Kirche lehrt Barmherzigkeit und lebt sie auch

GeneralaudienzLiebe Brüder und Schwestern,
guten Tag!

In unserer Katechesereihe über die Kirche verweilen wir derzeit bei der Betrachtung über die Kirche als Mutter. Beim letzten Mal haben wir hervorgehoben, dass die Kirche uns wachsen lässt, uns durch das Licht und die Kraft des Wortes Gottes den Weg des Heils aufzeigt und uns vor dem Bösen schützt. Heute möchte ich einen besonderen Aspekt dieser Erziehungstätigkeit unserer Mutter Kirche hervorheben: Sie lehrt uns die Werke der Barmherzigkeit.

Ein guter Erzieher zielt auf das Wesentliche. Er verliert sich nicht in Einzelheiten, sondern will das weitergeben, was wirklich zählt, damit sein Kind oder sein Schüler den Sinn und die Freude des Lebens findet. Das ist die Wahrheit. Und dem Evangelium zufolge ist das Wesentliche die Barmherzigkeit. Das Wesentliche des Evangeliums ist die Barmherzigkeit. Gott hat seinen Sohn gesandt, Gott ist Mensch geworden, um uns zu retten, also um uns seine Barmherzigkeit zu schenken. Das sagt Jesus ganz deutlich, wenn er seine Lehre für die Jünger zusammenfasst: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist“ (Lk 6,36). Kann es einen Christen geben, der nicht barmherzig ist? Nein. Der Christ muss unbedingt barmherzig sein, denn das ist das Herz des Evangeliums. Und dieser Lehre getreu muss die Kirche ihren Kindern immer wieder sagen: „Seid barmherzig“, wie der Vater es ist, wie Jesus es war. Barmherzigkeit.

Die Kirche verhält sich dann wie Jesus. Sie gibt keine theoretische Unterweisung über die Liebe, über die Barmherzigkeit. Sie verbreitet in der Welt keine Philosophie, keinen Weg der Weisheit… Gewiss, das Christentum ist auch all das, aber als Folge, als Rückwirkung. Die Mutter Kirche lehrt uns wie Jesus durch das Beispiel, und die Worte dienen dazu, die Bedeutung ihrer Gesten zu erhellen. Die Mutter Kirche lehrt uns, den Hungernden und Dürstenden zu essen und zu trinken zu geben, die Nackten zu bekleiden. Und wie tut sie es? Sie tut es durch das Beispiel vieler heiliger Männer und Frauen, die es auf vorbildliche Weise getan haben; aber sie tut es auch durch das Beispiel sehr vieler Väter und Mütter, die ihre Kinder lehren, dass das, was wir übrig haben, für jene bestimmt ist, denen das Notwendigste fehlt. Es ist wichtig, das zu wissen. In den einfachen christlichen Familien war die Regel der Gastfreundschaft stets heilig: Es fehlt nie ein Teller oder ein Bett für den, der es braucht.

Einmal erzählte mir eine Mutter – in der anderen Diözese –, dass sie ihre Kinder dies lehren wollte und sie aufforderte, zu helfen und den Hungernden zu essen zu geben. Sie hatte drei Kinder. Und eines Tages beim Mittagessen – der Vater war draußen bei der Arbeit, sie war allein mit ihren drei kleinen Kindern von etwa sieben, fünf und vier Jahren – klopfte es an der Tür: Dort stand ein Herr, der um etwas zu essen bat. Und die Mutter sagte zu ihm: „Warte einen Augenblick.“ Sie ging wieder hinein und sagte zu den Kindern: „Da ist ein Herr, der um etwas zu essen bittet. Was sollen wir tun?“ „Geben wir ihm etwas, Mama, geben wir ihm etwas!“ Jeder hatte auf dem Teller ein Steak mit Pommes frites. „Sehr gut“, sagt die Mutter, „wir nehmen die Hälfte von einem jeden von euch und geben ihm die Hälfte von euren Steaks.“ „Ach nein, Mama, so nicht, das ist nicht gut!“ „Doch, so ist es, du musst von dem geben, was deins ist.“ So hat diese Mutter ihre Kinder gelehrt, von ihrem eigenen Essen etwas abzugeben. Das ist ein schönes Beispiel, das mir sehr geholfen hat. „Aber ich habe nichts übrig…“ „Gib von dem, was dir gehört!“ So lehrt uns die Mutter Kirche. Und ihr, die vielen Mütter, die ihr hier seid, wisst, was ihr tun müsst, um eure Kinder zu lehren, ihre Sachen mit den Bedürftigen zu teilen.

Die Mutter Kirche lehrt, den Kranken beizustehen. Wie viele heilige Männer und Frauen haben Jesus auf diese Weise gedient! Und wie viele einfache Männer und Frauen praktizieren dieses Werk der Barmherzigkeit jeden Tag, indem sie in einem Krankenhaus oder in einem Altenheim oder im eigenen Haus einen kranken Menschen pflegen.

Die Mutter Kirche lehrt, denen beizustehen, die im Gefängnis sind. „Aber Pater, nein, das ist gefährlich, das sind böse Leute.“ Aber jeder von uns ist fähig… Hört gut zu, was ich sage: Jeder von uns ist fähig, dasselbe zu tun, was jener Mann oder jene Frau getan hat, jener Mensch, der im Gefängnis sitzt. Wir alle sind fähig zu sündigen und dasselbe zu tun, im Leben Fehler zu machen. Jener Mensch ist nicht böser als du und ich! Die Barmherzigkeit überwindet jede Mauer, jede Barriere, und sie bringt dich dazu, stets das Antlitz des Menschen, der Person zu suchen. Und die Barmherzigkeit verwandelt das Herz und das Leben. Sie kann eine Person erneuern und ihr erlauben, sich neu in die Gesellschaft einzugliedern.

Die Mutter Kirche lehrt, jenen beizustehen, die verlassen sind und alleine sterben. Das hat die selige Teresa auf den Straßen von Kalkutta getan; das haben gestern und heute viele Christen getan, die keine Angst haben, die Hand derer zu halten, die dabei sind, diese Welt zu verlassen. Und auch hier schenkt die Barmherzigkeit dem, der geht, und dem, der bleibt, Frieden, da sie uns spüren lässt, dass Gott größer ist als der Tod und dass, wenn wir in ihm bleiben, auch der letzte Abschied ein „Auf Wiedersehen“ ist… Die selige Teresa hatte das sehr gut verstanden! Man sagte zu ihr: „Mutter, das ist Zeitverschwendung!“ Sie fand sterbende Menschen auf der Straße, Menschen, deren Leib bereits von den Ratten der Straße angefressen wurde, und nahm sie mit nach Hause, damit sie sauber, ruhig, mit Liebkosungen in Frieden sterben konnten. Sie sagte all diesen Menschen: „Auf Wiedersehen“… Und viele Männer und Frauen wie sie haben das getan. Und sie erwarten sie dort, dort [er zeigt zum Himmel], an der Pforte, um ihnen die Pforte zum Himmel zu öffnen. Menschen helfen, gut und in Frieden zu sterben.

Liebe Brüder und Schwestern, so ist die Kirche eine Mutter, die ihre Kinder die Werke der Barmherzigkeit lehrt. Sie hat von Jesus diesen Weg gelernt, sie hat gelernt, dass dies das Wesentliche für das Heil ist. Es genügt nicht, die zu lieben, die uns lieben. Jesus sagt, dass dies die Heiden tun. Es genügt nicht, denen Gutes zu tun, die uns Gutes tun. Um die Welt zum Besseren zu wandeln, muss man denen Gutes tun, die nicht in der Lage sind, uns etwas zurückzugeben, wie der Vater es mit uns getan hat, indem er uns Jesus geschenkt hat. Wieviel haben wir für unsere Erlösung bezahlt? Nichts, alles unentgeltlich!

Gutes tun, ohne etwas dafür zu erwarten. So hat der Vater an uns gehandelt, und wir müssen dasselbe tun. Tu Gutes und geh voran! Wie schön ist es, in der Kirche zu leben, in unserer Mutter Kirche, die uns diese Dinge lehrt, die Jesus uns gelehrt hat. Danken wir dem Herrn, der uns die Gnade schenkt, die Kirche als Mutter zu haben: Sie lehrt uns den Weg der Barmherzigkeit, der der Weg des Lebens ist. Danken wir dem Herrn.

* * *

Einen herzlichen Gruß richte ich an alle Pilger deutscher Sprache. Liebe Freunde, danken wir dem Herrn für die Gnade, die Kirche als Mutter zu haben. Sie lehrt uns den Weg der Barmherzigkeit und den Weg des Lebens. Gott segne euch alle.

* * *

Trostworte an die verfolgten arabischen Christen:
Der Herr belohnt euren Glauben, er schenkt euch Mut im Kampf gegen die Kräfte des Bösen.

drucken

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

22 Comments

    • Vielleicht daran, dass Bergoglio wie bei mir, mittlerweile ein billiges Markenprodukt für Übelkeit und Brechreiz ist. Kein Wunder, wenn sich jemand wie der Showmaster aus Buenos Aires über das Papstamt ständig lustig macht und seine tiefste Befriedigung dadurch erhält, dass er die Kirche zerstört und zertrümmert.

  1. Die Forderung nach Barmherzigkeit ist ein zentraler Programmpunkt dieses Pontifikates, der wir in dieser Perle wieder begegnen. Der Begriff „Barmherzigkeit“ wird konkret in folgenden Aussagen des Papstes.
    1. Er (Christus) verweist im Gleichnis vom verlorenen Sohn auf den barmherzigen Vater, der den Sohn in Liebe wieder aufnimmt. „Er ist ein geduldiger Vater, der immer auf uns wartet. Er respektiert unsere Freiheit, bleibt selbst aber immer treu. Wenn wir zu ihm zurückkehren, empfängt er uns wie Söhne in seinem Haus. Er hört nie auf – nicht einmal für einen Moment, uns in Liebe zu erwarten“. Bergoglio verschweigt dabei die vorausgegangene Reue des Sohnes, die verpflichtend ist. Dieses ist für die Lehre Bergoglios über die Barmherzigkeit typisch
    2. Beim Rückflug vom Weltjugendtag sagte er zum Thema Scheidung: „Die Kirche ist eine Mutter. Sie muss sich mit Barmherzigkeit um die Verletzten kümmern. Und wenn der Herr nicht müde wird zu verzeihen – dann haben wir keine andere Wahl.“ Auffällig vermeidet er das Wort Sünde und ändert die Semantik und spricht von Verletzten. Die Verletzten aber tragen nicht zwangsläufig Schuld für ihre Verletzung, wie der Halbtotgeschlagene, den der Samariter durch seine Barmherzigkeit rettet, aber die Sünde setzt, wie im Falle des verlorenen Sohnes die Zustimmung des freien Willens voraus. Darin liegt der Unterschied und die gefälschte Semantik ist der sublimste Ausdruck der Unbarmherzigkeit, weil sie den Zugang zu den Werken der geistigen Barmherzigkeit verbaut.
    3.Dabei ist die Forderung nach Barmherzigkeit in der Kirche nichts Neues. Sie geht auf Christus selbst zurück und steht somit in der vollen Tradition der Kirche.Die Bibel lehrt die Barmherzigkeit u.a. in Mt. 9,13; 12,7; 23,23; Lk. 1,50; 1,57; 10,37; Jk.2,13; Gal. 6,16; Ti 1,2, und 3,5. Sie bezieht sich auf das Verhältnis Gott gegen Mensch, Christus gegen Mensch sowie Mensch gegen Mensch. Jedoch ist die wahre Barmherzigkeit (eéleos) in der Lehre der Kirche eine Medaille mit zwei gleichwertigen Seiten dar, die eine Seite sind die Werke der leiblichen Barmherzigkeit und die andere Seite sind die Werke der geistigen Barmherzigkeit. Die Letzteren ( KKK 2447) wie, die Unwissenden lehren, werden von Bergogglio verschwiegen oder sogar abgelehnt, wenn er sagt: „Wer bin ich zu beurteilen“.
    Aus der zweiseitigen Medaille der Barmherzigkeit mit einmal den Werken der geistigen und zum anderen mit den Werken der leiblichen Barmherzigkeit wird bei Bergoglio durch Auslassung ein haeretischer Begriff der Barmherzigkeit
    Zusammengefasst: Erkennbar ist der Ruf des Papstes nach Barmherzigkeit verbunden mit dem Verzicht auf die öffentliche Verkündigung der Werke der geistigen Barmherzigkeit, die dem Seelenheil dienen sollen. Wesentlich sind auch die semantischen Änderungen bei den Übersetzung aus dem Urtext in den Reden Bergoglios.

    • sehr gut, das Problem ist, dass die Bergogliosche Barmherzigkeit, im Gegensatz zur Barmherzigkeit eines Franz von Assisi bedeutet, auf die Wahrheit zu verzichten.
      Oder anders formuliert sein Problem ist, dass er einerseits die Barmherzigkeit predigt, dann aber gleichzeitig erklärt, dass die Empfänger der Barmherzigkeit, diese gar nicht nötig haben, weil diese ja gar nicht in einer Misere stecken, aus der sie rauskommen sollten.

    • Die Verletzten bergoglianischer und jedweder Politik, die Verletzten von Etatismus und Staatsgläubigkeit (sehr ausgeprägt bei Franziskus), diese Verletzten, die sogar schuldlos sind, kommen in dieser fatalen und falschen „Barmherzigkeit“ selbstverständlich erst gar nicht vor. Von den vielen im Glauben Irregeführten ganz zu schweigen.
      Wenn Schuld und Sünde maßgebliche Voraussetzung für barmherzige Zuwendung sind, dann hat wohl diese Liebe zu Gewalttat und Sünde vielleicht ganz andere Gründe.
      Natürlich braucht gerade der Sünder und auch der Gewaltmensch Zuwendung, aber doch keine unterwürfige und bedingungslose. Ich hatte das schon einmal gemutmaßt: Hier scheint mir eine Art Stockholm-Syndrom wirksam zu sein. Konkret bei Franziskus und allgemein im sogenannten Westen. Der grausame und entwürdigende, rechtsmißachtende Siegeszug von Bolschewismus und Demokratismus wird diese Wunden geschlagen haben. Die extrem weitverbreitende Volksverherrlichung und Staatsgläubigkeit kann kaum eine andere Erklärung finden, angesichts der verheerenden Opfer die die moderne Staatsidee und -wirklichkeit, die Nationalismus, Sozialismus, Demokratismus und andere Spielarten des gnostischen Bolschewismus gefordert haben und – verdeckt durch eine fast perfekte Propaganda – immer noch fordern

      • Es gibt Leute die genau das erkannt haben.
        Man lese „der verbrannte Dornbusch“ von Manes Sperber (ich weiß. ist sein leben lang Kommunist gewesen und hat mit Kirche nix am Hut).
        Der verbrannte Dornbusch, um den die neuen Sklaven der neuen Herren mit Fackeln frierend in der Kälte stehen und rufen „Oh wie hell brennt der Dornbusch, wie schön wärmt er“ dabei sich selber lobend, weil sie eben mit den Fackeln Licht machend, und mit ihrer Körperwärme sich selber (notdürftig) wärmend.
        Jedem der das sieht und sagt, ergeht es wie im Höhlengleichnis von Platon, womit wir beim Problem wären.
        Das Problem ist nicht primär einer der -ismen unserer Zeit, sondern die hinter allen modernen Ismen steckende Idee, dass es nämlich möglich wäre, die Fülle des Seins nicht bei Gott und in Gott zu erlangen, sondern auf dieser Erde. Sprich, dass man das Ziel allen Seins – was jede Religion irgendwie ahnt, auch wenn sie den Weg (der ja Christus ist) nicht kennt – in diese Welt gelegt hat.
        Man hat die Menschheit des Sinns ihrer Existenz beraubt.
        Papst Franziskus ist einfach einer der das moderne, innerweltliche Denken kritiklos übernommen hat.
        Inwieweit er dafür persönlich schuldig ist, kann ich nicht beurteilen, aber man sieht an ihm, wie es ist, wenn einer das Gute ohne Gott tun will.

  2. Wenn man neben diesem kurzem Text die Geschichte mit der Drangsalierung und verfolgender Disziplinierung der franziskanen und der Franziskanerinnen dere Immaculata legt, stellt man fest daß beide nicht miteinander kompatibel sind.
    Entweder gespaltene Persönlichkeit oder : Die Worte sind anders als die Taten.
    Hierzu gibt es die Aussagen Unseres Herrn Jesu Christi betr. weißgekalkte Gräber und Hypokriteis („Schauspieler“).
    In te Domine speravi; non confundar in aeternum.
    .

  3. Der hermeneutische Schlüssel zu Bergoglios Barmherzigkeitslehre sind die Franziskaner der Immakulata.
    @ sina: Mir geht’s wie Ihnen:

    Seh ich den Bergoglio bloß,

    geht’s in Darm und Magen los!

    • Na, meine bayerische Verdauung ist da schon etwas stabiler… diese billigen Selbstverständlichkeiten haben allerdings in der Tat Fernsehzeitungsniveau (so nach dem Motto „10 Wege zum Glücklichsein“ vom Dalai Lama, 1. Nicht unglücklich sein etc.)

      Es hinterläßt in mir komplette Leere, was einem da aus Rom an Lehre geboten wird

  4. Ich schreibe heute zum ersten Mal auf dieser Webseite, lese aber schon einige Zeit auf dieser Seite.

    Vor vielen Jahren hat mir Gott der Herr mein Herz aufgetan und ich kam zum Glauben an Jesus Christus. Ich gehöre keiner Kirche an, aber wir treffen uns regelmäßig in einem kleinen Hauskreis.

    Warum findet man so wenig Barmherzigkeit unter den Menschen?
    „Man ist darum nicht barmherzig, weil man die Liebe Gottes nicht kennt, noch an seinem Herzen erfahren hat. Nur wer die Barmherzigkeit Gottes an seinem eigenen Herzen erfahren hat, nur wer mit Beugung erkennt, dass er aus keinem anderen Grund als um der Erbarmung willen, die alles Denken übersteigt, angenommen ist von Gott, und dass die freie Gnade noch täglich über ihn unaussprechlich waltet, nur wer als ein armer Sünder die Größe des Verdientes Christi erkennt und den Reichtum der Liebe Gottes, ihre Länge, Breite, Tiefe und Höhe einigermaßen eingesehen hat, nur der ist auch imstande, Liebe zu üben und den köstlichen Schmuck der Auserwählten Gottes anzuziehen, der da ist Liebe, Demut, Sanftmut, Mitleid und Geduld. Aber solange das bei dir nicht ist, solange du Gott nicht liebst, wie kannst du da deinen Nächsten lieben!“ (Aus einer Predigt von L.Hofacker 1798-1828)

    • Ich meine Ihr Zitat spricht wirklich einen wesentlichen Punkt an: Weil wir oftmals vergessen, zu welchem hohen Preis wir erlöst worden sind, sind wir auch zu bequem um der Barmherzigkeit willen selber grössere Opfer zu bringen. Von unserem Überfluss spenden wir gerne etwas, um armen Afrikanern zu helfen, aber wie oft sind wir uns auf der anderen Seite doch zu schade, unsere ach so kostbare Zeit zu opfern, um einen älteren, einsamen Verwandten zu besuchen, oder zu scheu, um einen Mitmenschen durch Wort und Beispiel Christus und seiner Kirche näher zu bringen. Wir tun die Werke der Barmherzigkeit, wenn wir durch sie Lob und Dank ernten, aber wie schnell krebsen wir zurück, wenn uns Undank, gar Hass entgegenschlägt. So sieht man sogar viele Bischöfe, die es nicht wagen, den katholischen Glauben klar zu verkünden, wenn dies von der breiten Öffentlichkeit nicht goutiert wird. Würden sie doch mehr daran denken, was unser Heiland für uns auf sich genommen hat…

  5. Gefälschte Semantik s.@Regino
    Nachdem Papst Franz der Demütige angetreten ist, um den seiner Meinung nach, seit dem II. Vatikanum vernachlässigten interreligiösen Dialog voranzutreiben, kann die Verkündigung der Lehre der Kirche aus Rücksichtsnahme gegenüber den antichristlichen Religionen nur noch mit gewaltigen Abstrichen erfolgen. Dass das Bekenntnis zu unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus dabei zu kurz kommt, bis hin zum Totalausfall, ist dann nur konsequent. Wer sich zur personifizierten Wahrheit bekennt, hat bei irD bereits verloren

    In Äußerungen gegenüber Vertretern, wie der jüdischen Gemeinde von Rom, wird die Benennung der Heiligsten Dreifaltigkeit peinlichst unterlassen und durch Bezeichnungen wie, der ALLERHÖCHSTE, der SCHÖPFER und der ALLMÄCHTIGE ersetzt. Gott wird vom obersten Hirten schon mal gar nicht genannt, wie zum Beispiel:

    Am 15 März 2013 wurde die Botschaft des gerade neugewählten Papstes an den Oberrabiner von Rom veröffentlicht (news.va): “Trusting in the protection of the Most High, I strongly hope to be able to contribute to the progress of the relations that have existed between Jews and Catholics since Vatican Council II in a spirit of renewed collaboration and in service of a world that may always be more in harmony with the Creator’s will.”

    http://www.news.va/en/news/pope-francis-to-chief-rabbi-of-rome-i-hope-to-cont

    Am 25.März 2013 anlässlich des Paschafestes:
    “A few days on from our meeting, and with renewed gratitude for your having desired to honour the celebration of the beginning of my ministry with your presence and that of other distinguished members of the Jewish community, I take great pleasure in extending my warmest best wishes to you and Rome’s entire Jewish community on the occasion of the Great Feast of Pesach. May the Almighty, who freed His people from slavery in Egypt to guide them to the Promised Land continue to deliver you from all evil and to accompany you with His blessing. I ask you to pray for me, as I assure you of my prayers for you, confident that we can deepen [our] ties of mutual esteem and friendship. – FRANCIS

    http://www.news.va/en/news/pope-francis-passover-telegram-to-jewish-community

    Wer kann schon zwei Herren dienen?

    .

    • „Wer kann schon zwei Herren dienen?“ Ich befürchte: Bergoglio ! Der kann wahrscheinlich noch mehr Herren dienen, ohne rot zu werden.

      • Ob der gewohnheitsmäßig und ständig jeden ums Gebet bittende Papst sich je überlegt hat, wer der Adressat des erbetenen Gebets von Nicht-Christen ist?
        Oder soll die jüdische Gemeinde für den berühmten „inneren Juden“ von J. M. Bergoglio beten?

        Die Rede Jesu über seine Vollmacht, die er den Juden gegenüber die ihn als Menschensohn ablehnen und töten wollen gibt zu denken:
        Joh 5,
        36 Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes: Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, daß mich der Vater gesandt hat.
        37 Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen,
        38 und auch sein Wort bleibt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat.
        39 Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab.
        40 Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben.
        41 Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen.
        42 Ich habe erkannt, daß ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt.
        43 Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann werdet ihr ihn anerkennen.
        44 Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?
        45 Denkt nicht, daß ich euch beim Vater anklagen werde; Mose klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.46 Wenn ihr Mose glauben würdet, müßtet ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben.
        47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?

      • In Joh 8 wird Jesus noch deutlicher:
        Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet.
        38 Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.
        39 Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham.
        40 Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt.
        41 Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott.42 Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.
        43 Warum versteht ihr nicht, was ich sage? Weil ihr nicht imstande seid, mein Wort zu hören.

        44 Ihr habt den Teufel zum Vater, und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge.
        45 Mir aber glaubt ihr nicht, weil ich die Wahrheit sage.
        46 Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?
        47 Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes; ihr hört sie deshalb nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.

        (confident that we can deepen [our] ties of mutual esteem and friendship. – FRANCIS)

        Möge ihm die Vertiefung seiner Verbindung gegenseitiger Wertschätzung und Freundschaft mit den Adressaten gelingen und dabei die Treue zu seinem Herrn Jesus Christus nicht aufgeben.

  6. Es ist sicher, daß es bald zu einer offenen Spaltung der Kirche kommen wird. Papst Franziskus ist bislang Sprachorgan der Häretiker, die eine „menschenfreundliche Kirche“ ohne Christus aufgebaut haben und weiter aufbauen.
    Die „Barmherzigkeit“ wird als Druckmittel dazu – ganz offen oder versteckt – mißbraucht.
    Papst Franziskus scheint vom Latino-Marxismus beeinflußt zu sein.

    • Sehe weit und breit keine Anzeichen für eine Spaltung. Es gab ja nicht einmal ein rechtschaffenes Gegenkonzil oder rechtschaffene Gegenpäpste. Und die Konservativen schwimmen ohnehin – wie immer nur langsamer – dem „Fortschritt“ hinterher.

      • Hochgeachtete,
        Hier möchte ich Einspruch einlegen.
        Einen Spalt in der Kirche kann man in der Tat nicht nachweisen;
        vielmehr ist es so daß durch defekte Katechese, Abwesenheit von Katechese, starken Relativismus und Positivismus und durch Dummheit und Unwissen das Kirchenvolk zum großen Teil wie ein cloud, eine Wolke ist-ohne inneren Zusammenhang, ohne tragenden Strukturen, ohne Fundamente.
        Man weiß an vielen Stellen nicht mehr wer drin sitzt und wer draußen ist.
        Das kann jedoch nichts abtun an die Offenbarung Christi, an die Hl. Schrift und die Tradition.
        Und hier tut sich großes: die traditionsverbundene Orden florieren, die Alte Liturgie wird weltweit immer mehr gefeiert, die Gregorianik blüht auf; die Beschäftigung mit der Tradition, die Fundamentaltheologie wird, sei es auch national äusserst unterschiedlich, weltweit immer größer.
        Ich erinnere mich noch sehr gut wie 1975 ff. Msgr. Lefebvre belächelt wurde in seinem Protest; 39 Jahre später lächelt kein Mensch mehr hierüber- im Gegenteil, nachdem so viel Abscheuliches und Verdummendes passiert ist, habe ich größtes Respekt für EB Msgr. Lefebvre, und es wächst jeden Tag.

Comments are closed.