„Vom Papst erwarte ich mir mehr als von Renzi oder Merkel“

Papst Franziskus auf dem Rückflug von Korea
Papst Franziskus auf dem Rückflug von Korea

(Rom) Der katholische Publizist Antonio Socci wurde für seine Kritik am Schweigen von Papst Franziskus zur Tragödie der Christen im Nahen Osten hart angegriffen. Ähnliche Kritik kommt jedoch auch von „unverdächtiger“ Seite und wird vom Philosophen Massimo Cacciari, von 1993-2000 und 2005-2010 Bürgermeister von Venedig, geäußert. Cacciari begann seinen Weg als radikaler Linksaußen. Gegenüber der Tageszeitung La Repubblica, die Papst Franziskus wie kein anderes Medium bevorzugt, sagte Cacciari:

„Es handelt sich um eine radikale Wende in der politischen Theologie der Kirche…, das aber ist ein ordentliches Problem … Franziskus betrachtet eine Intervention, wenn sie die UNO beschließt für legitim – das aber ist eine Verweltlichung der katholischen Idee des „gerechten Krieges“… Der Standpunkt von Franziskus ist äußerst schwach. Sein Standpunkt ist eigentlich einer, den ein Renzi oder eine Merkel vertreten könnten. Verzeihen Sie mir, aber vom Papst erwarte ich mir etwas mehr, das heißt, daß er mir sagt, daß es notwendig ist, auf der Grundlage von für absolut gehaltenen Werten zu intervenieren.“

„Schluß mit Schweigen“ – Eindringliche Worte der Heiligen Katharina von Siena

Antonio Socci stellt zur Bekräftigung Cacciaris Aussage Worte der heiligen Katharina von Siena (1347-1380) zur Seite:

Heilige Katharina von Siena, mit einem brennenden Glauben und einem freien Herzen
Heilige Katharina von Siena, mit einem brennenden Glauben und einem freien Herzen

„Ach, Schluß mit dem Schweigen! Ruft es mit hunderttausend Zungen. Ich sehe, daß die Welt wegen des Schweigens krank ist, die Braut Christi ist erbleicht.“ Mit diesen kraftvollen Worten wandte sich die Heilige an einen hohen Kirchenvertreter.

Und was Antonio Socci sonst noch am 20. August in der Tageszeitung Libero zum Thema schrieb:

„Auch heute verspürt man die Notwendigkeit in der Kirche, daß sich Frauen und Männer mit brennendem Glauben und freiem Herzen wie die heilige Katharina an einen ängstlichen Papst (Gregor XI.) wenden, der nicht tat, was er tun sollte: ‚Ich an Eurer Stelle würde befürchten, daß das göttliche Gericht über mich kommt.‘

Aber in unserer Zeit eines seltsamen Klerikalismus und der Schmeichelei gibt es die Stimmen der großen Heiligen oder freier Männer und Frauen nicht oder sie werden nicht gehört.

Es ist sehr schwer und für einen Katholiken sehr schmerzhaft, die Haltung des Vatikans von Papst Bergoglio angesichts der Tragödie der Christen und der anderen Minderheiten im Irak zu verstehen und zu akzeptieren, die von blutrünstigen Islamisten des Kalifats auch in diesen Stunden gejagt und getötet werden.

Eine wochenlange Illusion

Zuerst wochenlang ein Widerwille darüber zu sprechen. Sogar die Gebetsinitiative der Italienischen Bischofskonferenz vom 15. August bedachte der Papst, im offenen Gegensatz zu seinen Vorgängern mit Schweigen. Offensichtlich hegt er eine Abneigung gegen die italienische Kirche.

Dann, endlich, nach 20 Tagen der Massaker unter Männern, Frauen und Kindern und nach tausendfachem Druck, vor allem durch die Bischöfe jenes Landes und der vatikanischen Diplomaten, entschloß sich Papst Bergoglio jene schicksalsschweren Worte auszusprechen, wenn er es auch sehr leise tat: ‚Es ist legitim einen ungerechten Angreifer zu stoppen‘.

Was für eine Leistung… Das hätte noch gefehlt, daß er gesagt hätte, es sei legitim, daß der Angreifer unschuldige Menschen tötet, die ‚Feinde des Islam‘ kreuzigt, Kinder lebendig begräbt und Frauen vergewaltigt und als Sklavinnen verkauft.

Die Haltung von Johannes Paul II. und Benedikt XVI.

Mit anderem Tempo und Energie rief Johannes Paul II. dazu auf, die Unschuldigen zu verteidigen: ‚Wenn ich sehe, daß mein Nachbar verfolgt wird, muß ich ihn verteidigen: Das ist ein Akt der Nächstenliebe. Das ist für mich humanitäre Einmischung‘. Mit Nachdruck wandte er sich hingegen 2003 mit letzter Kraft gegen die nicht UNO-gestützte US-Militärintervention Operation Iraqi Freedom im Irak. Ebenso wandte sich Benedikt XVI. 2011 gegen die UNO-gestützte US-Militärintervention Opération Harmattan gegen Libyen.

Doch weder Johannes Paul II. noch Benedikt XVI. sitzen mehr auf dem Stuhl Petri. Papst Bergoglio beeilte sich seinen Worten sofort nachzuschieben, daß es ‚legitim‘ sei, den Angreifer zu stoppen, aber ‚ohne zu bombardieren‘ und ohne ‚Krieg zu führen‘. So stellt man sich die bittere Frage, ob er eigentlich sein Gesicht wahren oder das Leben Unschuldiger retten will. Wie soll eine brutale Mörderbande ohne Waffen gestoppt werden? Was schlägt der Papst Bergoglio vor, um die Schlächter zu ‚stoppen‘? Es wird jene geben, die sofort sagen werden, ein Papst könne nicht zur Gewalt aufrufen, selbst dann nicht, wenn es um die Rettung Unschuldiger geht. Falsch. Seit Jahrhunderten lehrt die katholische Glaubenslehre das Recht auf Selbstverteidigung gegen einen ungerechten Angreifer.

Es waren die Theologen der Juristenschule von Salamanca, wie der Dominikaner Francisco de Vitoria, die im frühen 16. Jahrhundert genau auf dieser Grundlage des Naturrechts das moderne Internationale Recht begründeten.

Papst Benedikt XVI. erinnerte 2008 die Vereinten Nationen daran: ‚Das Prinzip der Schutzverantwortung wurde vom antiken ius gentium (Völkerrecht) als das Fundament jeder Handlung angesehen, die von den Regierenden gegenüber den Regierten vorgenommen wird.‘ Und verwies darauf, daß der ‚dominikanische Ordensmann Francisco De Vitoria zu Recht als Vorläufer der Idee der Vereinten Nationen angesehen wird‘.

So stellte Johannes Paul II. 1995 in seiner Enzyklika Evangelium vitae fest: ‚Andererseits »kann die Notwehr für den, der für das Leben anderer oder für das Wohl seiner Familie oder des Gemeinwesens verantwortlich ist, nicht nur ein Recht, sondern eine schwerwiegende Verpflichtung sein«.1 Es geschieht leider, daß die Notwendigkeit, den Angreifer unschädlich zu machen, mitunter seine Tötung mit sich bringt. In diesem Fall wird der tödliche Ausgang dem Angreifer zur Last gelegt, der sich ihm durch seine Tat ausgesetzt hat, auch für den Fall, daß er aus Mangel an Vernunftgebrauch moralisch nicht verantwortlich wäre.‘2

Was Papst Franziskus wenn schon in den Fußstapfen seiner Vorgänger verlangen müßte, wäre der verhältnismäßige und gezielte Einsatz von Gewalt, um den Angreifer zu entwaffnen und das Leben der Verfolgten zu retten. Nicht aber für andere Interessen.

Schweigen ein Kind der katho-progressiven Ideologie

Im übrigen findet man in keiner einzigen Stellungnahme des Papstes zum islamistischen Gemetzel auch nur einmal das Wort Islam, Islamisten oder Moslems. Wenn jemand nur die Worte des Papstes zur Verfügung hätte, würde er nicht im geringsten verstehen, wer für diese ‚humanitäre Tragödie‘ verantwortlich ist.

Dieser schwerwiegende Widerwille, ist das Ergebnis der katho-progressiven Ideologie, für die der Dialog mit den Moslems fälschlicherweise als Kapitulation verstanden und betrieben wird, auch auf psychologischer Ebene. Das geht soweit, daß es katho-progressive Kommentatoren gibt, die so weit gehen mit Eifer zu wiederholen, daß die Schlächter des Kalifen nichts mit dem ‚eigentlichen‘ Islam zu tun hätten und der ‚wahre‘ Islam etwas ganz anderes sei. Nur: Die Schlächter des Kalifen zwingen ihre Opfer zum Islam überzutreten, wenn sie nicht vertrieben oder getötet werden wollen.

Es ist verständlich und richtig, daß die Kirchenführung nicht den Konflikt, die Polemik oder gar einen Religionskrieg sucht. Es ist aber auch Pflicht, die Wahrheit zu sagen und den Gläubigen ein ernsthaftes kulturelles Urteil darüber in die Hand zu geben, was heute in der Welt den Christen geschieht. Das gilt vor allem angesichts der kulturellen Unterwürfigkeit vieler Katholiken, wo einige es ernstlich sogar für bedenklich, ja verwerflich halten, überhaupt von ‚verfolgten Christen‘ zu sprechen. Dabei sind die Christen die am stärksten verfolgte Gruppe überhaupt weltweit.

Leise Worte des Papstes widerlegen „zumindest“ lautstarke Schwätzer

Trotz allem sind die Worte des Papstes auf dem Rückflug von Korea ein Schritt vorwärts, stets mit der Hoffnung verbunden, daß angesichts der dramatischen Situation bald, möglichst bald, noch deutlichere und entschiedenere Worte folgen werden.

Die Worte sollten unterdessen bereits dazu dienen, einigen beim Ordnen ihrer Gedanken zu helfen. Auch jenen, die in den vergangenen Tagen sofort mit scharfen Worten jeden zum Schweigen bringen wollten, der es wagte, das päpstliche Schweigen beim Namen zu nennen. Und jene, die nicht verlegen waren, gleichzeitig zu unterstellen, die Forderung, die Angreifer zu stoppen, hieße, einen Krieg oder gar einen Kreuzzug zu fordern.

Die päpstlichen Worte, so leise sie auch sein mögen, widerlegen zumindest auch jene, die lautstark posaunten, daß ‚das Schweigen des Papstes bedeute, daß er noch schlimmere Reaktionen vermeiden‘ wolle. Oder ganz gefinkelt: ‚Wenn der Papst nichts sagt, dann bedeutet das, daß er im Geheimen handelt‘. Wieviel Geschwätz, ausgesprochen von wohlmeinenden und weniger wohlmeinenden Leuten.

In Wirklichkeit gab man sich im Vatikan wochenlang der Illusion hin, daß es noch einen diplomatischen Weg gibt. Doch die Schlächter des Kalifen wollen nur erobern, zwangskonvertieren und massakrieren. Genau das haben die mit der wirklichen Lage bestens vertrauten irakischen Bischöfe gesagt und dem Vatikan mitgeteilt, der jedoch nicht hören wollte. Die Bischöfe teilten mit, daß die Schlächter nicht einmal wüßten, was die Worte ‚Dialog‘ oder Diplomatie bedeuten.

Ein Nachtrag

Und noch ein Nachtrag: In seinen Reden während des Korea-Besuches forderte Papst Franziskus berechtigterweise die ganze Kirche auf, über das Beispiel der Märtyrer von gestern und heute nachzudenken und zum Gebet. Völlig richtig. Die Aufforderung ist jedoch sehr schwach, wenn er nicht gleichzeitig die ganze Kirche auffordert, den Opfern zu Hilfe zu eilen. Und sie ist schwach ohne jenes tiefe kulturelle Bewußtsein, das Benedikt XVI. jenen zu geben wußte, die bereit waren, zuzuhören. Heute hingegen herrscht die Verwirrung.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Riscossa Christiana/Fresko in der Kirche San Pietro di Carpignano Sesi (Novara)

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  1. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2265 []
  2. Hl. Thomas von Aquin: Summa Theologiae, II-II, q. 64, a. 7; Hl. Alfons von Liguori: Theologia Moralis, 1. III, tr. 4, dub 3 []
Zeitlos

Die heilige Katharina von Siena hatte es mit einem schwachen Papst, mit schwachen Bischöfen zu tun. Doch sie durfte frei sprechen, sie durfte laut ihre Stimme öffentlich erheben, sie durfte laut rufen, klagen, anklagen!

Wir haben keine Heiligen von diesem Format mehr. Wir haben auch keinen Erzbischof Lefebvre mehr.
In diesen wirren, armseligen Zeiten würde auch eine Katharina von Siena exkommuniziert zu Grabe getragen.

Die Braut Christi sei erbleicht, war ihre Überzeugung. Was ist sie jetzt?

Hl. Katharina, hl. Pius X., Diener Gottes Marcel Lefebvre, bittet für uns!

Ralph

Das stimmt leider. Die letzten Papst-Heiligen sind doch schon sehr hinterfragenswert. Armselig ist auch ein sehr zutreffender Begriff für die Lage.

Franzel
Sehr gut dieser Artikel und gerecht. Mich freuts, daß den beiden Vorgängern von Papst Franziskus Gerechtigkeit widerfährt. Denn das haben viele Kommentare an andere Stelle nicht nur arg vermissen lassen, sondern die nachweislichen Aussagen beider nicht zur Kenntnis genommen. Papst Johannes Paul II. wußte aus eigener Anschauung und aus eigenem Leid, daß es gerecht ist, einen Angreifer, der brutalst vorgeht, wenns sein muß zu töten. Und Papst Benedikt XVI. em. weiß das auch und man wünschte sich, daß er sein Schweigen bricht. Allerdings: man müßte dann auch gleich die Erklärung von „Nostra Aetate“ bzgl. der Moslems auf den Müllhaufen der… weiter lesen »
IMEK

Die Braut Christi ist moribund, sie wird gekreuzigt wie der Bräutigam.

IMEK

Aber sie wird auferstehen in Herrlichkeit. Halleluja

zeitschnur
Warum beten wir nicht das, was uns mutigere und vor allem echte Päpste an Gebetsschätzen hinterlassen haben? Mein Vorschlag ist, dieses Gebet zu beten für die Verfolgten und uns selbst: Gebet zur Immaculata (Papst Pius X. – 1903) Makellose Jungfrau, du hast dem Herrn gefallen und durftest seine Mutter werden. Schau in Gnaden herab auf uns arme Menschen! Wir bitten dich um deinen kraftvollen Schutz. Die böse Schlange, gegen die schon im Paradies der Fluch geschleudert wurde, stellt immer noch uns armen Kindern Evas nach und sucht uns zu schaden. Drum, hochgebenedeite Mutter, unsere Königin und Fürsprecherin, nimm unsre Bitten… weiter lesen »
Konrad Georg

Ich fasse mich kurz:

Nach Fatima hatten es die Katholiken in der Hand, den zweiten Weltkrieg zu verhindern.

Täglich Rosenkranz, Umkehr und Buße tun hätte gereicht.

Kostadinov

na, wer’s glaubt…

zeitschnur

@ Konrad Georg

…und nun ist es zu spät?
(Sie schreiben grammatisch im Konjunktiv Perfekt…“hätte gereicht“)

MisterX
Danke, hier von mir: „Makellose Jungfrau, du hast dem Herrn gefallen und durftest seine Mutter werden. Schau in Gnaden herab auf uns arme Menschen! Wir bitten dich um deinen kraftvollen Schutz. Die böse Schlange, gegen die schon im Paradies der Fluch geschleudert wurde, stellt immer noch uns armen Kindern Evas nach und sucht uns zu schaden. Drum, hochgebenedeite Mutter, unsere Königin und Fürsprecherin, nimm unsre Bitten gütig auf! Du hast schon im ersten Augenblick deiner Empfängnis dem Feind den Kopf zertreten. Unser Herz ist eines Sinnes mit dir. Wir flehen zu dir, trag’ unsre Bitten hin vor Gottes Thron, und… weiter lesen »
Konrad Georg

Wird Papst Franziskus einmal ebenso, wie ungerechter weise Pius XII. wegen seines Schweigens angeklagt werden?

defendor
Der sog. „interreligiöse Dialog“ scheint sich als „neue Lehre“ zu verselbstständigen. Im Jahre 2008 anl. des „Kongresses zur Förderung des interreligiösen Dialogs“ in Madrid war folgender Artikel bei „zenit“ zu lesen. Schon damals „brillierte“ Kardinal Tauran mit mehrnals befremdlichen Aussagen: - „Im Für Kardinal Tauran sind die letzten Ereignisse im Bereich des interreligiösen Dialogs mit dem Islam ein sichtbarer Beweis für eine neue Atmosphäre im interreligiösen Dialog. Tauran brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass die Madrider Konferenz konkret für die Überzeugung Zeugnis ablege, dass die authentisch praktizierten Religionen zu Brüderlichkeit und Harmonie der Menschheitsfamilie beitragen. „Die Religionen führen keine Kriege“,… weiter lesen »
Kostadinov

halten wir uns an die Erklärung „Dominus Jesus“ von Kardinal Ratzinger und der Glaubenskongregation, nicht an die Sonntagsreden die irgendein Würdenträger auf irgendeinem Wald- und Wiesenkongress von sich gibt, um der Versammlung und der Öffentlichkeit zu gefallen…

zeitschnur

Sie verstehen defendors Zitat falsch und missverstehen auch die Lage:

Nach wem wohl richten sich die „Gläubigen“ einschließlich „Papst“ Bergoglio? Klingt Bergoglio nach Ratzinger oder nach Tauran?

Würde mal sagen: nach Tauran. Wobei Tauran teilweise auch nach Ratzinger klingt.
C’est le serpent qui se mord la queue.

Kostadinov

nee umgekehrt, Tauran klingt plötzlich nach Bergoglio 😉

Hans
@frenzel Nostra aetate ist in der Tat nur sehr schwer zu verstehen und Malachi Martin sagte, obgleich er Mitarbeiter von Kardinal Bea war und an dem Text mitwirken musste, er hätte ihn nie unterschrieben. Der Text wurde viermal revidiert. Man muss auch den Zeitpunkt von nostra aetate sehen und fragen, wie frei waren die Konzilsteilnehmer als sie über den Text abstimmten. Zur gleichen Zeit wurde auf allen bekannten Bühnen der Welt das Schmierenstück: „Der Stellvertreter“ aufgeführt, in dem dem großen Papst Pius XII die Ehre genommen wurde. Ich habe die zeitlichen Zusammenhänge nie als Zufall angesehen. Wenn die Konzilsteilnehmer aber… weiter lesen »
zeitschnur
…damit würden Sie aber sagen, dass Christus ein zweites Mal regelrecht stirbt. Das ist aber nach der Schrift unmöglich! Die Braut Christi stirbt nicht – diese vielen Kleriker und Laien, die da scheinbar „krank“ geworden sind, sind nicht die Kirche. In der Hl. Schrift ist von einem Prozess die Rede: der Leib Christi soll zum „vollen Mannesalter“ heranreifen. Nicht jeder, der einmal durch die sichtbare Kirche torkelt, ist automatisch schon „makellose Braut Christi“. Das wird sich erst erweisen über dessen Lebensspanne. Der Katholik bekennt ja ausdrücklich KEINE automatische Heilsgewissheit … Es ist so, wie Pius X. es schreibt: „…infolge dieser… weiter lesen »
Hans

@ Zeitschnur
Natürlich stirbt Christus körperlich kein zweites mal. Er lebt und hat den Tod überwunden.
Aber seine Kirche der mystische Leib wird heute hingerichtet und zwar durch den Verrat von innen und die Pressionen von außen. Die kirche ist auch nicht – wie Imek schreibt – moribund , sondern sie ist in ihrem innersten Kern der Lehre immer noch kraftvoll und vital. Aber der Verrat von Innen und die Pressionen von außen werden sie sterben lassen und sie vorher zu einem Moribunden machen. Davon sind wir Zeitzeugen. Unser Glaube jedoch ist die Überzeugung von der Auferstehung.

zeitschnur
Ich stimme Ihnen natürlich in der Hinsicht zu, dass die Kirche von innen und außen verraten und zerstört wird – jedenfalls bei sehr „irdischer“ Sichtweise. Nur kann ich dieser Vorstellung, dass die wahre Kirche als MAKELLOSE BRAUT hingerichtet wird und stirbt, nicht annehmen. Warum mir das nicht einleuchten will, das habe ich versucht durch Zitate Pius X. zu erklären. Vielleicht liegt der Unterschied unserer Sichtweise darin, dass die makellose Braut Christi für meine Vorstellung zum größten Teil wohl schon im Himmel ist. Was im Himmel bei Gott ist, kann nicht mehr sterben oder zerstört werden. Andererseits lehrt uns doch die… weiter lesen »
Mel
Da stimme ich voll und ganz zu ! Buße = glückseliges Leben oder So wird man anders oder Das Ende ist nah sind Buchtitel von Basilea Schlink. Sie ist die Gründerin der evangelischen Marienschwestern. Bei den Tradis habe ich nicht gelernt, was Buße heißt, da fiel mir ein Buch von Mutter Basilea in die Hand. Ich lernte welche Hindernisse WIR Menschen Gott in den Weg legen, unsere Gebete zu erhören! Isaias 59 Kapitel !!! Es ist unser Stolz – unsere unerkannten und daher unbereuten Sünden, die uns dem Machtbereich Satans ausliefern. Es ist die Verpönung der Schwäche – wer rühmt… weiter lesen »
IMEK

Medizinisch gesehen ist ein ausblutender Leib moribund und lebt trotzdem noch. Ein durchaus reversibler Vorgang wenn die notwendigen Maßnahmen, wie z.B. Transfusion von Blut oder Plasma ergriffen werden, wie es unzählige Male im medizinischen Alltag vorkommt.
Von außen betrachtet erscheint ein solcher Leib dem Tod Preis gegeben und eine Wiederbelebung fraglich und dennoch kommt es wie wundersam zu einem Wiedererblühen dieses Leibes mitsamt seiner unsterblichen Seele.
Dies auf die Kirche zu übertragen mag vermessen sein, jedoch entspricht dies meinem momentanen Empfinden.

Cherubim1

Die islamische Woge der Verfolgung und Tötung von Christen beginnt in Tunesien, Mali, Nigeria, Libyen, Ägypten, Somalia, Sudan, Yemen, Saudi-Arabien, Katar, Irak, Afghanistan, Indien, Pakistan, Bangladesh und Malaysia. Und da faseln immer noch Moslems und christliche Deutsche von einer „friedlichen Religion“. Hunderte von Kirchen sind in diesen Ländern entweiht worden und Tausende Christen getötet worden. Wollen wir der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen? Das laizistische Frankreich
nimmt Christen aus dem Irak auf, wir schweigen.

Zeitlos
@Zeitschnur Es gibt keinen „selbsternannten Traditionalismus.“ Katholiken, die am überlieferten Glauben festhalten, für die die „Messe aller Zeiten“ unentbehrlich ist, werden von Progressisten als „Traditionalisten“ bezeichnet bzw. diskriminiert. Einzelne Beispiele beweisen grundsätzlich nichts, dennoch nenne ich sie hier: Patres der FSSPX haben sich bei mir, als ich neu dazu kam, als „katholisch“ vorgestellt. Erzbischof Lefebvre hat sich nie als „Traditionalist“ bezeichnet. Das Etikett wurde ihm aufgeklebt. Weil er darauf bestand: Wir halten am überlieferten katholischen Glauben fest, an der katholischen Tradition. Wie sie ca. 2000 Jahre bestand. Daraufhin wurden er und die Priester und Gläubigen, die ihm folgten, als Traditionalisten… weiter lesen »
Zeitlos
Sie sitzen vorm PC, Sie sind Künstlerin. Hat Ihnen schon mal jemand ein Haar gekrümmt wegen Ihres Einsatzes für den katholischen Glauben? Ich meine nicht in Debatten, sondern einfach so, nur weil Sie einer bestimmten Gruppierung angehören. Hätte Erzbischof Lefebvre den Vatikan stürmen sollen? Was konnte der Philosoph Dietrich von Hildebrand tun , der in seinen letzten Lebensjahren um die Kirche weinte wie ein Kind am Bett seiner sterbenden Mutter. Er hat mit seinen Büchern gekämpft für den wahren Glauben, für die Kirche Jesu Christi. Eine andere Waffe hatte er nicht. Was hätte Romano Guardini tun können. Er wollte eine… weiter lesen »
ein besorgter Christ
Ich denke dass Frau Zeitschnur in vielem Recht hat. Aber dann auch wieder übers Ziel hinausschießt. Richtig ist, dass Gläubige schon immer ihr Kreuz zu tragen hatten, auch in frömmeren Zeiten. Ida Frederike Görres hat das in ihrer Elisabeth von THürigen Biografie meisterhaft herausgearbeitet, dass Elisabeth so gelitten hat, weil sie in einer anunfürsich frommen Zeit unter anundfürsich frommen Leuten fromm gewesen ist. Es ist vor dem Konzil viel schiefgelaufen und danach noch mehr! Danke @ zeitlos für den Hinweis auf Romano Guardini, der doch so gefeiert worden war, und sich so gemüht hatte und nun sehen musste, wie man… weiter lesen »
zeitschnur
Frau Zeitlos, das ist mir zuviel Text und immer dasselbe – lassen Sie es gut sein, das tu ich mir nicht mehr an. Ich lese vom Schluss her – nee! Sie meinen, Sie seien berufen, junge Leute vor mir zu schützen? Und Sie haben – steinalt wie es klingt – gelitten und geopfert und die böse blutjunge Zeitschnur sitzt in bequemen Sesseln und weiß nicht, was Not ist? Neulich hab ich endlich auch bei ein graues Haar entdeckt. Häm. Haben Sie zu Hause ne Kristallkugel oder wie? Das hat Komik – zugegeben! Auch junge Leute können zum Glück selbst denken,… weiter lesen »
ein besorgter Christ
Bitte Frau Zeitschnur: alles was ihr von anderen erwartet, dass tut auch ihnen, daran hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Ich fragte es schon einmal, „warum gehen Sie auf jeden los, der es wagt Sie zu hinterfragen? Warum sind Sie nicht in der Lage zu sehen, dass zeitlos‘ Postings die Ihren ergänzen?“ Jeder der hier schreibt schreibt selbsternannt, was denn auch sonst? Jeder der hier schreibt, versucht, wegen des Zusammenbruchs, des aktuellen Lehramtes, (was natürlich eine Vorgeschichte hat) dem überzeitlichen Lehramt treu zu sein. Ich sehe nicht wo @ zeitlos sich zum Kontrolleur macht, ich finde Sie/Er beschreibt vieles… weiter lesen »
hedi züger

temperantia!

Marcellus
@ zeitlos: Ihre Analyse trifft zu- es ist vielen Katholiken das Herz gebrochen worden. Und auch heute leiden viele unsäglich an den Zuständen. Das sind keine ausgesprochenen Traditionalisten- auch keine Besucher der alten Messe- aber einfach treue und gläubige Menschen. Ich muß leider etwas vorsichtig sein, deshalb kann ich es nur ganz allgemein schildern: Gestern an Maria Königin hielt hier im Landkreis ein gläubiger Priester eine ganz normale novus ordo Messe. Keine Vorabendmesse, sondern die normale Werktagsmesse in einer kleinen Wallfahrtskirche. Dieser Priester hat den äußerst üblen Ruf, die Messe immer nach Messbuch zu lesen, Soutane zu tragen, die Versikel… weiter lesen »
Carlo

Ja, Marcellus, im N.O. kann eben jeder machen, was er will: weglassen, hinzufügen. Die einen in Sackalben, die anderen in Spitze und „Bassgeige“.

Besagter Priester würde besser konsequent im überlieferten Ritus zelebrieren, statt einen Mischmasch nach persönlichem Frömmigkeitsverständnis anzustellen.

Marienzweig
@ Marcellus, Sie schreiben, dass Sie „leider etwas vorsichtig sein“ müssen. Es ist des Priesters wegen, wie ich vermute. Und Sie befürchten: „Lange werden die oberen Herren wohl nicht mehr zuschauen.“ Der überaus liberale Priester einer Nachbargemeinde in unserer SE, der manchmal unseren Ortspfarrer vertrat, pries stets die „Vielfalt“ der katholischen Kirche. Doch ich hatte immer den Eindruck, er meine mit Vielfalt eher, dass glaubenstreue Katholiken gar keine andere Wahl haben, als sehr viel Geduld und Toleranz aufbringen zu müssen für die Art von Kirche, wie er sie sich vorstellte. Ob sich die von ihm hochgelobte Vielfalt auch auf hl.… weiter lesen »
ein besorgter Christ

Irgendwann einmal gehen die oberen Herren auf dem Zahnfleisch, einfach weil keiner mehr da ist, der den Laden am Laufen hält, dann wird es sich entscheiden, ob sie eines mea culpa fähig sind, oder lieber die Kirche untergehen lassen.
Wobei sie sich nicht einzubilden brauchen, das sie dem Untergang entkommen könnten.
IN ein paar Jahren herrscht nämlich, wenn keine Umkehr erfolgt, so eine gähnende Leere in den Gottesdiensten (dem Kerngeschäft) dass man diese auch nicht mehr mit noch so tollen Seelsorgeeinheitskonstruktionene verbergen kann.

IMEK

A. Socci verteidigt sich. Er erinnert an das illoyale Benehmen von K. Bergoglio gegenüber Papst Benedikt der nach seiner Ansprache in Regensburg vor acht Jahren unter massiven Beschuß geriet und sogar mit Mord bedroht wurde.
Über die Islamophilie von Bergoglio kann auf englisch rorate coeli nachgelesen werden.

Eine offenkundigere Iloyalität eines Kardinals gegenüber seinem bedrohten Papst gegenüber gibt es sonst wohl nur in schlechten Romanen.

Unvorstellbar, daß ein solcher Mann im Konklave zum Stellvertreter Jesu Christi gewählt werden könnte.
Ein Judas Iskariot als Simon Petrus?

Wolfram Schrems

Leider ist auch die Exhortatio „Evangelii Gaudium“ in seiner Weitschweifigkeit und Oberflächlichkeit alles andere als hilfreich.

Beim Thema Islam ist sie auch offen falsch.

Wenn sich die kirchliche Lehre nicht an der Wirklichkeit des Islam, wie er nun einmal ist (und zwar durchaus zweideutig), orientiert, wird man solchen Tragödien wie der jetzigen auch nicht einmal ansatzweise adäquat begegnen können.

Insofern wäre eine Revision des fatalen „Nostra aetate“ höchst an der Zeit!
Subito!

Ralph

Von diesem Papst etwas erwarten ? Was für eine Frage ! Muss man darauf noch die antwort aussprechen…

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