Turin zieht Schirmherrschaft von LGBT-Ausstellung zurück

Homo-Kunst in Turin
Homo-Kunst in Turin

(Turin) Eine stark übergewichtige, nackte Frau, die mit ihrem Fuß auf eine Christus-Ikone und eine Mariendarstellung tritt, das ist die neue Frontlinie der Homo-Kunst [die Balken auf dem Bild wurden von der Redaktion angebracht, da die Frau auf dem Bild völlig nackt ist]. Mit dem geschmacklosen und blasphemischen Plakat, wird für eine „Internationale Ausstellung von LGBT-Kunst“ geworben, die am 8. September eröffnet wird. Die Schirmherrschaft der Ausstellung hatte die linke Stadtregierung übernommen. Inzwischen sind der Bürgermeister und die Stadtregierung auf Distanz gegangen.

Die Stadt Turin hat die Unterstützung für die Ausstellung von „Homo-Kunst“ zurückgezogen. Maurizio Braccialarghe, der Kulturreferent der Stadtregierung erklärte, die Stadt prüfe die Seriosität aller Initiativen, bevor sie eine Schirmherrschaft übernimmt. „Nichts von dem, was uns für diese Initiative vorgelegt wurde, ließ eine solche Darstellung erahnen, die wir für verletzend für viele halten. Nachdem das Plakat bekannt wurde, hat die Stadtregierung einstimmig beschlossen, die Schirmherrschaft für die Veranstaltung zurückzunehmen.“

Kritik an der Schirmherrschaft kam von einem Gemeinderat der Mehrheit. Der Rechtsanwalt und ehemalige Sportreferent der Stadt, Giuseppe Sbriglio erklärte, „Mir gefällt dieses Bild nicht. Ich bin für die Verteidigung der Rechte, aber das finde ich beleidigend. Die Provokation dient der Aufrüttelung der Gewissen, das aber stört meine Seele. Jesus hilft uns, dem Teufel den Kopf zu zertreten. Der Mann oder die Frau kann nicht Jesus den Kopf zertreten. Ich habe mein Studium mit einer Arbeit über den Schutz religiöser Gefühle abgeschlossen. Das da ist meines Erachtens herabwürdigend. Und dafür übernimmt die Stadt die Schirmherrschaft?”

Organisatoren „wollen Menschen für blöd verkaufen“

Die Organisatoren der Ausstellung bestritten den blasphemischen Charakter des Bildes: „Unsere Ausstellung will LGBT-Künstler fördern. Das Foto von Mauro Pinotti hat lediglich die Absicht, die Frau in den Mittelpunkt zu rücken, nicht aber die Religion zu beleidigen.“
Gleiche Töne kamen vom Künstler selbst. Was für den Betrachter evident ist, wird von Organisatoren und Künstler bestritten. Aussagen, die in offensichtlichem Widerspruch zu dem stehen, was auf dem Bild zu sehen ist.

Man versuche die Menschen „für blöd zu verkaufen“, kritisierte die Opposition. „Mit dem, was hier gezeigt wird, wird die Religion verspottet“, so die Fraktion der Neuen Rechten Mitte (NCD), die Bürgermeister Piero Fassino (Linksdemokraten) aufforderte, die Schirmherrschaft zurückzuziehen. „Das hier gezeigte Kulturverständnis ist antichristliche Propaganda“, so die NCD-Fraktion.

„Homo-Lobby denkt wohl, eine Lizenz zum Herumtrampeln auf den Gefühlen anderer zu haben“

„Die Homo-Lobby denkt wohl, sie habe eine Lizenz, auf den Gefühlen anderer Menschen herumzutrampeln, vor allem auf jenen der Christen, die derzeit eine der brutalsten Verfolgungswellen der Geschichte erleiden und wegen jenes Glaubens getötet werden, den die LGBT-Kunst hier mit Füßen tritt“, so Fraktionssprecher Maurizio Marrone von Fratelli d’Italia.

Erzbischof Cesare Nosiglia von Turin zeigte sich „tiefbetroffen vom mangelnden Respekt“, der durch das Plakat und die Handzettel zum Ausdruck komme. Das Plakat, so der Erzbischof, zeige mangelnden Respekt vor der Frau und den religiösen Gefühlen. Es „berühre schmerzlich die Art, wie der Körper der Frau mißbraucht wird“. Die Christen sehen im menschlichen Körper die Gegenwart Christi. Die Bedeutung des gegenseitigen Respektes, aber auch die Art der Darstellung des Körpers spiele für sie daher eine besondere Rolle, so der Erzbischof, der die Schändung der Christus- und Mariendarstellung kritisierte.

In einer zweiten „Interpretation“ erklärte der Künstler, sein Bild zeige die sieben Todsünden. Er habe die Superbia darstellen wollen. Und weil er die Frau „immer“ dem Mann für überlegen hielt, über der nur mehr Gott sei, habe er den Hochmut durch eine Frau darstellen wollen, die religiöse Darstellungen unter ihre Füßen tritt.

Die Unantastbarkeit der Kunst als höheres Recht als die Religionsfreiheit oder die Menschenwürde wurde von der radikalen Linken behauptet.

Am vergangenen Dienstag zog die Stadtregierung die Schirmherrschaft zurück.

Massimo Introvigne: Antichristliches Schema in drei Stufen – Intoleranz, Diskriminierung, Haßverbrechen

Der Rechtssoziologe Massimo Introvigne erinnerte im Zusammenhang mit der Diskussion um die Ausstellung an das „antichristliche Schema“, das in drei Schritten erfolge: Intoleranz, Diskriminierung, Haßverbrechen. Das antichristliche Schema lasse sich auch auf Angriffe gegen andere religiöse oder ethnische Minderheiten anwenden.

Die erste Stufe, die Intoleranz, sei ein kulturelles Phänomen: Eine Gruppe werde durch Verbreitung von Klischees lächerlich gemacht, negativ dargestellt, als korrupt, bösartig und als Hindernis für Glück und Fortschritt präsentiert. „Eben etwas, was unter die Füße gehört und zu treten ist“, so Introvigne.

Auf die erste Stufe folge bald die zweite, die Diskriminierung, die ein rechtlicher Akt sei. Wenn eine Organisation oder Gruppe böse ist, ist es logisch, sie mit dem Gesetz zu treffen. Wenn schließlich auch die Gesetze nicht „ausreichen“, geht man zur Selbstjustiz über und greift zum Mittel der Gewalt. Es folgen Haßverbrechen und Verfolgung.

In diesem Schema spielt die Intoleranz der ersten Stufe die entscheidende Rolle, „weil sie der Ausgangspunkt und die Initialzündung ist“, so Introvigne. Auch die Kunst könne in diesem Schema zu einem Instrument der Intoleranz werden. Nicht alle Kunstwerke, die Religionskritik üben, seien intolerant. Einige aber seien es zweifelsohne. Niemand würde heute leugnen, daß die antijüdischen Karikaturen und Fotos der Nationalsozialisten ein Instrument der Intoleranz waren.

Antichristliche Intoleranz: Von Andres Serrano bis Leon Ferrari

In der modernen Kunst überschreiten Kunstwerke die entscheidende Linie, weil die Künstler beleidigen wollen. Zudem fehle solchen Werken meist jeder künstlerische Wert, so der Rechtsoziologe. Ein bekanntes Beispiel dafür sei Piss Christ von Andres Serrano von 1987. Serrano kaufte ein Kruzifix und „ertränkte“ es in seinem Urin. Photographierte das Ganze und behauptete die Darstellung sei Kunst. „Welchen künstlerischen Wert aber unabhängig von der antichristlichen Provokation kann das Bild geltend machen?“, fragt Introvigne.

Der argentinische Kommunist und Künstler Leon Ferrari stellte 2004 in Buenos Aires unter dem Titel „Andere Bestien“ aus. Mit seinen „Kunstwerken“ verglich er Jesus und den damaligen Papst Johannes Paul II. mit Affen. Ferrari wurde in vielen bekannten Museen gezeigt. Im genannten „Werk“ lasse sich außer dem Angriff gegen Gott, Papst und Christen schwerlich ein künstlerischer Wert finden. Der damalige Erzbischof von Buenos Aires unterstützte eine katholische Vereinigung, die Anzeige wegen Blasphemie erstattete. Ein Richter stoppte die Ausstellung. Sympathisanten von Leon Ferrari schrieben in verächtlichem Ton: „Christen sind jene, die mit den Armen arbeiten wie Jesus und sich nicht um Leute scheren wie Bergoglio“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Nuova Bussola Quotidiana

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6 Comments

  1. Bischof Williamson über den Schund der sog. „modernen Kunst“:
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    „…daß das Moderne in der Kunst stets von Mißklang und Häßlichkeit geprägt ist, weil der moderne Mensch sich immer stärker für ein Leben ohne oder sogar gegen Gott entscheidet – welcher doch sowohl Ordnung als auch Schönheit in seine gesamte Schöpfung hineingelegt hat.
    Allerdings ist diese Schönheit und Ordnung heute so sehr unter dem Prunk und den Machwerken der gottlosen Menschen begraben, daß Künstler allzu leicht glauben können, es gäbe beides gar nicht mehr.
    .
    Durch ihre Häßlichkeit selber zeigt die moderne Kunst auf die Existenz und die Güte Gottes.
    .
    Folglich entspringt die Schönheit in der Kunst dem Einklang in der Seele – selbst wenn es bloße irdische Harmonie ist –, während die Häßlichkeit aus der Disharmonie der Seele stammt, wie es beim Haß der Fall ist.“

    • Auf der einen Seite haben Sie Recht!
      Andererseits aber kann man es auch als Beweis oder Dokument ansehen, wie verkommen Kunst sein kann.
      Und nicht nur die Kunst selbst, sondern auch ihre Macher.
      Man bedient sich einer mehr als korpulenten Frau, um auf obszöne Weise auf Jesus und Maria zu treten und sie zu beleidigen.
      Was denkt sich eigentlich ein Homosexueller, der gläubig ist und ein solches Foto sieht?
      Ich kenne nämlich einen solchen?
      Hat die Homo-Kunstszene nicht mehr zu bieten als dieses abstoßende Bild?

  2. „Heilige Mutter drück die Wunden, die Dein Sohn für mich empfunden, tief in meine Seele ein.“

    „O Maria ohne Sünde empfangen bitte für uns die wir zu Dir unsere Zuflucht nehmen.“

    „Heiliger Erzengel Michael verteidige uns im Kampfe. Gegen die Bosheit und Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz. Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich. Und Du Fürst der himmlischen Heerscharen stürze den Satan und die anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seelen die Welt durchstreifen mit der Kraft Gottes hinab in den Abgrund der Hölle.“

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