alle, alles. Fleisch, Fleischgeworden, Demut, Demut, Demut, usw., ect, ect. Chuzpe!

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