Kardinal Schönborn: Vom Papst noch „Zeichen und Wunder“ – „Erschreckend“: Regierungen rüsten gegen eigene Bevölkerung

Kardinal Schönborn und Papst Franziskus
Kardinal Schönborn und Papst Franziskus

(Wien) Wiens Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn ist „überzeugt“, daß Papst Franziskus sein „Reformtempo“ beibehalten und es zu „Änderungen“ kommen werde. Dies berichtete die Rheinische Post in ihrer Dienstag-Ausgabe. Vom amtierenden Papst werde es noch „Zeichen und Wunder“ geben. Als „erschreckend“ bezeichnete es der Kardinal, daß die westlichen Regierungen ihre Verteidigungs- und Militärstrategien immer  mehr „nach innen“ gegen die eigene Bevölkerung richten.

„Reformen“ zu wiederverheiratet Geschiedenen und gegen Zölibat („vielleicht“)

„Reformen“, das magische Zauberwort, wurde von Wiens Erzbischof in diesem Interview intensiv bemüht. „Änderungen“ und „Reformtempo“ würden auch für „heiße Eisen“ wie die Zulassung von wiederverheiratet Geschiedenen zur Kommunion und der Abschaffung des Priesterzölibats gelten, so der Kardinal. Mit der einzigen Einschränkung des Wörtchens „vielleicht“. Schönborn ist sich der päpstlichen Reformen so sicher, daß er von „Zeichen und Wundern“ sprach, die durch Papst Franziskus „geschehen werden“.

Wahl von Franziskus „Demonstration“ der Kardinäle: „Müssen Horizont erweitern“

Der seit 17 Monaten amtierende Papst aus Argentinien kenne „keine Diskussionsverbote“, so der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz. Der Papst konzentriere sich aber weniger auf „heiße Eisen“, sondern vor allem auf eine „Kirche der Armen für die Armen“. Mit der Wahl von Papst Franziskus hätten die Kardinäle „auch demonstrieren“ wollen: „Wir müssen unseren Horizont erweitern“. Bisher hatte Österreichs einziger Kardinal die Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum katholischen Kirchenoberhaupt „übernatürlichen Zeichen“ des Heiligen Geistes zugeschrieben.

Der Papst, so Kardinal Schönborn, sei „mehr Prophet als Revolutionär“, deshalb werde er noch für „Aufsehen und Unruhe“ sorgen: „Franziskus muss und er wird authentisch bleiben.“
Das Reformprogramm des Papstes habe dieser „letztlich“ beim heiligen Franziskus abgeschaut: Es gehe darum, „das Evangelium an die erste Stelle zu setzen“ und die Kirche „jesuanischer“ zu machen. Die „Schwierigkeit“ sei die Unterscheidung der Geister, weil „alle das Evangelium auf ihre Fahnen schreiben, seien es die Reformbereiten oder die, die sich gegen Reformen sträuben“.

Schönborn widerspricht EKD-Präses Schneider: Keine Zustimmung zur Euthanasie

Im Interview widersprach der Kardinal dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, der sich für Euthanasie ausgesprochen hatte. Dazu Kardinal Schönborn: „Über das absolute Nein zur aktiven Sterbehilfe darf es keine Debatte geben.“ Die Kirche werde nie ihre Zustimmung dazu geben. Der Kardinal erinnerte dabei an das Wort seines Vorvorgängers Franz Kardinal König, wonach der Mensch „an der Hand, aber nicht durch die Hand eines Menschen sterben“ solle.

Papst kritisiert „eklatante Ungerechtigkeit des Turbokapitalismus“

Diskutiert wird die Aussage von Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium: „Diese Wirtschaft tötet. „Ein richtiger Befund“ für Wiens Erzbischof, der ausdrücklich „nicht“ auf die Soziale Marktwirtschaft bezogen sei, die in der Nachkriegszeit für die Bundesrepublik Deutschland und Österreich prägend war. Die päpstliche Aussage richte sich gegen „den Kapitalismus und die eklatanten Ungerechtigkeiten, welche der liberale Turbokapitalismus mit sich bringt“. Die Wirtschaft stehe heute vor einer „Weggabelung“, die Papst Johannes Paul II. bereits 1991 in seiner Sozialenzyklika Laborem exercens vorhergesehen hatte.

„Sorge“ wegen Aufrüstung der Regierungen gegen eigene Bevölkerung

Schließlich warnte Kardinal Schönborn vor Fehlentwicklungen in den westlichen Staaten: „Zu wenig“ werde darüber gesprochen, daß sich die Militär- und Verteidigungsstrategien immer mehr „nach innen richten, mit Blick auf mögliche Aufstände in den eigenen Ländern“. Diese Entwicklung sei „erschreckend“ und verdeutliche die ganze Dramatik der gegenwärtigen Situation, weil man, der Kardinal sagt nicht wer, „mit einem wachsenden Unmut in der Bevölkerung“ rechne. Die Kirche habe „gerade in dieser Situation daran zu erinnern, dass es noch Zeit ist umzukehren“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL/Cosa resta del giorno

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32 Comments

  1. Was dieser Papst vorbereitet, ist vielleicht soetwas wie die Integration „seiner“ Kirche in eine Art anglikanisches Kirchenmodell oder die Realisierung dessen, was sich branch theroy nannte. Anders gesagt: Etwas, was man möglicherweise Catholicorum oder besser Modernistarum Cœtibus nennen könnte. Sollte es Bischöfe und Kardinäle geben, die diese Entwicklung skeptisch sehen, müssen sie respektvoll aber öffentlich und deutlich dem Petrus unserer Tage ins Angesicht widerstehen. Die brevorstehende Bischofssynode wäre dazu eine gute Gelegenheit. Und der Heilige Vater müsste darauf reagieren. Jedenfalls in einer Weise, die Klarheit schafft, wo Unsicherheit herrscht.

  2. Aus den Äußerungen Kardinal Schönborns:
    „die Reformbereiten“ = klingt so klasse positiv;
    „die sich gegen Reformen sträuben“ = nur negativ.

    Das Reformprogramm des Papstes habe dieser „letztlich“ beim heiligen Franziskus abgeschaut.
    Es fehlt nicht mehr viel, dann wird aus Papst Franziskus der hl. Franz von Assisi.

      • Nein, Markus, das nicht, aber beinahe dazu gemacht.

        Von zu erwartenden „Zeichen und Wundern“ im Zusammenhang mit Zölibat-Sturz und Kommunionempfang für wiederverheiratet-Geschiedene zu sprechen, ist schon ziemlich kühn, eigentlich sogar bizarr.
        Es wären dies höchstens fragwürdige Entscheidungen des Papstes und der Bischöfe.

      • Da stimme ich zu. Dieser Mann hat doch überhaupt keine Voraussetzungen ausgerechnet in die Fußstapfen Franz von Assisis zu treten. Da verstehe ich den Ansatz nun nicht, es sei denn, er sei ironisch gemeint.

      • Markus und Ralph!
        Schade, dass Sie meine Worte nicht gleich als Ironie erkannt haben.

        Manchmal kann nur Ironie helfen, wenn von kommenden „Wundern und Zeichen“ des Papstes die Rede ist und solches aus dem Munde eines Kardinals kommt.

  3. Mich beschleicht manchmal ein Gedanke: unterstellt, Gott würde Papst Franziskus plötzlich abberufen. Wäre das gut oder schlecht? Man hätte wohl eine ähnliche Situation wie nach Johannes XXIII., dessen eingeschlagenen Kurs dann Paul VI fortzuführen -bzw. negativ ausgedrückt- auszubaden hatte. Alles, was Paul der VI. im Sinne progressiver Kreise tat, wird heute Johannes XXIII. zugeschrieben. Alles was er nicht in deren Sinne tat, ihm selbst. Dabei weiß man gar nicht, wie das Pontifikat von Johannes XXIII. weiterverlaufen wäre. Deswegen ist wohl besser, dieser Papst bleibt einige Jahre -mindestens so viele wie Papst Benedikt- im Amt, damit hinterher klar ist, was ihm positiv und negativ zugeschrieben werden kann und was nicht. Und sein Nachfolger wird viel freier einen eigenen Kurs fahren können, wohingegen jetzt eine riesiger medialer Druck auf ihm lasten würde, doch gefälligst genauso zu sein wie Papst Franziskus. Nein, möge er einige Jahre im Amt bleiben, und möge dann offenbar werden, welchen „Franziskuseffekt“ es tatsächlich gibt.

    • Der Papst sollte die Medien einfach ignorieren, denn er hat Gott mehr zu gehorchen, als den Menschen (den Medien). Soll ihm doch egal sein, was für unsägliche Berichte über ihn geschrieben werden und was für entwürdigende Karikaturen von ihm auftauchen würden. Mir würden solche Karikaturen als Papst völlig egal sein. Ich würde den satanischen Medien sogar meinen Dank aussprechen, denn das würde bedeuten, dass ich die Kirche als Papst auf dem Rechten führen würde.

      „18 Wenn die Welt euch haßt, so wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat. 19 Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihrige lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, darum haßt euch die Welt. 20 Gedenket des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten. 21 Aber dies alles werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat. (Johannes 15:18-21)
      Per Mariam ad Christum.

  4. Ja, die „Erweiterung des Horizontes“. Wie wäre es, wenn der immer kleiner werdende modernistische Horizont in Richtung Tradition geöffnet wird? Das nenne ich eine echte Reform. Die Aufhebung des Priesterzölibates (übrigens nur eine Vorstufe zur Weihe von Priesterinnen) ist schon bei den protestantischen Denominationen eingeführt worden, der „Erfolg“ spricht für sich. Wenn der Papst eine weitere Protestantisierung der HRKK, oder gar eine Kirchenspaltung haben will, dann soll er die ewiggestrigen, altliberalen Forderungen erfüllen.

  5. Der Papst Franziskus macht die Kirche zur Caritas, das ist die einzige verändernde Massnahme. Die Aufgabe eines Priesters und der kirche ist die Schärfung des Gewissens und die Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Hier werde eben der Horizont sehr erweitert,,,,,

    • Und der Amtsinhaber sollte sich daran halten. Er wird nichts gegen die Wahrheit der Kirche zu verändern vermögen, denn die Dinge sind so, wie sie sind und nicht nach Belieben veränderbar im Sinne des Zauberlehrlings.

  6. Ein Kardinal der die Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum katholischen Kirchenoberhaupt „übernatürlichen Zeichen“ des Heiligen Geistes zuschreibt.
    Ein päpstlicher Zeremoniar der Papst Franz gar eine von `Maria` offenbarte „göttliche Aura“ zuschreibt…..
    Ein amtierender Papst der Unsägliches von sich gibt.

    Offenbar überlegen solche Leute den ganzen Tag, wie sie das vernebelte Kirchenvolk
    mit solchem Unfug, der dann noch mit „päpstlicher Unfehlbarkeit“ und „Gehorsamspflicht“ garniert wird, dazu bringen, diesen lange geplanten Verrat an der Kirche Jesu herunterschlucken. Die Medien sind dafür noch die begierigen Vermittler.

    Nur eines erscheint noch gewiss: Die Kirche ist da, wo Jesus Christus ist.

  7. „Vom amtierenden Papst werde es noch „Zeichen und Wunder“ geben.“
    Ja genau das sagt die Schrift auch. Ich danke ihnen Kardinal Schönborn. Sie haben mich wieder auf der Rolltreppe der Konzilskirche wieder ein Stück nach oben geschoben. Es geschehen noch Zeichen und Wunder in dieser merkwürdigen Zeit. Wenn die Massen vor Bergoglio auf die Knie fallen und „Hosianna“ rufen weiß ich das wir nicht mehr lange warten brauchen. Es wird sich lohnen am Ende.
    „Segne uns Maria“
    Per Mariam ad Christum.

    • Das ist schon recht in sich geschoben dargestellt. Die Rolltreppe der Konzilskirche führt jetzt nach oben ? Ich dachte nach unten. Wie man sich doch täuschen kann ? Oder auch nicht. Die Massen haben schon viel gemacht, was sie besser unterlassen hätten.

  8. „Schließlich warnte Kardinal Schönborn vor Fehlentwicklungen in den westlichen Staaten: „Zu wenig“ werde darüber gesprochen, daß sich die Militär- und Verteidigungsstrategien immer mehr „nach innen richten, mit Blick auf mögliche Aufstände in den eigenen Ländern“
    Das ist ja stark. Dieser Kardinal denkt ja das ganze Spiel bis zum Ende. Entweder hat er eine blühende Phantasie oder er ist bestens informiert.
    Per Mariam ad Christum.

    • Er ist bestens informiert. Wie alle Freimaurer in führenden Positionen. Die Frage ist nur, ob und wie er das sagt, was er weiß. Zweifellos gehörte er zu den einflussreichsten Königsmachern beim letzten Konklave. Wahrscheinlich war er sogar DER Königsmacher, der die Ratzingerianer überzeugte, Bergoglio zu wählen. Deshalb sollte man auf seine Worte sehr genau achten.

    • Kardinal Schönborn warnte vor Fehlentwicklungen in den westlichen Staaten…..Nanu? Und der Papst, was sagt denn der dazu? Der hat doch jetzt brüderliche Segensgrüsse an das rote China und Nordkorea gesendet. Nachtigall, ich hör dir trapsen…

      • Es ist kein Geheimnis, dass die aktuelle Entwicklung sowohl in den westlichen, als auch in den mittel- und osteuropäischen Staaten dahin gesteuert wird, dass soziale Ungerechtigkeiten und somit Unzufriedenheit und letztlich Unruhen bzw. deren Nährboden gefördert oder gar hervorgerufen werden. Das ist nichts Neues. Die Freimaurer haben sich immer schon ihres bewährten Mittels, d. h. der Revolution bedient, um eigene Interessen durchzusetzen und zu sichern. Der relativ lange Zeitraum des militärischen Friedens in Europa birgt für sie die Gefahr, dass die Bevölkerung die Versklavung durch das weltweite Finanzsystem durchschaut und auf den Gedanken kommt, diese abzuschütteln. Das zaghafte, aber deutliche Erwachen der Bevölkerung wie etwa in Ungarn, neuerdings gewissermaßen auch in Frankreich, bereitet den Globalisten wohl Sorgen. Dies zeigt, dass man die Menschen mit dem vielfältigen Konsumismus nicht vollständig unter die Kontrolle bringen kann. Erzeugung der linken Stimmung und ihre Erhaltung sollen da offensichtlich Abhilfe schaffen. Unzufriedenheit und Spannungen sollen dann entsprechend gelenkt und genützt werden. Es geht darum, das System zu erhalten: Den Menschen soll es nicht zu gut gehen, insbesondere dürfen sie nicht allzu viel reales Eigentum besitzen, sondern sie sollen möglichst vollständig von den Bankstern abhängig sein. Zugleich soll sich die Bevölkerung durchaus bedroht fühlen, vor allem durch Krieg und Terror, damit sie bereit ist, ihre Freiheit einschränken zu lassen und das staatliche und übernationale Kontroll- und Militärsystem zu finanzieren. Was aus den Worten von Kard. Schönborn – vielleicht eher ungewollt – hervorgeht: Wenn nationale Regierungen tatsächlich das Wohl und die Interessen der eigenen Bevölkerung verfolgen würden, dann wäre die Gefahr der Spannungen bis hin zum Bürgerkrieg irreal. Es überrascht durchaus positiv, dass Herr Kardinal es gewagt, dies zumindest indirekt anzusprechen: Es ist leider mittlerweile in den meisten europäischen Staaten die Regel, dass gegen und kaum für die eigene Bevölkerung regiert wird, angefangen von solchen elementaren Themen wie die Familienpolitik und der Schutz des menschlichen Lebens, bis hin zur Erhaltung, Sicherung und Stärkung der nationalen Wirtschaftsinteressen.

  9. Es ist zu vermuten das SE Christoph Kardinal (Graf) Schönborn, der in meinen Augen zumindest ein Helfer des Antichristen (wenn nicht sogar dieser selber ist) im Vatikan über mehr Macht verfügt als „Franziskus I“. Und natürlich freut sich der Kardinal über die Früchte von „Franziskus I“ weil diese Großteils auch voll auf der Linie vom Wiener Erzbischof liegen.

    Gott unser Herrn, hilf deiner Kirche und schenke uns einen wahren katholischen Papst.

    • Mit etwas Übertreibung kann man durchaus sagen: Der Amtsverzicht von BXVI und die Wahl Bergoglios waren eine Rettungsaktion für Schönborn. Es ist offensichtlich, dass die Gründung und die Aktivitäten der offiziell vom Schönbornschen Ex-Generalvikar angeführten Sekte der Apostaten gegen das Pontifikat von BXVI, insbesondere gegen dessen Annäherungsversuche an die Tradition der Kirche gerichtet waren. Die Lage war ziemlich ernst, weil die Schüller-Sekte inhaltlich starken Rückhalt bei den Kirchensteuerzahlern hatte (und hat) und die Gefahr der offiziellen Abspaltung durchaus real war. Die Linie Bergoglios ist eine Bestätigung dafür. Zumindest in dem medialen Image und den Gesten, weil bislang kaum konkrete systemische Entscheidungen vorliegen, bis auf solche spektakulären Aktionen wie die Säuberung der Kurie und die Zerschlagung der Franziskaner der Immaculata. Weiterhin offen ist die Frage, ob es bei solchen punktuellen Aktionen bleiben oder es doch zu wesentlichen Änderungen in der Doktrin und der Disziplin kommen wird.

  10. Der Papst konzentriere sich aber weniger auf „heiße Eisen“, sondern vor allem auf eine „Kirche der Armen für die Armen“. Zwei Fragen bewegen mich in diesem Zusammenhang: 1. Wer sind die Armen? 2. Was hat Papst Franziskus bislang für wirklich Arme getan, außer warme Worte von sich zu geben. St. Jakobus sagt: Wenn da ein Bruder oder eine Schwester keine Kleider haben und es am täglichen Lebensunterhalt mangelt und einer von euch sagt ihnen,“ Geht hin in Frieden, wärmt euch und eßt euch satt“ – ihr gebt ihnen aber nicht, was dem Leibe not tut-, was nutzt das?

  11. „Reform“ heißt: wieder in die ursprüngliche Form bringen. Das wirft die Frage auf, welche „Reform“ es bei sog. wvh. Geschiedenen zum Kommunionempfang geben kann. Der Kardinal ist unehrlich. Etliche Kardinäle haben die Lehren der Kirche dazu inzwischen verteidigt und Kardinal Kasper und den „Reformern“ eine Abfuhr erteilt.
    Ich wünschte mir andere Reformen wie etwa die Abschaffung der Handkommunion sowie die verpflichtende Beichte, ein Sakarment, das es vielerorts nicht mehr gibt.
    Auch bedarf es bzgl. des Religionsunterrichts einer Reform: nämlich der Vermittlung der Glaubenslehren.
    Herr Kardinal Schönborn geht am Eigentlichen vorbei und macht sich selbst glücklich, aber nicht den Herrn der Kirche, Jesus Christus.
    Schade, daß der Kardinal so seine Talente wegwirft!

  12. Der Duktus des inzwischen online einsehbaren Interviews (http://www.rp-online.de/panorama/wissen/das-nein-zur-sterbehilfe-ist-unumstoesslich-aid-1.4446328) ist völlig anders als hier im Artikel dargestellt. Kardinal Schönborn bezweifelt mit seiner rhetorischen Frage ja gerade, dass „Franziskus die liberale Agenda der westlichen, säkularisierten Gesellschaft mit ihren Lieblingsthemen Zölibat, Sakramente für geschiedene Wiederverheiratete und Sexualmoral abarbeitet“. Wenn Euer Journalismus nicht weit wahrhaftiger ist als der des tendenziösen Interviewers von Kardinal Schönborn … kann ich da nur sagen in Abwandlung von Mt 5,20 sagen. Was Kardinal Schönborn über die Aufmerksamkeit der Militärstrategen sagt, ist interessant. Und er beendet das Interview anerkennenswerterweise mit einem Diskussionsverbot, nämlich über die Euthanasie.

  13. Es darf daran erinnert werden, dass etliche Kommentatoren auf katholisch.info bereits vor etwas mehr als einem Jahr die Entwicklung vorausgesehen haben: Erst wird Bergoglio hochgejubelt, dann wird von irgendwelchen Schwachmatikern behauptet, er habe eine „heilige“ Aura und jetzt kommt der Herr Graf und schwadroniert von Zeichen und Wundern, die der große Fußballer wirken werde. Ich habe selten erlebt, dass das gläubige Volk derart verarscht wird. Man muss schon absolut blind von der völlig unkritischen Verehrung Bergoglios und taubstumm vom vielen Gejuble um seine Person sein, dass man immer noch nicht merkt, was da vor sich geht. Die Dreistigkeit von Schönborn und Co. ist phänomenal: Man plant anscheinend die Heiligsprechung Bergoglios noch zu seinen Lebzeiten. Denn wer kann denn nach katholischer Auffassung Wunder wirken? Die Antwort mag sich jeder selbst geben. Noch deutlicher als Schönborn kann man nicht mehr die Prophezeiungen über den Antichristen darstellen. Dabei sollte man niemals vergessen, wie Bergoglio sein wahres Gesicht gezeigt hat- als es nämlich darum ging, für unsere verfolgten Brüder und Schwestern im Irak laut und deutlich die Stimme zu erheben; da blieb es bei leisen Protesten. Wahrscheinlich ärgert es die vatikanischen Jubler, dass dem großen Showmaster ein solch eklatanter Fehler unterlaufen ist und er nicht rechtzeitig die sich verändernde Meinung des mainstreams gewittert hat, aber gleichzeitig werden sie wohl richtig liegen, wenn sie vermuten, dass das Gejuble seiner Anhänger alles zudecken wird. Ich kann einem Menschen große Achtung und Verehrung entgegenbringen, aber was hier abgeht, ist nicht mehr normal. E i n Indiz, dass hier etwas nicht stimmt, ist die Haltung Bergoglios und seine Beziehung zum Allerheiligsten Sakrament- also der Kernmitte des katholischen Glaubens. Was uns als äußeres Zeichen und Beliebigkeit verkauft werden sollte, gewinnt angesichts der dauernden Eskapaden und Zweideutigkeiten Bergoglios an ungeheuerer Dramatik. Mittlerweile kann sich niemand mehr aus der Verantwortung stehlen: Ja zu Christus bedeutet ja zu unseren verfolgten, gemarterten und abgeschlachteten Brüder und Schwestern. Interreligiöse Fußballspiele zu veranstalten ist eine Ungeheuerlichkeit angesichts der Situation im Irak. ich habe nicht mehr das geringste Verständnis für Bergoglios Showeinlagen- der Mann ist Papst und hat sich gefälligst um die ihm anvertraute Herde zu kümmern. Und da geht es um Leben oder Tod. Mich interessiert auch nicht mehr im geringsten sein Genuschel über irgendwelche Nebensächlichkeiten; er ist Petrus und nicht ein argentinischer Tangotänzer. Ich brauche auch keine Zeichen und Wunder von Bergoglio, sondern schlicht und ergreifend die Erfüllung seiner ihm von Gott anvertrauten Pflichten.

  14. Es wird bald zu Ende sein mit dem konzilkiaren Spuk. Die Tage der Apostaten in Rom sind gezählt, da nützen auch die Hilfestellungen aus Wien nichts mehr. Der wahren katholischen Kirche steht der Triumph bevor. Bitten wir die Gottesmutter an ihrem Festtag um die Abkürzung der schrecklichen Prüfung, dann werden wir wahrhaft Zeichen und Wunder sehen – nicht die des Antichristen und seiner Gefolgsleute, sondern die des göttlichen Heilands, der die Seinen niemals verläßt!

  15. Offensichtlich sind inzwischen viele Personen „lunatique“ („mit Mondschein im Kopf“) geworden.
    Der Kardinal hat hier sicher Wünsche und Erwartungen aber ,typisch für ihn, eiert er trotzdem noch immer ohne viel Mut und mit verbrämenden Worten um der Sache herum.
    Was betrifft die Reformen wurde vor einigen Monaten durch eine Cristina B., Künstlerin in den USA, wenigstens Klartext geredet: „…Daß die Kirche ein veralteter Laden war und es endlich Zeit würde ihn zu entrümpeln…“ und daß sie überzeugt war, daß ihr Onkel die Sache durchführen würde.
    Daß der Kardinal in der Papstwahl ein übrrnatürliches Zeichen des Hl. Geistes sieht, ist sicher nett; ich frage mich jetzt nur ab, ob damals entweder die Ernennung v. Zumlehner oder dessen damalige in mittelnächtlicher Stille durchgeführte Entlassung auch Aktivitäten mit Inspiration durch den Hl. Geist gewesen sind.
    Wenn jetzt immer wieder nach St. Franziskus verwiesen wird (noch verstärkt dadurch daß die Kirche dadurch „jesuanischer“wird) (damit setzt man sich in Kontrast zu 2000 Jahren Glauben an Christus), fällt mir doch auf daß vom Hl. Bonaventura, dem „2. Gründer des Minderbrüderordens“) überhaupt nicht mehr die Rede ist.
    Wahrscheinlich gilt für diesen Kirchenlehrer und großen Heiligen mutatis mutandis was am 1. Juni 2014 über das Internet gesagt wurde: „Das Internet ist ein Geschenk Gottes“, in Kombination mit der Aussage am 6. August 2014: „Verliert Eure Zeit nicht mit Mobilphones und Internet“.
    Ich hoffe für den Hl. Bonaventura daß nicht, wie von Joaquin Giangreco einmal über die Bücher des Hl. Thomas von Aquin gesagt, sie wie Stroh verbrannt werden können.

  16. Ich korrigiere hiermit:
    Ich wollte „Schüller“ schrieben wo es den Generalvikar v. Kard. Schönborn betraf.
    Herr Zumlehner wurde hier irrtümlicherweise von mir genannt, wofür meine Entschuldigung bei ihm.

    • Zulehner ist der eigentliche Kopf und Strickenzieher der Schüller-Sekte, zu der übrigens u.A. auch der erste Privatsekretär von Kard. Schönborn J. Grünwidl gehört. Schüller ist theologisch dumm, dafür aber temperamentvoll und ein fähiger Manager bzw. eine erfahrene Führungspersönlichkeit. In seinen häretisch-apostatischen (von Zulehner vorgegebenen) Ansichten ist er durchaus ehrlich und geradlinig, wodurch er Sympathie und Vertrauen gewinnen kann. Das macht ihn gefährlich.

    • Zulehner ist der eigentliche Kopf und Strickenzieher der Schüller-Sekte, zu der übrigens auch der erste Privatsekretär von Kard. Schönborn J. Grünwidl gehört. Schüller ist theologisch dumm, dafür aber ein fähiger Manager und eine erfahrene Führungspersönlichkeit. In seinen – von Zulehner vorgegebenen – häretisch-apostatischen Ansichten ist er durchaus ehrlich und geradlinig, wodurch er Sympathie und Vertrauen gewinnen kann. Das macht ihn eben gefährlich.

      • Nicht nur meine eigene Wenigkeit – auch Zulehner ist den Gesetzen der Biologie unterworfen – der Herr sei gelobt und überausgepriesen in alle Ewigkeit. Gott schenke uns allen Reue und Umkehr in seiner unsagbaren Barmherzigkeit. Auf die Fürbitte der Gottesgebärerin der Allerseligsten Jungfrau Maria.

  17. Zum vorletzten Absatz:

    Ich gestatte mir nur den – vielleicht etwas pedantischen – Hinweis, daß 1991 nicht Laborem exercens promulgiert wurde sondern Centesimus annus. Laborem exercens war schon 1981.

    Die beiden Enzykliken stehen meiner Erinnerung nach in einer gewissen Spannung.

    Es wäre jetzt höchste Zeit, daß die Kirche ihre klassische Soziallehre verbindlich und vor allem verständlich vorlegt. Es schwirren so viele Phrasen durch die Welt (von den Bischofskonferenzen und aus dem Vatikan kommende), daß sich keiner mehr auskennt.

    Die Eckpunkte Privateigentum, Unternehmertum, Subsidiarität und nationale Selbstbestimmung wären dabei dringend ins Bewußtsein zu rufen.

    Auch die Zins- und Verschuldungspolitik (inkl. des Fiat-Money der Fed u. a.) muß dringendst analysiert und verurteilt werden! Hier ist des Pudels Kern einer ungerechten Wirtschaftsordnung.

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