Bischof Livieres: „Papst Franziskus wird Amtsenthebung vor Gott verantworten müssen“

Bischof Livieres von Ciudad del Este
Bischof Livieres von Ciudad del Este

(Asuncion/Rom) Der gestern von Papst Franziskus amstenthobene Bischof Rogelio Livieres Plano von Ciudad del Este in Paraguay sieht sich als Opfer einer Intrige, die er als „ideologische Verfolgung“ bezeichnet. In einem Offenen Brief an den Präfekten der römischen Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet schrieb der Bischof, daß Papst Franziskus seine Entscheidung einmal vor Gott zu verantworten haben werde.

Gleichzeitig gab Bischof Livieres bekannt, bisher keine Kenntnis über die Inhalte des Ermittlungsberichts des päpstlichen Visitators Kardinal Santos Abril erhalten zu haben. Als „Sohn der Kirche“ füge er sich jedoch der Anordnung des Papstes. Das Schreiben an Kardinal Ouellet wurde gestern von der paraguayanischen Tageszeitung ABC veröffentlicht.

Der Vatikan nannte in der Amtenthebung „pastorale Gründe“ und die „Einheit der Bischöfe“. Konkrete Vorwürfe gegen den entlassenen Bischof wurden nicht genannt. Der Bischof selbst sieht sich als Opfer einer Intrige des paraguayanischen Episkopats. Papst Franziskus hatte eine Apostolische Visitation in Livieres Diözese angeordnet, nachdem dieser öffentlich den Erzbischof von Asuncion der Homosexualität bezichtigt und dessen Entfernung aus dem Amt gefordert hatte.

Die führende Gruppe des paraguayanischen Episkopats macht kein Hehl aus der Genugtuung über die Absetzung von Bischof Livieres. Livieres galt als kämpferischer Streiter für die Rechtgläubigkeit. In fast jeder Pfarrei seiner Diözese wurde die Heilige Messe auch im Alten Ritus zelebriert. Sein Priesterseminar zählt deutlich mehr Seminaristen als alle anderen paraguayanischen Diözesen zusammen und etwa sieben Mal soviel Seminaristen wie die weit größere Erzdiözese Buenos Aires.

Mit der Aussage, „Opfer einer ideologischen Verfolgung“ zu sein, lieferte Bischof Livieres einen Hinweis auf die Hintergründe der aufsehenerregenden Amtsenthebung.

Bischof Livieres stammt wie Papst Franziskus aus Argentinien.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Aciprensa

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32 Comments

  1. Der wievielte Bischof ist das nun eigentlich, dessen Kopf unter das Fallbeil der Konzilsjakobiner gerät!? Dieser Bischof macht es richtig: das Unrecht offen beim Namen nennen und ansonsten den Staub von den Füssen schütteln. Dieses dämonische Wolfsrudel wird in seinen ideologischen Rangkämpfen am Ende über sich selbst herfallen und zerfleischen. Das wahre Messopfer wird den Sieg davon tragen, nur – unter welchen Opfern!

  2. Beide stammen aus Argentinien, kennen sich persönlich und schon lange.
    Das kann doch nicht wahr sein, daß da noch offene Rechnungen beglichen werden?
    Und wo bleibt die christliche Milde, die Barmherzigkeit?

    • Das glaube ich nicht, da weite Kreise der FSSPX die neuen Ordinationsriten für ungültig halten, und ich kaum glaube, daß sich ein Bischof von Exz. Fellay „nachweihen“ läßt!

      • Niemand bei der Priesterbruderschaft St. Pius X. sagt, dass die Bischöfe der katholischen Kirche keine Bischöfe wären.
        Würden Sie bitte Ihre Behauptung belegen?

      • @Knopp O ja! Ich erinnere mich des philippinischen Bischofs Laise, der im Alter zur FSSPX stieß, und den man weder weihen noch firmen ließ, eben aus dem genannten Grund. Außerdem weiß ich von mehreren im Neuen Ritus geweihten Priestern, daß sie sich bei der Aufnahme in die FSSPX „nachweihen“ lassen mußten, und zwar auch dann, wenn die Weihe rite et recte von einem durchaus unverdächtigen Bischof wie dem damaligen Augsburger Ordinarius Josef STIMPFLE erteilt wurde. Eine Praxis, die m. W. nicht die Billigung Eb. Lefèbvres gefunden hätte. Natürlich sagt man diese Dinge nicht offen, und natürlich denken nicht alle so, aber in einem österreichischen Mitteilungsblatt wurden vor einigen Jahren alle Gläubigen vor der Mitfeier tridentinischer Messen von nicht FSSPX Priestern ausdrücklich gewarnt, da diese alle mehr oder weniger „Neuheiden“ wären – nachzulesen in der Jännerausgabe von Ursprung und Ziel vor einigen Jahren!

      • Ok. Der betreffende Pater hat inzwischen einen anderen Einsatzbereich.
        Zumindest erkenne ich hier keine offizielle Haltung der Priesterbruderschaft St. Pius X.

        Lassen wir es dabei, auch von meiner Seite.

    • Sehe ich auch so. Schmutzige Wäsche waschen ist richtig aber sollte man nicht in der Öffentlichkeit, genau dies wird auch von Rom so gesehen. Rom veröffentlicht zwar auch Meldungen aber immer dann wenn Untersuchungen einen gewissen Fortschritt haben. Schon Benedikt wollte die Probleme immer intern klären, weil klar ist das direkt wieder von irgendwo verbale Steine geschmissen werden und dies der Kirche schadet. Die Medien stürzen sich ja wie die Wölfe auf solche Schlagzeilen. In Anbetracht solcher Wölfe sollte man bedenken, nicht mit einem T-Shirt rum zu rennen wo drauf steht „Schlag mich“, und ich denke das denken auch einige in Rom. Wer mit so einem T-Shirt rum rennt, verführt andere zur Sünde. Hätte er es öffentlich gemacht dann hätte er es folgender maßen machen müssen. Man bezichtigt homosexuelle Priester nicht der Homosexualität, dann wandeln sie sich vom Täter zum Opfer und die Empörung ist groß. Hätte Bischof L. seine Kontrahenten in Konfrontation gebracht und diese Schwulen GEFRAGT(!!!), ob sie Schwulen Hasser seien, hätte er sie anhand ihrer Schutzargumente vielleicht überführen können, da sie ihre theologischen Irrtümer bzw. Irrlehren bekannt gemacht hätten, spätestens dann wenn er sie in die Enge getrieben hätte. An der Frucht des Baumes kannst du sehen, das versteht jeder da brauchen wir dann auch keine journalistischen Tiefflieger die Steine werfen. Die Mittel der Kriegsführung sind zwar was subtil, zugeben, doch; Erfolg braucht keine Argumente. außergewöhnliche Situationen bedürfen außergewöhnlicher Maßnahmen. Der Bischof hat einen taktischen Fehler halt teuer bezahlt, leider. Wenn jemand so gute Arbeit leistet stellt sich allerdings die Frage, ob es nicht geistreicher gewesen wäre, ihn dann auch öffentlich zu rügen und zu Maßregeln, allein aufgrund seiner Verdienste als Seelsorger. Hätte man diese seelsorgerischen Erfolge und Leistungen Bischofs L. bei der Rüge in Betracht gezogen, hätte die Kirche noch einen kleinen Sieg erzielt. S! Wieder viel Munition verschossen, nix getroffen

  3. Die offizielle Begründung „pastorale Gründe“ und „Einheit der Bischöfe“ deutet in der Tat daraufhin, dass die Entlassung mit der etwas zwielichtigen Figur des Generalvikars der Diözese gar nichts zu tun hat. Sollte hier wirklich eine Verfolgung konservativer Bischöfe unter Papst Franziskus im Gange sein, so muss man sich fragen, wie es unter seiner Führung der Kirche wohl Bischof Dyba ergangen wäre. Auch ihm hätte man ja vorwerfen können, die Einheit der Bischöfe zu gefährden.

  4. Jawohl! Dieser Bischof macht es richtig!
    Er hat absolut Recht. F. wird das verantworten müssen – und nicht nur das. Da kommt schon ne Liste zusammen,..
    Beten wir vereint für solche treuen Hirten. Sie brauchen unser Gebet.
    Wenn die Häresien in SEINER Kirche weiter überhand nehmen – womit zu rechnen ist – behalte ich mir vor, aus diesem Kasperleverein auszutreten und die Messe nur dort zu feiern, wo sie noch nach SEINEM Willen gefeiert wird und wo Hirten noch wahre Hirten sind.
    Und auch dort trage ich mein Geld hin – sofern wir dann noch eines haben….

  5. Es ist trifft alles genau so ein, wie wir es hier seit Jahren befürchten. Jeder wird beseitigt, der dem Diktator in om nicht zu Füßen kriecht. Wie schnell sich doch die Barmherzigkeitslüge selber ad absurdum geführt hat. Es wird jetzt auch Zeit, dafür zu sorgen, dass auf diesem Portal, Bergogliojubler nicht länger ihre Propagandalügen unters Volk bringen können. Diskussionen jederzeit, aber diese Heiligsprechungen und Denuntiationen Andersdenkender müssen aufhören. Jeder, der Bergoglio im Wege steht und jeder, der das Lehramt der Kirche verteidigt, verliert mittlerweile seinen Kopf. Und da ist es unerträglich, wenn irgendwelche Kriecher hier vom angeblichen Wirken des Heiligen Geistes in Rom herumfaseln. Dort wirkt mittlerweile ein ganz anderer Geist !

  6. Bergoglio ist ein Ehrenrotarier, er handelt im Auftrag des Allmächtigen Baumeisters aller Welten, dem sich die die gesamte Freimaurerei verpflichtet weiß. Vor diesem Hintergrund ist Bergoglios Verhalten vollkommen concludent!

  7. Zu F. kam mir folgendes in den Sinn und ich bitte, dies NUR als meine rein privaten Überlegungen zu betrachten:
    könnte es nicht sein, dass F. be-oder umsessen ist?
    Denn er sagt manchmal durchaus Dinge,die auch Benedikt unterschreiben würde und manchmal haut er Sachen raus,das es einem die Schuhe auszieht.
    Vielleicht weiß er das und deshalb seine vielen Bitten um Gebet für ihn !
    Ich kann mir gut denken, dass gerade geweihte Personen geistig sehr gefährlich leben und schon ein Schritt vom Wege genügt, sie zur Beute der dunklen Mächte werden zu lassen, gerade in unserer heutigen Zeit.
    Eine andere Erklärung gibt es meiner Meinung nach für sein Verhalten nicht.
    Aber das ist, wie ich schon betonte, nur meine Privattheorie.

    • Hochgeehrte Stella,

      Die Hl. Schrift setzt den Logos, die Ordnung, Gott gegenüber das Tohuwabohu, das Durcheinander, das „Diaballein“.
      2000 Jahre lang beschaftigt sich die Christenheit mit dem „Fides quaerens intellectum“, dem Glauben der mit dem Verstand sucht.
      Die Vernunft, der „nous“ in Übereinstimmmung mit dem Glauben, dies war eines der theologischen Hauptschwerpunkte v. Prof. J. Ratzinger.
      Karnavaleske Eskapaden sind damit nicht in Einklang.

      Damit ist alles gesagt.
      Ich persönlich bete/singe jeden Tag das „Tibi Christe splendor Patris“,den wundrschönen Hymnus für St. Michael Erzengel und Beschützer der Christenheit.
      (Vor wenigen Tagen bei catholicovaticano auf Internet veröffentlicht)
      Totus tuus

    • Es steht uns natürlich aus der Ferne und unberufen nicht zu, darüber zu spekulieren, aber mir fiel in einem der Inteviews letztes Jahr auf, dass F. sagte, nach der Papstwahl sei es in ihm ganz finster geworden. Von einem Hellwerden einige Zeit danach sprach er nicht. Es blieb also finster.
      Ganz finster!

      Damals dachte ich: Da stimmt was nicht!
      Ich denke heute nicht anders.

  8. Bischof Livieres sollte eine Personalprälatur unter seiner Leitung gründen. Ich wäre sofort sein Schaf! Für mich ein echter Heldenbischof!

    • Die Bischofsweihe hinterläßt eine unauslöschbare Prägung.
      Der Bischof steht in der apostolischen Nachfolge: er kann gültig Priester weihen und gültig Bischöfe weihen.(“Erlaubnisse“ sind etwas ganz anderes)
      Sein erste Munus ist die Verkündigung.
      Bf. Livieres hat im jeden Fall sein Bistum auf Vordermann gebracht- das läßt sich von vielen anderen gerade in Südamerika nicht sagen.

    • Verschwörungstheoretiker würde ich es nicht nennen.
      Es sind eben Leute, die merken, wohin der Hase hüpft und die nicht täglich Perlen polieren….

      • Ist es nicht eher so, dass sie in ihrer Arroganz meinen, sie allein haben die Wahrheit gepachtet?
        Mit welchem Recht eigentlich wird hier Papst Franziskus so verunglimpft, verleumdet, ins falsche Licht gestellt?

    • Sehr christlich diese paraguayischen Bischöfe (aus dem von Ihnen verlinkten Artikel): „In der gleichen Zeitung sagte Bischof Mario Melanio Medina von San Juan Bautista de las Misiones, der Vatikan habe mit Livieres ein „Krebsgeschwür“ entfernt.“

      Irgendwie leben die noch im Klassenkampf der späten 60er Jahre…

  9. Es tut mir Leid das zu sagen, aber dieser jetzige Papst schein wirklich ein Mörder unseres Glaubens zu sein. Wie kann er all dieses Massacker an Heiliger Stätte zulassen: die Modernisierung der Kirche und moderne Lehren zuzulassen und die rechtgläubigen Priester und Bischöfe entlassen? Er sieht dabei auch noch so unschuldig aus, dass man ihn gerne hat und doch hinter der Fassade… Die Franziskaner der Immaculata konnten sich nicht vorstellen, dass hinter der Vernichtung ihres Orden der Papst stecken soll, dass er davon weiß was ein Volpi tut und es zulässt, dass das große Werk der Immaculata zerstört wird (wer sich mit der Immaculata, ein Wek der Muttergottes: also mit der Muttergottes anlegt, der landet in der Hölle wenn er sich nicht rechtzeitig bekehrt und Buße tut)! Und dann der Schock: der Papst weiß es und sagt auch noch von sich aus, dass dieser Pater Volpi das rechte tut und er ihn dazu aufgefordert hat! Pfui! Und jetzt müssen die guten Bischöfe dran glauben. Aus zuverlässiger Quelle weiß ich, dass der Papst sich dann nicht gerne mit diesen unterhält. Er geht ihnen: den Traditionalisten aus dem Weg, eigenartiger Weise geht er aber nicht dem Bischof Fellay aus dem Weg. Hat nun der Papst einen Schritt auf die Tradition zugemacht, oder hat nicht Bischof Fellay einen kleinen Schritt auf dem vom Papst Franziskus gesegneten und gewünschten Weg gemacht? Ich jedenfalls denke, mit diesem Papst soll der Kirche noch der Todesstoß verpasst werden. Und Papst Benedikt XVI: gibt keine öffentliche Stellungnahme. Er macht sich mitschuldig. Wir Katholiken selber sind der Grund, dass die Gesellschaft den Bach untergeht und so viele Seelen verloren gehen. Wir sind Schuld, dass Gott zornig ist und die Strafe nicht ausbleibt. Vor allem diejenigen die Gott zum Hüter seines Weinbergs bestellt hat.

    • Wie kann irgend eine Person den Glauben morden? Vielleicht ein paar verkrustete Strukturen zerstören, aber doch nicht den Glauben! Wer wahrhaftig an Gott glaubt, glaubt, dass Gott die Liebe ist, uns liebt und sich wünscht, dass wir Gott lieben und uns und unsere Mitmenschen, der lässt sich weder von einem Papst Franziskus noch von Benedikt XVI noch von Fellay seinen Glauben töten.

      Oder was verstehen Sie unter Glauben? Die tridentinische Liturgie? Die x Dogmen?

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