Kardinal Kasper unterstellt Verteidigern des Ehesakraments: „Sie wollen einen Krieg“

Frage der wiederverheiratet Geschiedenen
Kardinal Kaspers Strategie der Entsachlichung der Frage der wiederverheiratet Geschiedenen

(Rom) Kardinal Kasper, der Wortführer der Zulassung der wiederverheiratet Geschiedenen zur Kommunion setzt einen weiteren Schritt zur Entsachlichung der Diskussion. In einem heute veröffentlichten Interview unterstellt er den Verteidigern der katholischen Ehe-Lehre, damit einen „Krieg“ zu wollen, dessen „Zielscheibe“ nicht er, sondern Papst Franziskus sei.

Der Vorstoß zur Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion erfolgt im Namen von „Barmherzigkeit“ und „Menschlichkeit“. Ein geübter taktischer Schachzug. Er unterstellt implizit, daß jede andere Position „unbarmherzig“ und „unmenschlich“ sei. So äußerte sich jüngst auch Bischof Franz-Josef Overbeck, der auf einer „Dialogveranstaltung“ der Deutschen Bischofskonferenz meinte, die Kirche müsse im Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen „menschlicher“ werden.

Eindruck einer strategischen Planung

Und Papst Franziskus steht wo
Und Papst Franziskus steht wo?

Überhaupt vermittelte der Vorstoß Kardinal Kaspers beim Kardinalkonsistorium im vergangenen Februar den Eindruck einer strategisch geplanten Aktion (Kardinal Kaspers Rede und „Die Zeit“ – Eindruck einer strategischen Planung), bei der maßgebliche Fäden bei Papst Franziskus selbst zusammenzulaufen scheinen. Dazu gehört ein informelles Bündnis mit weltlichen Medien zur Erzeugung öffentlichen Drucks, ebenso die Mittel der Drohung (Kaspers Nötigung: „Entweder wie ich will, oder besser keine Bischofssynode“) und der dramatischen Inszenierung.

Das jüngste Beispiel der dramatischen Inszenierung bildet ein heute in der italienischen Tagezeitung Il Mattino veröffentlichtes Interview Kaspers. Darin skizziert der Kardinal eine schwere „Bedrohung“, die sich gegen den Papst richte: „Sie wollen den Krieg bei der Synode. Der Papst ist die Zielscheibe“. Der Kardinal entsachtlicht damit die Diskussion um die wiederverheiratet Geschiedenen vollends. Die Entsachlichung stellte von Anfang an ein zentrales Element des Vorstoßes dar durch die Behauptung, die Frage allein der pastoralen Ebene zuordnen und damit von der Ebene der Glaubenslehre abkoppeln zu wollen. Gleichzeitig wurde die Frage emotionalisiert durch die Betonung von „Leiden“, „Barmherzigkeit“ und „Menschlichkeit“.

Entsachlichung der Frage durch inszenierte Emotionalisierung

Mit dem heute veröffentlichten Interview geht der Kardinal noch einen strategischen Schritt weiter und koppelt die Frage direkt an die Person von Papst Franziskus. Damit tritt die eigentliche Frage in den Hintergrund und das Pro und Contra um den seit März regierenden argentinischen Papst in den Vordergrund. Eine Ablehnung von Kaspers Thesen soll damit automatisch zu einem Angriff gegen den Papst umgedeutet werden.

„Einige wollen bei der kommenden Synode einen ideologischen Krieg. Die Lehre der Kirche ist offen, sie aber wollen eine kristallisierte Wahrheit. Die Zielscheibe der Polemiken bin nicht ich, sondern ist der Papst“, so Kasper wörtlich, der von der Zeitung als „Theologe“ vorgestellt wird, „den Franziskus zum zeitgenössischen Theoretiker der ‚Theologie auf den Knien‘ erhoben hat, der fähig ist, die Gesellschaft zu hören, vor allem die existentiellen Dramen des Menschen, nicht um zu verurteilen, sondern zusammen mit ihm zu gehen.“

Kaspers Replik auf Kardinäle, die seine Thesen als wahrheitswidrig verwerfen

Fünf Kardinäle verteidigen Ehe-Sakrament
Fünf Kardinäle verteidigen Ehe-Sakrament

Das Interview stellt eine Replik des Kardinals auf das Buch von fünf Kardinälen dar, die Kaspers Thesen widersprechen. Das Buch erschien in mehreren Sprachen im amerikanischen Verlag Ignatius Press eines Mitglieds des Joseph-Ratzinger-Schülerkreises. Die Autoren fordern dazu auf, „in der Wahrheit Christi zu bleiben“. Ein harter Vorwurf gegen Kardinal Kasper, mit seinen Thesen die Wahrheit verlassen zu haben. Kardinal Gerhard Müller ist als Präfekt der Glaubenskongregation der ranghöchste und einflußreichste unter den fünf Kardinälen. Die weiteren Kardinäle sind Raymond Leo Burke, Walter Brandmüller, Velasio De Paolis und Carlo Caffarra. Drei von ihnen, die Kardinäle Müller, Burke und Caffarra werden als Synodalen ihre Klinge mit Kasper auch auf der am 5. Oktober beginnenden Bischofssynode über die Familie kreuzen. Papst Franziskus ernannte Kasper persönlich zum Synodenvater.

Im Interview erklärt Kasper, das Buch seiner fünf Mitbrüder im Kardinalskollegium noch nicht gelesen zu haben. Dennoch meint er, die Inhalte zu kennen. Er selbst sieht sich in der Position dessen, der lediglich die Themen aufgegriffen habe, die in Familiaris Consortio von Johannes Paul II. unbehandelt geblieben seien. Papst Wojtyla sei es gewesen, so Kasper, der die Familie als „zentrale“ Zelle, aber nicht mehr als „natürliche“ Zelle von Kirche und Gesellschaft bezeichnet habe. Die Familie sei zwar „etwas großes und schönes, aber nicht per se göttliches“, so der Kardinal. Dem sei Rechnung zu tragen und darin meint der Kardinal jenen Spielraum zu erkennen, der die Tore zu einer „neuen Pastoral“ öffne.

„Lehre der Kirche nichts Geschlossenes“

„Die Lehre der Kirche steht nicht zur Diskussion, kann aber vertieft werden. Aber die Lehre ist nicht etwas Geschlossenes. Es geht darum, über die Umsetzung der Lehre in komplexen Situationen zu diskutieren“, so Kasper in seinem Interview. Die fünf Kardinäle würden ihn angreifen, „weil sie sagen, daß das Ausgangsdokument [die Rede Kaspers beim Kardinalskonsistorium am 21. Februar] gegen die Wahrheit ist. Wir sind aber alle für die Wahrheit“, so Kasper.

Medien sehen Übereinstimmung zwischen Kasper und Papst Franziskus

Unterstützung findet Kardinal Kasper, wie beabsichtigt, bei weltlichen Medien, die wesentlich die öffentliche Diskussion beeinflussen. Der Spiegel titelte zum Buch, mit dem die fünf Kardinäle die katholische Ehe-Lehre verteidigen: „Kardinäle gegen Öffnung der Kirche für Geschiedene“. Der ORF: „Hardliner-Protest gegen Papst-Kurs“. Die Presse: „Palast-Revolte gegen den Papst. So ging die Meldung über die Ticker der internationalen Presseagenturen. Sie stellen eine verdeckte Parteinahme zugunsten Kaspers dar. Zudem wird allgemein suggeriert, daß Papst Franziskus derselben Meinung wie Kardinal Kasper sei. Dafür spricht tatsächlich vieles. Offiziell geäußert hat er sich allerdings nicht.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL/Ignatius Press/OR

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46 Comments

  1. Klingt wie die Standard-Latrinenparolen eines Berufsfunktionärs, der versucht, berechtigte Kritik abzubügeln, wobei die Wortwahl schon belegt, daß die Kritik berechtigt ist und er sich getroffen fühlt. Um mich auch ein wenig auf sein Niveau zu begeben: Bei ihm ist ja der Name schon Programm 😀

    Wohl mit der grösste Fehler von Kardinal Ratzinger / Papst Benedikt: Leute à la Kasper zu deckeln oder abzusägen und nur Leute auf Linie hochkommen zu lassen. Das ist etwas, was Bergoglio anscheinend perfekt beherrscht…

  2. Ja, Franziskus hat sich bisher nicht öffentlich geäussert. Am Sonntag hat er in Rom aber 20 Brautpaare getraut. Dabei waren offenbar auch Paare, die bereits Kinder hatten. Zu den 20 Paaren, die für die Trauung am Sonntag ausgesucht wurden, gehörten auch welche, die schon zusammenleben. Zugelassen wurden auch Hochzeitspaare, von denen ein Partner schon einmal verheiratet war und dessen Ehe annulliert wurde.
    Sind das nicht klare Signale?

    • In der Tat. Was ich gelesen habe, sind solche Trauungen im Petersdom sehr selten. Bei Johannes Paul II zweimal und bei Benedikt nie. Dass es also unter diesem Pontifikat just vor der Bischofssynode stattfand, wohl kaum ein Zufall. Der Bischof von Rom hätte gesagt: “ es seien Paare wie alle anderen“. Wer sind „alle anderen“?? Nun, es ist in der heutigen Zeit – leider! – der Normalfall, dass vor einer Ehe zusammengelebt wird und dass man erst mal schaut obs denn mit dem Kind klappt, ehe man heiratet. Mit dieser Aussage von Franziskus „es seien Paare wie alle anderen“ wirft er alle „Verpaarungen und Lebensformen“ in den gleichen Topf: zivil Verheiratete, Wiederverheiratete, Paare die einfach so zusammenleben, Homosexuelle Paare (?!), also solche die in schwerer Sünde leben und jene (das sind wohl jene „alle anderen“) die aus tiefer Überzeugung keusch bleiben bis nach dem Jawort.

    • Man soll das nicht überbewerten, aber eine gewisse Signalwirkung mag das schon haben. Die Signale gehen ja auch in eine schöne Richtung. Mehr Mitleid und weniger Härte, wenn man will also von mir auch mehr „Menschlichkeit“. Aber es ist eben Gottes ureigener Wille, menschlich zu sein und nicht zu verdammen. Insofern ist es nicht einfach nur „menschlich“, sondern geradezu „göttlich“.

      Das Schöne daran ist also vor allem, dass in solchen Gesten und überhaupt in dem Bemühen, übermäßig schematischen und übertrieben strengen Regelungen die Spitze zu nehmen, die wirkliche Wahrheit über den Menschen in seinem Verhältnis zu Gott aufleuchtet.
      Diejenigen, die oft als Aufweicher oder Relativierer beschimpft werden, sind demnach offensichtlich viel näher an der Wahrheit Gottes, als die religiöse Gesetze ohne Rücksicht auf den Menschen verabsolutieren. Wir brauchen eben alle einen mitleidigen und menschenfreundlichen Gott, der auch mal 5 gerade sein lässt, wenn der Mensch im Herzen gut ist. Wenn Gott so wäre, wie die Rechten sich das vorstellen, hätte Jesus gar nicht auf die Welt zu kommen brauchen. Das ist die eigentliche Wahrheit, die hinter alldem steckt.

      Die Verfechter einer harten, eher „gesetzlichen“ Linie, behaupten ja immer, sie hätten die „Wahrheit“ auf ihrer Seite. An diesen Entwicklungen erkennt man aber, dass das überhaupt nicht der Fall ist. In Wahrheit ist Gott viel realistischer und „menschlicher“, als die Hardliner sich das vorstellen können. Das finde ich tröstlich, auch für die Hardliner selber.

      • Den menschenfreundlichen Gott beim genauen Gegenteil- nämlich der Relativierung seiner Gebote- zu verorten, halte ich für bedenklich. So gesehen war dann auch Moses ein hardliner und der Heiland selber auch, als er die Wechsler und Händler aus dem Tempel vertrieb. „Macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Räuberhöhle“. Es geht überhaupt nicht um das „Rechthaben“, sondern darum, dass Gott nur erfahrbar wird, wenn man zumindest versucht, das eigene Leben nach seinen Geboten auszurichten. Das ist ja die Ursünde des Geschöpfes- mit angeblicher Barmherzigkeit seine eigenen Gebote zusammen zu basteln und den lieben Gott auf einen freundlichen alten Tattergreis zu reduzieren. Barmherzigkeit ist nur eine von vielen Wesenseigenschaften des Allmächtigen- die Gerechtigkeit gehört genauso dazu. All diese Eigenschaften machen Gott zum menschenfreundlichen Gott, nicht nur ein Teilauschnitt, der halt gerade ins Konzept passt. Natürlich können auch „hardliner“ in die Irre gehen und dem Stolz unterliegen, wenn die Motivation für Handeln und Tun nicht aus Liebe zu Gott, dem Nächsten und der Kirche kommt. Aber genau diese Liebe lässt es nicht zu, dass man den Anderen aus Barmherzigkeit ins Verderben rennen lässt. Christus spricht an vielen Stellen davon, dem Irrenden nachzugehen und ihn zurückzuholen.

      • Die Frage ist doch, was das heißen soll: „Gebote relativieren“.
        Gebote abzuschaffen, weil man keinen Bock darauf hat, sie einzuhalten, ist sicher verkehrt. Gebote so anzuwenden und auszulegen, dass sie dem Sinn gerecht werden, der dahinter steckt, ist aber richtig.
        In diesem Sinn ist „Relativierung“ (im Sinne einer Beachtung der Billigkeit und des Normsinns) absolut geboten und im Sinne des Erfinders, wohingegen rigoristische Verabsolutierung falsch ist.
        Das liegt daran, dass Gott kein Dummkopf ist, sondern hoch intelligent. Simplifizierendes Verabsolutieren von Normen ist dagegen geistig eher beschränkt.

        Der Sinn von Gottes Geboten ist nun der, dass die Menschen Gutes tun und nicht Böses. Das liegt daran, das Gott selber gut ist und möchte, dass die Menschen seinem Ebenbild nacheifern und auch gut werden. Deshalb bestraft Gott die Bösen und tröstet die Guten. Diese Grundlogik, die seinen Geboten zugrunde liegt, ist also doch wieder ganz einfach.

        Wenn jemand aus irgendeinem Grund gegen das Gebot der Einehe verstoßen und eine zweite Partnerin hat, mit der er auch geschlechtlich verkehrt, ist er deswegen nicht notwendigerweise böse. Er kann aus tausenderlei Gründen entschuldigt sein. Er kann das Scheitern der Ehe bereuen, ohne sie heilen zu können; er kann mehr oder weniger unschuldig verlassen worden sein; er kann beim besten Willen nicht keusch bleiben können, ohne an Gott und der Kirche zu verzweifeln, oder weiß der Geier was noch alles. Es gibt da keine simple Messlatte, um die Bosheit und Sündhaftigkeit so einer Lage zu bewerten. Das muss man als intelligenter Mensch einfach einsehen.

        Wenn jetzt jemand dahergeht und behauptet, dieser Mensch ist böse (nur weil er seine zweite Frau nicht verlässt) und darf deshalb keine Sakramente bekommen, ist das nach alledem offensichtlich falsch (also keineswegs „die Wahrheit“). Eine solche Auffassung ist unbillig, die Normanwendung falsch, weil die Strafe nicht den trifft, den sie treffen soll (den Bösen), sondern jemanden, der sie in dieser Schärfe gar nicht verdient, weil er im Kern gar nicht böse ist, sondern bloß in einer schwierigen und/oder nicht ganz regelkonformen Situation steckt.

        Das einzusehen, ist „menschlich“ (gut), es zu verleugnen wäre also „unmenschlich“ (böse).
        Wenn man den Betreffenden daher verurteilt oder beschimpft oder schlecht über ihn denkt oder Anstoß nimmt etc., ist das böse.
        Also wird Gott in diesem Fall den Eiferer oder Hardliner, der Anstoß nimmt und nicht einsehen will, dass auch solche Sünder zur Kommunion gehen dürfen, bestrafen.
        Den Gebotsverletzer dagg., der in Wirklichkeit gar nicht so böse ist, wie es dem Hardliner scheint, wird er trösten. Genau das könnte mit Gottes Willen durch diese Synode geschehen.

        Es gibt so viele Gleichnisse Jesu, die Gott genau in dieser Weise zeichnen (der ältere Sohn des guten Vaters, die neidischen Arbeiter im Weinberg, das Schuldtturmgleichnis usw.). Deshalb kann man als Christ sehr sicher sein, dass dies die Denkweise Gottes ist

      • Unfaßbar, so ein – mit Verlaub – Wohlfühgeschwafel. Dann war wohl Christi Opfer unnötig, weil ja damals schon alles so schön menschlich war? Oder mußte Christus uns erlösen, weil das Menschliche eben oft schrecklich ist?
        Wem der Mensch Maß aller Dinge ist, verstößt schon gegen das 1. Gebot Gottes. Deshalb lehnt die Kirche ja auch die Freimaurerei und die Demokratie ab. Die Verleumder Gottes, die sich heute anmaßen, sich Kirche zu nennen, sind dagegen Parteigänger all dessen, was die Kirche immer abgelehnt hat und ablehnen muß.
        Und wie weit geht denn Ihre „Menschlichkeit“? Gibt es vielleicht auch kein Unrecht mehr?
        Es ist keine Liebe, sondern Schwäche – eine Art massenpsychopathisches Stockholm-Syndrom der Moderne –, Probleme zu verharmlosen, anstatt sie zu lösen.

      • Na toll, jetzt spielst du mit dem Doppelsinn des Wortes „menschlich“. Neid, Missgunst, Gier, Brutalität, Ignoranz, Feigheit, Fanatismus: alles menschlich. Die Jesus umbrachten, waren in dem Sinne sehr „menschlich“.
        Ist gebongt! Deshalb musste er sterben und hat uns erlöst. Sonst noch was? Wie wäre es damit, diese allzu menschlichen Sünden möglichst vermeiden und „menschlicher“ zu werden? Ich weiß nicht, was daran so schwer zu begreifen sein soll.

        Gertrud von Le Fort hat es begriffen, wenn sie schrieb: Es sind nicht die Gottlosen, es sind die Frommen seiner Zeit gewesen, die Christus ans Kreuz schlugen.

        Also wenn du dich mit kulturpessimistischen Phrasen wohler fühlst als mit dem Christentum, bitteschön. Ansonsten hilft die Lektüre des Evangeliums. Die Gleichnisse Jesu sprechen eine glasklare Sprache und zeigen genau, wer sich retten lässt und wer es leider verpatzt.

      • Ach, du liebes bißchen, was hat „K“ denn für eine Vorstellung von Gott und dem Menschen? Der Mensch als unfähiges Mauerblümchen, das von Gott aus Mitleid angenommen wird? Das hat mit Liebe doch nichts zu tun, das ist nicht mal barmherzig, das wäre nur erbärmlich. Komisch, was manche Leute sich unter dem Reich Gottes vorstellen.
        Bei der Hochzeit zu Kana steht doch alles glasklar. Die Ehe hat zwei Seiten, eine natürliche und eine sakramentale. Die natürliche Seite geht irgendwann zur Neige, Maria und Jesus sind dabei schon da, Maria bemerkt das nahe Ende und aktiviert Jesus. Wer darauf vertraut, wird überreich belohnt, denn jetzt geht die Post erst richtig ab! Verpatzt hat es dann der, der vor der Zeit weggelaufen ist, um sich mit einem wiederholten Pennerglück der Marke „Kalterer See“ im 4l Tetrapack zufrieden zu geben.

      • Diese allegorische Deutung des Weinwunders von Kana ist gar nicht schlecht.

        Sie geht natürlich insofern etwas am Thema vorbei, als die Unauflöslichkeit der Ehe und das Verbot der Scheidung gar nicht das eigentliche Thema sind. Es geht ja um Leute, die diesen Fehler schon begangen haben und nichts mehr daran ändern können, obwohl es ihnen leid tut. Das Thema ist also nur, ob solche Leute auf ewig partnerlos bleiben müssen oder nicht. Dass die zweite Partnerschaft ein Notbehelf und mit der ersten und eigentlichen Ehe nicht gleichwertig sein kann, solange der Ehepartner noch lebt, ist selbstverständlich. Trotzdem wäre es eine unbillige Härte, ausnahmslos von jedem Betroffenen diese Disziplin zu erwarten. Möglicherweise sind wir alle hier in der Lage, so zu leben. Ich selber schaffe das sicher leicht. Aber ich maße mir nicht an, demjenigen, der eine zweite Frau kennen lernt, vorzuwerfen, seine neue Partnerschaft sei eine Sünde. Und es gibt eben auch viele, die angesichts einer solchen Forderung verzweifeln würden und den ganzen Glauben über Bord werfen. Es ist eben oftmals eine Überforderung, und das ist nicht richtig im Sinne der Kirche. Die Kirche fordert nichts Unmögliches. Und da Sexualität nichts an sich Böses ist, auch nicht mit irregulären Partnern, sondern natürlicherweise gut, können sehr viele Menschen diese Überstrenge nicht einhalten. Das ist auch nichts Neues, sondern war schon immer so, und die Kirche hat von Beginn an auch Lösungen gefunden, die nicht gar zu streng mit diesen Leuten umgingen. Die Vorstellung, die Kirche sei hierin immer super streng gewesen und eine seit ewigen Zeiten bestehende Lehre werde heute aus „Zeitgeist“-Gründen ausgehebelt, ist historisch nicht richtig. Deshalb sagt Kaspar ja auch, die Lehre ist in dieser Frage offen. Bevor mir jetzt jemand widerspricht, soll er bitte die entsprechenden Quellen und Bücher lesen, er wird feststellen, Kaspar hat recht.

        Was die Frage des Gottesbildes angeht, triffst du den Nagel auf den Kopf. Das Problem der „Hardliner“, wie ich sie mal provisorisch nenne, ist oft tats. ein überstrenges Gottesbild. Um festzustellen, ob unser Gottesbild das richtige ist, muss man wieder ins Evangelium schauen. Die wichtigste Aufgabe Jesu auf Erden (abgesehen von seinem Erlösungswerk) war, den Menschen zu erklären, wie Gott wirklich ist. Deshalb die ganzen Gleichnisse. Wenn du das liest, wirst du sehen, dass dein Bild von dem „Mauerblümchen“, das aus Mitleid gepflückt wird, der Position des Menschen gegenüber dem Gott Jesu Christi schon recht nahe kommt. Noch bessere Bilder bieten wie gesagt die Gleichnisse, „Vater“ wäre da das Stichwort, oder der „König“, der grundlos alle Schulden verzeiht, oder der Weinbergbesitzer, der Tagelöhner aus Mitleid eine halbe Stunde beschäftigt, um ihnen dann den vollen Tageslohn auszuzahlen.

      • Es geht nicht drum, dass irgendwem „überstreng“ irgendwas abgefordert wird.
        Die Frage ist, warum einer, der eh schwach ist und sein will, unbedingt dieses kleine schwache Stückchen Brot essen will?

        Denn es handelt dabei um den Heiligen Gott, in dessen Willen Sexualität sicherlich etwas Gutes und Schönes, aber eben absolut Heiliges ist.
        Heilig heißt: es muss als Anteil der göttlichen Schöpferkraft gelebt werden.

        Wer das nicht will, weil er es leiber als Anteil seiner persönlichen, von Gott abgekoppelten Kräfte ansehen will, auf die er meint, einen Anspruch zu haben, darf das natürlich tun – aber ers chließt sich damit aus der Kommuniongemeinschaft aus. das ist der Punkt.

        Aber noch mal: wem es so wurscht ist, ob er Gottes heilige Schöpferkraft beleidigt oder nicht, dem müsste eigentlich erst recht wurscht sein, ob er nun zur Hl. Kommunion zugelassen ist oder nicht.

      • Hallo zeitschnur! Danke für Ihre Antworten (natürlich können wir beim Siezen bleiben, ich hatte das schon wieder vergessen, Entschuldigung 🙂

        Was mir an der Linie der Verfechter von strengen Reinheitsanforderungen an den Kommunionempfänger am meisten Bauchschmerzen bereitet und was ich vor allem auch, wenn ich dann ins Evangelium schaue, am allerwenigsten nachvollziehen kann, ist diese Tendenz, von außen bestimmen zu wollen, wem Gott es erlauben darf, sich ihm zu nähern. Und Anstoß zu nehmen, wenn Gott großzügiger ist als ich es vielleicht wäre. Das ist es, was mir da so aufstößt und was ich als zutiefst unevangelisch empfinde.

        Für mich selber kann ich sehr vieles von dem annehmen, was Sie und andere schreiben. Und wenn es mir selbst nicht gelingt, die Reinheit und Heiligkeit in dem Maße aufrechtzuerhalten, die gefordert ist, fühle ich mich auch schuldig und unwürdig und gehe lieber nicht zur Kommunion. Aber es wäre furchtbar anmaßend, diese Dinge von anderen zu fordern. Vielleicht will Gott anderen gegenüber großzügiger sein als mir, oder vielleicht bin ich ja auch so blind, dass ich mir nur einbilde, ich dürfte hingehen, und gar nicht merke, dass ich eigentlich viel weiter weg bin vom Reich Gottes als der andere mit seinem auffälligen Splitter im Auge.

        Mir kommt es immer so vor, als begriffen die Kritiker der Sünderkommunion schlicht und einfach die Gleichnisse nicht. Sie beharren auf der vordergründigen „Wahrheit“ und erfassen Gottes Tun gar nicht. Natürlich ist es „wahr“, dass der letzte Tagelöhner im Weinberg fast den ganzen Tag herumgegammelt und eigentlich keinen vollen Lohn verdient hat. Trotzdem kriegt er einen ganzen Denar. Warum sollte ich mich darüber erregen statt mich mit ihm zu freuen? Natürlich ist es wahr, dass der Mitbürger im Schuldturmgleichnis mir Geld schuldet. Trotzdem bin doch ich derjenige, der nichts verstanden hat, wenn ich auf meinem Recht bestehe, nachdem der König mir selber gegenüber nicht auf seinem Recht bestand und so ungemein großzügig war.
        Oder wenn Jesus zu Petrus sagt: „Wenn ich will, dass dieser bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!“ Wir haben nicht darüber zu urteilen, ob andere für das Heilsgeschenk schon reif sind oder nicht.

        Soll Gott sich doch auch denen schenken, die schwächer sind als wir. Die Vorstellung, sie seien deswegen unrein oder egoistisch oder nicht wirklich reif für die Teilhabe an dem unbeschreiblichen Geschenk der Eucharistie, ist in Gottes Augen eben gar nicht wahr. Je mehr man selbst beschenkt wird, desto eher müsste man das verstehen und anderen gegenüber großzügig und wohlmeinend sein, statt schroff zu urteilen, der oder die sei es gar nicht wert, dass Gott sich auch seiner annimmt.

      • @ K
        Es gibt einen feinen Unterschied zwischen den Tagelöhnern und Schuldnern in den Gleichnissen und den Leuten, die im Ehebruch verharren, aber trotzdem an den Sakramenten teilhaben wollen. Dieser feine Unterschied ist aber der springende Punkt: Die Tagelöhner, Schuldner, auch beide Söhne, sie alle rechnen nicht mit der überreichen Gnade des Königs / Vaters. Sie erwarten das, was ihnen oder eben den anderen nach gerechtem Ermessen zusteht, nicht mehr und nicht weniger. Dann werden sie aber von der überreichen Gnade überrascht. Die kämpferisch aktiven wiederverheirateten Geschiedenen verharren aber in der Sünde und rechnen mit der Gnade Gottes. Sie rechnen mit einer gesetzmäßigen Barmherzigkeit und fordern diese im Verbund mit ihren ideologischen Unterstützern ein. Wer so denkt, hat das Wesen der Liebe nicht erkannt, den Liebe ist nun mal leider Gottes nicht berechenbar. (Nicht wenige können Gott deshalb nicht leiden!) Keiner kann mit ihr rechnen, keiner kann sie erzwingen, zum Wesen der Liebe gehört die Freiheit grundsätzlich dazu. Und eine andere Liebe als das freie Ja will Gott nicht von uns. Und darin gleichen wir IHM sehr wohl, das ist katholischer Glaube. Ein zwanghaftes Barmherzigkeitsdenken nimmt den Menschen mit seinen Möglichkeiten nicht ernst und verhindert letztlich ein erfülltes Leben in Beziehung zu Gott! Vielleicht steckt dahinter sogar so etwas wie klerikaler oder theologischer Hochmut, zum einen, weil den Menschen nicht viel zugetraut wird, als wären es Berufene zweiter oder dritter Klasse und zum anderen, weil man sich selbst als barmherzig und generös inszenieren kann, als ob man selbst der Herr der Sakramente wär.
        Wer andererseits auch von ständigen Neuanfängen und Neuaufbrüchen redet, hat im Grunde schon den christlichen Glauben aufgegeben und ist im Reinkarnationsdenken zu verorten. Da muss man dann solange immer wieder anfangen und durch neues Erleben reifen, bis man es kapiert und sich damit selbst erlöst hat. In einer synkretistischen Denkweise, die den christlichen Glauben mit asisatischen Denkmustern vermischt gehört es dann vielleicht sogar dazu, dass man zur Kommunion gehen will und sich das eucharistische Brot selbst in den Mund schieben will, weil man das als seine Aufgabe sieht. In dieser postmodernen Zeit ist ja jede Position als Gedankenspiel erlaubt und erwünscht.

      • @ K wissen Sie worin Ihr Irrtum besteht?

        darin dass sie denken dass die Sakramente so ne Art Belohunung sind, für die, die „gut im Herzen“ sind.
        Dem ist genau nicht so, die Sakramenten sind die Mittel die die Menschen gut machen. Und zu den Sakramenten gehört eben auch die Ehe.
        Will heißen in der Befolgung des Gebotes Gottes wird man gut.
        Und es gilt nicht, weil man schon gut ist, deshalb muss man das mit den Geboten nicht so ernst nehmen.
        Und ihr Gertrud von leFort Zitat ist schon klasse, nur die Frommen unserer Zeit, sind die, die es immer mit der Barmherzigkeit haben und deshalb den Glauben der Kleinen gefährden

      • @Ahawa, du wirst wohl selbst merken, dass das schlichte Unterstellungen sind. Es mag ja auf Krawall gebürstete Progressive geben, die so ein Anspruchsdenken haben. Generell leigt das Problem hier aber im Auge des Betrachters. Wenn ich mir die „bösen Tradis“ nur finster genug ausmale, habe ich auch bald keine Lust mehr, mit ihnen zu reden. Das tue ich aber ganz bewusst nicht, weil es auch unter „Dunkelkatholiken“ immer wieder Lichtblicke gibt. Genauso musst du das halt umgekehrt auch machen, dann ersparst du dir und anderen solche falschen Pauschalurteile.

        Interessant ist ja, wie das Gleichnis von den Tagelöhnern endet, wenn der Herr fragt: „Oder ist dein Auge böse, weil ich gütig bin?“
        Das erinnert gleich an den Spruch aus Mt 6,22f:
        Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge gesund ist, wird dein ganzer Leib hell sein. Wenn aber dein Auge böse ist, wird dein ganzer Leib finster sein.

        Dieser schlechte Blick auf andere verdunkelt halt immer alles. Für Ester gilt natürlich dasselbe.

      • @ K

        Ich habe Ihnen auch beim andern Artikel geantowrtet auf Ihre Antwort an mich. Sie haben auch auf diese Diskussion verwiesen.

        Sowohl das Tagelöhnerbeispiel als auch der Satz an Johannes gehören nicht in den Zusammenhnag des Themas m.E.
        Bei den Tagelöhnern geht es nicht um Leute, die in einer Sünde verharrend zur Kommunion gehen, sondern um „Spät-Dazu-Gekommene“. Ähnlich wie bei verlornen Sohn – das erregt den Neid derer, die immer schön brav dabei waren. Zeitlich gesehen.

        Beim verlorenen Sohn und den Tagelöhnern, die spät in den Weinberg kommen, handelt es sich jedoch stets um eine Umkehr und Buße und ein Ablassen von der Sünde.

        Ich denke auch, dass Ihre Sätze, man dürfe doch nicht für andere entscheiden etc. so den Sachverhalt verzerren. Nicht ich entscheide hier über andere, sondern wir alle stehen unter einer Glaubensregel, an die sich jeder halten muss aufgrund der Heiligkeit des allerheiligsten Altarsakramentes.

        Bei Johannes geht es um eine apokylptische Aussage – nicht um die Frage, wer zu den Sakramenten zugelassen ist.

  3. Früher wußte man, wie man mit einem Judas namens Kasper umzugehen hat. Schade, dass weder Papst Johannes Paul II noch Benedikt XVI einen solchen Heuchler in die Wüste geschickt haben. Noch schlimmer, dass Kasper auch beim Konklave kräftig die Fäden ziehen konnte. Eine alte Volksweisheit besagt: „Sag mir mit wem du dich abgibst und ich sage dir, wer du bist“- Kaspers begeisterter Mentor Bergoglio ist mit dieser Volksweisheit treffend charakterisiert: Beide führen einen Krieg gegen die Kirche und tarnen das ganze mit dem unsäglichen und nicht mehr ertragbaren Umdeutung der Barmherzigkeit. Das hat nichts mit Barmherzigkeit zu tun, sondern mit brutalem Vorgehen gegen alles und jeden, der nicht bereit ist, die Kirche zu verraten und auf dem Altar des Relativismus und der Interreligiosität zu opfern. Beispiele gefällig? Die Barmherzigkeit gegenüber den Franziskanern der Immaculata oder die systematische Säuberung der Kurie von sämtlichen katholischen Bekennern. Oder auch den nach wie vor unglaublichen Skandal, ein interreligiöses Fußballspiel zu veranstalten, währenddessen Tausende von Christen mit unbeschreiblicher Grausamkeit und Brutalität hingeschlachtet werden. Das ist eine Geschmacklosigkeit sondersgleichen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass die beiden genannten Konzilsgreise zusammenhocken und sich köstlich über die Blödheit vieler Jubler amüsieren, die sich blenden lassen von einem Kapitän, der das Schifflein Petri bewußt auf die Felsen zusteuert. Und was dieser Kapitän von zumindest einem der von Don Bosco als Rettung beschriebenen Säulen hält- nämlich vom Heiligsten Sakrament- das konnten wir uns bereits zu Gemüte führen. Spätestens seit dem Fronleichnamsfest ist klar, was Bergoglio weniger wichtig ist. Man muss nur die Augen aufmachen, zumindest über einen Restbestand katholischer Identität verfügen- dann kapiert man, was da gerade passiert. Insofern wird man jeden Jubler genau befragen müssen, wenn das Schifflein Petri abzusaufen droht: Wo warst Du, als es darauf ankam? Mut und Treue ist das Bewundernswerte all derer, die klar aufzeigen, wohin der Kurs steuert und die augenblicklich verzweifelt, aber beharrlich versuchen, die Katastrophe zu verhindern !

  4. Der Kardinal skizziert eine schwere „Bedrohung“, die sich gegen den Papst richte: „Sie wollen den Krieg bei der Synode. Der Papst ist die Zielscheibe“.

    S. Eminenz befindet sich im Krieg mit der unveränderbaren Wahrheit, Jesus Christus.
    Entlarvend ist, dass nunmehr auf den Papst gelenkt wird, also denkt dieser genauso wie K. Kasper&Co.

    Zielen denn die Synodenbetreiber nicht ganz unverhohlen auf eine Änderung der pastoralen Praxis, wobei sie die Chuzpe haben zu behaupten die Lehre der Kirche ändere sich dabei nicht? Wie soll das gehen? Eine nicht geschlossene Lehre ist offen, also auf einmal auch für Irrtum?
    Welche Rücksichtslosigkeit gegenüber 2000 Jahren Treue zur Lehre unseres Herrn Jesus Christus.
    Bigamie ist in SEINER Kirche jedenfalls nicht vorgesehen. Nur wer nicht an die Realpräsenz im Allerheiligsten Altarsakrament glaubt kann derartig herzlos einer Entweihung das Wort reden.

    Das Thema Barmherzigkeit kommt bezeichnenderweise bei Kasper & Co. völlig ohne GERECHTIGKEIT aus.

    WER ist auf `Krieg`/ Spaltung aus?

    Danke für die deutliche Warnung an den kleinen getreuen Rest. Es gilt! Standhaft bleiben!
    Wie sich wohl unsere Bischöfe verhalten werden?

    • Sehr gut bemerkt.

      Mir kommt das Sprichwort in Erinnerung: „Wer Wind säht, wird Sturm ernten“.
      Kard. Kasper hat in sehr hohem Alter mit viel fahrigem Temperament eine leine Offensive losgetreten- jetzt jammert er lautkehls wenn die Front in Flammen steht.
      Lepanto!

  5. Dieselbe Taktik wie vor 50 Jahren bei der zweitvatikanischen Räubersynode: Die Brandstifter bezichtigen die Feuerwehr als Unruhestifter. Wer erinnert sich an die Worte Walter Ulbrichts: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“. Gleiche Schule: Niemand hat die Absicht, die Unauflöslichkeit der Ehe anzutasten. Das Resultat wird ähnlich sein wie in Berlin 1961 und Rom 1965, weil sich die glaubenstreuen Katholiken um des lieben Friedens und einer falsch verstandenen „Einheit“ willen über den Tisch ziehen lassen. Doch wie sagte schon der heiligmäßige Pius XII. im Jahre 1949: „Es würde dann wohl alles geeint, aber nur zum gemeinsamen Untergang!“ Darum müssen die treugebliebenen Katholiken unter allen Umständen diesen Eindringlingen und Wölfen in der Herde Christi widerstehen, egal ob sie sich als „Papst“ oder „Kardinal“ präsentieren. Ratzingers „klug“ gewählter Rücktritt hat es im übrigen ermöglicht, daß das schwäbische Scheusal weiter seine unsägliche Rolle spielen kann: erst im Konklave, und jetzt bei seinem neuen Chef.

  6. —– „Papst Wojtyla sei es gewesen, so Kasper, der die Familie als „zentrale“ Zelle, aber nicht mehr als „natürliche“ Zelle von Kirche und Gesellschaft bezeichnet habe. Die Familie sei zwar „etwas großes und schönes, aber nicht per se göttliches“, so der Kardinal.“ —–

    Jesus hat zwar die unter Sünde lähmende Macht der natürlichen Familie aufgehoben („Nur wer den Willen des Vaters tut, ist mein Bruder oder meine Schwester“/“Ich bringe das Schwert zwischen Mutter und Tochter etc.“).
    Und: „Wer nicht um meinetwillen Vater und Mutter, Brüder und Schwestern verlässt, ist mein nicht wert….er erhält schon hier Schwestern, Brüder und Mütter in Christus“ (alles sinngemäß zitiert)

    Insofern hat die Familie nicht mehr diese Bedeutung im Christentum wie in allen anderen Religionen, die rein naturrechtlich denken. Es ist falsch, wenn immer wieder behauptet wird, die Kirche stelle sich auf die Basis des „Naturrechtes“ (was immer das genau ist).
    Gerade hinsichtlich der Familie geht das ganze NT auf Distanz: der hl. Paulus ordnet sie eindeutig sogar der Ehelosigkeit nach. Die Familientafeln sollen stets einen Zustand, dem der Christ in gewisser Weise bereits entwachsen ist, im Schon-und -noch-nicht regeln. Man ergibt sich in überkommene, von der Sünde geprägte soziale Muster, löst sie aber verbal auch gleich wieder auf. Der Christ „spielt“ gewissermaßen natürliche Familie unter Sünde, weiß aber, dass im Himmel nicht mehr gefreit wird und die Muster schon nicht mehr gelten…

    Dennoch hat die Kirche die Ehe als Sakrament definiert, einen Ort der direkten Gnadenwirkung und Gegenwart Christi, weil sie ein Zeichen für das Verhältnis zwischen Christus und Kirche einerseits, für die Dreifaltigkeit andererseits ist. Die Hochschätzung der Ehe (und damit der Familie) aber resultiert aus der Gott-Ebenbildlichkeit von Mann und Frau (und Kind). Sie muss streng monogam sein, zumindest zu Lebzeiten, weil Gott heilig ist, der da abgebildet wird. Auch Seine Treue zur Kirche ist unwiderruflich und verbietet daher jeden Ehebruch um dieses Abbildens willen. Diese Metaphorik durchzieht bereits schon das AT. Auch das Gebot der Achtung vor Vater und Mutter schärft gleich nach der Gottesliebe ein, dass der Respekt vor den gleichrangig genannten Eltern nicht einfach „natürlich“ ist, sondern wegen des Anteils der Eltern an der Schöpferkraft Gottes sogar eine übernatürliche Sache zum Gegenstand hat. Die unbedingte Achtung vor dem, der mich erschaffen hat bzw. seinen Mittlern im Fleisch, wird darin real. Dass deren Achtungswürdigkeit wieder in Korrespondenz zur Heiligkeit und Treue Gottes steht, weiß jeder in sich selbst…

    Ob die Bischöfe davon noch etwas wissen?
    Kasper aber ist kein Bischof – er ist ein Häretiker, vertritt seine Häresien halsstarrig und unterstellt denen, die es anmahnen, sie wollten Krieg, und es spricht doch vollkommen für sich, dass Bergoglio ihm den Ehrenplatz einräumt in der Theoriebildung.

    Es ist doch ganz klar, wer da in Rom das Sagen hat.

    • @zeitschnur, ich bin (ehrlich) beeindruckt. Das hast du hervorragend erkannt und auf den Punkt gebracht (wieder ehrlich).
      Der letzte Absatz (Kaspar sei ein Häretiker usw.) überzeugt zwar nicht und wirkt auch wie ein eher zusammenhanglos angehängtes Cetero censeo, ändert aber an der Richtigkeit des davor Gesagten nichts.

      • Bitte lesen Sie (lassen Sie uns bitte beim „Sie“ bleiben – aus Respekt und Höflichkeit…) mein Posting noch mal genau:

        Gerade durch die strikte Distanz zur Übermacht einerseits der Familie als auch zur Überbewertung der Sexualität im gesamten NT ist jede sexuelle Disziplinlosigkeit eine Verschmutzung des Tempels des Herrn – denn das sind wir leibhaftig selbst in Christus.

        Ihr Statement oben greift daher zu kurz: zwar ist eine sexuelle Entgleisung wahrlich nicht die Sünde Nr. 1, das ändert aber nichts dran, dass das Menschenbild der Kirche den Menschen als Herrn über seine Triebe ansieht, um überhaupt Mensch zu sein – andernfalls entspricht er einem Tier. Wer also gegen das 6. Gebot verstößt, weil er es „beim besten Willen (!!!) nicht anders kann“, der hat an der Kommunionbank nichts verloren. Tut mir leid – aber ein bisschen Respekt vor dem Opfer Christi muss schon sein. ER gab SEIN Äußerstes – wir müssen es Ihm nachtun.

        Empfinden Sie nicht, wie sehr wir IHn eigentlich gar nicht wert sind und alles, wirklich alles, bis zur Selbstaufgabe tun müssen, damit Er uns sich gleichgestalten kann („Wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, reiß es aus…“?

        Was Sie oben verharmlosend auflisten ist immer als schwere Sünde betrachtet worden, auch bereits in Israel. Lesen Sie das Buch Maleachi oder andere Propheten des AT.

      • Lieber @K,
        Ihr Hinweis auf den berühmten Schlußsatz von Cato maior enthält einen Fehler:
        Es ist „ceterum censeo (Cathaginem esse delendam)“; „cetero“ als Adverb kommt erst in der silbernen Latinität (Plinius der Jüngere) vor.

        Was jetzt die Sakramente und die Hl. Kommunion betrifft, so empfehle ich die Lektüre des Hl. Ambrosius „De mysteriis/De sacramentis“, in der Reihe „Fontes Christiani“ bei Herder herausgegeben und sehr kostengünstig beim Sarto Verlag zu bekommen; die Lateinkenntnisse werden hervorragend unterhalten und verbessert.
        Der Westen hat weitgehend den Sinn für das Sakrale verloren;
        Gerade durch ad fontes können wir da sehr viel lernen.

      • Hallo Adrien, danke für die Verbesserung. Das man ein lateinisches -us oder -um durch ein einfaches -o ersetzt, ist ein typischer Flüchtigkeitsfehler, der uns (ich bin Spanischsprecher) immer wieder passiert, ¡gracias! und sorry…

        Back to the roots ist immer viel versprechend, das finde ich auch. Man entdeckt immer wieder Neues und es erweitert den Horizont ungemein.

        Was die Kritik an @zeitschnurs These anbelangt, und insbesondere der Hinweis unten auf Papst Benedikt, der behauptet haben soll, die Heiden hätten das in der Ehe liegende Göttliche nicht sehen können, bin ich eher skeptisch.
        Man kann @zeitschnurs Ansatz gewiss nicht verabsolutieren, aber gerade die Sakralisierung der Ehe ist ziemlich klar in der römischen (weniger in der griechischen) Eheauffassung der ersten beiden Jh. unserer Zeitrechnung vorgezeichnet (Stichwort univira, Ablehnung der zweiten Heirat als etwas Ungehöriges, Analogie der Einehe als Abbild der Treue des Gottes usw.). Die Ehe als Zeichen der Gottestreue gibt es natürlich auch schon im Judentum (man denke an Hosea), aber es entsprach auch eindeutig dem römischen Zeitgeist dieser Epoche. Bei Jesus selber sehe ich bis auf seine scharfe Ablehnung der Scheidung nur wenig Interesse für Familienangelegenheiten, im Ggt., er entfernt sich von seiner Familie. Dass es nach seinem Tod im Christentum nicht zu einer Art Kalifat kam (Ansätze dazu gibt es in der Jakobustradition) dürfte auch eine Folge dieser Familienferne Jesu sein.

    • Also werte Frau Zeitschnur das kann man einfach nicht so stehen lassen.
      1. kannte auch das Heidentum die Ehelosigkeit z.B die Vestalinnen und auch die Dienerinnen jungfräulicher Göttinnen, Artemis, Athene.
      Dazu gab es in den heidnischen Kulten der Antike ja immer wieder Relikte früherer, bronzezeitlicher Urmutter Kulte, die ihre (Männlichen ) Priester prinzipiell kastriert haben.
      Will hießen,. es stimmt einfach nicht, dass man früher nur die Familie sah, was aber stimmt ist dass früher die Familie viel nötiger war als heutzutage, gab kein Harz IV und kein Wohnungsamt und und und.
      Jedoch gab und gibt es schon immer die Idee, und es ist halt so, dass nur Kulturen mit einer, wie auch immer gearteten Sicherung des materillen sich das leisten können, das Familie Fessel ist.
      Was es auf der anderen Seite auch immer wieder gab und was es bei uns (2014) halt auch mal wieder gibt, ist eine absolute Überhöhung des Sexes und eine Verachtung der normalen Ehe mit ihrem Zweck der Zeugung und Erziehung von Kindern.
      In vielem haben Sie ja recht, werte Zetischnunr, aber die Kirche hat nicht dennoch das Ehesakrament eingerichtet, sondern Christus hat es am Kreuz gestiftet, die Kirche verwaltet es nur!
      Und dann ist das andere Sakrament, den Stand des Menschen betreffend, die Priesterweihe.
      EHe ist somit etwas heiliges und ja auch in den nichtchristlichen EHen, sofern sie nicht absolut entarten (á la Blaubart) spiegelt sich etwas davon wieder.
      Die EHe und das Preistertum ist dem Sein des Menschen eingestiftet, sagen die Theologen!
      Papst Benedikt hat m.E in DEus caritas est, diesen Komplex, wie die Heiden das in der Ehe per se liegende göttliche nicht sehen können (oder wollen) und deshalb die Ehe entwerteten, verachteten… und wie Christus die EHe in ihren ursprünglichen Stand gesetzte hat, wundervoll beschrieben.

      • Ehrlich gesagt verstehe ich Ihren Gedankengang nicht ganz. Vor allem bezieht er sich auf etwas, was ich so gar nicht behauptet habe. M.E. hilft es auch wenig, wenn wir hier assoziative Meinungen zum Besten geben – die Frage ist: Was ist denn wahr?

        Natürlich gab es im heidnisch-kultischen Bereich Ehelosigkeit. Die macht der Sippe war dadurch nicht gebrochen…
        Das hat aber mit dem, was ich sagen wollte, nichts zu tun.
        In all diesen heidnischen Religionen herrscht eine fast erdrückende Macht der Sippe. Sie finden das z.T. heute noch im Judentum (je orthodoxer desto ausgeprägter), ganz extrem im Islam, aber auch über all sonst – trotz eheloser Ausnahmeregelungen. Ich habe das auch schon in Ostasien so wahrgenommen, weil ich dort Verwandschaft habe.

        Im Christentum ist aber die Ehelosigkeit keine Ausnahme und auch nichts Nachrangiges, sondern das, was der hl. Paulus „für alle“ am liebsten hätte. Das lässt sich nicht relativieren durch den Hinweis auf die berühmte Naherwartung, den Totschläger gegen all solche NT-Aussagen.
        Ehelosigkeit ist der eigentliche Stand jedes Christen. „Die Frauen haben seien, als hätten sie keine.“ sagt der Apostel. Im Himmel werde nicht mehr gefreit, lehrte Jesus und verwies dabei bereits auf den Stand, dem wir geistlich gesehen angehören.

        Und die Nachrangigkeit bis hin zur Verneinung familialer Pflichten hat Jesus mehrfach ausgedrückt. (zum Beispiel bei denen, die bei der Berufung vorher noch Verwandte begraben wollten: „Lasst die Toten die Toten begraben…“
        Wer IHM folgen will, MUSS die Familie nachordnen.

        Sie können das nicht widerlegen, weil es die Linie im NT ist.

        Es gibt viele Stellen in den Evangelien und den Pastoralbriefen.
        Und damit hier nicht wieder Leute persönlich werden zu sollen glauben: ich bin selbst schon lange und gut verheiratet, muss aber dennoch dem Schriftwort rechtgeben. Außerdem erkenne ich die Canones des Tridentnimum voll an, die nichts anderes gesagt haben!

      • @ Zeitschnur das ist Blödsinn, einfach weil die Ehe ein Sakrament ist, und es ist doch wohl Blödsinn zu behaupten: die Kirche wolle nicht, dass die Leute der Berufung! zur Ehe folgen.

        Die Verachtung der Ehe ist die Domäne der Gnosis und die ist nicht christlich.

      • @ besorgter christ

        Ganz ruhig – Sie verstehen einfach die Nuancen nicht. Ich verachte nicht die Ehe! Dennoch ist es durchweg Lehre der Kirche gewesen, dass das jungfräuliche Leben besser ist. Ich habe oben den Canon von Trient zitiert. Der Apostel Paulus sagt, nur der Ehelose könne wirklich ungeteilt dem Herrn dienen.

        Lassen Sie das so stehen – es ist Schriftwort. Im übrigen sagte ich an anderer Stelle ja, dass man nicht nur zur Ehelosigkeit, sondern auch zur Ehe berufen sein muss, Jesus aber den Kreis der Ehefähigen angesichts der Verdorbenheit durch die Sünde erheblich einschränkt (!).

        Tut mir leid, aber das ist nun mal die Vorgabe in Schrift und Tradition.
        Erst das nachkonziliare Lehramt hat diese Hierarchie der Stände gekippt.
        Das hat im übrigen auch mit dem Ehesakrament nichts zu tun. Die Tatsache, dass ein Status, der bereits auf den Himmel verweist, höher angesiedelt ist, mehr geistliche „Realität“ hat, bedeutet doch keine „Verachtung“ dessen, was etwas nachrangiger ist und nach dieser Weltzeit nicht mehr relevant sein wird!
        Bedenken Sie, dass viele, die zunächst verheiratet waren, noch während der Ehe (mit Einverständnis des Partners) oder nach dem Tod des Gatten ausdrücklich erkannten, fortan ehelos leben zu wollen – weil sie Gott nun ungeteilt dienen wollten. Es geht nicht um schwarz-weiß.
        Versuchen Sie die Fragestellung mit „geistlichen“ Augen zu sehen.

  7. Kardinal Kaspar ist ebenso wie „Franziskus I“ ein vom Modernismus (laut dem Heiligen Papst PIUS X die Synthese aller Häresien) durchseuchter Feind Gottes unseres Herrn und seiner Kirche, und wie kann jemand am besten vom eigenen Treiben ablenken? Richtig indem man seinen Gegnern genau das Vorwirft was man selber betreibt! Und daher ist klar das zumindest Kardinal Kaspar einen Krieg gegen Gott den Herrn und seiner Kirche führt und das dieser eben nur mit Hilfe von „Franziskus I“. Und was diese nun bevorstehende „Bischofssynode betrifft, so sind auf jeden Fall Gott der Herr und seine Kirche und alle wahren Katholiken und Katholikinnen die Verlierer, weil eben.
    1: Wenn sich die Synode gegen Gott den Herrn und seine Kirche stellt so wird dies von der Welt umjubelt und es wird schnell von den Mitgliedern der „Konzilskirche“ in die Tat umgesetzt werden, weil dann gesagt wird, die Entscheidung der Synode sind bindend, und die innerkirchliche Kathophobie wird alle Laien, Priester und Bischöfe treffen die nicht von Gott den Herrn und seiner Kirch abfallen wollen.
    2. Wird sich die Synode für Gott den Herrn und seiner Kirche entscheiden, wird sie sofort von der Welt und den Anhängern der „Konzilskirche“ angegriffen werden, besonders die Laien, Priester, Bischöfe des deutschsprachigen Raumes (bis auf wenige Ausnahmen) werden dann genau das Gegenteil von dem tun was Gott der Herr und seine Kirche wünscht und dies mit den Worten verteidigen „De Entscheidungen der Synode sind rechtlich NICHT bindend“ und so werden alle die nicht bereit sind Verrat an Gott den Herrn und seiner Kirche begehen, in einer innerkirchlichen „Kathophobie“ als Unbarmherzig und als nicht fähig christliche Nächstenliebe auszuüben dargestellt.

    Und das der Vatikan wahrlich die Spreu vom Weizen trennt, ist eher nur im negativen Sinn zu erwarten.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  8. „…auf die Gesellschaft hören, vor allem die existentiellen Dramen des Menschen, nicht um zu verurteilen, sondern um zusammen ihm zu gehen…“:
    Mit fast identischen Worten wurde am 28 Juni 1984 in der flämischen Kirchenzeitung Kerk&Leven in einem großen Artikel fett geworben für eine „Arbeitsgruppe zur Unterstützung der Interessen der Pädophilen in der Kirche“.
    Die Resultate dieser schrecklichen Katastrofe sind überall bekannt.
    Die leitende Figur an katholischer seite war Jef Barzin, jetzt Dekan in Antwerpen-Noord, großer Freund und Protégé vom antwerpener Bischof Johan Bonny;
    Bonny selber brachte vor 2 Wochen in einer konzertierten Presseaktion ein modernistisches Papier zur moderne Ehe usw. unter den Menschen;
    Bonny wurde u.a. geweiht von Godfried Danneels, Roger vanGheluwe und Kard. Walter Kasper.
    Sehr, sehr kurios.
    Es wird kontinuierlich vergessen daß die Gnade, die Barmherzigkeit Gottes und das Gericht, die Gerechtigkeit Gottes nicht zu trennen sind, nicht gegeneinander auszuspielen sind sondern eins sind- daß gerade Gottes Gericht Gottes Gnade für uns ist.
    Das ist für eine Manschaft die das Dies irae und das Libera me gewollt wegamputiert hat, schwere Kost.
    Für die Gläubigen und die spirituell interessierten jedoch nicht;
    der wunderschöne Trailer auf Youtube mit dem Libera me, gesungen durch die Schola Bellarmina, erreichte innerhalb von 2 Jahren ca. 480 000 Personen-einsame Spitze!
    Tibi Christe splendor Patris

    • Um Himmels willen und den leitenden Personen ist nichts passiert?
      Noch nicht mal ne Therapie?

      Im Grunde kommt das daher, dass man Gott im rein Innerweltichen sucht, und dann rutscht er vom Bauch ne Etage tiefer und das ist dann eben genau nicht Gott, sondern, der Herr der Unterwelt.

  9. Ich ABER sage euch.

    „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist es, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren…“ „Ich ABER sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um Ehebruch), der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freit, der bricht die Ehe.“

    Gott liebt also nicht vorbehaltlos, sondern denjenigen, der die Gebote hält und DADURCH Jesus liebt.

    Jesus lehrt, dass man die Gebote nach außen hin – dem sichtbaren Buchstaben nach – halten soll, dass man ihnen aber AUCH durch die Absicht des Herzens gehorchen muss. Damit hielt sich Jesus treu an die Lehre des Alten Testaments: „Denn nicht sieht der Herr auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an“. Bei der allgemeinen Behandlung des Gesetzes Gottes erwartet somit Jesus einen weitaus höheren Standard als das bloße äußere Einhalten von Gesetzen: „Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen“

    Jesus „harte“ Lehre läuft demnach doch auf das glatte Gegenteil von demjenigen hinaus, was Kardinal Kasper vorschlägt. Es gibt keinen Gegensatz zwischen Gesetz und Gerechtigkeit, sondern die Erfüllung des Gesetzes ist die Vorstufe zur Gerechtigkeit. Jesus kritisiert die Pharisäer nicht, weil diese die Gesetze erfüllen, sondern weil diese die Gesetze nur äußerlich erfüllen, sozusagen auf der ersten Stufe stehen bleiben. Ohne die Gerechtigkeit ist die bloße Gesetzeserfüllung pure Heuchelei. Daraus den Schluss zu ziehen, dass ein Gesetz nicht oder nicht vollständig erfüllt werden muss, damit die Gerechtigkeit besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, ist schon recht abenteuerlich.

    Ich ABER sage euch. Das ist es, was Kardinal Kasper uns eigentlich sagen möchte.

  10. Extrem alles gut gesagt @zeitschnur. Ich ziehe gerne meinen Hut.

    Kardinal Kasper hat sich in sein Selbstdenken verrannt- offenbar seit Jahrzehnten schon.
    Eigentlich ist er am Ende und scheut sich, seine(n) Lebensfehler zuzugeben.
    Er ist ein armer alter Mann. „Seine Zeit“ ist längst abgelaufen. Ja, man kann auch insbesondere für ihn beten wie man eh für die Bischöfe und Priester betet.

  11. Nun ja. In seinem Buch „Jesus von Nazareth – Band 1″ schreibt Benedikt einen orthodoxen Autor zitierend ja, dass der Antichrist ein promovierter Theologe aus Tübingen sei.

    Der hier in Rede stehende Kardinal ist auch ein promovierter Theologe aus Tübingen. Man muss eben lesen …

  12. Er “ argumentiert “ ganz im Stil der amerikanisch- israelischen Propaganda, griffig, jedoch abseits der Denkgesetze, eben nur der Propaganda verpflichtet!

  13. Wenn Kardinal Walter Kasper meint: „Sie wollen einen Krieg!“ will er damit sagen: „Sie wollen den totalen Krieg“ – und gläubige Katholiken sind nichts anderes als Nazis.

    • Wahrscheinlich denkt Kard. Kasper hier an den altrömischen Satz (übrigens ein Paradigma aus der Sprachlehre v. P. Adhemar Geerebaert SI):
      „Si pace frui volumus, bellum gerendum est“-
      Wann wir dem Frieden genießen wollen, müssen wir erst Krieg führen.

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