Der Schwarze Papst: Synode nicht da, „um abstrakte Ideen mit den Hieben der Doktrin zu bekräfigen“

Der Weiße Papst umarmt den Schwarzen Papst, beide stammen aus dem Jesuitenorden
Der Weiße Papst umarmt den Schwarzen Papst, beide stammen aus dem Jesuitenorden

(Rom) Giacomo Galeazzi von Vatican Insider führte ein Interview mit Pater Adolfo Nicolas, den Generaloberen der weltweit etwa 18.000 Jesuiten. Der Generalpropst der Jesuiten wird auch als „Schwarzer Papst“ bezeichnet, wegen des Kontrastes zum weißen Gewand des Papstes, während die Jesuiten kein eigenes Ordenskleid kennen, sondern die Soutane der Weltpriester tragen. Vor allem aber wegen eines vierten Gelübdes, das Jesuiten zur Treue zum Papst verpflichtet. Soweit zumindest die Theorie.

„Es kann mehr christliche Liebe in einem irregulären Paar geben, als in einem, das in der Kirche getraut wurde“, sagte Nicolas am Beginn des Interviews. Katholisches.info dokumentiert das vollständige Interview mit dem Generaloberen des Jesuitenordens, der einer der drei Synodalen ist, die als Vertreter der katholischen Orden an der Synode teilnehmen.

Wird es ein „aggiornamento“ der Familienmoral geben?

Die freie und offene Diskussion geht in Richtung Änderung, in Richtung pastorale Anpassung an die veränderte Realität unserer Zeit. Das ist ein epochales Zeichen, weil es in diesen Jahren Kräfte gab, die versucht haben, die Kirche hinter die große Saison des Konzils zurückzuführen.

Und die Kommunion für die wiederverheiratet Geschiedenen?

Man kann die Synode nicht daran hindern, wie es manche möchten, darüber zu diskutieren. Die Bischöfe wurden nicht zusammengerufen, um abstrakte Ideen mit den Schlägen der Doktrin zu bekräftigen, sondern um Lösungen für konkrete Fragen zu suchen. Bezeichnenderweise nahmen der Papst und viele Synodenväter in ihren Wortmeldungen Bezug auf Texte des Konzils. Hier äußert sich die Kirche des Hörens auf den Geist, die auch Kardinal Martini bis zum Ende seines Lebens erhoffte.

Die Konservativen sprechen davon, daß die Lehre in Gefahr sei…

Es ist falsch zu verabsolutieren. Nehmen wir den Fall der unehelichen Partnerschaften. Es ist nicht so, daß bei einem Mangel alles schlecht ist. Im Gegenteil: es gibt dort etwas Gutes, wo man dem Nächsten nicht wehtut. Franziskus hat es betont: „Wir sind alle Sünder“. Das Leben ist auf allen Feldern zu versorgen. Unsere Aufgabe ist es, die Menschen der Gnade anzunähern, nicht sie mit Vorschriften zurückzuweisen. Für uns Jesuiten ist es tägliche Praxis. Das weiß die Inquisition1 genau.

Auf welche Weise?

Unser Gründer, der heilige Ignatius wurde ganze acht Mal der Prüfung durch die Inquisition unterzogen, nachdem er vom Hören auf den Geist gesprochen hatte. Damals wie heute zählt für uns mehr der Geist, weil er von Gott kommt, als Regeln und Normen, die hingegen Menschenwerk sind. Die Moral der Familie und der Sexualität brauchen Milde und Brüderlichkeit. Es geht nicht darum zu spalten, sondern zu harmonisieren. Man kann die Menschen nicht evangelisieren, indem man sie mit dem Evangelium schlägt. Nur die Entscheidung, sich auf Christus zu konzentrieren, bewahrt vor fruchtlosen Disputen, vor abstrakten ideologischen Auseinandersetzungen. Mängel und Unvollkommenheit entwerten nicht die Gesamtheit der Evolution der Familie in der Gesellschaft der vergangenen Jahrzehnte. Wenn es etwas Negatives gibt, dann bedeutet das nicht, daß alles negativ ist.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican Insider

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  1. Anspielung auf die Glaubenskongregation an der Römischen Kurie. []

49 Comments

  1. Diese Stellungnahme des „Schwarzen Papstes“ war genau so zu erwarten. Von den Verteidigern der Lehre hört man kaum etwas und ich frage mich: Äußern diese ihre Meinung nicht, oder werden ihre Worte von den Medien bewusst unterschlagen? Oder sind sie gar in der Mehrzahl übergelaufen? Was ich bis jetzt lesen konnte gleicht eher einer Selbstbweihräucherung der Reformisten, als einer kontroversen Diskussion. Mir erscheint das alles etwas seltsam.

    • Über die geplante Manipulation bei der Synode hat der Vatikanist Marco Tossati am 20 September in La Stampa berichtet.
      Die Wege störende Wortmeldungen auszubremsen sind im Vorfeld der Synode ausgeklügelt worden. Damit prahlte ein Beteiligter bei einem Abendessen, nicht bedenkend wer mithört.
      Nicht abwegig, dass bereits der Abschlusstext fertig vorliegt und nur noch von Papst Franz I. unterschrieben werden muss. Honi qui mal y pense.

      englischer Text
      http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/09/synod.html#more
      In short, things for Kasper and Co. would appear not to be going so well. Yet there might be a way of helping him, along with trying to stop the bothersome voices from being too loud.

      The first point consists in asking that the written presentations be handed in well in advance. Which has been done. Anyone who wanted to present a statement at the Synod had to have it delivered by the 8th of September.

      Second: read all of the presentations carefully, and if some of them seem perhaps particularly peppery, before the problematic speech itself is delivered, allow a speaker to attempt to respond, to all, or part of the problems raised by the prepared statement itself.

      Third: if some presentations appear to be problematic, say that unfortunately there isn’t enough time to allow everyone to speak, but nonetheless the text has been received, and remains in the records, and is sure to be taken into account in the final report.

      In effect the Synod itself will not be so important, but the synthesis that will be made thereof, and which will carry the Pope’s signature as a “Post-Synodal Exhortation”. Besides, very probably it will not be a clear definitive text, but based on “fluctuating” interpretation – in such a way that anyone reading it may construe for himself the parts that are agreeable to him.

      A modest observation from a poor reporter: if one has such an elaborate and shrewd plan, why speak of it in front of perfect strangers at a sumptuous dinner?

  2. Wer so redet wie der „Schwarze Papst“ hat nichts verstanden. Das heißt: er hat eine anti-christlich weltliche und banale Sicht auf das Ehesakrament und den Heilsdienst der Kirche Christi.
    Dieser Mann hat vom Hl. Geist offenbar nichts verstanden. Sein Geist, dem er huldigt, ist nicht heilig.

    Nicht allein „“die Lehre, wie die „Konservativen“ sagen““, ist in Gefahr, sondern die Erlösung durch Jesus Christus wird vom Jesuitengeneral indirekt verneint. Er hat nicht verstanden, warum Gott Mensch wurde. Wie konnte er jemals zum Priester geweiht werden?!

  3. „Man kann die Menschen nicht evangelisieren, indem man sie mit dem Evangelium schlägt.“

    Ich versuche mal diese jesuitische Galionsfigur zu übersetzen.
    Man kann die Menschen nicht zu Christus führen wenn man sie mit seinen Worten zu viel belästigt.
    Es reicht ja völlig aus wenn ihr Jesuiten der großen Konzilssaison den Menschen die Ohren volldröhnt. Es scheint eure tägliche Praxis zu sein.

    „Die freie und offene Diskussion geht in Richtung Änderung, in Richtung pastorale Anpassung an die veränderte Realität unserer Zeit. Das ist ein epochales Zeichen, weil es in diesen Jahren Kräfte gab, die versucht haben, die Kirche hinter die große Saison des Konzils zurückzuführen.“

    Jetzt habe ich den schlauen Jesuiten begriffen. Sie wollen das Sakrament der Ehe nur
    deswegen abschießen weil sie die große Saison des Konzils retten wollen.

    „Das Leben ist auf allen Feldern zu versorgen.“

    Der Herr möge euch auf den Rübenacker schicken zum Runkeln ziehen da könnt ihr wenigstens nichts verkehrt machen.
    Per Mariam ad Christum.

    • „… da könnt ihr wenigstens nichts verkehrt machen.“

      Ich fürchte, dass diese Leute sogar unfähig sind, gescheite Runkelrüben zu ziehen. Auch dafür braucht man Ahnung von der Materie.

  4. Ich finde das schockierend und weiß einfach nicht mehr was ich dazu noch sagen oder schreiben soll, außer dass ich so unfassbar traurig und enttäuscht bin. Das ist doch nicht mehr die Kirche an die ich mein Leben lang geglaubt habe – es ist irgendwie das Gefühl als wie wenn man verlassen wird und erst einmal nicht weiß wie es weiter gehen soll

    Was mir auch seit Tagen nicht aus dem Kopf gehen will ist, dass ich das ganze Rational hinter all den Aktionen nicht verstehe. Wenn man jetzt man vom theologischen absieht (man möge es mir verzeihen, ich weiß dass man das nicht darf, aber nur jetzt als Gedankenspiel) könnte man auf die Idee kommen, dass hinter all dem eine ökonomische Betrachtung steht i.S.v. die Kirche möglichst groß zu halten. Ich kann mir aber nicht vorstellen dass diese Rechnung aufgeht (rein ökonomisch, dass sie theologisch verächtlich ist ist klar!), denn es wird durch viel weniger Homos und sogennante wiederverheirateten Geschiedenen geben die wieder zur Kirche finden als auf der anderen Seite glaubenstreue die nicht mehr weiter wissen und sich von dieser merkwürdigen Form der glaubensuntreuen Kirche entfernen!? Oder?

    • Seien Sie vergewissert. Sie glauben an die Eine, Heilige katholische und apostolische Kirche dessen Haupt Jesus Christus unser Herr und Gott ist und die von den Pforten der Hölle nicht überwunden werden kann.

      Kann sein, dass wir Zeugen davon werden, wie Diener Gottes es fertig bringen die Steine der Kirche abzutragen und so zu tun als dienten sie damit dem Aufbau des Reiches Gottes, während sie schon längst dem Fürst der Welt zu Diensten sind mit dem Ziel die Kirche zu zerstören.

    • Pascal, Sie schreiben:

      //es ist irgendwie das Gefühl als wie wenn man verlassen wird und erst einmal nicht weiß wie es weiter gehen soll//

      Ich kenne dieses Gefühl, aber ich habe es –Gott sei Dank!– überwunden.
      Ich möche Ihnen diese Verse aus dem Wort Gottes zu bedenken geben:
      .
      „Nur auf Gott wartet still meine Seele;
      Von ihm kommt meine Rettung.
      Nur er ist mein Fels und mein Heil,
      Meine sichere Burg;
      Ich werde nicht allzu sehr wanken. …
      Nur auf Gott wartet still meine Seele;
      Denn von ihm kommt meine Hoffnung.
      Nur er ist mein Fels und mein Heil,
      Meine sichere Burg;
      Ich werde nicht wanken.
      Auf Gott ruht mein Heil und meine Ehre;d
      der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in Gott.
      Vertraue auf ihn allezeit, o Volk,
      Schüttet euer Herz vor ihm aus!
      Gott ist unsere Zuflucht. …“
      .
      Zuerst müssen wir zusehen, dass wir mit Jesus Christus verbunden sind, durch den Glauben und die Gnade, das ist das Wichtigste überhaupt, und dann werden wir auch andere finden, die ebenfalls mit Ihm verbunden sind. Das sind unsere Brüder und Schwestern in Christus.
      Auf diesem Weg können Sie Überraschungen erleben.
      Nicht Papst Franziskus und nicht Papst Benedikt, nicht Pater Pio und nicht einmal die Jungfrau Maria und Mutter des Herrn, sondern allein Jesus Christus ist für uns am Kreuz gestorben und ist am dritten Tage auferstanden und hat uns so den Weg zu Gott freigemacht, E r ist unser beständiger Mittler und Fürsprecher vor dem himmlischen Vater. Das jedenfalls lehrt uns das Wort Gottes!

      • Eine ziemlich steile Kurve, die Sie im letzten Abschnitt hinlegen.

        Pascal13 sollte sich nicht hingeben, dass ausgerechnet ein Protestant ihm zu raten vermag.

      • Leo hat doch recht und es ist so.
        Die Kirche folgt aktuell Christus nach, der ja schließlich udn endlcih auch von den religiösen Führern aus Gründen des Opportunismus ans Kreuz gebracht wurde.

  5. SI CUM JESUITIS, NON CUM JESU ITIS!
    Diese Wahrheit bestätigt sich immer wieder, seit dieser Orden von einer Phalanx des Katholizismus zu einer Speerspitze der Revolution mutiert ist.

    Im Übrigen trugen die Söhne des heiligen Ignatius bis zum zweitvatikanischen Umsturz seht wohl ein Ordenskleid: Die Soutane mit etwas anderem Schnitt und das Zingulum aus Wolle und im Gegensatz zu den Weltpriestern an der rechten Seite – wie man es bei der SJM noch heute sehen kann.

    Modernen Jesuiten muß man zugute halten, daß sie wenigstens die heilige Soutane nicht schänden, wenn sie mit Jeans und Pulli herumlaufen oder in typischen Spießerklamotten aus den 60er Jahren (mausgrauer Anzug mit meist unpassender Krawatte wie ein kleiner Schalterbeamter der Sparkasse) und dabei ihre ungeheuerlichen Aussagen machen. Da weiß man wenigstens, woran man ist!

  6. „Die Bischöfe wurden nicht zusammengerufen, um abstrakte Ideen mit den Schlägen der Doktrin zu bekräftigen, sondern um Lösungen für konkrete Fragen zu suchen.“

    Die Lösung aller konkreten Frage ist die katholische Ehe. Aber um die geht es bei dieser Synode nicht.

  7. Zeitgeist-Denken im modernistischen Geschenkpapier:
    -
    „Die Moral der Familie und der Sexualität brauchen Milde und Brüderlichkeit.
    Es geht nicht darum zu spalten, sondern zu harmonisieren“
    -
    Dieses freigeistige Gerede ist fast schon modernistischer Standard. „Brüderlichkeit und Harmonisierung / geht nicht darum zu spalten“ !? Ja hat denn nicht unser Herr und Gott Jesus Christus angemahnt, dass Er gekommen sei, um „das Schwert zu bringen“ ?! Zu „Spalten“ im Sinne von Für oder gegen Ihn. Und wie es nicht möglich ist nur „ein bisschen“ katholisch zu sein, ist es nicht möglich die Lehre der Kirche „nur nach Gutdünken“ zu befolgen. Gerade der Hinweis auf die HEILENDE Gnade der aufrichtigen Reue über die begangenen Sünden und dem WILLEN zur UMKEHR, der ABKEHR von der Sünde ist wahre Brüderlichkeit in Christi und wahre Nächstenliebe. Wer hier von „Milde und Harmonisierung! schwafelt, läuft Gefahr dem Weltgeist nach dem Munde zu reden und der Sünde den Anstrich von „Anständigkeit“ zu verleihen. So wird er selbst zum Spalter und zwar zum Abspalter von der Gnadenfülle der hl. Sakramente, deren Wirkmächtigkeit nicht auf an den Haaren herbei gezogenen windschiefen Vorstellungen von „Milde und Harmonie“ basiert sondern alleine auf dem aufrichtigen Willen des Menschen zur Umkehr ohne irgendwelche „Freiräume“ zur Fortführung der selbstgerechten Lebensgestaltung.

    Der sel. Kardinal Newman hat das Finden des schmalen Weges und der engen Pforte zur Glückseligkeit:
    -

    „Die „Furcht Gottes ist der Anfang der Weisheit ( Spr. 1,7).
    Solange ihr nicht seht,
    dass Gott ein verzehrendes Feuer ist ( Deut 4,24)
    und ihm nicht mit Ehrerbietung und frommer Furcht als Sünder naht,
    seid ihr nicht einmal in Sichtweite der „engen Pforte“ ( Mt 7,13)“
    -

    Dies hört sich so gar nicht nach falsch verstandener „Milde“ und schon gar nicht nach menschengemachter „Harmonisierung“ an.

    S.E.. Erzbischof Wolfgang Haas hat in einer seiner ausgezeichneten Predigten
    auf ein Zitat des hl. Bruder Klaus ( Niklaus von Flüe ) hingewiesen:
    -
    „Die Angriffe des Teufels geschehen oft im Glauben und durch den Glauben“
    -

  8. Wenn es sich bei der gereichten Speise um heiliges Brot handelt oder um einen Gemeinschaftsritus, dann muss man den Wiederverheirateten natürlich dieses Sakrament spenden, auch wenn sie bei dem anderen Sakrament gepatzt haben.
    Nur wenn es sich bei dieser Speise um Gott selbst handelt, der das äußerste Zeichen endgültiger Liebe zu uns aufstellt, indem Er sich uns zur Speise reicht, muss unsere Bereitschaft zu endgültiger Liebe auch da sein.
    Was die Verteidiger der Lehre aber vielleicht übersehen ist, dass heutzutage kaum noch einer Eheschließung eine klare Belehrung über das, was eine Ehe ist, vorausgeht. Insofern mag es tatsächlich stimmen, das viele Geschiedene hier völlig falsche Vorstellungen hatten. Wenn man dann noch sieht, dass bei einer Ehekrise von außen häufig zur Scheidung geraten wird, dann erkennt man, dass das Problem der Eheleute und Geschiedenen an dieser Front bekämpft werden muss. Hier muss die Kirche Gottes deutlicher und machtvoller (vor allem auch drohender) ihre Stimme erheben.

  9. „Die große Saison des Konzils“: am Ende des Konzils 1966 gab es ca. 33000 Jesuiten, dannach ging es rasant bergab bis auf jetzt knapp 18000 Mann; Raum 8000 davon sind älter als 70 Jahr, d. h. statistisch gesehen (Durchschnittslebenserwartung 85Jahr) in 15 Jahr nicht mehr da.
    Berufungen hauptsächlich in Asien, Afrika und Südamerika.
    In Erinnerung an 1914 und den 1. Weltkrieg: für den Jesuitenorden war es ab 1966 offenbar die große „Saison des großen Sensenmanns“.

    Die schwarze Soutane tragen die Jesuiten schon sehr lange nicht mehr; sie verschwand schon während des Konzils.
    Kurz hinterher mußte auch der Clergyman dran glauben.
    Auch das Kreuz muß man inzwischen suchen.

    Um den belgischen Jesuitenpater Luc Versteylen SI , Gründer der flämischen Grünen (Agalev) und sehr alternativ und nonkonformist, zu zitieren: „Wir Jesuiten gehen bis an die Grenzen aber überschreiten sie nicht“.
    Seit Jahrzehnten fest mit einer Frau („Mieke“) verbunden und auch involviert in den Mißbrauchsskandalen und -vorwürfe der „Oude Brouwerij“, wohnt er jetzt mit Genehmigung seines Provinzials mit der Frau zusammen im geselligen Lebensabend.
    „Wir sind alle Sünder“- Milde und Brüderlichkeit (besonders für die Jesuiten untereinander)- harmonisieren (trotz Zölibat zusammenhocken)- die Leute der Gnade anzunähern (offensichtlich besonders in der Jes.Provinz Oregon, California, in dem Midwest, in Belgien…).

    Die abstoßende Wirkung dieses scheinheiliges Geschwafels wird nur noch durch die Schnelligkeit ihres Schrumpfens und die Höhe der bezahlten Entschädigungen bei Mißbrauch übertroffen.
    Sunt ut sint aut non sunt:
    mit diesen Resultaten sollte man den Orden am besten gleich schließen.

  10. auch die Synagoge wollte Jesus unterordnen und hat ihn dann, als das nicht gelang, verraten und töten lassen
    .

  11. Also ich empfinde die klischeehaften Äußerungen des Großen Vorsitzenden der Jesuiten als schlechte Realsatire. Das ist so etwas von peinlich! Grauenhaft! O tempora! O mores!

  12. Der Jesuit in seinem modernen Streben, sich wichtigtuerisch der neuen protestantischen Ethik anzudienen. Hier fällt mir Max Weber ein: „Fachmenschen ohne Geist, Genussmenschen ohne Herz: dies Nichts bildet sich ein, eine nie vorher erreichte Stufe des Menschentums erstiegen zu haben.“
    Den einen gilt nur die Logik, den anderen nur das Begehren, doch wo bleibt die Leidenschaft, die Hingabe, die Courage und Charakterstärke?

  13. Und der Heilige Neilus sagt im 4. Jh: Um die Mitte des 20. Jahrhunderts, wenn die Zeit des Antichrists nahe sein wird, verfinstert sich der Verstand der Menschen….

    Die christlichen Hirten, Bischöfe und Priester werden verflachen; sie sind unfähig, den rechten vom falschen Weg zu unterscheiden. Die Sittengesetze und kirchlichen Traditionen ändern sich. ….

    Luxus, Ehebruch, Homosexualität, Terror und Mord nehmen überhand…

    Wehe den Christen, sie werden den Glauben verlieren, denn es gibt niemand mehr, der ihnen das Licht der Wahrheit zeigt…..

    Die Finsternis des Geistes ist offenbar
    Was haben wir von dieser Familien Synode zu erwarten? Werden die Prophezeiungen erfüllt. Dies ist zu befürchten.

    • Die Synode ist letztlich dazu da- und deswegen wurde sie einberufen-, den „Gesetzen der Welt“, der Sünde offiziell Heimatrecht in der Kirche zu geben.
      Da werden viele Nebelkerzen von den entsprechenden Kardinälen geworfen, indem man sich den Anschein der Seriösität gibt. Aber die Heilsgebote und Lehren sind klar und müssen nicht erst nach vielen „Debatten“ neudefiniert werden.

      Von Beginn an, kurz nach seiner Wahl, hatten „Papst“ Bergoglio und seine Wähler diese Synode haben wollen mit der von Kardinal Kasper vorgetragenen Stoßrichtung: es ist die Selbstenthauptung der Kirche. Das ist vergleichbar mit den ISIS-Mordbrennern.

  14. Das ist ein sehr schlechtes Interview und für den erschreckenden Geisteszustand der Jesuiten symptomatisch.

    Hier den hl. Ignatius für die eigenen Häresien einzuspannen, zeigt nur, daß die inhaltliche Kontinuität der heutigen Jesuiten zu ihrem Gründer abgebrochen ist.

    Das „Hören“ in den Exerzitien des hl. Ignatius beabsichtigt ja selbstverständlich nicht, irgendwelche Irrlehren zu erfinden. Deswegen gibt es auch die Regeln zum Fühlen mit der Kirche im EB.

    Die Inquisitoren haben Ignatius auch nicht torturiert, sondern wollten – in unsicheren Zeiten – wissen, wie er seine Aussagen genau meint. Das war ganz legitim.

    Will uns der R. P. zum Narren halten?

  15. Nun, wenn es wirklich so kommt, wie der schwarze General hier vorzeichnet, dann ist völlig klar, worauf es hinausläuft. Die Unauflöslichkeit der Ehe ist dann nur noch insofern von Relevanz, als man halt nicht 2mal kirchlich heiraten kann. Im Übrigen interessiert sie dann aber in der Pastoral keine Sau mehr. Am Ende vom Lied wird auch kaum noch jemand kirchlich heiraten wollen. Wozu auch? Man heiratet dann halt entweder gar nicht oder nur auf dem Standesamt, und macht aus letzterem ein großes Fest, zur Not auch zwei oder dreimal. Damit ist dann die Kirche pastoral endlich in der Gegenwart angekommen. Halleluja! (Vorsicht: Ironie).

    • Die Unauflöslichkeit der Ehe ist dann nur noch insofern von Relevanz, als man halt nicht 2mal kirchlich heiraten kann.

      Auf eine zweimalige kirchliche Heirat muß bereits heute in der so fortentwickelten Menschenkirche der Diözese Rottenburg Stuttgart nicht verzichtet werden.

      Frau die sich von ihrem kirchlich angetrauten Ehemann trennt und zivil scheiden lässt, findet ohne weiteres einen Pfarrer der sie nochmals mit einem neuen Partner kirchlich traut. Die Heilige Kommunion zu empfangen ist selbstverständlich.

      Alle sind glücklich.

      Bigamie, kein Problem. Seelenheil uninteressant.

      • LIeber IMEK, wirklich eine richtige 2. kirchliche Trauung, nicht „nur“ eine kirchliche Segnung? So etwas kommt im ehemaligen Kasper-Bistum Rottenburg-Stuttgart vor, ohne dass dies disziplinarische Konsequenzen hat?

      • Wahnsinn wenn das stimmt… Ich war in Stuttgart mal an Aschermittwoch in einer der großen Kirchen in der Innenstadt (ich glaube St Maria, weiß aber micht mehr genau wie die hieß). Es gab einen Stuhlkreis um den Altar, dort habe ich mich natürlich nicht hingesetzt, sondern mit etwa in die mitte die hauptschiffes genkiet als ich reinkam. sofort kam jemand und hat mich in den Altarraum „eingeladen“… habe diese Einladung freundlich aber dankend abgelehnt und blieb (übrigens als einziger) in kienender Haltung (auch als einziger auch während der Wandlung) die ganze „Messe“ über aus Protest was sich da vor meinen Augen abspielte… die Details kann sich jeder denken, wahnsinn einfach…

      • war von 2003 bis 2005 berufswegen in Stuttgart. Außer damals in der alten Wallfahrtskirche in Hofen gab’s in Stuttgart keine Messe, wo ich als Bayer das Gefühl hatte, das ist eine richtige Messe. Hofen ist jetzt auch plattgemacht, hab ich gehört, weil dort Kaspers ehemaliger Sekretär Pfarrer wurde. Wenn ich noch in Stuttgart wäre, würde ich in die kroatischen Messen gehen oder zur FSSP, die ist glaub ich in Zuffenhausen…

  16. Entschuldigung fuer meine fundamentale Aussage.

    Wenn ich nicht irre, nennen sich diese Herren doch alle KATHOLISCH ?

    Wenn das so ist, dann gilt ein gewisses 6.Gebot: DU SOLLST NICHT EHEBRECHEN !

    Liebe Synodenschwafler, ab nach Hause und verkuendet dieses Gebot, oder seid endlich ehrlich zur Kirche und zu euch selbst, zieht die Kutte aus, lasst euch entpflichten und geht endlich zu denen hin die eure Ansichten teilen.
    In der Kirche habt ihr laengst nichts mehr verloren.
    BASTA

  17. Am 22. April 1823 sah Emmerick eine Protestantisierung der katholischen Kirche. Alles was protestantisch war, habe schrittweise in der katholischen Kirche die Oberhand gewonnen und in dieser einen völligen Dekadenzprozeß ausgelöst. Die Mehrheit der Priester sei durch die verführerischen, aber falschen Lehren angezogen worden und trugen zum Werk der Zerstörung bei. In den Tagen, in denen das geschehen wird, so Emmerick, wird der Glauben tief fallen und nur an wenigen Orten, in wenigen Häusern und wenigen Familien bewahrt werden, die Gott vor den Verwüstungen bewahrt.
    http://www.kath-zdw.ch/maria/emmerick.verwuestung.html

  18. Im Stalle zu Bethlehem fanden sich Vertreter der verschiedenen Orden ein. Der Benediktiner sang der heiligen Familie zum Lob einen Gregorianischen Choral. Der Dominikaner diskutierte über den erhabenen Sinn der Menschwerdung. Der Franziskaner machte sich auf, um draußen etwas zum Essen zu erbetteln. Und der Jesuit ging zu Maria und sagt: „Hohe Frau, überlassen Sie den Kleinen uns – wir werden etwas aus ihm machen!“

    So perfide der Witz ist, leider wird er scheinbar banale Realität! Nicht Jesus formt die Gesellschaft Jesu, sondern die Gesellschaft Jesu erweckt den Eindruck Jesus formen zu wollen.

  19. Der Jesuitismus ist das böse Prinzip der Kirche, unbeschadet der Tatsache, dass es auch gute Jesuiten gegeben hat. Durch ihr kasuistisches, nicht auf Prinzipien gegründetes Denken haben die Jesuiten immer schon empirisch bedingte „Ausnahmen“ vom Moralgesetz begründet. Ursache dafür ist, dass sie nie den apriorischen Ursprung des Moralgesetzes und den darausfolgenden kategorischen (unbedingten und ausnahmslosen) Charakter desselben begriffen haben. Was nämlich nicht aus der Erfahrung stammt und unabhängig von aller Erfahrung existiert, kann sich auch nicht durch unterschiedliche Erfahrungen verschiedener Menschen ändern. Eine weitere Ursache für das moralische Versagen und den moralischen Laxismus der Jesuiten liegt in dem aristotelischen Eudämonismus begründet, wonach die Tugend ein Mittel ist, um Glückseligkeit zu erlangen. Wenn das Moralgesetz aber nur Mittel zum Zweck ist und nicht Zweck an sich, dann kann es auch bei Bedarf beiseitegeschoben werden. Genau diese Gesinnung ist es aber, die den Menschen vor Gott böse macht: Er ist sich des Moralgesetzes wohl bewusst, hat aber die gelegentliche Abweichung von demselben in seine oberste Maxime aufgenommen.
    Tatsächlich ist das Moralgesetz oder Sittengesetz nicht Mittel, um einen anderen Zweck zu erreichen und sei er auch Glückseligkeit, sondern Zweck an sich, d. h. das Gute muss ausschliesslich um seiner selbst willen getan werden, allein aus Pflicht, weil es eben das Gute ist. Das Gute muss selbst dann getan werden, wenn nicht (irdische) Glückseligkeit, sondern Schimpf und Schande, ja sogar der Tod die Folge ist. Ein Lehrfilm über echte Moralität ist der Film „Zwölf Uhr mittags“ und der dortige Sheriff geradezu die Verkörperung des kategorischen Imperativs, weil er gegen alle Erfahrung und Neigung allein aus Pflicht handelt.
    Falsch und irreführend ist auch die Bezeichnung „natürliches Sittengesetz“. Das Sittengesetz (woraus sich ergibt, was da sein soll) kann nicht aus dem stammen was da ist (Natur) sondern muss metaphysisch sein. Es ist das Gesetz, um mit der Offenbarung zu sprechen, das Gott in die Seele jedes Menschen eingeschrieben hat. Auch daraus folgt der unbedingte, kategorische Charakter des Moralgesetzes, was dazu führt, dass dieses immer gilt und der Zweck niemals die Mittel heiligt.
    Jede Ausnahme beseitigt den kategorischen Charakter des Moralgesetzes, was das Ende aller Moral bedeutet.
    Für die Jesuiten war das Moralgesetz, wie gesagt, nie kategorischer Imperativ, sodass sie dieses bisweilen anderen Zwecken untergeordnet haben (worin das böse Prinzip besteht), wie z. B. die Beförderung der Macht des Papstes und der Kirche, wohinter sich wiederum das Weltherrschaftsstreben des Ordens verbirgt.
    Papst Clemens XIV hat sein Leben geopfert, um die Kirche vom Jesuitismus zu befreien. Bei der Unterzeichnung des Aufhebungsdekretes den Orden betreffend äusserte der damals noch kerngesunde Papst: “Hiermit besiegele ich mein baldiges Ableben.“ Kurze Zeit später war er tot.

    • Was mir bei dem Argumentieren mit dem natürlichen Sittengesetz nicht gefällt (dessen Existenz ich nicht bestreiten will), ist, dass man es vermeidet, von den Geboten Gottes zu sprechen.

  20. Mitte Juni 1928 wird später wohl in die Geschichtsschreibung eingehen als der Zeitpunkt, an dem das einstige katholische Bollwerk des Jesuitenordens den moralischen Todesstoß erlitten hat, sofern die allerheiligste Dreifaltigkeit keine Heilung der Gemeinschaft vorsehen sollte. Die Aachener Konferenz zwischen Pater Hermann Gruber und den Freimaurern Kurt Reichl, Eugen Lennhoff und Ossian Lang ließ in ihrer Folge die Societas Jesu sich dem häretischen Modernismus öffnen. Jetzt sind nur noch die Servi Jesu et Mariae die letzte Hoffnung, das jesuitische Erbe retten zu können.

    Was der Schwarze Papst sagt, ist letzten Endes ein Bild der Bibel als schönes Werk, dem aber keine Verbindlichkeit zugestanden wird. Will der Mensch gegen die Lehren Jesu handeln, so er es laut Adolfo Nicolas tun, weil gemäß seiner Auslegung des guten „Geistes“ alles relativ sei. Es ist nicht mehr nachvollziehbar, wie ein theologisch und philosophisch so gebildeter Mensch solchen Kram verbreiten kann.

  21. „Die veränderte Realität unserer Zeit“? Als die Kirche entstand, im Imperium Romanum, war die Scheidung viel normaler als heute. Kirchliche Trauung gibt es sogar erst seit dem Hochmittelalter. Was soll das also?
    Gott ändert sich nicht. Die Kirche hat Gottes Gebot zu verkündigen. Wenn die Kirche die zivile Scheidung anerkennt, ist die ganze Ehemoral hopps. Dann ist auch Ehebruch und vorehelicher Sex in Ordnung. Dann erklärt die Kirche, 2000 Jahre lang gelogen zu haben. Oder sie lügt heute.
    Eine Kirche, die lügt, braucht kein Mensch.
    Dann gibt es nur noch drei Möglichkeiten:
    – Ärgern, zur tridentinischen Messe gehen, auf bessere Zeiten hoffen.
    - Zur Piusbruderschaft wechseln.
    - Zu den Asen wechseln, die unsere Vorfahren Jahrtausende lang angebetet haben.

    Vielleicht war das Christentum von Anfang an auf Sand gebaut, und wir merken es nur jetzt. Ich weiß es wirklich selbst nicht mehr.

    • Wolfgang Franz
      Die letztere Möglichkeit ist eine schreckliche Versuchung, und manche in Deutschland und anderswo geben ihr nach. Schuld daran ist, dass die verfinsterte Kirche nicht mehr als Stadt auf dem Berge (Bergpredigt) zu erkennen ist.
      Vielleicht nehmen Sie diese Versuchung zum Anlass, sich über die Grundlagen des christlichen Glaubens zu vergewissern. Der Fels, auf dem der Glaube gebaut ist, ist Gott selbst, der Schöpfer, Erlöser und Vollender der Welt.
      Sie müssen in einer persönlichen Weise, von Person zu Person, an Jesus Christus glauben, dass er Ihr Erlöser ist, ihn lieben und ihm dienen, dann wird er Sie mit seinem Heiligen Geist erfüllen und Sie werden die Versuchung überwinden.

  22. Statt des Titels „Schwarzer Papst“, der auf den eigentlichen Papst anspielt, sollte dieser Unglücksmensch wegen seiner Verdienste um die Zerstörung der Heiligen Mutter Kirche besser der „Schwarze Adolf“ genannt werden.
    Im Übrigen ist das ganze Gerede um die „Barmherzigkeit“ nur ein Code, um zu verbergen, dass man an die Dinge, die man theoretisch noch vertritt, im Grunde gar nicht mehr glaubt. Denn das, woran die heutige Welt glaubt, vertritt sie mit einer ungeheuren Vehemenz, von der vielgerühmten „Menschlichkeit“ und „Toleranz“ ist dann nicht die kleinste Spur zu entdecken. Sogar in Diözesanblättern kann man Beiträge lesen, in denen z.B. die sogenannte Inklusion mit einem derartigen Fanatismus als die einzig mögliche Form der Behindertenbetreuung dargestellt wird, dass hochanständige, empathische und engagierte Sonderschullehrer sich wie Horrorgestalten aus der Nazi-Euthanasieanstalt Schloss Hartheim vorkommen müssen. Und zwei Seiten dahinter wird dann die „dogmatische“ Einstellung konservativer Christen zur Ehemoral als unbarmherzig gegeißelt…
    Schade, dass man nicht mehr lesen kann, was dem ehemaligen kreuz. net-Blogger (manchmal war er allerdings wirklich zu heftig) zu der von einem katholischen Kinsey-Report eingeleiteten Synode eingefallen wäre. Vielleicht hätte er sie in Anlehnung an einen von ihm gelegentlich gebrauchten Ausdruck als die „Unterhosensynode“ bezeichnet.

  23. Ich möchte allen Kommentaristen hier empfehlen, die Enzyklika Evangelii Gaudium mehrmals zu lesen und zu meditieren. Einmal um den Schreibstil des Papstes zu verstehen und zweitens zu verstehen, was es heisst, den Glauben (auch die Dogmen) in eine verständliche Sprache zu bringen, was allerdings nicht 100%ig gelingen wird. Nr.37: „In Bezug auf das äussere Handeln (ist) die Barmherzigkeit die grösste aller Tugenden.“

    • Der geschätzte „Kommentarist“ Reichl hat womöglich „Evangelii Gaudium“ nicht sehr aufmerksam gelesen, sonst wüßte er wahrscheinlich, daß dieses Elaborat keine Enzyklika ist. Es nennt sich selbst „Exhortation“ und bemerkt gleich am Anfang, es bringe lediglich „Vorschläge“. Diese kann sich der Autor nach allem, was er bislang verbrochen hat, meinetwegen an den Hut stecken. „Evangelii Gaudium“ ist, das muß nachdrücklich betont werden, kein Bestandteil des Lehramtes, wie von maßgeblicher kanonistischer Seite versichert wird. Inhaltlich und stilistisch wird dem, was man an franziskanischer Geistesarmut inzwischen gewohnt ist, nichts hinzugefügt.

      Wer meint, hier würde die glasklare Glaubenslehre der hl. Kirche „in eine verständliche Sprache“ gebracht, kann ebenso behaupten, dichter Nebel trage zur Verbesserung der Sichtverhältnisse bei. Zur Lektüre allenfalls bei akuten Schlafstörungen zu empfehlen, falls gerade kein Telefonbuch greifbar ist.

  24. Herr Nicolas hat in seiner geistigen Ausrichtung mit dem vom hl. Ignatius gegründeten Jesuitenorden nichts zu tun! Oder will er der Öffentlichkeit etwa weismachen, der hl. Robert Bellarmin, der hl. Aloysius, der hl. Johannes de Brebeuf, der hl. Franz Borgia, der hl. Andreas Bobola, die Theologen Suarez, Lessius, Cornelius a Lapide, Billot usw. usw. usw. hätten sich nicht schaudernd von ihm abgewandt?

  25. Geehrter @Antifebronius,
    Welche der großen Jesuitenheiligen und -Märtyrer sich von P. Adolfo Nicolas abgewendet haben sollten, weiß ich nicht.
    Aber wer sich ihm zugeneigt hat, weiß ich schon:
    In April 2013 (vor 18 Monaten, es scheint subjektiv eine Ewigkeit) erschien nach der Konklave auf die Website der Zeitung „Die Welt“ ein Artikel über den neuen Papst und sein Studium/Aufenthalt (nein, nicht in Freiburg oder Fribourg) in Frankfurt (St. Georgen) usw.
    Was dort jetzt genau dissertiert werden sollte, ist bis jetzt noch sehr unklar.
    Rechts oben steht ein kleiner Zusatzartikel mit dem Titel in ganz großen Lettern: „Die christliche Elitetruppe“ (auf die Jesuiten gemeint).
    Wenn das die Elitetruppe ist, möchte ich lieber nicht wissen, wie die tieferen Schichten des Personals aussehen.
    Es ist doch merkwürdig, wie viele Personen immer wieder versuchen, den absoluten Nullpunkt zu erreichen.

    • Werter @Adrien Antoine!

      Was Sie gegen Ende bemerken, ist nur allzu berechtigt: Gewisse Leute wollen den „absoluten Nullpunkt“, d.h. die Zerstörung der Kirche.

      Natürlich ist es sinnlos, die Kirche zerstören zu wollen, eher könnte man, wie Papst Gregor XVI. einmal sehr schön bemerkte, versuchen, die Sonne auszulöschen.

      Einer der Versuche, die Kirche zu vernichten, bestand im 18. Jahrhundert in der Zerschlagung des Jesuitenordens. Nachdem es gelungen war, Clemens XIV -einem eigentlich nicht boshaften, aber charakterschwachen Mann- die Unterzeichnung des Aufhebungsbreves „Dominus ac Redemptor“ abzunötigen, dachte man wieder einmal, am Ziel zu sein. Friedrich II. (der paradoxerweise für Preußen die Jesuiten behalten wollte, nämlich als billige Lehrkräfte), spottete nach der Aufhebung: „Jetzt wird es in einigen Jahren aus mit ihm sein!“ (Gemeint war der Papst.)

      Heute muß man konstatieren, daß der Jesuitenorden zwar noch auf dem Papier besteht, aber mit dem, was er einmal war -und hoffentlich irgendwann einmal wieder sein wird- eigentlich nichts mehr zu tun hat. Er wurde eben viel subtiler zerstört, als im 18. Jahrhundert, nämlich durch inneren Verfall. Und nach dem Prinzip „corruptio optimi pessima“ sieht es mit den Jesuiten jetzt viel schlimmer aus, als mit anderen Orden. Früher wäre Nicolas im hohen Bogen hinausgeworfen worden, heute ist er Generaloberer.

      Was übrigens die Promotion von Bergoglio betrifft, ist es auffallend, daß man darüber kaum etwas hört. Eine naheliegende Erklärung besteht darin, daß es mangels intellektueller Masse nicht geklappt hat. Womöglich nehmen seine jetzigen Pläne ein ähnliches Ende. Bergoglio hat eben Ehrgeiz, aber kein Talent. Er nannte sich selbst einmal bauernschlau. Wahr ist daran, daß er ein „Bauer“ ist. Der Bauernstand ist ein schöner und ehrenwerter Berufsstand. Allerdings trifft das deutsche Sprichwort: „Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln“ nicht immer zu.

      • Promovieren sollte er angeblich über Romano Guardini, dass das nicht geklappt hat, ist evident.
        Und man sollte die Bauern nicht beleidigen, so ein Bauer steht i.A mit beiden Beinen fest auf der Erde und kennt sich aus damit, dass man die Kartoffeln nicht einfach wachsen lassen kann, sondern selbige stecken, anhäufeln, den Kartoffelkäfer bekämpfen und die Kartoffeln vor Frost schützen muss.
        Mag sein, dass das Sprichwort meint, dass ein bauernschlauer Bauer eben keine Bodenhaftung hat, und somit werden die Franz’schen Kartoffeln wohl auch nix werden

      • Der Orden ist schon noch zum Teil was er war. Beispiel, 2008 wurden 2 Jesuiten in Moskau in einem Hotel exekutiert, vermutlich vom FSB oder SWR. Der Generaloberst Nicolas rief alle Jesuiten auf den Fokus auf Russland zu richten, die Folgen aus den Reibereien sieht Otto Normalverbraucher heute abendlich in den Nachrichten. Es war auch Benedikt XVI. der mehr als ein Mitwisser war, als er auf einer Messe für Jesuiten diese zu absolutem Gehorsam aufrief für den letzten Kampf (!), die wissen alle, auch Benedikt XVI., dass sie in Rom mit Rom fallen werden. Ich sagte es schon an anderer Stelle mal, die Westfälische Weltordnung endet, damit auch die Gesellschaft Jesu samt Franziskus I. Mit dem inneren Verfall haben Sie aber schon Recht, vielleicht kommt ein Untergang im Kampf dem Orden auch daher entgegen, wenn nichts mehr zu holen ist geht man halt auf Himmelfahrtskommando.

      • Anmerkung noch wegen der Exekution. In deutschen Leitmedien, besser gesagt Verleitmedien, wurde das Geschehen als Akt unter Homosexuellen abgetan. Daran sieht man wieder, wer Systemmedien braucht wird gebraucht. Aber klar der Generaloberst führt ein Kreuzzug gegen Moskau weil sich dort Homos gegenseitig killen, wäre dem so würde es wohl gerade Nicolas und Putin das am wenigsten kümmern.

      • @ein besorgter Christ:

        Eine Beleidigung der Bauern war in keiner Weise beabsichtigt. M.E. wird dies kam dies auch deutlich genug zum Ausdruck.

        Es ist kein Zufall, daß in besseren Zeiten der größte Teil des Priesternachwuchses sich aus Bauernsöhnen zusammensetzte. Dabei spielte sicher auch die von Ihnen angeführte Bodenständigkeit der Bauern eine maßgebliche Rolle.

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