„Vom Papst erwarte ich mir mehr als von Renzi oder Merkel“

Papst Franziskus auf dem Rückflug von Korea
Papst Franziskus auf dem Rückflug von Korea

(Rom) Der katholische Publizist Antonio Socci wurde für seine Kritik am Schweigen von Papst Franziskus zur Tragödie der Christen im Nahen Osten hart angegriffen. Ähnliche Kritik kommt jedoch auch von „unverdächtiger“ Seite und wird vom Philosophen Massimo Cacciari, von 1993-2000 und 2005-2010 Bürgermeister von Venedig, geäußert. Cacciari begann seinen Weg als radikaler Linksaußen. Gegenüber der Tageszeitung La Repubblica, die Papst Franziskus wie kein anderes Medium bevorzugt, sagte Cacciari:

„Es handelt sich um eine radikale Wende in der politischen Theologie der Kirche…, das aber ist ein ordentliches Problem … Franziskus betrachtet eine Intervention, wenn sie die UNO beschließt für legitim – das aber ist eine Verweltlichung der katholischen Idee des „gerechten Krieges“… Der Standpunkt von Franziskus ist äußerst schwach. Sein Standpunkt ist eigentlich einer, den ein Renzi oder eine Merkel vertreten könnten. Verzeihen Sie mir, aber vom Papst erwarte ich mir etwas mehr, das heißt, daß er mir sagt, daß es notwendig ist, auf der Grundlage von für absolut gehaltenen Werten zu intervenieren.“

„Schluß mit Schweigen“ – Eindringliche Worte der Heiligen Katharina von Siena

Antonio Socci stellt zur Bekräftigung Cacciaris Aussage Worte der heiligen Katharina von Siena (1347-1380) zur Seite:

Heilige Katharina von Siena, mit einem brennenden Glauben und einem freien Herzen
Heilige Katharina von Siena, mit einem brennenden Glauben und einem freien Herzen

„Ach, Schluß mit dem Schweigen! Ruft es mit hunderttausend Zungen. Ich sehe, daß die Welt wegen des Schweigens krank ist, die Braut Christi ist erbleicht.“ Mit diesen kraftvollen Worten wandte sich die Heilige an einen hohen Kirchenvertreter.

Und was Antonio Socci sonst noch am 20. August in der Tageszeitung Libero zum Thema schrieb:

„Auch heute verspürt man die Notwendigkeit in der Kirche, daß sich Frauen und Männer mit brennendem Glauben und freiem Herzen wie die heilige Katharina an einen ängstlichen Papst (Gregor XI.) wenden, der nicht tat, was er tun sollte: ‚Ich an Eurer Stelle würde befürchten, daß das göttliche Gericht über mich kommt.‘

Aber in unserer Zeit eines seltsamen Klerikalismus und der Schmeichelei gibt es die Stimmen der großen Heiligen oder freier Männer und Frauen nicht oder sie werden nicht gehört.

Es ist sehr schwer und für einen Katholiken sehr schmerzhaft, die Haltung des Vatikans von Papst Bergoglio angesichts der Tragödie der Christen und der anderen Minderheiten im Irak zu verstehen und zu akzeptieren, die von blutrünstigen Islamisten des Kalifats auch in diesen Stunden gejagt und getötet werden.

Eine wochenlange Illusion

Zuerst wochenlang ein Widerwille darüber zu sprechen. Sogar die Gebetsinitiative der Italienischen Bischofskonferenz vom 15. August bedachte der Papst, im offenen Gegensatz zu seinen Vorgängern mit Schweigen. Offensichtlich hegt er eine Abneigung gegen die italienische Kirche.

Dann, endlich, nach 20 Tagen der Massaker unter Männern, Frauen und Kindern und nach tausendfachem Druck, vor allem durch die Bischöfe jenes Landes und der vatikanischen Diplomaten, entschloß sich Papst Bergoglio jene schicksalsschweren Worte auszusprechen, wenn er es auch sehr leise tat: ‚Es ist legitim einen ungerechten Angreifer zu stoppen‘.

Was für eine Leistung… Das hätte noch gefehlt, daß er gesagt hätte, es sei legitim, daß der Angreifer unschuldige Menschen tötet, die ‚Feinde des Islam‘ kreuzigt, Kinder lebendig begräbt und Frauen vergewaltigt und als Sklavinnen verkauft.

Die Haltung von Johannes Paul II. und Benedikt XVI.

Mit anderem Tempo und Energie rief Johannes Paul II. dazu auf, die Unschuldigen zu verteidigen: ‚Wenn ich sehe, daß mein Nachbar verfolgt wird, muß ich ihn verteidigen: Das ist ein Akt der Nächstenliebe. Das ist für mich humanitäre Einmischung‘. Mit Nachdruck wandte er sich hingegen 2003 mit letzter Kraft gegen die nicht UNO-gestützte US-Militärintervention Operation Iraqi Freedom im Irak. Ebenso wandte sich Benedikt XVI. 2011 gegen die UNO-gestützte US-Militärintervention Opération Harmattan gegen Libyen.

Doch weder Johannes Paul II. noch Benedikt XVI. sitzen mehr auf dem Stuhl Petri. Papst Bergoglio beeilte sich seinen Worten sofort nachzuschieben, daß es ‚legitim‘ sei, den Angreifer zu stoppen, aber ‚ohne zu bombardieren‘ und ohne ‚Krieg zu führen‘. So stellt man sich die bittere Frage, ob er eigentlich sein Gesicht wahren oder das Leben Unschuldiger retten will. Wie soll eine brutale Mörderbande ohne Waffen gestoppt werden? Was schlägt der Papst Bergoglio vor, um die Schlächter zu ‚stoppen‘? Es wird jene geben, die sofort sagen werden, ein Papst könne nicht zur Gewalt aufrufen, selbst dann nicht, wenn es um die Rettung Unschuldiger geht. Falsch. Seit Jahrhunderten lehrt die katholische Glaubenslehre das Recht auf Selbstverteidigung gegen einen ungerechten Angreifer.

Es waren die Theologen der Juristenschule von Salamanca, wie der Dominikaner Francisco de Vitoria, die im frühen 16. Jahrhundert genau auf dieser Grundlage des Naturrechts das moderne Internationale Recht begründeten.

Papst Benedikt XVI. erinnerte 2008 die Vereinten Nationen daran: ‚Das Prinzip der Schutzverantwortung wurde vom antiken ius gentium (Völkerrecht) als das Fundament jeder Handlung angesehen, die von den Regierenden gegenüber den Regierten vorgenommen wird.‘ Und verwies darauf, daß der ‚dominikanische Ordensmann Francisco De Vitoria zu Recht als Vorläufer der Idee der Vereinten Nationen angesehen wird‘.

So stellte Johannes Paul II. 1995 in seiner Enzyklika Evangelium vitae fest: ‚Andererseits »kann die Notwehr für den, der für das Leben anderer oder für das Wohl seiner Familie oder des Gemeinwesens verantwortlich ist, nicht nur ein Recht, sondern eine schwerwiegende Verpflichtung sein«.1 Es geschieht leider, daß die Notwendigkeit, den Angreifer unschädlich zu machen, mitunter seine Tötung mit sich bringt. In diesem Fall wird der tödliche Ausgang dem Angreifer zur Last gelegt, der sich ihm durch seine Tat ausgesetzt hat, auch für den Fall, daß er aus Mangel an Vernunftgebrauch moralisch nicht verantwortlich wäre.‘2

Was Papst Franziskus wenn schon in den Fußstapfen seiner Vorgänger verlangen müßte, wäre der verhältnismäßige und gezielte Einsatz von Gewalt, um den Angreifer zu entwaffnen und das Leben der Verfolgten zu retten. Nicht aber für andere Interessen.

Schweigen ein Kind der katho-progressiven Ideologie

Im übrigen findet man in keiner einzigen Stellungnahme des Papstes zum islamistischen Gemetzel auch nur einmal das Wort Islam, Islamisten oder Moslems. Wenn jemand nur die Worte des Papstes zur Verfügung hätte, würde er nicht im geringsten verstehen, wer für diese ‚humanitäre Tragödie‘ verantwortlich ist.

Dieser schwerwiegende Widerwille, ist das Ergebnis der katho-progressiven Ideologie, für die der Dialog mit den Moslems fälschlicherweise als Kapitulation verstanden und betrieben wird, auch auf psychologischer Ebene. Das geht soweit, daß es katho-progressive Kommentatoren gibt, die so weit gehen mit Eifer zu wiederholen, daß die Schlächter des Kalifen nichts mit dem ‚eigentlichen‘ Islam zu tun hätten und der ‚wahre‘ Islam etwas ganz anderes sei. Nur: Die Schlächter des Kalifen zwingen ihre Opfer zum Islam überzutreten, wenn sie nicht vertrieben oder getötet werden wollen.

Es ist verständlich und richtig, daß die Kirchenführung nicht den Konflikt, die Polemik oder gar einen Religionskrieg sucht. Es ist aber auch Pflicht, die Wahrheit zu sagen und den Gläubigen ein ernsthaftes kulturelles Urteil darüber in die Hand zu geben, was heute in der Welt den Christen geschieht. Das gilt vor allem angesichts der kulturellen Unterwürfigkeit vieler Katholiken, wo einige es ernstlich sogar für bedenklich, ja verwerflich halten, überhaupt von ‚verfolgten Christen‘ zu sprechen. Dabei sind die Christen die am stärksten verfolgte Gruppe überhaupt weltweit.

Leise Worte des Papstes widerlegen „zumindest“ lautstarke Schwätzer

Trotz allem sind die Worte des Papstes auf dem Rückflug von Korea ein Schritt vorwärts, stets mit der Hoffnung verbunden, daß angesichts der dramatischen Situation bald, möglichst bald, noch deutlichere und entschiedenere Worte folgen werden.

Die Worte sollten unterdessen bereits dazu dienen, einigen beim Ordnen ihrer Gedanken zu helfen. Auch jenen, die in den vergangenen Tagen sofort mit scharfen Worten jeden zum Schweigen bringen wollten, der es wagte, das päpstliche Schweigen beim Namen zu nennen. Und jene, die nicht verlegen waren, gleichzeitig zu unterstellen, die Forderung, die Angreifer zu stoppen, hieße, einen Krieg oder gar einen Kreuzzug zu fordern.

Die päpstlichen Worte, so leise sie auch sein mögen, widerlegen zumindest auch jene, die lautstark posaunten, daß ‚das Schweigen des Papstes bedeute, daß er noch schlimmere Reaktionen vermeiden‘ wolle. Oder ganz gefinkelt: ‚Wenn der Papst nichts sagt, dann bedeutet das, daß er im Geheimen handelt‘. Wieviel Geschwätz, ausgesprochen von wohlmeinenden und weniger wohlmeinenden Leuten.

In Wirklichkeit gab man sich im Vatikan wochenlang der Illusion hin, daß es noch einen diplomatischen Weg gibt. Doch die Schlächter des Kalifen wollen nur erobern, zwangskonvertieren und massakrieren. Genau das haben die mit der wirklichen Lage bestens vertrauten irakischen Bischöfe gesagt und dem Vatikan mitgeteilt, der jedoch nicht hören wollte. Die Bischöfe teilten mit, daß die Schlächter nicht einmal wüßten, was die Worte ‚Dialog‘ oder Diplomatie bedeuten.

Ein Nachtrag

Und noch ein Nachtrag: In seinen Reden während des Korea-Besuches forderte Papst Franziskus berechtigterweise die ganze Kirche auf, über das Beispiel der Märtyrer von gestern und heute nachzudenken und zum Gebet. Völlig richtig. Die Aufforderung ist jedoch sehr schwach, wenn er nicht gleichzeitig die ganze Kirche auffordert, den Opfern zu Hilfe zu eilen. Und sie ist schwach ohne jenes tiefe kulturelle Bewußtsein, das Benedikt XVI. jenen zu geben wußte, die bereit waren, zuzuhören. Heute hingegen herrscht die Verwirrung.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Riscossa Christiana/Fresko in der Kirche San Pietro di Carpignano Sesi (Novara)

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  1. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2265 []
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35 Comments

  1. Die heilige Katharina von Siena hatte es mit einem schwachen Papst, mit schwachen Bischöfen zu tun. Doch sie durfte frei sprechen, sie durfte laut ihre Stimme öffentlich erheben, sie durfte laut rufen, klagen, anklagen!

    Wir haben keine Heiligen von diesem Format mehr. Wir haben auch keinen Erzbischof Lefebvre mehr.
    In diesen wirren, armseligen Zeiten würde auch eine Katharina von Siena exkommuniziert zu Grabe getragen.

    Die Braut Christi sei erbleicht, war ihre Überzeugung. Was ist sie jetzt?

    Hl. Katharina, hl. Pius X., Diener Gottes Marcel Lefebvre, bittet für uns!

    • Das stimmt leider. Die letzten Papst-Heiligen sind doch schon sehr hinterfragenswert. Armselig ist auch ein sehr zutreffender Begriff für die Lage.

  2. Sehr gut dieser Artikel und gerecht.
    Mich freuts, daß den beiden Vorgängern von Papst Franziskus Gerechtigkeit widerfährt. Denn das haben viele Kommentare an andere Stelle nicht nur arg vermissen lassen, sondern die nachweislichen Aussagen beider nicht zur Kenntnis genommen.
    Papst Johannes Paul II. wußte aus eigener Anschauung und aus eigenem Leid, daß es gerecht ist, einen Angreifer, der brutalst vorgeht, wenns sein muß zu töten. Und Papst Benedikt XVI. em. weiß das auch und man wünschte sich, daß er sein Schweigen bricht.
    Allerdings: man müßte dann auch gleich die Erklärung von „Nostra Aetate“ bzgl. der Moslems auf den Müllhaufen der Kirchengeschichte werfen. Solange die Einsicht dafür nicht vorhanden ist, werden Appelle m.Er. kaum etwas bewirken und nur halbherzig sein können. Es geht um Aufklärung und Dazulernen. Ich spreche da auch für mich selbst, wenn ich das sagen kann.

    Der Islam ist ein System der Diktatur und Unterdrückung. Religiöse Inhalte im Koran sind nur Mittel zum Zweck der blutrünstigen Einschüchterung und Diktatur.
    Es gibt „friedliche Moslems“. „Friedliche Moslems“ sind in der Regel Eingeschüchterte. Es sind Menschen, die Tag für Tag tun müssen, was sie freiwillig so gar nicht täten. Sie müssen schauspielern. Denn sie wissen: wer nicht spurt wie gewünscht, hat morgen ein Messer in der Kehle stecken. Unter dieser Angst leben Abermillionen von Moslems; der Islam hat nicht viel mit Frieden zu tun, denn außerhalb von Christus gibt es keinen Frieden. Der sog. Islam ist offenbar in erster Linie ein ausgeklügeltes teuflisches System des Terrors und der Unterdrückung- weniger echte Religion. Der Islam/Koran erzieht zum Haß und ist im Grunde genommen selbstmörderisch.

    Das Problem bei uns ist ja insbesondere, daß nicht nur der Islam seine mörderischen Greifarme ausstreckt, sondern unser System, die alles beherrschende Freimaurerei nicht weniger. Aber mit Christus kann man siegen. Er hat alle und alles besiegt. Man muß Maria, die Schlangenzertreterin anflehen, daß sie Satan den Kopf zertritt- mit unseren Bittgebeten.

  3. Warum beten wir nicht das, was uns mutigere und vor allem echte Päpste an Gebetsschätzen hinterlassen haben? Mein Vorschlag ist, dieses Gebet zu beten für die Verfolgten und uns selbst:

    Gebet zur Immaculata (Papst Pius X. – 1903)

    Makellose Jungfrau, du hast dem Herrn gefallen und durftest seine Mutter werden.
    Schau in Gnaden herab auf uns arme Menschen!
    Wir bitten dich um deinen kraftvollen Schutz.
    Die böse Schlange, gegen die schon im Paradies der Fluch geschleudert wurde,
    stellt immer noch uns armen Kindern Evas nach und sucht uns zu schaden.
    Drum, hochgebenedeite Mutter, unsere Königin und Fürsprecherin, nimm unsre Bitten gütig auf!
    Du hast schon im ersten Augenblick deiner Empfängnis dem Feind den Kopf zertreten.
    Unser Herz ist eines Sinnes mit dir.
    Wir flehen zu dir, trag’ unsre Bitten hin vor Gottes Thron,
    und hilf uns, dass wir nie den Nachstellungen erliegen, die uns bereitet werden,
    dass wir alle zum Hafen des Heils gelangen.
    Gib, dass die Kirche und die christlichen Völker inmitten der vielen Gefahren
    aufs Neue das Danklied der Befreiung, des Sieges und Friedens singen können!
    Amen.

    Wie vorausschauend dieses Gebet war! Und wie sehr wir es alle brauchen! Pius X. hat dafür übrigens am 8. September 1903 für andächtiges Beten dieser Vorlage 1x pro Tag 300 Tage Ablass verliehen.

    Dieses Gebet: jeden Tag und weltweit von allen noch Christusgläubigen gebetet – das ginge schneller als ein ganzer Rosenkranz und wäre eine Hilfe für all jene, die nicht die Ruhe finden, täglich eine halbe Stunde zu beten. Oder das Gebet wäre ein Einstieg, wieder mehr Zeit für das Beten überhaupt aufzubringen…

    Es hilft hier kein falscher Papst, auch wenn er verstohlene Worte murmelt, an die sich manche unbeirrter klammern als an die mächtige Hilfe Jesu und die Fürsprache Mariens, aber es hilft auch kein unkatholischer Politiker, sondern nur noch das Gebet.

    Ein echter Papst müsste in dieser furchtbaren Lage zuallererst mit einem täglichen weltweit übertragenen und inständigen, glaubenstiefen Gebet vor die Menschheit treten. Alles andere hilft nicht mehr.

    • Ich fasse mich kurz:

      Nach Fatima hatten es die Katholiken in der Hand, den zweiten Weltkrieg zu verhindern.

      Täglich Rosenkranz, Umkehr und Buße tun hätte gereicht.

    • Danke, hier von mir:

      „Makellose Jungfrau, du hast dem Herrn gefallen und durftest seine Mutter werden.
      Schau in Gnaden herab auf uns arme Menschen!
      Wir bitten dich um deinen kraftvollen Schutz.
      Die böse Schlange, gegen die schon im Paradies der Fluch geschleudert wurde,
      stellt immer noch uns armen Kindern Evas nach und sucht uns zu schaden.
      Drum, hochgebenedeite Mutter, unsere Königin und Fürsprecherin, nimm unsre Bitten gütig auf!
      Du hast schon im ersten Augenblick deiner Empfängnis dem Feind den Kopf zertreten.
      Unser Herz ist eines Sinnes mit dir.
      Wir flehen zu dir, trag’ unsre Bitten hin vor Gottes Thron,
      und hilf uns, dass wir nie den Nachstellungen erliegen, die uns bereitet werden,
      dass wir alle zum Hafen des Heils gelangen.
      Gib, dass die Kirche und die christlichen Völker inmitten der vielen Gefahren
      aufs Neue das Danklied der Befreiung, des Sieges und Friedens singen können!
      Amen.“

  4. Wird Papst Franziskus einmal ebenso, wie ungerechter weise Pius XII. wegen seines Schweigens angeklagt werden?

  5. Der sog. „interreligiöse Dialog“ scheint sich als „neue Lehre“ zu verselbstständigen. Im Jahre 2008 anl. des „Kongresses zur Förderung des interreligiösen Dialogs“ in Madrid war folgender Artikel bei „zenit“ zu lesen. Schon damals „brillierte“ Kardinal Tauran mit mehrnals befremdlichen Aussagen:
    -
    „Im Für Kardinal Tauran sind die letzten Ereignisse im Bereich des interreligiösen Dialogs mit dem Islam ein sichtbarer Beweis für eine neue Atmosphäre im interreligiösen Dialog. Tauran brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass die Madrider Konferenz konkret für die Überzeugung Zeugnis ablege, dass die authentisch praktizierten Religionen zu Brüderlichkeit und Harmonie der Menschheitsfamilie beitragen. „Die Religionen führen keine Kriege“, so der Kardinal. Daher sei es Pflicht der religiösen Hirten und Führer, das Gewissen ihrer Anhänger zu bilden, damit diese wahrhaft Gläubige seien, „Überbringer des Friedens und der Brüderlichkeit“.

    Eine der Früchte der abrahamitischen Religionen besteht für Kardinal Tauran im Gebet, das in einer säkularisierten Welt für die transzendente Dimension des Menschen Zeugnis ablege. Weitere Früchte seien die Bekräftigung der Sakralität des menschlichen Lebens und die Notwendigkeit der rechten Erziehung der Jugend. Auf diese Ziele hin müsse zusammengearbeitet werden.

    Für Tauran ist die Tatsache, dass es der Hüter der heiligsten Orte des Islam ist, der die Konferenz organisierte, ein Zeichen dafür, dass es sich um einen Aufruf universaler Art handelt.
    [….]
    Der interreligiöse Dialog setzt die eigene Identität voraus“, bekräftigte Kardinal Tauran zum Schluss. „Er muss dann aber zu einer gegenseitigen Bereicherung gelangen. Wenn man nicht zu konkreten Gesten kommt, nützt sogar der Dialog nichts.“
    -

    Deutlich herauszulesen ist die uverbindliche „Brüderlichkeit“ in einer „harmonischen Menschheitsfamilie (?). Der seelenheilsnotwendige Glaube an die Ewige Wahrheit Jesus Christus scheint nicht dazu zu gehören !
    Mit „Hüter der heiligsten Orte des Islam“ (?) war selbstredend der gnadenlose Christenverfolgerstaat Saudi Arabien gemeint.
    Welche „Bereicherung“ der Kardinal durch die Irrlehre Islam zu erlangen empfiehlt, bleibt sein Geheimnis !

    Und wie hört sich derselbe Kardinal nun gut fünf Jahre später an.
    Nun; gem. der befremdlichen Aussage von Kardinal Tauran vom vergangenen November, sind Andersgläubige ja neuerdings „Partner, Pilger zur Wahrheit wie wir selbst“ ???!
    Der Kardinal im November letzten Jahres im O-Ton:
    -
    „Das alles schafft ein neues Klima, und ich denke, dass alle Gläubigen zusammenstehen müssen, um zunächst ihren eigenen Glauben zu leben – und in der Folge zu verstehen und zu respektieren, dass jemand, der anderes glaubt als ich, nicht notwendigerweise ein Feind ist, sondern ein Partner, ein Pilger zur Wahrheit so wie ich selbst.“
    -
    Was wohl die brutal verfolgten und ermordeten Christen im Nahen Osten zu derartigen befremdlichen Aussagen zu sagen hätten ?!

    • halten wir uns an die Erklärung „Dominus Jesus“ von Kardinal Ratzinger und der Glaubenskongregation, nicht an die Sonntagsreden die irgendein Würdenträger auf irgendeinem Wald- und Wiesenkongress von sich gibt, um der Versammlung und der Öffentlichkeit zu gefallen…

      • Sie verstehen defendors Zitat falsch und missverstehen auch die Lage:

        Nach wem wohl richten sich die „Gläubigen“ einschließlich „Papst“ Bergoglio? Klingt Bergoglio nach Ratzinger oder nach Tauran?

        Würde mal sagen: nach Tauran. Wobei Tauran teilweise auch nach Ratzinger klingt.
        C’est le serpent qui se mord la queue.

  6. @frenzel
    Nostra aetate ist in der Tat nur sehr schwer zu verstehen und Malachi Martin sagte, obgleich er Mitarbeiter von Kardinal Bea war und an dem Text mitwirken musste, er hätte ihn nie unterschrieben. Der Text wurde viermal revidiert. Man muss auch den Zeitpunkt von nostra aetate sehen und fragen, wie frei waren die Konzilsteilnehmer als sie über den Text abstimmten. Zur gleichen Zeit wurde auf allen bekannten Bühnen der Welt das Schmierenstück: „Der Stellvertreter“ aufgeführt, in dem dem großen Papst Pius XII die Ehre genommen wurde. Ich habe die zeitlichen Zusammenhänge nie als Zufall angesehen. Wenn die Konzilsteilnehmer aber damals unter dem Druck der öffentlich manipulierten Meinung nostra aetate zugestimmt haben, ist die Frage berechtigt, wieviel Gültigkeit oder Wahrheitsgehalt können wir dem Text zumessen?
    @ Imek
    Nein die Braut Christi ist nicht moribund (= im Zustand des Sterbens), sie lebt und als solche – und hierin habe sie recht – wird sie umgebracht z.Teil von den eigenen Leuten wie Chrisus unser Herr am Kreuze. Aber sie wird nicht der Verwesung preisgegeben, sondern wie Christus auferstehen.

    • …damit würden Sie aber sagen, dass Christus ein zweites Mal regelrecht stirbt. Das ist aber nach der Schrift unmöglich!

      Die Braut Christi stirbt nicht – diese vielen Kleriker und Laien, die da scheinbar „krank“ geworden sind, sind nicht die Kirche. In der Hl. Schrift ist von einem Prozess die Rede: der Leib Christi soll zum „vollen Mannesalter“ heranreifen. Nicht jeder, der einmal durch die sichtbare Kirche torkelt, ist automatisch schon „makellose Braut Christi“. Das wird sich erst erweisen über dessen Lebensspanne. Der Katholik bekennt ja ausdrücklich KEINE automatische Heilsgewissheit …

      Es ist so, wie Pius X. es schreibt:

      „…infolge dieser Teilnahme der Mutter an den Leiden und Bedrängnissen des Sohnes ist der hehren Jungfrau das Vorrecht geworden, „bei ihrem Sohn nun die mächtige Mittlerin und Versöhnerin der ganzen Welt“ zu sein. Christus ist die Quelle, „aus deren Fülle wir alle empfangen haben“: „Von ihm aus wird der ganze Leib zusammengefügt und zusammengehalten durch das Band, das Dienst tut … und so erhält der Leib Wachstum zu seinem Aufbau in Liebe“. (…)

      Haben wir nicht mit Fug und Recht behaupten können, dass Maria, nachdem sie so treu zu Jesus gestanden, vom Hause in Nazareth bis zum Fels von Kalvaria, und vertraut wie niemand anders mit den Geheimnissen seines Herzens war, nun auch den Schatz seiner Verdienste, wie es einer Mutter zukommt, mit Recht verwaltet? Es gibt deshalb keinen besseren und sichereren Weg zur Erkenntnis und Liebe Christi als Maria.

      Sind nicht ein trauriger Beweis dieser Wahrheit leider gerade jene, die, betört durch die List des bösen Feindes oder irregeführt durch falsche Vorurteile, meinen, der Hilfe der Jungfrau entraten zu können? Diese Armen und Unglücklichen bilden sich ein, an Maria vorübergehen zu müssen, um angeblich Christus die Ehre zu geben, und sie wissen nicht, dass das Kind „nicht zu finden ist als bei Maria, seiner Mutter“.(…)

      Der Apostel sah also die heilige Gottesmutter, obwohl sie bereits beseligt im Himmel war, doch an geheimnisvollen Geburtswehen leiden. (…) Zweifellos handelt es sich um die Geburt von uns selbst, die wir, in der irdischen Verbannung noch zurückgehalten, erst zur vollkommenen Liebe Gottes und zur ewigen Glückseligkeit geboren werden müssen.“

      (Pius X.: Ad diem illum laetissimum 1904)

  7. @ Zeitschnur
    Natürlich stirbt Christus körperlich kein zweites mal. Er lebt und hat den Tod überwunden.
    Aber seine Kirche der mystische Leib wird heute hingerichtet und zwar durch den Verrat von innen und die Pressionen von außen. Die kirche ist auch nicht – wie Imek schreibt – moribund , sondern sie ist in ihrem innersten Kern der Lehre immer noch kraftvoll und vital. Aber der Verrat von Innen und die Pressionen von außen werden sie sterben lassen und sie vorher zu einem Moribunden machen. Davon sind wir Zeitzeugen. Unser Glaube jedoch ist die Überzeugung von der Auferstehung.

    • Ich stimme Ihnen natürlich in der Hinsicht zu, dass die Kirche von innen und außen verraten und zerstört wird – jedenfalls bei sehr „irdischer“ Sichtweise.
      Nur kann ich dieser Vorstellung, dass die wahre Kirche als MAKELLOSE BRAUT hingerichtet wird und stirbt, nicht annehmen.
      Warum mir das nicht einleuchten will, das habe ich versucht durch Zitate Pius X. zu erklären.

      Vielleicht liegt der Unterschied unserer Sichtweise darin, dass die makellose Braut Christi für meine Vorstellung zum größten Teil wohl schon im Himmel ist.
      Was im Himmel bei Gott ist, kann nicht mehr sterben oder zerstört werden.
      Andererseits lehrt uns doch die dogmatische Aussage, dass es keine Heilssicherheit gibt, dass der Werdegang jedes einzelnen offen bleibt, solange er auf Erden lebt.
      Daraus muss man schließen, dass alle auf Erden Lebenden nicht primär die sicher makellose Braut sein können, sondern „nur“ potentielle – für das, was das natürliche, menschliche Auge erkennen kann – Glieder/Kinder der Braut Christi. Von Anfang an gab es die erschlichene Teilhabe an der Braut zum eigenen Gericht, den vormals als „Gottesraub“ bezeichneten Drang, sich als Christ auszugeben und die Sakramente zu konfiszieren. Solche Gottesräuber sind aber niemals Kinder der Braut Christi! Unsere Aufgabe: alles zu tun, nicht selbst zu Gottesräubern zu werden. Das sei unsere größte Furcht!

      Unser Problem heute ist einmalig in der Geschichte. Der Böse hat sich das Ehrenkleid der Braut Christi auf Erden – die Kirche mit all ihren sichtbaren Ämtern und Formen – angezogen, ohne dass ihm ausreichend oder wahrhaftig Widerstand geleistet worden wäre.
      Mir steht auch stets die Geschichte Sodoms und Gomorrhas vor Augen: Gott hätte diese Städte verschont, wenn nur 10 echte Gerechte da gewesen wären. Es waren aber keine da! Abraham, unser „Vater“ in Christus, dachte, so wie auch wir heute, da müssten doch noch viel mehr Gerechte sein. Aber es waren keine da!
      Oft denke ich darüber nach, warum Gott sich durch die Gebete derer, die sich für „wahre“ Katholiken halten, offenbar nicht bewegen ließ, uns zu retten. Jedenfalls bis jetzt nicht… Ich weiß es in meinem Herzen: weil es ist wie damals in Sodom.

      Was heißt das?
      Es heißt, dass wir alle aufgerufen sind, unsere Kleider zu zerreißen und Säcke zu tragen, Asche auf unsere Köpfe zu streuen und uns vor Ihm in den Staub zu werfen – dem König von Ninive hat das damals die ganze Stadt gerettet… also es könnte bei echter und wahrhaftiger Buße und echtem „Widerstand“ auch anders gehen…lehrt die Schrift.

      Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass auch und gerade der selbsternannte Traditionalismus „nicht tut, was Gott wolgefällt“, andernfalls müssten andere Früchte zu sehen sein. Es geht nicht drum, jemanden zu verunglimpfen, sondern den Tatsachen schonungslos ins Auge zu sehen. Wir jammern und suchen Sündenböcke, und das hilft gar nichts. Jeder von uns muss sich fragen, ob er oder sie wirklich alles, alles Ihm gegeben und Ihm überlassen hat.

      • Da stimme ich voll und ganz zu !
        Buße = glückseliges Leben oder
        So wird man anders oder
        Das Ende ist nah
        sind Buchtitel von Basilea Schlink. Sie ist die Gründerin der evangelischen Marienschwestern. Bei den Tradis habe ich nicht gelernt, was Buße heißt, da fiel mir ein Buch von Mutter Basilea in die Hand. Ich lernte welche Hindernisse WIR Menschen Gott in den Weg legen, unsere Gebete zu erhören! Isaias 59 Kapitel !!! Es ist unser Stolz – unsere unerkannten und daher unbereuten Sünden, die uns dem Machtbereich Satans ausliefern.
        Es ist die Verpönung der Schwäche – wer rühmt sich heute noch mit dem Apostel Paulus seiner Schwachheit ???!!! Alle wollen selber groß sein, sich am besten noch selber erlösen, … Aber zu sich und seinen Fehlern und Schwäche zu stehen, das Kreuz des eigenen ich auf sich zu nehmen, das ist doch der einzige Weg zu Gott ! Dort erfahre ich, dass Gott mich liebt, so wie ich bin, dass er mich mit seiner Gnade beschenkt und ich somit immer „besser“ werde. Wieviele Christen tun unter dem guten Schein Böses – und merken es nicht einmal. Jeder von uns muss sich fragen, ob er den antichristlichen Geist in sich selbst schon entdeckt hat und mit diesem zu Jesus gegangen ist und um Verzeihung für sich selbst und für die, die man verletzt hat, gebeten hat. Diese Bitte wird immer erhört !!!

    • Medizinisch gesehen ist ein ausblutender Leib moribund und lebt trotzdem noch. Ein durchaus reversibler Vorgang wenn die notwendigen Maßnahmen, wie z.B. Transfusion von Blut oder Plasma ergriffen werden, wie es unzählige Male im medizinischen Alltag vorkommt.
      Von außen betrachtet erscheint ein solcher Leib dem Tod Preis gegeben und eine Wiederbelebung fraglich und dennoch kommt es wie wundersam zu einem Wiedererblühen dieses Leibes mitsamt seiner unsterblichen Seele.
      Dies auf die Kirche zu übertragen mag vermessen sein, jedoch entspricht dies meinem momentanen Empfinden.

  8. Die islamische Woge der Verfolgung und Tötung von Christen beginnt in Tunesien, Mali, Nigeria, Libyen, Ägypten, Somalia, Sudan, Yemen, Saudi-Arabien, Katar, Irak, Afghanistan, Indien, Pakistan, Bangladesh und Malaysia. Und da faseln immer noch Moslems und christliche Deutsche von einer „friedlichen Religion“. Hunderte von Kirchen sind in diesen Ländern entweiht worden und Tausende Christen getötet worden. Wollen wir der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen? Das laizistische Frankreich
    nimmt Christen aus dem Irak auf, wir schweigen.

  9. @Zeitschnur
    Es gibt keinen „selbsternannten Traditionalismus.“ Katholiken, die am überlieferten Glauben festhalten, für die die „Messe aller Zeiten“ unentbehrlich ist, werden von Progressisten als „Traditionalisten“ bezeichnet bzw. diskriminiert.
    Einzelne Beispiele beweisen grundsätzlich nichts, dennoch nenne ich sie hier: Patres der FSSPX haben sich bei mir, als ich neu dazu kam, als „katholisch“ vorgestellt.
    Erzbischof Lefebvre hat sich nie als „Traditionalist“ bezeichnet. Das Etikett wurde ihm aufgeklebt. Weil er darauf bestand: Wir halten am überlieferten katholischen Glauben fest, an der katholischen Tradition. Wie sie ca. 2000 Jahre bestand. Daraufhin wurden er und die Priester und Gläubigen, die ihm folgten, als Traditionalisten gekennzeichnet. Als Rückständige, als Unbewegliche usw.
    Das trifft übrigens auch auf Gläubige zu, die sich im Umfeld der Petrusbruderschaft bewegen oder von birituellen Priestern. Ich bewege mich auch dort, als Laie bin ich eh kein Mitglied einer Priesterbruderschaft. Ich wurde schon schief angeschaut und angesprochen, nur weil ich den Schott der Petrusbruderschaft in der Hand hatte. Von einer „Konzilskirchennonne.“

    Was bezwecken Sie mit Ihren ständig sich wiederholenden Angriffen auf die „Traditionalisten?“ Keiner von uns behauptet, wir seien die besseren Katholiken.

    In diesem Beitrag hier geht es auch um Aussagen der heiligen Katharina von Siena. Die deutlich das Schweigen beklagt, sich dagegen wehrt. Die sich dagegen wehrt angesichts der Kirche, die sie liebt. Die das Bildwort verwendet von der Braut Christi, die „erbleicht“ ist.

    Nach Art der Sedisvakantisten machen Sie eine typische Sedisvakantistendebatte daraus, die nicht davon lassen können, Theorien aufzustellen, wofür sie geistig-geistlich gar nicht in der Lage sind und auch als Laien nicht befugt. Und auf diejenigen einschlagen, die der Tradition der Kirche treu bleiben, aber mit dem Sedisvakantismus nichts zu tun haben.

    Keiner von uns ist weder geistig-geistlich fähig noch befugt, eine ganze Epoche der Kirchengeschichte zu beurteilen und geistig einzuordnen.

    Wir können feststellen, dass wir uns in einer sehr schweren, bedrohlichen Kirchenkrise befinden. Wenn wir vom überlieferten katholischen Glauben ausgehen. Vielleicht ist es die schwerste Krise seit Bestehen der Kirche. Vielleicht. Mehr kann man glaubwürdig nicht sagen.

    Sie behaupten, niemand habe ausreichend Widerstand geleistet, es wären nicht mal 10 Gerechte da, die Widerstand geleistet hätten.

    Wie realitätsblind sind Sie eigentlich?

    Erzbischof Lefebvre hat Widerstand geleistet und mit ihm Priester und Gläubige, deren Zahl etwas mehr als 10 ist, kann ich nur sarkastisch sagen.

    Ich weiß, sie lehnen ihn ab. Dass ist Ihr Recht, ihn zu verehren kann niemand von Ihnen verlangen. Wohl aber, dass Sie bei der Wahrheit bleiben. Sind Sie und Ihre Sedisvakantistenfreunde jemals so beschimpft, bekämpft, verleumdet worden? Wie der Erzbischof und die FSSPX?

  10. Sie sitzen vorm PC, Sie sind Künstlerin. Hat Ihnen schon mal jemand ein Haar gekrümmt wegen Ihres Einsatzes für den katholischen Glauben? Ich meine nicht in Debatten, sondern einfach so, nur weil Sie einer bestimmten Gruppierung angehören.

    Hätte Erzbischof Lefebvre den Vatikan stürmen sollen? Was konnte der Philosoph Dietrich von Hildebrand tun , der in seinen letzten Lebensjahren um die Kirche weinte wie ein Kind am Bett seiner sterbenden Mutter. Er hat mit seinen Büchern gekämpft für den wahren Glauben, für die Kirche Jesu Christi. Eine andere Waffe hatte er nicht.

    Was hätte Romano Guardini tun können. Er wollte eine Liturgiereform, aus gesundheitlichen Gründen konnte er nicht mehr mitarbeiten. 1968 ist er gestorben. Nach der Aussage seiner Haushälterin hat er die letzten beiden Lebensjahre nur noch schwer gelitten. Er war wie zerstört. Unbekannten Priestern ist das Herz gebrochen vor Schmerz und Kummer. Gläubige haben geweint, als die Altäre umgedreht wurden: „Konzilskiste“, „Montini-Tischchen“, so haben sich Katholiken sarkastisch gewehrt. Im Münsterland leisteten Katholiken Widerstand: „Die können in Rom machen, was sie wollen, wir bleiben katholisch!“

    Was hätten sie tun sollen? Nach Rom einmarschieren, den Vatikan besetzen?

    Sie haben nicht das geringste Recht, all die Kämpfenden, Leidenden, so zu diskriminieren, indem Sie die Behauptung aufstellen, nicht mal 10 Gerechte hätten sich gefunden.

    Mit Verlaub, auf den blühenden Unsinn wäre ich nicht eingegangen, hätte ich nicht Zeit geopfert. Nur gibt es hier auch junge Leser und Leserinnen, die sich die Zeit damals nicht vorstellen können und Ihnen womöglich noch glauben.

    Und kommen Sie mir bitte nicht damit, ich hätte es mit meiner Kritiksucht auf Sie abgesehen. Es geht um Ihren Kommentar, der unzählige Katholiken beleidigt, gerade auch Verstorbene.

    • Ich denke dass Frau Zeitschnur in vielem Recht hat.
      Aber dann auch wieder übers Ziel hinausschießt.
      Richtig ist, dass Gläubige schon immer ihr Kreuz zu tragen hatten, auch in frömmeren Zeiten. Ida Frederike Görres hat das in ihrer Elisabeth von THürigen Biografie meisterhaft herausgearbeitet, dass Elisabeth so gelitten hat, weil sie in einer anunfürsich frommen Zeit unter anundfürsich frommen Leuten fromm gewesen ist.
      Es ist vor dem Konzil viel schiefgelaufen und danach noch mehr!
      Danke @ zeitlos für den Hinweis auf Romano Guardini, der doch so gefeiert worden war, und sich so gemüht hatte und nun sehen musste, wie man angeblich im Aufgreifen dessen, was die liturgische Bewegung gewollt hat, genau das Gegenteil vorrantrieb.
      Wenn man von außen guckt sind viele der „Tradis“ schon komische Menschen, aber man muss auch sehen, dass jahrzehntelanges Beschimpfen gerade sensiblen Menschen nicht in den Kleidern stecken bleibt.

      Es bleibt aber immer das Hauptargument „warum war plötzlich verkehrt und gefährlich, was vorher jahrhundertelang gut und richtig war?“ Warum wurden Gebetsformen die vorher gelobt und gefördert wurden, fast ein Jahrtausend lang vielen Trost und Zuversicht gegeben hatten, wie das Salve Regina, verfemt als sei es ein ganz übler Text?

      Ich denke ganz einfach, die Form unter der sich der innerkirchliche Angriff vollzieht ist neu, aber der Angriff ist nicht besonders neu, das ist die alte Schlange die sich immer so superintelligent vorkommt.

    • Frau Zeitlos,

      das ist mir zuviel Text und immer dasselbe – lassen Sie es gut sein, das tu ich mir nicht mehr an. Ich lese vom Schluss her – nee! Sie meinen, Sie seien berufen, junge Leute vor mir zu schützen? Und Sie haben – steinalt wie es klingt – gelitten und geopfert und die böse blutjunge Zeitschnur sitzt in bequemen Sesseln und weiß nicht, was Not ist? Neulich hab ich endlich auch bei ein graues Haar entdeckt. Häm. Haben Sie zu Hause ne Kristallkugel oder wie?

      Das hat Komik – zugegeben!

      Auch junge Leute können zum Glück selbst denken, können meine Postings als Anregung (mehr will ich nicht!), Ihre als autoritären geistlichen Maternalismus auffassen. Was geht es uns an?
      Lassen wir doch andere selber entscheiden, was sie denken wollen. Sie sind nicht der einzige Zeuge. hach, ich kenne da so viele andere, die sicher noch etwas älter sind und – Häm.
      Ja, das ist eben das, was ich meine mit „selbsternannt“.
      Jeder darf denken, jeder darf sich äußern – zeitlos ist der Kontrolleur und hält sich zum Lehramt und Blutzeugen berufen.
      Nun denn – das wird man eines Tages aufrechthalten müssen.
      Ich empfehle Ihnen einfaches Posten ohne diese Großmannsgebärde.
      Merke: auch zeitlos sitzt nur vorm PC…

      • Bitte Frau Zeitschnur:
        alles was ihr von anderen erwartet, dass tut auch ihnen, daran hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

        Ich fragte es schon einmal, „warum gehen Sie auf jeden los, der es wagt Sie zu hinterfragen? Warum sind Sie nicht in der Lage zu sehen, dass zeitlos‘ Postings die Ihren ergänzen?“

        Jeder der hier schreibt schreibt selbsternannt, was denn auch sonst?
        Jeder der hier schreibt, versucht, wegen des Zusammenbruchs, des aktuellen Lehramtes, (was natürlich eine Vorgeschichte hat) dem überzeitlichen Lehramt treu zu sein.

        Ich sehe nicht wo @ zeitlos sich zum Kontrolleur macht, ich finde Sie/Er beschreibt vieles sehr gut und richtig.

        Niemand hier behauptet die Unfehlbarkeit für seine Ansichten verleihen bekommen zu haben, alle sind wir „Wie Schafe ohne Hirten“.

  11. @ zeitlos: Ihre Analyse trifft zu- es ist vielen Katholiken das Herz gebrochen worden. Und auch heute leiden viele unsäglich an den Zuständen. Das sind keine ausgesprochenen Traditionalisten- auch keine Besucher der alten Messe- aber einfach treue und gläubige Menschen. Ich muß leider etwas vorsichtig sein, deshalb kann ich es nur ganz allgemein schildern: Gestern an Maria Königin hielt hier im Landkreis ein gläubiger Priester eine ganz normale novus ordo Messe. Keine Vorabendmesse, sondern die normale Werktagsmesse in einer kleinen Wallfahrtskirche. Dieser Priester hat den äußerst üblen Ruf, die Messe immer nach Messbuch zu lesen, Soutane zu tragen, die Versikel begleiten zu lassen, die alten Kirchenlieder singen zu lassen. Nichts von Märtyrer oder Bekenner, aber halt Weihrauch und Glocken und viele Kniebeugen- alles möglich im novus ordo. Auch ich bin da, obwohl 15 km entfernt, zur Messe gegangen. Sage und schreibe eine halbe Stunde vorher war alles restlos überfüllt. Ich bekam nicht mal mehr einen Parkplatz. Soviele Jugendliche sehe ich in meiner Pfarrei das ganze Jahr nicht. Danach kam ich mit einigen Leuten ins Gespräch. Und es bestätigt sich wieder einmal das, was ich schon häufig hörte: Dieser Priester sei authentisch, persönlich fromm und gestalte die Messe „sehr feierlich“. (Er trägt natürlich Spitzen und barocke Paramente) Das sind eigentlich alles nur Geschmackssachen- aber sie ziehen die Leute an oder stoßen sie ab. Nur wer sehr genau aufpasst (das tut fast keiner), kann Interessantes bemerken: Immer das Schuldbekenntnis, Vergebungsbitte mit Kreuzzeichen, Gloria immer lateinisch angestimmt und vom Priester still zu Ende gebetet, immer das „Orate fratres“, immer 4 Kniebeugen bei der Heiligen Wandlung, sowie 2 vor und nach dem „Per ipsum“. Wettersegen immer mit Kreuzpartikel, mit dem der Priester die Reihen durchschreitet und segnet. Nach einer- völlig unaufgeregten- Predigt erläuterte der Priester die Formen des Kommunionempfanges und führte gestern folgendes ein. An einer eigens aufgestellten Kniebank vor dem linken Seitenaltar kann ab sofort die Heilige Kommunion knieend empfangen werden. Das ist alles absolut modernistisch und trotzdem feiere ich die Heilige Messe dort sehr gern mit, weil viele spüren, dass es hier echt ist. PS. In dieser normalen Werktagsmesse waren circa 300 Menschen anwesend. Lange werden die oberen Herren wohl nicht mehr zuschauen.

    • Ja, Marcellus, im N.O. kann eben jeder machen, was er will: weglassen, hinzufügen. Die einen in Sackalben, die anderen in Spitze und „Bassgeige“.

      Besagter Priester würde besser konsequent im überlieferten Ritus zelebrieren, statt einen Mischmasch nach persönlichem Frömmigkeitsverständnis anzustellen.

    • @ Marcellus,
      Sie schreiben, dass Sie „leider etwas vorsichtig sein“ müssen.
      Es ist des Priesters wegen, wie ich vermute.
      Und Sie befürchten: „Lange werden die oberen Herren wohl nicht mehr zuschauen.“
      Der überaus liberale Priester einer Nachbargemeinde in unserer SE, der manchmal unseren Ortspfarrer vertrat, pries stets die „Vielfalt“ der katholischen Kirche.
      Doch ich hatte immer den Eindruck, er meine mit Vielfalt eher, dass glaubenstreue Katholiken gar keine andere Wahl haben, als sehr viel Geduld und Toleranz aufbringen zu müssen für die Art von Kirche, wie er sie sich vorstellte.
      Ob sich die von ihm hochgelobte Vielfalt auch auf hl. Messen wie die von Ihnen geschilderte ausstreckt, würde ich ihn jetzt mal gerne fragen.
      Doch seit Juni ist er in „wohlverdientem“ Ruhestand und nicht mehr hier.
      Ich kann nicht behaupten, dass ich darüber unglücklich bin.
      Seine Predigten waren oft genug allzu schmerzhaft liberal bzw. „vielfältig“.

      „Lange werden die oberen Herren wohl nicht mehr zuschauen.“
      Ich hoffe mit Ihnen, dass Ihre Befürchtung nicht Wirklichkeit wird.

      • Irgendwann einmal gehen die oberen Herren auf dem Zahnfleisch, einfach weil keiner mehr da ist, der den Laden am Laufen hält, dann wird es sich entscheiden, ob sie eines mea culpa fähig sind, oder lieber die Kirche untergehen lassen.
        Wobei sie sich nicht einzubilden brauchen, das sie dem Untergang entkommen könnten.
        IN ein paar Jahren herrscht nämlich, wenn keine Umkehr erfolgt, so eine gähnende Leere in den Gottesdiensten (dem Kerngeschäft) dass man diese auch nicht mehr mit noch so tollen Seelsorgeeinheitskonstruktionene verbergen kann.

  12. A. Socci verteidigt sich. Er erinnert an das illoyale Benehmen von K. Bergoglio gegenüber Papst Benedikt der nach seiner Ansprache in Regensburg vor acht Jahren unter massiven Beschuß geriet und sogar mit Mord bedroht wurde.
    Über die Islamophilie von Bergoglio kann auf englisch rorate coeli nachgelesen werden.

    Eine offenkundigere Iloyalität eines Kardinals gegenüber seinem bedrohten Papst gegenüber gibt es sonst wohl nur in schlechten Romanen.

    Unvorstellbar, daß ein solcher Mann im Konklave zum Stellvertreter Jesu Christi gewählt werden könnte.
    Ein Judas Iskariot als Simon Petrus?

  13. Leider ist auch die Exhortatio „Evangelii Gaudium“ in seiner Weitschweifigkeit und Oberflächlichkeit alles andere als hilfreich.

    Beim Thema Islam ist sie auch offen falsch.

    Wenn sich die kirchliche Lehre nicht an der Wirklichkeit des Islam, wie er nun einmal ist (und zwar durchaus zweideutig), orientiert, wird man solchen Tragödien wie der jetzigen auch nicht einmal ansatzweise adäquat begegnen können.

    Insofern wäre eine Revision des fatalen „Nostra aetate“ höchst an der Zeit!
    Subito!

  14. Von diesem Papst etwas erwarten ? Was für eine Frage ! Muss man darauf noch die antwort aussprechen…

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