Wann reden Merkel und Marx auf Kundgebung „Steh auf. Nie wieder Christenhaß“?

"Nie wieder Judenhass" - Bild-Zeitung im Juli 2014
„Nie wieder Judenhass“ – Bild-Zeitung im Juli 2014

Gastkommentar von Andreas Becker

(Berlin) In Berlin fand am Sonntag unter dem Motto „Steh auf. Nie wieder Judenhass“ eine Kundgebung des Zentralrats der Juden gegen Antisemitismus und für Israel statt. Neben etwa 6.000 Teilnehmern war viel gekommen, was in Deutschland Rang und Namen hat, einschließlich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx. Die Kundgebung fand vor dem Brandenburger Tor statt, vor dem auch bereits Sympathisanten der Dschihadisten die schwarze Fahne des „Kalifats“ schwenkten.

Das Anliegen ist verständlich. Daß der Zentralrat der Juden eine solche Kundgebung für Israel organisiert ebenso. Dennoch haben die Koordinaten Schönheitsfehler. Die Positionen des Vorsitzenden des Zentralrats, Dieter Graumann sind nachvollziehbar und aus seiner Sicht selbstverständlich. Allerdings verschwimmen die Grenzen zwischen den Interessen Israels und den Interessen der Bundesrepublik Deutschland, daß eine Deckungsgleichheit behauptet und entsprechendes Handeln von der bundesdeutschen Politik eingefordert wird. Eine Forderung der sich, wenn schon nicht die offizielle Politik, so zumindest der gesunde Hausverstand widersetzt. Kritik an der Politik Israels, stellt noch keinen „Angriff“ auf das Judentum per se und noch weniger auf die israelitische Kultusgemeinde in Deutschland dar. Daß der Zentralrat der Juden in Deutschland hier wenig differenziert, läßt sich erklären. Fraglich ist es dennoch. Mit Sicherheit fraglich ist aber, wenn geladene Nicht-Juden aus Politik und Kirchen nicht differenzieren. Letztlich handelte es sich bei der Kundgebung vom Sonntag um die Fortsetzung einer Kampagne der Bild-Zeitung von Ende Juli: Selbes Motto, selbe Akteure. „Stimme erheben. Nie wieder Judenhass“. Merkel und Marx waren schon damals dabei.

Roß und Reiter werden nicht benannt

Anderes erstaunt noch mehr: Es wird zwar ein zunehmender „Judenhaß“ in Deutschland beklagt, aber die Verursacher werden nicht beim Namen genannt. Es wird auf eine anti-israelische Demonstration in Gelsenkirchen im vergangenen Juli verwiesen, bei der Parolen skandiert worden sein sollen, die jenseits jeder Rechtfertigung sind. Sichere Belege für die oft zitierten Parolen scheint es allerdings nicht zu geben. Daß es sich bei den Demonstranten in Gelsenkirchen und anderen Orten um junge Moslems handelte, die lautstark „Allahu akbar“ in die Mikrophone riefen, wurde in Berlin so konsequent verschwiegen, daß eine bewußte Absprache auf höchster Ebene angenommen werden muß. Auch die großen Medien hielten sich daran. Interessierte Kreise beider Seiten versuchen Europa in den Nahost-Konflikt hineinzuziehen und haben aus dem israelisch-palästinensischen Gegensatz auch in Europa einen „Glaubenskrieg“ gemacht, in dem eine sachliche Diskussion kaum möglich scheint. Die Demonstration in Gelsenkirchen ist ebenso ein Beispiel dafür wie die Kundgebung in Berlin. Allerdings mit einer eindeutigen Präferenz durch das deutsche Establishment.

In Berlin wurde von den Rednern, auch Graumann, als Notbehelf der unterschwellige, letztlich aber unredliche Eindruck erweckt, als bestehe eine Art nahtloser Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus des Nationalsozialismus vor über 70 Jahren mit der heute auf Deutschlands Straßen durch Moslems lautwerdenden, gegen den Staat Israel und seine Palästinenser-Politik gerichteten Kritik. Ein tiefsitzender Reflex? Der Versuch, mit der Moralkeule Deutschland an der Seite Israels zu halten? War der Antisemitismus damals autochthon, ist die Kritik heute importiert. Die Einwanderer bringen ihre Ideologien und ihre Probleme mit, was die offizielle Politik nicht hören und nicht wahrhaben will, wie am Sonntag in Berlin anschaulich unter Beweis gestellt wurde.

Einen direkten Zusammenhang gibt es bis auf marginalste Überschneidungen nicht. Deshalb sollte dieser Eindruck auch nicht von offizieller Seite erweckt werden. Wenn es heute anti-israelische Kritik von deutscher Seite gibt, dann vor allem von der extremen Linken und der noch weit kleineren extremen Rechten. Man sollte Roß und Reiter beim Namen nennen. Vom deutschen Volk geht heute jedenfalls keine Gefahr aus, weder für Juden noch für Israel. Abgesehen davon, erscheint auch jede Gleichsetzung von israelitischer Kultusgemeinde in Deutschland und dem Staat Israel bedenklich. Die Frage der geteilten Loyalität müssten sich andernfalls nicht nur die Türken gefallen lassen, sondern auch die Juden.

Wann sagt Bundeskanzlerin Merkel: „Angriff auf Christen sind Angriffe auf uns alle“?

Einen unangenehmen Beigeschmack hatte zudem Angela Merkels Aussage: „Angriffe auf Juden sind Angriffe auf uns alle“. Die Aussage kann richtig verstanden und gutgeheißen werden. Allerdings vermißt man bisher eine vergleichbare Aussage Merkels für die Christen. Bei den „Angriffen“ handelt es sich um Kritik am Staat Israel und dessen Politik. Hätte die Bundeskanzlerin nicht auch Grund, zu sagen: „Angriffe auf Christen sind Angriffe auf uns alle“? Nämlich die Angriffe gegen Christen im Nahen Osten. Auch Israel liegt im Nahen Osten.

Es ehrt den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, daß er nach Berlin ging, an der Kundgebung teilnahm und auch dort sprach. Warum wurde Kardinal Marx aber noch nicht in Berlin an der Spitze einer Kundgebung für die verfolgten Christen gesehen? Wäre eine solche nicht auch geboten, vielleicht sogar noch weit mehr als die Teilnahme an einer Kundgebung für Israel?

Stolpert die politische Korrektheit über selbst errichtete Hürden?

Warum fällt es der deutschen Politik und den Kirchen so leicht, kraftvolle Aussagen und Verteidigungsreden für den Staat Israel zu finden, nicht aber für die akut und real weit mehr bedrohten Christen des Nahen Ostens? Warum vermeiden sie es, die Israel-Kritiker auf Deutschlands Straßen mit oder ohne antisemitischem Zungenschlag beim Namen zu nennen? Gelangt hier die politische Korrektheit an sich selbst ausschließende Grenzen? Einerseits verlangt sie pro-israelisch und philosemitisch zu sein, andererseits verlangt sie ebenso multikulturalistisch und philoislamisch zu sein. Bundeskanzlerin Merkel sagte, das jüdische Leben gehöre „unmissverständlich zu Deutschland“ und sei Teil der deutschen Kultur. Hatte aber nicht bereits Bundespräsident Christian Wulff gesagt: „Der Islam gehört zu Deutschland“?

Vielleicht bleiben deshalb die Urheber undefiniert, samt dem gewollten oder ungewollten, unterschwelligen Eindruck als würde es sich dabei gar um ganz „normale“ Deutsche handeln, denn eines verbietet die politische Korrektheit bekanntlich nicht: antideutsch und antichristlich zu sein.

Text: Andreas Becker
Bild: Facebook Seite Kai Diekmann

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24 Comments

  1. Geht es den JüdInnen denn wirklich so schlecht bei uns? Werden sie mehr diskriminiert als wir Katholiken? Wenn sie wirklich glauben, es hier nicht mehr auszuhalten, steht ihnen ja der Weg nach Israel offen, aber wohin sollen wir Katholiken gehen, angesichts des auch von Juden immer wieder angeschürten Christenhasses? Waren es nicht die Vertreter des offiziellen Judentums, die sich in unseren Ländern für den Zuzug von Ausländern ausgesprochen haben? Jetzt sind die lieben Mohammedaner da, und da wundert sich die Synagoge, daß sie vom uns zugedachten Haß auch ein wenig mitabbekommen. Liebe jüdische Freunde, bitte nicht zu wehleidig sein, im Vergleich, wie mit Minderheiten in Israel umgegangen wird, sind Deutschland und Österreich immer noch ein gelobtes Land!

    • Besser kann man es nicht sagen.

      Dem Gauck(ler) geht es nur darum, Stimmung gegen die Deutschen zu machen. Gegen Mohammedaner sagt er nichts, da hat er Angst.

      Warum eigentlich? Bei dem Personenschutz…

  2. Ein vorzüglicher Beitrag, in Analyse, Argumentation und sprachlichem Niveau. Estklassig, vielen Dank!

  3. Darüber werden Merkel und Marx nie sprechen weil Merkel das nicht interessiert, sie arbeitet nur für die USA und Israel, und die deutschen Bischöfe , und seit Johannes Paul II. auch der Vatikan zu einer Außenstelle dieser neuen Weltordnung verkommen sind, die sich für das Christentum nicht mehr interessiert. Man redet nicht mehr vom Opfertod Jesu Christi sondern nur noch vom Opfertod des Holocaust und den interreligiösen Gebeten. Götendienst wie in den Tagen des israelistischen Nordreiches und in den Tagen des Jeremija.

  4. Ja, das ist eben ein Kompromiss – man demonstriert den unter uns lebenden Juden zuliebe Solidarität mit ihnen, verschweigt aber, dass die Judenfeindlichkeit vor allem muslimisch real wird. Die deutsche Judenfeindschaft faselt bisher nur herum, wie man ja auch hier immer wieder hören kann unter den Kommentatoren mit ihrer Wahnidee von der jüdischen Verschwörung, für die ja schon Millionen Juden geopfert worden sind, ohne das das ach so grandios vernetzte Weltjudentum auch nur einen Finger krumm gemacht hätte für seine Genossen – also alleine das müsste diesen katholischen Schwarmgeistern und Extremisten doch die Augen öffnen! Vorerst aber sind sie nur am Quasseln. Wehe, wenn sie losgelassen! Warum wohl verlassen Juden scharenweise das Heilige Russland?

    Die Koordinaten der Hölle verlaufen durchaus multidimensional…

    Übelste Taten begehen in Frankreich dagegen die Muslime an den Juden, so ekelhaft, dass viele schon das Land verlassen haben. Es spricht nichts dagegen, gegen solche Zustände, auf die auch wir zuschippern, eine Lanze aufzupflanzen. Noch geht es den Juden nicht schlecht hier – wie lange noch?
    Und es ist nun mal eine Tatsache, dass der Antijudaismus sowohl bei selbsternannten Traditionalisten-Katholiken als auch bei den Muslimen sich in einem geradezu satanischen Israelhass und Antizionismus entlädt, der einen sprachlos machen muss – das alles hat mit Kritik nichts zu tun, sondern mit Ressentiments, Lüge und Hetze.

    Alleine die Tatsache, dass die Bemühung, die Israelfrage gerecht und nüchtern zu behandeln, auch hier im Forum dazu führt, dass man sich als Zionist und Mossad-Undercover beschimpfen lassen muss, zeigt doch, welches Höllengebräu auch im deutschen Volk vor sich hin kocht.

    Man kann direkt froh sein, dass man die Muslime nicht nennt, sonst könnte ein Leser dieses Forums auch noch den Traditionalismus als Pfuhl des Antijudaismus nennen, und das wollen wir doch nicht, oder?

    • Es gibt keinen muslimischen Antisemitismus, die Juden hatten durch Jahrhunderte ein leidliches Auskommen unter Moslems, besser als Christen, das Problem ist nur dass Israel seit 7 Jahrzehnten die arabischen Staaten buchstäblich vorführt und die Ureinwohner Palästinas massiv misshandelt. Dass die jüdische Diaspora, die Israel dermaßen unterstützt, da auch ins Zwielicht gerät ist geradezu logisch.

      • Das erste muslimische Massaker an fast 1000 Juden hat Mohammed noch selbst durchgeführt – lesen Sie doch mal den Koran (Sure 33). Sie mussten ihre eigenen Gräber ausheben, wurden dann enthauptet und ihre Frauen und Kinder wurden als Sklaven verkauft. Nur wer konvertierte, konnte frei überleben. Nehmen Sie mal einen Koran zur Hand, oder studieren Sie die Geschichte des Irak nach dem 2. WK. Die Juden wurden immer als Heuchler und Verfälscher des wahren Montheismus behandelt und erhielten wie die Christen als „Buchreligion“ im besten Fall den Dhimmi-Status. Weil sie überproportional begabt sind, haben die halbwegs schlauen islamischen Herrscher sie als Wissenschaftler eingesetzt.

        Es ist mir unbegreiflich, wie man derart die Augen vor der Realität verschließen kann!

      • Das sind historischen Tatsachen. Dennoch war das Verhältnis Moslems-Juden weitgehend unproblematisch. Gekippt ist es erst durch den Zionismus. Ich lese Ihre Kommentare mit Gewinn, wenn ich mit Ihrer Position zu Israel auch nicht ganz übereinstimme. Die Existenz des Staates Israel ist für manche Evangelikale eine Art Glaubensfrage. Für uns Katholiken ist sie das nicht, war es nie und wird es auch nie sein. Man kann also dazu ganz unterschiedlicher Meinung sein.
        Es ist verständlich, daß die Zionisten versuchen, möglichst viele Kreise, auch christliche dazu zu bringen, im Konflikt Partei zu ihren Gunsten zu ergreifen. Man sollte sich aber diesen Konflikt nicht zu eigen machen. Es ist nicht unser Konflikt. Bei manchen Evangelikalen das „zu eigen machen“ ziemlich bizarre Formen an. Die Gefahr dahinter ist offenkundig. Ein nicht-christlicher Konflikt wird in das Christentum hineingetragen und kann – siehe die emotionalen Diskussionen – das Christentum spalten. Das mag einerseits den Juden, andererseits viellecht den Moslems nützen, den Christen sicher nicht (und dem christlichen Glauben ohnehin nicht, da keine Glaubensfrage).
        Heilsgeschichtlich kommt dem Judentum, das Neue Testament ist diesbezüglich eindeutig, nur mehr eine (negative) Bedeutung zu mit direktem Blick auf das Kreuz. Man lese im Jesus-Buch von BXVI. die Stelle über Bernhard von Clairvaux, wenn BXVI sie m.E. auch vordergründig mit einem falschen Vorzeichen versieht.
        Wir Christen haben Juden und Moslems, Buddhisten und Hinduisten, Agnostiker und Atheisten gleichermaßen zu Christus zu bekehren, friedlich, mit Gottes Gnade, da nur Er die Herzen öffnet. Der Herrenauftrag ist aber klar und eindeutig. Den Juden kommt in der Heiligen Schrift nur die Verheisung zu, das unterscheidet sie von allen anderen Nicht-Christen, daß es sie bis ans Ende der Zeiten geben wird. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht immer aufgefordert sind, sich zu bekehren. Es besagt nur, dass es immer welche geben wird, die sich weigern Christus anzunehmen. Ein Geheimnis, das Geheimnis des Ungehorsams, das Teil des Kreuzesmysteriums ist, weil der Menschheit offenbar, so wie das Kreuz und (positiv) die von Christus berufenen Jünger darunter, auch immer jene vor Augen geführt werden sollen (negativ), die Christus ans Kreuz geliefert haben.
        Zwei Empfehlungen: Die Lektüre des Hebräerbriefes ist diesbzüglich sehr anschaulich. Zur Frage des Staates Israel hingegen Shlomo Sand: Die Erfindung des Landes Israel: Mythos und Wahrheit (2012). Seine religiösen Auslassungen und zur Bibel sind, da Atheist, belanglos. Wo er jedoch als Historiker analysiert, ist er sehr informativ und lesenswert.

      • Verehrte Lioba,

        vielen Dank für Ihre Hinweise – Sie haben völlig recht damit, dass die Israelfrage keine Glaubensfrage sein sollte. Man hat aber den Eindruck nicht nur bei Evangelikalen, dass sie sehr wohl so aufgefasst wird. Mir geht es nicht um eine Glaubensrichtung, sondern darum, was die Apostel dazu gelehrt haben, die selbst aus dem Judentum kamen:

        Wenn Sie ehrlich sind, müssen Sie doch zugeben, dass gerade hier im Forum ein paar Mega-Antijudaisten sind, die beim Thema Israel stets sprungbereit sind.

        Ihre Sicht teile ich nicht, weil sie nicht mit dem Römerbrief (Kap. 11) übereinstimmt. Ich habe bereits mehrfach den heiligen Paulus ausführlich zitiert – aber anscheinend interessiert das den beinharten Katholiken nicht. Er will glauben, was er will und nicht das, was die Hl. Schrift überliefert.

        Leider.

        Israel ist nicht nur dadurch ausgezeichnet, dass es bis zum Ende der Zeiten „negativ“ bleiben wird.
        Das sehen Sie absolut falsch, weil es – wie gesagt – der Schrift widerspricht.
        Israel ist im geheimnisvollen Heilsplan Gottes das alte Bundesvolk, das das Heil zu einem großen Teil verwarf. Dennoch ist und bleibt es die Wurzel und der „edle Stamm“, wie auch Paulus es schreibt, aus dem Zweige zu unserem Heil ausgebrochen worden sind.

        Ich weiß, dass Gott niemals eine Zusage rückgängig macht. Ich kann nicht das Volk, das ER einst erwählt hat, aus Vollkommenheits- und Überlegenheitswahn verwerfen. Wissen Sie es nicht: Wehe dem, der etwas anrührt, was Gott erwählt hat! Sie sind nach der Schrift immer noch erwählt, weil Gott sich selbst treu ist, aber verstockt zu unserm Heil.

        Das Volk Israel hat wahrlich einen der schwersten Wege seit der Kreuzigung Jesu hinter sich! Sein Blut ist wahrhaftig über sie und ihre Kinder gekommen! Reicht Ihnen das noch nicht?

        Noch einmal möchte ich mahnend das Schriftwort zitieren – niemand rede sich hier um Kopf und Kragen! Hier also der hl. Paulus:

        „Vom Evangelium her gesehen sind sie Feinde Gottes, und das um euretwillen; von ihrer Erwählung her gesehen sind sie von Gott geliebt, und das um der Väter willen. Denn unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt (:::)“ (Röm. 11, 28 ff)

        Das ist eindeutig: Die Erwählung der Juden ist unwiderruflich! Nicht in dem Sinn, dass sie sich nicht zu Christus bekehren müssten, aber in dem Sinn, dass ihr Stand ein verblendet-offener ist und sie keinesfalls nun in den „Normalzustand“ aller anderen Völker „abgesunken sind. Nein! Es tut mir leid, wenn viele Katholiken meinen, sich darüber erheben zu sollen. Sie entlarven sich damit selbst als Häretiker: denn es steht schwarz auf weiß beim hl. Paulus, dass die Juden nicht irgendwie, wie Buddhisten oder sonstige Religionen von Gott geliebt sind, sondern um ihrer Erwählung und Väter willen und weil Gott heilig ist und das, was Er einmal erwählt hat, niemand ungestraft anrühren darf – das respektierte damals auch David gegenüber Saul.

        Ob nicht auch das ein Grund für unseren Niedergang ist?

      • @lioba Sie beschönigen die Lage wenn Sie schreiben , dass das nicht unser Konflikt ist, die Christen emigrierten aus Palästina nicht wegen der Moslems, (CSI, Initiative Christlicher Orient, Kirche in Not) 1945 gab es noch 500 000 – 1000 000 Christen in Palästina, sie sind alle weg, weil man sie im Gegensatz zu den Moslems in den USA und in Europa aufnahm, und auch die verbliebenen Christen haben unter den Juden schwer zu leiden! Bethlehem wurde und wird von der israelischen Mauer geradezu erdrückt. Mein Konflikt ist es nicht, aber es ist meine Art den Unterdrückten und Entrechteten mein Erbarmen zu schenken, besonders gegenüber meinen Brüdern in der Taufe! Ihre Distanz erscheint mir nicht so passend!

      • Nachhtrag @ Lioba

        Die Lage der Juden unter dem Islam ist nachweislich nicht leidlich gewesen. ich empfehle folgendes Buch dazu (wissenschaftlich): Johan Bouman „Der Koran und die Juden. Die Geschichte einer Tragödie“. Darmstadt 1990). Diese Untersuchung weist nach, dass die Lage der Juden der der Christen entspricht.

        „Was nun das Verhältnis zu den Juden anbelangt, wurde die koranische Offebarung durch zwei entgegengesetzte betrachtungen charakterisiert: die mekkanischen Aussagen, die die Juden und ihre Geschichte als Kronzeugen für die Wahrheit anrufen, und die medinensischen, die die Juden als Feinde Gottes und des Gesandten stigmatisieren. Diese doppelte Gestalt der Juden – und auch der Christen – hat ihren Niederschlag ebenfalls im islamischen Recht. Sie stehen unter dhimma-Vertrag mit dem islamischen Staat(…) Durch diesen rechtlichen Status stehen sie nach dem Gesetz zwischen den Muslimen und den Götzendienern (…) Aber weil sie keine Muslime sind, können sie nicht an der Gestaltung des islamischen Staates teilhaben (…): sie können und dürfen keine politische Macht ausüben. Im Gegenteil: ihnen werden Pflichten, schwerer als die der Muslime, auferlegt. Jeder erwachsene, männliche, freie, gesunde dhimmi (also genauso die Christen, Anm. Z.) muss eine Kopfsteuer in der im Vertrag festgesetzten Höhe zahlen. Sein Grundeigentum wird entweder waqf (Stiftung) für die Gesamtheit der Muslime bzw. später Staatseigentum, bleibt aber in seinem Nießbrauch, oder er behält es als Eigentum (…) Weil er keinen Dienst in einer islamsichen Armee verrichten darf, (…) muss der Dhimmi weitere Steuern für den Unterhalt der islamischen Heere zahlen. Er darf auch keine waffen tragen und muss den Muslimen allgemein mit Achtung begegnen. gesetzlich hat er keine Rechte hinsichtlich des Zeugnisses vor Gericht, des Schutzes in Kriminalfällen und der in heiratsangelegenheiten. Sie dürfen ihre ottesdienst nicht so abhalten, dass die Öffentlichkeit daran Anstoß nimmt. (…) Sie sind Bürger zweiten Ranges.“ (S. 101f)

        Wer hier allen Ernstes behauptet, das sei ein gutes Auskommen, der ist zutiefst ungerecht – mit Verlaub: Schutzgelderpressung, weitgehende Rechtlosigkeit und auch noch der Zwang den Krieg gegen die eigenen Leute anderswo finanzieren zu müssen – pfui!

    • Wieso wird nirgendwo von den sog. messianischen Juden gesprochen ?
      Die gibt es nämlich !
      Denn: “ Ich sage euch, ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis ihr sagen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ Lk 13, 35
      Es sind also die messianischen Juden die Jesus auf die Erde herabrufen !
      WER von den Katholiken ruft: „Hochgelobt sei der da kommt“ ?
      Sind wir nicht zu sehr mit Streiten beschäftigt ?
      Oder mit dem neuen „Pfingsten“, wo wir mit einer rosaroten Brille die Augen vor der Wahrheit verschließen sollen: das wir Christen es längst unseren „älteren Brüdern im Glauben“ nachgemacht haben und unser Hochmut es nicht zulässt, dass wir einsehen, dass wir uns von Gott abgewendet haben. Und wir IHM untreu geworden sind…
      Die evangelische Marienschwester Basilea Schlink hat es uns gezeigt, wie es geht:
      Die Juden zu lieben (Sie hat nach der NS-Zeit Häuser gegründet und Juden dort aufgenommen und Gutes getan,… ) und nicht nur den Haß mit Worten zu verurteilen.
      Das Unrecht verurteilen kann Jeder.
      Böses durch Gutes überwinden kann man nur mit Gott !!!

      • Ja es gibt sie , die meinen dass Jesus der Messias ist, und sie lehnen die Taufe ab! Sie lehnen damit IHN ab!

      • Die leben so eine evangelikale Sonderreligion…nein: relevant sind für die Heilung Israels diejenigen Juden, die sich bekehrt haben und den Ihren auf diese Weise heldenhaft vorausgehen und im übrigen die Kirche, wie schon die ersten Christen, die ja zuvor Juden waren, die Wurzel sind, aus der wir stammen, bereichern und bereichern werden.

        Mit dem Römerbrief ist es uns ausdrücklich untersagt, uns dünkelhaft über diese Wurzel UND die abgeschnittenen Zweige zu erheben. An dieser Stelle aber hakt es bei vielen Katholiken dermaßen aus, dass es eine einzige Schande ist! das kann man auch nicht damit rechtfertigen, dass die falschen Nachkonzilspäpste nun die Häresie vertreten, die uden müssten sich nicht bekehren. Das hat damit gar nichts zu tun! Denn weite Teile der Katholiken waren schon vor dem Konzil ausgeprägt antijudaistisch und haben auch vor Gewalttaten und weiterer Sünde nicht zurückgeschreckt – vor allem im heiligen Polen und Russland…

    • @lioba Zeitschnur schreibt Ihnen dass sich niemand um Kopf und Kragen reden soll, aber um was schreibt sich denn er?

  5. Die Christen werden verfolgt. Überall. Der Fall der Christenverfolgung im Irak und Syrien kann sich bald bei uns ereignen. Wir müssen dann eine Wahl treffen. Entweder freiwillig zum Islam übertreten, den Tod oder Flucht aus eigenem Land. Die Politiker haben kein Interesse an Christen, sie glauben nicht an Christus. Aber eins vergessen sie, auch sie leben nicht ewig. Sie werden von Gott für die grauenvollen Taten sich verantworten müssen. Dann ist es für die zu spät. Man kann nichts mehr rückwirkend machen. Wenn der Mensch lebt, ist er noch in der Lage, vieles zu verändern. Alle Menschen sollen für den Frieden beten und die Menschen, die diesen Frieden zerstören, bestrafen. Wir sind Gottes Geschöpfe und für unseren Vater im Himmel sehr kostbar. Wir sollen uns lieben und wertschätzen.

  6. Krieg zwischen Unzüchtigen und Gewalttätigen
    In der Heiligen Schrift ist vom Krieg zwischen Gog und Magog die Rede. Franziskus hat jüngst als Erster das Wort vom 3. Weltkrieg in den Mund genommen (und meint die Barbarei in der Levante), gestern folgte das Parteiorgan der KP der VR China (und meint die Ukraine-Krise). Weltweit kulminiert vor unseren Augen ein Szenario, welches ich als Krieg zwischen den Unzüchtigen und den Gewalttätigen bezeichnen möchte. Besser gesagt, zwischen den offen Unzüchtigen, denn diese sind nicht weniger gewalttätig (stiller Mord an den Ungeborenen) und den offen Gewalttätigen, denn diese sind nicht weniger unzüchtig (verborgene Unzucht in der Vielehe, der Minderjährigenehe, der Ein-Tages-Ehe).

    • Ziemlich irr und wirr, wo gibt es in Russland öffentliche Unzucht, und wieso gewalttätig, hat der russische Geheimdienst Ukraine mit 5 Milliarden Dollar unterminiert, hat Russland den Maidan-Putsch inszeniert?

      • Wirr ist Ihr Verständnis dessen, was @ damian sagte. Er meinte nicht das unheilige Russland mit seiner Mafiastruktur, seiner Prostitutionsmaschinierei, seinen Menschenhändlern, Gewalttätern und seinen Rekord-Abtreibungszahlen bei ach so lammfrommer Ablehnung der Homos und der Genderer, sondern…….. den …….Islam.

        Und er hat recht!

        Diese Leute wollen uns etwas vorwerfen? Sie morden, selbstmorden, halten sich Frauen, missbrauchen Kinder in viel zu früh geschlossenen Ehen etc. Wo ist da der Unterschied zu unseren Verrohungen?

        Nicht jeder, der nicht für die Homos ist, ist gleich ein Moralengel…

      • Also Herr Zeitschnur, Herr Michael F., der sich ungebrauchte und unbenützte russisch-ukrainsiche Erstlingshuren in ein Berliner Hotel bestellte ist aber kein Russe, naja…!

      • Nein, er ist ein Deutscher mit dem Umweg über Frankreich – Sie wissen schon Holocaust und so…

        Ich habe aber keine Lust, auf diesem Niveau zu diskutieren: Russland steckt genauso voller Probleme und Schmutz wie der Westen. Das ist das, was ich sagen will.
        Die Exzesse auf der Prostitutionsschiene auf russischer Seite sind allgemein bekannt und berüchtigt.
        Aber wer es nicht sehen will, schläft weiter den Tiefschlaf seiner antiwestlichen Ressentiments.
        Wir haben die Wahl zwischen Pest und Colera. Sie wählen die Cholera – ich möchte beides nicht kriegen.
        Bona nox!

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