Katalanen senden Mega-Botschaft an Papst Franziskus

Abtei Montserrat: Riesentransparent mit Unabhängigkeits-Botschaft an Papst Franziskus
Abtei Montserrat: Riesentransparent mit Unabhängigkeits-Botschaft an Papst Franziskus

(Madrid) Vor der Kirche der Benediktinerabtei Montserrat entrollten am vergangenen Sonntag tausend Personen ein riesiges Transparent mit einer Botschaft an Papst Franziskus. In gigantischen Buchstaben stand darauf geschrieben: „Sua Santità, catalani libertati suffragunt“. Das verwendete Latein war zweifelhaft, die Botschaft aber klar: „Eure Heiligkeit, die Katalanen wählen die Freiheit“. Gemeint ist damit die Volksabstimmung am kommenden 9. November, bei der die Bevölkerung der autonomen spanischen Region Katalonien darüber entscheidet, ob sie ein von Spanien unabhängiger souveräner Staat werden oder bei Spanien bleiben will.

Die Abtei Montserrat ist der bekannteste Marienwallfahrtsort Kataloniens, der für das Nationalbewußtsein der Katalanen eine starke symbolische Bedeutung hat. Die Abtei war während der Franco-Herrschaft ein Rückzugsort für die damals verbotene katalanische Sprache.

Während die katalanische Regierung, die Parlamentsmehrheit und wichtige Teile der Gesellschaft die Durchführung der Volksabstimmung betreiben, sucht die spanische Regierung nach Wegen, die Abstimmung zu verbieten.

Riesentransparent auf „Heiligem Berg“ Kataloniens

Transparent vor der Wallfahrtskirche von Montserrat
Transparent vor der Wallfahrtskirche von Montserrat

Aus diesem Grund richtete eine katalanische Initiative die Botschaft an Papst Franziskus, um auf das Anliegen der Unabhängigkeitsbewegung aufmerksam zu machen. Die im Gebirge nahe der katalanischen Hauptstadt Barcelona gelegene Abtei von Montserrat gilt als „Heiliger Berg“ Kataloniens. Durchgeführt wurde die Aktion von der Assemblea Nacional Catalana (ANC), einer überparteilichen Initiative, die sich mit keiner politischen Partei identifiziert.

Das Mega-Transparent ist Teil einer „internationalen Botschaft“, die seit Juli an führende Persönlichkeit gerichtet wird. Den Auftakt machte am 11. Juli eine Wandmalerei im Stil des Muralismus, die sich an US-Präsident Barack Obama richtete. Es folgten weitere Botschaften an den designierten EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, den Präsidenten des Europäischen Parlaments Martin Schulz, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François Hollande, den britischen Premierminister David Cameron, Italiens Ministerpräsidenten Matteo Renzi und UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon. Die jüngste Botschaft, jene von Montserrat, war an Papst Franziskus gerichtet

Jaume Marfany, der stellvertretende ANC-Vorsitzende bedankte sich bei der Benediktinerabtei für die Bereitschaft, die Schirmherrschaft über die Initiative zu übernehmen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: ANC/Vatican Insider

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Traditionstreuer
Als jahrzehntelanger Spanienfahrer und Liebhaber dieses traditionsbeladenen, ehedem so vorbldlich katholischen Landes blutet mir das Herz. Wie kann ein tradtionsreiches Kloster solche aufrührerischen Kundgebungen zulassen, gar noch unterstützen? Diese Sezessionisten kommen aus der linken, altkommunistischen Ecke, an ihren Altvordern klebt das Blut zehntausender Priester und Ordensleute! Tja, in der Konzilskirche gibt es nur noch das nationalkirchliche Prinzip, auch wenn das gegen jede kirchliche Lehre geht. Vor 1962 wären Bischöfe wie die in Katalonien exkommuniziert worden. Der unvergessene Generalisimo Franco, der treueste Sohn, den die Kirche im 20. Jahrhundert unter den Staatsmännern hatte, ein Garant der Einheit des Heiligen Spanien, würde… weiter lesen »
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