Gültigkeit und Geltung des Naturrechts – Anfragen an Kardinal Kaspers Argumentation

Kardinal Kasper in der Synodenaula
Kardinal Kasper in der Synodenaula

von Clemens Victor Oldendorf

In meinem letzten, auf Katholisches.info erschienenen Beitrag hatte ich vorgeschlagen, wer wie Kardinal Walter Kasper eine Zugangsmöglichkeit zivil geschiedener und zivil wiederverheirateter, katholischer Christen zum Kommunionempfang erreichen wolle, solle doch besser genau umgekehrt wie Kardinal Kasper argumentieren. Ich hatte geschrieben, es gehe nicht darum, in solchen Zivilehen (oder auch im bloß faktisch dauerhaften Zusammenleben) „Elemente der sakramentalen Ehe“ zu erkennen, sondern anzuerkennen, daß die heutigen, staatlichen Ehekonzeptionen mit der sakramentalen und auch mit der Naturrechtsehe nur noch den Begriff „Ehe“ gemeinsam haben.

Dies habe ich anschließend näher ausgeführt und recht plastisch illustriert, indem ich es auf die Konsequenz zuspitzte, daß man dann auch und gewissermaßen sogar erst recht, Menschen, die in gleichgeschlechtlichen, sogenannten Eingetragenen Partnerschaften leben, zur heiligen Kommunion zulassen müsse. Auch die Begründung dazu habe ich neulich bereits gegeben.

Jetzt zeichnet sich aber auf der in Rom tagenden Bischofssynode ab, daß die Öffnung hin zu homosexuell lebenden Partnerschaften möglicherweise sogar weiter fortgeschritten ist, als die Frage der Zulassung der wiederverheiratet Geschiedenen zum Sakrament der Eucharistie.

Ich muß sicher nicht unterstreichen, daß ich mich mit den Zielsetzungen Kardinal Kaspers nicht identifiziere. Mein Argument war vielmehr dies, daß es für jemanden, der diese Ziele teilt, logischer wäre, argumentativ genau umgekehrt zu operieren. Inzwischen habe ich den Eindruck, diese Überlegung auf der theoretischen Ebene doch deutlicher erklären zu müssen:

Naturrecht kein katholisches Sondergut

Das Naturrechtsdenken ist eine Menschheitstradition, die, „solange zurückreicht, wie überhaupt Spuren menschlichen Denkens reichen“ (Wolfgang Waldstein). Man muß sagen, daß das Naturrecht in diesem Konsenscharakter eine unschätzbare Funktion innegehabt hat, Recht und Gesetzgebung gegen nackten Rechtspositivismus, der ohne inneren und zugleich vorausliegenden Wertmaßstab funktioniert, zu immunisieren. Naturrecht als Konsens half somit, totalitäre Willkür im Gewand der Legalität wirksam abzuwehren. Zugleich muß man hinzufügen, daß der Naturrechtskonsens spätestens beginnend mit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts zunehmend verdunstet ist. Mittlerweile ist er in Philosophie und Jurisprudenz einem beinahe allgemeinen Konsens gewichen, das Naturrecht sei nur eine Fiktion.

In gewissem Sinne war es bis jetzt eigentlich nur noch die katholische Kirche, die an einer naturrechtlichen Argumentation festgehalten hat. Dies ist sicher im Bereich der Moraltheologie besonders augenfällig gewesen und hat dazu geführt, die Vorstellung des Naturrechts als religiöse Auffassung anzusehen, zuletzt sogar als spezifisch katholisches Gedankengut zu betrachten. Das stellt eine Verkennung der Naturrechtsidee dar, die von ihrem Ursprung und Anspruch her weder selbst eine spezifische, religiöse Überzeugung ist, noch eine bestimmte religiöse Überzeugung voraussetzt.

Schwachpunkte und Versuchungen „katholischer“ Naturrechtsargumentation

Wenn wir uns fragen, was zur Verdunstung des Naturrechtskonsenses geführt hat, meine ich, zwei Schritte angeben zu können. Erstens die Tendenz, ungebührlich viel als naturrechtlich verankert zu betrachten, somit als positivrechtlicher Neu- oder Andersgestaltung prinzipiell entzogen. Naturrecht erschien dadurch wie ein Totschlagargument, um gesetzgeberische Freiheit, den status quo flexibel und kreativ weiterzuentwickeln, abzuwürgen. Der Anspruch des Naturrechts, universal gültig zu sein, gehört diesem ersten Schritt an und konnte zu dem Mißverständnis führen, Naturrecht wehre nicht Totalitarismen ab, sondern sei im Gegenteil selbst totalitär. Als weiteren Schritt benenne ich zweitens, daß katholische Naturechtsdenker unbewußt den Irrtum übernommen hatten, das Naturrecht sei in der Tat religiös fundiert, näherhin sei es tatsächlich „katholisch“.

Das führte nämlich bis jetzt bei vielen einfachen Katholiken und auch bei Theologen „konservativen“ Selbstverständnisses zu dem doch naiven Umkehrschluß, alle (!) moralischen Normen des katholischen Glaubens, seien zugleich naturrechtlich verbindlich und bänden somit alle Menschen.

Meine Erwiderung an Kaspers Adresse war nun letztlich, daß sich die Synode doch besser der Realität stellen solle, daß das Naturrecht nicht mehr allgemein akzeptiert, daß es vielmehr faktisch in unseren Gesellschaften unwirksam geworden ist. So hätte die Synode an der universalen Gültigkeit und am Anspruch des Naturrechtes festhalten und zugleich flexibler auf das Faktum reagieren können, daß die konkrete Geltung des Naturrechts weithin gänzlich aufgehoben ist. Das würde auch nicht Zustimmung zu diesem Faktum bedeuten oder resignierte Kapitulation davor.

Kasper bestreitet Gültigkeit des Naturrechts und begrüßt faktisch, daß es konkret nicht mehr gilt

Wenn man das neueste Interview Kaspers liest, belegt es eher, daß er die Naturrechtsargumentation auch seitens der katholischen Kirche aufgeben will. Er spricht davon, man solle die afrikanischen Bischöfe, die sich seinem Ansinnen entgegenstellen, nicht so sehr beachten. Und er unterscheidet verschiedene Kulturkreise, die unterschiedlich zu beurteilen seien. Gerade letzteres beweist, daß es ihm nicht darum geht, pastoral zu klären, wie die katholische Kirche in einer Welt, die das Naturrecht nicht mehr beachtet und in der man mit einer naturrechtlichen Argumentation nicht mehr durchdringen kann, reagieren soll, sondern daß er selbst Existenz und Gültigkeit des Naturrechts bestreitet. Wenn Kulturkreise über die Beurteilung sittlicher Handlungen entscheiden, gibt es für Kardinal Kasper offenbar keine sittlichen Handlungen mehr, die unter allen Umständen, zu jeder Zeit und überall moralisch „in sich schlecht“ sind. Diese Anschauung Kardinal Kaspers wäre nichts weiter als ein Anschluß an den neuen Konsens, Naturrecht sei nur eine Fiktion.

Zwar kann man die Offenbarung Gottes und das Naturrecht nicht als eine Größe betrachten und auch nicht als in allem unbedingt deckungsgleich. Doch beide Größen haben die Komponenten inhaltlicher Bestimmtheit und Unveränderlichkeit gemeinsam. Der Modernismus hat einen vitalistischen Offenbarungsbegriff; wenn die katholische Kirche sich jetzt auch von Naturrechtsargument verabschiedet, wird auch noch die Moral einer vitalistischen Konzeption unterworfen, mehr noch: Da ja nicht ein vitalistisches, schrankenlos reversibles und situationsabhängiges, Naturrecht behauptet, sondern die Existenz des Naturrechts überhaupt bestritten wird, kann dann strenggenommen keine Handlung und kein Verhalten mehr sittlich irgendwie als objektiv gut oder schlecht beurteilt werden.

Ich bemerke abschließend, daß ich nicht annehme, die Synode werde manipuliert oder in ihren Mehrheitsverhältnissen verzerrt dargestellt. Aber diejenigen, die Kardinal Kasper entgegentreten und ein Einschreiten des Heiligen Vaters erwarten, allen voran Kardinal Burke, bleiben hoffentlich auch dann standhaft und konsequent, sollte eine solche Intervention des Papstes ausbleiben, oder Gültigkeit und Geltungsanspruch des Naturrechts keine Rechnung tragen.

Bild: The Spectator (Screeenshot)

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zeitschnur
Der Artikel spricht letztendlich die Problematik an, dass erst einmal klar definiert werden müsste, was denn überhaupt ins „Naturrecht“ fällt. Der Autor spricht an, dass das „Naturrecht“ hier zum Totschläger mutiert wurde und missbracuht wurde für alles mögliche. Generell bedeutet „Naturrecht“, dass sich aus der natürlichen Verfasstheit des Menschen bestimmte „Rechte“ ergeben, die er innehat durch sein bloßes Menschsein. Das erinnert an die Konzeption der „Menschenrechte“. Man muss aber so ehrlich sein zuzugeben, dass sich die katholische Ehelehre gerade nicht überzeugend oder womöglich im Konsens mit allen Kulturen naturrechtlich fundieren lässt. Nirgends wird der Dissens zwischen dem, wovon man glaubt,… weiter lesen »
LeoStratz

Dass die Kategorie „EHE“ göttlichen Ursprungs ist, ist für mich persönlich eigentlich klar.
Hat nicht die heilige Familie genau dieses Abbild der Trinität in höchst heiliger und unbegreiflicher Reinheit gelebt?

LeoStratz

Der Unterschied zwischen der Ehe von Josef und Maria und den Ehen anderer Menschen liegt nicht in den Anforderungen Gottes an die Ehe sondern in der Heiligkeit und den Gnaden.
Durch die besonderen Gnaden Gottes an Maria und Josef machte der Heilige Geist diese Ehe fruchtbar und zwar nicht durch die Erschaffung einer neuen Menschenseele sondern durch die Fleischwerdung des Wortes Gottes.

zeitschnur
Ja, die „Heilige Familie“ ist ein Geheimnis, das man überhaupt erst noch tiefer kontemplieren müsste… Im Grunde ist das gar keine „Ehe“, weil zu einer Ehe immer auch der sexuelle Vollzug gehört. Bleibt er aus, sieht die katholische Kirche darin auch keine echte Ehe und hat seit jeher solche Verbindungen als „Ehen“ jedenfalls annulliert, als Josefsehen aber zugelassen (also als ein Zusammenleben von Mann und Frau in geistlicher Freundschaft). Die Heilige Familie ist in merkwürdiger Weise der Fluchordnung zwischen Mann und Frau nach dem Sündenfall entzogen. Das beginnt damit, dass Josef nicht den Vorrang hat in der Entscheidung, ob Maria… weiter lesen »
Arrow
Dass im Islam die Kinder dem Vater „gehören“ liegt an dem Bauer-Acker-Verständnis der Ehe. Es handelt sich hier um das Verständnis, das zur Zeit des Alten Bundes Gültigkeit hatte und mit Evas größerer Schuld beim Sündenfall legitimiert werden konnte. Durch das Kreuzesopfer des Gottmenschen wird die Ehe zum Sakrament und die Frau als Spenderin und Emfängerin dem Mann wieder gleichgestellt. Die sakramentale Ehe würde ich aber dem göttlichen Recht, das mit der speziellen Offenbarung verknüpft ist, zuordnen, wohingegen ich die natürliche Ehe der Heiden als mit dem Naturrecht und der allgemeinen Offenabrung verbunden einordnen würde. Im Beitrag oben fehlt mir… weiter lesen »
zeitschnur
Für mich bleibt – auch wenn ich den Vorschlag zur Präzisierung bedenkenswert finde – irgendwie immer noch unklar, wie das in einem Gemeinwesen, das nicht nur Katholiken umfasst, praktisch gehandhabt werden kann, und ob es wirklich redlich wäre, dem „Vollblutatheisten“ gegenüber zu sagen, er sei subjektiv „nur“ ans positive Recht gebunden, objektiv aber dem ganzen „Paket“ unterworfen. Das wird er sicherlich nicht akzeptieren. _____________________________ Noch eine Randbemerkung: was Sie hinsichtlich des Bauer-Acker-Verständnisses ausführen hat mit „größeren“ oder „kleineren“ Anteilen am Sündenfall nichts zu tun, denn 1. Lehrt der Koran, dass nicht Eva, sondern Adam zuerst fiel: „Jedoch Satan flüsterte ihm… weiter lesen »
Arrow
Hallo Zeitschnur, ich hatte es so, wie ich es dargestellt habe, in einem Vortrag Pfarrer Milchs gehört. Er meinte darin auch, dass die Frau ihrem Wesen nach in allem totaler sei als der Mann, im Guten wie im Bösen. Kraft anekdotischer Evidenz neige ich dazu, dieser Einschätzung zu folgen. Von dieser größeren Radikalität der Frau kommt vielleicht auch die „Schlüsselrolle“ der Frau im Heilsgeschehen. Von daher ist es vielleicht auch nicht unbedingt blasphemisch zu sagen, dass die Schlange ganz bewusst die Frau wegen ihrer schöpfungsmäßigen Disposition, Konsequenz zu zeigen, ausgewählt hat. Dass Adam bei Evas Dialog mit der Schlange zugegen… weiter lesen »
zeitschnur
Das wird oft abgewiesen, dass Adam bei Eva war. Aber es steht nun mal in der Schrift: „Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß“ (Gen. 3 6) M.E. ist es nicht zulässig spekulativ diese Stelle zu korrigieren und zu sagen, das könne aber nicht sein, weil… Ich weiß nicht, ob die Frau totaler ist als der Mann. Das wäre ja dann auch kein „Defizit“ bei ihr, sondern beim mann…aber beide waren doch „sehr gut“, wie es heißt, nein, das glaube ich nicht…sehen Sie doch totalitäre Herrschaften an… weiter lesen »
ein besorgter Christ
Das Naturrecht lässt sich nicht wissenschaftlich klar definieren, weil es dann wieder definiertes Recht ist. Da Naturrecht ist kein Recht dass man einfordern könnte, sondern das Recht der natur das ganz einfach ist, nämlich, um es mal blöd auszudrücken, besagt: Dass die Arterhaltung wichtiger ist, als die Selbsterhaltung und man um sich überhaupt selbst erhalten zu können seine n Beitrag zur Arterhaltung hat leisten müssen, was mehr ist, als sich vermehren, sondern weil der Mensch halt ein extremer Nesthocker ist, bedeutet sich selber zurückzunehmen um den Nachwuchs aufziehen zu können, weil man sonst nämlcih keine Zukunft hat, wie wir in… weiter lesen »
K
@zeitschnur, Sie haben wieder einmal die richtigen Lösungen im Kopf. Das wäre in der Tat eine gute Lösung, allerdings keine gangbare. Die Ansichten der Kirchenväter für überholt zu erklären, finde ich dabei nicht einmal soo schlimm, das wäre machbar, gerade was das Geschlechterverhältnis angeht (und natürlich das Verhältnis zum Judentum, wo so eine Revision ja z.T. und jdfs. im kath. Bereich schon stattgefunden hat, während die glaubenstreuen Protestanten leider stärker an der Judenfeindschaft hängen als wir). Zurück zur Ehe: Nicht an der Anerkennung der Überholtheit mancher Kirchenväter scheitert Ihre Idee, sondern an den ethischen Grundlagen des Christentums. Was Sie da… weiter lesen »
ein besorgter Christ

@ K so geht es aber nicht, lesen Sie erst mal die Schrift, googlen Sie Jesus, Thoraverschärfung, dann fassten Sie 40 Tage und dann sehen wir weiter

leoncio

Verehrte Zeitschnur
Kann Ihnen leider erst hier unten antworten. Na ja, wie Gott will, hoffentlich kriegen Sie es mit.
Damit Sie Ehe nicht so sehr mit der sexuellen Vereinigung gleichsetzen, sollte man bedenken dass das Synonym für Ehe der Begriff BUND ist.
Gott ist in seinem Wirken immer fruchtbar. Im Falle des einmaligen Bundes zwischen Josef und Maria spielt bei der Fruchtbarkeit dieses Bundes die Kraft aus den Lenden des Mannes keine Rolle .
Die Kraft aus der Demut der beiden Bündnispartner und ihre Hingabe an Gott ist der eigentliche Schlüssel.

leoncio

Kommt das WORT zum ELEMENT wird daraus ein Sakrament.

zeitschnur
@ leoncio Dennoch – nach der Lehre ist ein Ehebund durch zwei Merkmale gültig: die von beiden gewollte und mit „ja“ öffentlich bekundete Eheschließung in dem Sinn, den die Kirche mit einer Ehe meint (das Sakrament wird hier ja durch den Mann und die Frau selbst jeweils dem anderen gespendet!) UND den sexuellen Vollzug. Fehlt eines der beiden Elemente, wird bzw. wurde eine solche Ehe auf Antrag problemlos schon immer annulliert. Wir sollten bei aller Begeisterung für die Heilige Familie dies im Auge behalten. Was Maria und Josef lebten, ist in diesem Sinn keine „Ehe“, sondern eine geistliche Freundschaft, deren… weiter lesen »
leoncio
Die ersten Menschen haben sich geöffnet für die satanische Begierde und haben mit menschenähnlichen Wesen, die dem Gesetz des Todes unterlagen Unzucht getrieben. Das kann man noch beim heutigen menschlichen Genom feststellen, das zu 2 bis 4 Prozent mit Neandertaler Genom vermischt ist. (zumindest was die nordischen und asiatischen Völker betrifft) Auch die Bibel Gen 6 1-4 zeugt von dieser großen Störung, mit der sich der Mensch in den von Gott für den Menschen geplanten Fruchtbarkeitsprozess eingemischt hat. Ja man muß sich fragen inwieweit der Mensch sogar Unzucht getrieben hat mit den Zwischenwesen, die Gott erschaffen hat, damit diese quasi… weiter lesen »
leoncio

@Zeitschnur
Ich bin auch Vater und Opa. Natürlich gilt das Gebot Gottes:“Seid fruchtbar!“. Aber ich denke, dass Eheleute auch zur Enthaltsamkeit aus Liebe zu Gott und den Mitmenschen berufen sind. Im Übrigen denke ich, dass auch Lust keusch gelebt werden kann, wenn sie nämlich mehr im Bereich der Hingabe als im Bereich der Begierde erlebt wird. Sollte man so nicht die Geschichte von Tobias verstehen??

zeitschnur
@ leoncie Diese mytische Geschichte, die Sie da erwähnen – aus der Schrift geht das nicht klar hervor, und die Kirche hat das nie aufgegriffen. Insofern halte ich mich bei solchen Dingen zurück. Aber ich denke nicht, dass die Lust etwas Verwerfliches ist. Gott hat das in uns hineingelegt, damit wir Nachkommen hervorbringen.Ohne sie könnten wir doch keine Kinder zeugen…Die Lust steht wie alles andere nach dem Sündenfall eben unter der Sünde, ist aber deswegen prinzipiell nichts Schlechtes. Gerade jungen Leuten darf man m.E. nicht mit überhohen „Keuschheitsidealen“ in der Ehe das Leben schwer machen. Immerhin empfiehlt der Apostel Paulus… weiter lesen »
leoncio

@Zeitschnur

So ist es!

Monsieur Swann
@ zeitschnur Sie treffen sicherlich den wunden Punkt, wenn Sie auf die Vieldeutigkeit des Naturrechts verweisen. Wenn man so etwas wie ein unwandelbares Naturrecht annimmt (was ich tue), dann ist damit noch nicht sein Inhalt festgelegt, der bedarf vielmehr der Interpretation und variiert je nach Weltbild. Ein biblisch bzw. katholisch inspiriertes Naturrechtsdenken kommt zu anderen Inhalten als ein stoisches oder gar rassistisches. Auch homosexuelle Aktivisten berufen sich ja implizit auf ein Naturrecht – einerseits wenn sie Homosexualität als etwas Natürliches behaupten, andererseits wenn sie staatliches (sprich positiv gesatztes) Recht, das Homosexualität unter Strafe stellt, als Unrecht bezeichnen. Es reicht also… weiter lesen »
zeitschnur
„Schatten einer Ausnahme“ bezieht sich auf meine Auseinandersetzung mit dem Poster @ K, der immer wieder auf die „Matthäus-Klauseln verwies, in denen Jesus eine Scheidung wegen Ehebruch angeblich zugelassen habe. @ K zitierte aus irgendeinem Katechimus oder einer Dogmatik (weiß nicht mehr genau), in der der entsprechende Kanon des Tridentinum zwar die Unauflöslichkeit der Ehe als Dogma, die Ablehnung einer Scheidung/Wiederverheiratung nach dem Ehebruch des einen Partners als „regula fidei proxima (also aktuell lehramtlich) bezeichnete, was ihm die Idee eingab, das könne ja wiederum noch aktueller auch geändert werden. Der 1. Ehezweck ist die Fortpflanzung. mit dem Vat. II wurde… weiter lesen »
Monsieur Swann

@ zeitschnur
Danke für Ihre Antwort. Ich fürchte nur, dass ich eher K beipflichte.
Den „Schatten einer Ausnahme“ können Sie kaum beseitigen, da die Unzuchts-Klausel ja im Evangelium steht; das Evangelium können Sie allerdings nicht ändern.

Dass der hauptsächliche Ehezweck die Fortpflanzung sei, will mir nicht recht einleuchten. Zur Fortpflanzung braucht es aber – rein faktisch – keine Ehe. Dann ist es ja auch so, dass die Ehe fortbesteht, wenn die Gatten in ein Alter kommen, wo sie (zusammen) keine Kinder mehr zeugen können. Das würde ja bedeuten, dass die Ehe keinen mehr hätte. Warum sollte sie dann unauflöslich sein?

zeitschnur
@ Monsieur Swann Die Unzuchtsklausel spricht von einer Scheidung bei Ehebruch des Partners, nicht aber von einer Wiederverheiratung. Erhärtet wird dieses Verständnis durch den Apostel Paulus, der ebenfalls eine Scheidung zulässt in solchen Fällen, eine Wiederheirat jedoch ausdrücklich verbietet. Nicht ich verändere als das „Evangelium“… Ich sagte nicht, dass der 1. Ehezweck der einzige ist. Das ist ein Unterschied… Allerdings bedeutet bei einem älter gewordenen Ehepaar die Tatsache, dass es irgendwann vorbei ist mit dem Kinderkriegen, ja nicht, dass sie zuvor nie Kinder hatten. Die Ehe ist in Kontinuität zu sehen, dient primär der Fortplfanzung und sekundär der gegenseitigen Stütze… weiter lesen »
Antifebronius
Zur abschließenden Bemerkung von Herrn Oldendorf, die Synode werde nicht manipuliert, gestatte ich mir wiederzugeben, was soeben auf dem Blog von Hw. Zuhlsdorf in englischer Sprache veröffentlicht wurde (Übersetzung und Hervorhebungen von mir): Aus „La Stampa“ (Marco Tosatti) : „Der Generalsekretär der Synode (Kard. Baldisseri) vermeldete die Entscheidung, die Berichte der Circuli Minores nicht zu veröffentlichen. Diese Vermeldung war der Anlaß zum PROTEST von Kardinal Erdö und zahlreicher anderer Synodenväter. Der Papst war sehr still und ernst. (…) Erdö ergriff das Wort, distanzierte sich implizit von dem Bericht, der unter seinem Namen veröffentlicht worden war, und sagte, daß, da diese… weiter lesen »
IMEK

Dank sei Gott dem Herrn

Franzel
Kardinal Kasper hat sich klar geoutet, kein Zweifel möglich: Statement on Cardinal Kasper Interview http://edwardpentin.co.uk/statement-on-cardinal-kasper-interview/ His Eminence Cardinal Walter Kasper spoke to me and two other journalists, one British, the other French, around 7.15pm on Tuesday as he left the Synod hall….His Eminence made no comment about not wanting his remarks published. It depends on the context, but normally in such a situation, comments are considered on the record unless otherwise requested. INTERVIEW TRANSCRIPT …. It has been said that he added five special rapporteurs on Friday to help the general rapporteur, Cardinal Peter Erdo. Is that because he’s trying… weiter lesen »
PETRUS

Der obige Schnappschuß ist vielseitig ausdeutbar: Eminenz Kasper will das Brustkreuz ablegen! Er sollte es wirklich tun, er ist schon lange kein Diener Christi mehr!

SabineF

Der werte Kardinal hat gerade gaaaaanz andere Probleme 😉

http://edwardpentin.co.uk/statement-on-cardinal-kasper-interview/

Wo er doch sagte:
„Ich bin schockiert. So habe ich nie über Afrikaner geredet und würde ich auch nie reden.“

Pascal13

Der ist einfach indiskutabel

Kirchenzerstörer, Häretiker, Rassist, Lügner

Was wollt Ihr mehr? An deutschem Wesen soll die (katholische) Welt genesen… Pfui

Shuca

„Was wollt Ihr mehr? An deutschem Wesen soll die (katholische) Welt genesen… Pfui“
Ohne das Geld, ohne diese vermaledeite deutsche Kirchensteuer gäbe es kein deutsches Wesen in der heiligen Kirche. Man müßte sie suchen um sie zu finden.
Per Mariam ad Christum.

ecclesia

Ja, und dieser Kardinal wird noch vom Papst gestützt und geschützt, wenn nur dieser Alptraum bald vorbei wäre.

Marcellus

Wenn ich wählen soll, wem ich glaube, dann ist meine Entscheidung völlig klar. Diesem verlogenen arianischen Erzhäretiker in Rom glaube ich kein Wort. Der lügt doch, wenn er den Mund aufmacht. Dieser Greis ist eine Schande für die Kirche ! Pfui !

Leser

Kürzest: Kardinal Kasper ist ein Lügner!!! Öffentlich der Lüge überführt!!! Barmherzigkeit gegenüber Zenit??? Njet verlautbarte der 1. Sekretär des Synoden-Sowjets. Verzeihung, der Gensiek der Synode ist ein gewisser Kardinal Baldriani. Noch einmal zum Mitschreiben: Kardinal Kasper ist ein Lügner!!! Und öffentlich der Lüge überführt!!!

Leone

Und siehe,da wühlen sie wieder – wie zuvor schon auf dem II.Vaticanum: Die unselige Rheinische Allianz! (Der Rhein stürzt sich in den Tiber). Es spielt sich ab, was sich auch sonst so in der deuschen Aussenpolitik abspielt: Dirigismus, Intrigen, Chauvinismus, frei nach dem Motto: „Am deuschten Wesen soll die Welt genesen“. Ebenfalls Pfui und ein CHUZPE!

Heinrich
Was reden Sie da bitte? Welches Deutsche Wesen? Sie meinen preußisch-protestantisches-Maurerwesen. Das ist Hunnenpack, mit Verlaub. Diese Turkvölker aus der Steppe haben es nie mit Gewalt durch Krieg geschafft, so kam man auf friedlichem Wege durch die Hintertür der Loge. Wir leben in einem Hunnenland aber nicht in Deutschland, aufwachen! Seitdem der österreichische Kaiser die Amtsgeschäfte niederlegte und die Krone ins Museum verfrachtete, gibt es kein Deutschland mehr auch kein Österreich auch kein Frankreich, erst recht kein Europa. Das ist nicht unser Europa, das ist maurische Hunnenspinnerei! Verwechseln Sie nicht bitte nicht die Ziege mit dem Bock, reicht schon dass… weiter lesen »
Heinrich
Ach und war es nicht ein Johannes XXIII., der kleine von Völlerei gezeichnete, Zigarette qualmende „Papst“, der in der Türkei in einen Rosenkreuzer-Pseudo Orden initiiert wurde. Ja man sieht schon woher der Geist des Konzils kommt. Wenn ein Christ auf das Rheinland zeigt, dann sagt den Völkern der Welt, das von dort aus unter den Franken der Katholizismus seinen Siegeszug durch Europa angetreten hat! Aber anstatt sich auf das Eigene zu besinnen läuft man Wölfen im Schafspelz nach und faselt was von Rheinischer Allianz, mit dem Rheinland hat das nichts zu tun, genauso wenig wie mit dem Katholizismus. Ich bin… weiter lesen »
zeitschnur
Ruhig Blut, @ Heinrich! Auch wenn ich Ihnen rechtgeben, dass es beileibe nicht nur die Deutschen waren, die das Konzil bestimmten, und Johannes XXIII. ein totaler Double-Bind-Charakter war, um nicht zu sagen irgendwie schizoid, einerseits dieses Gefasel von einem Lichtstrahl aus der Höhe, der das Konzil initiiert habe (er sagte nicht, es sei der Hl. Geist gewesen!), diese unsägliche Eröffnungsrede mit ihren eindeutig modernistischen Aussagen, andererseits ein verklemmter Spießer („Traditionalist“) sondergleichen, der Priestern den Priesterhut wieder aufzwingen und ihnen verbieten wollte, mit einer Frau im Auto zu fahren, auch wenns die eigene Mutter war, dann wieder ach so aggiornament tat… weiter lesen »
Heinrich
@ zeitschnur Es ist richtig die Erlösung nicht an Folklore zu binden, das war ja schon zum Teil den Juden zum Verhängnis geworden. Aber wie ich sagte, es ist nicht rheinländische Kultur mit dieser Bagage verbunden, warum sagt man nicht einfach Hunnen-Allianz und hebt die wahre Historie hervor, auch unseren Ahnen zu Liebe die treu Gott dienten? Für mich ist das eine Hunnen-Allianz, weil damit der Kern der Sache aufgegriffen wird. Man behebt das Problem an der Wurzel. Wer immer diesen Begriff Rheinallianz prägte, hätte das,mal berücksichtigen sollen. Kehren wir mal lieber zu unsern Wurzeln zurück und besinnen uns derer,… weiter lesen »
Heinrich
@ zeitschnur Eine Anregung noch, wenn man diese Clique als Rheinallianz bezeichnet, treibt man unwissentlich die Katholiken dort in die Arme der Konzilskirche vor Ort, unterm dem Aspekt der Selbstidentifikation. Sie sind leider hier im Forum mehrfach Opfer von bayrischem Lokalpatriotismus, dieser Art Selbstidentifikation, geworden in Bezug auf Benedikt, wobei sie sich standhaft inhaltlich und sachlich bewehrt haben. Mein vollsten Respekt! Mit so begriffen wird wieder so ein falscher Lokalpatriotismus betrieben. Ich behaupte: Wer das Rheinland besitzt, besitzt, Europa! Also erobern wir uns das Herz Europas zurück, dann steht die Tür nach Frankreich und Benelux uns auch offen. A.E.I.O.U.- Austria… weiter lesen »
Carlo

Heinrich:

Für einen US-amerikanischen Autor wie P. Wiltgen SVD hat „Rheinallianz“ doch nichts mit Ihrem lieben Rheinland zu tun, das er kaum gekannt haben dürfte.

Aber sehen Sie sich doch den Lauf des Rheins an: CH – A – D – F +/- Benelux. Da haben Sie jene Clique eben schon ziemlich gut beisammen !

zeitschnur
Einverstanden in allem – bloß, ähem, also ich lebe zwar assimiliert und in großer Offenheit in Baden (ein wirklich schönes und traditionsreiches Land!), bin aber von meiner Abstammung her ebenfalls bayerisch. Richtig niederbayrisch. Meine Angreifer sind teilweise aber Ötzis. Ist mir aber auch egal – wie gesagt, meine Heimat muss das Himmlische Jerusalem sein. Dass jeder seine Heimat auf Erden liebt, weil sie ihn geprägt hat und er ihr viel verdankt und in allen katholischen Traditionsländern viel Gutes war (ist), ist klar. Das wollte ich nicht bestreiten, aber wie Jesus sagt: „Meine wahre Familie sind die, die den Willen des… weiter lesen »
Agricola

// Zugleich muß man hinzufügen, daß der Naturrechtskonsens spätestens beginnend mit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts zunehmend verdunstet ist. //

Mit dem Subjektivismus der Aufklärung, wie es schon Kants Kategorischer Imperativ (!) darstellt, noch deutlicher bei Fichte, wurde der Naturrechtskonsens aufgesprengt, die Natur selbst zur Religion stilisiert, moralische Substrate bspw. in eine utilitaristische Ethik kanalisiert und schließlich von den Dichtern der deutschen Romantik in konsumierbare Flaschen abgefüllt. Im Prinzip entspricht das der freimaurerischen Konzeption des G.A.D.U.

Marcellus

Gerade habe ich es auch gelesen. Der Bergoglianische Lügenbaron Kasper hat dreist die gesamte Kirche und Öfentlichkeit angelogen. Das also ist die Glaubwürdigkeit der neuernannten Kirchenzerstörer. Pfui Teufel: Ein Kardinal, der lügt ! Hört ihr es, ihr dummdreisten Verteidiger des Lügenbarons: KASPER ist ein dreckiger Lügner ! Pfui !

Leo Laemmlein

Die Synode verläuft für die Revoluzzer nicht so optimal wie vermutlich geplant und erhofft. Nachgeben werden sie freilich nicht. Ihre Stärke ist P. Franziskus, der das letzte und entscheidende Wort hat. – Kardinal Kasper hat sich arg blamiert. Möge er in sich gehen, statt sich zu verhärten. Aber machrn wir uns keine Illusionen: die meisten Katholiken bekommen von diesen Vorgängen nichts mit und werden jedes Ergebnis akzeptieren.

Franzel

Der Papst weiß nicht so genau,was er in der gegenwärtigen Situation @Antifebronius tun soll. Er ist, wie es den Anschein hat, nicht begeistert, daß eben „sein“ Kardinal Kasper nebst den anderen eine deutliche Minderheit sind.
Inzwischen hat sich Kardinal Kasper durch seine nachweislichen rassistischen Äußerungen aber selbst disqualifiziert. Bleibt abzuwarten, ob oder wann Papst Franziskus ihm den Laufpaß gibt.
Falls nicht, hat der Papst ein Problem. Denn dann würde jeder sehen, daß er offenkundig mit zweierlei Maß mißt.

K
Ich finde Oldendorfs Ausführungen ausgesprochen hilfreich und weiter führend. Was jetzt noch fehlt, wäre die Anwendung seiner Naturrechtskritik auf den Bereich der menschlichen Sexualität. Was in diesem undurchsichtigen und von unbewusst-archaischen Atavismen durchwirkten Feld wirklich naturrechtlich festgeschrieben bzw. in die Natur des Menschen eingeschrieben ist und ob nicht doch vieles von dem, was trad. für natürlich vorgegeben gehalten wurde, kulturell überformt ist, wäre hier die Frage. An anthropologischer Grundlagenforschung empfehle ich hier die „Metamorphosen der Verwandtschaft“ (Métamorphoses de la parenté, 2004, engl. The Metamorphoses of Kinship, 2011) von Maurice Godelier, wiewohl der natürlich aus einer ganz anderen Ecke kommt (sicher… weiter lesen »
leoncio

Verehrte Zeitschnur
Kann Ihnen leider erst hier unten antworten. Na ja, wie Gott will, hoffentlich kriegen Sie es mit.
Damit Sie Ehe nicht so sehr mit der sexuellen Vereinigung gleichsetzen, sollte man bedenken dass das Synonym für Ehe der Begriff BUND ist.
Gott ist in seinem Wirken immer fruchtbar. Im Falle des einmaligen Bundes zwischen Josef und Maria spielt bei der Fruchtbarkeit dieses Bundes die Kraft aus den Lenden des Mannes keine Rolle .
Die Kraft aus der Demut der beiden Bündnispartner und ihre Hingabe an Gott ist der eigentliche Schlüssel.

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