Venezianische „Zweitehe“? Überraschungscoup zum Auftakt der Bischofssynode mit Verzerrung des Konzils von Trient

Der Markuslöwe von Venedig
Der Markuslöwe von Venedig

(Rom) Die römische Jesuitenzeitschrift La Civiltà Cattolica setzt einen Überraschungscoup und eilt pünktlich zum Beginn der Bischofssynode Kardinal Walter Kasper zu Hilfe. Dafür verzerrt die Zeitschrift mit der besonderen Nähe zum jeweils regierenden Papst das Konzil von Trient.

Zur Unterstützung der These von Kardinal Walter Kasper holte die vierzehntägig erscheinende Zeitschrift mit päpstlichem Imprimatur eine Geste aus dem Keller, die dort seit Jahrhunderten verstaubte. Eine Geste des Konzils von Trient für die wenigen Katholiken der griechischen Inseln, die unter venezianischer Herrschaft standen, von denen einige im dort vorherrschenden byzantinischen Ritus eine Zweitehe eingingen.

Auf den Artikel von Pater Giancarlo Pani SJ in der jüngsten Ausgabe der Civiltà Cattolica machte der Vatikanist Sandro Magister aufmerksam.

Nach Lob für Kaspers „Theologie auf den Knien“, macht sich Jesuitenzeitschrift dessen Position ganz zu eigen

Die Jesuitenzeitschrift ließ sich bis zum 4. Oktober, dem Vorabend zum Beginn der Bischofssynode Zeit, um ihren Aufsatz zu plazieren. Abgesehen von einem Beitrag, in dem Kardinal Kaspers „Theologie auf den Knien“ gepriesen wurde, handelt es um den ersten direkten Beitrag zum Thema „Zweitehe“, die hinter der Befürwortung des deutschen Kardinals für die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion steht.

Nicht nur der strategische Zeitpunkt ist bemerkenswert, an dem die renommierte und mit dem Nimbus eines offiziösen päpstlichen Charakters versehene Zeitschrift ihr Schweigen brach. Sie machte sich die These von Kaspers Partei völlig zu eigen. Der deutsche Kardinal „wird von den ersten Zeilen an als Orientierungspunkt genannt“, so Magister.

Die Civiltà Cattolica ist nicht irgendeine Zeitschrift, wie die vatikanische Zensur zeigt. Seit ihrer Gründung werden bis zum heutigen Tag alle Beiträge vor ihrer Drucklegung dem vatikanischen Staatssekretariat vorgelegt und eine Druckerlaubnis eingeholt. Daraus lassen sich Schlüsse ziehen. Die Beiträge stammen ausschließlich aus der Feder von Jesuiten. Zwischen Papst Franziskus, der selbst dem Jesuitenorden angehört, und dem derzeitigen Schriftleiter der Zeitschrift, Pater Antonio Spadaro, herrscht „engstes Einvernehmen“ (Magister). Pater Spadaro ist kirchenintern das, was Eugenio Scalfari außerhalb ist: der wichtigste Interpret des päpstlichen Denkens und Handelns.

„Ökumenische“ Öffnung des Konzils von Trient für „Zweitehe“?

Konzil von Trient bekräfigte Unauflöslichkeit der Ehe
Konzil von Trient bekräfigte Unauflöslichkeit der Ehe

Um die Bischofssynode zu einer „Öffnung“ in Richtung „Zweitehe“ zu bewegen, setzte die Jesuitenzeitschrift einen Überraschungszug. Sie grub das sonst weniger beachtete Konzil von Trient aus, jenes Konzil, das mehr als jedes andere, die Einheit und Unauflöslichkeit des sakramentalen Ehebandes bekräftigte.

Dieses Konzil habe sich in Wirklichkeit einer formellen Verurteilung der „Zweitehe“enthalten, wie sie in den Ostkirchen verbreitet ist und zwar nicht nur unter den Gläubigen des orthodoxen Ritus, sondern auch unter den Katholiken der mit Rom unierten Ostkirchen.

„Die Konzilsväter von Trient wurden zu dieser Geste, die von der Jesuitenschritschrift als ‚ökumenisch‘ ante litteram bezeichnet wird, wegen der Katholiken veranlaßt, die auf den griechischen Inseln der Republik Venedig lebten und mit Genehmigung ihrer lateinischen Bischöfe die orthodoxen Kirchen besuchten. Die venezianischen Botschafter richteten das Ansuchen an das Konzil, diesen Katholiken die Beibehaltung ihrer ‚Riten‘ zu erlauben, einschließlich der Möglichkeit einer zweiten Eheschließung wenn der Ehepartner Ehebruch begangen hatte“, so Magister.

Nach einer heftigen Diskussion beschlossen die Konzilsväter mit 97 gegen 80 Stimmen dem Ansuchen zu entsprechen und formulierten den Canon neu. Der Canon bekräftigte die Unauflöslichkeit der Ehe, enthielt aber nicht mehr eine ausdrückliche Verurteilung der östlichen Praxis.

Jesuitenzeitschrift wiederholt überholte, einseitige Darstellung Kaspers

Der Autor des Beitrags in der Civiltà Cattolica ist Pater Giancarlo Pani SJ, Professor für Kirchengeschichte an der Universität La Sapienza in Rom. Er rekonstruiert die Debatte auf dem Konzil von Trient mit zahlreichen Details, einschließlich aller Hinweise der Konzilsväter auf das Neue Testament und die Kirchenväter.

In seiner eigenen Darstellung der kirchlichen Praxis der frühchristlichen Jahrhunderte folgt Pater Pani jedoch ausschließlich der Darstellung von Giovanni Cereti und dessen Buch Divorzio, nuove nozze e penitenza nella Chiesa primitiva (Scheidung, Wiederheirat und Buße in der frühen Kirche) von 1977, das im August 2013 pünktlich zur neuen Debatte neu aufgelegt wurde. Cereti ist die wichtigste, wenn nicht einzige Bezugsquelle von Kardinal Kasper in seiner Rede vor dem Kardinalskonsistorium im vergangenen Februar. Alle neueren Studien zum Thema, wie jene der renommierten Patrologen Henri Crouzel und Gilles Pelland, beide ebenfalls Jesuiten, die Cereti „buchstäblich zerrissen“ (Magister), ignorierte Kasper völlig und ebenso tut es nun Pater Pani in einem Aufsatz.

Dadurch entsteht aus dem Artikel in der Civiltà Cattolica der Eindruck, daß bereits das Konzil von Trient eine Geste „evangelischer Barmherzigkeit“ gesetzt habe, die von der nun tagenden Bischofssynode aufgegriffen und verstärkt werden solle und zwar zum angeblichen Nutzen „jener Christen, die mit Leiden eine gescheiterte eheliche Beziehung leben“.

Konzil von Trient öffnete sich mitnichten gegenüber der „Zweitehe“

„In Wirklichkeit“ so Magister, gab es durch das Konzil von Trient keinerlei „Öffnung“ gegenüber der Zweitehe: „man entschied lediglich in diesem Punkt mit jener Zurückhaltung, die auch in den Jahrhunderten vorher galt und die auch danach beibehalten wurde, in keinen direkten Konflikt mit den orthodoxen Kirchen zu treten“.

Die Ausnahmesituation, wie sie auf den griechischen Inseln der Seerepublik Venedig herrschte, erledigte sich wieder von selbst, als die Inseln vom Osmanischen Reich besetzt wurden und für Venedig verlorengingen. Sie wiederholte sich nie mehr, nicht einmal mehr für jene ostkirchlichen Gemeinschaften, die sich mit der Kirche von Rom unierten. Von ihnen wurde vorab ein Glaubensbekenntnis verlangt, mit dem sie ausdrücklich die Unmöglichkeit einer Zweitehe anerkannten.

Der Artikel der Civiltà Cattolica verstärkt den Eindruck, daß es im Umfeld von Papst Franziskus eine strategische Planung zum Thema gibt, die jene „Öffnung“ für wiederverheiratet Geschiedene fördert, deren Wortführer nach außen Kardinal Walter Kasper ist.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Markuslöwe (Marco Boschini: Karte von Kreta, 1651)/Konzil von Trient

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SabineF

Kathnet hat mich mal wieder zensiert. Da werden Nachrichten nach Belieben verdreht oder erfunden. Unglaublich

michael

Danke, habe dieselben Erfahrungen gemacht.
Kath Net ist nicht ernstzunehmen, da ein kritikloses Jubel-Portal fuer die sog. „Perlen“ des Herrn Bergoglio.
Man fasst sich an den Kopf.
Bald gibt es bestimmt den Wunsch nach Euthanasie-Freigabe nach der Bibel : „Judas nahm einen Strick und erhaengte sich“…………. und an anderer Stelle….“gehe hin und tue desgleichen “
Wetten das ?

mariokin
habe ich früher auch schon erlebt und mein früherer Account wurde gelöscht, nachdem ich zu deutlich auf subjektive Fehler und Vorkommnisse bei der Berichterstattung zur Piusbruderschaft hingewiesen hatte, welche einseitig gewesen war. Zum obigen: war eigentlich zu erwarten. Nun können wir augenscheinlich miterleben, wie es wohl auf dem II. Vat. Konzil zugegangen sein dürfte und welcher Mittel sich die rheinische Allianz, hier in Neuauflage Kardinal Kaspar & Co. bedient hat. Hoffentlich hält der heutige coetus Patrea (Kard. Burke, Brandmüller, Müller usw.) gegen und hat mehr Erfolg! Beten wir darum, dass der Teufel seine Pläne auf dieser synode nicht umsaetzen kann,… weiter lesen »
Pascal13

Ich habe bei kath.net meinen Account mit einer Protestmail gelöscht, da dort jede berechtigte Kritik an Papst Franziskus zensiert wird. Das ist unglaublich… und so garnicht barmherzig und Dialogorientiert wie diese erbärmlichen Gestalten immer tun…

Leone

@Pascal 13: kath.net ist eine reinste Zensurstube, die sich aus lauter Konzilssektierern und Jublern zusammensezt.

Doro

Mich haben sie auch zensiert, bin ganz Ihrer Meinung bin sehr enttäuscht habe nur meine Meinung über die Pastoralassistenten geschrieben! Sie lassen nur die zu Wort kommen was Ihnen gefällt! Wenn jemand die Wahrheit schreibt das vertragen sie nicht! Na ja, nehme ich von Kath.net eher abstand!

Marienzweig
Verbal nie ausfallend, stets um Sachlichkeit bemüht, erschienen meine Kommentare dennoch nicht immer. Dann habe ich mir vorgenommen, dort nicht mehr zu schreiben, wurde mir selbst gegenüber aber immer mal wieder wortbrüchig. Vorgestern erschien mein Kommentar auch wieder nicht. Ich glaube, es sind nicht nur die Inhalte allein -also Kritik beispielsweise an Papst Franiskus- deretwegen ein Kommentar nicht erscheinen darf. Es ist die Brisanz, die darin liegen mag und zu weiteren unerwünschten Überlegungen und Schlussfolgerungen der Mitleser führen könnten. Geistiger Austausch und Diskussionen jedoch sind unter diesen Zensurbedingungen kaum möglich. Fatal wird es auch, wenn man von einem Mitduskatanten ganz… weiter lesen »
dilexi decorem domus tuae

Ich muss mich leider hier einreihen. Auch mich hat kath.net mehrmals zensuriert. Offenbar scheuen die das freie Wort wie der Teufel das Weihwasser.

Ralph

Das ist eine Art besonderer Zensur, die dort stattfindet.

Chlodwig

Jetzt soll eine extreme historische Ausnahmesituation auf den damals venezianischen Inseln Griechenlands dafür herhalten, die Zweitehe in der gesamten Kirche zu legalisieren, obwohl sie nicht einmal den heutigen katholischen Ostkirchen gestattet ist? Die für diesen Text verantwortlichen Jesuiten betreiben offen dialektische Haarspalterei, um eine Häresie nach ihrem Willen durchdrücken zu können. Einst waren die Jesuiten als Reaktion auf die protestantische Häresie hervorragende Verteidiger des Glaubens, doch heute haben sich leider zu viele von ihnen dem giftigen Relativismus verschrieben.

defendor
Das Lehramt der Kirche hat von seiner höchsten Autorität Gebrauch gemacht  und die Unauflöslichkeit der Ehe als  Dogma definiert. Dieses verkündete das  Konzil von Trient auf seiner 24. Sitzung im November 1563: - „Wer sagt, die Kirche irre, wenn sie gelehrt hat und lehrt:  Nach evangelischer und apostolischer Lehre (Mt 19, 6 ff; Mk 10, 6 ff; 1 Kor 7, 10 ff)  könne wegen eines Ehebruchs des einen Ehegatten das eheliche Band  nicht gelöst werden und beide, auch der unschuldige Teil,  der keinen Anlaß zum Ehebruch gegeben hat, könne zu Lebzeiten des andern Ehegatten  keine  andere Ehe eingehen; und der Mann  begehe einen Ehebruch,  der… weiter lesen »
Chlodwig

Wer Dogmen der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche aushebeln möchte, der handelt gegen Gottes Willen und somit im Sinne Satans.

Ralph

Das sind doch Hütchenspiele, die wenig beeindrucken.

Annabel010101
Die Schriftstellen Mt 5, 32 und 19, 9 sind tatsächlich geeignet, Ausnahmen bei Scheidungen gelten zu lassen. Hier wird Hurerei (Brockhaus) bzw. Unzucht (Schlachter oder Hamp, Stenzel, Kürzinger) genannt als Untreue-Tatbestand, der eine Scheidung rechtfertigt, insofern aus biblischer Sicht der treue Partner sich vom untreuen Partner scheiden lassen kann. Dies war in biblischer Zeit für Jesus der einzig legitime Scheidungsgrund, wobei alle anderen Scheidungsgründe als Sünde galten, weil man damit den eventuellen Ehebruch des verlassenen Partners schuldhaft provozierte, falls dieser wieder heiratete. Gängige jüdische Praxis zur Zeit Jesu war das, was in 5. Mose (Deuteronomium) Kap. 24, 1 – 4… weiter lesen »
ein besorgter Christ
Man kann die Stellen auch so interpretieren, dass eine Ehe nur dann geschieden werden kann und sogar geschieden werden muss, wenn sie die Ehe unzüchtig ist. Also die Ehe des Herodes udn der Herodias, musste geschiedern werden, weil unzüchtig. Heinrich des VIII Ehen mit Anna Boleyn und Nachfolgerinnen waren unzüchtig und Heinrich hatte so wie Herodes die Verpflichtung die jeweiligen Frauen zu entlassen. Auch ein bekehrter Polygamist hat die Pflicht seine „überzähligen“ Frauen aus der Ehe zu entlassen und so weiter. Und so hätte ein wiederverheirateter Geschiedener die Pflicht seine Ehefrau zu entlassen, Auf jeden Fall lassen sich die Matthäus… weiter lesen »
zeitschnur

Jesus spricht von keiner „Berechtigung“.
Er spricht von einer Praxis, aus der man aber keine Schlüsse über eine erlaubte Wiederverheiratung ziehen kann und darf.
Warum?
Weil schlicht und einfach keine Rede davon ist und alles, was Jesus somst dazu sagt, annehmen lässt, dass er eine Wiederverheiratung nach Scheidung immer – immer! – als Ehebruch ansah. Davon zu unterscheiden ist eine bloße Scheidung ohne Wiederheirat. Die ließ auch Paulus zu.
Undd amit ist das Ende der biblischen Fahnenstange auch schon erreicht.

dilexi decorem domus tuae

Ich muss mich leider hier einreihen. Auch mich hat kath.net mehrmals zensuriert. Offenbar scheuen die das freie Wort wie der Teufel das Weihwasser.

Martina

Danke an Katholisches.Info für diesen Artikel! Ich hatte das Ganze schon auf Vaticaninsider gelesen, mir fehlten jedoch die Quellen nachzuprüfen, ob das wahr wahr. Mein bisheriges Wissen vom Konzil von Trient sagte mit jedoch, dass das eine üble Verzerrung, wenn nicht Lüge, sei.

Dank dem im obigen Artikel erwähnten Cerreti fand ich diese Richtigstellung von Kardinal Brandmüller, der schon vor Monaten gegen dessen Verzerrungen, in der Tagespost u.a. schrieb:

„Die Neuauflage des 1977 erstmals erschienenen Buches im vergangenen Jahr 2013 wurde offenbar zur Beeinflussung der vatikanischen Bischofssynode im Oktober 2014 herausgegeben.“
http://katholisch-informiert.ch/2014/02/den-vaetern-ging-es-um-die-witwen/

Pater Martin von Cochem
Ist ein Papst, der über den katholischen Glauben abstimmen lässt, der das Naturrecht aushebelt und die Irrlehre, zumindest durch sein Wort, begünstigt noch als Papst anzusehen? Im Grunde soll hier die Todsünde abgeschafft werden. Wenn Ehebrecher die Hl. Kommunion ohne Beichte, Vorsatz, Reue und Genugtuung empfangen können, warum sollten dann für Diebe Mörder oder sonstige Verbrecher andere Bedingungen gelten? Um nicht falsch verstanden zu werden: Wir alle sind Sünder, und ich bin vielleicht der Größte! Aber es steht geschrieben, man soll das Heiligste nicht vor die Schweine werfen! Sind wir in Gottes Augen nicht alle Schweine, sofern wir uns von… weiter lesen »
Chlodwig

Die Möglichkeit einer zweiten kirchlichen Ehe ohne Tod des ersten Ehepartners hätte selbstverständlich verheerende Auswirkungen auf die Moral der Gläubigen. Die Praxis der Beichte würde noch weiter verwässert werden, als sie es schon ohnehin ist in den modernistischen Gemeinden. Die Regelung auf den in der frühen Neuzeit venezianischen Inseln Griechenlands war nichts weiter als ein Sonderrecht regionaler Besitzstandswahrung, das ein wenig später überdies komplett hinfällig geworden ist.

Ralph

Wir wollen uns auch keiner Schuld bezichtigen, die so nicht gegeben ist. Alles möchte ich nicht in einen Topf werfen, denn da kommt gar nichts Brauchbares dabei heraus.

Cäsarea
Seit Monaten denke ich, daß es darum geht, ob die katholische Kirche an der Realität festhält, das ein Mensch nicht würdig sein kann, die hl. Kommunion zu empfangen. Der Zustand, nicht im Stand der heiligmachenden Gnade zu sein, kann keine wie auch immer geartete Barmherzigkeit ohne Reue, Vorsatz, Bekenntnis und Abkehr von der schweren Sünde übertünchen. Aber haben wir nicht faktisch die Situation, daß diese Wahrheit in den Pfarreien im Sinne einer Schweigespirale nicht mehr ausgesprochen wird, weil dieser Tabubruch flächendeckend mit Verleumdung, Isolation und Exil sanktioniert wird? Eine Entscheidung der Synode hat, wenn überhaupt, nur noch eine Auswirkung auf… weiter lesen »
arrow

Wenn ich das richtig verstehe, haben sich diese griechischen Inseln eine Duldung ihrer Wiederverheiratungspraxis ertrotzt und sind danach von den Osmanen versklavt worden. Tolles Geschäft …

Stella

@ arrow:
na da wissen wir ja, was uns in Europa blüht, Ironie aus!!

Konrad Georg

Das protestantische Ostdeutschland wurde durch die geniale, dämonisch inspirierte Politik unseres GröFaZ rekatholisiert, weil jetzt polnisch.

Sarah

„‚In Wirklichkeit‘ so Magister, gab es durch das Konzil von Trient keinerlei ‚Öffnung‘ gegenüber der Zweitehe: ‚man entschied lediglich in diesem Punkt mit jener Zurückhaltung, die auch in den Jahrhunderten vorher galt und die auch danach beibehalten wurde, in keinen direkten Konflikt mit den orthodoxen Kirchen zu treten‘.“

Es hätte auch keine Öffnung gebraucht. Es liegt hier ein sogenanntes factum dogmaticum (das auch Magister nicht bestreitet) vor. Selbst historische Ausnahmefälle genügen, um daraus später Handlungsanweisungen zu machen. Unser Papst hat einen Präzedenzfall und den kann er nützen. Dazu hat er die plena potestas.

Josaphat
Eine gewagte These, fast schon wie die Kaspers und seines päpstlicher Hintermanns. Die Sache mit der Handvoll lateinischer Venezianer inmitten der orthodoxen Griechen war Kasper im Februar sicher noch nicht bekannt. Da hat sich jemand seither Mühe gegeben. Nun denn. Aus dem Magister-Zitat lese ich heraus: 1.) dass es weder vorher noch nachher in der römischen Kirche eine Zweitehe gegeben hat; 2) woraus eindeutig klarstellt, dass eine solche nie Teil der kirchlichen Lehre war und daher auch nie sein kann, 3) daran ändert die orthodoxe Praxis, ob verurteilt oder nicht, nichts. Die Tatsache, dass Trient eine orthodoxe Praxis nicht explizit… weiter lesen »
Sarah

@ Josaphat
Es gibt ein paar sehr sinnige Regeln zur Interpretation von Konzilsäußerungen und Dogmen. Dazu gehört die Klärung der Hintergründe. Wenn Trient ursprünglich die orthodoxe Zweitehe verurteilen WOLLTE, es aber nicht tat, sondern eindeutig eine Verurteilung hintanstellte, um einen Zustand zu tolerieren, den es vorher verurteilen wollte, dann ist das ein factum dogmaticum. Oder ist etwa Trient nicht seiner Pflicht die Wahrheit zu verkünden wider besseres Wissen nicht nachgekommen?

Kostadinov

yeap, und wenn er sagt, das Gras ist lilablassblau, dann geben Sie ihm auch noch recht 😀

Adrien Antoine
@Sarah, Der Demut der Kirche, wie v. P. Franziskus stets so inbrünstig verkündet, würde es dann entsprechen daß die von Bischöfen und Priestern gehörnte und betrogene Ehemanner von den „Gnaden“ dieser Zweitehe „genießen“ könnten. Arundel-Brighton läßt grüßen. Ich fürchte nur daß der pastorale Benefit auch und gerade in solchen Fällen sehr klein, wenn nicht abwesend sein dürfte. Wenn man erlebt hat welche große Schmerzen und Leid bei dem frühen Tod einer jungen Mutter/Vater mit kleinen Kindern vorhanden sind, und wie mickrig und leer häufig die Worte der pastoralen Begleitern sind, und man vergleicht damit diesen ganzen durch das Oberkommando losgetretenen… weiter lesen »
Carlos Sierra Moreno

Wenn Zweitehe geht, geht dann auch eine Drittehe? Oder eine Viertehe?

Die Mohammedaner würden dies sicher als Akt der Freundschaft sehen.

Adrien Antoine

Sie konnten meine Gedanken lesen und waren mit Ihrem Posting einige Minuten schneller!
Umgekehrt natürlich: wenn jetzt die Katholiken auch noch polygam werden, und die Chinesen und die Inder die Schwangerschaften auf das Geschlecht selektieren, wird es bald ein gewaltiger Frauenmangel geben und viele arme Kerle werden natürlich überhaupt nicht eine Frau bekommen.
Eine Sache ist dann sicher: P. Franziskus und die Jesuiten werden dann das neue Problem nicht lösen.

josef

versteht ihr nicht
der arme Kasper gegen diese vielen,,,konservativen,,,,, das ist die Taktik
natürlich kommt die Zweitehe!

zeitschnur
Warum kommt niemand auf die Idee, in diesem kleinen „Einbruch“ in die wahre Lehre in Trient, die freilich bis dato keinerlei Rolle spielte, weil die rechtgläubige Kirche wusste, dass das nicht rechtens ist und sein kann, ohne dass man das Sakrament der Ehe und das Dogma der Unauflöslichkeit aufhebt, bereits das „mysterium iniquitatis“ zu vermuten, das – wie der Apostel Paulus sagt – von Anfang an in der Kirche wirkte und mit der Zeit immer stärker anschwellen würde? Denn rein logisch betrachtet: Wie soll es bei einem Dogma „Ausnahmen“ geben können, die dem Dogma per se widersprechen? Das ist doch… weiter lesen »
Ralph

Etwas viel auf einmal. Im Ganzen sind die Punkte durchaus unerfreulich und der Abgrund ist nahe. Wir werden stand halten.

Pater Pio
Wenn über die Sünde des Ehebruchs diskutiert wird, muss meiner Ansicht nach immer berücksichtigt werden, dass im Grunde bei den meisten geschlossenen Ehepartnern eine sittliche wie geistige Unreife vorliegt. Demnach wären diese Ehen vor Gott niemals zustande gekommen, da schlichtweg das geistige Proviant, der Unterbau, die Erweckung im heiligen Geist fehlen. Ein evangelischer Pfarrer drückte es einmal so aus: Wenn ich Ehen schließe, dann sage ich zwar, ‚Was Gott verbunden hat, dass darf der Mensch nicht scheiden‘. Im Grunde aber müsste ich sagen: ‚Was Satan verbunden hat, wird der Mensch scheiden‘. Wenn eine Ehe also auf purer Lust aufbaut, wird… weiter lesen »
ein besorgter Christ

ja und Padre genau deshalb müsste die Kirche doch ihr Licht leuchten lassen, damit die verirrten Menschen wenigstens eine Orientierung haben und nicht sagen „Wir wissen auch nicht was richtig ist!“

Pater Pio
Das sind gute Worte. Aber ‚wir‘ sind das Licht, nicht ‚die‘ Kirche. Im Lichte werden wir zur Kirche. Wenn wir als Christen den kindlichen Glauben daran verloren haben, wir könnten als ‚einzelne im Geiste Christi‘ nichts bewegen, werden wir zu den schlimmsten Heuchlern. Wenn ‚wir unten‘ (Volk) den Glauben verloren haben, wie sollen sie ihn oben noch haben? Sie kommen ja von unten (vom Dienst). Wenn es heute ein(e) IS, einen Putin… gibt, dann ist das unser Werk. Alles hängt ja mit allem zu sammen! Über Hitler schrieb man seinerzeit frenetisch, er sei der fleischgewordene Volkeswille. Wenn es aber eine… weiter lesen »
Ralph

Jetzt wollen wir aber einmal die Kirche im Dorf lassen. mit derartigen Rundumschlägen kommen wir wahrlich nicht weiter. Dass der Mensch von heute ein seelisch toter ist, ist doch stark überpointiert.

Pater Pio

Ja, das wollen wir. Denn auch dieses Realsymbol ist wichtig.

Engelchen

Reichlich infam, eine solche „Fußnote der Geschichte“, wie oben treffend gesagt wurde, aufzutischen, in der perfiden Hoffnung, daß bei den Zeitungsschreibern hängenbliebe, die Zweitehe hätte es schon mal gegeben. Geschickter Schachzug.

Es geht auch nicht um die Zweitehe, das ist bloß der Aufhänger. Die Gläubigen sollen endlich mal umerzogen werden und die ewig Gestrigen gehören in die Wüste geschickt…

Und erst recht ging es nie um die Zulassung zur Kommunion der zivil wiederverheiratet Geschiedenen. Diese tatsächlich Leidenden sind doch mittlerweile weggestorben und die jüngeren katholischen Ehepaare haben sich doch erst gar nicht kirchlich trauen lassen.

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