„Der Papst ist kein Linker, aber er spricht wie ein Linker“ – Franziskus empfing radikale Linke Europas

Alexis Tsirpas vor dem Treffen mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz
AlexisTsipras vor dem Treffen mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz

(Rom) „Der Papst ist kein Linker, aber er spricht wie ein Linker.“ Unter diesem Titel widmete die linksliberale österreichische Tageszeitung Der Standard Papst Franziskus in der Ausgabe vom 19. September eine ganze Seite nicht in den Rubriken Religion oder Feuilleton, sondern Internationale Politik.

Anlaß ist in der Tat eine „Premiere“ im Vatikan. Die radikale europäische Linke wurde vom Papst empfangen. Daß die „nicht verhandelbaren Werte“ durch Papst Franziskus für die Welt vernehmbar in der Prioritätenliste zurückgestuft wurden, erleichtert den Gesprächszugang. Eine weitere Begegnung an allen offiziellen Protokollen vorbei.

Kein geringerer als AlexisTsipras , der Vorsitzende der durch den Zusammenbruch der Sowjetunion entstandenen „reformkommunistischen“ Nachfolgepartei der Kommunistischen Partei Griechenlands Synaspismos (SYN), wurde von Papst Franziskus in Santa Marta empfangen. 2004 bildete Tsirpas zusammen mit anderen radikalen Linksgruppen die von SYN geführte Koalition der Radikalen Linken, kurz SYRIZA genannt, deren Vorsitzender er ebenfalls ist.

Alexis Tsirpas führte Europas Linksradikale bei Europawahl

Nach dem Staatsbankrott Griechenlands und der Implosion der Sozialistischen Partei (PASOK) schaffte die radikale Linke bei den Parlamentswahlen 2012 mit fast 27 Prozent der Wählerstimmen und 71 von 300 Parlamentssitzen den Aufstieg zur zweitstärkste politischen Kraft des Landes.

Bei den Europawahlen im Mai 2014 war Tsirpas der Kandidat für das Amt des Präsidenten der Europäischen Union der Europäische Linken, wie sich der Zusammenschluß kommunistischer und anderer linksradikaler Parteien nennt, der aus acht EU-Mitgliedsstaaten Abgeordnete in das Europäische Parlament entsenden konnte, darunter aus Deutschland Die Linke.

Alexis Tsipras, so Der Standard, „will mit Franziskus – trotz komplett gegensätzlicher Weltanschauung – gegen Wirtschaftskrise und Kriegsgefahr kämpfen“.

„Angespannt“ in den Vatikan, „gelöst“ heraus

Tsipras nach dem Wahlerfolg 2012
Tsipras nach dem Wahlerfolg 2012

Wie Standard-Korrespondent Peter Mayr berichtet, traf die linksradikale Delegation um 9.45 Uhr im Vatikan ein. Tsirpas, der von sich selbst sagt, Atheist zu sein, wirkte laut Mayr beim Eintritt in den Vatikan „angespannt“. Nach zwei Stunden verließ ein „gelöst wirkender“ Tsirpas den Vatikan. Die Rede ist von einem „historischen Treffen“. 30 Minuten habe die Privataudienz gedauert. Die griechische Regierung habe Druck ausgeübt, das Treffen abzusagen. Doch Papst Franziskus empfing den Chef der europäischen Linksradikalen. „Die griechische Regierung mag nichts, was ich mache“, sagte Tsirpas anschließend im Standard-Gespräch.

Da die Begegnung in der der von Papst Franziskus bevorzugten „inoffiziellen“ Form stattfand, gibt es keine Erklärung des Vatikans. Es bleiben damit nur die Angaben Tsipras. Im Gespräch mit dem Papst sei die Themenpalette „sehr breit“ gewesen. Sie habe „Armut, Migration, Wirtschaftskrise und die herrschende Kriegsgefahr“ umspannt. „Der Dialog zwischen der Linken und der Kirche ist wichtig. Zwar gibt es unterschiedliche Ideologien, in vielen Punkten wollen wir aber dasselbe“, zitiert Der Standard Tsirpas wörtlich.

Der Papst habe die „Wichtigkeit der Initiativen, um gegen Ungerechtigkeiten anzukämpfen“ erkannt. Kurz sei es auch um griechische Innenpolitik gegangen: „Die Reichen wurden noch reicher, die Armen ärmer. Wir haben Banken gerettet, nicht die Menschen“, schildert  Tsipras seine Zusammenfassung gegenüber dem Papst.

Papst-Audienz vom ehemaligen KPÖ-Vorsitzenden Walter Baier eingefädelt

Walter Baier, 1994-2006 KPÖ-Vorsitzender
Walter Baier, 1994-2006 KPÖ-Vorsitzender

„Eingefädelt“, wie der Standard schreibt, wurde das Treffen vom österreichischen Kommunisten Walter Baier. Baier ist kommunistisches Urgestein. Aus einer kommunistischen Familie stammend, wurde der Wiener 1977 Vorsitzender des Kommunistischen Studentenverbandes (KSV) und ZK-Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ). 1987 stieg er ins Politbüro auf und blieb seiner Ideologie auch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks treu. 1991-1994 war er Bundessekretär und von 1994-2006 Bundesvorsitzender der KPÖ. Seither ist Baier Koordinator von transform! einem Netzwerk von 25 kommunistischen und linksradikalen Zeitschriften in 18 europäischen Ländern. Für dieses Netzwerk sitzt er auch im internationalen Rat des 2001 als linker Gegenveranstaltung zum Davoser Weltwirtschaftsforum und den Weltwirtschaftsgipfeln gegründeten Weltsozialforums (WSF).

Sieben Monate hätten die Vorbereitungen bis zum Treffen mit dem Papst gedauert. Damit sei die radikale Linke aber „schneller“ gewesen, als Wiens sozialdemokratischer Bürgermeister Michael Häupl. Dessen Empfang beim Papst steht noch aus, gibt sich der radikale Linke Baier über den Prestigeerfolg über die gemäßigte Linke im ewigen Kampf zwischen Bolschewiken und Menschewiken zufrieden.

„Papst steht Anliegen der Linken aufgeschlossen gegenüber“

Tsirpas blieb auch nach Ende der Sowjetunion seiner Ideologie treu
Tsirpas blieb auch nach Ende der Sowjetunion seiner Ideologie treu

Walter Baier ist seit 15 Jahren im „Dialog“ mit der katholischen, aber auch evangelischen Kirche aktiv und findet immer wieder offenen Ohren und Türen für gemeinsame „soziale“ Initiativen. Auch „der Papst steht den Anliegen der Linken – soziale Gerechtigkeit, Kapitalismuskritik – aufgeschlossen gegenüber“, so Baier gegenüber dem Standard. Baier sieht in der „herrschenden Krise der institutionalisierten Politik- und Parteienlandschaft“ zwei Institutionen in einer besonderen Rolle: „die Religionsgemeinschaften und die Gewerkschaften“.

„Botschaften wie Handlungen von Franziskus lassen diese Lesart zu“, sekundiert der Standard-Korrespondent. In Evangelii Gaudium habe der Papst ein „Nein zur sozialen Ungleichheit – die Gewalt hervorbringt“ gesagt. Zudem habe er eine „Vergötterung des Geldes“ kritisiert.

Evangelii gaudium ist „beißende Kapitalismuskritik“

Baier und Tsipras sind sich darin einig: In Evangelii Gaudium lesen die beiden Kommunisten „beißende Kapitalismuskritik“. Darin will die radikale Linke einen „neuen Ton“ erkennen. Ex-KP-Chef und transform!-Koordinator Baier träumt bereits von einer „breit aufgestellten Allianz“. Diese könne „mehr Druck aufbauen“. Als Nagelprobe hat die radikale Linke bereits den Weltklimagipfel 2015 in Paris im Auge.

Wie es mit dem Dialog zwischen Linksradikalen und Papst Franziskus weitergehe, wisse Tsipras nicht. Dieser Dialog sei aber „wichtig“, denn eines sei ihm durch die Begegnung klargeworden, sagte Tsipras dem Standard: „Der Papst ist kein Linker, aber er spricht wie ein Linker“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Syriza/KPÖ/Esatchos (Screenshots)

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30 Comments

  1. Die Frage sollte ja nicht lauten, ist nun „Franziskus I ein Linker oder Nicht“ , sondern
    „Ist Franziskus I ein Katholik oder nicht??“ Und nicht nur im Bezug auf Evangelii Gaudium ist Franziskus I ein Radikaler, aber leider eben nicht im Sinne Gottes unseres Herrn und seiner Kirche.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  2. Wiener Hausmeisterwahrheit:

    Jo, jo, und da Hiddla woa koa Nazi ned,
    dea hod a bloß a so don!

    Vox populi, vox Rindvieh! Und der größte Mist wird zur Perle!

    • Ja eben. Das ist doch wieder eine typische linke Aussage, dass einer, der wie ein Linker spricht, kein Linker ist. Was ist er dann ?

      • Eben, und weil das eine typisch linke Aussage ist, sind Sie, verehrter Ralph, ein echter Rechter, weil Sie reden wie ein Rechter.

    • Mein liebes Engelchen hat Recht,
      denn nur wahrhaftig ist und echt,
      wer, was er denkt auch frei verkündet
      und keine Nebelkerzen zündet.
      Wer mit dem Munde falsches lehrt,
      den Mantel nach dem Winde kehrt
      und dessen liberaler Sinn
      ihn reißt zu zweifelhaften hin.
      Kurz, wer nicht ganz katholisch ist,
      den nennt Sankt Pius: M O D E R N I S T!

  3. Wenigstens dies ist eine Konstante:
    Die Abneigung, ja die Verurteilung des Staatsbankrotts, sei es nun von Rechts oder von Links hingeboxt.
    Da schimmert m.E. die peronistische Ideologie durch.
    Die argentinische Präsidentin Kirchner, jetzt der linksradikale Tsirpas- tja: wenig Geld und sehr viel Lärm.
    Auch die Vereinigte Staaten und Großbrittannien (schöne Geschenke für das Prinzchen) wurden wurden freundlich empfangen.
    Auf die Knien dagegen mußten die Franziskanen und die Franziskanerinnen der Immaculata und die mehr traditionsfreundliche Bischöfe der USA.
    In fide constans

  4. Wann kommt einmal eine positive Nachricht über diesen Papst ? Ich schätze, da warten wir noch lange oder am Ende gar vergebens. Mit diesen nicht zuletzt auch demokratisch und wirtschaftlich destruktiven Kräften mußte sich Bergoglio treffen. Was soll denn das ?

  5. Papst Franziskus alias Jorge Mario Bergoglio beschreibt selbst wie sehr er von seiner aus Italien nach Argentinien ausgewanderten Großmutter angetan war. Diese war eine sehr politische Frau und hat, wie es heißt, aus Widerstand gegen den italienischen Faschismus dem damaligen Italien den Rücken gekehrt.
    Man kann vermuten, daß diese Frau ihrem Enkel da eine gewisse politische Suppe eingeflößt hat. Deswegen hat Papst Franziskus auch keine Berührungsängste mit Marxisten/Linken wie es ausschaut. Er betrachtet sich ja offenkundig als ein Kumpel von diesen. So ist das. Gleich und gleich gesellt sich gern.
    Kumpel Mario und „mein Name ist Hase“.
    Dabei ist es ja in Ordnung, das Wirtschaftssystem zu kritisieren, aber braucht er dafür Personen, die Pro Abrteibung und für die Zerstörung der Familie kämpfen, die für das Reich Satans streiten?

    „Nee ,Mario, ein Arbeiterfreund bist Du nicht. So wenig wie Deine marxistischen Spießgesellen“.

    • “ …aber braucht er dafür Personen, die Pro Abtreibung und für die Zerstörung der Familie kämpfen….“
      Sie sprechen aus, was auch ich mir dachte.

  6. Parteien aus dem „rechten“ Spektrum, wie z.B. die griechische Goldenen Morgenröte wird FRanziskus wohl nicht empfangen. Warum nur diese Einseitigkeit?

  7. Der Vatikan und der Jesuitenorden sind führend an der New-World-Order-Agenda beteiligt (siehe z.B. http://www.cuttingedge.org/ce1037.html). Der Illuminaten-Orden hat zwei Jahrhunderte daran gearbeitet, den Vatikan zu übernehmen. So gesehen ist die Politik von Papst Franziskus nur folgerichtig. Das war die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist: Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit.

  8. Wenn man mich fragt – Bergoglio redet nicht wie ein Linker oder sonst einer, der irgendein klares Konzept hat.

    Vielmehr klaubt er sich Versatzstücke aus zeitgenössischen politischen Kraftsprüchen, die das Volk gerne hört zusammen und mischt sie zu einem Zaubertrank auf, aus dem er täglich neue Plastik-Zauber-Perlen destilliert. Das Gesöff wechselt ständig die Konsistenz, gewissermaßen nach Volks-Vorlieben-Quote – er hat total verinnerlicht, dass das Eintreten für eine klare Aussage immer dem Geschäft schadet.

    Er redet leider nicht wie ein Linker – denn dann kriegte man ihn ja zu fassen. Während die Linken für Abtreibung und die Homoehe plädieren, laut und deutlich, sagt F. nichts Halbes und nichts Ganzes. Die Linken denken: „O, den können wir evtl. weichkochen!“ Und die Rechten denken: „Naja, er hat ja den Linken nicht ausdrücklich recht gegeben, vielleicht überrascht er uns doch noch mit einer richtigen Entscheidung.“
    Auch Evangelii gaudium ist total inkonsistent und ohne roten Faden.

    Links? Rechts? Kalt? Warm?
    Schön wär’s – lau ist der Mann, ein Opportunist vom Dienst und ein Chamäleon.
    Genaugenommen ist nur sein negativer Opportunismus das einzig Konzeptionelle, das man seit dem März 2013 klar erkennen kann.

      • Nein – ich „springe“ mit niemandem „um“. Ich analysiere das Auftreten und die Äußerungen Bergoglios. Und die Frage ist einzig, ob es wahr ist, was ich sage, oder nicht.
        „Links“ und „rechts“ greifen heute als Kampfbegriffe nicht mehr.
        Ich würde mir wünschen, dass wir mit der Analyse im Hier und Jetzt ankommen und nicht irgendwelche Begriffe aus dem 19. Jh (mit Ausläufer ins 20. Jh) für aktuelle Phänomene bemühen und uns damit ins Nirvana irgendwelcher anachronistischen Wahngebilde verabschieden.
        Hilfreich ist nicht, jemanden als links oder rechts abzustempeln (ohne dass man weiß, was das meint) oder im Internet krampfhaft nach den Spuren der „freimaurerischen“ Verschwörer zu suchen – wer soll das genau sein und wo wirken diese Leute? – , sondern auf seine konkreten Äußerungen einzugehen.

        Und da sehe ich bei Bergoglio überhaupt keine Linie. Dieses verwirrende Konzept ist sein Programm. Er ist kein „Modernist“! Bei aller Wertschätzung für Pius X. – dieser Kampfbegriff taugt heute nicht mehr. das ist bei Benedikt schon das Verwirrende gewesen, dass er in diesen Schubladen nicht mehr sachgemäß erkannt werden konnte – die einen sahen in ihm einen Modernisten, die anderen einen Konservativen. warum? weil er beides nicht ist, sondern schon einen Schritt weiter…Tempus fugit! – Tempora mutantur, et nos mutamur in illis.

        Bergoglio ist ein postmodernes Phänomen – mit allen Konsequenzen.

        Ich erkläre es an einem Beispiel:
        Die linke (also: marxistische oder auch kommunistische oder sozialdemokratische Doktrin ist ein modernes Phänomen: man ging nach wie vor von Innovation und Fortschritt, technisch wie sozial, aus. Die Postmoderne verweigert sich in jedem Fall diesem Optimismus mitsamt seinen ideologischen Gesellschaftsentwürfen. Lesen Sie mal bei Lyotard http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Fran%C3%A7ois_Lyotard, wie die postmoderne Richtung definiert wird: einzig möglich ist noch pluralistischer Liberalismus. Alle „Rahmenerzählungen“ (Traditionen, Ideologien etc.) seien gescheitert. Bergoglio verkörpert das total – er sieht sich als Integrationsfigur aller, wer immer das ist, ausgenommen natürlich derer, die veralteten „Rahmenerzählungen“ anhängen. Im Grunde geht auch Benedikt in diese Richtung und man kann sein Motu proprio genau so verstehen – Pluralismus, liturgischer Pluralismus, dessen Ende natürlich offen sein muss…

        Ein „Heiliger Vater“ im postmodernen Sinn kann nur noch jedem das zuwerfen, was der hören will. Je besser er das hinkriegt, desto „heiliger“ („Theologie auf Knien“ – das ist der Kotau vor jedermanns Situation, die nicht verändert, sondern „erhoben“ werden soll ins „Reich Gottes“. Es ist logisch: Scalfari erfährt die Spiegelung seines Atheismus, er darf sogar das Interview erfinden, und F. zeichnet das ab – er ist Scalfari. Schlimm ist nur noch das „Über andere reden“ – die „Sünde, die schlimmer ist als eine Sünde“.

        „Wer bin, darüber zu urteilen?“ ist das Credo einens totalen, postmodernen Patriarchen.

  9. In der Tat besteht heute gleichsam ein uniformer Zwang, dem Kult der Humanität“ dienlich sein zu wollen.
    Diesen sieht der Philosoph Marcel de Cortes gar als aufkommende Gefahr
    gerade auch innerhalb der Kirche, wenn er
    - vielleicht in etwas überzogen, aber in der Sache doch stimmig – schreibt:
    -
    „eine spirituelle Degeneration,
    die tiefer geht als alles, was die Kirche in ihrer Geschichte erfahren hat,
    eine Krebskrankheit, in der die Zellen sich schnell vervielfachen um das zu zerstören,
    was noch am mystischen Leib gesund ist.
    Es ist ein Versuch das Königreich Gottes
    in das Reich des Menschen zu verwandeln,
    die Kirche, die für Anbetung Gottes geweiht wurde
    zu ersetzen durch eine Kirche, die dem Kult der Humanität dient.
    Das ist die schrecklichste und abscheulichste aller Häresien“.
    -

    Die Kirche als eine ( unter vielen anderen ?!)
    banale „Kraft des Friedens“
    zum „Aufbau des Humanismus von morgen“ ?!.
    So jedenfalls wollte es wohl auch Kardinal Suenens – einer der „Moderatoren“ am Vaticanum II. – sehen:
    -

    „Nichts wird das Papsttum von jedweden Verdacht des Absolutismus freisprechen
    als der tägliche geübte Vorrang des Dienens,
    der mehr Wirkung haben wird als alle Lehrstreitigkeiten….
    ohne zeitliche Macht zu besitzen,
    hat die Kirche des II. Vaticanum nur das eine Ziel; der Welt zu helfen,
    indem sie die Menschen von Unwissenheit,
    Misstrauen und brudermörderischen Hass befreit,
    und ihr behilflich zu sein
    gemeinsam mit allen Mächten des Friedens
    den Humanismus von morgen zu bauen“
    -

    Dieser Kardinal Suenens schrieb im Jahre 1968 in „Die Mitverantwortung der Kirche“

    -
    „Je mehr das kirchliche Aggiornamento, das eigentliche Ziel des Konzils,
    an Gestalt und Festigkeit gewann, umso leuchtender wurde
    sein universaler menschlicher Wert sichtbar.
    [….],
    Auf die Welt hören bedeutet, sich
    auf die menschliche Verfassung von heute einzulassen
    oder wie der Konzilstext sagt ‚die Zeichen der Zeit erforschen“

    -

    Und in „Die Welt als Aufgabe“ (!?) betonte er:

    -
    „Den Menschen von seiner Verantwortung vor der Geschichte aus definieren,
    heisst die Umrisse des Menschen unserer Zeit bestimmen,
    des Menschen, den wir in uns und um uns heran bilden müssen,
    damit er zur Würde eines Lebens in planetarischen Dimensionen gelangt.
    Einen Humanismus der Verantwortlichkeit entwickeln ,
    ist letzten Endes die grosse Aufgabe unseres Jahrhunderts,
    eine geistige und ethische Aufgabe,und niemand hat das Recht sich ihr zu entziehen;
    am allerwenigsten die Kirche“
    -

  10. Was regen wir uns denn noch auf ? Wundert es jemanden ? Bergoglio geht konsequent seinen Weg und niemand hält ihn auf. Und wer nur den kleinsten Versuch macht, der wird abgesäbelt. Die Beispiele sind Legion. Ehrfurcht habe ich vor diesem Menschen ohnehin schon lange keine mehr und Papst ist für mich Papst Benedikt XVI. Jemand, der konsequent die Kirche zerstört ( seine Jubler sprechen da immer von „reformiert“), kann nicht Papst sein. Irgendetwas muss im Konklave falsch gelaufen sein. Oder ist es das Wirken des Heiligen Geistes, wenn man unbarmherzig jeden Andersdenkenden brutal abserviert? Bergoglio und sein Wüten muß beim Namen genannt werden- irgendwelche Rücksichtnahmen sind weder diplomatisch, noch christlich, sondern einfach unendlich feige!

    • Wenn Sie nicht nachweisen, dass das letzte Konklave kanonisch ungültig war (und das können Sie offenkundig nicht nacheisen), dann ist Franziskus Petrus, der die unverbrüchliche Verheißung des Herrn hat und somit vom Hl. Geist geleitet wird. Ob es einem gefällt oder nicht. Ungehoram verbietet sich damit für uns alle.

      • ja so ist es wohl, werte Hildegard.
        Wobei der Heilige Geist die Kirche nicht so leitet, dass alles was der Papst macht richtig ist, sondern eher so, dass egal wie sehr der Papst den Karren Kirche in den Dreck fährt, der Karren nicht kaputt geht und auch wieder herausgezogen werden kann.
        Im übrigen frage man mal Dr. Google nach Papst Urban VI !
        Seine Gegner foltern lassen, so dass man ihre Schreie hört,. also soweit wird es wohl nicht kommen und keiner hat bislang den Urban VI zum Gegenpapst erklärt.

      • Urban VI. hat keine Häresien verkündet, keine Imame in die vatikanischen Gärten zum gemeinsamen Gebet geholt, sondern „nur“ persönlich gesündigt.
        Das ist nun mal eine andere Kategorie.

        Auch wenn Bergoglio gültig gewählt ist, ist er dennoch nicht der Papst, denn er sündigt nicht bloß persönlich (wie Urban VI.), sondern er verkündet eine Irrlehre nach der anderen in der Grey-Zone.
        Wieso sollte man ihm gehorchen?

      • ALso bislang hat auch Papst Franziskus offiziell keine Irrlehre verkündet.
        Sie haben weiter oben das Dilema doch recht gut beschrieben.
        ER ist kein Linker, er ist kein Rechter, er ist kein Katholik, er ist kein Protestant er nimmt einfach Wortfolgen, die gut klingen und präsentiert sie.
        Das ist schlimm und selbst eines „Dorfpriesters“ unwürdig, weil auch ein Dorfpriester studiert haben muss und Papst Franziskus schließlich Jesuit ist, und deshalb ja eigentlich was von Unterscheidung = Differenzierung verstehen müsste.
        Gehorchen kann man ihm gar nicht, weil er ja sich selber beständig widerspricht, auch in dem, was er als Lebensweise für Christen so anweist.
        Sie haben Evangelium Gaudii erwähnt, ja das ist auch so ein Werk, rin in die Kartoffeln raus aus den Kartoffeln und ohne roten Faden gestrickt mit diversen roten Fäden, die man aber erahnen muss und wenn man das tut, also rote Fäden suchen, dann muss man konstatieren, das Werk ist kein Socken mit Strickfehlern, nein das ist ein unentwirrbares Knäuel.
        Wir sind uns da schon einig, denke ich.
        Aber wie gesagt bislang hat der sein Amt nicht ausgeübt, und ja wenn ich ihn als Papst ablehne, dann müsst ich aber Beweise bringen, das seine Wahl ungültig war.
        Dass er ein Idiot ist, reicht nicht, das betraf auch z.B Urban, geisteskrank sei er gewesen, sagt Wiki.
        AUch z.B war es in früheren Zeiten so, wenn ein Papst z.B senil wurde und anfing dummes Zeug zu reden, so blieb er immer noch der Papst.
        ER wurde dann abgeschirmt, was heutzutage leider fehlt……. aber das ist ein anderer Punkt.
        Ansonsten wie Hildegard ausführte, wenn ich den Papst ablehne dann geht das nur, wenn ich sage die Wahl war kanonisch ungültig, und dafür gibt es keinerlei HInweise

      • Puh – nach sovielen häretischen Päpsten im Softbereich fallen selbst die härteren Häresien heute nicht mehr auf als das, was sie sind…

        Ein Papst ist nicht nur dann kein Papst, wenn seine Wahl ungültig war.
        Wie soll einer, der sich wegen seines öffentlich beharrlich bekannten Unglaubens selbst aus der Communio exkommuniziert hat, eigentlich das Lehramt darstellen?
        Und das Papstsein ist ja kein Abstraktum, sondern das konkrete ordentliche und außerordentliche Lehramt.

        Was hat das mit Päpsten zu tun, die krank werden? Ein Geisteskranker verkündet doch NIE eine Häresie – er ist nicht Herr seines Geistes…

  11. Verehrter Zeitschnur,
    leider haben Sie recht.
    Papst Franziskus bedient alles und jeden, „ob Katholik oder Heide“.
    Er ist weder Fisch noch Fleisch. Und genau dafür wird er – postmodern – bejubelt.

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