Die Bischofssynode, der Regisseur, die Akteure – Chronologie eines versuchten Paradigmenwechsels

Bischofsynode: Der Regisseur im Hintergrund und seine Akteure
Bischofsynode: Der Regisseur im Hintergrund und seine Akteure

(Rom) „Neue Paradigmen zu Scheidung und Homosexualität sind inzwischen Mode an der Kirchenspitze. Nichts ist entschieden, aber Papst Franziskus ist geduldig“, so der Vatikanist Sandro Magister. Eine erste Chronologie des Versuchs, in der Kirche einen Paradigmenwechsel herbeizuführen. Ein Paradigmenwechsel, der von ganz oben ausgeht.

„Der Geist des Konzils weht wieder“, begeisterte sich der philippinische Kardinal Luis Antonio Tagle, aufgehender Stern der Kirchenhierarchie und Historiker des Zweiten Vatikanischen Konzils der progressiven Schule von Bologna. „Bei der Synode, die dem Ende zugeht, finden sich tatsächlich Elemente, die mit dem übereinstimmen, was bei jenem großen Ereignis geschehen ist“, so Magister. Die auffallendste Übereinstimmung sei der Unterschied zwischen der wirklichen Synode und der virtuellen Synode, die von den Medien produziert werde.

Konzil und Synode: Wer den Ablauf kontrolliert, kontrolliert die Versammlung

Darüber hinaus gebe es aber noch substantiellere Ähnlichkeiten. Sowohl beim Zweiten Vaticanum als auch bei dieser Synode sind die Paradigmenwechsel das Ergebnis einer sorgfältigen Regie. Ein Hauptakteur des Zweiten Vaticanums wie Giuseppe Dosetti, der geschickte Stratege der vier Moderatoren-Kardinäle, die das Kommando über die Konzilsmaschine führte, bekannte es voll Stolz. Er sagte „den Lauf des Konzils umgedreht zu haben“, dank seiner Fähigkeit, die Versammlung zu lenken, die er zuvor in seiner politischen Tätigkeit als eine der führenden Gestalten der italienischen Christdemokratie gelernt hatte.

„Auch bei dieser Synode ist es so geschehen“, so Magister. Sowohl die Öffnung gegenüber den wiederverheiratet Geschiedenen und damit die Zulassung der Zweitehe, als auch der Paradigmenwechsel zum Thema Homosexualität, die in die Relatio post disceptationem eingeschoben wurde, wären nicht möglich gewesen, ohne eine Reihe von geschickt geplanten und kalkulierten Schritten jener, die den Ablauf der Versammlung kontrollieren.

Versuch einer Chronologie der Ereignisse

Es genügt, die Etappen Revue passieren zu lassen, wenn auch das vorläufige Endergebnis der Synode nicht den Erwartungen ihrer Regisseure entsprechen dürfte.

17. März 2013
Der erste Akt zeigt bereits Papst Franziskus als Hauptdarsteller. Am vierten Tag seines Pontifikats, am Sonntag, den 17. März 2013 lobte er zum Erstaunen der Kirchenbeobachter Kardinal Walter Kasper. Und das gleich beim ersten Angelus auf dem Petersplatz. Der Papst hob ausdrücklich Kaspers Buch über die Barmherzigkeit hervor. Darin aber finden sich bereits alle Paradigmenwechsel dargelegt: die These des Vorrangs der Praxis vor der Lehre, ebenso die substantielle Verdrängung der Gerechtigkeit durch die Barmherzigkeit statt deren Komplementarität. Damals ahnte allerdings niemand, was dieses ungewöhnliche Lob zu bedeuten hatte. Es war der erste Schritt des Papstes, die Kirche auf „neue Wege“ zu führen. Ein Signal dafür, daß er sein Pontifikat als Paradigmenwechsel für die Kirche betrachtet und nützen will.

28. Juli 2013
Am 28. Juli 2013 auf der Pressekonferenz am Rückflug vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro sendete der Papst zwei Signale aus, die einen enormen Widerhall in der veröffentlichten Meinung finden sollten. Das erste Signal galt der Behandlung der Homosexuellen: „Wenn ein Mensch homosexuell ist und den Herrn sucht und guten Willens ist, wer bin ich dann, um über ihn zu urteilen?“ Das zweite Signal galt der Zulassung der Zweitehe: „Ich mache eine Klammer auf: Die Orthodoxen folgen der Theologie der oikonomia, wie sie es nennen, und geben eine zweite Möglichkeit [der Eheschließung]. Sie lassen das zu. Ich glaube, daß dieses Problem – und ich schließe die Klammer – im Rahmen der Ehepastoral zu studieren sein wird“.

11. September – 19. September – 1. Oktober 2013
Am 4. September 2013 schrieb Papst Franziskus einen Brief an den Doyen des meinungsführenden linksliberalen Journalismus, Eugenio Scalfari, einen Kirchengegner aus alter freimaurerischer Familientradition, der von Scalfaris Tageszeitung La Repubblica am 11. September veröffentlicht wurde. Am 19. September publizierte die Jesuitenzeitschrift Civiltà Cattolica (Heft Nr. 3918, III, S. 449-477) ein Interview von Schriftleiter Pater Antonio Spadaro SJ mit Papst Franziskus. Am 1. Oktober folgte ein weiteres Interview des Papstes, das Eugenio Scalfari führte und von La Repubblica abgedruckt wurde. Alle drei Veröffentlichungen enthalten teils höchst umstrittene Aussagen. Zwei Kernaussagen von Papst Franziskus sind die Leugnung eines objektiv Guten und Bösen und die Betonung des „autonomen Gewissens“ als Letztinstanz. Nie explizit dementierte oder korrigierte Aussagen, die Scalfari in regelrechte Begeisterung versetzten.

7./8. Oktober 2013
Am 7. Oktober und am Morgen des 8. Oktobers nahm Papst Franziskus persönlich am Sitz des ständigen Sekretariats der Bischofssynode an deren Sitzung teil, die Zeitplan und Marschrichtung festlegte.
Am 8. Oktober 2013 erfolgte durch Papst Franziskus die Einberufung der Bischofssynode über die Familie als erster Teil einer Doppelsynode zum selben Thema innerhalb eines Jahres, wobei die Schlußfolgerungen der zweiten Synode zukommen. Zum Generalsekretär dieser Art von Vorläufer für eine ständige Synode ernannte der Papst am 21. September einen Neo-Kardinal, Msgr. Lorenzo Baldisseri, ohne jede diesbezügliche Erfahrung, dafür aber von garantierter Loyalität, aufgrund des enormen durch Franziskus ermöglichten Karrieresprungs.

An die Seite Baldisseris stellte der Papst als Sondersekretär den Erzbischof und Theologen Bruno Forte, der bereits führender Vertreter der theologischen und pastoralen Richtung war, die im Jesuitenkardinal Carlo Maria Martini ihren Orientierungspunkt hatte, dem medial gewichtigsten Gegenspieler zuerst von Johannes Paul II. und dann von Benedikt XVI. Eine Richtung, die ausdrücklich einen radikalen Wandel der kirchlichen Lehre zur Sexualmoral forderte und den „Rückstand“ der Kirche von 200 Jahren (Kardinal Martini) aufholen wollte. Die Kirche, so der ehemalige Erzbischof von Mailand, habe Aufklärung und Französische Revolution endlich nachzuholen.

Der deutsche Sprachraum zeigte sich schnell federführend in diesem Paradigmenwechsel. Das gilt für Kardinal Kasper als Wortführer, aber ebenso für die Bischofskonferenzen von Deutschland, Österreich und der Schweiz, die öffentlich wie kirchenintern massiven Druck ausüben. In diesen Rahmen gehört auch am 7. Oktober 2013 das nicht zufällige Vorpreschen der Erzdiözese Freiburg im Breisgau. Erzbischof Robert Zollitsch war gerade emeritiert, wodurch es offiziell keinen verantwortlichen Hirten gab. Zollitsch war damals noch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Die Handreichung für die Seelsorge zur Begleitung von Menschen in Trennung, Scheidung und nach ziviler Wiederverheiratung des Familienreferats des Erzbischöflichen Seelsorgeamtes war damit Mehrheitsmeinung der Bischofskonferenz. Alles sei eine „Frage des Gewissens“.

23. Oktober 2013
In Rom blieben die Signale nicht allen verborgen. Am 23. Oktober 2013 ließ Kardinalpräfekt Gerhard Müller der Kongregation für die Glaubenslehre im Osservatore Romano einen Aufsatz abdrucken, den er bereits vier Monate zuvor als Antwort auf die Bestrebungen in Deutschland veröffentlicht hatte und in denen er die Unauflöslichkeit der Ehe bekräftigte und damit die Unmöglichkeit der Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion betonte. Eine eindeutige Reaktion, die der Wühlarbeit in Richtung Paradigmenwechsel einen Riegel vorschieben sollte. Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München-Freising und inzwischen Nachfolger Zollitschs als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sowie Papst-Berater im C9-Kardinalsrat reagierte trotzig. Müller könne nicht die Diskussion einfach abwürgen. Mit anderen Worten: Man werde weitermachen. Die Erzdiözese Freiburg zog trotz klarer Aufforderung ihre Handreiche nicht zurück.

Mit noch deftigeren Worten als der deutsche Marx, kritisierte der Honduraner Oscar Kardinal Rodriguez Maradiaga den Glaubenspräfekten. Auch Maradiaga gehört zum C9-Kardinalsrat. Der Papst, der sich sonst keineswegs scheut, seinen Adlaten zur Seite zu springen, sie zu verteidigen oder demonstrativ zu befördern, schwieg. Es gab kein päpstliches Wort der Verteidigung oder Wertschätzung für die Verteidigung der katholischen Glaubenslehre durch den Glaubenspräfekten.

5. November 2013
Mit der Einberufung der Synode wurde von Generalsekretär Baldisseri am 5. November 2013 ein vom Papst gewünschter Fragebogen an alle Bischöfe der Welt ausgegeben mit Fragen zur den umstrittensten Themen, einschließlich der Kommunion für die wiederverheiratet Geschiedenen und den Homo-Partnerschaften. Die Fragen zielen offenbar von Anfang weniger auf die offiziell genannte Erhebung des Ist-Zustandes, sondern als Aufforderung an eine bestimmte Richtung, den Paradigmenwechsel „von unten“ zu verlangen. Teils Dözesen, teils offizielle katholische Organisationen stellten den Fragebogen ins Internet und forderten ohne jede Zugangskontrolle zur Online-Beantwortung auf, so die Aktion „Wo drückt der Schuh?“ der Katholischen Aktion Österreich, der Familienbund der Katholiken in Bayern, der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ), die Pastoralkommission der Schweizer Bischofskonferenz und andere mehr. Den Progressiven sollte eine „empirische“ Grundlage in die Hand gegeben werden, um ihren geplanten Umsturz argumentativ abzusichern.

Obwohl die Bischöfe gefragt waren, wurde das Signal sofort verstanden und progressive Gruppen und Kreise in den Diözesen mobilisierten sich im Sinne einer „basisdemokratischen“ Abstimmung mit den Füßen, unterstützt von zahlreichen weltlichen Medien. Gegenteilige Meinungen wurden, jedenfalls im deutschen Sprachraum systematisch unterschlagen, ausgenommen dort, wo vereinzelt Diözesanbischöfe, wie der Bischof von Chur, sich nicht von der Mehrheit der Bischofskonferenz disziplinieren und mundtot machen ließen.

3. Februar 2014
Zu den Regieanweisungen gehörte auch die absichtliche Veröffentlichung der Antworten am 3. Februar 2014 durch die Deutsche Bischofskonferenz, obwohl eigentlich Vertraulichkeit zu gelten hatte. Der Bischof von Chur, der das Spiel sofort durchschaut hatte, kam der Schweizer Bischofskonferenz zuvor und konterkarierte damit auch das Vorgehen der Deutschen Bischofskonferenz empfindlich, weshalb er sich auch entsprechenden Zorn der Gegenseite zuzog.

20./21. Februar 2014
Am 20. und 21. Februar 2014 versammelte Papst Franziskus das Kardinalskollegium zum Konsistorium in Rom. Er fordert den Kirchensenat auf, das Thema Familie zu diskutieren und delegiert Kardinal Walter Kasper, das einführende Referat zu halten. Der Auftrag ergeht nur an Kasper, obwohl dessen eindeutige Parteinahme im Widerspruch zur kirchlichen Lehre bekannt ist. Sie ist bekannt, weil Kasper bereits Anfang der 90er Jahre mit anderen deutschen Bischöfen die Zweitehe in der Kirche durchdrücken wollte, damals aber von Papst Johannes Paul II. und Glaubenspräfekt Joseph Ratzinger mit solcher Vehemenz abgewehrt wurde, daß er 20 Jahre dazu schwieg. Mit dem Ende der Ära Wojtyla/Ratzinger und der Wahl Jorge Mario Bergoglios, an der Kasper nicht unwesentlichen Anteil hatte, hatten sich die Rahmenbedingungen jedoch grundlegend geändert.

Papst Franziskus hätte zwei Berichterstatter ernennen können und, wollte er annähernd korrekt handeln, wohl auch müssen, sofern es für den Papst in der Frage überhaupt eine neutrale Option geben konnte. Doch der Papst ergriff einseitig Partei, indem er Kasper in eine privilegierte Position versetzte und durch den deutschen Kardinal das Konsistorium und die Diskussion über die Familie in eine ganz bestimmte Richtung lenken ließ. Das Lob für Kasper und dessen „Barmherzigkeits“-Buch am 17. März 2013 hatte die inhaltliche Übereinstimmung zwischen Kasper und Papst Franziskus kaum beachtet vorweggenommen.

Beim Konsistorium legte Kardinal Kasper hinter verschlossenen Türen seine alte These wieder vor. Zahlreiche Kardinäle empören sich über diese Thesen und widersetzen sich. Papst Franziskus, der Müller im Oktober davor nicht zu Hilfe geeilt war, als dieser die Lehre verteidigte und dafür von Marx und Maradiaga angegriffen wurde, eilte nun sofort Kasper zu Hilfe, als er den Unmut der anderen Kardinäle sah. Am Tag nach Kaspers Relatio ergriff Franziskus im Konsistorium das Wort und dankte Kasper überschwenglich mit „Danke, Danke“ und verstieg sich zur Behauptung, der von ihm Beauftragte habe mit seinem Vorschlag „Theologie auf den Knien“ gemacht. Eine erneute, einseitig Parteinahme, die den Papst als eigentlichen Regisseur hinter dem versuchten Paradigmenwechsel erkennen läßt.

Kasper, empfindlich auf Kritik reagierend, sollte später mehrfach betonen, auch bei der Bischofssynode, er habe alles mit Papst Franziskus vorher „abgesprochen“. Er gab damit zu erkennen, daß er letztlich nur der ausführende Arm des Papstes sei.

Kasper wurde von Franziskus noch mit einem weiteren Privileg ausgestattet. Während alle Kardinäle der Schweigepflicht unterworfen wurden, war einzig Kasper mit päpstlicher Dispens davon ausgenommen. Damit wurde ihm das Meinungsmonopol in der Öffentlichkeit übergeben. Mit verschiedenen Verlagen waren bereits Vereinbarungen getroffen, Kaspers Rede in mehreren Sprachen in Druck zu legen, für den deutschen Sprachraum zum Beispiel bei Herder, in Italien bei Queriniana

1. März 2014
Diese geheime Regie zur Lenkung der öffentlichen Meinung und des Entscheidungsfindungsprozesses wird am 1. März durch einen Handstreich der Tageszeitung Il Foglio durchkreuzt, die Kaspers Relatio vollinhaltlich samt einer vernichtenden Kritik des Historikers Roberto de Mattei veröffentlicht. Das Echo auf den Handstreich ist enorm. Die Deutungshoheit der Rede ist gebrochen. Kasper reagiert mit einer Schimpftirade und droht mit Klage.

Die Glaubenskongregation ihrerseits plant als Gegenmaßnahme zu Kaspers Vorstoß im Frühjahr eine umfassende Gegenveröffentlichung im Osservatore Romano. Eine Verteidigung des Ehesakraments und eine fundierte Widerlegung von Kaspers Argumenten, die jedoch bis heute nicht erschienen ist, weil der Papst ein Veröffentlichungsverbot verhängte. Ein Veto, das einen weiteren einseitigen Eingriff zur einseitigen Förderung der Kasper-These und zur Behinderung der Gegenposition bedeutet.

20. April 2014
Am Sonntag, den 20. April telefonierte Papst Franziskus mit der Argentinierin Jaqueline Lisboa Sabetta. Die Nachricht ging mittels Facebook und Medien sofort um den Globus: „Der Papst ruft eine wiederverheiratet geschiedene Frau aus Santa Fe an, um ihr zu sagen, daß sie die Kommunion empfangen kann“ (Radio LT3). Vatikansprecher Pater Federico Lombardi spricht von einem „privaten pastoralen Gespräch“, bestätigt den Telefonanruf und dementiert den Inhalt nicht. Viele Menschen verstehen den Anruf als Freibrief: „Der Papst hat ja gesagt…“.

27. April 2014
In seiner Predigt am Barmherzigskeitssonntag, an dem Papst Franziskus in einer umstrittenen Doppelheiligsprechung gleich zwei Päpste zur Ehre der Altäre erhob, sagte er: „Mögen diese beiden neuen heiligen Hirten des Gottesvolkes mit ihrer Fürsprache für die Kirche eintreten, damit sie in diesen zwei Jahren des Synodenweges fügsam sei gegenüber dem Heiligen Geist in ihrem pastoralen Dienst an der Familie. Mögen beide uns lehren, keinen Anstoß zu nehmen an den Wunden Christi und in das Geheimnis der göttlichen Barmherzigkeit einzudringen, die immer hofft und immer verzeiht, weil sie immer liebt.“ Eine der zahlreichen Wortmeldungen über die Barmherzigkeit, über ein Verbot über andere zu urteilen, das mehr ein Verbot meint, die Sünde beim Namen zu nennen, über Priester, die nicht „päpstlicher als der Papst“ sein sollen, mit denen der Papst in den Köpfen der Gläubigen und der Welt den Weg für eine Änderung der kirchlichen Lehre zu ebnen versucht.

Trotz der päpstlichen Zensur im Osservatore Romano melden sich eine Reihe von Kardinälen öffentlich zu Wort, die Kaspers Standpunkt kritisieren und teils minutiös widerlegen. Kardinal Walter Brandmüller macht den Auftakt mit der Aussage „Lehre oder Chaos“, nachdem er den deutschen Bischöfe bereits wenige Tage vor dem Konsistorium die Leviten las. Da den Verteidigern der kirchlichen Ehelehre die Tageszeitung des Vatikans verwehrt ist, tun sie es über die verschiedensten Medien in unterschiedlichen Ländern. Im Vorfeld der Bischofssynode veröffentlichen fünf von ihnen einen Anti-Kasper-Sammelband. Kasper mißbilligt, unterstützt von zahlreichen Medien, die Veröffentlichung lautstark als „Angriff“ gegen den Papst.

17. September 2014
Nach dem Erscheinen des Sammelbandes gegen die Kasper-These in verschiedenen Sprachen und Verlagen tauchen im Vatikan ernstzunehmende Gerüchte auf, daß Papst Franziskus Kardinal Burke, den aktiven Kopf der Kasper-Gegner aus der Römischen Kurie entfernen und als Kardinalpatron des Malteser Ritterordens exilieren will. Psychologische Kriegsführung zur Einschüchterung des Wortführers der Verteidiger des Ehesakraments? Kardinal Antonio Canizares wird vom Papst zum Erzbischof von Valencia ernannt. Die Amtseinführung erfolgte am 4. Oktober. Der bisherige Kurienpräfekt scheidet damit als Synodale aus, der er Kraft seines Amtes automatisch gewesen wäre.

4. Oktober 2014
Am 4. Oktober veröffentlicht die Jesuitenzeitschrift Civiltá Cattolica einen Aufsatz über die angeblich im 16. Jahrhundert in der Seerepublik Venedig gewährte Zweitehe. Der Artikel erweist sich als theologische Irreführung und historische Klitterung mit dem Beigeschmack einer Auftragsarbeit zur Begünstigung der Position von Kardinal Kasper auf der Synode. Der Schriftleiter der Civiltà Cattolica gehört zu den Getreuen des Papstes und wurde von diesem persönlich zum Synodalen ernannt.

5. Oktober 2014
Am 5. Oktober 2014 wird die Bischofssynode eröffnet. Anders als bei den bisherigen Synoden werden die Wortmeldungen in der Aula nicht veröffentlicht. Kardinal Müller erhebt vergebens Protest gegen diese Zensur. Ein Beweis mehr, daß „ich nicht Teil der Regie bin“, so der deutsche Kardinal am 11. Oktober zum Vatikanisten Sandro Magister.

Am ersten Tag der Generalkongregationen versucht die Kasper-Partei durch massive Wortmeldungen die Themenführerschaft zu übernehmen. Kardinal Marx fordert „im Namen der deutschen Bischöfe“ die Zulassung der wiederverheiratet Geschiedenen zur Kommunion. In der Pressekonferenz am Abend geht er über die bisher von Kasper vertretene Formel hinaus, laut der die Lehre unverändert bleibe und „nur“ die Praxis geändert werde. Marx spricht auch von einer Änderung der Lehre. Die Wortmeldungen der Verteidiger der kirchlichen Lehre gehen deutlich ins Übergewicht. Der amerikanische Kardinal Raymond Burke wird als Wortführer zum eigentlichen Gegenspieler von Kardinal Kasper.

11. Oktober 2014
Kardinal Schönborn, der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz sekundiert und liefert eine argumentative Grundlage mit einer „Gradualität der Beziehungen“. Eine These, die der Kardinal ausführlich in einem Interview mit Vatican Insider ausbreitet. Derzufolge gebe es keine schlechten und sündhaften Beziehungen mehr, sondern nur mehr unterschiedliche Stufen von guten Beziehungen, denn man müsse in jeder Beziehung die „positiven Elemente“ erkennen, wenn diese Beziehung auch noch nicht vollkommen sei. Ein Verzicht auf jede Unterscheidung von Gut und Böse und damit eine extreme Form der Verdunkelung der kirchlichen Lehre.

Die Schaltzentrale der Synode bilden Generalsekretär Baldisseri und Sondersekretär Forte. Ihnen gibt Franziskus während der bereits tagenden Synode, unter Änderung der Spielregeln mitten im Spiel, weitere enge Vertraute des Papstes zur Seite, die sich um die Ausformulierung des Abschlußberichts kümmern sollen. Alle gehören der „Partei des Paradigmenwechsels“ an, allen voran der päpstliche Ghostwriter Victor Manuel Fernández, den Bergoglio noch als Erzbischof gegen römische Widerstände als Rektor der Päpstlichen Universität von Buenos Aires durchsetzte und den er als Papst sofort zum Titularerzbischof beförderte. Der Argentinier gilt als Hauptautor des Apostolischen Schreibens Evangelii Gaudium.

13. Oktober 2014
Daß die Bezeichnung Schaltzentrale wörtlich zu nehmen ist, zeigt sich auf eklatante Weise am Montag, den 13. Oktober, als Kardinal Peter Erdö in seiner Funktion als Generalrelator der Synode vor 200 Journalisten aus aller Welt in Rom den Zwischenbericht der Synode, die Relatio post disceptationem vorstellt. Unter dem Zwischenbericht steht offiziell der Name von Erdö gedruckt, doch schnell wird klar, daß der ungarische Kardinal den Inhalt nicht einmal kannte. Er gibt das Wort gleich an Sondersekretär Forte weiter mit den Worten: „Der, der den Text redigiert hat, der muß wissen, was zu sagen ist.“ Erdö war sichtlich um gute Miene zum bösen Spiel bemüht, was ihm nicht leicht zu fallen schien. Auf die Frage, ob die Passagen im Bericht über die Homosexualität als radikale Änderung der kirchlichen Lehre zu betrachten sei, antwortete er mit einem „Mit Sicherheit!“ und signalisierte damit erneut eine Distanzierung vom Text. Kardinal Erdö sollte nach der Pressekonferenz großen Unmut äußern, daß der Zwischenbericht sich einseitig von dem unterscheidet, was in der Synode besprochen wurde. Der Ungar fühlt sich hintergangen und sieht seinen Namen mißbraucht.

Der Zwischenbericht spiegelt nicht den Querschnitt der Wortmeldungen der Synodenväter wider, sondern lediglich die Stellungnahmen von zwei Synodalen von 191. Einer davon ist der Jesuit Antonio Spadaro, Schriftleiter der Civiltà Cattolica, den Papst Franziskus, wie auch Kardinal Kasper, persönlich zum Synodalen ernannt hat. Wie Kardinal Kasper das Sprachrohr von Papst Franziskus in der Frage der wiederverheiratet Geschiedenen und der Zweitehe ist, so darf angenommen werden, daß Pater Spadaro das Sprachrohr des Papstes in der Frage der Homosexuellen ist.

14. Oktober 2014
Am Dienstag, den 14. Oktober griff der südafrikanische Kardinal Wilfried Napier auf einer Pressekonferenz mit beißender Kritik Erzbischof Forte an wegen dessen „eigenmächtiger“ Einfügung der Passagen über die Homosexualität in die Relatio. Dadurch sei die Kirche in eine „irredeemable“ Position manövriert worden. Nun könne man nur mehr versuchen, „den Schaden zu begrenzen“.

Kardinal Raymond Burke übte ebenfalls scharfe Kritik am Zwischenbericht. In einem Interview mit Il Foglio sagte er zum Versuch die katholische Lehre zu änder: „Das ist Verrat!“

Währenddessen wird die Synode, aufgeteilt auf zehn nach Sprachen getrennte Arbeitskreise, fortgesetzt und dort der Zwischenbericht regelrecht in der Luft zerrissen, angefangen bei der Sprache der Relation „touffu, filandreux, excessivement verbeux et donc ennuyeux“, wie der Sprecher der französischsprachigen Gruppe Gallicus B es formulieren wird. Und das obwohl der Gruppe mit den Kardinälen Christoph Schönborn von Wien und Godfried Danneels, Emeritus von Brüssel, auch zwei erklärte Verfechter des Paradigmenwechsels angehören.

15. Oktober 2014
Kardinal Kasper ist bekannt dafür, auf Kritik empfindlich zu reagieren. Am 15. Oktober verliert er bei einem Interview mit der Nachrichtenagentur Zenit wegen der Kritik von Kardinal Napier die Contenance und wird mit rassistischem Zungenschlag ausfällig gegen Afrikaner. Als ein Aufschrei folgt, leugnet Kasper zunächst, die Aussage getätigt zu haben, wird aber durch einen Tonbandmitschnitt der Lüge überführt. Das Ansehen des Wortführers der progressiven Partei ist dadurch schwer angeschlagen, wenn nicht gänzlich desavouiert. Ein schwerer Rückschlag in der strategischen Planung, dem gleich ein weiterer folgt.

16. Oktober 2014
Am Donnerstag, den 16. Oktober wurde wieder die Arbeit in der Vollversammlung aufgenommen. Generalsekretär Baldisseri, an dessen Seite der Papst sitzt, gibt bekannt, daß die Berichte der Arbeitsgruppen nicht veröffentlicht werden. Nun explodiert der Saal. Der Australier Kardinal George Pell, Präfekt des Wirtschaftssekretariats ergreift als erster das Wort. Mit einer entschlossenen Erklärung fordert er die Veröffentlichung der Berichte. Das Eis ist gebrochen. Der Reihe nach melden sich weitere Synodalen zu Wort und fordern die Veröffentlichung. Die Stimmung ist so aufgeheizt, daß sich schließlich auch Kardinalstaatsekretär Pietro Parolin anschließt. Baldisseri sichtlich irritiert, weiß in der unerwarteten Situation nicht weiter und sucht mit seinen Blicken Regieanweisungen des Papstes. Der schweigt lange. Seine Miene wird mit zunehmendem Protest ernster. Schließlich erteilt er mit einem leichten Nicken die Zustimmung. Baldisseri gibt bekannt, daß die Berichte doch veröffentlicht werden.

Am selben Tag sieht sich Papst Franziskus gezwungen, Kardinal Napier, offensichtlich als Akt der Wiedergutmachung für Kardinal Kaspers rassistische Entgleisung, und den neuen Erzbischof von Sydney Denis Hart in das Redaktionsteam für den Schlußbericht aufzunehmen.

Anmerkung

Was auch immer im Schlußbericht stehen mag, wird ohne aktives und sichtbares Bekenntnis nicht aufwiegen können, was die Veränderer um Papst Franziskus bereits erreicht haben. Zu Zweitehe und Homosexualität ist es Papst Franziskus innerhalb weniger Monate gelungen, Ansichten in die internationalen Kanäle der Meinungsmacher einzuspeisen, die in offenem Widerspruch zur Lehre der Kirche stehen. Diese Position blieb auf der Synode eindeutig in der Minderheit, doch die großen Medien haben ihr den entscheidenden Platz eingeräumt. Aus diesem Zusammenspiel und der daraus entstehenden Wechselwirkung zwischen Kirchenvertretern und Massenmedien soll der nötige Druck erwachsen, den Paradigmenwechsel und damit einen revolutionären Wandel zu vollziehen. Eine Operation nicht ohne Aussicht auf Erfolg, denn mit dem Papst haben die Veränderer die entscheidende Schlüsselposition in ihrer Hand. Mehr noch: der Papst scheint der eigentliche Regisseur der Operation zu sein.

Vorerst folgt eine Pause von einem Jahr und dann der zweite, entscheidendere Teil der Doppelsynode. Die Regisseure des Paradigmenwechsels werden sich besser vorzubereiten versuchen. Die Verteidiger der kirchlichen Lehre werden auch dazulernen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican Insider

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28 Comments

  1. In der Haltung der afrikanischen Bischöfe weht unverkennbar der Geist des wahren Glaubens, der von Erzbischof Marcel Lefebvre vermittelt wurde. EB Lefebvre war einen großen Teil seines Lebens in Afrika tätig.

    • Stünden die afrikanischen Bischöfe wirklich im „Geist von Erzbischof Lefebvre“, dann stünden sie auch schon längst nicht mehr in Einheit mit der katholischen Kirche. Nein, hier haben wir es offenbar mit wahren Katholiken zu tun. Die Piusbruderschaft ihrerseits wird – wenn nicht ein Wunder geschieht – nie mehr katholisch sein. Dies wird durch die Irrlehren des nämlichen Erzbischofs (z. B. zum Thema Religionsfreiheit) eben gerade verhindert.

      • Ab und zu versuchen es immer wieder irgendwelche Maulwürfe, Subversion im Forum zu üben.

        Die Redaktion ist wachsam, aber der eine oder andere Stänkerer schafft es doch, mit Lügen durchzukommen.

        Der andere (oder ist es derselbe?) Spezialist nennt sich ohnehin selbstoffenbarend „rampolla“. Noch mehr Deutlichkeit braucht es gar nicht.

        Inhaltlich ist die Einlassung von „The Forgotten Voice“ ohnehin Unsinn. Aber ein Leser, der historisch nicht ganz sattelfest ist, könnte glauben, was hier an Gift verbreitet wird.

      • „Maulwürfe, Subversion, Stänkerer, Lügen, Spezialist, Unsinn, Gift.“
        Wer Beleidigungen und Schlagworte hat, braucht keine Argumente mehr?
        „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.“ (Mt: 5,11)

      • @The Forgotten Voice,
        Ihr Kommentar ist inhaltlich falsch.
        Msgr. Lefebvre hat tatsächlich gewaltig fruchtbar in Afrika gewirkt.
        Dies war auch in Rom bekannt, wo er dafür auch Erzbischof ernannt wurde.
        P. Johannes XXIII hatte größtes Respekt für ihn.
        Der große eindruck, der Msgr. Lefebvre bei de afrikanischen Priestern und Bischöfen gemacht hatte, wurde eindrucksvoll gezeigt in 1990:
        Als die erste fertigstudierte Seminaristen des ICRSSInstitut Christus König Hohepriester) geweiht werden sollten und ein Bistum zur Inkardinierung gesucht wurde, verweigerten alle europäische Bischöfe dies ( leider die altbekannte typische Feigheit- da sind einige Hirten inzwischen aus andrem Holz geschnitzt);
        Es w3ar Msgr. Siméon Obumba aus Gabun, selbst noch von Msgr. EB. Lefebvre geweiht, dr die erste Priester des ICR incardinierte und damit das Aufblühen dieser Neugründung möglich machte.
        Praemia pro validis

      • @Adrien Antoine
        Natürlich hatte Erzbischof Lefebvre in Afrika ein fruchtbares Wirken. Dies ist unbestritten. Aber in seiner Glaubensüberzeugung gab es Dinge, die mit der göttlichen Offenbarung bzw. der authentischen kirchlichen Lehre nach Vatikanum II nicht zu vereinbaren sind (v. a. Dignitatis humanae). Dies wollte ich mit meinem Beitrag zum Ausdruck bringen.

  2. „Vorerst folgt eine Pause von einem Jahr und dann der zweite, entscheidendere Teil der Doppelsynode. Die Regisseure des Paradigmenwechsels werden sich besser vorzubereiten versuchen.“
    Vorausgesetzt, dass Herr Bergoglio in einem Jahr noch amtiert.
    Per Mariam ad Christum.

  3. Eine Chronolgie des Grauens- genauso in unzähligen Prophezeiungen vorhergesagt. Sollten wir hier recht haben, dann vollzieht sich vor unseren Augen eine Gotteslästerung, die nicht mehr mit menschlichen Worten in ihrer Dramatik zu beschreiben ist: Satan eliminiert mit Hilfe der Bergoglianischen Kirche die göttlichen Gebote, serviert Gott ab und lässt seine Büchsenspanner wie Kaspar und Bergoglio Tag und Nacht arbeiten. Und alle schauen zu ! Allmählich dürfte es hier dem allerletzten Gutwilligen dämmern, dass da etwas nicht mehr stimmt. Leider wird keiner von uns Triumph darüber empfinden, dass er es von Anfang an wußte und hier immer wieder darauf hingewiesen hat; es ist unsere Hilflosigkeit, die uns vor Augen steht- eine Hilflosigkeit, die nur durch das Sturmgebet zu Gott und das sich gegenseitige Stützen einigermaßen zu ertragen ist. Es geht wahrlich nicht mehr um peanuts- es geht um den offen ausgetragenen Kampf zwischen Satan samt Anhang und den wenigen, die dem Tier nicht folgen. Was gestern noch als Ausgeburt eines kranken Geistes gesehen wurde- wenn man so schrieb und argumentierte- erhält seine ganze Dimension durch das tragische Eintreffen der Prophezeiungen.

  4. Ja, wer kann da noch meinen es sei ganz anders mit Papst Franz werde „reingelegt“, „manipuliert“ von Forte und Kasper. Er wisse nichts davon etc
    Dieser Mann, der sich auf die Knien wirft um von irgendwelchen evangelikalen-Pastoren und Anglo-“Bischöfen“ den „Segen“ zu empfangen, Mohammedanern die Füße wäscht ist, wird sein Zerstörungswerk ohne Unterlass fortsetzen.
    Kasper ist nur willfähriger Mit-Vollstrecker dieses modernistischen Komplotts.

  5. Ich bedauere, dass die ihrem Inhalt nach rassistischen, arroganten, von unchristlichem Geist erfüllten Äußerungen des schwäbischen Kardinals, der sich augenscheinlich immer weniger im Griff hat, je mehr ihm der theologische Gegenwind ins Gesicht bläst, nicht mit einem eigenen Artikel gewürdigt werden, sondern hier nur wie beiläufig Erwähnung finden. Mit dieser Entgleisung im Kolonialherrenstil hat Kaspar die Einheit unter den Weltbischöfen gesprengt und die Vertreter der Kirche Afrikas, eines Kontinents, der nicht nur als Wiege, sondern auch als Zukunft der katholischen Kirche zu gelten hat, zu dummen Statisten der Synode degradiert. Ein ungeheuerlicher Akt, der in seiner ganzen Tragweite überhaupt nicht zu ermessen ist. Dieser Kardinal und mit ihm sein Ziehkind Bergoglio sind in meinen Augen dadurch endgültig als Scharlatane und Lügenbarone entlarvt. Geht nach Hause, ihr bringt es nicht!

    • @ hicesthodie:

      Mit Ihnen bedauere ich, daß die rassistischen Äußerungen Kaspers nicht hinreichend herausgestellt werden.

      Man muß das Interview -immer wieder vom höhnischen Lachen Kaspers unterbrochen- gehört haben. Die Selbstdemaskierung eines Scharlatans, wie sie im Buche steht! Wie Franziskus ihn nun weiter halten könnte, ist schleierhaft. Mit der Verlegenheits-Ernennung Napiers ist es nicht getan, denn diese ist nur ein kleines Feigenblatt auf eine große Blöße.

      Außerdem sollte man nun mit Vehemenz der verfälschenden Darstellung der KNA entegentreten, die Synodenväter seien bezgl. „wiederverheirateter“ Geschiedener, homosexueller Psychopathen usw. „geteilter Meinung“ gewesen (Natürlich hat kath.net diese Falschdarstellung übernommen!). Laut „La Stampa“ wurden die Thesen Kaspers „praktisch einhellig“ verworfen. Vgl. dazu auch die veröffentlichten Berichte der Circuli Minores.

    • Ich weiss nicht, ob Sie die Stellen wirklich gehört oder gelesen haben, tatsächlich wird Kaspaer durch die Veröffentlichung des Tonbandes entlastet, aber das passt vermutlich nicht in das hier vorherrschende Weltbild. So schreibt die Welt online:

      Wörtlich sagt Kasper an der fraglichen Stelle: „Die lokalen Bischofskonferenzen müssen Raum haben, ihre eigenen Probleme zu lösen. Ich kann nicht für Afrika sprechen. Das ist nicht möglich. Aber sie sollen auch nicht zu sehr sagen, was wir tun sollen (lacht). So wäre es das Beste.“ (Englisch: „There must be space also for the local bishops‘ conferences to solve their problems. But I can’t say for Africa. It’s impossible. But they should not tell too much what we have to do. It’s best.“) Kasper war am Freitag zunächst nicht persönlich für eine Stellungnahme zu erreichen.

      • Ich habe das alles gelesen, aber es ist offensichtlich, dass Kasper hier falsch verstanden werden soll. Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede und es ist klar das es so schnell in Afrika weder schwule Außenminister noch Bürgermeister geben wird. Ich bin froh, dass wir hier in Europa weiter sind und freue mich sehr über die positiven Äußerungen in der Synode zum Thema Schwule und Lesben. Aber genau wie ich den Afrikanern nicht vorschreiben würde, schwule zu Bürgermeistern zu wählen finde ich, dass die Afrikaner nicht über unsere Einstellung urteilen sollten, aber das Rassismus zu nennen finde ich eine niederträchtige Stimmungsmache.
        Ich weiss das wird hier nicht gerne gehört, aber ich finde Franziskus Ansatz goldrichtig, und wenn hier noch so oft sein Konzept der Barmherzigkeit diskreditiert wird. Frau Eberl hat das sehr schön gesagt: Die Kirche muss aufhören in die Schlafzimmer der Menschen zu schauen sondern in ihre Wohnzimmer und die Lebenswirklichkeiten der Menschen wahrnehmen.
        Vermutlich ist auch das Wort Pluralismus hier nicht gern gesehen, aber in meinen Augen wird es genau darum gehen, daher wird es wichtig sein, den nationalen Bischofskonferenzen mehr Rechte einzuräumen und darum finde ich es vorbildlich, dass sich unser Papst als Bischof von Rom bezeichnet.

      • Nein, Sie haben es eben nicht genau gelesen, weil Sie ihn offenbar gar nicht so genau lesen wollen, diesen schmutzigen Ausrutscher des Herrn Kasper, denn für Sie ist der „Ansatz von Franziskus ja goldrichtig“. Sie haben Ihre 68er Hausaufgaben trefflich gemacht, nur… mit der Kirche Christi hat 68 nichts zu tun.
        Was für ein Gewäsch, die Kirche solle aufhören, in die Schlafzimmer hineinzuschauen. Die Kirche hat dort nie hineingeschaut. Die Kirche hat den Menschen zu sagen, dass sie sich um ihr Seelenheil zu kümmern haben und was das konkret bedeutet. Wenn sie das nicht tut, erfüllt sie nicht ihren Auftrag.
        Sie singen das Lied des Relativismus: Kirche raus aus den Schlafzimmern, raus aus der Politik, Kreuz raus aus den Klassenzimmern, Kirche und Kreuz raus aus dem öffentlichen Raum. Damit jeder tun und lasse, was er will? Nein, das geht schon tiefer im Kampf zwischen Gut und Böse.
        Denn tun und lassen was er will, kann ohnehin jeder, schon jetzt, schon immer. Die Kirche muss aber sagen, was er zu tun hätte, um gerettet zu werden. Das aber will sich der „moderne“ Mensch nicht sagen lassen (Sie offensichtlich auch nicht). Es ist also kein Problem der Kirche (wie könntes es), sondern des hochmütigen Menschen. Signal, daß das, was Gott dem Menschen eingeschrieben hat noch einigermaßen funktioniert, den Menschen mahnt. Diese Mahnung, die von innen kommt, und durch die Kirche von aussen, will der „moderne“ Mensch zum Schweigen bringen. jeder der dabei hilft, macht sich schuldig an sich und am Seelenheil anderer. Nochmals, jeder kann tun, was er will, jeder trägt selbst die Verantwortung, aber die Kirche hat einen Auftrag zu erfüllen, einen Auftrag zum Heil des Menschen, auch wenn es dieser nicht hören will…

  6. Ich habe mir mal Gedanken gemacht über die Stelle im Evangelium als Jesus vor Pilatus stand und das Volk gefragt wurde: „Was wollt ihr? Wen soll ich freilassen, Barabbas oder Jesus?“, schrie die Meute „Barabbas“.

    Diese Frage kann man heute etwas abgewandelt übertragen auf die folgenden Gegenüberstellungen:
    1. Bergoglio oder Benedikt
    2. Mohammed oder Jesus

    zu 1. Die „christliche“ und weltliche Meute will Bergoglio
    zu 2. Die mohammedanische, die „christliche“ und westlich-antichristliche Meute will
    Mohammed

    Der Zeiger zeigt in beiden Fällen deutlich nach links und zwischen beiden gibt es Zusammenhänge.

    Dieser Text von Peter Helmes passt ganz gut dazu:

    http://conservo.wordpress.com/2014/10/17/die-cducsu-und-der-papst-kein-zufall/#more-2418

  7. „Der Geist des Konzils weht wieder“, begeisterte sich der philippinische Kardinal Luis Antonio Tagle, aufgehender Stern der Kirchenhierarchie und Historiker des Zweiten Vatikanischen Konzils der progressiven Schule von Bologna.“
    Wie kann man eigentlich mit der Tastatur lachen? Euer Konzilsgeist ist doch in Wahrheit nur ein streunender Hund der des öfteren selbst für Bolognaschüler nicht zu sehen ist.
    Und wenn er wieder auftaucht freuen sie sich als wenn Weihnachten und Ostern auf einem Tag fallen. Der einzige der zur Zeit Probleme hat ist Luzifer, der kommt vor Lachen gar nicht dazu die Schecks zu unterzeichnen die er für treue Dienste überreichen möchte. Macht man weiter so. Je höher das Tempo umso kürzer die Zeit die für uns wichtig ist.
    Per Mariam ad Christum.

  8. Sind hier im Geist des Konzils die „falschen Propheten“ (dafür aber umso lautstärker) am Werk, von denen in der Hl. Schrift die Rede ist?

  9. Die PROFANIERUNG DER Sixtinischen Kapelle wurde jetzt durch Bergoglio beschlossen… Wo bleibt hier der WIDERSTAND, DIE EMPÖRUNG?

    • Mit seinem Einzug in die Casa Martha hat er doch schon ein unübersehbares Zeichen gesetzt, dass er ein gestörtes, von innerer Ablehnung geprägtes Verhältnis zum Papsttum und zum Vatikan als Institution hat. Die, die den Vatikan und mit ihm das Herz der Katholischen Kirche zerstören wollen, haben Bergoglio geanu aus diesem Grund zum Nachfolger Benedikts auserwählt und – mit welchen Mitteln auch immer – als Papst durchgesetzt. Nun erfüllt er mit der ihm typischen Brutalität und Rücksichtslosigkeit, was man von ihm erwartet.

    • Diese Kapelle gehört zu den heiligsten Orten der Kirche, das Zentrum des Vatikans, wo die Päpste als Nachfolger unseres Herrn gewählt werden (wo aber auch der Zerstörer der Kirche Bergoglio auf den Thron des hl. Petrus kam), dieses Heiligtum wird nun dem Kapitalismus vor die Füße geworfen, rein um des schnöden Mammons willen. Das ist Materialismus in Reinkultur, ohne jegliches Empfinden für die Werte von Religion und Kultur!

      • Nein, Schatzgräber, dem Herrn nachfolgen müssen wir alle, dazu muss man nicht erst gewählt werden.

        Zum Nachfolger Petri indessen schon, vorausgesetzt, die Wahl ist gültig resp. fällt auf einen, der überhaupt wählbar ist -> siehe den Beitrag von GW im Burke-Thread.

  10. Was mich am meisten befremdet ist die Tatsache das sich diese häretischen Selbstdarsteller nur noch um sich selber drehen.
    Das Ganze ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten, weil Christi Gebote eindeutig sind.
    HAT DIE KIRCHE WIRKLICH KEINE ANDEREN PROBLEME ?
    Wenn dem so ist fragt man sich ob wir gebeutelten Katholiken dieser Welt nicht auch einmal auf diesen Planeten dürfen, um uns einmal auszuruhen.
    Ich ergänze die Aussagen des Sehers „Rom wird zerstört weren“ um „Rom MUß zerstört weren“ damit der Häresie und dem Schismatikertum endlich ein Ende gesetzt wírd.
    Komm Herr Jesus !

  11. Handelt es sich real um einen versuchten Paradigmenwechsel? Ich zweifle mindestens daran.

    Das 2. Vatikanische Konzil wird von nicht wenigen Theologen als Revolution in der Kirche bezeichnet. Auch Priester und Gläubige haben dies so empfunden. Bleiben wir beim Bild der Revolution, dann kann festgestellt werden: In den Spitzenpositionen der Hierarchie waren die Girondisten vereint. Die Jakobiner wüteten mehr oder weniger brutal an Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Akademien. An Institutionen, an denen Priester und Religionslehrer, an denen das gesamte katholische Personal ausgebildet wird. Und Ehrenamtliche, die sich weiterbilden wollen. Sie alle brachten zunächst noch von zu Hause aus den überlieferten Glauben mit. Doch jede Generation hatte einen Glauben, der schwächer wurde, in der Regel wenigstens.
    Immer mehr Jakobiner wurden in die Hierarchie aufgenommen: Kardinal Lehmann, Kardinal Kasper und viele andere. Die Girondisten oder Ratzingerianer glaubten, dann wären sie unter Kontrolle. Das war eine schwere Täuschung. Die Jakobiner haben alle wichtigen Ämter in die Hand bekommen einschließlich das Amt des Papstes.

    Es musste vorausgesehen werden. Als Papst Benedikt Deutschland besuchte, fachte der Vorsitzende der DBK, Erzbischof Zollitsch, die Diskussion um die Geschieden-Wiederverheirateten an. Es war an Unverschämtheit nicht mehr zu überbieten: Der damalige Bundespräsident Wulf, dem der Papst begegnen musste, war das prominente Beispiel, das EB Zollitsch ins Spiel brachte. Dann kam die Homo-Debatte, das Beispiel war Wowereit, der Chef von Berlin. Rom zeigte sich offen besorgt, dass auf den Besuch des Papstes schwere Schatten fielen, schon bevor er begann.
    Sollen wir im Ernst glauben, dass Zollitsch und seine Gefährten nicht wussten, dass sie keine negativen Folgen mehr zu erwarten hatten? Sie wussten es. Rom war fällig, es war nur eine Frage der Zeit.

    Girondisten aller Zeiten bilden sich immer ein, dass sie die Revolution im Griff behalten, steuern werden. Zum Schluss siegen die Jakobiner.
    Das ist jetzt die Situation in Rom.
    Doch was war vorher? Die Sakramentenpastoral ist längst ausgehöhlt. Kinder werden getauft, deren Eltern den Glauben nicht kennen. Die Beichte ist weggefallen. Die Erstkommunion ist ein großes Kinderfest mit religiöser Begleitmusik. Im Firmunterricht ist vom Heiligen Geist nicht mehr die Rede. Die meisten katholischen Paare vor dem Altar haben vom Sakrament der Ehe nicht die leiseste Ahnung.
    Und alle empfangen während der Eucharistiefeier immer die Kommunion. Das Sakrament des Altares wird immerzu seit Jahrzehnten unwürdig von vielen Katholiken empfangen. Und niemand ruft: „Das ist ein Paradigmenwechsel.“

    Die jetzige Debatte schiebt nur den Vorhang zur Seite, der die skandalöse Praxis der nachkonziliaren Kirche verdeckte.

    Alle Päpste haben das gewusst. Sie wollten es nicht, aber sie wussten es. Der Jakobiner Bergoglio wusste es, und er will den Skandal zur anerkannten Regel machen.

    • Wissen Sie, Revolutionen los- und den Marsch durch die Institutionen anzutreten, ist immer viel leichter, als das Gegebene zu bewahren. Was mich wundert, ist die Phantasielosigkeit dieser katholischen Jakobiner. Im Grunde imitieren Sie nur Luther: mach’s den Menschen leicht, und der Sieg ist unser. Und sie glauben tatsächlich, dass es genügt, die selben Spielchen wie auf dem Konzil durchzuziehen, um die Kirche endgültig zu zerstören. Aber wir leben 50 Jahre später und sind 50 Jahre klüger und lassen uns von diesen sprücheklopfenden Intriganten kein X mehr für ein U vormachen. Wenn es nur genügend Entschlossenheit gibt, die Wahrheit zu verteidigen, dann wird das Lügengebäude dieser Popanze wie ein Kartenhaus zusammenbrechen und dieser Mietling Bergoglio über Nacht das Weite suchen.

  12. Auf GTV steht zu lesen, der Schlussbericht zur Familiensynode sei von der Versammlung der Synodalen abgelehnt worden. Kann jemand das bestätigen?

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